Corona-Newsblog: Neue Regeln für Reisen auf die Balearen und nach Großbritannien

Lesedauer: 30 Min
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Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹:

  • Aktuell Infizierte Baden-Württemberg: ca. 539 (36.000 Gesamt - ca. 33.624 Genesene - 1.837 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg:  1.837
  • Aktuell Infizierte Deutschland: ca. 5.135 ( 197.783 Gesamt - ca. 183.600 Genesene - 9048 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland: 9.048

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Corona-Bürgschaften für kleine Südwestunternehmen kommen (12.30 Uhr)
  • Die Mehrheit der Deutschen rechnen mit anhaltenden Corona-Einschränkungen (08.42 Uhr)
  • Südzucker macht hohen Gewinn mit Tiefkühlpizzen (9.10 Uhr)
  • Sportvereine im Südwesten mit großer Nachfrage nach Soforthilfe (11.51 Uhr)
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Wir verabschieden uns für heute und sind morgen Früh wieder mit allen wichtigen Entwicklungen für Sie da. 

++ Angst vor Corona-Virus kann für Infarktpatienten lebensgefährlich sein

(21.22 Uhr) Nicht nur das Virus an sich, auch die Angst vor einer Ansteckung mit dem neuartigen Krankheitserreger kann schwerwiegende Folgen haben. Das bestätigt eine aktuelle Studie des Universitätsklinikums Ulm.

Experten der Klinik für Innere Medizin II haben untersucht, welche Veränderungen es bei der Versorgung von Patienten mit akuten Herz-Kreislauf-Erkrankungen am Universitätsklinikum gab und ob sich die Anzahl der Patienten mit diesem Krankheitsbild verändert hat. Laut Studie kamen Herzinfarktpatienten oft zu spät zur Behandlung. Die Folgen können tödlich sein. Hier lesen Sie mehr.

 ++ Neuigkeiten für Reisende nach England, Schottland und auf die Balearen

(20.30 Uhr) Nach Katalonien wollen auch die bei deutschen Touristen beliebten Balearen-Inseln wegen Corona eine äußerst strenge Maskenpflicht einführen. Der Beschluss soll laut der Regionalregierung am Montag in Kraft treten. Auf Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera werden somit alle Menschen in der Öffentlichkeit selbst dann Mund- und Nasenschutz tragen müssen, wenn der Sicherheitsabstand gewahrt werden kann.

Die Maskenpflicht gilt laut der Regierung nicht an Pools und Stränden. Bei Verstößen gegen die Maskenpflicht soll nach Medienberichten ein Bußgeld von 100 Euro fällig werden.

Auf den Inseln, insbesondere auf Mallorca, hatte es in den vergangene Tagen immer mehr Partys gegeben, an denen zum Teil mehr als hundert Feiernde ohne jede Beachtung der Abstandsregeln teilgenommen haben sollen. Zwischenfälle waren nach Berichten von Medien unter anderem in Kneipen und in Parks registriert worden.

Bei der Einreise nach England und Schottland müssen sich Reisende aus Deutschland ab Freitag nicht mehr in Corona-Quarantäne begeben. Auch für Ankömmlinge aus Frankreich, Spanien und Italien gilt die Sicherheitsmaßnahme zum Schutz vor dem neuartigen Coronavirus dann nicht mehr. Die Vorschrift, wonach Einreisende sich für zwei Wochen in Isolation begeben müssen, war am 8. Juni für ganz Großbritannien in Kraft getreten. In Nordirland und Wales hat sie vorerst Bestand.

++ Die aktuellen Corona-Zahlen in Baden-Württemberg: 48 Neuinfektionen

(19.42 Uhr) Am Donnerstag (9. Juli) wurden dem Gesundheitsministerium vom Landesgesundheitsamt insgesamt weitere 48 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet (Stand: 16.00 Uhr).

Damit steigt die Zahl der seit Beginn der Pandemie Infizierten in Baden-Württemberg auf mindestens 36.000 an. Davon sind ungefähr 33.624 Personen bereits wieder von ihrer Covid-19-Erkrankung genesen. Derzeit sind geschätzt noch 539 Menschen im Land mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) infiziert.

