Das war der Freitag im Corona-Newsblog

Lesedauer: 48 Min
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Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

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Aktuelle Zahlen für Deutschland und die Region:

  • Infizierte Deutschland: 42.288 (¹), 49.344 (³)
  • Geheilte Deutschland: 5.673 (³)
  • Kritische Fälle Deutschland: 23 (²,³)
  • Todesfälle Deutschland: 304 (²,³)
  • Todesfälle Baden-Württemberg: 101 (⁴)

Quellen: RKI¹ (27.03., 8 Uhr), Johns-Hopkins-University², Worldometer³, Ministerium für Soziales und Integration Baden Württemberg⁴, WHO

Das Wichtigste im Überblick:

22.27 Uhr - Corona-Antikörpertests bald möglich 

In Deutschland sind die ersten Labore nach eigenen Angaben in der Lage, Antikörpertests auf durchgemachte Coronavirusinfektionen durchzuführen. Der Lübecker Labordiagnistika-Hersteller Euroimmun hat ein Nachweissystem zur Verfügung gestellt, das nach seinen Angaben auf eine länger bestehende oder überstandene Infektion hinweist.

Das Großlabor Krone in Bad Salzuflen (NRW), das mit derzeit bis zu 2500 Corona-Abstrichanalysen pro Tag eines der größten Labore in Deutschland ist, will damit am Montag die ersten Antikörpertests durchführen.

22.10 Uhr - Mercedes-Benz will Herstellung von Medizingeräten unterstützen

Der Autobauer Mercedes-Benz will in der Coronavirus-Krise die Herstellung von medizinischem Gerät unterstützen. Mithilfe von 3D-Druckern könnten einzelne Bauteile gefertigt werden, die wegen der Pandemie derzeit in der Medizintechnik dringend benötigt würden, teilte die Daimler-Tochter am Freitag mit.

„Wir stehen mit unserer Expertise und unserem Spezialwissen für die Fertigung bereit, jetzt ist es an der Medizintechnik, uns zu kontaktieren. Unsere 3D-Drucker stehen auf jeden Fall zur Verfügung“, sagte das Vorstandsmitglied der Mercedes-Benz AG, Jörg Burzer.

21.58 Uhr - Papst spricht „urbi et orbi“ und holt Pestkreuz hervor

Der Segen „urbi et orbi“ wird eigentlich nur zu Weihnachten, Ostern und nach einer Papstwahl gesprochen. Damit ist eine Generalabsolution, also der Straferlass bei Sünden, verbunden. 

Tiefe Finsternis hat sich auf unsere Plätze, Straßen und Städte gelegt. Sie hat sich unseres Lebens bemächtigt und alles mit einer ohrenbetäubenden Stille und einer trostlosen Leere erfüllt, die alles im Vorbeigehen lähmt“, sagte der Pontifex am Freitag vor dem menschenleeren Petersplatz in Rom.

Wie die Lage im Vatikan ist und was der Papst in seiner Rede gesagt hat, lesen Sie hier (plus).

Papst läuft auf eine Treppe zu
Ein historisches Ereignis ohne Besucher: Papst Franziskus hat am Freitag auf dem wegen der Corona-Pandemie leeren Petersplatz den Sondersegen „urbi et orbi“ erteilt. (Foto: Vincenzo Pinto)

20.47 Uhr - Betrüger locken Firmen mit falschen Soforthilfeanträgen

Das Landeskriminalamt warnt Unternehmen im Südwesten vor Betrügern im Zusammenhang mit Corona-Soforthilfen. Im Internet seien Seiten aufgetaucht, auf denen in Bedrängnis geratene Unternehmen aufgefordert würden, ein vermeintliches Formular dafür auszufüllen und hochzuladen, teilte die Behörde am Freitag mit.

Die Firmen seien teils gezielt telefonisch kontaktiert und auf die Internetseiten hingewiesen worden. Dabei habe sich der Anrufer als Angehöriger der offiziellen Stellen zur Abwicklung der Soforthilfe ausgegeben.

Die Polizei warnte davor, persönliche und Unternehmensdaten auf solchen Fake-Seiten im Internet preiszugeben. Stattdessen sollten Unternehmen für die Anträge auf Soforthilfe ausschließlich die Internetseiten von offiziellen Landesstellen — wie etwa Ministerien und Landesförderbanken mit Unterstützung der Industrie- und Handelskammern — nutzen.

20.22 Uhr - Heiß begehrt: Klopapier – als Kuchen

Diese Kuchen erwecken die Aufmerksamkeit der Kunden: Bäckereien in Laichingen und Neu-Ulm haben sich angesichts der hohen Klopapiernachfrage etwas Besonderes einfallen lassen.

Was in den Leckereien steckt und wie begehrt die Kuchen im Vergleich zum schnöden Toilettenpapier sind, lesen Sie hier (plus).

Verschiedene Kuchen mit Symbolen der Corona-Krise
Heiß begehrt: Hier gibt es jetzt Klopapier – als Kuchen

19.55 Uhr - Feldlazarett im Raum Oberschwaben/Bodensee im Gespräch

Was passiert, wenn der „Sturm“ an schwer Erkrankten kommt? Stand Freitag müssen im Landkreis Ravensburg 27 Corona-Patienten in den Häusern der Oberschwabenklinik versorgt werden, davon sieben auf Intensivstationen.

Am Mittwoch waren es noch zwölf. Doch was passiert, wenn die Zahl der Infizierten im jetzigen Tempo weiter steigt – mit ihr immer mehr Menschen intensive Behandlungen benötigen und die Kliniken an ihre Belastungsgrenzen stoßen?

