Corona-Newsblog: Urlaub ist wohl ab Mitte Juni möglich

Digital-Redakteur
Digitalredakteurin
Schwäbische Zeitung
Deutsche Presse-Agentur
Agence France-Presse

Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Zum Aktualisieren hier klicken

Aktuelle Zahlen des RKI¹ und Sozialministeriums:

  • Aktuell Infizierte Baden-Württemberg: ca. 2.824 (33.518 Gesamt - ca. 29.100 Genesene - 1.594 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg: 1.568
  • Aktuell Infizierte Deutschland: ca. 14.972 (171.306 Gesamt - ca. 148.700 Genesene - 7.634 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland: 7.533

Das Wichtigste des Tages:

  • Urlaub ist wohl ab Mitte Juni möglich (21.23 Uhr)
  • Center Parcs Allgäu öffnet wieder  (18.46 Uhr)
  • Grenzen sollen wieder geöffnet werden (11.17 Uhr)
  • Jeder dritte wechselte in Corona-Krise ins Homeoffice  (19.55 Uhr)
  • Konzept für Corona-Warn-App auf Open-Source-Plattform veröffentlicht (08.52 Uhr)

21.23 Uhr - Urlaub ist wohl ab Mitte Juni möglich

Reisen in europäische Nachbarländer sollen von Mitte Juni an trotz der Corona-Pandemie wieder möglich sein - vorausgesetzt die Infektionszahlen bleiben unter Kontrolle.

Die Überprüfungen an der deutschen Grenze werden schrittweise gelockert, Österreich macht zum 15. Juni die Grenze nach Deutschland auf. Auch die EU-Kommission plädiert dafür, die stark eingeschränkte Reisefreiheit in Europa schrittweise wiederherzustellen. Außenminister Heiko Maas stellte zugleich eine Lockerung der weltweiten Reisewarnung für deutsche Touristen in Aussicht. Damit dürften Urlaubsreisen zumindest zu ausgewählten Auslandszielen im Sommer wieder realistisch sein - zunächst wohl aber nicht auf das spanische Festland und nach Italien.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht keine Gefahr in der Öffnung von Grenzen zwischen Nachbarstaaten, wenn die Lage in den Nachbarstaaten vergleichbar sei. „Wenn Länder das Risiko ähnlich managen und ähnlich Maßnahmen zur Überwachung haben, birgt eine Grenzöffnung kein zusätzliches Risiko“, sagte WHO-Nothilfekoordinator Michael Ryan in Genf. Flugreisen seien komplizierter, dafür müssten umfangreiche Schutzkonzepte vor einer weiteren Ausbreitung des Virus entwickelt werden.

19.55 Uhr - Jeder dritte wechselte in Corona-Krise ins Homeoffice

Jeder dritte Beschäftigte ist laut einer Umfrage in der Corona-Krise ins Homeoffice gewechselt. 35 Prozent gaben in der ersten Aprilhälfte an, teilweise oder vollständig von zu Hause aus zu arbeiten, wie das Deutsche Institut der Wirtschaftsforschung auf Basis des Sozio-ökonomischen Panels ermittelte.

Vor der Corona-Krise haben nur 12 Prozent gelegentlich oder immer den heimischen Schreibtisch genutzt. Vor allem Beschäftigte mit höheren Einkommen und höherer Bildung konnten demnach ins Homeoffice wechseln.

18.46 Uhr - Center Parcs Allgäu öffnet wieder

Der Tourismuskonzern Center Parcs öffnet den Ferienpark Allgäu wieder. Ab dem 29. Mai können dort Urlaubsgäste anreisen, teilt das Unternehmen mit. Wegen der Corona-Pandemie mussten die Ferienhäuser im März geräumt werden.

Auch ein Großteil der Serviceleistungen würden den Urlaubern während ihres Aufenthalts wieder zur Verfügung stehen: Restaurants, Supermärkte, Geschäfte und diverse Indoor- und Outdooraktivitäten öffnen unter besonderen Sicherheits- und Gesundheitsmaßnahmen. Das Erlebnisbad Aqua Mundo bleibt jedoch zunächst noch geschlossen.

