Der Bau von 103 Wohnungen in der Ravensburger Galgenhalde beginnt

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 Bereit, die Zeitkapsel einzumörteln: (von links) Baubürgermeister Dirk Bastin, Architekt Urs Kumberger, Genossenschaftsvorständ
Bereit, die Zeitkapsel einzumörteln: (von links) Baubürgermeister Dirk Bastin, Architekt Urs Kumberger, Genossenschaftsvorstände Lothar Reger und Jesus Morales, Aufsichtsrat Gerhard Schiele sowie die Bauunternehmer Philipp Weber und Alfons Leuthe. (Foto: Wolfgang Steinhübel)
Wolfgang Steinhübel

Im Quartier Galgenhalde in der Ravensburger Weststadt hat in einem Festakt am Dienstag die Grundsteinlegung für den Bau von 103 Wohnungen und drei Gewerbeeinheiten erfolgt. Der Bau- und Sparverein investiert hier in den nächsten Jahren rund 23 Millionen Euro.

Vorstandsmitglied Lothar Reger sprach in seinem Grußwort vom „größten Projekt seit Jahren“ seiner Genossenschaft. Es entstehen zu 100 Prozent Mietwohnungen.

30 Prozent sind geförderte Wohnungen mit reduzierten Mieten, die restlichen 70 Prozent werden nach dem aktuellen Mietpreisspiegel vermietet. Die meisten Wohnungen sind Zwei- und Dreizimmerwohnungen. Bei den Gewerbeeinheiten handelt es sich um den Rahlentreff und um eine Sozialstation. Für die dritte gewerbliche Einheit könnte sich Reger ein Café vorstellen.

Viele Mieter haben kaum Geld zum Leben, besitzen kein Auto und müssen einen Stellplatz für 60 Euro anmieten, wo doch eine Bushaltestelle direkt vor dem Haus ist.

Lothar Reger

Für die Umsetzung des Projektes sind zirka fünf Jahre einkalkuliert. Im ersten und zweiten Bauabschnitt werden an der Meersburger Straße je 17 Wohnungen gebaut.

Danach sollten alle Bestandsmieter umziehen. Dann werden die Bestandsgebäude im Absenreuterweg abgerissen. Reger monierte die aktuellen gesetzlichen Vorgaben für den Bau einer Tiefgarage mit 124 Stellplätzen. Dazu müssen weitere 41 oberirdische Stellplätze zur Verfügung gestellt werden.

„Viele Mieter haben kaum Geld zum Leben, besitzen kein Auto und müssen einen Stellplatz für 60 Euro anmieten, wo doch eine Bushaltestelle direkt vor dem Haus ist“, so Reger. Sehr leid tat es ihm, dass für den Bau einige Platanen gefällt werden mussten. Symbolisch wurde am Ende des Festaktes ein Projektbaum gepflanzt – nach dem Einmörteln einer Zeitkapsel, in der Dokumente aus der Bauplanung und -genehmigung eingeschlossen sind.

Dem Berliner Architekt Urs Kumberger, der mit seinem Büro „Tele Internet Café“ als Sieger aus dem Architekturwettbewerb hervorgegangen war, war es bedeutsam, Strukturen weiter zu planen und dem Quartier ein zeitgemäßes Update zu geben. Für Ravensburgs Baubürgermeister Dirk Bastin ist das Projekt ein wichtiger Aspekt zur Quartiersentwicklung in der Weststadt. „Hier wird eine Brücke geschlagen von der Galgenhalde zum Mittelöschplatz,“ sagte er. Das Gebiet sei eine Schwachstelle des Quartiers gewesen, ein unansehnlicher Garagenhof, der keinen Lärmschutz für die dahinterliegenden Gebäude geboten hatte.

Bastin sprach auch die erheblichen Bedenken der Nachbarn an und begrüßte, dass aus der ursprünglichen Bürgerinitiative die Agendagruppe Weststadt wurde, die konstruktiv an der Weiterentwicklung des Quartiers mitarbeiten. „Gemeinsam wollen wir die Stadt weiter voranbringen“, so Bastin und er ist sich sicher: „Das Projekt wird nach einer gewissen Zeit seine Befürworter finden, denn es ist ein gutes Projekt.“

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