Corona-Newsblog: Schlaganfälle und Nervenschäden auch bei mildem Covid-Verlauf

Lesedauer: 17 Min
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Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹:

  • Aktuell Infizierte Baden-Württemberg: ca. 539 (35.952 Gesamt - ca. 33.575 Genesene - 1.838Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg:  1.838
  • Aktuell Infizierte Deutschland: ca. 5.205 ( 197.341 Gesamt - ca. 183.100 Genesene - 9036 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland: 9.036

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Schwere Nebenerkrankungen auch bei milden Covid-Verläufen (15.45 Uhr)
  • Fiebernde Kinder in Friedrichshafen - Coronatests sind ausgewertet (14.05 Uhr)
  • Österreich verhängt Reisewarnungen gegen Bulgarien, Rumänien und Moldau (12.20 Uhr) 
  • Bäder rechnen mit erheblichem Defizit wegen Corona-Pandemie  (11.19 Uhr)
  • Wie geht es bei der Messe Friedrichshafen weiter? (06.28 Uhr)
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Wir verabschieden uns für heute und sind morgen in der Früh wieder mit allen wichtigen Entwicklungen für Sie da.

++ Bayern will zulässige Besucherzahlen für Kunst und Kultur verdoppeln

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder will in der nächsten Woche die in der Corona-Krise zulässigen Besucherzahlen für Kunst- und Kulturveranstaltungen verdoppeln. „Wir werden nächste Woche vorschlagen, das für die Kultur nochmals zu verdoppeln, auf 200 innen und 400 außen; allerdings mit Vorgaben, weil wir das anders nicht machen können“, sagte der CSU-Chef am Mittwochabend bei einem Auftritt im BR-Fernsehen.

Erst in dieser Woche hatte das Kabinett die Begrenzungen für Besucherzahlen in dem Bereich auf 100 in Innenräumen und 200 in Außenbereichen erhöht. Die Entscheidung muss das bayerische Kabinett treffen, dessen nächste Sitzung findet am Dienstag auf der Insel Herrenchiemsee statt. Zu der Sitzung wird auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) erwartet.

++ Die aktuellen Zahlen für den Südwesten: 52 Neuinfektionen

(18.20 Uhr) Am Mittwoch, 8. Juli, wurden dem Gesundheitsministerium vom Landesgesundheitsamt insgesamt weitere 52 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet (Stand: 16 Uhr).

Damit steigt die Zahl der seit Beginn der Pandemie Infizierten in Baden-Württemberg auf mindestens 35.952 an. Davon sind ungefähr 33.575 Personen bereits wieder von ihrer Covid-19-Erkrankung genesen. Derzeit sind geschätzt noch 539 Menschen im Land mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) infiziert.

Dem Landesgesundheitsamt wurde heute aus dem Landkreis Lörrach ein Todesfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet. Demnach beträgt die Zahl der Todesfälle jetzt insgesamt 1.838.

 Die Reproduktionszahl beziehungsweise der 7-Tages R-Wert wird vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit R 0,76 angegeben. Sie ist die Anzahl der Personen, die im Durchschnitt von einer infizierten Person angesteckt werden.

++ Studie: Auch milder Covid-19-Verlauf kann zu Gehirnschäden führen

(15.45 Uhr) Auch milde Verläufe von Covid-19 können laut einer Studie bei den Erkrankten zu ernsthaften Gehirnschäden führen. Ihrer Untersuchung zufolge komme es häufiger als bisher vermutet zu tendenziell tödlichen Komplikationen, darunter Fieberwahn, Nervenschäden und Schlaganfälle, erklärte ein Ärzteteam aus London am Mittwoch.

„Wir konnten mehr Patienten mit neurologischen Schäden wie Entzündungen im Gehirn identifizieren als gedacht“, sagte der Forscher Michael Zandi vom University College London. Die Befunde hätten jedoch nicht immer mit dem Schweregrad der Covid-19-Symptome korreliert, sagte er. An der Studie beteiligten sich 43 Patienten, bei denen entweder Covid-19 nachgewiesen oder vermutetet wurde. Das Team aus Ärzten stellte in zehn Fällen eine vorübergehende Hirnfunktionsstörung fest, in zwölf Fällen eine Hirnentzündung, in acht Fällen Schlaganfälle und in weiteren acht Fällen Nervenschäden. Die Ergebnisse der Untersuchung wurden in der Fachzeitschrift „Brain“ veröffentlicht.

