Coronavirus-Fall in Süddeutschland: Die Ereignisse des Tages im Überblick

Lesedauer: 29 Min
Viren-Station im National Reference Center (CNR) in Paris. Auch in Frankreich gab es Infizierungen mit dem Coronavirus. (Foto: Thomas Samson / dpa)
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Deutsche Presse-Agentur

In Bayern hat es bislang vier bestätigte Fälle des Coronavirus gegeben, ein 33-Jähriger und drei Arbeitskollegen sind betroffen. Das Besondere hierbei ist, dass die Ansteckung außerhalb Chinas in Deutschland stattfand. 

+++ Experten: Kein Grund zur Panik +++

+++ Patient in Bayern geht es "recht gut" +++

+++ Spahn warnt vor Verschwörungstheorien +++

Liebe UserInnen, hiermit beenden wir den heutigen News-Blog zum Coronavirus-Fall in Süddeutschland. Auf Schwäbische.de halten wir sie weiter über die Entwicklung auf dem Laufenden. 

Einen Überblick über die wichtigsten Fragen und Antworten finden Sie hier.

21.40 Uhr: In Bayern werden drei weitere Fälle bestätigt. Es handelt sich um Arbeitskollegen des ersten Betroffenen.

18:00 Uhr: Trotz der weltweiten Ausbreitung des Corona-Virus, sind die Mediziner im Klinikum des Landkreises Tuttlingen noch gelassen. „Vor dem Corona-Virus fürchten wir uns nicht. Und davor muss sich auch der Tuttlinger Bürger nicht fürchten“, erklärt der Ärztliche Direktor des Klinikums, Michael Kotzerke. Die Gefahr an einer Influenza zu erkranken, schätzt er deutlich höher ein.

Dennoch ist das Klinikum für den Fall der Fälle gerüstet. Vor Ort hätten die Ärzte ohnehin häufig mit Virus-Erkrankungen zu tun und eine eigene Fachkommission für Hygiene mit hauptamtlichen Hygieneärzten und -schwestern im Haus. „Das ist bei uns ein Riesen-Thema. Wir sind ständig mit Infektionskrankheiten konfrontiert“, sagt Kotzerke.

Außerdem werde sich eng mit dem Gesundheitsamt abgesprochen. So auch am vergangenen Wochenende. Denn dort sei ein Patient mit Verdacht auf das Corona-Virus aufgenommen worden. Er sei aus China zurückgekommen und habe einige Symptome aufgewiesen.

Allerdings habe schnell Entwarnung gegeben werden können. Die Ärzte stellten fest, dass es sich um eine übliche Influenza-Erkrankung handelte. Die Influenza sei zu dieser Jahreszeit die Hauptinfektionskrankheit. „Und das wird auch so bleiben“, ist sich Kotzerke sicher.

17:41 Uhr: Die Gesamtzahl der weltweit bekannten Erkrankungen ist inzwischen auf mehr als 4500 gestiegen, betroffen ist weiterhin vor allem die Provinz Hubei mit der 11-Millionen Metropole Wuhan. Mit diesen letzten Zahlen beenden wir den Live-Blog an dieser Stelle und verweisen auf unsere Hintergrundstücke zum Thema: Erster Coronavirus-Fall in Deutschland, Pandemiepläne: Wie sich Deutschland auf den Fall der Fälle vorbereitet 

16:31 Uhr: Das Coronavirus ist in der Region zwar noch nicht aufgetreten, Auswirkungen hat es aber trotzdem, wie der Beitrag von Regio TV Schwaben zeigt.

Coronavirus: Atemschutzmasken in Ulmer Apotheke ausverkauft
Das Coronavirus ist in der Region zwar noch nicht aufgetreten, Auswirkungen hat es aber trotzdem: Ein Ulmer Apotheker hat Probleme, Atemschutzmasken zu bekommen. Auch die Wirtschaft und den Flughafen Memmingen beschäftigt das Virus.

15:45 Uhr: Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manfred Lucha sagte am Dienstag in Stuttgart, das Land sei perfekt vorbereitet. „Alle Gesundheitsämter können jederzeit Verdachtsfälle isolieren, mögliche Betroffene können hochdosiert gut behandelt werden.“

Es sei ein 24-Stunden-Dienst im Landesgesundheitsamt eingerichtet, Proben würden jetzt in Laboren im Land und nicht wie bisher an der Berliner Charité untersucht.

