Die Frustration der Towerstars-Fans

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Die B1-Crew war auch in Crimmitschau vertreten, wenn auch in überschaubarer Zahl.
Die B1-Crew war auch in Crimmitschau vertreten, wenn auch in überschaubarer Zahl. (Foto: Archiv: Felix Kästle)
Schwäbische Zeitung
Sportredakteur

Nur etwas mehr als zwei Dutzend Fans aus Oberschwaben erlebten das Saisonaus der Ravensburg Towerstars am vergangenen Freitag bei den Eispiraten im fernen Crimmitschau mit. Im dünn besetzten Block, in dem die bekannte Fahne der B1 Crew hing, war die Stimmung nach dem 2:3 in der Verlängerung ebenso schlecht, wie bei den Spielern auf dem Eis. Einer derjenigen, die die weite Reise nach Westsachsen auf sich nahmen, war der Towerstars-Fanbeauftragte Mark Haberer aus Bad Wurzach.

„Das hängt mir noch sehr in den Klamotten“, sagte Haberer am Montag. Damit meinte er aber in erster Linie nicht das Scheitern der Towerstars, sondern die notwendige Reanimation eines Fans, die nach einer Durchsage des Stadionsprechers einen sofortigen Anfeuerungsstopp in der Spätphase des dritten Drittels zur Folge hatte. Das sei auch für einen wie ihn, sagte Haberer, der schon viele Spiele miterlebt hat, eine „absolute Ausnahmesituation“ gewesen. Immerhin sei nach dem Spiel bekannt geworden, dass es dem Fan wieder gut gehe.

Heftige Reaktionen im Block

Dass die Towerstars nun so früh in den Pre-Play-offs gescheitert sind, führte auch Haberer – wie die Verantwortlichen des Eishockey-Zweitligisten – auf die vielen verletzungsbedingten Ausfälle zurück. „Es ist klar, dass es dann nicht einfach ist“, sagte der Fanbeauftragte. Die teils heftigen Reaktionen von Fans auf die Niederlage in Crimmitschau – die auf den Block zugehende Mannschaft wurde beschimpft und weggeschickt – würden seit Freitagabend viel diskutiert. Es werde vermutlich deshalb sogar ein Gespräch zwischen Fanrat und Mannschaftsrat geben, kündigte Haberer an. Die Wut der Fans am Freitag sei dem großen Frust über das Ausscheiden geschuldet gewesen, nicht aber der allgemeinen Einstellung der Mannschaft gegenüber. Dieser sei letztlich kaum ein Vorwurf zu machen, Moral und Kampfeswillen hätten gestimmt, sagte Haberer.

Vereinsführung im Fokus

Diese Aussage des Fanbeauftragten stützte der Blick in diverse Online-Foren, in denen unter anderem zu lesen war: „Danke Euch Jungs für Euren Einsatz, der nicht nur auf dem Eis, sondern auch im Bus, im Training, am Schreibtisch, in Gesprächen, durch Verantwortungsübernahme, doppelte Schichten und bei der Reha stattfindet.“

Natürlich machte sich aber auch Frust breit, der sich vor allem auf Geschäftsführung und Trainer entlud. „Bei der zweiten Pleitesaison in Folge darf man schon mal enttäuscht sein“, war noch eine der harmloseren, weil sachlich formulierten Reaktionen.

Vor der nächsten Saison ist dem Fanbeauftragten Mark Haberer derweil nicht bange, gleichzeitig forderte er: Die Towerstars müssten sich so verbessern, dass am Ende die direkte Qualifikation für die Play-offs stehen. „Das ist der Anspruch in Ravensburg“, sagte Haberer.

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