Die Untersuchung deutet darauf hin, dass Komplikationen im Hirn bei Covid-19-Patienten häufiger vorkommen könnten als bisher gedacht. Jedoch sagten Experten auch, dass dies nicht bedeute, dass Hirnschäden bei Covid-19 weit verbreitet seien. Da die Krankheit erst seit einigen Monaten bekannt sei, „wissen wir wohl noch nicht, welche Langzeitschäden Covid-19 verursachen kann“, sagte der an der Untersuchung beteiligte Forscher Ross Paterson. Sein Rat: „Ärzte müssen sich über mögliche neurologische Schäden bewusst sein, da eine frühzeitige Diagnose den Krankheitsverlauf verbessern kann“.

++ Fiebernde Kinder in Friedrichshafen - Coronatests sind ausgewertet

(14.05 Uhr) 40 von 67 Kindern waren am Montag von ihren Eltern wegen fiebriger Erkrankungen von ihrem Kindergarten abgemeldet worden. Die ersten Testergebnisse liegen vor.

++Österreich verhängt neue Reisewarnungen

(12.20 Uhr) Österreich spricht mit Blick auf die Corona-Infektionen nun auch für Bulgarien, Rumänien und Moldau eine Reisewarnung aus. Die Maßnahme gelte ab sofort, sagte Außenminister Alexander Schallenberg am Mittwoch in Wien. Die Grenzkontrollen zu Ungarn und Slowenien würden deutlich verstärkt, erklärte Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP).

Dabei kämen 1800 Polizisten zum Einsatz. Reisebusse würden ausnahmslos kontrolliert. „Bitte reisen Sie nicht in diese Länder“, so der Regierungschef. Wer von dort zurückkehre, müsse in eine 14-tägige Quarantäne oder einen negativen Coronatest vorweisen.

In einem Tweet warnt Kurz davor, nach Rumänien, Moldau oder Bulgarien zu reisen.

Österreich reagiert mit diesem Schritt auf die im nahen Ausland steigenden Infektionszahlen. Vor einer Woche hatte Wien bereits eine Reisewarnung für die sechs Staaten des Westbalkans ausgesprochen. Es habe sich herausgestellt, dass in jüngster Zeit mindestens 170 Fälle von Corona-Infektionen in Österreich auf Heimkehrer aus diesen Regionen zurückzuführen seien, hieß es. 

Insgesamt sei die Situation in Österreich aber weiter unter Kontrolle. Mit Oberösterreich und Wien seien nur zwei von neun Bundesländern von steigenden Infektionszahlen betroffen, so Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne). 

++ Bäder rechnen mit erheblichem Defizit wegen Corona-Pandemie

(11.19 Uhr) Die kommunalen Badbetreiber im Südwesten rechnen wegen der Corona-Pandemie mit Verlusten zwischen 100.000 und 150.000 Euro pro Bad. Dafür verantwortlich seien erheblich mehr Personal und Aufwand bei gleichbleibenden Betriebskosten und weniger Besuchern in dieser Saison, wie die Landesgruppe Baden-Württemberg des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) am Mittwoch mitteilte.

Seit rund einem Monat dürfen Freibäder im Südwesten unter Auflagen wieder öffnen. Manche Freibäder haben wegen der Auflagen erst gar nicht aufgemacht.

Abstands- und Hygieneregeln sorgen dafür, dass nur eine bestimmte Zahl von Gästen in die Bäder darf - und nach Schätzungen der Betreiber ist nur ein Drittel der jeweils erlaubten Kapazität ausgelastet. Die VKU-Landesgruppe appellierte an die Landesregierung, die Badbetreiber finanziell zu unterstützen.

In Baden-Württemberg sind 199 kommunale Unternehmen im VKU organisiert.

++ EU-Kommission genehmigt deutschen Rettungsschirm für Unternehmen

(10.33 Uhr) Die Wettbewerbshüter der EU-Kommission haben den von der Bundesregierung eingerichteten Rettungsschirm für Unternehmen genehmigt.

Sie gelangten zu dem Schluss, dass der mit einem Budget von 600 Milliarden Euro ausgestattete Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) mit den in der Corona-Krise gelockerten EU-Regeln im Einklang steht, wie die Brüsseler Behörde am Mittwoch mitteilte.

++ Post will Mitarbeitern weltweit 300 Euro Bonus zahlen

(09.47 Uhr) Die Mitarbeiter der Deutschen Post weltweit sollen einen Bonus von 300 Euro bekommen. „Wir wissen genau, wer in diesen Zeiten einen hervorragenden Job gemacht hat“, sagt Vorstandschef Frank Appel in einer Telefonkonferenz.

Zuvor war ein solcher Bonus vonseiten einer kleineren Gewerkschaft vorgeschlagen worden - der Post-Chef stritt jedoch ab, mit der Maßnahme auf diesen Vorstoß reagiert zu haben. Insgesamt veranschlagt das Unternehmen dafür rund 200 Millionen Euro. Ausgenommen von der Zahlung sind Führungskräfte.

Post will allen Mitarbeitern 300 Euro Bonus zahlen
Die Zentrale der Deutschen Post DHL Group in Bonn. (Foto: Rainer Jensen / DPA)

Trotz eines insgesamt positiven Verlaufs des zweiten Quartals schloss Appel Entlassungen nicht vollständig aus. Wenn es Kunden wegen der Corona-Krise schlecht gehe, habe das Auswirkungen auf die Post als Dienstleister. „Wir werden aber alles versuchen, das für unsere Mitarbeiter so erträglich wie möglich zu gestalten“, erklärte Appel. So habe man im Laufe der Krise etwa Beschäftigte vorübergehend in anderen Sparten untergebracht.

++ Kassensturz: Den Kommunen fehlen 4,6 Milliarden Euro

(08.27 Uhr) Den baden-württembergischen Kommunen fehlen in diesem Jahr wegen der Coronakrise nach Angaben des Städtetags rund 4,6 Milliarden Euro. Das wichtigste für die Kommunen sei nun die Stabilisierung der Haushalte, warnte der Städtetag Baden-Württemberg am Mittwoch in Stuttgart. Allerdings hätten bislang erst wenige eine Haushaltssperre verhängt.

Trotz des finanziellen Kraftakts des Landes während der Pandemie bräuchten Städte und Gemeinden die Schlüsselzuweisungen des Finanzausgleichs des Landes in der Höhe wie vor der Corona-Pandemie, forderte der Städtetag. Zusagen müssten die Kommunen noch vor der Sommerpause erhalten, um wirtschaften zu können.

Im Laufe des Mittwochs will Mannheims Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD) als Präsident des Städtetags weitere Zahlen veröffentlichen. Die Kommunen fordern bereits seit längerem deutliche finanzielle Hilfen des Landes in der Coronakrise. Erste Gespräche wurden dazu bereits geführt.

++ Eisenmann legt Pläne für die Schulen offen

(06.39 Uhr) In Baden-Württemberg sollen die Schüler nach den Sommerferien wieder regulär unterrichtet werden - sofern es das Coronavirus erlaubt. Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) spricht von einem „Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen“.

Heute will sie erläutern, wie der Unterricht nach den Ferien im Südwesten genau ablaufen soll und wie die Hygieneregeln umgesetzt werden sollen. Auch um das Nachhilfeprogramm für schwächere Schüler in den letzten beiden Ferienwochen soll es gehen.

Das Abstandsgebot soll an den weiterführenden Schulen nach den Sommerferien entfallen, schreibt die „Heilbronner Stimme“ unter Berufung auf einen Brief von Eisenmann an Direktoren und Rektoren. Wo immer möglich, soll sich der Unterricht demnach auf die reguläre Klasse oder Lerngruppe beschränken - jahrgangsübergreifender Unterricht, mehrtägige außerschulische Veranstaltungen oder das Singen in geschlossenen Räumen seien nicht erlaubt.

++ Wie geht es bei der Messe Friedrichshafen weiter?

(06.28 Uhr) Zahlreiche Schauen abgesagt oder verschoben: Die Corona-Krise hat die Messe Friedrichshafen hart getroffen. Das Unternehmen will heute neben der Bilanz für 2019 auch darüber informieren, wie das Messejahr 2020 weiterlaufen wird und was für 2021 geplant ist.

Laut der Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg dürfen ab September wieder Messen stattfinden - allerdings unter Auflagen.

Messe Friedrichshafen
Eine Stehle weist auf die Messe Friedrichshafen hin. (Foto: Felix Kästle / DPA)

Die nächste große Schau am Bodensee ist die Interboot vom 19. bis zum 27. September. Die Messe werde mit einer veränderten Planung und einem Sicherheitskonzept organisiert, hieß es kürzlich bei dem Unternehmen. „Wir sprechen von einer Veranstaltung, die aufgrund der Umstände und der Hygieneregeln eine Spezial-Ausgabe sein wird.“

++ Hier gelangen Sie zum gesamten Newsblog von Dienstag ++

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