Dem Landesgesundheitsamt wurde heute aus dem Landkreis Esslingen die Korrektur eines Todesfalls im Zusammenhang mit dem Coronavirus übermittelt. Demnach sinkt die Zahl der Todesfälle auf insgesamt 1.837. Unter den Verstorbenen waren 1.038 Männer und 799 Frauen. Das Alter lag zwischen 18 und 106 Jahren. 65 Prozent der Todesfälle waren 80 Jahre oder älter.

Die Reproduktionszahl beziehungsweise der 7-Tages R-Wert wird vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit R 0,88 angegeben. Sie ist die Anzahl der Personen, die im Durchschnitt von einer infizierten Person angesteckt werden.

++ Bayerns Wirtschaftsminister will Volksfeste und Weihnachtsmärkte möglich machen

(18.57 Uhr) Trotz Corona-Epidemie will Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger im Advent nach Möglichkeit die bayerischen Weihnachtsmärkte öffnen lassen. Das sagte der Freie Wähler-Chef am Donnerstag nach Angaben seines Ministeriums auf einer Protestkundgebung von Schaustellern und Marktkaufleuten in München. Aiwanger lobte zudem das Konzept der „dezentralen Volksfeste“, wie es die Landeshauptstadt München und andere Kommunen verfolgen. „Wir müssen dafür sorgen, dass Sie bald wieder Ihren Geschäften nachgehen können“, sagte Aiwanger. Laut Ministerium laufen bereits intensive Planungen, wie Märkte und Ersatzveranstaltungen wieder öffnen können: „Das wird etwas anders aussehen als gewohnt, ohne enge Bier- oder Weinzelte, und natürlich mit Abstand.“ 

Nach Polizeiangaben hatten sich auf dem Odeonsplatz in München rund 600 Schausteller versammelt, um die baldige Wiedereröffnung von Volksfesten und Märkten zu verlangen. Eher unüblich bei Protestkundgebungen: Die Demonstranten verteilten Lebkuchenherzen und Stofftiere an Passanten

++ Flughafen Stuttgart sieht sich trotz Corona gut aufgestellt

(17.56 Uhr) Die Zahlen der Fluggäste und Flieger am Stuttgarter Flughafen dürften für die ersten sechs Monate dieses Jahres so trist aussehen wie noch nie zuvor. Die Corona-Pandemie hat die Flieger geradezu zu Boden gezwungen, die Flughafen Stuttgart GmbH musste für viele Mitarbeiter Kurzarbeit anmelden.

Nun geht der Betrieb langsam wieder los — mit attraktiven Ferienzielen wie Mallorca, aber auch mit zahlreichen Sicherheitsvorkehrungen. Die Details zum ersten Halbjahr und einen Ausblick auf den Rest des Jahres wird der Stuttgarter Flughafen am Freitag (10.00 Uhr) vorstellen.

Erst seit Aufhebung der Reisewarnungen für viele europäische Länder operiert der Flughafen wieder in Richtung Normalbetrieb. Wegen der höheren Nachfrage Anfang Juli wurde deshalb nach Terminal 3 nun auch Terminal 1 für den Check-in und die Passagierkontrollen in Betrieb genommen. Allerdings nicht wegen des riesigen Passagieraufkommens, sondern weil so die Corona-Abstandsregeln besser eingehalten werden können.

Trotzdem sieht sich der Airport gewappnet, denn mit 12,7 Millionen Passagieren wurde im vergangenen Jahr ein Rekord aufgestellt. Finanziell lief es entsprechend so gut wie noch nie, so dass man nun für die Corona-Krise gerüstet sei, heißt es beim Flughafen. Außerdem konnte die Start- und Landebahn wie geplant erneuert werden — dank Corona ohne Unannehmlichkeiten für die Fluggäste, die wegen Corona ohnehin nicht reisen konnten.

++ Erste Lektionen aus der Pandemie im November

(16.10 Uhr) Über den weltweiten Umgang mit der Coronavirus-Pandemie und die Arbeit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sollen Mitgliedsländer im November erstmals Bilanz ziehen.

Die WHO kündigte am Donnerstag eine unabhängige Kommission an, die von der früheren Premierministerin Neuseelands, Helen Cark, und der früheren Präsidentin Liberias, Ellen Johnson Sirleaf, geleitet wird. Die Untersuchung hatten die 194 Mitgliedstaaten bei der virtuellen Gesundheitsversammlung im Mai in Genf bereits beschlossen. Nach dem Zwischenbericht im November soll bis zur Gesundheitsversammlung im Mai nächsten Jahres der Abschlussbericht präsentiert werden.

