Newsblog 25.11.: 24 Prozent der Intensivbetten im Südwesten mit Corona-Patienten belegt

Digital-Redakteur
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Agence France-Presse
Deutsche Presse-Agentur

Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹: 

  • Aktuell nachgewiesene Infizierte Baden-Württemberg: ca. 117.400 (785.416 Gesamt – ca. 656.400 Genesene - 11.586 Todesfälle)
  • Inzidenz Baden-Württemberg: 476,5
  • Aktuell nachgewiesene Infizierte Deutschland: ca. 729.200 (5.573.756 Gesamt – ca. 4.744.400 Genesene - 100.119 Tote)
  • Inzidenz Deutschland: 419,7

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • 24 Prozent der Intensivbetten in Baden-Württemberg mit Corona-Patienten (20.25 Uhr)
  • Land kündigt 2G-Regel für Hochschulen und Universitäten an (12.21 Uhr)
  • Intensivmediziner fordert Impfpflicht für alle Erwachsenen (13.41 Uhr)

Das waren die wichtigsten Meldungen des Tages:

++ 24 Prozent der Intensivbetten in Baden-Württemberg mit Corona-Patienten belegt

(20.25 Uhr) Fast in jedem vierten Intensivbett in den baden-württembergischen Krankenhäusern liegt inzwischen ein Covid-19-Patient. Die Quote stieg am Donnerstag nach Angaben des Landesgesundheitsamts binnen eines Tages von 23,0 auf 24,1 Prozent. Manche Kliniken im Südwesten sind inzwischen derart überfüllt, dass Corona-Erkrankte in andere Bundesländer gebracht werden.

542 Covid-19-Fälle zählte die Behörde bis Donnerstagnachmittag auf den Intensivstationen. Das waren 25 mehr als am Vortag. 

Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen lag landesweit bei 489,9 nach 476,4 am Vortag. Ab einem Wert von 500 gilt eine Region als Hotspot, in dem etwa nächtliche Ausgangsbeschränkungen für Ungeimpfte greifen. Das trifft auf 23 der 44 Stadt- und Landkreise im Südwesten zu. Viele kratzen an der Marke, die angibt, wie viele neue Infektionen mit dem Coronavirus pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche den Behörden gemeldet wurden.

Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle in Baden-Württemberg seit Beginn der Pandemie stieg um 11.423 auf 796.760. An einer Infektion mit dem Virus oder im Zusammenhang damit sind mittlerweile 11.618 Menschen im Südwesten gestorben, das waren 37 mehr als am Mittwoch.

++ Heimbetreiber im Landkreis Tuttlingen in Sorge: Nur eine Frage der Zeit, bis das Corona-Virus eingeschleppt wird

(20.19 Uhr) Mit Sorgen sehen die Betreiber der Altenzentren im Kreis Tuttlingen den Anstieg der Corona-Infektionen und anderer krankheitsbedingter Ausfälle in der Belegschaft der Einrichtungen. Der Ruf nach Hilfe wird laut – unter anderem könnte wieder der Einsatz der Bundeswehr erwogen werden, hieß es zuletzt von einem Heim-Betreiber. Die Infektionslage ist in den verschiedenen Häusern sehr unterschiedlich.

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++ Ostalbkreis hat mit 661 Neuinfektionen die meisten in Baden-Württemberg

(20.12 Uhr) Der Ostalbkreis gilt weiterhin als sogenannter Corona-„Hotspot“. So werden die Landkreise bezeichnet, bei denen die Sieben-Tage-Inzidenz höher als 500 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner ist. Aktuell liegt der Wert im Ostalbkreis bei 658 - also weit darüber. 

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++ Ellwangen bekommt Impfzentrum in der Stadthalle

(20.03 Uhr) In Ellwangen wird ab der kommenden Woche ein dauerhaftes Corona-Impfzentrum in der Stadthalle eingerichtet. Das hat Bürgermeister Volker Grab im Verwaltungsausschuss des Gemeinderats angekündigt. An bis zu fünf Wochentagen werde in der Stadthalle eine Impfung angeboten. „Wir freuen uns darüber“, sagte Grab. Er betonte, dass es wichtig sei, dass sich die Menschen impfen lassen.