„Wir freuen uns sehr, schon bald wieder Gäste in unseren deutschen Parks begrüßen zu dürfen“, wird Frank Daemen, Geschäftsführer Center Parcs Deutschland, in der Mitteilung zitiert. Bei der Wiedereröffnung der Parks verfolge Center Parcs ein ausgearbeitetes Gesundheitskonzept, das die in Deutschland geltenden gesetzlichen Anforderungen in puncto Hygiene und Gesundheitsschutz sicherstelle. Dieses beinhalte unter anderem das Einhalten von Abstandregelungen, das Tragen von Gesichtsmasken sowie Mitarbeiterschulungen.

16.01 Uhr - Zum  Tanken, Einkaufen oder Wandern nach Österreich ? Unsicherheit auch im Innenministerium

Über die Details, für welche Zwecke der Grenzübertritt erlaubt ist, herrscht auch im österreichischen Innenministerium noch Unklarheit. Auf die Nachfrage, ob bespielsweise Tanken, Einkaufen oder Wandertage in Österreich für deutsche Staatsbürger erlaubt seien, konnte ein Sprecher des Ministeriums auf Nachfrage von schwäbische.de noch keine konkrete Antwort geben.

Die Entscheidung über die Lockerungen bei den Kontrollen und den geplanten Termin der Öffnung sei zwischen Bundeskanzlerin Merkel und Bundeskanzler Kurz vereinbart worden – mit der Umsetzung müssten sich nun zunächst die Fachbehörden auseinandersetzen.

Somit sei es sicherer, sich bei der Einreise nach Österreich an die bisher gültigen Regeln zu halten – so wie sie auch für die Einreise nach Deutschland weiterhin gelten.

15.34 Uhr - Baden-Württemberg für Lockerung der Quarantäne-Regeln 

Baden-Württemberg strebt eine Lockerung der Quarantäne-Regeln für Einreisen aus EU-Ländern an, will dabei aber auf ein bundesweit einheitliches Vorgehen setzen. Das Thema sei derzeit in Abstimmung zwischen Bund und Ländern, sagte ein Regierungssprecher von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Mittwoch in Stuttgart.

Bislang ist es wegen Corona so, dass jeder Ausländer, der einreisen darf, und jeder Deutsche, der von einer Auslandsreise zurückkehrt, für 14 Tage in Quarantäne muss.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) empfahl den Bundesländern am Mittwoch, die Quarantäne nur noch bei Menschen anzuordnen, die sich zuvor in Drittstaaten aufgehalten haben — also etwa nicht mehr für Deutsche, die aus Frankreich oder aus den Niederlanden einreisen.

15.11 Uhr - Reisebüros und Busunternehmer wollen Rettungsschirm und Zeitplan 

Stornierungen von Reisen bis in den November hinein, unzählige Busse, die abgemeldet sind und stillstehen - die Reisebranche ächzt unter Corona. Am Mittwoch sind Mitarbeiter von Reisebüros und Busunternehmer deshalb auch im Südwesten auf die Straße gegangen.

In Heidelberg etwa fanden sich auf dem Neckarmünzplatz Branchenangehörige mit mehr als 40 Bussen sowie  zahlreiche Reisebüromitarbeiter ein. Sie forderten eine klare Perspektive für die Branche. In ganz Deutschland gab es solche Veranstaltungen.

Das Familienunternehmen von Edith Mayer etwa ist durch Corona gleich doppelt getroffen: Die Mayer GmbH in Neckargemünd bietet als klassisches Reisebüro Kreuzfahrten, Flug- und Studienreisen an, hat aber auch 19 Busse, davon sieben Reisebusse. „Es ist kein Land in Sicht“, sagte die Unternehmerin. „Unsere größte Forderung lautet für die Reisebusbranche, dass sich eine Perspektive ergibt — nämlich ab wann wir wieder fahren dürfen.“

Im Moment gebe es bundesweit einen Flickenteppich aus Verboten und Genehmigungen, der zu abstrusen Situationen führe, kritisierte Mayer. „Jedes Bundesland macht sein eigenes Programm. Nordrhein-Westfalen und Hessen dürfen ab Samstag fahren, bei uns im Südwesten steht noch nichts fest.“

Es gehe um 7000 Reisebüroinhaber und ihre Mitarbeiter. Sie wollen finanzielle Soforthilfe von der Bundesregierung sowie eine umgehende und nicht rückzahlbare Beihilfe als Entschädigung für das Berufsverbot. Diese Hilfe brauche man schnellstens, heißt es bei dem Bündnis: „Unsere Existenzen stehen auf dem Spiel.“

 Wegen der Corona-Krise machen viele Reisebüros weniger Umsatz.
Wegen der Corona-Krise machen viele Reisebüros weniger Umsatz. (Foto: Kaya)

14.29 Uhr - Auch die Ravensburger Oberschwabenschau fällt aus

Herber Schlag für alle Ravensburger Messebesucher und Aussteller: Nach der Absage des Rutenfests 2020 kommt nun auch die Nachricht, dass die Oberschwabenschau im Herbst der Corona-Krise zum Opfer fällt und nicht stattfinden kann.

