Diakonie und DRK kümmern sich weiter um Flüchtlinge

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Der Ravensburger Kreisverband des Roten Kreuzes und das Diakonische Werk Ravensburg kümmern sich auch weiterhin um die rund 800 hier lebenden Flüchtlinge. Der Gemeinderat hat am Montagabend die Verlängerung der entsprechenden Verträge beschlossen. Bis Ende 2019 sind die beiden Träger nun für das sogenannte Integrationsmanagement der Flüchtlinge sowie für die Flüchtlingssozialarbeit vor Ort zuständig.

Das Ganze hatte sich etwas verzögert, weil zunächst unklar war, ob der Landkreis Ravensburg weiterhin die Flüchtlingssozialarbeit delegieren will. Nun ist raus: Er will. Und erstattet entsprechend die anfallenden Personal- und Sachkosten. Den Job, die Flüchtlinge in der vorläufigen Unterbringung zu beraten und zu begleiten, delegiert der Landkreis an die Stadt Ravensburg, die ihrerseits für das Integrationsmanagement aller Flüchtlinge zuständig ist, die länger als zwei Jahre in Deutschland leben oder deren Asylverfahren anerkannt ist. Bei der Ravensburger Stadtverwaltung laufen daher alle Fäden zusammen – die Arbeit vor Ort hat sie an Diakonie und Rotes Kreuz übergeben.

Momentan schaut es so aus, dass für die Sozialarbeit für die 142 Flüchtlinge in der vorläufigen Unterbringung 1,3 Personalstellen zur Verfügung stehen – und zwar bis Ende Juni 2018. Wie es danach weiter geht, darüber muss noch verhandelt werden.

Auch wer länger als zwei Jahre hier ist oder wessen Asylverfahren anerkennt wurde, muss sich in Deutschland nicht alleine durchbeißen: Im vergangenen Jahr hat das Land Baden-Württemberg mit den Kommunen einen Integrationspakt geschlossen. Effekt: Zwei Jahre lang bekommen Städte und Gemeinden Geld für das sogenannte Integrationsmanagement.

Für Ravensburg bedeutet das: Sowohl 2018 als auch 2019 gibt’s aus Stuttgart jeweils einen Personalkostenzuschuss von gut 250 000 Euro. Die Sachkosten werden dieses und nächstes Jahr mit einem Integrationsausgleich in Höhe von jeweils 542 000 Euro vom Land gefördert. Folge: Laut Sozialamtsleiter Stefan Goller-Martin kann man mit diesem Geld 5,5 Stellen finanzieren.

Der Stadt selbst entstehen für die Betreuung und Beratung der Flüchtlinge keine Extrakosten. Diese Mitarbeiter sollen dann – und das ist neu – mit den Flüchtlingen einen verbindlichen Integrationsplan auf die Beine stellen – inklusive Zielvereinbarung, wie’s in der neuen Heimat weiter gehen soll.

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