Die Euphorie ist groß: Ravensburg Towerstars wollen den Meistertitel

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 Verteidiger Pawel Dronia (rechts) ist einer der Spieler, den die Fans der Ravensburg Towerstars auch in der kommenden Saison au
Verteidiger Pawel Dronia (rechts) ist einer der Spieler, den die Fans der Ravensburg Towerstars auch in der kommenden Saison auf dem Ravensburger Eis sehen werden. (Foto: Felix Kästle)
Sportredakteur

Rainer Schan, Geschäftsführer der Ravensburg Towerstars, hat am Montagnachmittag für einen kurzen Moment die Sonne genossen. „Am Vormittag ging es schon rund“, sagte er. In den kommenden Tagen wird es ganz sicher nicht ruhiger. Ab Donnerstag spielen die Towerstars im Play-off-Finale der Deutschen Eishockey-Liga 2 gegen die Löwen Frankfurt. Nach zwei enttäuschenden Spielzeiten ist die Erleichterung beim Geschäftsführer groß. Sonst, das gibt Schan offen zu, hätte er sich seine Gedanken gemacht.

Viel Kritik musste Schan in den vergangenen beiden Jahren einstecken. Die auch von ihm zusammengestellte Mannschaft schaffte es zweimal lediglich in die Pre-Play-offs. Die Ansprüche der Fans, aber auch die eigenen Ansprüche der Towerstars, waren natürlich ganz andere. „Hätten wir noch einmal die Saison früh beenden müssen, hätte ich mich hinterfragen müssen“, meint Schan. „Dann wäre es, so ehrlich bin ich, wohl an der Zeit gewesen, aufzuhören und Verantwortung zu übernehmen.“

Nun ist es ganz anders gekommen und Schan kann entspannt der Finalserie entgegenblicken. „Erleichterung kann man das schon nennen“, meint der Geschäftsführer. Entspannt war er daher zwar am Montag in der Sonne. „Aber mit dem ersten Bully am Donnerstag wird es um nichts anderes als das Finale gehen.“ Mindestens zweimal dürfen sich die Towerstars auf ein ausverkauftes Heimspiel in der CHG-Arena freuen – inklusive Nationalhymne. „Wir wollen, dass die Arena brennt“, sagt Schan.

Kein Umbruch im Kader

Auf diese Finalmomente haben die Towerstars hingearbeitet, das wollten sie nach den beiden schwachen Jahren mit dem Aus in den Pre-Play-offs erreichen. „Ein überragendes Gefühl“, sagt der Geschäftsführer. Für viele Ravensburger Spieler ist das Play-off-Finale der bisherige Höhepunkt ihrer Karriere. Klar ist auch: Durch die starke Saison haben die Towerstars-Profis auf sich aufmerksam gemacht.

So wird Daniel Pfaffengut nach der Saison zum Kooperationspartner Schwenninger Wild Wings in die DEL wechseln. Tim Brunnhuber spielt künftig bei den Straubing Tigers in der DEL. Goalie Jonas Langmann hat ebenfalls Angebote aus der DEL sowie nach SZ-Informationen auch aus der EBEL. Einen großen Umbruch wird es laut Schan aber nicht geben. „Alle Spieler, die wir bislang halten wollten, haben wir auch gehalten.“

Die Kaufbeurer Topstürmer Branden Gracel (links) und Sami Blomqvist (rechts) kamen in Spiel vier nicht an Towerstars-Goalie Jonas Langmann vorbei. (Foto: Mathias Wild)

Maximilian Kolb, Ondrej Pozivil, Pawel Dronia, Andreas Driendl, Vincenz Mayer, Thomas Merl, Calvin Pokorny und David Zucker – sie werden auch in der kommenden Saison für die Towerstars spielen. Mit anderen Spielern sind die Gespräche schon weit gediehen, es wird noch weitere Vertragsverlängerungen geben. „Ein paar gehen Richtung DEL“, sagt Schan. „Da können wir dann nichts machen.“

Sechs Spieler sind schon Meister

Das ist allerdings erst mal Zukunftsmusik. Wer im Finale steht, der will natürlich auch den Titel gewinnen. Aus dem aktuellen Kader sind bislang nur sechs Spieler Meister: Jonas Langmann (mit Bremerhaven), Pawel Dronia (mit Frankfurt), Sören Sturm (mit Kassel), Thomas Supis (zweimal in der DEL mit Berlin), Robin Just (mit Bietigheim) und Stephan Vogt (2011 mit den Towerstars).

Für viele andere aus dem Kader ist es das erste Finale. „Ich habe sofort realisiert, dass wir im Finale stehen“, beschreibt Verteidiger Kilian Keller die Momente am Freitagabend in der Verlängerung, als Olivier Hinse gegen den ESV Kaufbeuren den Siegtreffer zum 2:1 erzielt hatte.

 Freuen sich aufs Finale: Trainer Rich Chernomaz (links) und Rainer Schan
Freuen sich aufs Finale: Trainer Rich Chernomaz (links) und Rainer Schan (Foto: Kern)

Nun geht es also gegen die Löwen Frankfurt, den Hauptrundenmeister. Gegen das Ex-Team von Towerstars-Trainer Rich Chernomaz. Insgesamt zwölf Saisons war der Kanadier bei den Hessen in der Verantwortung. „Manchmal schreibt der Sport komische Geschichten“, sagt Schan. „Rich wird mit seiner Routine und seinen Tricks alles in die Waagschale werfen, um uns zum Titel zu verhelfen.“

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