Corona-Newsblog: Merkel wünscht sich wohl Krisengipfel in der kommenden Woche

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Deutsche Presse-Agentur

Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹:

  • Aktuell nachgewiesene Infizierte Baden-Württemberg: ca. 37.100 (267.714 Gesamt - ca. 224.800 Genesene - 5.874 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg: 5.874
  • Sieben-Tage-Inzidenz Baden-Württemberg: 133,4
  • Aktuell nachgewiesene Infizierte Deutschland: ca. 314.700 (1.978.590 Gesamt - ca. 1.620.200 Genesene - 43.881 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland: 43.881
  • Sieben-Tage-Inzidenz Deutschland: 151,2

Das Wichtigste auf einen Blick: 

  • Merkel für Corona-Krisengipfel mit Länder-Regierungschefs in der kommenden Woche (20.45 Uhr)
  • Landtagswahl in Thüringen wird verschoben (19.49 Uhr)
  • Sieben Fälle mit neuen Virus-Varianten in Baden-Württemberg (19.15 Uhr)
  • Coronavirus bricht in Aitracher Seniorenzentrum aus (19.04 Uhr)
  • Moderna-Impfstoff wird ab Freitag in Baden-Württemberg gespritzt (15.27 Uhr)
  • Flughafen Stuttgart und Friedrichshafen vermelden drastischen Passagierrückgang (14.56 Uhr)
  • Prüfung von 10 Todesfälle nach Corona-Impfung - eher kein Zusammenhang (14.45 Uhr)
  • Bayern will zweite Biontech-Impfdosen nicht mehr zurücklegen (12.30 Uhr) 
  • Kretschmann: Corona-Lockdown muss voraussichtlich verlängert werden (11.17 Uhr)

++ Betrüger geben sich als Impfteam aus 

(21.20 Uhr) Kriminelle nutzen die derzeitige Corona-Impfkampagne aus, um Senioren um ihre Ersparnisse zu betrügen. Darauf haben am Donnerstag die Stadt Augsburg und das niederbayerische Polizeipräsidium hingewiesen.

Professionell organisierte Betrüger versuchten derzeit wegen angeblicher Impftermine Zugang zu Wohnungen von Rentnern zu erhalten, warnte die Augsburger Stadtverwaltung. Dabei fänden derzeit überhaupt keine Impfungen in Privathäusern statt. Die Impfteams seien nur in Pflegeheimen unterwegs. Darüber hinaus müssten die Bürger zum Impfzentrum kommen. Wer wegen vermeintlicher Impftermine zu Hause kontaktiert werde, solle die Polizei rufen.

Das Straubinger Polizeipräsidium berichtete, dass die Betrüger älteren Menschen im Zusammenhang mit der Pandemie mit verschiedenen Tricks Geld abnehmen wollen. Dazu gehöre, dass für Impfungen eine Vorab-Gebühr zu zahlen sei. In anderen Fällen wird behauptet, Geld müsse wegen der Corona-Krise abgehoben und anderweitig verwahrt werden.

Oder falsche Polizisten behaupten, eine drohende Anzeige wegen der Corona-Bestimmungen könne nur durch die Zahlung einer größeren Summe abgewendet werden. Das Polizeipräsidium empfiehlt, bei verdächtigen Anrufen aufzulegen.

++ Merkel für Corona-Krisengipfel mit Länder-Regierungschefs in der kommenden Woche

(20.45 Uhr) Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) drängt angesichts der angespannten Situation in der Corona-Pandemie auf einen raschen Krisengipfel mit den Regierungschefs der Länder. Sie sprach sich am Donnerstagabend bei einer CDU-Präsidiumssitzung für eine Ministerpräsidentenkonferenz in der kommenden Woche aus, wie die Nachrichtenagentur AFP von Teilnehmern erfuhr. Sie plädierte zudem für Verschärfungen der Regeln. Das Virus lasse sich nur mit deutlich zusätzlicher Anstrengung aufhalten, sagte Merkel demnach.