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++ So läuft der Kampf gegen Corona im Raum Munderkingen

(19.48 Uhr) Die Schule an der Donauschleife und die Stadt Munderkingen veranstalten am Wochenende in der Donauhalle eine große Corona-Impfaktion.

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++ Ton wird rauer, Belastung größer: So geht es in einer Wangener Arztpraxis seit Corona zu

(19.28 Uhr) Seit nunmehr 21 Monaten beschäftigt Corona die Gesellschaft. Und damit natürlich auch die Arztpraxen. Stressig ist nach der Meinung von Praxismitarbeitern aber nicht nur das Dauerläuten des Telefons. Stressig sondern auch die coronabedingten Zusatzaufgaben und verständnislose Patienten.

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++ Ab Montag braucht’s im Alb-Donau-Kreis für die Impfung wieder einen Termin – so geht’s

(19.18 Uhr) Neben den Hausärzten setzt das Land wieder auf stationäre Impf-Lokale: In sogenannten Impfstützpunkten sollen große Teile der Bevölkerung ihre Erst-, Zweit- oder Bossterimpfung erhalten. Pro Land- und Stadtkreis werden zwei solcher Impfstützpunkte eingerichtet. Ab Montag bekommen den Piks nur noch Menschen, die vorab im Internet einen Termin ausgemacht haben.

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++ Stuttgarter „Wintertraum“ schließt wegen strenger Corona-Regeln

(16.46 Uhr) Die Veranstaltung „Wintertraum“ auf dem Stuttgarter Schlossplatz ist vorzeitig beendet worden. Wie ein Sprecher der Stadt am Donnerstag auf Anfrage mitteilte, haben die Organisatoren vor dem Hintergrund der aktuellen Corona-Regeln den Markt am Donnerstag geschlossen. Sie wollten Buden und weitere Attraktionen in der kommenden Woche abbauen und entfernen.

„Aus Sicht der Stadt ist der "Wintertraum" mit den Weihnachtsmärkten vergleichbar. Gleichwohl hatten die Veranstalter nach den neuen Vorgaben des Landes selbst entschieden, den Markt zu schließen“, sagte der Sprecher.

Anfang der Woche war bereits der Stuttgarter Weihnachtsmarkt abgesagt worden. Andernfalls wäre aus Sicht des Rathauses der Besucherandrang unter Corona-Bedingungen voraussichtlich nicht mehr kontrollier- und beherrschbar gewesen, wie es hieß. Ähnlich reagierten andere Weihnachtsmärkte im Südwesten am Mittwoch, beispielsweise in Freiburg oder Konstanz.

++ Merkel fordert mehr Kontaktbeschränkungen in Corona-Krise

(16.23 Uhr)  Die geschäftsführende Bundeskanzlerin Angela Merkel hält die ergriffenen Maßnahmen zur Eindämmung der vierten Welle der Corona-Pandemie für unzureichend. „Wir brauchen mehr Beschränkungen von Kontakten“, sagte die CDU-Politikerin am Donnerstag in Berlin. Sie wollte sich nicht hinsichtlich der aus einigen Ländern kommenden Forderung festlegen, die für den 9. Dezember geplanten weiteren Beratungen der Ministerpräsidenten mit der Bundesregierung vorzuziehen. „Inwieweit neue Termine gefunden werden, das hängt auch von den Bundesländern ab. Dazu möchte ich jetzt heute nichts sagen.

Merkel machte aber deutlich, dass sie die aktuelle Entwicklung als sehr gefährlich einschätzt. Man müsse aufpassen, dass es nicht zu einer Überlastung der Krankenhäuser komme. „Hier zählt jeder Tag“. Sie habe daher sehr aufmerksam gehört, dass der designierte Kanzler Olaf Scholz (SPD) einen Krisenstab einrichten wolle. „Ich habe ihm heute auch deutlich gemacht, dass wir das in dieser Übergangsphase gemeinsam bewerkstelligen können.

