Deutscher Imkerbund hält Zertifizierung für umständlich

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Das gepanschte Wachs kann für die Bienenvölker lebensbedrohlich sein.
Das gepanschte Wachs kann für die Bienenvölker lebensbedrohlich sein. (Foto: Linsenmaier)
Jasmin Bühler
Crossmediale Redakteurin

Der Landesverband Württembergischer Imker prüft derzeit zusammen mit dem Landwirtschaftsministerium in Stuttgart, ob sich Qualitätssiegel für Bienenwachs realisieren lassen. Das hat der Deutsche Imkerbund auf Nachfrage der „Schwäbischen Zeitung“ bekannt gegeben. Derartige Zertifikate sollen den Handel mit verfälschtem Bienenwachs erschweren und einen Wachsskandal, wie jetzt im Landkreis Ravensburg ausgelöst, in Zukunft vermeiden.

Gerüchten zufolge soll es schon vor einigen Jahren ähnliche Überlegungen zu Qualitätssiegeln für Bienenwachs gegeben haben. Vonseiten des Deutschen Imkerbundes heißt es hierzu: „Es ist richtig, dass es hierzu bereits 1998 zwischen dem Deutschen Imkerbund und dem Fachverband Bienenzuchtausrüstung Gespräche gegeben hat. Jedoch wurde das Vorhaben aufgrund der schwierigen Umsetzbarkeit nicht weiterverfolgt.“

Ob der Zeitpunkt für die Einführung von Wachszertifikaten nun ein besserer sei, werde sich zeigen müssen. „Da es bislang keine einfachen und kostengünstigen Untersuchungsmethoden auf Verfälschungen gibt, wird eine Umsetzung eines umfassenden Qualitätssiegels schwierig bleiben“, so der Imkerbund.

Eine Expertenkommission im baden-württembergischen Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz hatte die Zertifizierung von Bienenwachs angeregt. Die Expertenrunde tagte kürzlich in Stuttgart, um den aktuellen Skandal um gepanschtes Bienenwachs aufzuarbeiten und Lösungen für die Zukunft zu finden (die SZ berichtete).

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