„Das große Heft“ im Theater Ravensburg

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„Das große Heft“ beschreibt, wie der Krieg das Leben von zwei Kindern verändert.
„Das große Heft“ beschreibt, wie der Krieg das Leben von zwei Kindern verändert. (Foto: Karl Forster)
Schwäbische Zeitung

Das Landestheater Schwaben bringt am Donnerstag, 16. Mai, 20 Uhr Ágota Kristófs „Das große Heft“ auf die Bühne des Theater Ravensburg. Das Stück schildert laut Pressemitteilung, wie verheerend sich der Zweite Weltkrieg auf die Bevölkerung, insbesondere auf Kinder auswirkte.

Zum Inhalt: Der Krieg nötigt die Mutter, ihre Zwillingssöhne aus der Stadt zur Großmutter auf das Land zu bringen. Um in dieser neuen, feindlichen Umgebung zu überleben, entwickeln die Jungen ein System der gegenseitigen Stärkung; sie verletzen sich, um sich physisch abzuhärten. Gefühle werden so ausgemerzt, weil sie einen verletzbar machen könnten. Was wahr ist, ist auch gut und wird in das große Heft eingetragen. Zugleich perfektionieren die Beiden ihre Strategien, sich gegen andere durchzusetzen und deren vermeintliche Schwächen konsequent auszunutzen. Zuletzt steigern sie sich in einen Rausch aus distanzierter Gewalt. Kristóf zeigt, wie Menschen sich in einer gewalttätigen Welt anpassen – und doch immer einen Rest Menschlichkeit kennen. Der Roman behandelt ein Thema, das von seiner Aktualität nichts eingebüßt hat.

Ágota Kristóf, in Ungarn geboren, verließ ihre Heimat 1956, nachdem der Volksaufstand von den sowjetischen Truppen blutig niedergeschlagen worden war. Sie lebte und arbeitetein der französischen Schweiz, weswegen sie ihre Werke auf Französisch verfasste. „Das große Heft“ wurde 1987 von Eva Moldenhauer ins Deutsche übersetzt und ist seitdem vielfach für die Bühne adaptiert worden. Die aktuelle Inszenierung des Landestheaters Schwaben hat Max Claessen inszeniert.

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