Die Ravensburger Oberschwabenschau ist die größte regionale Verbrauchermesse im Südwesten der Bundesrepublik. Jährlich kommen – seit 1967 – bis zu 90 000 Besucher, um sich an neun Tagen bei den rund 600 Ausstellern über Bau, Energietechnik, Wohnen, Landwirtschaft, Mode und vieles mehr zu informieren.

Nun ist die für den 10. bis 18. Oktober 2020 geplante Landwirtschafts- und Verbrauchermesse abgesagt worden. Hier lesen Sie mehr.

 Die Ravensburger Oberschwabenschau fällt in diesem Jahr wegen der Corona-Krise aus.
Die Ravensburger Oberschwabenschau fällt in diesem Jahr wegen der Corona-Krise aus. (Foto: Archiv: Lira/Felix Kästle)

13.20 Uhr - Palmer: Fahrplan zur Kita-Öffnung bringt Kommunen in Bedrängnis

Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) hält den Fahrplan der Landesregierung zur weiteren Öffnung des Kitabetriebs für praxisfern und nicht durchführbar. Damit seien bei Eltern Hoffnungen geweckt worden, die die Kommunen als Kita-Träger nun enttäuschen müssten, sagte er der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. „Der schwarze Peter liegt jetzt bei uns“, so Palmer.

Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) zufolge soll ab Montag die Betreuung an Kitas schrittweise auf bis zu 50 Prozent der Kinder ausgeweitet werden — beispielsweise durch ein rollierendes System, in dem Kinder in festen Gruppen abwechselnd an einzelnen Wochentagen in die Kita kommen.

Laut Palmer steht in den Einrichtungen seiner Stadt kein Personal zur Verfügung, um neue Gruppen zu schaffen. Mögliche Risiko-Patienten unter den Erzieherinnen sollen nach betriebsärztlichem Rat keine Kontaktarbeit mit Kindern leisten. Dass eine Erzieherin verschiedene Gruppen betreut, hält Palmer für kontraproduktiv: „Wir würden neue Infektionsketten schaffen, wenn wir Personal in mehreren Gruppen abwechselnd einsetzen.“

In Tübingen gibt es derzeit wie in anderen Städten eine Notbetreuung für wenige Kinder, deren Eltern etwa bei der Arbeit unabkömmlich sind.

13.10 Uhr - Kemmerich lässt Amt in FDP-Bundesvorstand ruhen

Thüringens FDP-Chef Thomas Kemmerich zieht Konsequenzen aus seinem umstrittenen Auftritt bei einer Demonstration gegen Corona-Maßnahmen. Der kurzzeitige Ministerpräsident lässt sein Mandat im FDP-Bundesvorstand ruhen, wie der 55-Jährige am Mittwoch nach einer Sondersitzung des Vorstands in einer persönlichen Erklärung bestätigte. Der Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion, Marco Buschmann, warf ihm vor, der Partei „schweren Schaden“ zugefügt zu haben.

Kemmerich will seinen Platz im Vorstand bis Ende des Jahres nicht wahrnehmen. „Ich will die überaus wichtige Arbeit dieses Gremiums meiner Partei nicht belasten und mir zudem klar werden, welche Rolle ich künftig in der Partei noch ausfüllen kann und will.“ Im Vorstand und in der Bundestagsfraktion gab es Buschmann zufolge deutliche Kritik. „Viele Kollegen waren tief verletzt, weil der gute Ruf der FDP in Zweifel gezogen worden ist.“

Der Landeschef war am Samstag in Gera bei einer Demonstration von Gegnern der staatlichen Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie dabei. Daran sollen auch Rechtspopulisten und Verschwörungstheoretiker teilgenommen haben. Für Empörung sorgte zudem, dass er Abstandsregeln nicht einhielt und keinen Mundschutz trug. Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner schrieb auf Twitter: „„Wer sich für Bürgerrechte und eine intelligente Öffnungsstrategie einsetzt, der demonstriert nicht mit obskuren Kreisen und der verzichtet nicht auf Abstand und Schutz.“