Sie sei „von der großen Ernsthaftigkeit der Situation überzeugt“, sagte Merkel. „Die Lage ist deshalb so ernst, weil wir nach wie vor in einem exponentiellen Wachstum sind. Und weil die Fälle, die wir heute erkranken sehen, im Grunde die Intensivpatienten in 10 oder 14 Tagen sind.“

Dass Deutschland jetzt mehr als 100 000 Opfer im Zusammenhang mit der Pandemie beklagen müsse, sei „ein sehr trauriger Tag“, sagte die Kanzlerin.

++ Paket- und Speditionsbranche pocht auf Ausnahmen bei 3G-Regelung

(14.37 Uhr) Deutschlands Paket- und Speditionsbranche sieht Klärungsbedarf bei der am Mittwoch in Kraft getretenen bundesweiten 3G-Regel am Arbeitsplatz. Der Logistiksektor stoße an seine Grenzen, wenn etwa auch fremdes Personal auf dem eigenen Betriebsgelände kontrolliert und möglicherweise nachgetestet werden müsse, heißt es in einem Brief der Branche an den geschäftsführenden Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU).

Unterzeichnet wurde der Brief von verschiedenen Logistikverbänden, darunter der Bundesverband Paket & Expresslogistik, der Bundesverband Spedition und Logistik sowie das Deutsche Verkehrsforum. Sie alle pochen darauf, dass etwa Fahrer, die Transportgut entladen oder abholen wollen, sich also nur kurzfristig auf fremden Betriebsgeländen aufhalten, von den entsprechenden Regelungen im Infektionsschutzgesetz ausgenommen werden. Andernfalls drohten Verzögerungen in den Lieferketten, fürchten die Verbände.

++ Söder will vorgezogene Ministerpräsidentenkonferenz

(14.04) Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will wegen der weiter steigenden Zahl an Corona-Neuinfektionen eine vorgezogene Ministerpräsidentenkonferenz mit der Bundesregierung. „Jede Möglichkeit, die derzeitige Krisenlage zu verbessern, muss genutzt werden“, sagte Söder der „Süddeutschen Zeitung“. Zuvor hatte der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) ein rasches Treffen der Länder-Regierungschefs gefordert, am besten noch in dieser Woche. Eigentlich war der 9. Dezember für das Treffen vorgesehen.

Söder nannte drei Themen, über die man sich „zwingend unterhalten“ müsse: Das aktuelle Infektionsschutzgesetz, das im Bundestag mit der Mehrheit der künftigen Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP beschlossen wurde, sei „der derzeitigen Situation nicht angemessen“ und müsse wieder geändert werden, sagte der CSU-Chef der Zeitung. Als zweiten Punkt nannte er die Impfkampagne: Um die Impfgeschwindigkeit zu erhöhen, sollen nach dem Willen Söders auch Apothekerinnen und Apotheker impfen dürfen.

Als dritten Punkt nannte er die Diskussion über eine allgemeine Impfpflicht, die er inzwischen befürwortet. „Nur sie wird die Gesellschaft befrieden und uns allen die Freiheit zurückbringen, wie wir sie vor Corona kannten.“

++ Intensivmediziner fordern Impfpflicht für alle Erwachsenen 

(13.41 Uhr) Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) fordert eine Impfpflicht für alle Erwachsenen. Das Präsidium habe sich geschlossen für einen solchen Schritt ausgesprochen, teilte die Vereinigung am Donnerstag mit.

Es gilt, unsere Patienten zu schützen, Menschenleben zu retten und auch unser Gesundheitssystem vor dem Kollaps zu bewahren

Divi-Präsident Gernot Marx.

Eine Impfpflicht nur für bestimmte Gruppen wie Pflegekräfte lehnt die Organisation dagegen ab. Sie sei weder ausreichend noch moralisch zu rechtfertigen.