Clark und Sirleaf sollen mit anderen Teilnehmern der „Unabhängigen Kommission für Pandemie-Vorsorge und Reaktion (IPPR)“ unter anderem untersuchen, wie es zu der Pandemie kam und was zu tun ist, um eine ähnliche Ausbreitung in Zukunft zu verhindern. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte, die Länder seien trotz zahlreicher Warnungen vor einer Pandemie nicht richtig vorbereitet gewesen. Bei der Untersuchung geht es nicht nur um die Rolle der WHO, sondern um die Leistungen und Fehlleistungen aller Länder.

US-Präsident Donald Trump hat die WHO im Umgang mit der Coronavirus-Pandemie scharf kritisiert. Sie habe sich zu sehr auf schleppende Informationen aus China verlassen, wo das Virus Ende vergangenen Jahres erstmals auftauchte. Sie sei deshalb mitverantwortlich für die weltweite Ausbreitung. Der US-Präsident steht selbst unter Druck, weil er die Gefahr anfangs heruntergespielt und keine Schutzmaßnahmen angeordnet hatte.

Die US-Regierung kündigte diese Woche den Austritt aus der WHO an. In den Statuten der WHO gibt es keine Paragrafen für einen Austritt. Die USA waren 1948 nach Angaben der WHO aber als einziges Land der Welt mit dem Vorbehalt beigetreten, dass sie die Organisation mit einjähriger Kündigungsfrist verlassen können. Der Austritt würde im Juli nächsten Jahres wirksam. Die USA sind der größte Beitragszahler.

++ Statistik: Sterberate durch Corona in Österreich kaum gestiegen

(15.51 Uhr) In der Coronakrise ist die Sterberate in Österreich laut Statistik bisher nur geringfügig gestiegen. Im März und April sei die altersstandardisierte Sterberate nur ein Prozent höher gewesen als im Durchschnitt des Vergleichszeitraums der Jahre 2015 bis 2019, teilte die Behörde Statistik Austria am Donnerstag mit. Im März und April habe die Sterblichkeit mit einem Wert von 167,1 auf 100 000 Personen zwar etwas über dem Jahr 2019 gelegen (162,4 auf 100 000 Personen), aber unter den Zahlen der Jahre 2015 und 2018.

Die altersstandardisierte Sterberate berücksichtigt die Veränderung der Bevölkerungsstruktur, zum Beispiel in dem sie den wachsenden Anteil der älteren Menschen einberechnet.

Die Steigerung war den Angaben zufolge nur ein kurzzeitiger Effekt. Zwar sei die Sterblichkeit mit Ausbruch der Covid-19-Krise Mitte März in Österreich spürbar angestiegen, so Statistik-Austria-Chef Tobias Thomas. Nach einem Höhepunkt in der ersten April-Hälfte mit rund 16 Prozent mehr Sterbefällen als im Durchschnitt sei die Sterblichkeit aber wieder auf das Niveau der Vorjahre zurückgegangen.

In Deutschland lag die Übersterblichkeit laut vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamts im gesamten Monat April bei etwa acht Prozent im Vergleich zum Durchschnitt der vier Vorjahre.

Aktuell sind in Österreich nach Angaben des Gesundheitsministeriums rund 1000 Menschen akut mit dem Coronavirus infiziert. 80 Patienten liegen in Kliniken, etwa ein Dutzend auf der Intensivstation. Angesichts steigender Fallzahlen aufgrund eines regionalen Clusters gilt seit Donnerstag im Bundesland Oberösterreich wieder eine Maskenpflicht im öffentlichen Raum.

++ Schwung für Videosprechstunden beim Arzt

(15.05 Uhr) Bildschirm statt Besuch in der Praxis: Angesichts der Corona-Krise haben Videosprechstunden laut einer Umfrage mehr Schwung bekommen. Darüber in Kontakt zu einem Arzt zu treten, können sich jetzt 45 Prozent der Bundesbürger vorstellen, wie eine am Donnerstag vorgelegte Befragung des Digitalverbands Bitkom ergab. Im Mai waren es 39 Prozent, im Mai vergangenen Jahres 30 Prozent. Tatsächlich schon eine Videosprechstunde genutzt haben demnach nun 13 Prozent, nachdem es im Mai 8 Prozent und vor einem Jahr 5 Prozent waren. Auch andere Digitalangebote wie Gesundheits-Apps sollen vorankommen.