Thomas Kemmerich
Künftig nicht mehr im FDP-Bundesvorstand vertreten: Thomas Kemmerich. (Foto: Martin Schutt / DPA)

Kemmerich entschuldigte sich zwar zunächst für sein Verhalten, rechtfertigte später aber seine Teilnahme. In seiner jetzigen Erklärung gab er zu, einen Fehler begangen zu haben — „schon deshalb, weil es den politischen Gegnern meiner Partei jede Möglichkeit bot, die berechtigten Anliegen einer kritischen Prüfung der aktuellen Regierungspolitik in der Corona Krise zu denunzieren und zu diffamieren“.

12.55 Uhr - Kultusminister setzt große Hoffnungen auf künftiges „Lernen im Wechsel“

Eine Woche Unterricht in der Schule, dann eine Woche Lernen zu Hause — mit einem solchen Wechselmodell sollen die Lehrer, Schüler und Eltern in Bayern nach langer Corona-Pause ganz langsam wieder zu mehr Normalität zurückfinden. Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) setzt nach eigenen Worten große Hoffnungen auf das künftige „Lernen im Wechsel“.

„Es ist gut, dass die Schüler wieder schrittweise in den Unterricht an der Schule zurückkehren — denn nichts geht über Unterricht live“, sagte Piazolo am Mittwoch in München. Damit werde es wieder eine regelmäßigere und direktere Kommunikation zwischen den Lehrern und ihren Schülern geben.

Nach den Abschlussklassen sind seit Montag auch die Schüler wieder zurück in den Klassenzimmern, die im kommenden Jahr ihren Abschluss machen oder die vierte Klasse besuchen.

Kommende Woche sollen unter anderem die Erstklässler folgen, die 5. Klassen der Mittelschulen und die 5. und 6. Klassen an Realschulen und Gymnasien. Für alle anderen Klassen beginnt der Präsenzunterricht erst nach dem Pfingstferien Mitte Juni.

12.30 Uhr - Festlichkeiten zum Weingartener Blutfreitag werden im Internet übertragen

Zum Weingartener Blutfreitag am 22. Mai überträgt die Basilikagemeinde einige Gottesdienste und traditionelle Rituale in schlichter Form mit vertrauten Gebeten und Gesängen im Internet. Das schreibt die Stadt in einer Mitteilung an die Presse.

Damit könnten Menschen, die auch außerhalb von Corona das Haus nicht mehr verlassen können oder die weit entfernt von Weingarten wohnen, in diesem Jahr die reduzierten Feierlichkeiten des Blutfreitags online mitfeiern. Die Festlichkeiten finden in diesem Jahr aufgrund der Corona-Vorgaben nur eingeschränkt statt.

Der große Blutritt in seiner Festlichkeit mit 100 Reitergruppen und annähernd so vielen Musikkapellen bleibt auch nach den jüngsten Lockerungen für Gottesdienste abgesagt, denn die vermutete Zahl an Pilgern würde die Corona-Vorgaben in der Basilika und auf den Plätzen und Straßen sprengen. Hier lesen Sie mehr.

 Den Segen für die Gläubigen und Pilger des Blutfreitags wird es dieses Jahr im Internet geben.
Den Segen für die Gläubigen und Pilger des Blutfreitags wird es dieses Jahr im Internet geben. (Foto: Archiv: Derek Schuh)

11.26 Uhr - Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) informiert über Grenzkontrollen

  • Binnengrenzkontrollen zwischen Deutschland, Frankreich, Schweiz und Österreich sollen bis 15. Juni andauern.
  • Alle Grenzübergangsstellen sollen wieder geöffnet werden.
  • Danach soll freier Reiseverkehr wieder möglich sein. 
  • Ab Freitag gibt es keine Grenzkontrollen mehr mit Luxemburg. Auch Dänemark könne eingestellt werden, so Seehofer. Der genaue Zeitpunkt hierfür müsse aber noch bestimmt werden.
  • Zukünftig soll es Stichprobenkontrollen geben. Schüler oder Familien sollen aber nicht kontrolliert werden. "Das erleichert vieles", so Seehofer.
  • Nur wenn die Infektionszahlen niedrig bleiben, könne man die Grenzen wie geplant wieder öffnen.
  • Die an Deutschland grenzenden Regionen in Frankreich seien nach wie vor als rot eingestuft, so der Bundesinnenminister. Es gebe dort viele Infektionen. 
Horst Seehofer (CSU), Bundesinnenminister
Horst Seehofer (CSU), Bundesinnenminister. (Foto: Bernd von Jutrczenka / DPA)

