Das Finale im Visier: So wollen die Ravensburg Towerstars die emotionale Derby-Serie gewinnen

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 Hart zur Sache gehen wird es im Play-off-Halbfinale zwischen den Ravensburg Towerstars (links Kilian Keller) und dem ESV Kaufbe
Hart zur Sache gehen wird es im Play-off-Halbfinale zwischen den Ravensburg Towerstars (links Kilian Keller) und dem ESV Kaufbeuren. (Foto: Felix Kästle)
Sportredakteur

Das zweite Halbfinale bestreiten die Löwen Frankfurt und die Dresdner Eislöwen. Das erste Spiel ist ebenfalls am Mittwoch um 19.30 Uhr. Die Löwen haben als Hauptrundensieger Heimrecht.

Absolut gelöst und bester Stimmung sind die Ravensburg Towerstars kurz vor Beginn der Play-off-Halbfinalserie in der Deutschen Eishockey-Liga 2 gegen den ESV Kaufbeuren. Vor dem ersten Heimspiel am Mittwoch um 19.30 Uhr in der Ravensburger CHG-Arena sind die Towerstars topfit. Doch auch die Allgäuer freuen sich nach ihrer Aufholjagd gegen die Lausitzer Füchse auf emotionale Derbys.

Im Towerstars-Training am Dienstag wurde viel gelacht und es wurde geflachst. „Die Stimmung ist sehr gut“, sagt Trainer Rich Chernomaz. Nach mehr als einer Woche ohne Spiel sind die Ravensburger gut erholt. „Die Pause tat uns gut“, meint Kapitän Vincenz Mayer. Einen großen Vorteil sieht Mayer aber nicht in der Tatsache, dass die Towerstars zuschauen konnten, wie sich Kaufbeuren bis Sonntag mühen musste, um die Serie gegen die Lausitzer Füchse doch noch mit 4:3 zu gewinnen.

„Wir haben zwar zehn Tage Pause“, sagt Mayer, „aber Kaufbeuren hat den Push von drei Siegen in Folge.“ Sein Trainer gibt ihm Recht: „Kaufbeuren ist im Rhythmus, wir müssen ihn am Mittwoch so schnell wie möglich finden“, sagt Chernomaz. „Nach sieben Spielen zu glauben, Kaufbeuren sei müde, wäre falsch.“

Extraportion Energie

1:3 lagen die Allgäuer gegen Weißwasser bereits zurück, die Sommerpause stand kurz bevor. Ohne die verletzten Topverteidiger Julian Eichinger, Sebastian Osterloh und Florin Ketterer, dazu seit Spiel vier auch noch ohne Max Schmidle, schienen die Kaufbeurer chancenlos zu sein gegen die Lausitzer Füchse.

Doch angeführt von einem überragenden Goalie Stefan Vajs und den Stützen Sami Blomqvist, Branden Gracel und Jere Laaksonen drehte Kaufbeuren die Serie noch. So etwas gibt natürlich eine Extraportion Energie. „Es gibt nichts Schöneres als solche Derbys“, meint ESVK-Trainer Andreas Brockmann im Hinblick auf die Serie gegen Ravensburg.

Kaufbeuren ist im Rhythmus, wir müssen ihn am Mittwoch so schnell wie möglich finden. Towerstars-Trainer Rich Chernomaz

Der Trainer und sein Kapitän: Rich Chernomaz im Gespräch mit Vincenz Mayer.
Der Trainer und sein Kapitän: Rich Chernomaz im Gespräch mit Vincenz Mayer. (Foto: Andreas Chuc)

Chernomaz sieht das ähnlich – auch aus einem ganz praktischen Grund. „Wir sitzen nicht neun Stunden im Bus nach Weißwasser und auch nicht drei bis vier Stunden nach Bietigheim.“ Die Nähe zwischen beiden Standorten wird sich ab Mittwoch auch auf den Rängen widerspiegeln. Egal ob in Ravensburg oder Kaufbeuren, die Partien werden ausverkauft sein. „Das wird eine tolle Stimmung“, freut sich Mayer.

Die Ravensburger haben sich einen Matchplan zurechtgelegt. „Wir wollen aggressiv rauskommen und die Kaufbeurer zu Fehlern zwingen“, sagt Chernomaz. „Und wir müssen es schaffen, Spieler vor Stefan Vajs zu bekommen und ihm die Sicht nehmen.“ Denn den Kaufbeurer Goalie hält Chernomaz für einen der besten Goalies der DEL2.

 Die Ravensburg Towerstars (Kapitän Vincenz Mayer) gehen topfit ins Play-off-Halbfinale der DEL2.
Die Ravensburg Towerstars (Kapitän Vincenz Mayer) gehen topfit ins Play-off-Halbfinale der DEL2. (Foto: Felix Kästle)

Doch auch die Towerstars haben in Jonas Langmann einen starken Goalie. Daher sagt Chernomaz – wie schon vor der Viertelfinalserie gegen den EC Bad Nauheim: „Es wird wieder um die Specialteams und die Goalies gehen.“ Gegen die Hessen gingen diese Schlüsselduelle ganz klar an die Towerstars.

Dem Auftakt in eigener Halle kommt gleich eine große Bedeutung zu. „Extrem wichtiges Spiel“, sagt Mayer. Weil seine Mannschaft anderthalb Wochen ohne Spiel war, sagt Chernomaz: „Wir müssen gut ins Spiel finden.“ Die Kaufbeurer charakterisiert Ravensburgs Trainer als „sehr aggressive Mannschaft, die sehr einfach, aber sehr erfolgreich spielt“.

Eichinger verlängert

Mit einer Nachricht der ganz anderen Art hat der ESV Kaufbeuren seine Anhänger am Dienstag erfreut. Julian Eichinger, der am 26. Dezember gegen die Towerstars sein bisher letztes Spiel für den ESVK absolviert hat und den Rest der Saison verletzt ausfällt, hat für ein weiteres Jahr verlängert. „Wir sind überglücklich, dass uns mit Julian Eichinger einer der besten, wenn nicht gar der beste deutsche Verteidiger der gesamten Liga erhalten bleibt“, freute sich ESVK-Geschäftsführer Michael Kreitl laut Pressemitteilung. Auch Blomqvist bleibt in Kaufbeuren.

Das zweite Halbfinale bestreiten die Löwen Frankfurt und die Dresdner Eislöwen. Das erste Spiel ist ebenfalls am Mittwoch um 19.30 Uhr. Die Löwen haben als Hauptrundensieger Heimrecht.

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