Die lange Nacht im Museumsviertel soll mehr junge Leute erreichen

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Ein Gruppenbild mit vier Personen
Von links: Laura Pölloth Stellvertretende Museumsleitung des Humpis-Quartiers, Christian von der Heydt Museumsleitung des Wirtschaftsmuseums, Ute Stuffer Museumsleitung des Kunstmuseums und Singlinde Nowack Museumsleitung des Museums Ravensburger. (Foto: Franziska Stölzle)
Franziska Stölzle

Buchbinderei, Improvisationstheater und dazu ein Cocktail: Diese Mischung gibt es am Freitag, 16. August, zum siebten Mal bei der „Langen Nacht der Museen“. Von 19 Uhr bis 24 Uhr haben die Museen inmitten der Ravensburger Altstadt geöffnet. „Hier ist für jeden etwas dabei“, sagt Ute Stuffer, die Direktorin des Kunstmuseums Ravensburg. Ihr Wunsch ist es noch mehr junge Besucher zu erreichen.

Das Museumsviertel in der Oberstadt öffnet die Tore seiner vier Häuser: Wirtschaftsmuseum, Museum Ravensburger, Museum Humpis-Quartier und Kunstmuseum. In den einzelnen Häusern wird unterschiedliches Programm angeboten, so erlebt und entdeckt man immer etwas anderes. Die exklusiven Direktoren-Führungen um 19.30 Uhr, 20.30 Uhr und 21.30 Uhr finden zu den genannten Uhrzeiten in allen Häusern gleichzeitig statt.

Eine Sonderausstellung zum Thema „Gastarbeiter 2.0“ bekommen die Besucher dieses Jahr im Wirtschaftsmuseum zu sehen. Dort werden fünf Geschichten von Migranten erzählt, die hier Arbeit gefunden und Fuß gefasst haben. Einer von ihnen ist der Syrer Baschar Kasou, ihn können die Gäste persönlich kennenlernen, während sie seine syrischen Falafel probieren und den Klängen seiner Instrumente Oud und Cájon lauschen. Der Gasthof „Ochsen“ bietet im Museum eine Cocktail-Bar an. Direktor Christian von der Heydt führt die Gäste nicht nur zu den geplanten Uhrzeiten durchs Haus, sondern lädt zusätzlich um 23 Uhr zu einem Rundgang ein.

Im Museum Ravensburger dreht sich alles rund ums blaue Dreieck. Auf 1000 Quadratmetern ist viel Platz um alte und neue Spielsachen auszuprobieren und seinen Spaß zu haben. Direktorin Siglinde Nowack vertieft bei ihren Führungen die Hintergründe der Spiele und Puzzles. Den absoluten Adrenalinkick gibt´s beim Duell gegen den „Guiness World“- Rekordhalter André Ortolf, er hat schon neunzig Rekorde aufgestellt. Man kann sich in kuriosen Disziplinen mit ihm messen, beispielsweise beim Bücherstapeln auf einer Hand innerhalb von 15 Sekunden.

Geschichte zum Anfassen bietet das Museum Humpis-Quartier. Dort erfahren die Besucher etwas über den Weg vom Papier zum Buch. Die Buchbinderin Marion Villa zeigt im Innenhof des Museums das Buchbindehandwerk und steht für Fragen zur Verfügung. Zudem erklärt die Direktorin Sabine Mücke den Gästen das alte Handwerk der Papiermacher bei ihren Führungen.

Das Kunstmuseum Ravensburg in der Burgstraße 9 lässt die Gemälde in dieser Nacht lebendig werden. Till Maurer, Miriam Kessel und Britta Lutz möchten den Gästen in Form eines Improvisationstheaters die Werke näher bringen. Für mehr Hintergründe lädt Direktorin Ute Stuffer zur Führung durch die Ausstellung ein. Als Erinnerung kann man sich zum Thema „FACE IT! Im Selbstgespräch mit dem Anderen“ sein Gesicht vom Schnell-Karikaturist Jo Brösele malen lassen. „Die Besucher sollen so aktiv in die Ausstellung miteinbezogen werden“, so die Direktorin.

Das Museumsviertel rechnet dieses Jahr mit 500 bis 600 Besuchern, „von Jahr zu Jahr werden es etwas mehr“, sagt Christian von der Heydt. Vor allem die junge Generation soll angesprochen werden, „mit der Altersklasse 14 bis 25 Jahre haben wir immer noch Probleme“, gesteht von der Heydt. „Jedes Jahr steigert sich die Zahl der jungen Besucher und auch dieses Jahr soll sich jeder angesprochen fühlen“, erklärt Ute Stuffer.

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