Corona-Newsblog: Studie untersucht Ansteckungsgefahr durch Coronaviren bei Kindern

Lesedauer: 29 Min
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Deutsche Presse-Agentur
Agence France-Presse

Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹:

  • Aktuell Infizierte Baden-Württemberg: ca. 470 (35.807 Gesamt - ca. 33.500 Genesene - 1.837 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg:  1.837
  • Aktuell Infizierte Deutschland: ca. 5623 ( 196.335 Gesamt - ca. 181.700 Genesene - 9012 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland: 9012

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Bayerische Studie untersucht Ansteckungsgefahr durch Coronaviren bei Kindern (17.47 Uhr)
  • Spanien riegelt Gebiete wegen erhöhter Infektionszahlen ab (20.51 Uhr)
  • Coronavirus auch in Fleischfabriken in Österreich (12.43 Uhr)
  • Altmaier rechnet mit neuem Wirtschaftswachstum im Herbst (12.14 Uhr)
  • WHO verzeichnet neuen Corona-Rekord (07.40 Uhr)
  • Branche befürchtet wegen Corona Engpässe in Hochzeitssaison (09.32 Uhr)
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Wir schließen den Newsblog und verabschieden uns für heute. Morgen früh sind wir wieder mit allen aktuellen Entwicklungen für Sie da.

 

++ Spanien riegelt Gebiete wegen erhöhter Infektionszahlen ab

(20.51 Uhr) Nach der katalanischen Region Segrià wird wieder ein größeres Gebiet unter Quarantäne gestellt. Der Landkreis A Mariña im Nordwesten des Landes soll zwischen Montag und Freitag abgeriegelt werden, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern. Betroffen sind etwas mehr als 70.000 Menschen. Am Sonntag gab es in A Mariña nach amtlichen Angaben insgesamt 106 Infizierte.

Regionalpräsident Alberto Núñez Feijóo erklärte, der neue Ausbruch habe sich in „zwei oder drei Kneipen“ ereignet. In A Mariña werden nun unter anderem die Öffnungszeiten der Gasthäuser gekürzt, größere Menschenansammlungen sind bis Freitag wieder strikt untersagt.

Segrià mit der Großstadt Lleida war die erste Region, die nach der Lockerung der Corona-Maßnahmen in Spanien wieder abgeriegelt worden war. Insgesamt sind dort 200.000 Menschen betroffen. Bis auf weiteres darf niemand einreisen oder die Region verlassen, außer um zur Arbeit zu gelangen. Die Polizei errichtete Kontrollposten an den Zufahrtsstraßen. 

Nach Angaben der Gesundheitsbehörden waren die Infektionsfälle in Segrià innerhalb weniger Tage um mehr als 300 auf gut 4000 geklettert. Die meisten Infektionen stünden mit Agrarbetrieben, Seniorenheimen und einem Wohnviertel in Zusammenhang, berichteten Medien.

++ Studie untersucht Ansteckungsgefahr durch Coronaviren bei Kindern

(17.47 Uhr) Die Langzeitstudie in Bayern „COVID Kids Bavaria“ soll die Ansteckungsgefahr bei Kindern durch Coronaviren klären. Sechs Kinderkliniken von Universitäten würden die Öffnung von Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen wissenschaftlich begleiten, teilte das Wissenschaftsministerium in München mit.

Antworten erhoffen sich die Forscher unter anderem auf die Frage, ob Einrichtungen wie Krippen, Kindergärten und Grundschulen zu einer unkontrollierten COVID-19-Ausbreitung führen könnten. Daneben werde die flächendeckende Studie auch allgemeine Fragen der Kindergesundheit in den Blick nehmen.

Details sollen am Montag in München vorgestellt werden. Neben den Studienleitern Christoph Klein und Johannes Hübner vom Haunerschen Kinderspital am LMU Klinikum München werden auch Ministerpräsident Markus Söder und Wissenschaftsminister Bernd Sibler (beide CSU) erwartet.

