Demütig zurück in der Bezirksliga

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Matthias Steinhauser und Sebastian Jehle bejubeln den Aufstieg des SV Fronhofen.
Matthias Steinhauser und Sebastian Jehle bejubeln den Aufstieg des SV Fronhofen. (Foto: Rolf Schultes)
Stephan Bischof

Der SV Fronhofen kehrt nach vier Jahren in der Kreisliga A I wieder in die Bezirksliga zurück. Den Grundstock für diese etwas überraschende Meisterschaft legte der SVF im heimischen Stadion. Zudem hebt Meistertrainer Gerhard Schmitz vor allem die Entwicklung seiner Mannschaft hervor.

In der jährlichen Saisonumfrage zu den Aufstiegsaspiranten wurde der SV Fronhofen von keiner einzigen Mannschaft genannt und auch die eigene Zielsetzung war ein Platz im gesicherten Mittelfeld. Ein stetiger Begleiter auf dem Weg zur Meisterschaft waren für den SV Fronhofen die Duelle gegen den SV Bergatreute. So schied man während der Sommervorbereitung bereits in der zweiten Runde des Bezirkspokals mit 2:0 in Bergatreute aus. Diese Niederlage trug ebenfalls dazu bei, dass keiner mit dem SVF als Meisterschaftsanwärter rechnete, da auch Bergatreute nicht als wirklicher Aufstiegsaspirant galt.

Historische Heimstärke, starke mannschaftliche Einheit

„Wir wussten vor der Saison schon, dass die Liga sehr ausgeglichen sein wird und merkten dann von Spiel zu Spiel, dass wir mit allen mithalten können. Unsere Heimstärke hat uns dann nach vorne getragen“, sagt Schmitz. Diese Heimstärke hatte fast schon historische Ausmaße. Während der SVF in der Auswärtstabelle nur einen soliden fünften Platz belegte, gewann er fast alle Heimspiele. Dadurch holte die Mannschaft zehn Punkte mehr als der Tabellenzweite vom SV Vogt. „Zu Hause konnten wir einen speziellen aggressiven Spielstil aufziehen und natürlich kamen die Gegner irgendwann mit großem Respekt nach Fronhofen, während wir vor Selbstbewusstsein strotzten“, sagt Schmitz.

Was den Meister auch auszeichnete, war die Ausgeglichenheit in der Mannschaft. Während die Meister der vergangenen Jahre oft von einem überragenden Einzelspieler getragen wurden, präsentierte sich der SVF als starke Einheit: „Mit Sicherheit hat uns die Rückkehr von Peter Kemmer (SV Oberzell) aus der Landesliga sehr geholfen. Aber auch ohne die Tore von Sebastian Jehle (14 Tore) oder Florian Hassler (10) hätte es nicht gereicht. Hervorheben möchte ich aber auch unsere jungen Spieler Lukas Heinz (20 Jahre) und Lasse Trenkmann (19), die beide eine sensationelle Saison gespielt und eine tolle Entwicklung gemacht haben“, so Schmitz weiter.

Die mannschaftliche Entwicklung sieht Gerhard Schmitz, der mit dieser Meisterschaft in seiner dritten Spielzeit in Fronhofen die Früchte seiner Arbeit einfahren konnte, als einen weiteren entscheidenden Punkt: „In den ersten beiden Jahren unter meiner Leitung haben wir zum Großteil dreimal die Woche trainiert. Die dritte Einheit war dabei immer freiwillig und von taktischen Inhalten geprägt. Trotz der Freiwilligkeit waren die Jungs fast immer alle da und wollten sich weiterentwickeln. Zum Start in diese Spielzeit haben wir die dritte Einheit dann gestrichen und dafür zweimal intensiver trainiert. Dieser Plan ging nun voll auf und die Jungs haben sich für ihren Einsatz in den letzten Jahren belohnt.“

Auf die neue Runde blickt Schmitz optimistisch: „Wir freuen uns auf eine spannende Bezirksliga. Diese gehen wir natürlich mit der nötigen Demut an, aber wir wollen die Euphorie natürlich auch mitnehmen. Wenn sich die Mannschaft weiter so lernwillig und geschlossen zeigt, und wir zudem die Heimstärke mitnehmen können, sind wir zuversichtlich.“ Dazu hat Fronhofen mit Ralf Kirch (SV Oberzell) und Christoph Reichle (FV Ravensburg II) bereits zwei Neuzugänge verpflichtet.

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