Die Corona-Krise habe einen unerwarteten und ungewollten Schub für die Digitalisierung des Gesundheitswesens gebracht, sagte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. Dies gelte es nun weiterzutragen. So sollten bei Videosprechstunden bürokratische Vorgaben für Ärzte auch nach der Pandemie wegfallen — ebenso wie Begrenzungen bei Abrechnungsmöglichkeiten mit den Krankenkassen.

Laut Umfrage nahmen Patienten Videosprechstunden nun zu 97 Prozent bei einem schon bekannten Arzt wahr — der Rest wandte sich über Online-Plattformen an unbekannte Mediziner. Für die Auswertung wurden den Angaben zufolge zwei Umfragen gemacht — eine von April bis Mai 2020 mit 1193 Befragten in der Hochphase der Corona-Beschränkungen und eine weitere Anfang Juli mit 1005 Befragten jeweils ab 16 Jahren.

++ Corona-Bürgschaften für kleine Südwestunternehmen kommen 

(12.30 Uhr) Vom kommenden Mittwoch an können Firmen mit bis zu zehn Beschäftigten sowie Soloselbstständige Sofortbürgschaften des Landes beantragen, um die Corona-Krise zu bewältigen. Das hat der Wirtschaftsausschuss im Landtag beschlossen, wie das Wirtschaftsministerium am Donnerstag mitteilte.

Die Corona-Krise hat teilweise verheerende Folgen für die Unternehmen im Land. Insbesondere die kleinen Betriebe sind sehr stark beeinträchtigt und durch fehlende Liquidität in ihrer Existenz bedroht.

Ministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU)

Das Land ergänzt mit den Sofortbürgschaften die Bundeshilfen, die nur für Unternehmen mit mehr als zehn Beschäftigten in Frage kommen. Betroffene Unternehmen können die Sofortbürgschaft laut Wirtschaftsministerium auf zwei Wegen beantragen.

  • Der erste Weg richtet sich an Unternehmen und Selbstständige, die bisher keine Hausbank haben. Über das Portal www.ermoeglicher.de können sie bei positiver Prüfung ihres Antrags eine elektronische Vorabzusage für eine Sofortbürgschaft in Höhe von 90 Prozent für einen Kredit bis zu 250.000 Euro der Bürgschaftsbank Baden-Württemberg erhalten; dieser wird dann an ein Kreditinstitut nach Wahl weitergeleitet. „Damit haben Unternehmen, die noch nicht über eine eigene Hausbank verfügen, die Möglichkeit, ihre Anfrage online und bankenunabhängig zu stellen“, sagte Ministerin Hoffmeister-Kraut. Zudem bestehe die Option, die Bürgschaft auf 100 Prozent zu erhöhen.
  • Darüber hinaus ist auch der Antrag über das klassische Hausbankverfahren möglich: Hier beantragt die Hausbank der Firma eine Bürgschaft in Höhe von 90 Prozent für ein Darlehen bis zu 125.000 Euro.

Hintergrund der Maßnahme ist, dass Kleinstunternehmen und Soloselbstständige oft keine regulären Kredite aufnehmen können, weil der Bank die Sicherheiten fehlen. Bürgt das Land, steht es also mit im Risiko, dann kommen auch für sie Kredite in Frage.

++ Sportvereine im Südwesten mit großer Nachfrage nach Soforthilfe

(11.51 Uhr) Die württembergischen Sportvereine fragen die finanziellen Hilfen des Landes in der Corona-Krise stark nach. Der Württembergische Landessportbund (WLSB) teilte am Donnerstag mit, dass er in den ersten zwei Wochen bereits mehr als 1,1 Millionen Euro an Liquiditätszuschüssen an seine Mitgliedsvereine ausgezahlt habe.

Der Sportbertrieb darf nun langsam wieder hochgefahren werden. Doch die Krise wird in vielen Vereinen Spuren hinterlassen.
Der Sportbertrieb darf nun langsam wieder hochgefahren werden. Doch die Krise wird in vielen Vereinen Spuren hinterlassen. (Foto: Symbolbild: dpa/Uwe Anspach / DPA)

Beim WLSB seien bis Mittwoch 119 Anträge eingegangen. Er gehe davon aus, dass die Nachfrage auch in den kommenden Wochen konstant hoch bleiben werde, erklärte WLSB-Präsident Andreas Felchle.