Die Influenza ist wesentlich bedrohlicher als das Coronavirus.

Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manfred Lucha

„Die Erkrankung verläuft langsamer als eine klassische Grippe, die Toten in China hatten Vorerkrankungen“, so der Minister. „Die Influenza ist wesentlich bedrohlicher für uns in unserem Alltag hier im Land, als bislang das Coronavirus“.

Er appelierte an alle Bürger, sich gegen die Grippe impfen zulassen. Ein Schutz gegen das neuartige Coronavirus sei das jedoch nicht.

15:30 Uhr: „Es wiederholt sich, dass alle paar Jahre ein Virus auftaucht“, sagt Heike von Baum, Leiterin Sektion Krankenhaushygiene am Universitätsklinikum Ulm. Ihr Schwerpunkt ist die Infektionsepidemiologie. Sie ruft zu Vertrauen auf. „Wir können uns auf unser Gesundheitssystem verlassen“, sagt sie und warnt vor Hysterie: „Es ist ein schmaler Grat zwischen Information und Panik.“ 

15:10 Uhr: Manche Bürger wollten in Biberacher Geschäften und Apotheken in dieser Woche bereits Atemschutzmasken kaufen. „Bei uns waren vereinzelt Menschen da, die nach einer Schutzmaske suchten“, erläutert eine Mitarbeiterin der Sonnen-Apotheke auf Nachfrage von Schwäbische.de.

Jedoch seien die Masken erst ab kommender Woche lieferbar, bezieht sich die Mitarbeiterin auf eine Aussage des Großhändlers: „Entweder fragen die Kunden dann woanders nach oder kündigen an, nächste Woche noch einmal vorbeizuschauen.“ Dem Vernehmen nach soll auch ein Drogeriemarkt in Biberach derzeit keine Schutzmasken vorrätig haben.

Tokio
Shopping mit Schutzmasken in Tokio: Auch in Japan ist die neue Lungenkrankheit schon aufgetreten. In Biberach gibt es derzeit keine Masken zu kaufen. (Foto: Eugene Hoshiko / DPA)

14:55 Uhr: Zur Gefährlichkeit des Virus sagt Lothar W. Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts: "Eine klare Einschätzung kann ich mangels Informationen noch nicht abgeben. Wir wissen aber aus China, dass rund 2,2 Prozent aller Infizierten verstorben sind. Das ist eine hohe Rate. Was wir aber stark einberechnen müssen: Die Mehrzahl der Verstorbenen sind Menschen mit schweren Grunderkrankungen. Das spräche eher dafür, dass das Virus nicht so schlimm ist.

14:50 Uhr: Jens Spahn weist darauf hin, dass es eine normale Entwicklung sei, wenn sich nun Meldungen von Verdachtsfällen häufen würden. Das läge in der Natur der Sache. Zudem seien die Krankenhäuser auch zu diesen Meldungen an das Robert-Koch-Institut angehalten.

14:45 Uhr: Im biologischen Verhalten sei das Virus dem SARS-Virus sehr ähnlich, erklärt Lothar W. Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts. Das mache das Vorgehen und den Umgang mit dem Coronavirus einfacher.

Was den Eigenschutz anbelangt, meint Wieler, gelte dasselbe wie für die reguläre Grippe-Prävention: Man solle sich nicht in die Hand, sondern in die Armbeuge niesen und regelmäßig Hände waschen. Mehr könne man eigentlich nicht tun.

Was mich aber wirklich beunruhigt, sind Verschwörungstheorien, die gerade in den Sozialen Medien kursieren.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn

14:40 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn betont erneut in einer Pressekonferenz, dass es keinen Grund zur Panik gebe. Man solle nicht hektisch auf die Situation reagieren. Spahn berichtet von einer Telefonkonferenz mit den einzelnen Bundesländern, um entsprechende Maßnahmen abzustimmen.

