Corona-Newsblog: Mehr als 3660 Menschen in BaWü infiziert, neun Tote in Würzburger Pflegeheim

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Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

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Aktuelle Zahlen für Deutschland und die Region:

  • Infizierte Deutschland: 13.957 (¹ - Stand: 20.3., 19 Uhr), 19.848 (³)
  • Geheilte Deutschland: 180 (²,³)
  • Kritische Fälle Deutschland: 2 (²,³)

  • Todesfälle Deutschland: 59 (²,³)

  • Infizierte Baden-Württemberg: 3.665 (⁴ - Stand: 20.3., 15 Uhr)
  • Todesfälle Baden-Württemberg: 17 (⁴ - Stand: 20.3., 15 Uhr)

Quellen: RKI¹, Johns-Hopkins-University², Worldometer³, Ministerium für Soziales und Integration Baden Württemberg⁴, WHO

Das Wichtigste im Überblick:

22.30 Uhr Kretschmann droht mit Ausgangssperren: "Der Samstag wird dafür entscheidend sein"

Als Reaktion auf die vergleichsweise hohe Zahl von Uneinsichtigen verschärft die Landesregierung vom Wochenende an die Einschränkungen für das öffentliche Leben weiter und verbietet größere Menschenansammlungen auf öffentlichen Plätzen. Damit sollen die Infektionsketten durchbrochen und das Tempo der Ansteckungen gedrosselt werden.

Das Land müsse zu diesen noch härteren Maßnahmen greifen, um die Menschen von Treffen abzuhalten, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Freitag in Stuttgart. Er kritisierte die Verstöße gegen die bereits einschneidenden Regelungen scharf: „Der Großteil der Bevölkerung hält sich daran, aber es sind zu viele, die sich nicht daran halten“, sagte er. „Sie gefährden andere und sich selbst“, warf er ihnen vor. In einer im SWR übertragenen TV-Ansprache drohte er am Freitag erneut mit härteren Maßnahmen und kündigte an: „Der morgige Samstag wird dafür entscheidend sein.“

22 Uhr: Neun Coronavirus-Todesfälle in Würzburger Pflegeheim

Fast die Hälfte der Coronavirus-Todesfälle in Bayern betreffen Bewohner eines Würzburger Pflegeheims. Nach Infektionen mit dem neuartigen Virus sind dort neun Menschen gestorben, wie ein Sprecher des Landesamts für Gesundheit (LGL) am Freitag auf Anfrage sagte.

Die Leiterin der Würzburger Altenpflegeeinrichtung sagte der Deutschen Presse-Agentur, alle Verstorbenen hätten Vorerkrankungen gehabt und seien über 80 Jahre alt gewesen.

Von den 160 Bewohnern lägen derzeit fünf mit einer Covid-19-Erkrankung in Würzburger Kliniken, weitere zehn seien positiv auf das Virus getestet und würden isoliert in ihren Zimmern im Heim versorgt. Hinzu kämen 23 Pflegekräfte mit ebenfalls positivem Test. Diese befänden sich in Quarantäne zu Hause.

21.30 Uhr: Kommentar: Der Staat muss den Worten Taten folgen lassen – schnell

Die Corona-Krise bedroht viele Unternehmen in ihrer Existenz. Der Staat unternimmt viel. Doch vor allem muss es schnell gehen und unbürokratisch, kommentiert unser Wirtschaftsredakteur Andreas Knoch.

21 Uhr: Wirte schicken Mitarbeiter nach Hause

Viele Riedlinger Gastronomen haben ganz geschlossen, einige bis zuletzt noch versucht, ihre Bestände abzubauen. Trotz all dem äußern die Wirte volles Verständnis für die Anordnungen und Maßnahmen.

20.30 Uhr: Ulmer Virologe: „Es wird nicht schnell vorbei sein“

Während das Coronavirus das öffentliche Leben lahmgelegt hat, haben manche Menschen den Ernst der Lage noch nicht begriffen. Der Ulmer Virologe Thomas Mertens spricht über die besondere Gefährlichkeit des Coronavirus.

20.00 Uhr - Neues Hilfe-Portal der Schwäbischen Zeitung

Lieber Leserinnen und Leser,

Ihre Solidarität in der Corona-Krise ist riesig. Der Wunsch von vielen Leserinnen und Lesern anderen Menschen zu helfen, zeigt, was eine Gesellschaft in einer solchen Ausnahmesituation zu leisten vermag. Das ist toll und macht Mut.

Wir haben deshalb vor wenigen Tagen eine Aktion gestartet: SCHWÄBISCHE BRINGT ZUSAMMEN.

Dieses Angebot haben wir nun weiterentwickelt und auf den regionalen Einzelhandel ausgeweitet. Hier geht es zu SCHWÄBISCHE BRINGT ZUSAMMEN.

19.20 Uhr: Die richtige Nummer wählen

Das Landratsamt im Alb-Donaukreis weist darauf hin: Die Notrufnummer 112 ist nur für den Rettungsdienst und darf nur im Notfall gewählt werden. Sie steht bereit für schwere Notfälle, wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Unfälle. Wer sie blockiert, gefährdet Menschenleben. Für andere medizinische Anliegen soll die Rufnummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes 116 117 gewählt werden.