Das Geld stammt aus dem Programm „Soforthilfe Sport“ der baden-württembergischen Landesregierung, mit dem finanzielle Einbußen als Folge der Corona-Pandemie abgefedert werden sollen. Das Land stellt insgesamt 11,6 Millionen Euro für die Vereine und die Sportverbände in Württemberg sowie im Gebiet des Badischen Sportbunds Nord und des Badischen Sportbunds Freiburg in Südbaden zur Verfügung.

Liquiditätshilfen können bei den drei Sportbünden noch bis zum 30. November beantragt werden. Die Höhe der Soforthilfe beträgt für Vereine 15 Euro je Mitglied, maximal jedoch bis zur Höhe des Liquiditätsengpasses.

++ Südzucker macht hohen Gewinn mit Tiefkühlpizzen

(09.10 Uhr) Der Nahrungsmittel- und Zuckerproduzent Südzucker hat im ersten Quartal seines laufenden Geschäftsjahres 2020/21 von einer coronabedingt hohen Nachfrage nach Tiefkühlpizzen und Fertiggerichten profitiert. In den drei Monaten bis Ende Mai zogen in der Spezialitäten-Sparte, in der unter anderem die Produktion von Tiefkühlpizzen erfasst wird, Umsatz und operatives Ergebnis deutlich an.

Das geht aus dem am Donnerstag in Mannheim veröffentlichten Quartalsbericht hervor. So konnten die Schwächen der anderen Bereiche ausgeglichen werden.

Trotz Corona ging der Erlös im ersten Quartal des Geschäftsjahres nur leicht auf 1,67 Milliarden Euro zurück. Das Betriebsergebnis zog um gut 31 Prozent auf 61 Millionen Euro an. Südzucker bestätigte zudem erneut die Prognose für das laufende Geschäftsjahr. Demnach soll der Umsatz 2020/21 auf bis zu 7,2 Milliarden Euro steigen. Das operative Konzernergebnis werde bei 300 bis 400 Millionen Euro (116 Millionen im Vorjahr) gesehen.

++ Mehrheit der Deutschen rechnet mit weiteren Corona-Einschränkungen

(08.42 Uhr) Die Mehrheit der Deutschen (51 Prozent) rechnet damit, dass die coronabedingten Einschränkungen noch mindestens sechs Monate den eigenen Alltag prägen werden. Jeder vierte befürchtet sogar, dass das Leben auch in mehr als einem Jahr noch nicht wieder „normal“ verlaufen wird.

Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Marktforschungsunternehmens McKinsey hervor, für die mehr als 1000 Menschen befragt wurden. Rund 47 Prozent der Befragten erwarten dagegen innerhalb der nächsten sechs Monate eine Rückkehr zur Normalität.

Zurzeit sind die Deutschen der Umfrage zufolge von Normalität allerdings noch ein gutes Stück entfernt. Mehr als die Hälfte der Befragten erwartet in den nächsten Monaten finanzielle Einbußen durch die Corona-Krise. Viele sind mit ihren Aktivitäten angesichts der Pandemie noch vorsichtig. In den nächsten zwei Wochen wollen nur 20 Prozent der Befragten ein Fitnessstudio besuchen und 7 Prozent mit dem Flugzeug reisen.

Statt große Events bevorzugen die Bundesbürger derzeit eher Treffen im kleinen Kreis. Immerhin fast zwei Drittel der Befragten wollen sich in den nächsten Wochen wieder mit Familie und Freunden treffen.

++ Menschenansammlungen: SPD-Fraktionschef in NRW will technische Lösung

(6.38 Uhr) Um Menschenansammlungen während der Corona-Pandemie besser kontrollieren zu können, schlägt der Vorsitzende der SPD-Fraktion in Nordrhein-Westfalen eine technische Lösung vor. „Wenn belebte Kaufhäuser die Personenanzahl anonymisiert erfassen können, so muss dies technisch auch für belebte Plätze und Orte möglich sein“, sagte Thomas Kutschaty der „Rheinischen Post“ (Donnerstag).

Man dürfe große Ansammlungen gar nicht erst entstehen lassen. In den vergangenen Wochen hatte die Polizei wegen zu geringen Mindestabstands mehrere Menschenansammlungen in Düsseldorf und Köln aufgelöst. Auch in anderen Städten kam es zu solchen Vorfällen.

