Corona: Stadt Ravensburg verbietet Veranstaltungen ab 100 Personen

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 Auch Events im Konzerthaus sind ab sofort verboten.
Auch Events im Konzerthaus sind ab sofort verboten. (Foto: Archiv: Roland Rasemann)
Schwäbische Zeitung

Die Stadt Ravensburg geht in der Coronakrise einen besonders drastischen Schritt und verbietet jetzt alle städtischen Veranstaltungen ab 100 Besuchern. Außerdem werden sämtliche Tanz- und Partyveranstaltungen in Gaststätten, Clubs und Diskotheken im Stadtgebiet untersagt – und zwar unabhängig von der zu erwartenden Anzahl an Besuchern.

Auch Events im Konzerthaus sind verboten. Das gelte ab sofort und bis auf Weiteres. Derweil gibt es im Kreis Ravensburg mittlerweile 14 bestätigte Covid-19-Fälle.

Die „Allgemeinverfügung“ zum Veranstaltungsverbot hat Oberbürgermeister Daniel Rapp am Donnerstag unterschrieben. Das hat die Stadt auf ihrer Internetseite veröffentlicht. Ziel des Verbots soll sein, die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen.

Die Stadtverwaltung reagiere mit dieser „reinen Vorsichtsmaßnahme“ auf die steigenden Fallzahlen von Infektionen mit dem Coronavirus und ruft darüber hinaus zur Besonnenheit auf.

Die Veranstaltungsabsagen sollten dazu beitragen, die Ausbreitung des Virus möglichst zu verlangsamen. In dem Schreiben ruft die Ravensburger Stadtverwaltung auch alle Veranstalter dazu auf, ihre Veranstaltungen abzusagen.

Risikogruppen sollen geschützt werden 

Mit dieser Entscheidung sollten vor allem die Risikogruppen, ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen, geschützt werden. Das Robert-Koch-Institut verfolgt diese Eindämmungsstrategie. Infektionsketten müssten dazu effektiv unterbrochen werden. Außerdem empfiehlt die Verwaltung Risikogruppen auf Reisen und gar Erledigungen zu verzichten, so lange es nicht dringend erforderlich ist.

Sogenannte „Einrichtungen mit Versorgungscharakter“ sollen allerdings aufrechterhalten werden – dazu zählt die Stadt beispielsweise die Wochenmärkte, den Einzelhandel und die Gastronomie. „Der Stadt ist es ein großes Anliegen, das öffentliche Leben in seinem Kernbestand aufrechtzuerhalten. Sie verfolgt daher das Ziel, durch die weitgehende Absage von Veranstaltungen Kontaktmöglichkeiten zu minimieren“, soweit das Schreiben.

Neue Coronafälle im Landkreis

Insgesamt gab es im Kreis Ravensburg laut Auskunft des Landratsamtes drei neue Coronavirusfälle, wodurch die Zahl der bestätigten Covid-19-Fälle im Kreis auf 14 steigt (Stand: Donnerstagabend). In allen 14 Fällen gelte, dass die Krankheit einen milden Verlauf habe, so Landratsamtspressesprecher Franz Hirth.

Auch an der ersten zentralen Coronavirus-Teststation am Ravensburger Elisabethenkrankenhaus herrscht seit Wochenbeginn großer Andrang. Von 15 bis 18 Uhr werden dort Patienten, die von ihrem Hausarzt angemeldet wurden, auf den Erreger der neuen Lungenkrankheit getestet. Voraussetzung dafür ist, dass sie entweder eindeutige Symptome haben und in einem Risikogebiet waren oder aber Kontakt mit einem bestätigten Covid-19-Fall hatten.

Appell der Ärzte

Jetzt richten die beiden Initiatoren, die Ärzte Stefan Schäfer und Hans Bürger, einen dringenden Appell an die Patienten: „Kommen Sie nicht alle um 15 Uhr, sondern zeitversetzt.“

Ansonsten müssten die Patienten, die ja größtenteils stark erkältet seien, drei bis vier Stunden draußen warten. „Sie tun mir so Leid, da stundenlang zu stehen, denn sie sind ja erkältet, auch wenn die meisten kein Corona haben“, sagt Schäfer. Er garantiert, dass bei allen Patienten Abstriche vorgenommen werden, auch wenn sie erst um 17 Uhr kommen sollten.

Ein weiteres Problem schildert sein Kollege Hans Bürger: „Wenn zu viele Menschen auf einmal auf dem Vorplatz oder in den Zelten des DRK stehen, steigt die Gefahr, dass sie nicht den nötigen Sicherheitsabstand halten.“ Dann könnten die Corona-Positiven die Negativen anstecken. An allen Tagen gab es bislang schon positive Tests.

Die Technischen Werke Schussental (TWS) teilen mit, dass ab sofort bis vorerst 17. April ihr Kundenzentrum in der Ravensburger Schussenstraße 22 sowie das Büro in Weingarten geschlossen bleibt. Dabei handle es sich um „reine Vorsichtsmaßnahmen“, die laut TWS-Geschäftsführer Andreas Thiel-Böhm dazu dienen sollen, die Ansteckung „zu vermeiden oder mindestens zu verringern“.

Derweil ist die Filiale der Deutschen Bank am Marienplatz 37 auch am Donnerstag noch geschlossen gewesen. Wie berichtet, hatte sich ein Mitarbeiter mit Covid-19 angesteckt. Das Gebäude wurde bereits am Mittwoch desinfiziert.

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