18.50 Uhr: Zahl der Infektionen in Baden-Württemberg steigt auf 3665

Dem baden-württembergischen Gesundheitsministerium wurden vom Landesgesundheitsamt 917 neue bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus mitgeteilt. Damit steigt die Zahl der Infizierten im Land auf 3.665 an. Von den 3.665 Fällen mit Angaben zum Geschlecht waren 2.045 männlich (56 %). Das Durchschnittsalter beträgt 47 Jahre bei einer Spannweite von 0 bis 98 Jahren.

Darüber hinaus wurden dem Gesundheitsministerium sechs weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet. Damit steigt die Zahl der Covid-19-Todesfälle in Baden-Württemberg auf 17 an (Landkreise Emmendingen (4), Esslingen (2), Göppingen, Heilbronn (2), Hohenlohekreis, Ortenaukreis (2), Rems-Murr, Reutlingen, Rottweil, Sigmaringen und Waldshut).

18.20 Uhr - Spahn plant weitere Unterstützung für Praxisärzte

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat den Praxisärzten für ihren „außergewöhnlichen Einsatz“ in der Corona-Krise gedankt und weitere Unterstützung angekündigt. In einem Brief an alle niedergelassenen Ärzte schrieb der CDU-Politiker am Freitag, sie bildeten „den ersten Schutzwall, den unser Gesundheitssystem im Kampf gegen das Virus aufbietet“. Zum Schutz des Praxispersonals sollten weitere Lieferungen dringend benötigter Schutzmasken „unmittelbar und in mehreren Tranchen“ folgen. Der Auf- und Ausbau zentraler Testambulanzen auf das Coronavirus solle finanziell gefördert werden.

Um Praxisabläufe zu erleichtern, sei außerdem im Blick, Krankschreibungen auch nur nach telefonischer Rücksprache für 14 Tage zu ermöglichen. Kosten für die stark nachgefragte bundesweite Hotline 116 117 der Kassenärzte würden erstattet, versicherte Spahn.

17.50 Uhr - Neues Corona-Notfallzentrum in Aalen

Noch gehört der Ostalbkreis nicht zu den Brennpunkten, aber auch hier steigen täglich die Erkrankungsfälle. Mit Blick auf die Erfahrungswerte aus China und Italien bereiten die Verantwortlichen der Kliniken Ostalb bereits seit längerem die drei Krankenhäuser in Aalen, Ellwangen und Schwäbisch Gmünd auf die Zeit vor, in der Patienten mit schweren Corona-Verläufen stationär und möglicherweise sogar intensiv behandelt werden müssen. 

In der Ulrich-Pfeifle-Halle wird der Landkreis daher in Form einer eigenständigen Abteilung der Kliniken Ostalb ein ärztliches Notfallzentrum mit Notfallbetten einrichten.

17.35 Uhr - Handelsverband fordert klare Regeln für Einkaufen im Supermarkt

Mitarbeiter in Supermärkten können nicht ausreichend mit Schutzmasken und Desinfektionsmitteln ausgerüstet werden - das hat am Freitag der Handelsverband Baden-Württemberg (HBW) beklagt. Abgesehen vom Mangel an diesen Produkten auf dem Markt seien außerdem eindeutige Bestimmungen nötig: „Wir brauchen klare Regelungen vom Staat, was die Hygienemaßnahmen und eine mögliche Reduzierung der Kunden im jeweiligen Geschäft betrifft“, sagte die Hauptgeschäftsführerin Sabine Hagmann der dpa. Zuerst hatte der SWR berichtet.

Sollen beispielsweise 30 Kunden pro Markt zugelassen werden, um dicht gedrängte Menschentrauben zu vermeiden - und das unabhängig von der Größe des Geschäfts? „Wir favorisieren eine Quadratmeterregelung“, sagte Hagmann dazu und betonte, dass es wichtig sei, eine solche Regelung flächendeckend einzuführen. Ob nun ein Kunde auf je 20 oder 30 Quadratmetern einkaufen dürfe - „es kann nicht sein, dass jede Kommune das anders entscheidet. Am besten wäre eine bundesweite Lösung.“ Die Versorgungsabwicklung werde sonst sehr schwierig.

Mindestens bis dahin bleibt die Sicherheit der Mitarbeiter eines der Hauptprobleme - etwa weil Kunden Hinweise und Markierungen fürs Abstandhalten ignorierten. „Wir stellen fest, dass Kunden teilweise nicht sehr diszipliniert sind und diese Anordnung nur an der Kasse einhalten, sonst nicht“, sagte Hagmann. An die entsprechenden Masken zu kommen, um die Mitarbeiter auszurüsten und ihren Arbeitsalltag sicherer zu machen, sei derweil sehr schwierig.

Der Verband setze nun bauliche Maßnahmen um, um die Mitarbeiter vor dem neuartigen Coronavirus zu schützen. „Wir haben teilweise auch schon Plexiglasscheiben angebracht an den Kassen und wir rüsten da in den Supermärkten momentan nach. Das ist natürlich schwierig, weil es jetzt auch schwierig ist, an Plexiglasscheiben und an die betreffenden Handwerker zu kommen - aber da arbeiten wir mit Hochdruck dran“, sagte Hagmann.

17.17 Uhr - Diese Serien helfen gegen Langeweile

Die Kinos haben geschlossen, das öffentliche Leben ist weitgehend lahmgelegt. Doch es gibt keinen Grund sich zu langweilen - es gibt ja noch das Fernsehen, mit dem man sich in der Corona-Krise die Langeweile vertreiben kann.

