Das Derby wird zum Abstiegsduell

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 Bisher letztes Aufeinandertreffen am 21. April 2018: Der SV Weingarten (rechts Christian Eicher) gewann in seiner Abstiegssaiso
Bisher letztes Aufeinandertreffen am 21. April 2018: Der SV Weingarten (rechts Christian Eicher) gewann in seiner Abstiegssaison im eigenen Stadion mit 1:0 gegen den FV II (links Awed Issac Abesselom). (Foto: Christian Metz)
Christian Metz

Derbyzeit in der Fußball-Landesliga. Der SV Weingarten kommt am Samstag (14.30 Uhr) zur U23 des FV Ravensburg. Die Partie ist ein Abstiegsduell: Während die Weingartener in der Tabelle bereits abgeschlagen sind, haben auch die Ravensburger nur noch einen Punkt Vorsprung auf den Relegationsplatz.

Zwei Spieltage vor der Winterpause ist die Landesliga eine Drei-Klassen-Gesellschaft. Vorne machen Verbandsligaabsteiger FC Albstadt und der Vorjahreszweite VfB Friedrichshafen an diesem Wochenende die Hinrundenmeisterschaft unter sich aus. Beide – Albstadt in Biberach und der VfB in Mengen – treten auswärts bei Verfolgern an. Auch der FV Rot-Weiß Weiler muss auf Ausrutscher des Spitzenduos hoffen, um noch ganz vorne ranzurutschen.

Der Rest der Liga spielt gegen den Abstieg, zwischen Rang sechs und dem Abstiegsrelegationsplatz liegen nach 16 Spieltagen gerade mal vier Punkte. Mittendrin bei den akut gefährdeten Teams ist auch der FV Ravensburg II. Die Hoffnung, im vorderen Tabellendrittel mitspielen zu können, hat sich für die Mannschaft von Trainer Fabian Hummel nicht erfüllt. Der jüngste Beweis: Gegen Mengen und den VfB – zwei aus den Top Five – gab´s zuletzt 1:3-Niederlagen. Speziell aus der Partie hat Fabian Hummel aber auch positive Erkenntnisse mitgenommen: „Spielerisch können wir mit einem Spitzenteam wie Friedrichshafen mithalten, wir haben den VfB mit einer guten Spielstruktur einige Male vor Probleme gestellt“, meint der Trainer der Ravensburger. „Aber wir müssen im Verwerten unserer Großchancen besser werden.“

Die Ravensburger wollen zurück auf die Siegerstraße. In den Heimspielen gegen den SV Weingarten und den SV Kehlen sollen zwei Siege her (Hummel: „Dann können wir in aller Ruhe Weihnachten feiern“). Eigentlich kann der FV II ja auf seine Heimstärke bauen, aber Fabian Hummel und seine Jungs haben schlechte Erfahrungen mit dem eigenen Kunstrasenplatz gemacht. Erst reichte es dort nur zu einem Unentschieden gegen Aufsteiger FV Bad Schussenried, dann setzte es auf dem sehr kurzen und schmalen Platz gegen Mengen die erste Heimniederlage der Saison. „Der Kunstrasenplatz gilt nicht als Ausrede“, betont Fabian Hummel. „Fakt ist aber, dass uns der Rasenplatz im Stadion mehr liegt.“ Bis am Freitag wollen die Ravensburger entschieden haben, ob das Stadion bespielbar ist – alternativ ist der größere Kunstrasenplatz beim Nachbarn TSB bereits gebucht. Fraglich ist noch, mit welchem Kader Hummel für das Derby planen kann. Zeitgleich spielt das Oberligateam – und weil dort in der Defensive verletzungsbedingt Spieler wie Moritz Jeggle ausfallen, muss die U23 eventuell einen Innenverteidiger oder einen Sechser abstellen.

Für ein Spiel auf Kunstrasen muss sich der SV Weingarten nicht groß umstellen. Trainer Nectad Fetic und seine Mannschaft spielen schon seit Wochen auf künstlichem Geläuf. Allerdings auch nicht erfolgreicher als die Nachbarn aus Ravensburg. Ganz im Gegenteil: Die 2:4-Heimpleite gegen den SV Mietingen vom vergangenen Samstag war die sechste Niederlage in Serie. Wenn der SVW nicht sofort in die Erfolgsspur zurückfindet, gehen wohl schon vor der Winterpause die Lichter für den Aufsteiger wieder aus.

Auswärts in Ravensburg, auswärts in Mengen und zu Hause das Nachholspiel gegen die TSG Balingen II – das ist das Restprogramm der Weingartener für dieses Jahr. Aufgegeben hat sich die Mannschaft nicht, das war auch am vergangenen Samstag gegen Mietingen wieder zu sehen. Aber die schwache Vorbereitung mit viel zu geringer Trainingsbeteiligung haben Fetic und sein Team bis heute nicht wettmachen können – die vielen Ausfälle durch Sperren, Disziplin-Probleme, Urlaub Arbeitszeiten und Verletzungen verschärfen die Probleme von Spieltag zu Spieltag.

Offensivpotenzial der Doppelspitze lässt Fetic hoffen

Immerhin: Mit der Doppelspitze Dakovic/Bleile blitzte gegen Mietingen das Weingartener Offensivpotenzial auf. „Auch Kalifa Kijera hat in seinem ersten Landesligaspiel von Anfang an eine gute Leistung gezeigt“, meint Trainer Nectad Fetic. „Es ist durchaus eine Option, wieder mit derselben Mannschaft aufzulaufen.“ Das wäre eine Premiere für Fetic, der bisher in jeder Partie zwangsweise rotieren musste. Und auch diesmal wird es wohl nicht ganz zur selben Startelf reichen: „Klar – wenn Benjamin Czogalla fit ist, wird er wieder im Tor stehen“, sagt der Trainer. Oldie Thomas Bußjäger, dessen Einsatz sich unter anderem Weingartens Ex-Spieler und -Trainer Michael Steinmaßl am vergangenen Samstag nicht entgehen lassen wollte, wird wohl wieder auf der Bank Platz nehmen. Und was ist drin in Ravensburg? „Geht es gegen den FV, ist das für den SV Weingarten immer ein besonderes Spiel“, sagt Fetic, der ja selbst schon dort trainiert hat. „Auch wenn es nur die Fohlen der Ravensburger sind.“

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