Corona-Newsblog: Viele Kreise in der Region verfügen eigene Ausgangssperren

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Agence France-Presse
Deutsche Presse-Agentur

Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹:

  • Aktuell nachgewiesene Infizierte Baden-Württemberg: ca. 17.300 (303.333 Gesamt - ca. 278.400 Genesene - 7.592 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg: 7.592
  • Sieben-Tage-Inzidenz Baden-Württemberg: 56,2
  • Aktuell nachgewiesene Infizierte Deutschland: ca. 159.300 (2.310.233 Gesamt - ca. 2.087.600 Genesene - 63.635 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland: 63.635
  • Sieben-Tage-Inzidenz Deutschland: 64,2

Das Wichtigste auf einen Blick: 

  • Deutschland plant Einreisestopp aus Tschechien und Tirol (16.47)
  • Öffnungen von Grundschulen und Kitas laut Söder ab 22. Februar in Bayern (14.14 Uhr)
  • Landesweite nächtliche Ausgangssperre in Bayern läuft aus (13.50 Uhr)
  • Astrazeneca will neue Impfstoff-Version im Herbst ausrollen (13.05 Uhr)
  • Ausgangsbeschränkungen für Hotspots gelten ab heute (06.34 Uhr)

Das war's für heute. Vielen Dank fürs Lesen. Morgen versorgen wir Sie wieder mit den wichtigsten Meldungen zur Corona-Lage.

++ Kretschmann lädt zu Spitzengespräch über Teststrategie ein 

(20.41 Uhr) „Testen, testen, testen“, heißt das Mantra von Kultusministerin und CDU-Spitzenkandidatin Susanne Eisenmann, um weitere Lockerungen des Corona-Lockdowns möglich zu machen. Bisher ist sie mit der Forderung nach massenhaften anlasslosen Tests in der grün-schwarzen Koalition nicht recht durchgedrungen. Doch jetzt hat Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) für kommende Woche ein Spitzengespräch zur Teststrategie des Landes einberufen. „Wir streben an, die Testmöglichkeiten weiter auszuweiten“, sagte der Regierungschef am Donnerstag im Landtag. Er werde deshalb die zuständigen Ministerien und die kommunalen Landesverbände einladen.

Bisher hatte es auf grüner Seite geheißen, eine massive Ausweitung der anlasslosen Tests etwa für Polizisten, Busfahrer und Supermarktkassiererinnen — wie von Eisenmann verlangt — würde großen Aufwand bedeuten und viel Geld kosten. Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) wiederholte immer wieder: „Wir können das Virus nicht wegtesten.“ Zuletzt hatten sich die beiden Minister aber darauf verständigt, Tests an Kitas und Grundschulen auszuweiten.

Eisenmanns Sprecher hatte am Donnerstag erklärt: „Um mittelfristig auch weitere mögliche Öffnungsschritte ermöglichen zu können, müssen wir die Teststrategie mit anlasslosen Schnelltests deutlich erweitern.“ Er fügte hinzu: Mit kommunalen Schnelltestzentren könne man neben den Beschäftigten für Bildungs- und Betreuungseinrichtungen auch anderen Berufs- und Bevölkerungsgruppen ein breites, niederschwellig zugängliches Testangebot machen.

++ So will das Landratsamt Alb-Donau-Kreis beim Thema Ausgangsbeschränkungen weitermachen

(20.35 Uhr) Mutationen des Coronavirus, neue Regelungen zu den Ausgangsbeschränkungen und Impfungen. Das, was das Landratsamt derzeit umtreibt, ist nicht gerade wenig und bringt eine Menge Verantwortung mit sich. Denn auch wenn die Infektionszahlen aktuell immer weiter sinken, so steht die Pandemie derzeit doch an einem kritischen Punkt. Entsprechend fielen deshalb auch die Entscheidungen der Ministerpräsidentenkonferenz am Mittwoch zu den Maßnahmen aus. Doch was bedeuten diese für den Alb-Donau-Kreis, wie geht es nach dem Gerichtsurteil zu den Ausgangsbeschränkungen in Baden-Württemberg hier weiter und hat das Gesundheitsamt die Nachverfolgung der Mutationsgeschehnisse unter Kontrolle? Markus Möller, Erster Landesbeamter und stellvertretender Landrat, gibt einen Einblick in die Arbeit und die Entscheidungen des Landratsamtes. Den vollständigen Artikel dazu lesen Sie hier.