Die drei Landkreise Ravensburg, Bodensee und Sigmaringen arbeiten vor diesem Hintergrund an einem gemeinsamen Konzept, um dem laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zu erwartenden „Sturm“ Herr zu werden.

Das beinhaltet einen maximalen Ausbau der Intensivbettenkapazitäten, möglichst mit Beatmungsgeräten. Außerdem hat es den Aufbau von Hilfskrankenhäusern im Blick. Und im Fall der Fälle könnte sogar die Bundeswehr zu Hilfe gerufen werden.

Alle Fragen und Antworten dazu gibt es hier (plus).

19.35 Uhr - 1288 neue Infektionen in Baden-Württemberg

Dem baden-württembergischen Gesundheitsministerium wurden weitere 1288 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet (Stand: 16 Uhr). Damit steigt die Zahl der Infizierten auf mindestens 9.729 an.

Das Durchschnittsalter betrage 48 Jahre bei einer Spannweite von 0 bis 99 Jahren. Das Robert-Koch-Institut schätzt die Gefährdung für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland derzeit als hoch ein, für Risikogruppen als sehr hoch.

Darüber hinaus wurden dem Landesgesundheitsamt heute 25 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet. Damit steigt die Zahl der Covid-19-Todesfälle in Baden-Württemberg auf insgesamt 101 an. Unter den Verstorbenen waren 70 Männer und 31 Frauen. Das Alter lag zwischen 41 und 98 Jahren. 65 Prozent der Todesfälle waren 80 Jahre oder älter.

19.12 Uhr - Mann spuckt in Supermarkt auf Lebensmittel

Weil ein alter Mann im Rewe in Bodolz auf Lebensmittel gespuckt hat, musste die Polizei den Supermarkt am Freitagabend evakuieren. Mitarbeiter des Gesundheitsamts sowie der Rettungsdienst sind derzeit vor Ort.

Laut André Stump von der Lindauer Polizeiinspektion handelt es sich um einen 90-Jährigen, der einen verwirrten Eindruck macht. „Er hat in die Regale gespuckt.“

Alle Einzelheiten lesen Sie hier.

Im Rewemarkt in Bodolz-Enzisweiler hat ein mit Corona verdächtigter Mann die Auslagen bespuckt und wird von der Polizei abgeführ
Die Polizei führt den Mann ab. (Foto: Christian Flemming)

19.00 Uhr - Kretschmann schwört Menschen auf schwere Zeiten ein

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat die Menschen in Baden-Württemberg wegen der Corona-Krise auf schwere Zeiten eingestimmt.

„Unser Gesundheitssystem wird jetzt auf eine harte Probe gestellt. Immer mehr Menschen werden erkranken“, sagte Kretschmann in einer Rede, die am Freitagabend ausgestrahlt wurde.

Immer mehr Patienten würden eine Beatmung benötigen — auch junge Menschen. Man tue alles, um darauf gut vorbereitet zu sein.

Es sei viel zu früh, um Entwarnung zu geben oder über ein Ende der Einschränkungen zu reden. „Es wird noch mindestens acht bis zehn Tage dauern, bis wir seriös darüber diskutieren können.“ Er forderte die Menschen auf, weiter so diszipliniert zu sein und zusammenzuhalten.

18.45 Uhr - TÜV-Fristen werden wegen Corona verlängert

Wegen der Corona-Krise bekommen Autofahrer mit ablaufenden TÜV-Plaketten Aufschub. Zur Erneuerung der Plakette erhalten Autobesitzer während der Pandemie zwei Monate mehr Zeit, sagte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU). Die Bundesregierung habe entschieden, dass betroffene Bürger „nicht fahrlässig“ handeln, wenn sie nun den TÜV nicht sofort erneuern.

Es gehe um praktische Lösungen. Polizei und Ordnungsämter seien entsprechend informiert, beteuerte er.

18.34 Uhr - Debatte über Corona-Maßnahmen frühestens übernächste Woche

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hält eine Debatte über einen Ausstieg aus den in der Corona-Krise verhängten Maßnahmen frühestens in der übernächsten Woche für sinnvoll.

Wir wissen heute noch nicht, wie lange wir das öffentliche Leben beschränken müssen. 

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne)

„Wir stehen noch immer am Beginn der Krise - die größte Herausforderung liegt noch vor uns“, erklärte Kretschmann und fügte hinzu: „Wir wissen heute noch nicht, wie lange wir das öffentliche Leben beschränken müssen.“

18.02 Uhr - Befristete Sonderregeln sollen Kliniken und Praxen entlasten

Krankenhäuser und Praxen sollen angesichts der Corona-Epidemie von bestimmten weiteren Vorgaben entlastet werden. Der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Kliniken und Krankenkassen (G-BA) beschloss dafür am Freitag befristete Sonderregeln, die auch Infektionsrisiken verringern sollen.

So können Patienten, die Kliniken verlassen, gleich größere Packungsgrößen von Arzneimitteln für die Versorgung zu Hause verordnet bekommen. Dies soll vermeiden, dass die oft geschwächten und damit besonders gefährdeten Menschen in Praxen gehen müssen.

Patienten, die künstlich beatmet werden müssen, sollen so schnell wie möglich in Intensivstationen kommen - die Vorgabe von 60 Minuten nach Krankenhausaufnahme wird aber ausgesetzt. Dies könne bei einer sehr starken gleichzeitigen Inanspruchnahme der Kliniken in der erwarteten Hochphase von Covid-19-Erkrankungen womöglich nicht umsetzbar sein.