Es gebe kein Grund zur Beunruhigung. "Was mich aber wirklich beunruhigt, sind Verschwörungstheorien, die gerade in den Sozialen Medien kursieren", betont Spahn. Dabei gehe man mit größtmöglicher Transparenz und Handlungswille an das Thema heran.

Reisende aus China müssen laut Spahn dokumentieren, wo sie sich in den folgenden 30 Tagen nach Einreise aufhalten. In einer Eilverordnung sollen Kliniken dazu verpflichtet werden, auch Verdachtsfälle zu melden.

Die Bundesländer hätten zudem zugestimmt, dass das Robert-Koch-Institut eine noch größere Befugnis bekommt.

Coronavirus - China
Ein Sicherheitsmitarbeiter kontrolliert die Körpertemperatur der Passagiere am Sanya Phoenix International Airport mithilfe einer Wärmebildkamera. (Foto: Xiaoxu / DPA)

14:11 Uhr: Die EU-Kommission hat den Mitgliedstaaten Hilfe bei der Koordinierung von Rückholaktionen von EU-Bürgern aus China angeboten. Die Kommission bot darüber hinaus logistische und finanzielle Unterstützung beim Transport von medizinischer Ausrüstung an. Etwa bei der Versorgung mit Impfstoffen und der Bereitstellung von Wärmebildkameras, die für Untersuchungen von potenziell infizierten Menschen genutzt werden können, könne Brüssel behilflich sein, sagte ein Sprecher.

13:40 Uhr:  Nach der deutschlandweit ersten bestätigten Coronavirus-Erkrankung in Bayern sieht sich das baden-württembergische Gesundheitsamt gut gerüstet. Unabhängig von dem Fall in Bayern habe das Land die eigenen Laborkapazitäten inzwischen ausgebaut, sagte Stefan Brockmann, Leiter des Kompetenzzentrums Gesundheitsschutz des Sozialministeriums in Stuttgart am Dienstag.

Demnach können von Mittwoch an Proben von Verdachtsfällen im eigenen Labor untersucht werden und müssen nicht mehr bis nach Berlin geschickt werden.

Der Fall in Bayern zeige, dass es Einzelfälle gibt, die auch etwas außergewöhnlicher seien, sagte Brockmann. Auch solchen Möglichkeiten müsse man natürlich nachgehen, man müsse den Fall aber nicht überinterpretieren. "Wir sind gut aufgestellt."

13:25 Uhr: Damit Krankenhäuser und Regierungen auf sich schnell ausbreitende und neue Krankheiten reagieren können, gibt es einen Nationalen Pandemieplan sowie Pandemiepläne der Länder. Das Ziel solcher Pläne ist vor allem, Zeit zu gewinnen - damit aus lokal begrenzten Epidemien keine weltweiten Pandemien werden.

Der erste Influenzapandemieplan wurde 1999 von der Weltgesundheitsorganisation veröffentlicht. In Deutschland gibt es ihn seit 2005 und seither wurde er immer wieder überarbeitet und erprobt. Zuletzt geschah das im großen Stil, zum Beispiel nach der Pandemie H1N1 2009 – der Schweinegrippe.

Im Fall des neuen Coronavirus sieht sich die Landesregierung gerüstet. „Das Zusammenwirken der Gesundheitsbehörden beim Auftreten von Infektionskrankheiten ist in Baden-Württemberg gut eingespielt. Wir sind gut auf das Coronavirus vorbereitet“, so der baden-württembergische Gesundheits- und Sozialminister Manne Lucha. (Hier weiterlesen)

13:00 Uhr: Das Gesundheitsamt des Landkreises Ostalb, erklärt, zum offiziellen Vorgehen, dass bereits der Verdacht einer Infektion mit 2019-nCoV vom Gesundheitsamt dem Robert Koch-Institut gemeldet wird.

"Verdachtsfälle und leichte Erkrankungsfälle können ambulant in häuslicher Isolierung geführt werden. Dies dient zum Schutz der teils schwer immungeschwächten Krankenhauspatienten und zur Entlastung der momentan durch die Grippesaison stark belasteten Kliniken. Dies entspricht auch der Empfehlung durch das Robert Koch-Institut."