Wir stellen Klassiker und Neuerscheinungen vor, die es in den Mediatheken oder bei Streaminganbietern zu sehen gibt. Netflix und YouTube haben zwar angekündigt, nur noch in der Standard-Auflösung zu senden, um die Netze zu entlasten. Die Nutzer sollen dennoch eine gute Qualität bekommen, heißt es von Seiten des US-Dienstes.

17.10 Uhr - Polizei im Ostalbkreis: Bleibt daheim!

Auch im Ostalbkreis, im Rems-Murr-Kreis und im Landkreis Schwäbisch Hall ermahnt die Polizei die Bürger, zu Hause zu bleiben. In ihrem Video sagen sie: "Wir sind für euch da."

16.57 Uhr - Verschwörungstheorieen und Fake-News enttarnt

Schwäbische.de enttarnt ab sofort täglich Fake-News und Verschwörungstheorien zur Corona-Krise. Denn mit den erfundenen Geschichten soll Panik verbreitet werden - wir wollen das Gegenteil: Besonnenheit durch Aufklärung.

Heute: Kriminelle passen ihre Betrugsmaschen an und heiße Getränke sollen gegen eine Infektion helfen.

16.35 Uhr - Warnung vor Nahrungsergänzungsmitteln mit irreführenden Angaben

Immer mehr Anbieter von Nahrungsergänzungsmitteln suggerieren und werben damit, dass mit einer Einnahme ihrer Mittel eine Infektion mit dem Corona-Virus vorgebeugt werden könne. Davor warnt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft in einer Pressemitteilung am Freitagnachmittag. Die Verbraucherinnen und Verbraucher würden durch solche Aussagen in die Irre geführt und getäuscht.

Das Ministerium stellt in der Mitteilung klar: "Es gibt kein Nahrungsergänzungsmittel, dass eine Infektion mit dem Virus verhindern kann. Nahrungsergänzungsmittel dienen nicht der Vorbeugung oder Behandlung von Erkrankungen. Eine gesundheitsbezogene Werbung wie "schützt vor Viren" ist verboten."

Es gebe außerdem keine wissenschaftlichen Studien, die eine Wirksamkeit von bestimmten Pflanzen, Vitaminen oder Mineralstoffen gegen COVID-19 beweisen würden.

16.03 Uhr - Plattform vermittelt kostenlose Kinderbetreuung

Die Kinderbetreuungsplattform „Yoopies“ ruft Babysitter dazu auf, ihre Dienste kostenlos anzubieten. Gleichzeitig bietet die gewerbliche Vermittlungsbörse den sonst zahlungspflichtigen Service für Klinikmitarbeiter kostenlos an.

So sollen sich Helfer und Hilfesuchende unkompliziert finden, schreibt das französische Unternehmen. Auch im Südwesten haben sich bereits bereits einige Helfer registriert.

15.45 Uhr - Kommentar: Corona-Partys? Ihr verhöhnt die Helfer und gefährdet Menschenleben!

Wenn dieses idiotische Verhalten anhält, wird jeder in Familie oder Freundeskreis Tote zu beklagen haben - auch jene, die noch immer die Realität verleugnen, kommentiert unser Redakteur Dirk Grupe.

15.33 Uhr - Dringender Appell an die Menschen im Ostalbkreis

Vertreter aus Politik, Kirche und Gesundheitswesen im Ostalbkreis wenden sich mit einem dringenden Appell an die Bevölkerung. Die Situation sei ernst. Der Ostalbkries ist einer der am meisten betroffenen Landkreise in Baden-Württemberg.

14.30 Uhr - Kretschmann gibt weitere Maßnahmen bekannt

Auf einer Pressekonferenz in Stuttgart am Freitagmittag gibt Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) weitere Maßnahmen bekannt, mit denen das öffentliche Leben weiter eingeschränkt werden soll. Das sind die wichtigsten Änderungen:

  1. Alle Restaurants und Gaststätten müssen ab morgen schließen, Essen zum Mitnehmen ist aber weiterhin möglich.
  2. Alle Zusammenkünfte und Ansammlungen auf öffentlichen Plätzen sind nicht mehr erlaubt, es dürfen sich nicht mehr als drei Personen versammeln. Davon ausgenommen sind Familien. Das werden wir entsprechend sanktionieren.
  3. Durchreisen von Personen aus internationalen Risikogebieten werden weiter eingedämmt.

"Wir müssen das tun, um alle zu schützen", sagt Kretschmann auf der Pressekonferenz. "Ich fordere Sie auf: Bleiben Sie daheim und reduzieren Sie ihre Kontakte." Am Wochenende wolle er in weiteren Konferenzen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel darüber sprechen, ob die Maßnahmen verschärft werden müssen.

"Bei Verstößen gegen die Maßnahmen drohen Bußgelder bis zu 25.000 Euro und mehrjährige Haftstrafen", mahnt Innenminister Thomas Strobl (CDU).