Die wichtigsten Meldungen von Mittwoch:

++ Bayern will zulässige Besucherzahlen für Kunst und Kultur verdoppeln

(21.30 Uhr)Bayerns Ministerpräsident Markus Söder will in der nächsten Woche die in der Corona-Krise zulässigen Besucherzahlen für Kunst- und Kulturveranstaltungen verdoppeln. „Wir werden nächste Woche vorschlagen, das für die Kultur nochmals zu verdoppeln, auf 200 innen und 400 außen; allerdings mit Vorgaben, weil wir das anders nicht machen können“, sagte der CSU-Chef am Mittwochabend bei einem Auftritt im BR-Fernsehen.

Erst in dieser Woche hatte das Kabinett die Begrenzungen für Besucherzahlen in dem Bereich auf 100 in Innenräumen und 200 in Außenbereichen erhöht. Die Entscheidung muss das bayerische Kabinett treffen, dessen nächste Sitzung findet am Dienstag auf der Insel Herrenchiemsee statt. Zu der Sitzung wird auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) erwartet.

++ Die aktuellen Zahlen für den Südwesten: 52 Neuinfektionen

(18.20 Uhr) Am Mittwoch, 8. Juli, wurden dem Gesundheitsministerium vom Landesgesundheitsamt insgesamt weitere 52 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet (Stand: 16 Uhr).

Damit steigt die Zahl der seit Beginn der Pandemie Infizierten in Baden-Württemberg auf mindestens 35.952 an. Davon sind ungefähr 33.575 Personen bereits wieder von ihrer Covid-19-Erkrankung genesen. Derzeit sind geschätzt noch 539 Menschen im Land mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) infiziert.

Dem Landesgesundheitsamt wurde heute aus dem Landkreis Lörrach ein Todesfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet. Demnach beträgt die Zahl der Todesfälle jetzt insgesamt 1.838.

 Die Reproduktionszahl beziehungsweise der 7-Tages R-Wert wird vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit R 0,76 angegeben. Sie ist die Anzahl der Personen, die im Durchschnitt von einer infizierten Person angesteckt werden.

++ Studie: Auch milder Covid-19-Verlauf kann zu Gehirnschäden führen

(15.45 Uhr) Auch milde Verläufe von Covid-19 können laut einer Studie bei den Erkrankten zu ernsthaften Gehirnschäden führen. Ihrer Untersuchung zufolge komme es häufiger als bisher vermutet zu tendenziell tödlichen Komplikationen, darunter Fieberwahn, Nervenschäden und Schlaganfälle, erklärte ein Ärzteteam aus London am Mittwoch.

„Wir konnten mehr Patienten mit neurologischen Schäden wie Entzündungen im Gehirn identifizieren als gedacht“, sagte der Forscher Michael Zandi vom University College London. Die Befunde hätten jedoch nicht immer mit dem Schweregrad der Covid-19-Symptome korreliert, sagte er. An der Studie beteiligten sich 43 Patienten, bei denen entweder Covid-19 nachgewiesen oder vermutetet wurde. Das Team aus Ärzten stellte in zehn Fällen eine vorübergehende Hirnfunktionsstörung fest, in zwölf Fällen eine Hirnentzündung, in acht Fällen Schlaganfälle und in weiteren acht Fällen Nervenschäden. Die Ergebnisse der Untersuchung wurden in der Fachzeitschrift „Brain“ veröffentlicht.

Die Untersuchung deutet darauf hin, dass Komplikationen im Hirn bei Covid-19-Patienten häufiger vorkommen könnten als bisher gedacht. Jedoch sagten Experten auch, dass dies nicht bedeute, dass Hirnschäden bei Covid-19 weit verbreitet seien. Da die Krankheit erst seit einigen Monaten bekannt sei, „wissen wir wohl noch nicht, welche Langzeitschäden Covid-19 verursachen kann“, sagte der an der Untersuchung beteiligte Forscher Ross Paterson. Sein Rat: „Ärzte müssen sich über mögliche neurologische Schäden bewusst sein, da eine frühzeitige Diagnose den Krankheitsverlauf verbessern kann“.

++ Fiebernde Kinder in Friedrichshafen - Coronatests sind ausgewertet

(14.05 Uhr) 40 von 67 Kindern waren am Montag von ihren Eltern wegen fiebriger Erkrankungen von ihrem Kindergarten abgemeldet worden. Die ersten Testergebnisse liegen vor.

 

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