Der nächste Krisengipfel von Bund und Ländern ist eigentlich erst für den 25. Januar geplant. In Deutschland gilt seit Mitte Dezember ein harter Lockdown mit weitgehenden Schließungen im Handel und bei Dienstleistungen, in Schulen und Kitas sowie Kontaktbeschränkungen. Anfang Januar wurden die Maßnahmen verschärft und bis zum Monatsende verlängert.

Zuvor hatte bereits die „Bild“-Zeitung über eine Ministerpräsidentenkonferenz in der kommenden Woche berichtet, möglicherweise am Mittwoch. Im Gespräch seien weitere Verschärfungen der Maßnahmen, unter anderem die Einstellung des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs.

++ Landtagswahl in Thüringen wird verschoben

(19.49 Uhr) Als Reaktion auf dramatisch hohe Corona-Infektionszahlen wird die Wahl des Thüringer Landtags auf den 26. September verschoben.

Darauf haben sich Linke, SPD, Grüne und CDU verständigt, wie ihre Spitzenpolitiker am Donnerstagabend in Erfurt mitteilten. Das Parlament soll damit nicht wie bisher geplant Mitte Februar - und damit mitten in der Pandemie - aufgelöst werden, um vorgezogene Neuwahl am 25. April zu ermöglichen.

Am 26. September wird auch der Bundestag, der Landtag von Mecklenburg-Vorpommern und das Abgeordnetenhaus in Berlin gewählt. Thüringens Linke-Fraktions- und Landesparteichefin Susanne Hennig-Wellsow sagte, dies sei angesichts der pandemischen Situation der frühestmögliche Zeitpunkt.

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++ Landkreis Ravensburg reißt kritischen Inzidenzwert von 200

(19.39 Uhr) Die deutlich steigenden Infektionszahlen im Kreis bereiten Sorge. Erstmals steigt der 7-Tage-Inzidenzwert auch in den amtlichen Statistiken über 200. Welche Auswirkungen das hat.

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++ Sieben Fälle mit neuen Virus-Varianten in Baden-Württemberg 

(19.15 Uhr) In Baden-Württemberg sind bislang sechs Fälle der in Großbritannien beobachteten Coronavirus-Variante aufgetreten. Zudem gebe es einen Fall mit der Virusmutation aus Südafrika, teilte das Landesgesundheitsamt am Donnerstag mit. Allerdings wurden hier sechs Kontaktpersonen positiv auf Sars-CoV-2 getestet. Wegen der aufwendigen Diagnostik der Virusmutanten ist das jedoch der Stand vom vergangenen Samstag. Die neuen Varianten sollen sich deutlich schneller verbreiten als das herkömmliche Coronavirus. Die Virus-Mutation aus Großbritannien war kurz vor Weihnachten erstmals im Südwesten nachgewiesen worden.

Binnen eines Tages stieg die Zahl der Corona-Infektionen in Baden-Württemberg um weitere 2327 Fälle. Damit sind im Südwesten seit Beginn der Pandemie insgesamt 270 023 Ansteckungen registriert worden, wie das Landesgesundheitsamt am Donnerstag (Stand: 16.00 Uhr) weiter mitteilte. Die Zahl der mit oder am Coronavirus gestorbenen Menschen stieg um 104 auf insgesamt 5977. Als genesen gelten 223 104 ehemals Infizierte.

Die landesweite Sieben-Tages-Inzidenz pro 100 000 Einwohner liegt bei 131,1. Der geschätzte Sieben-Tages-R-Wert beträgt 1,02. Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch etwa 102 weitere Menschen anstecken. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Weiterhin liegen alle 44 Stadt- und Landkreise im Südwesten über dem Sieben-Tages-Inzidenzwert von 50 — ab jenem Wert gilt eine Kommune als Risikogebiet. Die Kreise Heilbronn und Ravensburg weisen sogar eine Inzidenz von mehr als 200 auf.

++ Coronavirus bricht in Aitracher Seniorenzentrum aus

(19.04 Uhr) Die Corona-Pandemie hat nun auch das Seniorenzentrum Aitrach erreicht. Das bestätigte die Pressestelle der Zieglerschen am Donnerstagnachmittag auf Nachfrage der „Schwäbischen Zeitung“.

Sie spricht von einem „größeren Ausbruchsgeschehen“. Aktuell seien 21 von 30 Bewohnerinnen und Bewohnern Corona-positiv getestet, ebenso zehn von 25 Mitarbeitenden.

Die unter diesen Umständen gute Nachricht ist: „Bei allen handelt es sich momentan um einen leichten Krankheitsverlauf, so dass die Menschen nahezu symptomlos sind“, so Pressesprecher Stefan Wieland.

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++ Mehr Impfstoff benötigt: „Dann haben wir etwas Gutes vor uns.“

++ Warum es beim Corona-​Bußgeld in der Region Unterschiede gibt

(18.31 Uhr) Zehn Wochen lang leben die Menschen in Baden-Württemberg nun schon mit strengen Corona-Regeln, die von Polizei und Ordnungsämtern kontrolliert werden. Seit der Schließung von Restaurants und Kultureinrichtungen Anfang November hat die Polizei laut Innenministerium mehr als 116 000 Verstöße in Baden-Württemberg festgestellt.

Wie viel Bußgeld dabei landesweit zusammengekommen ist, kann das Ministerium nicht beantworten, da es lediglich für die Polizei-Kontrollen zuständig ist. Die Bußgelder selbst werden von den Behörden vor Ort verhängt. Und da unterscheiden sich die Zahlen der Städte stark voneinander.

+++ Den vollständigen Artikel lesen Sie hier. +++ (Plus)

++ Ein Prozent der Deutschen gegen Coronavirus geimpft

(16.18 Uhr) Etwa einer von hundert Menschen in Deutschland ist bislang gegen das Coronavirus geimpft worden. Bis Donnerstagmittag erhielten 842.455 Menschen die erste von zwei Injektionen, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) mitteilte. Damit sei eine Impfquote von 1,01 Prozent der Bevölkerung erreicht worden. 

Für einen vollständigen Impfschutz gegen das Coronavirus sind zwei Injektionen im Abstand von etwa drei Wochen erforderlich. Verwendet wird hierzulande bislang in erster Linie das Produkt des deutschen Herstellers Biontech und seines US-Partners Pfizer, in geringerem Umfang auch das des US-Herstellers Moderna.

++ Moderna-Impfstoff wird ab Freitag in Baden-Württemberg gespritzt

 (15.27 Uhr) Baden-Württembergs Impfzentren können von Freitag an auch die ersten Dosen des neu zugelassenen Moderna-Impfstoffes auf die Spritzen aufziehen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Stuttgart werden zunächst 8400 Portionen an sieben der neun Zentralen Impfzentren im Land geliefert.

Die Hälfte dieser Dosen wird für die jeweils zweite Impfung in drei Wochen zurückgehalten, wie es am Donnerstag weiter hieß. Ab der zweiten Februarwoche zieht die Moderna-Menge für Baden-Württemberg stark an und erreicht nach 30 000 Dosen weitere 90 000 in der achten Kalenderwoche.

++ Flughafen Stuttgart und Friedrichshafen vermelden drastischen Passagierrückgang

(14.56 Uhr) Der Stuttgarter Flughafen hat im abgelaufenen Jahr wie prognostiziert einen drastischen Rückgang bei den Passagierzahlen sowie bei den Starts und Landungen verkraften müssen. Der Airport zählte 2020 coronabedingt nur noch 3,2 Millionen Fluggäste - das sind 74,8 Prozent weniger als noch 2019, wie der mit Abstand größte baden-württembergische Flughafen am Donnerstag vermeldete. Auch die Zahl der Starts und Landungen ging signifikant zurück — um 58,7 Prozent auf 58 803 Flugbewegungen.

Mit einem ähnlich desaströsen Ergebnis endete das Jahr auch für den Flughafen Friedrichshafen, der am Donnerstag für 2020 nur noch 119 040 Passagiere verkündete - das entspricht einem Minus von 75,7 Prozent. Die Zahl der Flugbewegungen sank um 58 Prozent auf 18 814.

+++ Prüfung von 10 Todesfällen nach Corona-Impfung - eher kein Zusammenhang

(14.45 Uhr) Das Paul-Ehrlich-Institut prüft bislang zehn Todesfälle kurz nach einer Corona-Impfung - ein Zusammenhang gilt den Experten zufolge aber als eher unwahrscheinlich. In diesen Fällen waren schwer kranke Menschen innerhalb von vier Tagen nach der Immunisierung gestorben, berichtete das für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel zuständige Bundesinstitut im hessischen Langen am Donnerstag.

„Aufgrund der Daten, die wir haben, gehen wir davon aus, dass die Patienten an ihrer Grunderkrankung gestorben sind - in zeitlich zufälligem Zusammenhang mit der Impfung“, sagte Brigitte Keller-Stanislawski, die zuständige Abteilungsleiterin für die Sicherheit von Arzneimitteln und Medizinprodukten.

+++ Papst Franziskus und emeritierter Papst Benedikt XVI. geimpft

(13.03 Uhr) Papst Franziskus und der emeritierte Papst Benedikt haben ihre erste Impfung gegen Covid-19 erhalten. Das teilte der Heilige Stuhl am Donnerstag mit. Die beiden seien im Vatikan geimpft worden, hieß es.

Das Oberhaupt der katholischen Kirche hatte bereits angekündigt, sich impfen zu lassen. „Man muss das machen“, hatte der 84-jährige Franziskus unlängst in einem Fernseh-Interview gesagt. Man spiele sonst nicht nur mit seiner Gesundheit und seinem Leben, sondern auch mit dem Leben anderer.

 

++ Bayern will zweite Biontech-Impfdosen nicht mehr zurücklegen

(12.30 Uhr) Bayern ändert sein Vorgehen, um bei der Corona-Impfung schneller vorwärts zu kommen. Künftig soll beim Biontech-Impfstoff - bis auf eine gewisse Reserve - nicht mehr für jeden Erstgeimpften die Dosis für die nötige zweite Impfung zurückgelegt werden. So macht das derzeit Baden-Württemberg. „Das Ziel ist, möglichst schnell möglichst viel zu impfen, und da wollen wir alle Chancen nutzen“, sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. 

Holetschek begründete die Kursänderung damit, dass sowohl nach Auskunft des Herstellers als auch nach Auskunft des Bundes die Biontech-Lieferungen planbar und zuverlässig kämen. Deshalb habe man abgewogen und sich dafür entschieden, möglichst schnell möglichst viele Menschen zu impfen und bis auf eine Reserve keine Impfdosen mehr zurückzuhalten. Das Risiko ist laut Holetschek überschaubar. 

++ Schneetreten: Die skurrile Art Abwehrkäfte zu stärken

(12.20 Uhr) Passend zum Wetter weist die Kneippverein Aulendorf auf eine außergewöhnkiche Kneippsche Anwendung hin: das Schneetreten. Schnee sei ein äußerst wirksames Mittel zur Stärkung der Abwehrkräfte. „Schnee ist ein wahres Multitalent für die Gesundheit, das derzeit in vielen Gärten liegt.“ Alles zum Schneetreten lesen Sie hier.

++ Bundestag beschließt Verdopplung von Kinderkrankentagen

(11.57 Uhr) Die Zahl der Kinderkrankentage wird in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie pro Elternteil von 10 auf 20 verdoppelt. Alleinerziehende erhalten 40 statt der üblichen 20 Tage. Das beschloss der Bundestag am Donnerstag vor dem Hintergrund der Einschränkungen an Schulen und Kitas. Der Bundesrat soll am Montag in einer Sondersitzung noch zustimmen.

Die Regelung soll rückwirkend zum 5. Januar gelten. Bund und Länder hatten sich bei ihren Corona-Krisenberatungen am Dienstag vor einer Woche auf die Aufstockung der Krankentage verständigt. Kinderkrankengeld zahlt die gesetzliche Krankenkasse normalerweise, wenn Eltern wegen der Pflege eines kranken unter 12-jährigen Kindes nicht arbeiten gehen können. Es beträgt 90 Prozent des Nettoverdienstes.

++ Durchschnittsalter auf Intensivstationen teilweise unter 60 Jahren

(11.30 Uhr) Der Präsident des Robert-Koch-Institutes, Lothar Wieler, hat an die Bevölkerung appelliert, unbedingt die geltenden Corona-Maßnahmen einzuhalten. Der RKI-Chef verwies auf die hohe Arbeitsbelastung im Gesundheitswesen, insbesondere auf den Intensivstationen. Dort liege das Durchschnittsalter der Patienten teilweise unter 60 Jahren. Wegen der hohen Infektionszahlen seien immer mehr Jüngere betroffen.

Am Ende dieses Jahres werden wir diese Pandemie kontrolliert haben“, stellte Wieler jedoch in Aussicht. Thema der Pressekonfernz war außerdem die Mobilität der Deutschen. Die täglichen Strecken die ein Mensch pro Tag zurücklegt, hätten sich im Winter-Lockdown wieder sichtbar verringert. Jedoch sind die Menschen häufiger unterwegs als während des Lockdowns im Frühling. 

++ Kretschmann: Corona-Lockdown muss voraussichtlich verlängert werden

(11.17 Uhr) Der Corona-Lockdown muss nach den Worten von Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann voraussichtlich über Januar hinaus verlängert werden.

„Wir müssen davon ausgehen, dass wir den Lockdown verlängern müssen“, sagte der Grünen-Politiker am Donnerstag in Stuttgart. Er werde sich für „weitere und schärfere Maßnahmen“ einsetzen.

++ Schulen und Kitas bleiben geschlossen - kein Sonderweg

(11.10 Uhr) Baden-Württemberg will Grundschulen und Kitas nun doch zumindest bis Ende Januar geschlossen halten, darauf verständigten sich Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Kultusministerin Susanne Eisenmann am Donnerstagvormittag. 

Angesichts der weiter hohen Corona-Infektionszahlen verzichtet die Landesregierung auf einen angedachten Sonderweg. Alles zur aktuellen Entscheidung der Landesregierung lesen Sie hier.

++ Deutschlands Wirtschaft in Corona-Krise um 5,0 Prozent eingebrochen

(10.20 Uhr) Deutschlands Wirtschaft ist in der Corona-Krise im Jahr 2020 um 5,0 Prozent geschrumpft. Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden auf Basis vorläufiger Berechnungen am Donnerstag mit. Der Einbruch ist weniger stark als in der Finanz- und Wirtschaftskrise, als das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Deutschland 2009 um 5,7 Prozent geschrumpft war.

Die Corona-Pandemie und die Beschränkungen zur Einschränkung ihrer Ausbreitung sorgten für eine „tiefe Rezession“, wie die Statistiker erklärten. Die Pandemie hinterließ demnach deutliche Spuren in nahezu allen Wirtschaftsbereichen: Die Produktion war sowohl in den Dienstleistungsbereichen als auch im Produzierenden Gewerbe teilweise massiv eingeschränkt. Mehr zur wirtschaftlichen Lage lesen Sie hier.

++ Hochschulen bekommen weitere 71,5 Millionen Euro Corona-Hilfen

(10.03 Uhr) Die Hochschulen im Südwesten bekommen weitere 71,5 Millionen Euro Corona-Hilfen. Diese Summe will die grün-schwarze Landesregierung ihnen nach Informationen der „Heilbronner Stimme“ und des „Mannheimer Morgen“ zur Verfügung stellen.

Die Zeitungen berufen sich auf eine Kabinettsvorlage von Baden-Württembergs Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne), die der Ministerrat in seiner Sitzung am kommenden Dienstag verabschieden will. Bauer schreibe darin, es müsse sichergestellt werden, dass es wegen der Krise „nicht zu verlorenen Kohorten an hochqualifizierten Fachkräften kommt“. Hochschulen müssten in die Lage versetzt werden, Studenten innerhalb der Regelstudienzeiten erfolgreiche Abschlüsse auf hohem Qualifikationsniveau zu ermöglichen.

++ 2,3 Milliarden Impfdosen von verschiedenen Herstellern

(9.25 Uhr) In Deutschland und anderen Ländern wird heftig über den schleppenden Impfstart diskutiert. Einige Politiker werfen Gesundheitsminister Jens Spahn ein Scheitern vor. Andere loben das gemeinsame europäische Vorgehen, dass die Impfgeschwindigkeit derzeit wohl etwas drosselt. In diesem Dilemma hat der Gesundheitsminister einen Alleingang gestartet und 30 Millionen Biontech-Dosen unabhängig von den europäischen Absprachen bestellt. 

Die EU hat mittlerweile verkündet, dass sie Optionen für 2,3 Milliarden Impfdosen von verschiedenen Herstellern hat. Alle Fragen und Antworten rund um die EU-Impfkampagne und welche Rolle Deutschland spielt.

++ Impfung für alle bis Sommer: Manuela Schwesig kritisiert Spahns Impf-Versprechen

(9.03 Uhr) Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig (SPD), hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) wegen voreiliger Versprechungen hinsichtlich der Corona-Impfungen kritisiert. Bisher gäbe es „keine verlässlichen Informationen, dass genügend Impfstoff vorhanden ist, damit das zu schaffen ist“, sagte Schwesig am Donnerstag im ZDF-„Morgenmagazin“.

Schwesig äußerte sich daher verärgert über die Aussage des Gesundheitsministers, wonach jeder, der geimpft werden will, auch geimpft würde. „Ich finde es schwierig, wenn der Bundesgesundheitsminister solche Versprechen macht, ohne dass wir wissen, dass genügend Impfstoff da ist."

++ WHO-Team macht sich auf die Suche nach dem Ursprung des Virus

(8.10 Uhr)Ein Team von Experten, die im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nach den Ursprüngen des Coronavirus forschen sollen, ist am Donnerstag in der zentralchinesischen Stadt Wuhan eingetroffen. Nach der Ankunft wurden die Forscher auf das Coronavirus getestet und müssen sich zunächst zwei Wochen in Quarantäne begeben. Um die Reise hatte es ein langes Tauziehen gegeben, so dass sich die Ankunft hinausgezögert hatte.

Gemeinsam mit chinesischen Wissenschaftlern wollen die Experten erkunden, ob das Virus zu seiner Quelle zurückverfolgt werden kann. In der Metropole Wuhan waren vor mehr als einem Jahr die ersten Infektionen mit dem neuen Sars-CoV-2-Virus entdeckt worden, der weltweit Dutzende Millionen Menschen infiziert hat. Mehr als 1,9 Millionen Menschen sind nach offiziellen Statistiken schon gestorben.

Mitglieder des WHO-Teams haben im Vorfeld der Reise aber schon die Erwartungen heruntergeschraubt. Es gehe vor allem darum, im Austausch mit den chinesischen Kollegen zu schauen, welche Spuren noch verfolgt werden könnten, hieß es. Die erste Reise diene auch nur dazu, in einer ersten Phase zu schauen, was schon alles an Forschung laufe und an Daten vorliege, um dann einen Plan für die zweite Phase zu machen.

++ WHO ruft wegen Virus-Mutationen Notfallkomitee zusammen

(6.51 Uhr) Angesichts der raschen Ausbreitung von deutlich ansteckenderen Varianten des Coronavirus zieht das Notfallkomitee der Weltgesundheitsorganisation (WHO) seine nächste Sitzung um zwei Wochen vor. Das Gremium werde bereits am Donnerstag zusammenkommen, um über die aktuelle Entwicklung zu beraten, teilte die WHO am Mittwoch in Genf mit.

Zudem soll das Notfallkomitee über den Umgang mit Impfzertifikaten und Corona-Tests auf Reisen sprechen. Im Anschluss will das Expertengremium Empfehlungen für die WHO und deren Mitgliedsstaaten veröffentlichen.

Zwei Mutationen des Virus wurden in den vergangenen Wochen in Großbritannien und Südafrika entdeckt, die als deutlich ansteckender gelten als die bisherigen Formen des Erregers. Diese Mutationen haben sich mittlerweile in mindestens rund 50 Staaten weltweit verbreitet. Zudem gab Japan am Sonntag die Entdeckung einer weiteren Mutation bekannt, die aus dem brasilianischen Amazonasgebiet stammen soll. Diese Variante wird derzeit untersucht.

++ Neuer Höchststand: 1244 Todesfälle innerhalb 24 Stunden gemeldet

(6.45 Uhr) Die Zahl der täglich verzeichneten Todesopfer durch die Corona-Pandemie in Deutschland hat einen neuen Höchststand erreicht. Binnen 24 Stunden wurden 1244 weitere Todesfälle gezählt, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Donnerstagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte. Der bisherige Höchstwert war am vergangenen Freitag mit 1188 Verstorbenen erreicht worden.

Laut den jüngsten Angaben des RKI stieg die Gesamtzahl der erfassten Corona-Toten in Deutschland seit Beginn der Pandemie auf 43.881. Gezählt werden dabei sowohl Menschen, die unmittelbar an der Erkrankung verstarben als auch Menschen mit Vorerkrankungen, die mit dem Coronavirus infiziert waren und bei denen sich nicht abschließend nachweisen lässt, was die genaue Todesursache war.

Das RKI gab am Donnerstag zudem 25.164 Neuinfektionen mit dem Coronavirus bekannt. Die Gesamtzahl der registrierten Corona-Infektionen in Deutschland seit Beginn der Pandemie wuchs damit auf 1.978.590.

Die Zahl der von einer Corona-Infektion genesenen Menschen in Deutschland bezifferte das RKI mit rund 1.620.200. Die Sieben-Tage-Inzidenz betrug am Donnerstag 151,2. Sie lag damit leicht unter dem Wert des Vortages. Bei dem Wert handelt es sich um die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in diesem Zeitraum.

++ Grundschulen und Kitas öffnen? Baden-Württemberg berät Sonderweg 

(6.37 Uhr) Das Land Baden-Württemberg will am Donnerstag über die Wiedereröffnung von Grundschulen und Kitas von kommender Woche an entscheiden. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) wollen am Vormittag (10.45) verkünden, ob es zu der Lockerung des Corona-Lockdowns kommt.

Kretschmann hatte sich zuletzt skeptisch gezeigt, weil die Infektionszahlen noch nicht belastbar nach unten gingen. Eisenmann, die auch CDU-Spitzenkandidatin für die Landtagswahl ist, dringt vehement auf eine Öffnung im Sinne der Kinder. Sie wollte Grundschulen und Kitas eigentlich schon am vergangenen Montag öffnen - „unabhängig von den Inzidenzzahlen“.

Kretschmann und Eisenmann wollten sich am Mittwochabend per Videoschalte mit Virologen, Epidemiologen und Kinder- und Jugendmediziner beraten. Mit einer Lockerung würde Baden-Württemberg, das in vielen Bereichen einen strengen Corona-Kurs fährt, einen Sonderweg beschreiten.

Das waren die letzten Meldungen am Mittwoch:

++ Fast 3000 neue Corona-Fälle im Südwesten — 116 weitere Tote 

(18.52 Uhr) Binnen eines Tages ist die Zahl der Corona-Infektionen in Baden-Württemberg um weitere 2976 Fälle gestiegen. Damit sind im Südwesten seit Beginn der Pandemie insgesamt 267 696 Ansteckungen registriert worden, wie das Landesgesundheitsamt am Mittwoch (Stand: 16.00 Uhr) weiter mitteilte. Die Zahl der mit oder am Coronavirus gestorbenen Menschen stieg um 116 auf insgesamt 5873. Als genesen gelten 219 676 ehemals Infizierte.

Die landesweite Sieben-Tages-Inzidenz pro 100 000 Einwohner liegt bei 133,3. Der geschätzte Sieben-Tages-R-Wert beträgt 1,09. Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch etwa 109 weitere Menschen anstecken. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Weiterhin liegen alle 44 Stadt- und Landkreise im Südwesten über dem Sieben-Tages-Inzidenzwert von 50 — ab jenem Wert gilt eine Kommune als Risikogebiet. Die Kreise Calw und Ravensburg weisen sogar eine Inzidenz von mehr als 200 auf.

++ Homeoffice-Pflicht in der Diskussion

++ Click & Collect in der Praxis - Händler schildern Erfahrung

(17.37 Uhr) Der seit Dezember andauernde zweite Lockdown ist für den Nonfood-Einzelhandel eine Katastrophe. Das so wichtige Weihnachtsgeschäft fiel flach und auch jetzt gibt es noch keine Aussicht auf Öffnung.

Wie dramatisch die Situation für den Einzelhandel ist, bestätigt auch der Handelsverband Baden-Württemberg. Seit Montag gibt es nun zumindest einen kleinen Lichtblick für die Einzelhändler. Der sogenannte „Click and collect“- Service, den es in anderen Bundesländern auch schon vor Weihnacht gab, ist noch auch in Baden-Württemberg erlaubt.

Kunden können nun vorab Ware bestellen und im Geschäft abholen. Über diese Lockerung freuen sich auf die Boutique-Inhaberin Ursula Scheid von „Andante Mode“ und  Janka Pörksen von der „Buchhandlung Pörksen“. Auch, wenn die dadurch erzielten Einnahmen eher „ein Tropfen auf den heißen Stein“ sind.

++ EU-Staaten weiten Suche nach Mutationen des Coronavirus aus

(16.27 Uhr)  Die EU-Staaten wollen die Suche nach Mutationen des Coronavirus ausweiten. Dies teilte die portugiesische Gesundheitsministerin Marta Temido am Mittwoch nach einer Video-Konferenz mit ihren EU-Kollegen mit.

Demnach rief die EU-Seuchenbekämpfungsbehörde ECDC „alle Mitgliedstaaten auf, die Entwicklung zu überwachen“ und die Entdeckung veränderter Viren an die EU zu melden. Die EU-Kommission bot den Regierungen praktische und finanzielle Hilfe an.

In den vergangenen Wochen waren mehrere Mutationen des Coronavirus bekannt geworden. Mitte Dezember hatte Großbritannien erstmals über eine Mutation berichtet, die laut Weltgesundheitsorganisation WHO eine „höhere Übertragbarkeit“ aufweist.

Kurz darauf wurde auch eine Variante aus Südafrika bekannt. Auch bei ihr hält die WHO eine schnellere Verbreitung für möglich. Beide Mutationen sind inzwischen auch in Deutschland aufgetreten.

Die neuen Varianten hätten „bereits erhebliche Auswirkungen in einer Reihe von europäischen Ländern“, sagte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides nach einer Video-Konferenz mit den Ministern der Mitgliedstaaten.

+++ Hier geht es zum ganzen Newsblog von Mittwoch +++

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