++ Vorstoß gegen Maskenpflicht im Handel scheitert

(17.50 Uhr) Für ein Ende der coronabedingten Maskenpflicht im Handel ist es aus Sicht mehrerer Bundesländer noch zu früh. Gegen ein zeitnahes Ende der Pflicht für den Mund-Nasen-Schutz in Geschäften sprachen sich am Sonntag Bayern, Schleswig-Holstein, Brandenburg und Hamburg aus. „Im Verlauf der Pandemie hat sich die Expertenmeinung gefestigt, dass die Mund-Nasen-Bedeckung eine sehr wirksame Maßnahme ist“, argumentierte beispielsweise Hamburgs Senatssprecher Marcel Schweitzer gegenüber der dpa. Auch Nordrhein-Westfalen reagierte zurückhaltend.

Wenn das Infektionsgeschehen so gering bleibt, sehe ich keinen Grund, länger an der Maskenpflicht im Handel festzuhalten.

Harry Glawe (CDU)

Die Debatte war ins Rollen geraten, nachdem sich der Wirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern für ein baldiges Ende der Maskenpflicht in seinem Land ausgesprochen hatte — und dafür von seiner Regierungschefin eingebremst wurde. „Wenn das Infektionsgeschehen so gering bleibt, sehe ich keinen Grund, länger an der Maskenpflicht im Handel festzuhalten“, hatte Minister Harry Glawe (CDU) der „Welt am Sonntag“ gesagt. Hier geht es zum ausführlichen Artikel. 

++ Die aktuellen Zahlen vom Sonntag

(16.30 Uhr) Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge 239 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Allerdings sind die Daten nicht ganz vollständig, da Baden-Württemberg, Sachsen und das Saarland keine Angaben an das RKI übermittelt haben.

Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 196.335 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am Sonntagmorgen meldete (Datenstand 5.7., 0.00 Uhr).

9012 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland — das bedeutet ein Plus von 2 im Vergleich zum Vortag. Etwa 181.700 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. 

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 5.7., 0.00 Uhr, bei 0,96. Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel in etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Der Sieben-Tage-R-Wer lag bei 0,94 (Vortag: 0,94). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

++ Anstieg bei Corona-Zahlen: Italien prüft Zwangseinweisung von Kranken

(14.54 Uhr) Italien prüft die Möglichkeit von Zwangseinweisungen ins Krankenhaus für Covid-19-Patienten, die durch falsches Verhalten neue Ansteckungen auslösen können. Dazu sagte der italienische Gesundheitsminister Roberto Speranza der Zeitung „La Repubblica“ vom Sonntag: „Ich erwäge mit meinen Juristen die Möglichkeit einer zwangsweisen medizinischen Behandlung in Fällen, in denen eine Person behandelt werden muss und sich weigert.“ Hintergrund ist der Fall eines Covid-19-Patienten in Venetien, der laut Medien trotz Fiebers und eines positiven Tests nicht ins Hospital wollte.

Der Ende Juni von einer Balkanreise zurückgekehrte Unternehmer wird für einen Corona-Herd mit mehreren Positiven und Dutzenden Quarantäne-Fällen in der Stadt Vicenza verantwortlich gemacht. Der Mittsechziger wurde Anfang Juli nach einer Verschlechterung doch ins Krankenhaus gebracht und kam auf die Intensivstation.

Da Italien seit Februar von der Pandemie besonders hart getroffen ist und rund 35.000 Todesfälle zählt, sorgt der leichte Anstieg der Neuinfektionen in zahlreichen Regionen für Sorgen im ganzen Land. Zuletzt zählten die Behörden landesweit 235 neue Fälle in 24 Stunden.

Wer in Italien positiv auf Sars-CoV-2 getestet ist und nicht in Isolation geht, dem drohen 3 bis 18 Monate Gefängnis sowie eine Geldstrafe bis zu 5000 Euro. 

++ Coronavirus auch in Fleischfabriken in Österreich

Auch in Österreich sind in drei Großbetrieben zur Fleischverarbeitung Corona-Fälle aufgetaucht. Zwei der Betriebe liegen nicht weit von der deutschen Grenze entfernt.

Insgesamt seien zwölf Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden, bestätigte der Krisenstab des Bundeslandes Oberösterreich der Nachrichtenagentur APA. Zuvor hatte die „Kronen Zeitung“ darüber berichtet.

Bei einem Schlachthof im Bezirk Ried im Innkreis südlich der deutschen Grenze bei Bad Füssing gab es sieben Fälle. Im Bezirk Braunau gegenüber dem deutschen Simbach am Inn waren es zwei, und im Bezirk Wels-Land gut 50 Kilometer südöstlich von Ried drei Fälle. Tests bei anderen Mitarbeitern sind noch im Gange.

Beim deutschen Fleischverarbeiter Tönnies in Nordrhein-Westfalen waren im Juni mehr als 1400 Mitarbeiter positiv getestet worden. Der Vorfall hat eine große Debatte über die Arbeits- und Lebensbedingungen der dort angestellten Arbeiter ausgelöst.

++ Altmaier rechnet mit neuem Wirtschaftswachstum im Herbst

(12.14 Uhr) Nach Meinung von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier könnte der wirtschaftliche Abschwung in der Corona-Pandemie noch im Herbst ein Ende haben.

„Ich bin mir sicher, dass wir den Abschwung unserer Wirtschaft nach der Sommerpause stoppen können und spätestens ab Oktober die Wirtschaft in Deutschland wieder wächst“, sagte der CDU-Politiker der „Bild am Sonntag“. Zwar werde die deutsche Wirtschaft 2020 um sechs Prozent schrumpfen, so der Minister. Für 2021 rechne er aber mit einem Wachstum von mehr als fünf Prozent.

Zuversichtlich zeigte sich Altmaier auch mit Blick auf die Entwicklung des Arbeitsmarktes. Hier erwarte er eine Verbesserung ab November. „Ich gehe davon aus, dass wir noch in diesem Jahr bis etwa Oktober den Höchststand der Arbeitslosenzahlen durch Corona erleben werden. Ab November können sie wieder langsam zurückgehen“, sagte der Wirtschaftsminister der Zeitung. Als Ziel nannte Altmaier, bis 2022 den Beschäftigungsstand von vor der Krise wieder zu erreichen.

Zuletzt hatte auch das Ifo-Institut nach der schweren Corona-Rezession für die zweite Jahreshälfte einen kräftigen Aufschwung der deutschen Wirtschaft prognostiziert. Die Münchner Ökonomen rechnen für 2020 mit einem Rückgang der deutschen Wirtschaftsleistung um 6,7 Prozent im Vergleich zu 2019. Für 2021 erwartet das Ifo-Institut dann ein Wachstum von 6,4 Prozent.

++ Branche befürchtet wegen Corona Engpässe in Hochzeitssaison

(09.32 Uhr) Wegen coronabedingter Absagen von Trauungen befürchtet die Hochzeitsbranche Engpässe in der kommenden Saison. „Die Termine bei vielen Standesämtern, Locations und Dienstleistern werden knapp“, hieß es vom Bund deutscher Hochzeitsplaner.

Flexibilität sei bei der Planung gefragt. Auch der Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) Baden-Württemberg befürchtet Staus. Sicher voraussagen könne das derzeit aber niemand, sagte Sprecher Daniel Ohl.

Bei den Standesämtern im Südwesten häufen sich die coronabedingten Hochzeitsabsagen, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Staus bei den Terminanfragen für 2021 gebe es aber noch nicht. Das liegt auch daran, dass bei vielen eine Anmeldung erst im September möglich ist.

Die Hoffnung in der Branche ist, dass viele Veranstaltungen, die jetzt wegen der Corona-Einschränkungen nicht stattfinden konnten, noch in diesem Jahr nachgeholt werden können.

++ WHO verzeichnet neuen Corona-Rekord

(07.40 Uhr) Die Zahl der gemeldeten Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation auf einen neuen Rekordwert von 212 326 Fällen geklettert. Das geht aus dem WHO-Situationsbericht zur Corona-Pandemie von Samstag hervor.

Die meisten Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden wurden in Nord- und Südamerika (129 772) gemeldet. Davon entfielen allein mehr als 53 000 Fälle auf die USA und mehr als 48 000 auf Brasilien.

WHO verzeichnet neuen Corona-Rekord
Die WHO ist in der Corona-Pandemie in die Kritik geraten. Die USA planen sogar den Ausstieg aus der Organisation. (Foto: Peter Klaunzer / DPA)

Insgesamt geht die WHO bisher von 10,9 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus weltweit aus sowie von 523 011 Todesfällen infolge von Covid-19-Erkrankungen. In absoluten Zahlen verzeichneten demnach die USA (2 724 433), Brasilien (1 496 858) und Russland (674 515) zuletzt die meisten Infektionen insgesamt. Unter den europäischen Ländern hat Großbritannien mit 284 280 Fällen derzeit die meisten Infektionen.

Die WHO-Zahlen weichen wegen unterschiedlicher Zählweisen und zeitlicher Verzögerungen immer etwas von den Zahlen der Johns Hopkins Universität in den USA ab. Die WHO hat mehrfach eindringlich darauf hingewiesen, dass die Pandemie nichts von ihrer Dynamik eingebüßt habe.

Das waren die wichtigsten Ereignisse vom Samstag

++ Katalonien riegelt ab, Großbritannien öffnet Pubs

(18.01 Uhr) Während in Europa vielerorts die wegen der Corona-Pandemie verhängten Einschränkungen des öffentlichen Lebens gelockert werden, haben spanische Behörden erneut lokale Beschränkungen angeordnet. Die Region Katalonien riegelte am Samstag angesichts eines deutlichen Anstiegs der Ansteckungen die Gegend um die Stadt Lérida weitgehend ab.

In England strömten die Menschen derweil in die frisch wieder eröffneten Pubs.

++ Wieder höhere Rabatte für Neuwagen

(14.37 Uhr) Die Corona-Krise hat den deutschen Automarkt nahezu lahmgelegt. Um den Absatz zu stimulieren, drehen Hersteller und Händler wieder stärker an den Rabattschrauben. Ansatzpunkt der Werbung werde insbesondere die Absenkung der Mehrwertsteuer um drei Punkte seit Anfang Juli, heißt es in der regelmäßigen Rabattstudie des CAR-Instituts. Die erhöhten staatlichen Förderprämien für Elektroautos wirkten hingegen auf den Gesamtmarkt kaum belebend, kritisierte Studienleiter Ferdinand Dudenhöffer.

Hersteller und Händler nutzten die staatliche Vorgabe bei der Mehrwertsteuer, um eigene Preisnachlässe und Sonderausstattungen zu bewerben. So hätten bereits Nissan, Renault, Seat, VW und Opel angekündigt, die Mehrwertsteuer auf Verbrenner ganz „auszusetzen“. Dudenhöffer erwartet zwar, dass diese Aktionen teils mit anderen Preisnachlässen verrechnet werden. Dennoch dürfte für die Kunden im Vergleich zu den bisher aufgerufenen Preisen ein „Sahnehäubchen“ drin sein, meint der Auto-Experte.

Bereits im Juni seien bei den meistgefragten Modellen höhere Preisnachlässe bei Internet-Anbietern sichtbar gewesen, heißt es in der Studie. In der Corona-Pandemie ist der deutsche Neuwagenmarkt massiv eingebrochen, die Neuzulassungen lagen im ersten Halbjahr mit 1,2 Millionen knapp 35 Prozent unter dem Vergleichswert aus dem Vorjahr. Händler und Hersteller hatten in den Zeiten des Shutdowns nur wenige Kaufanreize gesetzt.

++ Corona verhilft zu „Atempause in der Immobilienpreisentwicklung“

(10.51 Uhr) Die Corona-Pandemie verschafft dem Immobilienmarkt mit seinen seit Jahren starken Preisanstiegen nach Einschätzung der Landesbausparkassen eine Atempause. „Corona bremst den Preisanstieg bei Wohnimmobilien zumindest vorübergehend aus“, sagte der Chef der LBS-Bundesgeschäftsstelle, Axel Guthmann, laut einer Mitteilung vom Samstag in Berlin. Die Experten der LBS und Sparkassen erwarten demnach bis zum Herbst keinen weiteren Anstieg der Wohnimmobilienpreise. Noch im Januar seien sie von Preissteigerungen zwischen rund 4 Prozent bei Eigenheimen und Eigentumswohnungen sowie fast 6 Prozent bei Bauland ausgegangen.

Allerdings rechnen die LBS-Experten nicht mit einer dauerhaften Entspannung. Vieles, was vor der Krise die Einschätzung des Wohnungsmarkts bestimmt habe, gelte weiter: Die zum Verkauf stehenden Eigentumswohnungen und Eigenheime waren knapp und seien es immer noch. 

Zudem ließen sich „nicht alle Regionen über einen Kamm scheren“: Bei den Eigenheimen beispielsweise rechneten die Befragten vor allem in den südlichen und östlichen Bundesländern mit einem leichten Rückgang des Interesses, während sie im Norden eher von einer unveränderten Nachfrage ausgingen. „Ein Grund könnte sein, dass die Wirtschaftslage in Regionen unsicherer ist, die stark von der Autoindustrie geprägt sind“, sagte Guthmann.

++ 422 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

(9.29 Uhr) Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge 422 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 196.096 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am Samstagmorgen meldete (Datenstand 4.7., 0.00 Uhr).

9010 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland — das bedeutet ein Plus von 7 im Vergleich zum Vortag. Etwa 181.300 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind etwa 400 mehr als noch einen Tag zuvor.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 3.7., 0.00 Uhr, bei 0,84 (Vortag: 0,83). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

++ Mehr entsorgter Elekroschrott durch Aufräumaktionen 

(6.44 Uhr) Seit Ende des Corona-Lockdowns ist in Deutschland mehr als 20 Prozent mehr Elektroschrott entsorgt worden als im gleichen Zeitraum ein Jahr zuvor. „Die weitgehende Reduzierung des Lebens auf das häusliche Umfeld scheint insgesamt zu verstärkten Aufräumaktionen geführt zu haben“, sagte Bernhard Jehle, Vorsitzender vom Bundesverband für Sekundärrohstoffe und Entsorgung (bvse) der Deutschen Presse-Agentur.

Verglichen mit dem gleichen Zeitraum im Jahr 2019 sei die entsorgte Menge an alten Elektrogeräten um 20 bis 30 Prozent angewachsen. Besonders dort, wo viele Wertstoffhöfe coronabedingt geschlossen hatten, komme nun viel Elektroschrott an, der zwischenzeitlich wohl zu Hause gelagert worden sei. Auch der Neustart in der Industrie sorgt für wachsende Mengen.

Die Recyclingbetriebe, die während des Lockdowns über eine Flaute klagten, können vom derzeitigen Boom jedoch nicht profitieren — im Gegenteil: Die Logistik müssen nun extrem schnell umorganisiert werden, um zum Beispiel weiterhin eine schnelle Abholung von großen Elektrogeräten leisten zu können. Außerdem bergen volle Lager in den Betrieben, wie sie zurzeit oft vorkommen, auch Gefahren: Insbesondere Lithium-Akkus aus Handys können leicht Brände auslösen. „Ein Brand auf einer Recyclinganlage kann existenzbedrohend sein“, so Jehle.

++ Angst vor zweiter Welle in der Schweiz: Infektionszahlen steigen schnell und deutlich

(5 Uhr) Die Zahl der belegten Neuinfektionen in der Schweiz steigt seit Tagen wieder stark an. Steht dem Land nun eine zweite Welle bevor? Auf die jüngsten Zahlen reagiert die Regierung in Bern mit einer Maskenpflicht und Einreisebeschränkungen. Clubs spielen bei der Verbreitung wohl eine große Rolle. Den Text von unseren Redakteuren lesen Sie hier.

Das waren die letzten Meldungen vom Freitag:

++ Alle fünf Schulen im Kreis Göppingen frei von Coronavirus 

(17.24 Uhr) Alle fünf vom Coronavirus betroffenen Schulen im Kreis Göppingen sind nach Testung wieder virusfrei. Nach 500 Abstrichen bei Schülern und Lehrern, die mit den angesteckten Schülern Kontakt hatten, sei keine weitere Infektion festgestellt worden, teilte der Landkreis am Freitag mit.

In den fünf Schulen hatte sich jeweils ein Schüler oder eine Schülerin infiziert. Für Mitschüler und Lehrer wurde Quarantäne angeordnet. Insgesamt waren Freitagmorgen 124 Menschen zwangsweise zu Hause.

Das Weiterverbreiten des Virus zu verhindern, sei besonders wichtig, da in einigen Klassen die Abschlussprüfungen anstehen, so die Behörde. Die Infektionen waren auf ein privates Grillfest zurückzuführen.

++ Diözese Rottenburg-Stuttgart lockert Gottesdienst-Maßnahmen

(17.05 Uhr) Die geltenden Beschränkungen zur Feier öffentlicher Gottesdienste in der Diözese Rottenburg-Stuttgart zum Schutz vor einer Infektion mit Covid 19  werden gelockert.

Um mehr Menschen die Teilnahme an Gottesdiensten zu ermöglichen, soll so in Kirchenräumen der Rundum-Mindestabstand zwischen Personen und in häuslicher Gemeinschaft lebenden Besuchergruppen von bislang zwei auf 1,5 Meter reduziert werden, sagt Bischof Dr. Gebhard Fürst.

Die Neuregelung trete am Montag, 6. Juli, in Kraft und enthalte eine Reihe weiterer Änderungen gegenüber den bislang geltenden Corona-Schutzmaßnahmen.

So wird bei Gottesdiensten im Freien Gemeindegesang ab Montag wieder möglich sein, wenn ein Rundum-Mindestabstand von zwei Metern eingehalten wird. Generell soll Gemeindegesang jedoch auch dort nur in begrenztem Maß eingeplant werden. Wie bisher sollen kleine Chorgruppen oder Kantorinnen und Kantoren zum Einsatz kommen.

++ Bundesrat beschließt Meldepflicht für Haustiere mit Corona

(15.20 Uhr) Hunde, Katze oder Goldhamster, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben, müssen künftig den Behörden gemeldet werden. Einer entsprechenden Verordnung stimmte der Bundesrat am Freitag zu. Ziel ist, dass die Ansteckung von Haustieren besser erforscht werden kann. Die Tierärzte übernehmen die Meldung bei den zuständigen Veterinärämtern.

Bisher ist nur bekannt, dass sich Tiere, vor allem Katzen, mit dem Virus anstecken können. Es gibt aber keine Hinweise, dass sie die Krankheit auch an ihre Halter weitergeben. Eine Pflicht, mit Hund oder Katze bei einem Verdacht zum Tierarzt zu gehen, gibt es nicht. Nur, wenn ein Veterinäramt den Test anordnet, werden die Kosten übernommen. Wer sein Haustier freiwillig testen lassen will, muss das selbst bezahlen.

++ Erste europäische Zulassung für ein Corona-Arzneimittel

(14.50 Uhr) Der Wirkstoff Remdesivir wird in Europa unter Auflagen als erstes Mittel zur Therapie von Covid-19 zugelassen. Die Entscheidung gab die EU-Kommission bekannt.

„Die heutige Zulassung eines ersten Medikaments zur Behandlung von Covid-19 ist ein wichtiger Fortschritt im Kampf gegen das Virus“, erklärte Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides. Die Zulassung sei im Schnellverfahren weniger als einen Monat nach dem Antrag ergangen.

Remdesivir gilt als eine von wenigen wirksamen Arzneien bei schweren Fällen der vom Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit. Es kann Studien zufolge den Krankenhausaufenthalt verkürzen. Die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA hatte die Zulassung für Patienten ab zwölf Jahren empfohlen, die eine Lungenentzündung haben und mit zusätzlichem Sauerstoff versorgt werden müssen.

Ärzte sehen Remdesivir nicht als Allheilmittel, wohl aber als Lichtblick für Corona-Patienten. Eine internationale Studie mit über 1000 Teilnehmern hatte Ende April gezeigt, dass Remdesivir bei Covid-19-Patienten die Zeit bis zu einer Genesung im Schnitt um vier Tage verkürzen kann - von 15 auf 11 Tage.

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