11.17 Uhr - Bundesregierung beschließt Lockerung der Grenzkontrollen

Die Kontrollen an der deutschen Grenze sollen von diesem Samstag an vorsichtig gelockert werden. Wie die Deutsche Presse-Agentur nach der Kabinettssitzung in Berlin erfuhr, strebt das Bundesinnenministerium aber erst für den 15. Juni ein vollständiges Ende der wegen der Corona-Pandemie eingeführten Kontrollen an allen Grenzabschnitten an.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte in den vergangenen Tagen mit seinen Amtskollegen in den Anrainerstaaten sowie mit den Ministerpräsidenten der Grenz-Bundesländer über die Details einer schrittweisen Rückkehr von stationären Kontrollen zur normalen Überwachung der Grenzen im 30-Kilometer-Bereich beraten.

10.03 Uhr - Fahrgastzahlen in Bussen und Bahnen eingebrochen 

Die Fahrgastzahlen in Bussen und Bahnen sind wegen der Corona-Krise eingebrochen. Da viele Verkehrsunternehmen Verbindungen einschränkten und Menschen aus Furcht vor Infektionen fern blieben, gingen die Zahlen im ersten Quartal um elf Prozent zurück, schätzte das Statistische Bundesamt am Mittwoch. Die Wiesbadener Behörde hat dafür die Daten einiger großer Verkehrsfirmen ausgewertet.

Besonders stark fielen demnach die Fahrgastzahlen im Eisenbahnnahverkehr einschließlich S-Bahnen. Hier erwarten die Statistiker ein Minus von 15 Prozent gemessen am Vorjahreszeitraum. Im Straßenbahnverkehr, zu dem Stadtbahnen, Hoch- und U-Bahnen sowie Schwebebahnen zählen, sowie im Busverkehr sanken die Fahrgastzahlen um 9 Prozent. Im Eisenbahnfernverkehr errechneten die Statistiker einen Rückgang von 13 Prozent im Zeitraum Januar bis März.

Im gesamten Eisenbahnverkehr, wo die Behörde detaillierte Daten hat, ist der Corona-Einbruch deutlich sichtbar: Während die Fahrgastzahlen im Nah- und Fernzügen im Januar und Februar noch das übliche Niveau erreichten, brachen sie im März um rund 40 Prozent ein.

09.24 Uhr - Bayerischer Gemeindetag: Vorgaben zu Schulöffnungen kaum umsetzbar

Der Bayerische Gemeindetag hält die Vorgaben der Landesregierung zur Wiederöffnung der Schulen in der Corona-Krise laut einem Medienbericht für nicht praktikabel.

„Gerade kleine Schulen werden ganz schnell nicht mehr ausreichend Räume zur Verfügung haben, um Klassen zu teilen und dann noch den nötigen Sicherheitsabstand zu gewährleisten“, sagte Gemeindetags-Präsident Uwe Brandl (CSU) der „Augsburger Allgemeinen“.

Insbesondere Schulen auf dem Land stellten die Pläne vor Probleme. „Wenn das Kultusministerium mehr und mehr Jahrgänge zurück an die Schulen holen will, wird man auf kurz oder lang die Vorschriften lockern müssen — zum Beispiel bei der Anzahl der Schüler, die zusammen in einem Raum lernen dürfen.“ Derzeit seien die Sicherheitsvorkehrungen aber noch gewährleistet.

Im Abstand von 1,50 Metern betreten Schülerinnen und Schüler das Berufsschulzentrum in Ellwangen. In den Klassenzimmern sind Tische und Stühle so gestellt, dass der Mindestabstand gewahrt ist. (Foto: Fotos: hariolf Fink)

08.52 Uhr - Konzept für Corona-Warn-App auf Open-Source-Plattform veröffentlicht 

Die geplante deutsche App zur Nachverfolgung von Infektionsketten in der Coronavirus-Pandemie nimmt sichtbare Formen an.