„Die alleinige Impflicht für medizinisches Personal in den Kliniken und Pflegekräften in Alten- und Pflegeheimen zu fordern, reicht nicht aus, um das Pandemiegeschehen in den Griff zu bekommen“, unterstrich Divi-Vertreter Felix Walcher. „Wir erwarten eine Solidarität der gesamten Gesellschaft, um das Gesundheitssystem aufrechterhalten zu können.“

Vielerorts am Limit: Intensivstationen in Deutschland.
Vielerorts am Limit: Intensivstationen in Deutschland. (Foto: Marijan Murat/dpa)

Klar sei allerdings auch, dass eine Impfpflicht die vierte Corona-Welle nicht mehr entscheidend beeinflussen würde. „Wir brauchen jetzt und sofort bundeseinheitliche Kontaktbeschränkungen und Hygienekonzepte, um spürbare Effekte in den nächsten drei bis vier Wochen zu sehen“, forderte Marx. Eine Impfpflicht für Erwachsene könnte aber weitere Ausbruchswellen verhindern und damit den Weg zur Pandemiebewältigung ebnen.

++ Saarland nimmt zwei Covid-Intensivpatienten aus Baden-Württemberg auf 

(13.10 Uhr) Das Saarland nimmt zwei Covid-Intensivpatienten aus Baden-Württemberg auf. Sie würden ins Klinikum Saarbrücken sowie ins Universitätsklinikum in Homburg gebracht, teilte das saarländische Innenministerium am Donnerstag auf Anfrage mit.

Die mit den Kliniken abgestimmten Zuweisungen orientierten sich „am konkreten Gesundheitszustand der Patienten und den hierfür optimalen Behandlungsoptionen in den Kliniken“.

Baden-Württemberg verlege sieben Patienten innerhalb des „Kleeblatt“- Verbundes der Länder Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland. Von diesen Patienten übernehme das Saarland zwei. Ob weitere Covid-Intensivpatienten im Saarland aufgenommen werden sollten, werde erst nach konkret vorliegenden Anfragen geprüft, teilte ein Sprecher mit.

++ 3G am Arbeitsplatz - viele Unternehmen bestehen darauf

(13.02 Uhr) Seit Mittwoch gilt für Beschäftigte die 3G-Regel am Arbeitsplatz. Aber wie halten es die Unternehmen mit der Regel? Eine Nachfrage im Landkreis Tuttlingen zeigt, die Betriebe nehmen das Ernst. 

Die großen Arbeitgeber des Kreises Tuttlingen, die uns am Mittwoch auf unsere Fragen geantwortet haben, betonen eines: den Schutz der Mitarbeiter, und damit natürlich auch des Betriebs. Viele haben während die ganzen Pandemiezeit Test- und Impfangebote gemacht.

Trotzdem stellt die Betriebe die neue Rechtslage, wonach die nicht vollständig geimpften oder genesenen Mitarbeiter täglich einen negativen Schnelltest nachweisen müssen vor Herausforderungen. Die allerdings professionell und vorausschauend bewältigt werden, wie die Rückmeldungen zeigen.

++ Hier lesen Sie das Ergebnis der Recherche von den Kolleginnen udn Kollegen aus der Redaktion Tuttlingen ++

++ Nur Geimpfte und Genese dürfen noch in den Hörsaal 

(12.21 Uhr) An den Hochschulen im Land gelten fortan strengere Regeln zur Bekämpfung des Coronavirus. Von Donnerstag an gilt in Innenräumen der Hochschulen eine generelle Maskenpflicht, wie das Wissenschaftsministerium am Donnerstag mitteilte.

Sollte sich die Lage auf den Intensivstationen nicht bessern, gilt für Lehrveranstaltungen ab kommendem Montag zudem die sogenannte 2G-Regel - nur noch geimpfte oder genesene Studierende hätten dann Zutritt. Ausnahmen gelten für Praxisveranstaltungen — etwa Laborpraktika, Prüfungen und Bibliotheken -, für die weiter auch ein negativer Test reicht.

Die Hochschulen seien angewiesen worden, die Kontrollen zur Einhaltung der Regeln auszuweiten und zu sanktionieren. Gab es bislang bei größeren Veranstaltungen nur Stichprobenkontrollen, muss nun jeder Student einen Nachweis zeigen.

„Wir tun alles dafür, um den gerade erst zurückgewonnenen Präsenzstudienbetrieb für die Studierenden aufrechtzuerhalten“, sagte Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne). Die Ministerin rief dazu auf, sich an die verschärften Regeln zu halten. „Verstöße gegen die Regelungen sind keine Kavaliersdelikte.“

++ Lindau: Kontaktnachverfolgung mit Hilfe der Bundeswehr

(11.12 Uhr) Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Lindau steigt und steigt. Die Arbeitsbelastung im Gesundheitsamt ist hoch. Seit Mitte November helfen deshalb zwei Beamte der Polizei dabei, die Kontakte nachzuverfolgen. Nun sind auch wieder Bundeswehrsoldaten im Einsatz.

„Die Kontaktpersonennachverfolgung ist zentrales Element in der Pandemiebekämpfung und ich danke Ihnen von Herzen, dass Sie uns aktiv unterstützen“, sagte Landrat Elmar Stegmann laut einer Pressemitteilung bei der Begrüßung der fünf Soldaten. 

++ Woher die Soldatinnen und Soldaten kommen und wie sie die Behörden vor Ort unterstützen, lesen Sie hier ++

++ Künftige Bildungsministerin: Möglichst keine Schulschließungen

(11.04 Uhr) Die designierte Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) will Schulschließungen trotz der steigenden Corona-Infektionszahlen vermeiden. „Wir sind dafür, keine Schulschließungen zu machen“, sagte sie bei „Bild Live“. Ihre Partei sei der Überzeugung, dass die Schülerinnen und Schüler „jetzt nicht noch einmal Bildungsrückstände erleiden sollten“.

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, forderte die Länder auf, nicht einseitig die Weihnachtsferien vorzuziehen, ohne für alle Menschen weitere Kontaktbeschränkungen einzuführen. „Wenn die Bundesländer die Weihnachtsferien vorziehen wollen, dann müsste es aber gleichzeitig auch mehr Kontaktbeschränkungen in der Gesamtgesellschaft geben, also Lockdowns oder Teil-Lockdowns“, sagte Meidinger der „Rheinischen Post“. „Denn so eine Schulschließung light macht ja nur Sinn, wenn das Infektionsgeschehen insgesamt eingedämmt wird, nicht nur in den Schulen.“

Die Politik habe längst nicht alle Optionen ausgereizt, um Schulschließungen zu vermeiden, sagte er. „Ich verstehe nicht, warum es in einigen Bundesländern immer noch keine Maskenpflicht in den Unterrichtsräumen gibt. NRW ist da ein Negativbeispiel.“ Gebraucht würden auch endlich Raumluftfilter in den Schulen. „Dass Fördergelder von mehreren Hundert Millionen Euro noch nicht abgerufen wurden, ist ein Skandal“, sagte er.

++ Besuchsverbot und 2G-Regeln: Kliniken reagieren auf Corona-Lage 

(10.41 Uhr) Aufgrund der hohen Corona-Neuinfektionen im Südwesten schränken immer mehr Kliniken den Besuch von Patienten ein oder verbieten ihn ganz.

So gibt es etwa an den Unikliniken Freiburg und Ulm mittlerweile ein Besuchsverbot. Zuvor hatten bereits die Häuser in Mannheim, Ludwigsburg und im Kreis Reutlingen angekündigt, mit dieser Maßnahme das Risiko von eingetragenen Infektionen ins Klinikum auf ein Minimum verringern zu wollen.

Dabei gelten jedoch Ausnahmen, etwa bei Geburten oder wenn Kinder im Krankenhaus liegen. Auch wenn Patienten auf der Intensivstation oder im Sterben liegen, dürfen Angehörige sie besuchen. Die Besucher müssen entweder geimpft, genesen oder getestet sein.

Andere Kliniken schränken Besuche zumindest stark ein. Am Uniklinikum in Heidelberg sowie am Robert-Bosch-Krankenhaus in Stuttgart dürfen Patienten nur noch einen Besucher für eine Stunde am Tag empfangen.

Das Schwarzwald-Baar-Klinikum in Villingen-Schwenningen erlaubt nicht mehr, dass mehrere Besucher gleichzeitig in einem Patientenzimmer sind. Zudem setzen die Häuser auf die 2G-Regel. Wer nicht geimpft oder genesen ist, muss dort also draußen bleiben.

An der Uniklinik in Tübingen ist für die ausschließlich geimpften und genesenen Besucher zusätzlich ein negativer Corona-Schnelltest nötig.

++ Stiftung Liebenau fordert Impfpflicht für alle

(08.51 Uhr) Unter den großen Arbeitgebern im Sozialbereich nimmt die Stiftung Liebenau eine Vorreiterrolle ein: Für die Einführung einer Corona-Impfpflicht sind zwar auch andere Betreiber, doch geht der Vorstoß aus Liebenau noch weiter – soll doch die Impfpflicht nicht nur für den Pflegebereich oder für bestimmte Branchen gelten, sondern „für alle Mitglieder dieser Gesellschaft – als Ausdruck einer ,solidarischen Freiheit’", heißt es in einer Pressemitteilung der Stiftung.

Angesichts der dramatisch steigenden Infektionszahlen fordert die Stiftung Liebenau von der Politik entschiedenes Handeln. Dazu gehöre eine Impfpflicht. Nur: Die soll nicht berufsbezogen gelten, sondern für alle Mitglieder der Gesellschaft.

++ Wie der Vorstand seine Forderung begründet und was die Ethikkommission der Stiftung dazu sagt, lesen Sie hier ++

++ Rekordwerte bei Corona-Zahlen: Ein Überblick über die Lage

(08.02 Uhr) Seit mehr als zwei Wochen meldet das Robert-Koch-Institut (RKI) immer neue Höchstwerte. Die Inzidenz steigt und die Zahl der Corona-Neuinfektionen übertrifft sich auch jeden morgen selbst. Wir haben für Sie einen Überblick der Lage in der Corona-Pandemie. 

++ Absage die Zweite: Keine Eislaufbahn in Sigmaringen

(06.52 Uhr) Nach der Absage des Weihnachtsmarktes in Sigmaringen, kam am Mittwochabend nun auch das Aus für die geplante Eisbahn in der Stadt. Bürgermeister Markus Ehm verkündete am Ende des Abends die Entscheidung in der Gemeinderatssitzung. Das Stadtoberhaupt bedauerte die Absage mit den Worten: „Sie können mir glauben, dass mir das schwerfällt.“

Vom 6. Dezember bis 9. Januar hatte die Stadt auf dem Festplatz bei der Stadthalle „Sig on ice“ veranstalten wollen. Wegen der konstant hohen Corona-Inzidenz zog Ehm zwei Tage nach der Absage des Weihnachtsmarkts die Reißleine.

++ Mehr zur Absage des Events in Sigmaringen, lesen Sie hier ++

++ 3G-Regel in Bus und Bahn – so wird in Biberach kontrolliert

(06.27 Uhr) Die Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie werden immer drastischer. So gilt seit Mittwoch die 3G-Regel für Fahrgäste in allen Bussen und Bahnen, dies teilte das Verkehrsministerium mit.

Geregelt ist das über das Bundesinfektionsschutzgesetz, welches bundesweit gilt. Fahrgäste sind also ab sofort verpflichtet, auf Nachfrage einen Nachweis über eine Impfung, Genesung oder ein aktuelles negatives Testergebnis vorweisen.

Auch in Biberach wird künftig stichprobenartig kontrolliert. Zu Verspätungen im öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) soll es deshalb nicht kommen.

++ Wie man in Biberach plant, mit der neuen Regelung umzugehen und diese zu kontrollieren, lesen Sie hier ++

++ Mehr als 100 000 Menschen mit oder an Covid-19 gestorben

(06.10 Uhr) In Deutschland sind nach offizieller Zählung mehr als 100 000 Menschen mit oder an Covid-19 gestorben. Das Robert Koch-Institut gab die Zahl am Donnerstagmorgen mit 100 119 an. Das gibt den Stand des RKI-Dashboards von 03.47 Uhr wieder.

Die Zahl der binnen eines Tages übermittelten Corona-Neuinfektionen überschritt erstmals die Schwelle von 70 000 Neuinfektionen. Die Gesundheitsämter meldeten laut RKI-Angaben 75 961 Fälle in 24 Stunden. Vor genau einer Woche waren es 65 371 erfasste Neuinfektionen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz lag demnach bei 419,7 - ebenfalls ein Höchstwert seit Beginn der Pandemie. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 404,5 gelegen, vor einer Woche bei 336,9 (Vormonat: 110,1).

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 351 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 264 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 5 573 756 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Mittwoch mit 5,74 an (Dienstag: 5,60). Der Wert spielt eine wesentliche Rolle für die Beurteilung des Infektionsgeschehens. Bei Überschreitung der Grenzwerte 3, 6 und 9 in den Bundesländern können dort jeweils schärfere Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie verhängt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Donnerstag mit 4.744.400 an.

Das waren die letzten Meldungen am Mittwoch:

++ Aalen: Impfstützpunkt mit Sieben-Tage-Betrieb

(20.23 Uhr) Ab dem kommenden Dienstag wird es in Aalen einen dauerhaften Corona-Impfstützpunkt im Kunden-Informationszentrum (KIZ) der Stadtwerke in der Gmünder Straße geben, der nach derzeitiger Planung bis Ende März an sieben Tagen in der Woche geöffnet sein wird. Landrat Joachim Bläse hat am Mittwoch das Konzept der Impfstrukturen im Kreis vorgestellt, wie sie zunächst einmal bis zum Ende des ersten Quartals 2022 bestehen sollen.

++ Mehr dazu lesen Sie hier. ++

++ Neu-Ulmer Hausarzt Kröner: „Brauchen einen Lockdown“

(20.13 Uhr) Bald ein Jahr ist es her, dass Hausarzt Dr. Christian Kröner mit einem Infozettel zur Corona-Impfung für Furore sorgte. Der Allgemeinmediziner machte aber noch mehr bundesweite Schlagzeilen. Über den Sommer wurde es ruhig um ihn und seine Praxis im Neu-Ulmer Stadtteil Pfuhl. Das hat sich inzwischen geändert. 

++ Mehr dazu lesen Sie hier. ++

++ FC Bayern bestätigt: Joshua Kimmich positiv auf Corona getestet

(18.18 Uhr, aktualisiert: 19:09 Uhr) Der Fußballspieler Joshua Kimmich wurde positiv auf das Coronavirus getestet. Das bestätigte am Abend sein Verein FC Bayern München. Als Erstes hatte die "Bild"-Zeitung darüber berichtet.

Kimmich muss nun in häuslicher Isolation bleiben, kann sich dann mit einem negativen PCR-Test freitesten. Damit dürfte er den Bundesliga-Klassiker bei Borussia Dortmund am 4. Dezember verpassen.

Kimmich stand zuletzt im Zentrum einer Debatte um das Impfen, weil er öffentlich erklärte, noch nicht geimpft zu sein. Er musste zudem mehrfach in Quarantäne, weil er mit infizierten Personen in Kontakt war.

Der Bayern-Stürmer Eric Maxim Choupo-Moting wurde ebenfalls positiv getestet, gab der Verein schon am Nachmittag bekannt. Der 32-Jährige befinde sich in Absprache mit dem zuständigen Gesundheitsamt in häuslicher Isolation. Es gehe ihm den Umständen entsprechend gut. Wie Kimmich war auch Choupo-Moting bereits in Quarantäne. Darum hatte der Angreifer am Dienstagabend beim Champions-League-Sieg in Kiew gefehlt.

Joshua Kimmich
Joshua Kimmich in Aktion. (Foto: Sven Hoppe / DPA)

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