14.10 Uhr - Drohende Ausgangsbeschränkungen: Das sind die Konsequenzen

In Bayern gelten ab Samstag strenge Ausgangsbeschränkungen für alle Bürger, Baden-Württemberg kündigt nun ebenfalls striktere Auflagen an. Was das für die Menschen bedeutet:

Aldi verkauft Desinfektionsmittel
Menschen warten vor der Öffnung einer Aldi-Filiale vor dem Eingang. (Foto: Martin Gerten / DPA)

13.48 Uhr - McDonald's-Mitarbeiter helfen bei Aldi aus

Die in der Corona-Krise stark gestiegene Nachfrage nach Lebensmitteln stellt Supermärkte vor große Herausforderungen - zugleich sind viele Restaurants stark eingeschränkt. Die Fastfoodkette McDonald's hat nun eine Personalpartnerschaft mit Aldi geschlossen, um Mitarbeiter gezielt an den Discounter zu vermitteln. Dies schaffe eine „Win-win-Situation“, erklärte der Vorstandschef von McDonald's Deutschland, Holger Beeck. „Unsere Mitarbeiter können - wenn sie das wollen - weiter beschäftigt werden. Gleichzeitig profitiert Aldi von zusätzlichen Ressourcen.“

Wie beide Unternehmen mitteilten, sollen die Mitarbeiter der Fastfoodkette bei Aldi zu den dort üblichen geltenden Konditionen befristet eingestellt werden. Nach dem Einsatz könnten sie wieder zu McDonald's zurückkehren. Stefan Kopp, Sprecher des Verwaltungsrats von Aldi Süd, begrüßte es, „auf so unkomplizierte Weise“ Unterstützung zu erhalten.

13.05 Uhr - Baden-Württemberg verschiebt Abitur- und Abschlussprüfungen

Baden-Württemberg verschiebt alle Abitur- und Abschlussprüfungen. „Wir müssen davon ausgehen, dass die Schülerinnen und Schüler aufgrund der Schulschließungen ohne eine Verschiebung der anberaumten Prüfungstermine nicht über die nötigen Voraussetzungen für die Prüfung verfügen“, sagt Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU).

„Mit einem neuen Terminplan wollen wir ermöglichen, dass die betroffenen Schülerinnen und Schüler genügend Zeit für die Vorbereitung auf die Prüfungen haben. Unser grundlegendes Ziel ist, dass alle Schülerinnen und Schüler faire Bedingungen für ihre Abschlussprüfungen bekommen.“

Den neuen Terminplan für die zentralen Abschlussprüfungen finden Sie hier.

12.35 Uhr - Bayern verhängt weitreichende Ausgangsbeschränkungen

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) verhängt ab heute Nacht für zwei Wochen Ausgangsbeschränkungen in ganz Bayern. "Für die Vernünftigen ändert sich nicht viel, aber für die Unvernünftigen gibt es jetzt ein klares Regelwerk", sagt er auf einer Pressekonferenz am Freitagmittag.

Das Verlassen der eigenen Wohnung ist ab Samstag nur noch bei Vorliegen triftiger Gründe erlaubt. Dazu zählen unter anderem der Weg zur Arbeit, notwendige Einkäufe, Arzt- und Apothekenbesuche, Hilfe für andere oder Besuche von Lebenspartnern.

Entgegen der bisherigen Regelungen sollen in Bayern künftig auch Restaurants und Gaststätten schließen. Auch Friseure und Baumärkte dürfen nicht mehr öffnen. Sport im Freien und Spaziergänge sind zwar erlaubt. Söder mahnte aber, dass dies nur allein oder in der Familie möglich sei. Es dürfe keine Gruppenbildung geben. Die Polizei werde dies kontrollieren. Wer gegen die Vorgaben verstoße, müsse mit hohen Bußgeldern rechnen.

Alle Details dazu lesen Sie hier.

12.25 Uhr - Kretschmann plant letzte Maßnahmen vor der Ausgangssperre

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) wird um 14 Uhr ein Pressestatement abgeben. Darin geht es um weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern - und damit eine Überlastung der Krankenhäuser. Die Maßnahmen gelten als letzer Versuch, Ausgangssperren zu verhindern.

Derzeit halten sich zu viele Mensche nicht an die Empfehlungen, sich nicht in Gruppen zu treffen. Deshalb plant die Landesregierung, Menschenansammlungen auf öffentlichen Plätzen zu verbieten. Sie bereitet unter anderem ein so genanntes Niederlassungsverbot für Gruppen vor.

12.10 Uhr - Bund und Länder wollen Corona-Maßnahmen nächste Woche unter Dach und Fach bringen

Bund und Länder wollen neue Corona-Maßnahmen in der kommenden Woche im Eilverfahren unter Dach und Fach bringen. Bereits am Montag wird das Bundeskabinett tagen, wie Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin ankündigte. Der Bundestag wird nach einem Bericht der Funke Mediengruppe voraussichtlich nur am Mittwoch tagen. Dazu sollten am Freitag aber noch Gespräche stattfinden, wie die Nachrichtenagentur AFP aus Parlamentskreisen erfuhr.

Dabei wird es auch darum gehen, in welcher Stärke der Bundestag beraten wird. Nach der Geschäftsordnung des Parlaments muss mehr als die Hälfte aller Abgeordneten anwesend sein. Endgültig beschließen soll die Maßnahmen am Freitag dann der Bundesrat auf einer Sondersitzung, wie AFP aus der Länderkammer erfuhr.

11.55 Uhr - Experten: Deutschland schafft wegen Corona 40-Prozent-Klimaschutzziel

Als Folge der Corona-Krise wird Deutschland sein Klimaschutz-Ziel für das Jahr 2020 nach Einschätzung der Denkfabrik Agora Energiewende sicher erreichen. Es könnten je nach Ausmaß der Krise nicht nur wie angestrebt 40 Prozent weniger Treibhausgase als 1990 ausgestoßen werden, sondern sogar bis zu 45 Prozent weniger, sagte Agora-Direktor Patrick Graichen am Freitag in Berlin. Zugleich mahnte er, dass Investitionen in klimafreundliche Technologien ausfallen könnten und das Coronavirus dann dem Klima längerfristig schade. Die Politik müsse gegensteuern und Wachstumspakete „grün“ ausgestalten.

