Der SV Oberzell nach dem Abstieg: Die Bezirksliga vom ersten Tag annehmen

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 Nach dem Abstieg aus der Landesliga muss sich der SV Oberzell in einer starken Bezirksliga beweisen.
Nach dem Abstieg aus der Landesliga muss sich der SV Oberzell in einer starken Bezirksliga beweisen. (Foto: Archiv: Alexander Hoth)
Maximilian Kroh

Die Frage, ob der SV Oberzell nach dem Abstieg aus der Fußball-Landesliga vor einem klassischen Neustart in der Bezirksliga steht, beantwortet Trainer Achim Pfuderer mit einem klaren „Ja“. Zwar blieb der Kader in großen Teilen zusammen, doch Pfuderer ist sich bewusst, dass es einige Zeit dauern könnte, bis sich seine Mannschaft mit der neuen Liga akklimatisiert hat.

„Letztendlich haben wir geerntet, was wir gesät haben“, fasst Pfuderer die ernüchternde Abstiegs-Saison zusammen. Vor allem an der Einstellung habe es gehapert: „Wir waren in der Komfortzone, dachten, dass wir für eine gute Platzierung nicht viel tun müssen.“ Dennoch blickt er mit Vorfreude und positiver Grundstimmung auf die neue Saison. Viele Spieler haben mit dem Verein den Gang in die Bezirksliga angetreten, nehmen die neue Herausforderung an. „Wir haben großartige Jungs, die packt der Abstieg an der Ehre“, lobt der Trainer. Dass der Wiederaufstieg aber kein Selbstläufer wird, dessen sind sie sich in Oberzell bewusst. Dennoch legt Pfuderer Wert darauf, dass seine Mannschaft nicht zum Aufstieg verdammt ist. Vom Favoritenstatus will er nichts wissen, aber vorne mitspielen will der SVO natürlich. „Insgeheimer Wunsch ist natürlich der Aufstieg“, gibt der Coach zu. „Der Verein gehört in die Landesliga.“

Damit es klappt, muss sich die Mannschaft schnell an die veränderten Rahmenbedingungen gewöhnen. In der Bezirksliga gibt es keine Linienrichter, zudem sind die Aufwärmzeiten vor den Spielen häufig kürzer. Auf spielerischer Ebene erwartet Pfuderer einige Bollwerke gegen seine Mannschaft, die dem SVO über den Kampf alles abverlangen werden. „Da brauchen wir Spieler, die dagegenhalten“, weiß der Trainer, der sich allerdings auch um spielerische Lösungen gegen tiefstehende Gegner bemühen muss. „Wir werden unsere Spielweise gegen einige Gegner anpassen müssen und dürfen auch nicht anfällig für Konter werden.“

Drei Spieler aus der Jugend stoßen zu den Aktiven

Oberzell geht mit einem blutjungen Team in die Saison. Spieler wie Florian Lotthammer, David Frank und Nicolas Fink waren zwar schon in der vergangenen Saison dabei, waren damals aber noch für die A-Jugend spielberechtigt. Hinzu kommen in diesem Jahr in Marcel Bachhofer, Joshua Stoll und Christoph Vossler wieder drei Spieler aus der eigenen Jugend nach. „Sie können alle in wichtige Rollen hineinwachsen, wenn sie hart an sich arbeiten“, macht Pfuderer Hoffnung. Doch auch einige erfahrene Spieler wie Kapitän Daniel Marin und Stellvertreter Fabio Maucher blieben der Mannschaft erhalten.

Das Auftaktprogramm hat es in sich, denn in den ersten beiden Auswärtsspielen der Saison trifft Oberzell auf die Mitabsteiger Leutkirch und Kißlegg. Und auch zum Saisonfinale wird es heiß her gehen, denn dann geht es nach Beuren und Kressbronn. Bei letzterem wartet ein alter Bekannter an der Seitenlinie. Pfuderers langjähriger Co-Trainer Oliver Wittich ist neuer Cheftrainer in Kressbronn. „Oli und ich waren natürlich ein eingespieltes Team“, sagt Pfuderer. „Ich bedauere seine Entscheidung sehr, aber ich kann sie nachvollziehen und freue mich für ihn.“ Heißt auch, dass ein neuer Mann zum Trainerteam des SVO gestoßen ist. Christian Müller trat die Nachfolge von Wittich an. „Wir harmonieren hervorragend“, so Pfuderer. „Christian hat Erfahrung als Trainer, er kennt Liga und Region. Er ist der absolut richtige Mann für die Position.“

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