Ein bestätigter Fall werde demnach nach den Maßgaben des Robert Koch-Instituts "entweder zu Hause oder in der Klinik isoliert und unterstützend mit Medikamenten entsprechend der Schwere der Erkrankung behandelt". Kontaktpersonen würden informiert, beraten und dazu angehalten, über 14 Tage regelmäßig die eigene Körpertemperatur zu messen und auf Krankheitssymptome zu achten.

12:40 Uhr:  Tobias Muhr, Fachberater des Bayerischen Roten Kreuzes, betont im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk ebenfalls, dass kein Grund zur Panik bestehe. Keiner müsse Angst haben, das BRK sei sehr gut ausgestattet, die Mitarbeiter sehr gut geschult. 

Muhr rät für den Eigenschutz allerdings zur "Basishygiene. Das bedeutet Händewaschen, Händedesinfektion. Viele Infektionskrankheiten können so schon vermieden werden".

12:15 Uhr: Beim Werkzeughersteller Mapal hat die Geschäftsführung bisher abgewartet, jetzt allerdings eine Entscheidung getroffen: Ab sofort bis Ende Februar werden alle Reisen von Mitarbeitern der Mapal-Gruppe nach China eingestellt.

Das gilt für alle Standorte. Ende Februar will das Unternehmen dann auf der Basis der aktuellen Lage entscheiden, wie es weitergeht. Wie viele Mitarbeiter von dem Reisestopp betroffen sind, konnte die Sprecherin nicht sagen. Es handle sich um „einzelne Verantwortliche, die für Asien zuständig sind“. Das sind auch Mitarbeiter am Standort Aalen.

Für das Unternehmen bedeute das Reiseverbot keine wesentliche Einschränkung: „Wir haben heute so viele digitale Möglichkeiten, wie Videokonferenzen, um das zu überbrücken“, sagte die Sprecherin auf Anfrage der „Aalener Nachrichten / Ipf- und Jagst-Zeitung“. 

Das Unternehmen Mapal beschäftigt weltweit 5500 Mitarbeiter und hat Niederlassungen in 21 Ländern. Mapal betreibt ein Werk in Shanghai in China. Dort arbeiten rund 400 Mitarbeiter in Produktion und Vertrieb. 

Die Gefahr für die Gesundheit der Menschen in Deutschland durch die neue Atemwegserkrankung aus China bleibt gering.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn

12:05 Uhr:  Ein Infektionsexperte hält Schutzmaßnahmen von Bürgern wie das Tragen von Mundschutz derzeit für unnötig. "Persönlicher Schutz ist im Augenblick vollkommen unsinnig", sagte der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie, Bernd Salzberger (Universitätsklinikum Regensburg), am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Die Gesundheitsbehörden kümmerten sich "hervorragend", darauf könnten sich Bürger verlassen.

Sogenannte chirurgische Gesichtsmasken sind dem Experten zufolge eigentlich nicht zum Schutz vor Ansteckungen gemacht: Vielmehr sollen sie dafür sorgen, dass keine möglicherweise infektiösen Tröpfchen aus dem Atemtrakt von Chirurgen in das Operationsgebiet gelangen. Es mache Sinn, zum Beispiel als Grippekranker eine Maske zum Schutz anderer Menschen zu tragen. "Aber der Schutz vor einer Infektion von außen ist sehr, sehr schlecht damit", sagte Salzberger.

11:50 Uhr: Nach den Coronavirus-Infektionen zweier Mitarbeiter hat der oberbayerische Autozulieferer Webasto eine ganze Reihe von Vorsichtsmaßnahmen ergriffen. Sowohl Dienstreisen nach China als auch innerhalb Chinas sind vorerst ausgesetzt, wie eine Sprecherin am Dienstag sagte. In der Unternehmenszentrale in Stockdorf südwestlich von München ist den 1000 dort beschäftigten Kolleginnen und Kollegen freigestellt, zu Hause zu arbeiten.

Die Mitarbeiter wurden darüber hinaus gebeten, Termine mit externen Besuchern in Stockdorf zu verschieben oder auf Telefonkonferenzen auszuweichen. Bei Terminen außer Haus sollen Stockdorfer Kolleginnen und Kollegen ihren Ansprechpartnern anbieten, bereits ausgemachte Termine zu verschieben oder sie telefonisch abzuhalten. Beides gilt zunächst für die nächsten zwei Wochen.