Es sei damit zu rechnen, dass im Verkehr und in der Industrie die Emissionen deutlich zurückgingen, erklärte Graichen. Die Menschen seien weniger mit dem Auto unterwegs, weil sie nicht mehr Reisen sollten oder dürften. Der individuelle Pkw-Verkehr macht rund 60 Prozent der Treibhausgas-Emissionen im deutschen Verkehr aus. Zudem seien im ersten Quartal 2020 schon rund 20 Millionen Tonnen CO2 in der Stromproduktion eingespart worden, weil es vergleichsweise warm und windig gewesen sei und der Gaspreis niedrig liege. Das setze besonders klimaschädliche Kohlekraftwerke unter Druck.

11.45 Uhr - Restaurantkette Vapiano ist zahlungsunfähig

Wegen eines drastischen Umsatzrückgangs in der Corona-Krise ist die ohnehin schon angeschlagene Restaurantkette Vapiano in die Zahlungsunfähigkeit gerutscht. Damit sei der Vorstand verpflichtet, spätestens innerhalb von drei Wochen den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens zu stellen, teilte das Unternehmen am Freitag in Köln mit.

Der Vorstand wolle nun sorgfältig prüfen, ob sich das Insolvenzverfahren innerhalb der Frist noch abwenden lasse - etwa durch in der Corona-Krise angekündigte staatliche Hilfsprogramme.

11.30 Uhr - Polizei Konstanz ruft dazu auf, zu Hause zu bleiben

In einem Video ruft die Polizei Konstanz unter dem Hashtag #FlattenTheCurve die Bevölkerung dazu auf, zu Hause zu bleiben. 

10.55 Uhr - Reisewarnung gilt bis Ende April

Die Reisewarnung der Bundesregierung wegen der Corona-Krise gilt zunächst bis Ende April und betrifft damit auch die Osterferien. Das gab Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) am Freitag auf Twitter bekannt.

10.25 Uhr - Nach Netflix drosselt auch YouTube Video-Übertragung in Europa

Wegen einer befürchteten Verstopfung des Internets durch Telearbeit und die verstärkte Nutzung von Unterhaltungsangeboten infolge der Corona-Krise verringert nach Netflix auch das Video-Portal Youtube die Übertragungsqualität in Europa. Wie die EU-Kommission am Freitag mitteilte, teilte dies die YouTube-Mutter Google mit.

In einer von der EU-Kommission am Freitag verbreiteten Erklärung kündigte Google an, bei der Übertragung von YouTube-Videos „vorübergehend auf Standard-Auflösung“ umzustellen. „Wir werden weiter mit den Regierungen der Mitgliedstaaten und den Netzwerk-Betreibern daran arbeiten, die Belastung des Systems so gering wie möglich zu halten, während wir weiter ein gutes Nutzer-Erlebnis bieten.“

Der Film- und Serien-Anbieter Netflix hatte schon am Donnerstagabend erklärt, nun „für 30 Tage die Bit-Raten aller unserer Streams in Europa zu verringern“. Nach Schätzung des Unternehmens könnte so der Netflix-Verkehr in den europäischen Datennetzen „um rund 25 Prozent reduziert werden, während weiter eine gute Dienstleistungsqualität für unsere Mitglieder sichergestellt ist“.

9.50 Uhr - Land will Niederlassungsverbot für Gruppen auf öffentlichen Plätzen 

Auf öffentlichen Plätzen in Baden-Württemberg werden wegen des grassierenden Coronavirus Menschenansammlungen verboten. Die Landesregierung bereitet ein Niederlassungsverbot für Gruppen auf öffentlichen Plätzen vor, wie die Deutsche Presse-Agentur am Freitag aus Regierungskreisen erfuhr.

Bei der betroffenen Gruppengröße handle es sich um eine einstellige Zahl, das Justizministerium müsse das juristisch prüfen. Das diene dazu, die tatsächlichen Sozialkontakte unterhalb einer Ausgangssperre so weit wie möglich und geboten zu verringern, hieß es aus den Kreisen.

Zugleich aber lasse Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) Voraussetzungen und Regelungen einer Ausgangssperre schon vorgreifend prüfen, damit diese schnellstmöglich umgesetzt werden könnte - sollten die Ministerpräsidenten und die Bundeskanzlerin am Sonntag zum Schluss kommen, dass eine solche unabwendbar ist. Man setze jedoch alles daran, eine Ausgangssperre zu vermeiden, hieß es den Informationen zufolge.

9.27 Uhr - Drastische Einschnitte bei Hebammen und junge Familien

In den Kliniken der Region sind die Sicherheitsvorkehrungen momentan hoch. Das spürte auch eine junge Mutter, die kürzlich in der Asklepios-Klinik Lindau entbunden hat. Nur der Vater des Kindes durfte zu Besuch kommen, ihr zweijähriger Sohn sollte zu Hause bleiben.

Die Frauen sind sehr verunsichert. 

Meike Siegel, freie Hebamme in Lindau

Er hat geweint. Da die junge Mutter ein Einzelzimmer und er schlimmes Heimweh nach ihr hatte, durfte er dann doch zu ihr, vermutet sie. Ihr Mann musste ohne Umwege in das Zimmer und das zweijährige Kind die ganze Zeit auf dem Arm halten.

Die Situation sei momentan sehr angespannt, sagt Meike Siegel. „Und die Frauen sind sehr verunsichert.“ Siegel arbeitet als freie Hebamme in Lindau und in der Tettnanger Klinik. Vor allem die Hausbesuche bei den jungen Müttern seien schwierig, erzählt sie. Vor jedem Besuch ziehe sie nun Handschuhe und Mundschutz an.

Wie die Frauen mit der neuen Situation umgehen, lesen Sie hier (plus).

8.34 Uhr - Samstag soll über Ausgangssperren entscheiden

Kanzleramtschef Helge Braun hat den Samstag als entscheidenden Tag beim Beschluss über mögliche Ausgangssperren wegen des Coronavirus bezeichnet. Am Samstag schaue sich die Regierung das Verhalten der Bevölkerung besonders genau an, sagte er.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will am Sonntagabend mit den Ministerpräsidenten der Länder in einer Telefonkonferenz beraten. Dabei dürfte es auch darum gehen, ob und wann Ausgangssperren verhängt werden sollen. Mehrere Regierungschefs hatten am Donnerstag bereits mit Ausgangssperren gedroht. Auch die Kanzlerin hatte in ihrer Fernseh-Ansprache am Mittwoch angedeutet, dass Ausgangssperren eine mögliche Option seinen.

Man setze darauf, „dass die Bevölkerung die Maßnahmen versteht und bereit ist, ihr Sozialleben einzuschränken. Und wenn wir in Nachbarländer blicken, die schon Ausgangssperren verhängt haben, dann wird klar: Das wäre eine enorme zusätzliche Belastung“.

 Eigentlich verspricht es ein gutes Spargeljahr zu werden – doch Spargelbauer Thomas Geiger bangt momentan darum, ob genügend Sa
Eigentlich verspricht es ein gutes Spargeljahr zu werden – doch Spargelbauer Thomas Geiger bangt momentan darum, ob genügend Saisonkräfte für die Ernte zur Verfügung stehen werden. (Foto: Angela Schneider)

8.21 Uhr - Wie Gäste ihren Stammkneipen helfen können

Unter dem Motto „Support Your Locals“ („Unterstütze deine Einheimischen“) sollen Gäste jetzt Gutscheine bei ihren Stammlokalen kaufen, sie sofort bezahlen und sie einlösen, wenn die Kneipen nach der Corona-Pandemie wieder öffnen dürfen.

Mit dieser Aktion wollen Mathias Heinzler und Tobias Meinhold der Biberacher Gastronomie über die Corona-Krise und ihre wirtschaftlichen Folgen hinweg helfen. 

Ziel ist, den Gastronomen möglichst schnell Geld zukommen zu lassen, damit sie die Zeit überbrücken können, bis die staatliche Unterstützung anläuft. 

Tobias Meinhold, Gastronom

Die Gastronomen können den Gutschein dann zumailen, ausdrucken oder bis zur Wiedereröffnung im Lokal hinterlegen. „Ziel ist, den Gastronomen möglichst schnell Geld zukommen zu lassen, damit sie die Zeit überbrücken können, bis die staatliche Unterstützung anläuft – und wenn es nur ein paar Hundert Euro sind“, sagt Meinhold.

Den ganzen Artikel lesen Sie hier (plus).

Außerdem: Mengener Einzelhändler wünschen sich mehr Informationsaustausch (plus) und die Tuttlinger Gastronomie bricht in der Corona-Krise ein (plus).

7.59 Uhr - Landwirten fehlen Erntehelfer

In etwa zwei Wochen ist der Spargel auf den Feldern von Thomas Geiger erntereif. Doch derzeit weiß der Tettnanger Spargelbauer nicht, ob dann genügend Arbeitskräfte zur Verfügung stehen werden, um das kostbare Stangengemüse zu ernten.

Weil viele Erntehelfer wegen der aktuellen Grenzschließungen nicht einreisen dürfen, bangen viele Landwirte in der Region um ihre Existenzen. 

Viele wollen gar nicht kommen, weil sie zum Beispiel selbst Familie haben und in der momentanen Situation zu Hause bleiben wollen oder Angst vor gesundheitlichen Folgen haben.

Dieter Mainberger, Vorsitzender Kreisbauernverband Tettnang

In den vergangenen Monaten hat Geiger die Wohnungen, in denen die Erntehelfer auf seinem Hof untergebracht werden, saniert. „Wir haben dafür viel Geld ausgegeben, das nun auch wieder reinkommen sollte“, sagt der Landwirt.

Doch aktuell sehe es nicht so aus, als ob die Arbeitskräfte einreisen könnten. Dabei sei die Grenzschließung aktuell nicht das einzige Problem, meint Dieter Mainberger, Vorsitzender des Kreisbauernverbands Tettnang: „Viele wollen gar nicht kommen, weil sie zum Beispiel selbst Familie haben und in der momentanen Situation zu Hause bleiben wollen oder Angst vor gesundheitlichen Folgen haben.“

Alle Details, und wie ein Facebook-Aufruf mögliche Helfer mobilisieren soll, lesen Sie hier (plus).

Das Problem betrifft nicht nur Tettnang, sondern die gesamte Region: Wegen der Coronakrise fehlen im Südwesten Saisonkräfte (plus).

Das Olympische Feuer ist in Japan angekommen.