 Es gibt auch Coronavirus-Patienten, die auf eine stationäre Betreuung angewiesen sind. Zum Teil müssen sie beatmet werden.
Es gibt auch Coronavirus-Patienten, die auf eine stationäre Betreuung angewiesen sind. Zum Teil müssen sie beatmet werden. (Foto: Axel Heimken/dpa)

17.42 Uhr - Mehr als 30.000 Erntehelfer wollen Bauern unterstützen

Viele tausend Menschen in Deutschland haben sich nach einem Aufruf als Erntehelfer gemeldet. Bundesweit hätten sich angesichts der Corona-Krise bislang 30.161 Menschen bereiterklärt, bei der Ernte zu helfen, teilte das baden-württembergische Agrarministerium auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur am Freitag mit.

Am Montag startete eine bundesweite Jobbörse für Erntehelfer - Bürger können sich unter www.daslandhilft.de melden. Bis Freitagmittag habe es 3,3 Millionen Zugriffe auf die Seite gegeben, die Mehrheit davon aus Baden-Württemberg, sagte eine Sprecherin des Ministeriums. Es gebe neben der Homepage mittlerweile auch lokale Aktionen, die sich bemühten, Helfer zu finden.

„Jetzt ist die Zeit für Solidarität“, sagte Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU). „Die Bevölkerung braucht die Landwirtschaft und die Landwirtschaft braucht nun die Menschen im Land.“ Er habe den Bund aufgefordert zu prüfen, ob Flüchtlinge und geduldete Asylbewerber als Erntehelfer mit eingesetzt werden können. Hauk bekräftige zudem seine Forderung an den Bund, Erntehelfer einreisen zu lassen.

17.30 Uhr - Erste Anträge auf Corona-Soforthilfe bewilligt

Die ersten Selbstständigen und Kleinunternehmen dürften in Kürze Geld aus dem Corona-Soforthilfeprogramm des Landes auf dem Konto haben. Die ersten Anträge seien bewilligt und die Auszahlungen angewiesen, hieß es am Freitag aus dem Wirtschaftsministerium.

Die L-Bank, die Förderbank des Landes, hatte am Vortag einen schnellen Start der Auszahlungen angekündigt. Anträge können seit Mittwochabend gestellt werden. Bis Freitagnachmittag waren nach Angaben des Ministeriums mehr als 88.000 davon eingegangen, das ist eine Verdopplung im Vergleich zum Vortag.

17.10 Uhr - Explorhino-Experimente für Kinder während der Schulschließungen: Frühling

Die Schulen sind zu, die Kinder sollen jetzt zu Hause lernen. Deshalb stellen wir in Zusammenarbeit mit dem Explorhino in Aalen in den kommenden Wochen jeweils am Dienstag und Freitag spannende, naturwissenschaftliche Experimente zum Nachmachen vor.

Heute starten wir gemeinsam in den Frühling. Blumen haben eigentlich eine Farbe. Denkst Du, Du kannst weiße Blüten auch in zwei Farben erstrahlen lassen? Hier gibt's die Anleitung.

16.46 Uhr - Steinmeier unterzeichnet Gesetzespaket mit Corona-Hilfen

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat das Gesetzespaket mit den Milliardenhilfen für Unternehmen und Bürger in der Corona-Krise unterzeichnet. Das teilte eine Sprecherin des Bundespräsidialamts am Freitag in Berlin mit.

Bundespräsident Steinmeier unterzeichnet Gesetzespaket
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier unterzeichnet das Gesetzespaket mit Maßnahmen zur Bewältigung der Corona-Krise. (Foto: Jesco Denzel)

Die Gesetze müssen jetzt nur noch im Bundesgesetzblatt veröffentlicht werden. Nur wenige Stunden zuvor hatte der Bundesrat das Hilfspaket mit Maßnahmen zur Rettung von Arbeitsplätzen und Unternehmen, zur Unterstützung von Krankenhäusern sowie zur Sicherung von Lebensunterhalt und Wohnung der Bürger einstimmig beschlossen. Die ersten Gelder sollen noch vor dem 1. April bei den Betroffenen ankommen.

16.17 Uhr - Kassierer sollen vor Coronavirus geschützt werden

Die Beschäftigten an den Kassen von Drogerien oder Supermärkten sollen so gut wie möglich vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus geschützt werden. Das Wirtschaftsministeriums hat daher am Freitag eine Richtlinie für Behörden und Arbeitgeber veröffentlicht.

Sie sieht unter anderem vor, die Kunden durch Markierungen auf dem Boden zum Einhalten eines Mindestabstands hinzuweisen. Zudem sollten die Kassen nach Möglichkeit mit Plexiglasscheiben geschützt werden. Auf Bargeld-Zahlungen sollte verzichtet werden, und die Mitarbeiter sollen ausreichend Möglichkeiten zur Desinfektion von Händen und Arbeitsgeräten bekommen. Viele Supermärkte und andere noch geöffnete Läden haben sich bereits entsprechend ausgestattet.

15.35 Uhr - Ravensburgerin lebt in Italien: Wie ist die Situation dort?

Das Coronavirus bestimmt aktuell den Alltag der Menschen in der Bundesrepublik. Doch in Italien ist die Lage noch viel prekärer. In keinem anderen Land sind weltweit - offiziellen Angaben zufolge - so viele Menschen an Covid-19 gestorben wie in Italien. Krankenhäuser sind überlastet, mit Ausnahme der lebensnotwendigen Produktionen steht die Wirtschaft still. Seit mehreren Wochen herrscht Ausgangssperre.