11:35 Uhr: Seit vielen Jahren bietet das Johann-Vanotti-Gymnasium in Ehingen für ihre Schüler eine Reise nach China an, um damit auch den Austausch mit ihrer Partnerschule in Nanjing zu stärken. Doch die geplante nächste Reise im März steht nun auf wackligen Beinen.

Zunächst soll laut Schulleiter Tobias Sahm geprüft werden, ob es möglich ist, die Reise zu verschieben. Denn die Tickets seien bereits ausgestellt und bezahlt. „Wir möchten abwarten, was das Gespräch mit dem Reiseunternehmen bringt und dann Ende der Woche entscheiden, ob wir die Reise absagen oder verschieben“, sagt Sahm. (Hier weiterlesen)

11:10 Uhr: Clemens Wendtner, Chefarzt der Münchner Klinik Schwabing: "Dem Patienten geht es sehr gut, er ist außer Lebensgefahr und hat auch keine Symptome mehr an den Atemwegen. Ich habe ihm heute Morgen mit Handschuhen die Hand gegeben und trug Schutzkleidung. Damit sind wir Ärzte sicher."

11:00 Uhr: Unternehmen aus der Region sollten nicht mehr nach China reisen, um dort Konferenzen abzuhalten. Andreas Zapf, Präsident des Bayerisches Landesamt für Gesundheit empfiehlt, stattdessen auf Videokonferenzen auszuweichen oder zu telefonieren. "Das ist eine Konsequenz der zunehmenden Vernetzung der Welt", sagt er.

10:55 Uhr: Engere Kontaktpersonen, wie Mitarbeiter und Familie sind dazu angehalten, vorerst zuhause zu bleiben. "Den Ermittlungen sind auch Grenzen gesetzt. Wenn ihr jemand auf dem Gehsteig begegnet ist, kann man das nicht nachverfolgen", sagt Zapf. Seit dem 19. Januar sei die Frau im Land. Doch die Chance, sich bei einer solchen Begegnung anzustecken, sei sehr gering.

10:50 Uhr: Für Corona-Patienten brauche es keine Hochsicherheits-Isolationsstationen, wie bei dem Erreger Ebola, sagt Zapf. In den meisten Krankenhäusern könnten die Patienten in normalen Isolationsstationen aufgenommen werden.

Coronavirus - Erster Fall in Deutschland
Melanie Huml (rechts unten, CSU), Staatsministerin für Gesundheit und Pflege, gibt im bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege eine Pressekonferenz. Nach dem ersten bestätigten Fall der neuartigen Lungenkrankheit in Deutschland überprüfen die bayerischen Behörden 40 Kontaktpersonen in der Firma und der Familie. (Foto: Peter Kneffel / dpa)

10:35 Uhr:  Wichtig sei, mögliche Verdachtsfälle zu finden, aber auch keine Panik zu verbreiten. Wer keinen Kontakt hatte mit jemanden, der krank ist, könne sich nicht infizieren, sagt Dr. Andreas Zapf, Präsident des Bayerisches Landesamt für Gesundheit.

Eine Chinesin habe den Erreger nach Deutschland gebracht. Sie ist nach aktuellen Informationen ohne Symptome nach Deutschland eingereist, habe aber den Patienten angesteckt. Die Chinesin arbeite beim Automobilzulieferer Webasto in Stockdorf im Landkreis Starnberg.

Coronavirus - Erster Fall in Deutschland
Der erste bestätigte Coronavirus-Patient in Deutschland hat sich bei einem chinesischen Gast seiner Firma angesteckt. Die Frau aus China sei zu einer Fortbildung bei der Firma Webasto im Landkreis Starnberg in Oberbayern gewesen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag aus Kreisen der Gesundheitsbehörden. (Foto: Peter Kneffel / dpa)

Ein längerer Face-to-Face-Kontakt könnte eine Ansteckung nach sich ziehen. Dann ist wohl eine Tröpfcheninfektion möglich. "Eine Mundmaske ist aber nicht sinnvoll", sagt der Leiter „Task Force Infektiologie“ des Landesamtes, Martin Hoch.

10:30 Uhr: Noch habe der Corona-Patient niemanden angesteckt. „Es ist nicht auszuschließen, dass noch jemand mit dem er Kontakt hatte, erkrankt. Aber Stand 10:30 Uhr ist noch niemand angesteckt“, sagt Zapf.

Insbesondere am Flughafen werden ankommende Gäste besonders kontrolliert. 36 Ankünfte gibt es in München pro Tag aus China. Sie werden durch ein Plakat informiert, was zu tun ist, wenn entsprechende Symptome bemerkt werden.

Coronavirus - Erster Fall in Deutschland
Der damalige Klinikleiter Götz Brodermann zieht sich bei einem Pressetermin im Jahr 2014 auf der Sonderisolierstation im Klinikum Schwabing einen Schutzanzug an. (Foto: Sven Hoppe / dpa)

10:25 Uhr:  Bei dem mit dem Mann in Bayern es sich um einen 33-Jährigen. Er habe an einer Schulung seiner Firma Webasto teilgenommen, an der auch eine Kollegin aus dem Werk des Unternehmens in Shanghai teilgenommen habe. Die Frau habe vor ihrer Reise nach Deutschland Besuch von ihren Eltern gehabt, die aus der besonders betroffenen Region Wuhan stammen. Sie sei am 23. Januar wieder zurückgeflogen und habe sich auf dem Heimweg krank gefühlt. Sie befindet sich nach Angaben von Webasto ebenfalls in stationärer Behandlung.

Besonders an dem Fall in Bayern ist auch, dass es einer von bisher erst drei bekannten Nachweisen weltweit ist, bei denen die Ansteckung außerhalb Chinas geschah.

10:20 Uhr: Die Pressekonferenz des bayerischen Gesundheitsministeriums hat begonnen. „Nach Auskunft der Klinik geht es dem Patienten recht gut. Gestern Vormittag hat er noch gearbeitet“, sagt Andreas Zapf, Präsident des bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. Der erkrankte Mann kommt aus dem Landkreis Landsberg, arbeite aber im Landkreis Starnberg.

10:00 Uhr:  Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sieht auch nach dem Bekanntwerden des ersten Coronavirus-Falls Deutschland gut gerüstet. Der Fall in Bayern zeige, dass man gut vorbereitet sei, erklärte der CDU-Politiker am Dienstag. "Die Gefahr für die Gesundheit der Menschen in Deutschland durch die neue Atemwegserkrankung aus China bleibt nach Einschätzung des RKI (Robert Koch-Instituts) weiterhin gering." Es sei zu erwarten gewesen, dass das Virus auch Deutschland erreiche.

Der Patient sei isoliert worden und werde behandelt. Nachdem sich der Verdacht bestätigt habe, würden jetzt auch die Menschen untersucht, mit denen der Patient engen Kontakt hatte. "Dadurch wird die Ausbreitung des Virus verhindert."

09:30 Uhr: Prof. August Stich, Chefarzt der Klinik für Tropenmedizin am Klinikum Würzburg, betonte im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk, dass kein Grund zur Panik bestünde. Nach aktuellem Kenntnisstand handelt es sich demnach bei den in China am Coronavirus verstorbenen Menschen um ältere sowie bereits durch Vorerkrankungen geschwächte Personen.

09:00 Uhr: Erstmals ist in Deutschland eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus bestätigt worden. Ein Mann aus dem Landkreis Starnberg in Bayern habe sich mit dem Erreger infiziert, teilte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in München am späten Montagabend mit.

Der Patient in Bayern befindet sich nach Angaben der „Task Force Infektiologie“ des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) klinisch in einem guten Zustand, wie es in der Mitteilung hieß. „Er wird medizinisch überwacht und ist isoliert.“ Weitere Angaben zu dem Mann machte der Sprecher zunächst nicht.

Das bayerische Gesundheitsministerium und das LGL wollen die Öffentlichkeit am Dienstagvormittag bei einer Pressekonferenz informieren. „Dann besteht die Möglichkeit für Fragen der Medien“, hieß es weiter. Schwäbische.de wird die Pressekonferenz hier im Live-Blog begleiten.

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