7.40 Uhr - Altmaier will Kartellrecht lockern für Einzelhandel

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) will in der Corona-Krise die Zusammenarbeit im Einzelhandel erleichtern, um die Lebensmittelversorgung zu sichern. „Wenn Lebensmittelindustrie und Einzelhandel kooperieren, um die Versorgung der Bürger in der Krise sicherzustellen, dann werden wir Fragen des Kartellrechts mit den Kartellbehörden aufnehmen und eine Lösung erzielen“, sagte Altmaier dem „Spiegel“ laut einer Mitteilung des Magazins vom Freitag.

Der Warentransport etwa von Früchten und Gemüse aus Spanien gestalte sich schwierig, berichtet der „Spiegel“ unter Berufung auf ein internes Schreiben des Großhandelsunternehmen Iberiana Frucht. Das Unternehmen beklage einen Mangel an Lastwagenfahrern wegen der geschlossenen Grenzen. „Viele Fahrer möchten kein Risiko eingehen und bleiben lieber zu Hause“, zitiert der „Spiegel“ aus dem Schreiben. Sie wüssten in der gegenwärtigen Situation nicht, ob „sie danach die Rückreise überhaupt wieder antreten dürfen“.

7.30 Uhr - Olympisches Feuer in Japan ohne Zeremonie eingetroffen

Das Olympische Feuer ist am Freitag in Japan eingetroffen. Die Flamme landete per Charterflug vor geladenen Gästen auf der Matsushima Air Base in der japanischen Provinz Miyagi. Auf ein rauschendes Fest verzichtete das Internationale Olympische Komitee (IOC) aufgrund der Coronakrise.

IOC-Präsident Thomas Bach ist weiterhin optimistisch, die Olympischen Spiele in Tokio (24. Juli bis 9. August) trotz der Pandemie planmäßig durchzuführen. Das IOC werde auf Empfehlung seiner eigenen Task Force und der Weltgesundheitsorganisation WHO handeln, sagte Bach der "New York Times". Momentan sei es „verfrüht“, eine Entscheidung über eine Verschiebung der Spiele zu treffen.

6.45 Uhr - Kalifornien verhängt Ausgangssperre

Der US-Bundesstaat Kalifornien verhängte am Donnerstag eine allgemeine Ausgangssperre für seine Einwohner, von der nur wenige Ausnahmen gelten. US-Präsident Donald Trump sagte das für Juni geplante Gipfeltreffen der G7-Staatengruppe in Camp David ab. Die Ausgangssperre in Kalifornien sollte bereits ab Donnerstagabend (Ortszeit) gelten, wie Gouverneur Gavin Newsom sagte. Ein Enddatum für die Maßnahme gibt es nicht. Newsom begründete dies damit, dass es sich um eine „dynamische Situation“ handle.

„Essenzielle“ Berufe und Dienstleistungen sowie das Einkaufen von Lebensmitteln seien von der Ausgangssperre ausgenommen, sagte der Gouverneur. Es handelt sich um die bislang drastischste Maßnahme der US-Behörden gegen die Ausbreitung des Virus. Kalifornien ist mit 39 Millionen Einwohnern der bevölkerungsreichste Bundesstaat der USA und ist gegenwärtig mit 676 Fällen am stärksten von der Pandemie betroffenen. 

6.30 Uhr - Ambulante Pflegedienste in Bayern am Limit

Das neuartige Coronavirus stellt die ambulanten Pflegedienste in Bayern vor große Schwierigkeiten. Die Menschen, die sie versorgen, sind meist alt und krank und laufen so Gefahr, an schweren Verläufen des Virus zu erkranken. Die Pflegedienste beschwichtigen — man lasse niemanden im Stich. Mit erhöhten Hygienevorkehrungen geht der Service uneingeschränkt weiter — noch. Denn Handschuhe und Desinfektionsmittel werden langsam knapp.

„Wir sind an der Grenze unserer Kapazitäten“, sagt Armin Heil, Leiter eines ambulanten Pflegedienstes in Tutzing. Unter strengen Hygieneregeln seien seine Mitarbeiter weiterhin rund um die Uhr im Einsatz, um alten und kranken Menschen auch während der Corona-Krise unverzichtbare Unterstützung zu Hause zu bieten — ob beim Essen, Waschen oder vielen anderen täglichen Aktivitäten. „Wir geben uns die größte Mühe, den Alltag so zu führen, wie er vorher war.“

Das Problem: Weil Mundschutze, Handschuhe und Kleidung ständig gewechselt und Desinfektionsmittel noch häufiger als sonst genutzt werden müssen, würden bei diversen Pflegediensten langsam die Hygiene- und Desinfektionsmittel knapp. Hier sieht Armin Heil die Staatsregierung in der Pflicht: „Das ist ein Versorgungsdefizit, was wir jetzt noch haben.“

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6.15 Uhr - Supermarktketten liefern wegen Corona mehr Grundnahrungsmittel

Lebensmittelhändler reagieren wegen der Corona-Krise auf das veränderte Einkaufsverhalten von Verbrauchern. Seit dem letzten Februarwochenende verzeichnet Edeka Südwest eine erhöhte Nachfrage im Bereich Grundnahrungsmittel, sagte der Sprecher der Geschäftsführung, Rainer Huber, in Offenburg der Deutschen Presse-Agentur. Für die Mitarbeiter in den Märkten und im Großhandel bedeute dies einen erheblichen Mehraufwand. Waren müssten rasch geliefert und die Regale in den Märkten aufgefüllt werden. Dies gelinge, ein Lebensmittelnotstand sei nicht zu befürchten. Verbraucher seien jedoch aufgerufen, mitzuwirken.

„Wir beobachten, dass es in einigen Sortimentsbereichen, etwa bei haltbaren Lebensmitteln wie Nudeln und Konserven oder auch Hygieneprodukten zu einer erhöhten Nachfrage kommt“, sagte Huber. Die tägliche Belieferung der Märkte mit ausreichend Ware sei jedoch über die Logistikzentren des Unternehmens gesichert. Einzelne Artikel könnten wegen der erhöhten Nachfrage aber kurzzeitig vergriffen sein. „Diese werden aus den Lagern der Großhandlung regelmäßig nachgeliefert.“

Dies gelte für die ganze Branche, sagte Stefan Genth vom Handelsverband Deutschland. Die stark erhöhte Kundennachfrage bei einzelnen Produkten belaste die Warenlogistik. Kunden müssten beim Einkauf flexibel sein und im Zweifel auf andere Produkte ausweichen.

Das sind die letzten drei Meldungen von Donnerstag, 19. März:

Donnerstag, 22.40 Uhr - Netflix drosselt Datenübermittlung in Europa in Corona-Krise

Netflix wird die Datenmengen in seinem Video-Streamingdienst in Europa zunächst für 30 Tage drosseln, um die Netze in der Coronavirus-Krise zu entlasten.

Der Marktführer reagierte damit am Donnerstag auf einen Aufruf von EU-Kommissar Thierry Breton. Die Netflix-Nutzer sollten trotzdem einen Dienst mit „guter Qualität“ bekommen, versicherte die US-Firma. Nach Einschätzung des Unternehmens wird Netflix durch den Schritt aber 25 Prozent weniger Datenverkehr verursachen. Breton begrüßte das Entgegenkommen.

In Europa gibt es insgesamt die Sorge, dass die verstärkte Heimarbeit und Nutzung von Unterhaltungsangeboten die Netze verstopfen können. Internet-Anbieter versicherten bisher, dass sie den Anstieg schultern können.

Donnerstag, 21.20 - Freiburg beschließt Ausgangssperre für Gruppen

Die Stadt Freiburg erlässt wegen der Corona-Pandemie eine Ausgangssperre für größere Gruppen. Ein sogenanntes Betretungsverbot für öffentliche Orte soll vom 21. März bis 3. April gelten, wie die Stadt am Donnerstagabend mitteilte.

Dabei handle es sich aber nicht um eine generelle Ausgangssperre, wie eine Sprecherin erklärte. Wer sich im Freien aufhalten möchte, dürfe das noch allein, zu zweit oder mit Personen, die im eigenen Haushalt lebten. Man dürfe zudem weiterhin zur Arbeit oder zum Arzt gehen sowie Lebensmittel einkaufen.

Nach dem heutigen Stand muss der Schutz der Bevölkerung vor allen anderen Erwägungen Vorrang haben. 

Martin Horn (parteilos) 

Mit der Maßnahme wolle die Stadt die Ausbreitung des Virus eindämmen. Anlass sei die dramatische Lage der angrenzenden französischen Region Grand-Est, zu der auch das Elsass gehört. Freiburg und die Region lägen in einer besonders gefährdeten Region, auch die benachbarte Schweiz sei stark betroffen, heißt es in der Mitteilung.

Öffentliche Orte dürften dem neuen Verbot zufolge nicht mehr in größeren Gruppen betreten werden. Das Haus oder die Wohnung soll nur noch für dringende Angelegenheiten verlassen werden.

Von allen anderen Personen sei dabei ein Mindestabstand von 1,50 Metern einzuhalten. Die gegenwärtigen Beschränkungen würden vorerst für zwei Wochen gelten. In Parks und Grünanlagen dürften sich keine Menschen mehr ansammeln. Man könne aber weiter durch Freiburg joggen oder mit dem Mountainbike in den Sternwald fahren, sagte die Stadtsprecherin.

„Uns ist bewusst, dass diese schwerwiegende Entscheidung deutliche Einschränkungen auf das Leben der Freiburgerinnen und Freiburger haben wird“, teilte Oberbürgermeister Martin Horn (parteilos) mit. „Aber nach dem heutigen Stand muss der Schutz der Bevölkerung vor allen anderen Erwägungen Vorrang haben.“ Die Fraktionen im Gemeinderat würden die Entscheidung mittragen.

Donnerstag, 19.20 Uhr - Landesregierung macht 6,2 Milliarden Euro locker

Nach heftigem Streit und intensiven Verhandlungen hat sich die grün-schwarze Landesregierung auf ein Soforthilfeprogramm geeinigt, um die Folgen der Corona-Krise abzufedern.

Der Landtag hat die Corona-Krise als Naturkatastrophe eingestuft. Dem stimmten alle fünf Fraktionen zu. Damit kann Baden-Württemberg Kredite aufnehmen.

Ab Ende kommender Woche sollen Anträge gestellt werden können. Details will das Wirtschaftsministerium so rasch wie möglich bekannt geben.

Was am Donnerstag wichtig war:

  • Freiburg erlässt ein Betretungsverbot von öffentlichen Orten.

  • Zahl der Corona-Toten in Italien nun höher als in China

  • Bundeswehr soll Landkreis in Baden-Württemberg unterstützen

  • ZF, Hymer und andere Unternehmen melden Kurzarbeit an

  • Landkreis fordert Hilfe der Bundeswehr an

  • Hilfspaket für Solo-Selbständige geplant

  • Söder droht mit Ausgangssperre für ganz Bayern

  • EZB legt gigantisches Notprogramm auf

+++ Hier geht es zum Newsblog von Donnerstag +++

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