Die gebürtige Ravensburgerin Iris Langenbacher lebt seit 20 Jahren in Venetien - und nun mit der Ausgangssperre. Sie berichtet von ihrem Alltag, gibt Einblicke in das italienische Krisenmanagement und verrät, wie es um die Pastavorräte in italienischen Supermärkten bestellt ist:

15.20 Uhr - Erste Lieferung Schutzmasken und Beatmungsgeräte in BaWü angekommen

Das Land Baden-Württemberg arbeitet mit Hochdruck an der Beschaffung weiterer Schutzmasken sowie weiterer persönlicher Schutzausrüstung (Schutzanzüge, -brillen, -handschuhe etc.) und invasiver sowie nicht-invasiver Beatmungsgeräte. Das teilt das Sozialministerium in einer Pressemitteilung am Freitag mit.

Erste Lieferungen für medizinisches Personal und den Pflegebereich sind demzufolge gestern im Land eingetroffen und wurden an die Stadt- und Landkreise in Baden-Württemberg verteilt. Darin befänden sich über 300.000 Schutzhandschuhe sowie über 300.000 Schutzmasken verschiedener Kategorien. Außerdem hat das Unternehmen Daimler rund 110.000 FFP2-Masken bereitgestellt, von denen ein Teil bereits an die Landkreise weitergegeben wurde.

14.55 Uhr - Beatmungsplätze in Nürtingen alle belegt

Die Beatmungsplätze am Nürtinger Krankenhaus (Kreis Esslingen) sind inzwischen alle belegt. Mehrere Patienten mussten deshalb laut Klinik verlegt werden. Zunächst hatten die Nürtinger Zeitung und der SWR darüber berichtet.

Der Zustand von vier Corona-Patienten im Alter von 36 bis 60 Jahren sei demnach am Donnerstag offenbar rapide schlechter geworden. Da es keine regulären Beatmungsplätze mehr gab, mussten sie mit Hubschrauber und Krankenwagen zur Uniklinik Tübingen und zum städtischen Klinikum Esslingen gebracht werden. Man sei nun von der Notfallversorgung ausgenommen, weil alle Beatmungsplätze belegt sind, so die Klinik gegenüber dem SWR.

14.40 Uhr - Lufthansa schickt tausende Mitarbeiter in Kurzarbeit

Die von den Auswirkungen der Corona-Krise schwer getroffene Deutsche Lufthansa schickt tausende Mitarbeiter in Kurzarbeit. Für Kabinen- und Bodenmitarbeiter sei zunächst für einen Zeitraum bis zum 31. August Kurzarbeit beantragt worden, sagte ein Sprecher am Freitag. Für die Cockpitmitarbeiter ist demnach „eine Lösung auf dem Weg“. Geplant sei Kurzarbeit für mindestens 31.000 Mitarbeiter.

Die Corona-Pandemie zwingt Fluggesellschaften weltweit derzeit zu drastischen Einschnitten, bei der Lufthansa ist ein Großteil der Flotte derzeit geparkt. Der Konzern will zunächst mit einem Sparprogramm durch die Krise kommen. Konzernchef Carsten Spohr hatte in der vergangenen Woche aber vor der steigenden Wahrscheinlichkeit gewarnt, dass die Zukunft der Luftfahrt ohne staatliche Hilfe nicht gewährleistet werden könne, „je länger diese Krise andauert“.

14.20 Uhr - Britischer Premier Johnson positiv auf Coronavirus getestet

Der britische Premierminister Boris Johnson ist positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. „Ich habe in den vergangenen 24 Stunden leichte Symptome entwickelt und wurde positiv auf das Coronavirus getestet“, sagte Johnson am Freitag in einer Videobotschaft im Onlinedienst Twitter. Er befinde sich nun in häuslicher Quarantäne, werde „den Kampf gegen dieses Virus“ aber weiterhin führen, etwa durch Videokonferenzen.

Die Regierung hatte vor einigen Tagen bereits erklärt, sollte Johnson arbeitsunfähig werden, würde Außenminister Dominic Raab vorübergehend die Amtsgeschäfte übernehmen.

In Großbritannien war die Zahl der Coronavirus-Infektionen in den vergangenen Tagen stark gestiegen. Am Donnerstag lag die Zahl der offiziell registrierten Fälle bei rund 11.700, knapp 580 Menschen starben. Vor wenigen Tagen war bereits der britische Thronfolger Prinz Charles positiv auf das Coronavirus getestet worden.

13.30 Uhr - Ministerium veröffentlicht Richtlinie für Kassenarbeitsplätze

Anlässlich der Corona-Pandemie hat das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg eine Richtlinie für Kassenarbeitsplätze erstellt, an der sich die zuständigen Behörden und Arbeitgeber orientieren können.

„Es ist mir sehr wichtig, Beschäftige an den Kassen wirkungsvoll zu schützen, denn sie leisten einen unverzichtbaren Beitrag dazu, dass wir alle mit Lebensmitteln und Waren des täglichen Bedarfs versorgt sind“, sagte Wirtschafts- und Arbeitsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut laut einer Mitteilung.

In der Richtlinie werden folgende Punkte näher geregelt:

  1. Die Kunden müssen vor Betreten des Marktes und durch Markierungen am Boden auf das möglichst konsequente Einhalten eines Mindestabstands von 1,50 m zwischen den Menschen hingewiesen werden.
  2. Sofern verfügbar, sollen geeignete Trennvorrichtungen, zum Beispiel aus Plexiglas, zwischen Kassenpersonal und Kundschaft angebracht werden.
  3. Nach Möglichkeit soll auf Bezahlung mit Bargeld verzichtet werden.
  4. Sofern verfügbar, soll dem Kassenpersonal für die persönliche Hygiene die Handdesinfektion am Arbeitsplatz und die Desinfektion der häufig berührten Arbeitsgeräte und Einrichtungsgegenstände ermöglicht werden.
  5. Beschäftigte mit erhöhtem Risiko für einen schweren Verlauf einer Erkrankung mit dem Corona-Virus sollen möglichst nicht für Kassierarbeiten eingesetzt werden.
  6. Für die Beschäftigung von Schwangeren an Kassenarbeitsplätzen wird auf besondere Regelungen in einem im Internet verfügbaren Merkblatt ausdrücklich hingewiesen.
Coronavirus - München
Eine Frau wartet mit einem Einkaufskorb auf einem Wochenmarkt an einem Obst und Gemüsestand in einer Schlange hinter einer Markierung, die den erlaubten Abstand zur nächsten Person anzeigt. (Foto: Sven Hoppe)

13.05 Uhr - IHK verschiebt Azubi-Prüfungen in den Sommer

Die Industrie- und Handelskammern (IHK) im Südwesten verschieben die für Anfang Mai geplanten Abschlussprüfungen für Auszubildende in den Sommer. Neue Termine sollen in der kommenden Woche gemeinsam mit dem Kultusministerium festgelegt werden, wie der Industrie- und Handelskammertag Baden-Württemberg (BWIHK) am Freitag mitteilte.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag als bundesweite Dachorganisation hatte ebenfalls am Freitag wegen der Coronavirus-Pandemie neue Termine festgelegt. Diese gelten im Südwesten aber nicht, wie der BWIHK betonte.

12.30 Uhr - Wenn der Profi den Einkauf vorbei bringt

Die digitale Einkaufsliste abschicken und dann warten, bis der Profi vor der Tür steht: Wer momentan nicht selbst in den Supermarkt möchte, kann sich seit wenigen Tagen seinen Einkauf bequem vors Haus liefern lassen.

Basketball-Profi Tim Hasbargen vom Team Ehingen Urspring ist einer der Helfer, die diesen Service des Rewe-Markts von Jochen Widmann unterstützt und die von Mitarbeitern zusammengestellte Bestellung ausfährt. Hier lesen Sie, was den Sportler antreibt und wie er die Fahrten erlebt.

Zwei Männer stehen neben einem Tisch voller Lebensmittel
Basketball-Profi Tim Hasbargen (l.) engagiert sich und bringt Menschen ihre Einkäufe bis vor die Haustür. Für Daniel Wehle und viele andere Kunden ein wichtiger Service in diesen Zeiten. (Foto: SZ- Sven Koukal)

12 Uhr - Land zahlt Gemeinden 100 Millionen Euro Soforthilfe

Das Land zahlt den Kommunen im Land über die Stadt- und Landkreise für den Monat April eine Soforthilfe in Höhe von 100 Millionen Euro aus. Das hat das Staatsministerium Baden-Württemberg bekannt gegeben.

Roger Kehle, der Präsident des Gemeindetags, erklärte: „Die Soforthilfe des Landes ist wichtiges und starkes Signal. Mit dieser finanziellen Unterstützung können die Städte und Gemeinden ihre öffentlichen Angebote trotz fehlender Einnahmen weitestgehend erhalten. Dieser Schulterschluss mit dem Land ermöglicht es uns, vor allem die Familien, die durch die Schließung der Kitas, Kindergärten und Horte getroffen sind, von den Gebühren während der Schließzeit zu entlasten.

Für den Städtetag stellte Präsident Dr. Peter Kurz fest: „Wir betrachten das jetzt vereinbarte Soforthilfepaket für Familien als einen wichtigen Baustein. Die angebotene Abschlagszahlung gibt vor Ort die notwendige Liquidität, um im Nachgang die kommunale Finanzsituation gesamthaft aufzuarbeiten.“

Joachim Walter, der Präsident des Landkreistags, sagte: „Mit seiner Soforthilfe bekennt sich das Land klar zur gesamtstaatlichen Verantwortungsgemeinschaft. Gerade in der Krise ist es wichtig, dass die Daseinsvorsorge im Bereich etwa der sozialen Dienste oder des Öffentlichen Nahverkehrs aufrechterhalten wird.“

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11.44 Uhr - Pläne zur Daten-Freigabe und Bundeswehhr-Hilfe sorgen für Empörung

Die SPD protestiert scharf gegen das Ansinnen, Daten Corona-Infizierter flächendeckend an Polizei und Gemeinden weiterzugeben.

Polizeigewerkschafter und Gemeindetag hatten das in der „Schwäbischen Zeitung“ gefordert, um Mitarbeiter zu schützen und gezielter kontrollieren zu können. Doch laut geltender Rechtslage dürfen Gesundheitsämter diese Angaben nur in begründeten Einzelfällen weiterleiten.

Ein Sprecher des Innenministeriums bestätigte dem SWR jedoch, dass man Listen mit Namen und Adressen Infizierter von einzelnen Gesundheitsämtern erhalte. Das sorgt für große Kritik.

Um Beamte besser zu schützen, sollen Daten Infizierter weitergegeben werden.
Um Beamte besser zu schützen, sollen Daten Infizierter weitergegeben werden. (Foto: Sebastian Gollnow/dpa)

Auch die Pläne von Innenminister Thomas Strobl, Bundeswehrsoldaten zur Unterstützung für polizeiliche Aufgaben einzusetzen, sorgt für Kritik. Der FDP-Fraktionschef im Stuttgarter Landtag, Hans-Ulrich Rülke, kritisierte den Innenminister: „Offenbar versucht Strobl, die Corona-Krise zu nutzen, um seinen alten Traum zu verwirklichen, die Bundeswehr auch im Innern einzusetzen.“ Die ganze Geschichte lesen Sie hier.