Am Mittwochmorgen veröffentlichten Europas größter Softwarekonzern SAP und die Deutsche Telekom auf der Plattform Github ein erstes Konzept. Github ist die weltweit größte Plattform für die Entwicklung von Open-Source-Software.

Aus den Dateien auf Github geht hervor, dass die beiden von der Bundesregierung beauftragten Firmen auf das Know-how und den Programm-Code von drei vorhandenen Projekten aufsetzen. „Wir möchten allen Partnern danken, die an diesem wichtigen Projekt gleich von Beginn an beteiligt waren“, heißt es in einem Dokument auf Github. 

Die App soll Mitte Juni zur Verfügung stehen. Sie soll die europäischen und deutschen Datenschutzregeln einhalten. Sie versprachen eine verständliche Datenschutzerklärung für die Nutzer, um so transparent und klar wie möglich zu sein. „Da wir die Anwendung als Open Source-Projekt entwickeln, kann die Community dies überprüfen.“

08.23 Uhr - Blick in die Region 

7.45 Uhr - Agentur: Grenzen zu Deutschland am 15. Juni geöffnet 

Die wegen der Corona-Pandemie geschlossene Grenze zwischen Deutschland und Österreich soll nach Informationen der österreichischen Nachrichtenagentur APA am 15. Juni wieder vollständig geöffnet werden. Schon ab diesem Freitag werde es an den Grenzen nur noch stichprobenartige Kontrollen geben, bestätigte das Kanzleramt in Wien am Mittwoch der APA.

Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hatte am Dienstag mit Merkel telefoniert. Die Bundesregierung will bei ihrer Sitzung an diesem Mittwoch über weitere Schritte beraten.

7.10 Uhr - Bundeskabinett und EU-Kommission beraten über Grenzkontrollen

Das Bundeskabinett berät heute darüber, wie es nach dem 15. Mai mit den Kontrollen an den Grenzen zu den Nachbarländern weitergehen soll. Kanzlerin Angela Merkel hatte gestern in einer Konferenz der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Hoffnung auf eine schrittweise Öffnung der Grenzen gemacht.

Dabei werde es häufig einen zweistufigen Prozess geben, sagte sie nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur. Ihr sei wichtig, dass die Kontrollen nicht „bis ultimo“ fortgesetzt würden. Die EU-Kommission will heute ebenfalls einen Plan für eine vorsichtige Öffnung der Binnengrenzen in Europa vorlegen.

Im Allgäu und in Niederbayern können Land- und Forstwirte seit Mittwoch außerdem an zusätzlichen Stellen die Grenze nach Österreich passieren. Darauf habe man sich mit den österreichischen Behörden geeinigt, teilte die Bundespolizei mit. Benötigt wird eine „Bescheinigung für den Grenzübertritt“, die bei der Bundespolizei Kempten oder Passau beantragt werden kann.

Die Sonderregelung betrifft im Allgäu die Grenzübergange Hohenweiler-Niederstaufen, Langen bei Bregenz-Neuhaus/Scheffau, Möggers-Scheidegg und Sulzberg-Oberreute. In Niederbayern sind es die Grenzübergänge Lackenhäuser/Schwarzenberg, Hinterschiffl/Kohlstadt und Gottsdorf/Haitzendorf.

Dazu gehören Vorgaben und Empfehlungen für Sicherheitsabstände in Hotels, Gaststätten und Verkehrsmitteln wie Zügen und Flugzeugen. Zudem will die Kommission nach AFP-Informationen ihre Haltung bekräftigen, dass Reisende bei ausgefallenen Buchungen die Wahl zwischen einer Erstattung des Preises und einem Gutschein haben müssen.

Mit Blick auf die vielfach wegen der Pandemie von den Mitgliedstaaten eingeführten Grenzkontrollen will die Kommission eine schrittweise Aufhebung empfehlen. Die Beschränkungen sollen nach einem Beschlussentwurf zunächst in Gegenden abgeschafft werden, in denen es eine vergleichbar günstige Entwicklung der Corona-Fallzahlen beiderseits der Grenze gibt. Eine Diskriminierung nach Nationalität der betroffenen Reisenden darf es dabei den Angaben zufolge nicht geben.