++ Nächtliche Ausgangssperre gilt im Kreis Ravensburg ab Freitag wieder

(20.21 Uhr) Weil in der Corona-Pandemie die Sieben-Tages-Inzidenz im Kreis Ravensburg immer noch über 50 liegt, gilt ab Freitag, 0 Uhr, wieder eine Ausgangssperre. Das teilte die Sprecherin des Landratsamtes, Selina Nußbaumer, am Donnerstagabend mit. Die entsprechende Verfügung wurde zu diesem Zeitpunkt noch „mit heißer Nadel gestrickt“, wie es hieß. Sie soll zunächst bis Aschermittwoch, 24 Uhr, gelten. Den vollständigen Artikel finden Sie hier.

++ Ab Mitternacht: Bodenseekreis verhängt nächtliche Ausgangssperre

(19.31 Uhr) Das Landratsamt Bodenseekreis hat am Donnerstag eine entsprechende Allgemeinverfügung erlassen, die am Freitag um 0 Uhr in Kraft tritt und zunächst bis 17. Februar gültig ist, wie Robert Schwarz, Pressesprecher des Landkreises, mitteilt. Bürger dürfen ihre Wohnung dann zwischen 21 und 5 Uhr nur aus triftigem Grund verlassen. Lesen Sie den vollständigen Artikel dazu hier.

++ Im Landkreis Biberach gilt ab Freitag eine nächtliche Ausgangsbeschränkung

(17.57 Uhr) Im Landkreis Biberach gilt ab Freitag, 12. Februar, eine nächtliche Ausgangsbeschränkung für die Zeit von 21 bis 5 Uhr. Die entsprechende Allgemeinverfügung wurde vorerst bis 21. Februar befristet. Des Weiteren teilt das Landratsamt mit, dass im Landkreis mittlerweile 21 Virusmutationen nachgewiesen wurden.

Nachdem die Landesregierung die landesweiten Ausgangsbeschränkungen mit Wirkung vom 11. Februar aufgehoben und damit das Urteil des Verwaltungsgerichtshofs Mannheim vom 8. Februar umgesetzt hat, wurden die Gesundheitsämter der Landkreise über einen Erlass angewiesen, eine Ausgangsbeschränkung unter gewissen Voraussetzungen per Allgemeinverfügung umzusetzen. Der Aufenthalt außerhalb der Wohnung oder sonstigen Unterkunft ist in dieser Zeit nur bei Vorliegen triftiger Gründe gestattet. Die Voraussetzungen für diese Allgemeinverfügung (siehe Infokasten) sind im Landkreis Biberach momentan gegeben.

Den vollständigen Artikel dazu lesen Sie hier.

++ Erneut Durchsuchungen bei Arzt wegen falscher Atteste 

(17.13 Uhr) Wegen mutmaßlich falscher Masken-Atteste haben Polizisten erneut die Praxis eines Sinsheimer Arztes durchsucht. Mit Blick auf womöglich unrichtige Gesundheitszeugnisse für Masken-Verweigerer sind die Privat- und Praxisräume des Kritikers der Coronapolitik der Bundesregierung am Mittwoch und Donnerstag durchsucht worden. Nach weiteren Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft wurde Beweismaterial sicher gestellt. Die angeblichen Patienten wohnen den Behörden zufolge teilweise mehrere hundert Kilometer von Sinsheim im Rhein-Neckar-Kreis entfernt.

Vermutlich seien sie nie durch den Beschuldigten untersucht worden und Gründe für eine Befreiung von der Maskenpflicht nicht gegeben. Die Ermittler hatten wegen mindestens drei Fällen die Praxis bereits im vergangenen Oktober durchsucht. Nach neuen Erkenntnissen der Behörden soll es sich aber um eine Vielzahl von Fällen handeln.

Der Arzt war durch Aussagen wie, Corona sei nicht gefährlicher als die Grippe, aufgefallen. Der den „Querdenkern“ zugeordnete Mediziner war für eine Stellungnahme in seiner Praxis nicht erreichbar.

Am Donnerstagmorgen kamen bis zu 100 Unterstützer des HNO-Arztes und Spezialisten für Schwindelerkrankungen vor der Praxis zusammen.

++ Deutschland plant Einreisestopp für Tschechien und Tirol

(16.47 uhr) Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, erwägt Deutschland einen Einreisestopp aus Tschechien und Tirol. 

"Der Freistaat Bayern und der Freistaat Sachsen haben heute die Bundesregierung gebeten, Tirol und grenznahe Gebiete Tschechiens als Virusmutationsgebiete einzustufen und stationäre Grenzkontrollen vorzunehmen", zitiert das Blatt Bundesinnenminister Horst Seehofer. "Wir werden das wohl so entscheiden. Das ist mit der Kanzlerin und dem Vizekanzler abgestimmt."

Über weitere Details, etwa auch Ausnahmen, werde man noch beraten, so Seehofer. Man werde aber "Wohl in der Nacht zum Sonntag starten".

++ Landkreis Tuttlingen verlängert nächtliche Ausgangsbeschränkungen

(15.30 Uhr) Der Verwaltungsgerichtshof in Mannheim hat die nächtliche Ausgangsbeschränkung zwar gekippt. Im Kreis Tuttlingen wird sie aber weiterhin gelten. Ab sofort aber von erst von 21 bis 5 Uhr am Folgetag. Die Mannheimer Richter lassen in ihrem Urteil zu, dass regional, in besonders belasteten Landkreisen, Ausgangssperren weiterhin zulässig sind.

Der Landkreis Tuttlingen hat nun auf Anweisung des Landessozialministeriums beschlossen, die Ausgangsbeschränkungen bis zum 28. Februar zu verlängern. "Sofern wir vorher unter einen Inzidenzwert von 50 kommen und diesen über sieben Tage halten, werden die Ausgangsbeschränkungen womöglich auch früher aufgehoben. Wir rechnen aber nicht damit", teilt Landratsamtssprecherin Julia Hager mit. Aktuell liegt die Zahl der Neuansteckungen pro 100.000 Anwohner in den vergangenen sieben Tagen kreisweit bei 85. Lesen Sie den vollständigen Artikel hier.

++ Corona-Neustarthilfe des Bundes ersetzt fiktiven Lohn vom Land 

(15.03 Uhr) Mit der neuen Corona-Überbrückungshilfe III fällt in Baden-Württemberg der bisher vom Land gezahlte fiktive Unternehmerlohn für Soloselbstständige und Kleinstunternehmer weg. Stattdessen gebe es künftig die sogenannte Neustarthilfe des Bundes, teilte das Wirtschaftsministerium am Donnerstag mit. Für den Zeitraum Januar bis Juni können Antragsteller daraus bis zu 7500 Euro erhalten. „Damit liegt der Bund nun sogar etwas über der monatlichen pfändungsfreien Obergrenze von 1180 Euro, die wir unserem fiktiven Unternehmerlohn zugrunde gelegt haben“, sagte Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU).

Bisher war in den Bundeshilfen kein Unternehmerlohn enthalten, daher hatte Baden-Württemberg das Programm mit eigenen Mitteln aufgestockt. An dieser Praxis hätte das Land nach Angaben des Ministeriums auch gern festgehalten. Da der Bund mit der Neustarthilfe nun ein eigenes, ähnliches Programm aufgelegt habe, sei das aber nicht mehr möglich. Das Thema hatte am Donnerstag im Landtag für Verwirrung gesorgt. Darauf angesprochen, hatte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) dort gesagt, dass das Land vorerst nicht beabsichtige, wieder einen fiktiven Unternehmerlohn zu zahlen. Die FDP-Fraktion hatte der Regierung daraufhin vorgeworfen, Selbstständige und Kulturschaffende im Regen stehen zu lassen.

++ Söder: Landesweite nächtliche Ausgangssperre läuft in Bayern aus und Grundschulen und Kitas sollen am 22. Febraur wieder öffnen

(14.14 Uhr) In Bayern sollen Grundschulklassen ab dem 22. Februar an die Schulen zurückkehren — aber nur im Wechselunterricht und nur in Landkreisen und kreisfreien Städten mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von weniger als 100. Auch Kitas sollen an diesem Termin wieder im eingeschränkten Regelbetrieb öffnen. Das kündigte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Donnerstag nach einer Videoschalte des Kabinetts in München an. 

Die landesweite nächtliche Ausgangssperre in Bayern läuft außerdem zum Ende dieser Woche aus. Lediglich in Corona-Hotspots mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 100 soll es weiterhin nächtliche Ausgangssperren geben, künftig ab 22.00 Uhr - also nur regional

++ Astrazeneca will neue Impfstoff-Version im Herbst ausrollen

(13.05 Uhr) Der britische Pharmakonzern Astrazeneca will bereits im kommenden Herbst die nächste Generation seines Corona-Impfstoffes ausrollen, der noch besser vor kursierenden Virus-Varianten schützen soll.

Im Frühjahr sollten klinische Tests mit diesen Impfungen beginnen, kündigte das Unternehmen am Donnerstag an. In sechs bis neun Monaten könne dann voraussichtlich die Massenproduktion starten.

Auch der derzeit bereits in der EU, Großbritannien und vielen anderen Ländern eingesetzte Astrazeneca-Impfstoff, den der Konzern gemeinsam mit der Universität Oxford entwickelt hat, soll prinzipiell wirksam gegen Varianten sein.

Allerdings belegte eine Studie kürzlich, dass er bei der zunächst in Südafrika entdeckten Variante wohl weniger vor milden und schweren Verläufen von Covid-19 schütze. Bei anderen Corona-Varianten ist zudem teilweise noch ungeklärt, inwieweit sie sich der Wirkung bereits verfügbarer Impfstoffe entziehen können.

++  Älteste Europäerin  feiert 117. Geburtstag nach Corona-Infektion

(12.55 Uhr) Mit 117 Jahren führt sie die Liste der ältesten Frauen Europas an — und hat gerade erst eine Infektion mit dem Coronavirus überstanden. Schwester André feierte am Donnerstag ihren Geburtstag in einem Altersheim in Toulon in Südfrankreich. Sie habe am Morgen mit ihrer Familie per Videokonferenz sprechen können, sagte David Tavella, Kommunikationsdirektor des Heims.

Schwester André ist am 11. Februar 1904 als Lucile Randon in Alès geboren. Die Gerentology Research Group listet sie als älteste lebende Europäerin. Der Vereinigung von Forscherinnen und Forschern zufolge ist aktuell nur die Japanerin Kane Tanaka mit 118 Jahren noch älter. Schwester André hat mit ihren 117 Jahren bereits zwei Weltkriege und auch den Ausbruch der Spanischen Grippe erlebt.

Im Januar wurde sie positiv auf das Coronavirus getestet. Sie habe nicht viele Symptome gehabt, sagte Tavella der französischen Presse. Es habe in dem Heim einen großen Ausbruch gegeben, etwa zehn Bewohner seien gestorben. „Ich war eine Zeit lang sehr, sehr müde“, sagte Schwester André etwa dem Fernsehsender BFM TV. Angst zu sterben, habe sie aber nicht gehabt.

++ Instagram sperrt Kanal von Schlagersänger Michael Wendler

(11.51 Uhr) Der umstrittene Schlagersänger Michael Wendler (48, „Egal“) kann künftig keine Verschwörungserzählungen mehr über Instagram verbreiten. Der Kanal des 48-Jährigen war am Donnerstag nicht mehr zu erreichen — das soziale Netzwerk hatte ihn gesperrt.

Wir haben den Instagram Account entfernt, da er wiederholt gegen unsere Richtlinien verstoßen hat“, sagte ein Sprecher des Mutterkonzerns Facebook.

In den Richtlinien von Instagram heißt es, dass Verletzungen der Regeln dazu führen können, dass Inhalte gelöscht, Konten gesperrt oder andere Beschränkungen vorgenommen werden. „Wir entfernen alle Inhalte, die glaubhafte Bedrohungen oder Hassrede enthalten.“ Ernsthafte Bedrohungen der öffentlichen oder persönlichen Sicherheit seien ebenfalls nicht zulässig.

++ Kretschmann hält Grenzschließung wegen Virusmutanten für möglich 

(11.27 Uhr) Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) schließt wegen der Gefahr durch die Mutanten des Coronavirus Grenzkontrollen wie im Frühjahr nicht aus. Wenn sich die Virusvarianten in den Nachbarländern immer stärker ausbreiteten, „kann das natürlich im Extremfall auch zu Grenzschließungen führen“, sagte Kretschmann am Donnerstag im Landtag in Stuttgart.

Winfried Kretschmann
Winfried Kretschmann, der Ministerpräsident von Baden-Württemberg. (Foto: Sebastian Gollnow / DPA)

„Wir wollen sie natürlich vermeiden“, beteuerte der Grünen-Politiker. Das bleibe die Linie, doch könne sich das insbesondere wegen der Verbreitung der südafrikanischen Virusvariante auch ändern. Er sagte zu, sich mit den Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz und des Saarlands, Malu Dreyer (SPD) und Tobias Hans (CDU) wegen der Grenze zu Frankreich absprechen zu wollen.

Beim ersten Lockdown im Frühjahr waren nationale Grenzkontrollen eingeführt worden, um das Einschleppen des Virus aus dem Ausland so weit wie möglich zu verhindern. Damals hatte es herbe Kritik an dieser Maßnahme gegeben, weil Pendler, Familien und Unternehmen darunter litten.

++ Umfrage: Jeder dritte Beschäftigte hat Angst vor Corona-Ansteckung

(10.28 Uhr) Die Sorge vor einer Corona-Infektion bleibt bei Arbeitnehmern in Deutschland während des anhaltenden Lockdowns unverändert hoch: Im Januar fürchteten sich 35 Prozent der Beschäftigten vor einer Ansteckung auf dem Arbeitsweg oder am Arbeitsplatz, damit war der Anteil ebenso groß wie im Vormonat Dezember.

Das geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung hervor.

Trotz der zwischenzeitlich verschärften Corona-Maßnahmen sei die Angst der Befragten seit dem vergangenen Sommer erheblich gestiegen, teilte das WSI mit. Nicht nur die Infektionszahlen waren damals deutlich niedriger. Der Anteil der Beschäftigten mit Corona-Sorgen hatte den Angaben zufolge im Juni und Juli 2020 jeweils 25 Prozent betragen.

++ Industrie- und Handelskammertag kritisiert längeren Lockdown

(09.29 Uhr) Die Verlängerung des Corona-Lockdowns bis 7. März ist aus Sicht des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertages „der nächste Schlag für unsere bereits taumelnden Branchen“.  Präsident Wolfgang Grenke erklärte nach den Bund-Länder-Gesprächen, Tausende Soloselbstständige und Unternehmer aller Betriebsgrößen kämpften ums Überleben, Geschäftsaufgaben seien traurige Realität geworden.