Bundeswehr-Symbolbild
Bundeswehrsoldaten aus Aushilfspolizisten: Idee provoziert Irritationen und Streit. (Foto: Monika Skolimowska / DPA)

11.25 Uhr - Landesgartenschau soll nicht wie geplant starten

Der Aufsichtsrat der Landesgartenschau Überlingen hat am Donnerstag festgelegt, dass das Großprojekt Gartenschau auf keinen Fall wie geplant am 23. April beginnen wird.

Das bestätigte eine Sprecherin Schwäbische.de. Auch wenn das Land die Einschränkungen im öffentlichen Leben am 19. April auslaufen lassen sollte, wird die Gartenschau nicht zum geplanten Termin öffnen. Ein neuer Öffnungstermin steht bislang noch nicht fest. 

Der Uferpark im Westen Überlingens ist für die Landesgartenschau angelegt worden. (Foto: Jürgen Heppeler/LGS)

11 Uhr - In Wangen gibt es mehr Corona-Infizierte als im Bundesschnitt

Der Gemeinderat will sich nicht mehr in Wangen treffen, eine Sitzung des Gremiums wurde abgesagt. Die Zahl der Erkrankten in der Stadt ist höher als im deutschen Durchschnitt. Laut Robert-Koch-Institut gab es bis Donnerstag früh bundesweit 44 Fälle pro 100.000 Einwohner. In Wangen sind es 47 bei rund 27.000 Bürgern. Dafür gibt es auch einen Grund, wie Oberbürgermeister Michael Lang sagt.

10.30 Uhr - Schließung von Werkstätten und Tagespflege belastet Angehörige 

Die Schließung von Werkstätten und Tagespflegeplätzen stellt Angehörige betreuungsbedürftiger Menschen vor große Probleme. Wegen der Corona-Infektionsgefahr stehen die rund 400 Werkstätten für Behinderte im Land nicht mehr zur Verfügung.

Rund 35.000 Menschen mit Behinderung, die sich normalerweise tagsüber in Werkstätten aufhalten und dort arbeiten, müssen in ihren Wohnheimen bleiben oder von den Eltern versorgt werden.

Auch Tausende von Tagespflegeplätzen, wo Senioren sonst unterkommen können und Angehörige entlastet werden, sind nicht mehr nutzbar. „Es ist eine Krisensituation, eine Ausnahmesituation“, sagte eine Sprecherin des Sozialverbands VdK Baden-Württemberg.

 Vorläufig arbeiten keine Menschen mit Behinderung mehr in den Heggbacher Werkstätten.
Vorläufig arbeiten keine Menschen mit Behinderung mehr in den Heggbacher Werkstätten. (Foto: Archiv: Jürgen Emmenlauer/Sankt-Elisabeth-Stiftung)

10.15 Uhr - DB reduziert Fahrplan in Bayern auf Grundversorgung

Die Deutsche Bahn wird wegen der Corona-Krise den regionalen Zugverkehr in Bayern weiter reduzieren. Die Fahrgastzahlen sind stark zurückgegangen.

Gestrichen werden von Montag an vor allem der Ausflugsverkehr, von Schülern genutzte Züge sowie die Taktverstärker im Pendlerverkehr. In der Regel fahren die DB-Regionalzüge dann noch im Stundentakt. „Wir gewährleisten überall die Grundversorgung“, sagte Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU) am Freitag in München.

Derzeit verzeichnet die Bahn nach Angaben ihres bayerischen Regionalchefs Klaus-Dieter Josel keinen erhöhten Krankenstand. Die DB will aber gerüstet sein, um einen stabilen Fahrplan aufrecht erhalten zu können.

8.50 uhr - Krankenhausgesellschaft fürchtet vorerst keine „italienischen Verhältnisse“

Der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft geht davon aus, dass Deutschland in der Corona-Krise vorerst keine Situation wie in Italien droht. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir es zumindest für die nächsten zwei Wochen schaffen werden, italienische Verhältnisse zu vermeiden“, sagte Gerald Gaß dem ZDF-„Morgenmagazin“ am Freitag.

Allerdings müssten die Ausgangsbeschränkungen eingehalten werden, betonte er. „Wir müssen Anfang, Mitte nächster Woche sehen, dass sich die Kurve abflacht, damit die Zahl der Patienten nicht ins Unendliche wächst, denn dann ist auch ein so gutes System wie in Deutschland bei allem Engagement der Krankenhäuser überfordert.“

Gaß zufolge ist die Zahl der Beatmungsplätze in deutschen Krankenhäusern inzwischen von 20.000 auf rund 30.000 aufgestockt worden. „Wir gehen davon aus, dass in den kommenden Monaten die bestellten Geräte geliefert werden“, sagte er. Dies entspräche weiteren 1500 Geräten pro Monat.

Für das medizinische Personal sei die aktuelle Lage eine „große Herausforderung“, sagte Gaß. Die Mitarbeiter müssten Überstunden machen und hätten teilweise freiwillig ihren Urlaub abgesagt. Zum Teil seien Kollegen aus dem Ruhestand zurückgekehrt, „um jetzt mit anzupacken in dieser wirklich besonderen Situation“.

7 Uhr - Yachthäfen am Bodensee wegen Corona-Krise geschlossen

Laut der Corona-Verordnung der Landesregierung ist der Betrieb von öffentlichen und privaten Sportstätten derzeit verboten. Dazu zählen auch Yachthäfen. Für die Schließung der Häfen sind laut eines Sprechers des Verkehrsministeriums die Betreiber verantwortlich. Die Verordnung soll helfen, die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen.

Aus den öffentlichen Häfen am Bodenseeufer dürfen derzeit keine Boote mehr auslaufen, erklärt ein Sprecher der Wasserschutzpolizei. Die einzige Möglichkeit sei von einem privaten Grundstück aus mit einem Schlauchboot oder einem Stand-Up-Paddle-Board zu starten. „Dann gelten aber dieselben Regeln wie im öffentlichen Raum: Höchstens zu zweit oder mit der Familie, die im selben Haushalt lebt“, so der Sprecher.

 Der Betrieb von öffentlichen und privaten Sportstätten ist laut Landesregierung derzeit untersagt. Yachthäfen sowie dieser in F
Der Betrieb von öffentlichen und privaten Sportstätten ist laut Landesregierung derzeit untersagt. Yachthäfen sowie dieser in Friedrichshafen zählen dazu. (Foto: mag)

6.30 Uhr - Weniger Verkehr bedeutet weniger Unfälle

Führt das Kontaktverbot wegen des Coronavirus auch zu weniger Autoverkehr und damit auch zu weniger Unfällen auf den Straßen? Erste Beobachtungen der Versicherer und der Polizei bestätigen das: „Wir haben ganz offensichtlich deutlich weniger Autoverkehr“, sagt etwa der Leiter der Unfallforschung der Versicherer, Siegfried Brockmann, der Deutschen Presse-Agentur. „Ich bin überzeugt davon, dass wir in diesem Frühjahr einen deutlichen Rückgang der Unfälle insgesamt, aber auch der Unfälle mit Personenschaden, sehen werden.“

Weniger Fahrzeuge bedeutet offenbar auch: weniger Staus. Die Stau-Gesamtlänge ging nach Angaben des ADAC von 14.500 auf gut 4900 Kilometer zurück. Und während die ADAC-Experten am Montag noch 840 Staus zählten, waren es am Freitag — für gewöhnlich einer der staureichsten Wochentage — nur 396.

Weniger Fahrzeuge und damit auch weniger Verkehrsunfälle beobachtet auch die Polizei in einigen Regionen Deutschlands. „Das ist im Tagesgeschäft deutlich zu merken“, sagt etwa ein Sprecher des Polizeipräsidiums Nordhessen. Ähnlich in Rheinland-Pfalz: „Bei uns kann sich keiner daran erinnern, dass es einmal an einem Wochenende so wenige Unfälle gab“, sagt ein Sprecher. Statt wie sonst etwa 130 Mal habe es „nur“ 50 Mal gekracht. Der Verkehr sei deutlich weniger geworden, genau wie die Unfälle, bestätigt auch ein Polizeisprecher in Koblenz. Die Leute hielten sich spürbar an die Ausgangsbeschränkungen.

6.20 Uhr - Bayern stehen Stichwahlen bevor - trotz Corona-Krise

Auch wenn es eine nie da gewesene Herausforderung ist laufen die Vorbereitungen auf die Stichwahl in Bayern am Sonntag bisher erstaunlich glatt: Alle Briefwahlunterlagen sind verschickt und genügend Wahlhelfer für eine schnelle Auszählung dürfte es auch geben. Doch diese ganz besondere Wahl im Zeichen der Corona-Pandemie bringt auch Probleme mit sich. Doch bislang wackelt nur in einer Kommune in Oberfranken der Termin am letzten März-Sonntag des Jahres.

Tatsächlich könnte die Wahl in der Heimatstadt von TV-Entertainer Thomas Gottschalk ausfallen — die Pandemie ist aber nicht der Grund. Die Polizei ermittelt in der oberfränkischen Kreisstadt wegen möglicher Wahlmanipulation. Nach ersten Erkenntnissen könnten Wahlunterlagen vernichtet worden sein, sagte ein Sprecher der örtlichen Polizei. Je nachdem, zu welchen Ergebnissen die Ermittlungen führen, müsse die Wahl aber komplett abgesagt werden. 

6 Uhr - Schnapsbrenner beliefern Kliniken mit Alkohol 

Schnapsbrenner in Baden-Württemberg helfen in Not geratenen Krankenhäusern in der Corona-Krise mit Alkohol. Zur Herstellung von Desinfektionsmitteln werde dringend hochprozentiger Alkohol gesucht, sagte ein Sprecher des Universitätsklinikums Freiburg. Chemisch hergestellte Mittel seien Mangelware. Hilfe von Spirituosenherstellern sei daher willkommen. Aus Hochprozentigem könnten Kliniken und Labore Desinfektionsmittel machen.

Schnapsbrenner liefern Alkohol für Desinfektionsmittel
Staufen im Breisgau: Neutralalkohol läuft aus den Brennapparaturen der Alfred Schladerer Alte Schwarzwälder Hausbrennerei GmbH. Unter anderem am Universitätsklinikum Freiburg werden wegen der Corona-Krise Desinfektionsmittel knapp, das Klinikum kooperiert daher nun mit regionalen Spirituosenherstellern die Neutralalkohol zur WHO-konformen Herstellung von Desinfektionsmittel herstellen. (Foto: Philipp von Ditfurth)

Produkte zum Desinfizieren sind wegen des Coronavirus nach Angaben des baden-württembergischen Sozialministeriums derzeit besonders gefragt und schwer zu bekommen. Kliniken stelle dies vor Probleme.

Die Uniklinik Freiburg erhalte nun 15.000 Liter Alkohol von regionalen Schnapsbrennern, sagte der Kliniksprecher. 12.000 Liter davon kommen von der Schwarzwälder Hausbrennerei Schladerer in Staufen bei Freiburg.

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Das waren die letzten Meldungen von Donnerstag, 26. März

22.57 Uhr - EU-Parlament stimmt für finanzielle Notfallmaßnahmen

Das Europäische Parlament hat mehreren Notfallmaßnahmen zur finanziellen Unterstützung der von dem Coronavirus stark getroffenen EU-Mitgliedsstaaten zugestimmt. Die Europa-Abgeordneten gaben am Donnerstag unter anderem grünes Licht für eine Vorlage, die Gelder aus dem EU-Strukturfonds freigeben soll.

Diese müssten nicht wie sonst in den Haushalt der EU zurückgezahlt werden. Außerdem stimmten die Europa-Politiker mit großer Mehrheit dafür, dass auch bei Gesundheitskrisen auf den europäischen Solidaritätsfonds zugegriffen werden kann. Bisher war das den Mitgliedsstaaten bei Naturkatastrophen vorbehalten.

In einem weiteren Verordnungs-Vorschlag sprachen sich die EU-Abgeordneten zudem dafür aus, die bestehende Flugrechte-Regelung für Fluggesellschaften bis zum Herbst auszusetzen. Um ihre Start- und Landerechte auf europäischen Flughäfen zu erhalten, müssen Airlines diese in jeder Saison zu mindestens 80 Prozent nutzen.

Die EU-Kommission hatte wegen des drastischen Passagierrückgangs in der Virus-Krise vorgeschlagen, auch ungenutzte Slots wie genutzte zu behandeln. Das Europaparlament sprach sich nun dafür aus, dass diese Regelung während des gesamten Sommerflugplans bis zum 24. Oktober gelten soll.

Die EU-Abgeordneten stimmten erstmals aus die Ferne per E-Mail ab.

22.30 Uhr - EU-Staaten haben zwei Wochen für neue Vorschläge 

Um die Wirtschaftsfolgen der Coronavirus-Krise zu bewältigen, sollen die EU-Staaten innerhalb der nächsten zwei Wochen gemeinsame finanzpolitische Maßnahmen ausarbeiteten. Darauf einigten sich die EU-Staats- und Regierungschefs am Donnerstagabend nach stundenlangem Ringen in ihrer Videoschalte, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Diplomatenkreisen erfuhr.

Italien hatte die zuvor ausgehandelte Gipfelerklärung zuvor abgelehnt. Ministerpräsident Giuseppe Conte forderte „wirklich innovative und angemessene Finanzinstrumente“, und das zwar binnen zehn Tagen.

Italien ist mit rund 7500 Corona-Toten nicht nur das am schwersten von der Epidemie getroffene EU-Land. Es hat nach Griechenland mit einem Schuldenberg von über 130 Prozent der Wirtschaftsleistung auch den geringsten finanziellen Spielraum, um auf den Konjunktureinbruch infolge der Corona-Krise zu reagieren.

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22.05 Uhr - Trickbetrüger nutzen Corona-Krise 

Kriminelle passen ihre Betrugsmaschen auf die Corona-Krise an. In Konstanz haben Trickbetrüger einen Rentner um einen Teil seines Vermögens gebracht. Nach Angaben der Polizei rief ein angeblicher Kriminalkommissar bei dem Rentner an und teilte ihm mit, man habe zwei mit dem Coronavirus infizierte Einbrecher festgenommen.

Acht weitere Einbrecher seien auf der Flucht. Die Polizei habe einen Zettel gefunden, dem zu entnehmen war, dass der Rentner das nächste Ziel der Einbrecherbande sein werde. Deshalb gelte es nun, das Vermögen des Mannes zu sichern: Der Mann solle Bargeld sowie Goldmünzen in einer weißen Stofftasche vor die Haustür legen. Der Rentner kam der Aufforderung am Mittwoch nach und noch während des Telefonats wurde die Stofftasche abgeholt.

Phishing-E-Mails

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt vor Internetkriminellen, die das Thema Covid-19 als Köder in Phishing-E-Mails verwenden. Indem sich die Absender darin als Banken oder Behörden ausgeben, wollen sie persönliche Daten erschleichen. Zu diesen Betrugsversuchen gehört auch die angebliche Sparkassen-Mail (siehe Foto), auf die die Verbraucherzentrale aufmerksam wurde.

Falsche Beamte

Das Landratsamt Tirschenreuth, das die erste Ausgangssperre in Deutschland verhängt hat, warnt vor falschen Mitarbeitern des Gesundheitsamts, die sich illegal Zutritt zu Wohnungen verschaffen wollen.

Enkeltrick

Auch bekannte Betrugsmaschen, wie den Enkeltrick, passen Betrüger an die Situation an. Die Polizei warnt: Kriminelle rufen Senioren an, geben sich als Angehörige aus, die sich mit dem Virus infiziert hätten und fordern finanzielle Unterstützung zur Begleichung der Behandlungskosten oder für den Kauf von Medikamenten.

 

 

Die wichtigsten Meldungen vom Donnerstag im Überblick:

  • Virologe Drosten erklärt, warum es in Deutschland noch wenig Todesfälle gibt

  • G20-Staaten investieren fünf Billionen Dollar in Weltwirtschaft

  • Zahlreiche Unternehmen melden Umsatzrückgänge oder wollen Kurzarbeit beantragen

Da war der Newsblog von Donnerstag, 26. März

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