 6.42 Uhr - Grenzöffnungen: Österreich und Schweiz erwarten Durchbruch

Die Regierungen in Österreich und der Schweiz erwarten zeitnah einen Durchbruch bei der Debatte um die Öffnung der Grenzen. „Wir sind in einem sehr guten Austausch mit der Schweizer Regierung. Unser Ziel ist es, dass wir uns schon in den nächsten Tagen auf deutliche Lockerungen einigen und mit Juni die Grenzkontrollen vollständig beenden können“, sagte Österreichs Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) dem Schweizer Fernsehen SRF am Dienstag.

Auch die Gespräche mit Deutschland würden gut laufen. Laut dem 33-Jährigen bremse Bayern im Vergleich zu Österreich und der Schweiz bei dem Thema allerdings. Eine Öffnung der Schweizer Grenze zu Italien ist laut der Agentur aber wohl noch nicht geplant.

Wer von einem Auslandsaufenthalt nach Deutschland zurückkehrt, muss seit März in Quarantäne.
Wer von einem Auslandsaufenthalt nach Deutschland zurückkehrt, muss seit März in Quarantäne. (Foto: Oliver Dietze/dpa)

Das waren die letzten Meldungen am Dienstag:

21.39 Uhr - Mehr als 171.100 Corona-Nachweise in Deutschland

Bundesweit sind bis Dienstagabend über 171.100 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 20.15 Uhr: mehr als 170.400 Infektionen).

Mindestens 7616 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 20.15 Uhr: 7509). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Nachdem die Reproduktionszahl in den vergangenen Tagen leicht über dem kritischen Wert von 1 lag, sank die Zahl nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Dienstagabend auf nun 0,94. Das bedeutet, dass zehn Infizierte neun bis zehn weitere Personen anstecken. Das RKI hat immer wieder betont, um die Pandemie abflauen zu lassen, müsse die Reproduktionszahl langfristig unter 1 liegen. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

20.27 Uhr - Land kündigt Millionenhilfe für Landesgartenschau an

Das baden-württembergische Finanzministerium und das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz kündigen an, dass sich das Land mit vier Millionen Euro an den Mehrkosten beteiligen will, die bei einer Verschiebung der Landesgartenschau Überlingen auf 2021 entstehen. Insgesamt werden diese Kosten von der Stadt Überlingen auf knapp sechs Millionen Euro beziffert.

Über ein Finanzierungskonzept zur Entlastung der Stadt Überlingen bei diesen Mehrkosten haben das Finanzministerium, das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz sowie die kommunalen Landesverbände beraten. Laut Pressemitteilung sollen zwei Millionen Euro aus Mitteln zur Bekämpfung der Corona-Krise finanziert werden. In einer der nächsten Sitzungen des Landeskabinetts soll die Landesregierung darüber beraten.

19.20 Uhr - Erleichterungen im Grenzverkehr geplant

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur sehen Pläne aus dem Bundesinnenministerium und der großen Koalition deutliche Erleichterungen und mehr Ausnahmen für den sogenannten kleinen Grenzverkehr vor.

Außerdem wird überlegt, ob die Grenzen zu Dänemark und Luxemburg nicht bereits ab der kommenden Woche wieder sehr viel durchlässiger werden sollen. Ein generelles Ende der Einreisebeschränkungen, die derzeit auch für EU-Bürger gelten, schon in der kommenden Woche ist aber den Angaben zufolge nicht geplant.

Das Wichtigste von Dienstag:

  • Erleichterungen im Grenzverkehr geplant (19.20 Uhr)
  • Land kündigt Millionenhilfe für Landesgartenschau an (20.27 Uhr)
  • Tausende Mitarbeiter sollen Corona-Kontakte nachverfolgen (15.31 Uhr)
  • Auch Arbeiter von Fleischfabrik in BaWü betroffen (10.43 Uhr)
  • Beteiligungsfonds soll Firmen vor dem Ausverkauf retten (6.47 Uhr)

+++ Hier geht es zum Newsblog von Dienstag +++

Ausgewählte Artikel zum Virus und seinen Folgen:

Unsere Daten und Zahlen beziehen wir aus folgenden Quellen:

Dashboard RKI¹, Johns-Hopkins-University², Worldometer³, Ministerium für Soziales und Integration Baden Württemberg⁴, WHO⁵

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr Inhalte zum Dossier

Die Kommentarfunktion ist für Sie aktuell gesperrt. Bitte wenden Sie sich an unseren Kundenservice für weitere Infos.
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen