D-Werk aus Ravensburg wird für integratives Kunstprojet „Seelenvogel“ mit LEA-Mittelstandspreis ausgezeichnet

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Die D-Werk GmbH aus Ravensburg ist Preisträgerin des diesjährigen Lea-Mittelstandspreises. Überreicht wurde der Preis von Wirtsc
Die D-Werk GmbH aus Ravensburg ist Preisträgerin des diesjährigen Lea-Mittelstandspreises. Überreicht wurde der Preis von Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (links), dem badischen Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh (rechts) und dem F (Foto: Sybille Glatz)
Sybille Glatz

Die d-werk GmbH aus Ravensburg, die Härle-Brauerei aus Leutkirch und die Pill-Mayer-Stiftung aus Wolfegg sind am Dienstag nach Stuttgart gefahren, um eine begehrte Auszeichnung zu erhalten: den Lea-Mittelstandspreis für soziale Verantwortung.

Mit ihm zeichnen Diakonie, Caritas und das baden-württembergische Wirtschaftsministerium mittelständische Unternehmen aus, die sich sozial engagieren. Die Abkürzung „Lea“ steht dabei für Leistung, Engagement und Anerkennung. 290 Unternehmen aus Baden-Württemberg hatten sich beworben, 15 waren für den Preis nominiert. Drei von den Nominierten würden den Preis erhalten, aber wer, das war bis zur Verleihung geheim.

Alle drei Unternehmen aus dem Landkreis waren nominiert. Doch nur eins davon bekam im Neuen Schloss in Stuttgart die Lea-Trophäe in Gestalt einer gelb-schwarzen Löwin überreicht: die D-Werk GmbH für das Kunstprojekt „Seelenvogel“.

2015: Gegenüber vom Firmensitz vom D-Werk in der Seestraße in Ravensburg werden 50 Flüchtlinge untergebracht. „Wir haben uns damals gefragt: Was können wir als Nachbarn machen?“, erzählt Stephan Kämmerle, Geschäftsführer des d-werks, eines Büros für Kommunikation und Gestaltung. Sie starten ein integratives Kochprojekt und organisieren Kochabende für Geflüchtete und Einheimische. 2017 folgt das nächste Projekt. Wie die Kochabende soll es Menschen unterschiedlicher Herkunft das persönliche Kennenlernen erleichtern, dieses Mal über die Kunst. Das integrative Kunstprojekt „Seelenvogel“ nimmt seinen Anfang.

„Die Figur des Seelenvogels stammt aus einem Kinderbuch. Dort werden Gefühle als Kästchen in der Seele symbolisiert, die nur der Seelenvogel öffnen kann. Er wohnt in uns und öffnet mal dieses, mal jenes Kästchen“, erklärt Kämmerle. Rund 50 Kinder und Erwachsene, Menschen mit und ohne Fluchterfahrung, gestalten aus 50 Zigarrenkisten ihre ganz persönlichen Gefühlskästchen, begleitet vom Fotografen Baschar Kasou, der Kunsttherapeutin Marion Mang und der Künstlerin Petra Mang. Diese Kästchen werden auf die Flügel eines vier Meter hohen Seelenvogels aus Holz gelegt. Der Vogel wird in der Kunstnacht am 22. September 2017 in der Liebfrauenkirche präsentiert.

Der Preis wurde in drei Kategorien verliehen. Kategorie I umfasste Unternehmen mit bis zu 20 Mitarbeitern, Kategorie II mit 20 bis 149 Mitarbeitern und Kategorie III 150 bis 500. In jeder Kategorie waren fünf Unternehmen nominiert, die alle eine Urkunde erhielten.

Als der Freiburger Erzbischof Burger, der badische Landesbischof Cornelius-Bundschuh und Wirtschaftsministerin Hoffmeister-Kraut die Urkunden an die Nominierten verteilten, steht neben Kämmerle die Einzelunternehmerin Irene Pill. Sie war für ihre Pill-Mayer-Stiftung nominiert. Ziel der Stiftung ist es, das interkulturelle Verständnis zu fördern, Dass das D-werk den Preis bekam und nicht sie, stört sie nicht. Im Gegenteil. „Als ich hörte, dass das D-werk gewonnen hat, hab ich laut vor Freude geklatscht. Die machen so tolle Sachen, ich kenne und schätze die Geschäftsführer schon seit vielen, vielen Jahren“, erzählt Pill.

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