„Doch anstatt eines differenzierten Öffnungskonzeptes als Perspektive für harte Wochen von Entbehrungen und Substanzverlust steht einmal mehr viel Ungewissheit. Denn die grundsätzliche Einigung bei den Öffnungsbedingungen wirft eher die Frage auf, ob die Geschäfte in der Breite bis dahin noch existieren.“

Das sei vielen Betrieben nicht mehr vermittelbar, sagte Grenke der Mitteilung zufolge. „Als Versprechen für eine baldige Geschäftsperspektive wurde viel in Schutzmaßnahmen, Ausrüstung für sicheren Geschäftsbetrieb und Konzepte für sicheren Kundenverkehr und Mitarbeiterschutz investiert. Nun die erneute Enttäuschung.“

Statt einer Gesamtstrategie bleibe die Einigung auf wenige Grundsätze. „Unsere Unternehmerinnen und Unternehmer brauchen Planungssicherheit - sie wollen ihr eigenes Geld verdienen“, betonte Grenke. „Niemand möchte auf Staatshilfen angewiesen sein, die mit Blick auf den Bund noch dazu unzureichend oder unauskömmlich fließen.“

++ Opposition kritisiert Kretschmann

(08.11 Uhr) Die Opposition im Stuttgarter Landtag hat Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) vorgeworfen, keine richtige Strategie für die Öffnung von Einzelhandel und Gastronomie zu haben.

FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke begrüßte zwar, dass Kitas und Grundschulen am 22. Februar wieder aufgemacht werden sollen. Auch der Beschluss von Bund und Ländern für eine Öffnung der Friseure am 1. März sei richtig. „Es leuchtet aber nicht ein, weshalb dann nicht gleichzeitig Handel und Gastronomie geöffnet werden“, sagte Rülke.

Hans-Ulrich Rülke (FDP)
Hans-Ulrich Rülke (FDP), Fraktionsvorsitzender der FDP, spricht. (Foto: Marijan Murat / DPA)

Der SPD-Partei- und Fraktionsvorsitzende Andreas Stoch hielt Kretschmann vor, er sei ohne Plan für eine Öffnung in die Verhandlungen gegangen. „Und er kommt ohne Plan heraus.“ Das sei zu wenig für die besonders betroffenen Branchen und die Menschen, sagte Stoch „„Fahren auf Sicht“ ist nur noch Stochern im Nebel.“

Mehr dazu lesen Sie hier.

++ Ausgangsbeschränkungen für Hotspots gelten ab heute

(06.34 Uhr) Von diesem Donnerstag an gelten in Baden-Württemberg nächtliche Ausgangsbeschränkungen für regionale Corona-Hotspots. Das Gesundheitsministerium in Stuttgart verschickte am späten Mittwochabend einen entsprechenden Erlass an die Kommunen. Das Schreiben liegt der Deutschen Presse-Agentur vor.

Demnach müssen Städte und Kreise Ausgangsbeschränkungen zwischen 21 Uhr und 5 Uhr aussprechen, wenn der sogenannte Sieben-Tage-Inzidenzwert von 50 Infektionen pro 100 000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen überschritten wurde.

Ein Mann geht während der nächtlichen Ausgangssperre über den menschenleeren Schlossplatz in Stuttgart.
Ein Mann geht während der nächtlichen Ausgangssperre über den menschenleeren Schlossplatz in Stuttgart. (Foto: Marijan Murat / DPA)

Es müssen aber noch zwei weitere Voraussetzungen erfüllt sein: Das zuständige Gesundheitsamt muss „eine erhebliche Gefährdung der wirksamen Eindämmung der Verbreitung des Coronavirus“ erkennen. Zudem muss ein „diffuses Infektionsgeschehen“ feststellbar sein.

Davon spricht man, wenn ein Anstieg der Infektionen nicht genau zugeordnet werden kann, etwa einem Ausbruch in einem Pflegeheim. Die neuen Ausgangssperren sollen wieder aufgehoben werden, sobald die Sieben-Tage-Inzidenz mindestens drei Tage in Folge unter 50 liegt.

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++ 10.237 Corona-Neuinfektionen und 666 neue Todesfälle

(05.59 Uhr) Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 10.237 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 666 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie aus Zahlen des RKI hervorgeht.

Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 05.30 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich. Am Donnerstag vergangener Woche hatte das RKI 14 211 Neuinfektionen und 786 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet.

Der Höchststand von 1244 neuen gemeldeten Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden - darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI bundesweit bei 64,2. Vor vier Wochen, am 13. Januar, hatte die Inzidenz noch bei 155 gelegen. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die meisten Bundesländer verzeichnen laut RKI weiterhin sinkende Sieben-Tages-Inzidenzen.

Mehr dazu lesen Sie hier.

Das waren die letzten Meldungen vom Mittwoch

++ Baden-Württemberg nähert sich bei Corona-Inzidenz 50er-Marke 

(20.36 Uhr) Der für Lockerungs-Entscheidungen wichtige Corona-Richtwert, die Sieben-Tage-Inzidenz, sinkt im landesweiten Schnitt in Baden-Württemberg weiter in Richtung der 50. Nach Angaben des Landesgesundheitsamts vom Mittwoch (Stand: 16 Uhr) wurden in den vergangen sieben Tagen 55,9 neue Infektionsfälle je 100 000 Einwohner registriert. Am Dienstag hatte der Wert noch bei 57,3 gelegen; er fällt seit Tagen infolge strikter Lockdown-Maßnahmen.

Die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen in Baden-Württemberg sollen von Donnerstagabend an nur noch für regionale Corona-Hotspots gelten. Entscheidend ist hier eine 50er-Inzidenz. Darunter liegen nach den Daten von Mittwoch 18 der 44 Stadt- und Landkreise im Südwesten.

Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen im Südwesten seit Beginn der Pandemie stieg den Angaben nach um 1228 auf 303.207. 40 weitere Menschen starben an oder im Zusammenhang mit Sars-CoV-2. Die Stuttgarter Behörde zählt somit inzwischen 7566 Tote. Als genesen gelten Schätzungen zufolge 275.439 einst Infizierte (plus 1578).

Dem Intensivregister der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) zufolge lagen 312 Covid-19-Patienten in Baden-Württemberg auf Intensivstationen, 185 von ihnen wurden künstlich beatmet — das sind fast 60 Prozent. Mehr als 13 Prozent der 2435 im Moment betreibbaren Intensivbetten seien noch frei.

++ Lockdown bis 7. März - Kitas und Grundschulen in BaWü öffnen früher

(20.02 Uhr) Der bis Mitte Februar befristete Lockdown zur Bekämpfung der Corona-Pandemie in Deutschland soll weitgehend bis zum 7. März verlängert werden. Das haben Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Länderregierungschefs bei ihrer Videokonferenz vereinbart, wie aus dem Beschlusspapier hervorgeht.

Baden-Württemberg will Kitas und Grundschulen nach den Faschingsferien am 22. Februar schrittweise wieder öffnen. Wenn die Infektionszahlen es zulassen, solle der grundsätzlich verlängerte Corona-Lockdown an dieser Stelle wie geplant gelockert werden, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwochabend in Stuttgart.

Zuvor hatten sich Bund und Länder bei ihren Beratungen darauf verständigt, dass die Länder selbstständig und ohne bundesweite gemeinsame Vorgaben über die Öffnung von Schulen und Kitas entscheiden können. Hier lesen Sie mehr.

+++ Hier geht es zum gesamten Newsblog von Mittwoch +++

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Unsere Daten und Zahlen beziehen wir aktuell aus dem Dashboard RKI¹

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