Newsblog 23.11.: Hospitalisierungsinzidenz in Baden-Württemberg überschreitet Grenzwert

Digital-Redakteur
Agence France-Presse
Deutsche Presse-Agentur

Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹: 

  • Aktuell nachgewiesene Infizierte Baden-Württemberg: ca. 104.700 (764.566 Gesamt – ca. 648.500 Genesene - 11.507 Todesfälle)
  • Inzidenz Baden-Württemberg: 459,5
  • Aktuell nachgewiesene Infizierte Deutschland: ca. 651.500 (5.430.911 Gesamt – ca. 4.680.000 Genesene - 99.433 Tote)
  • Inzidenz Deutschland: 399,8

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Hospitalisierungsinzidenz überschreitet Grenzwert (19.21 Uhr)
  • Bayerisches Kabinett beschließt verschärfte Corona-Regeln (13.24 Uhr)
  • Ab Mittwoch gilt im ganzen Land "Alarmstufe II" (12.30 Uhr) 

Das waren die wichtigsten Meldungen des Tages:

++ Bis zur Triage fehlt nicht mehr viel – Schlechte Aussichten für Ungeimpfte

(21.31 Uhr) Deutschland befindet sich mitten in der vierten und bislang heftigsten Welle der Corona-Pandemie. „Ich weiß gar nicht, ob das überhaupt noch eine Welle ist. Vielleicht wird es eher eine Steilwand“, sagt Winfried Dotterweich, OP-Manager am Medizin Campus Bodensee.

Am Dienstag wurden im Klinikum Friedrichshafen 45 Patienten stationär versorgt, die positiv auf Covid-19 getestet worden sind, darunter 21 Nichtgeimpfte zwischen drei und 95 Jahren. Sechs Patienten sind intensivpflichtig.

Wenn man die Prognosen anschaue, werde sich in zwei Wochen die Zahl der stationären Aufnahmen verdreifacht und die Zahl der intensivpflichtigen Patienten verdoppelt haben, sagt Dotterweich. Und dann fehlt nicht mehr viel, bis die Ärzte am Klinikum Friedrichshafen zur Anwendung der ethisch problematischen Triage gezwungen wären.

++ Mehr zur Situation im Klinikum Friedrichshafen lesen Sie hier. ++

++ Impfpflicht: Juristen sehen keinen Widerspruch zum Grundgesetz

(20.34 Uhr) Ob die Impfpflicht gegen das Coronavirus kommt, ist zwar noch unklar. Im Bundesjustizministerium hält man sie aber für „verfassungsrechtlich vorstellbar“, wie ein Sprecher sagt.

Auch aus Sicht des Bochumer Professors für Öffentliches Recht, Stefan Huster, ist eine Impfpflicht mit dem Grundgesetz vereinbar. „Es geht darum, eine Überlastung des Gesundheitswesens zu verhindern. Die Alternative wäre, die gesamte Gesellschaft in den Lockdown zu schicken. Da erscheint mir in der Abwägung die Impfpflicht als das kleinere Übel“, sagt das Mitglied der Nationalen Wissenschaftsakademie Leopoldina.

++ Mehr dazu lesen Sie hier. ++

++ Im Kreis Sigmaringen gilt ab Mittwoch eine Ausgangssperre für Ungeimpfte

(19.54 Uhr) Die Corona-Lage im Landkreis Sigmaringen spitzt sich zu, die Sieben-Tage-Inzidenz steigt weiter an. Am Dienstag liegt sie bei 566,6 und damit deutlich über dem Landesschnitt von 470. 

++ Mehr dazu lesen Sie hier. ++

++ Auch Dinkelsbühl verzichtet auf einen Weihnachtsmarkt

(19.46 Uhr) Nachdem am vergangenen Freitag alle Weihnachtsmärkte in Bayern abgesagt wurden, wird nun auch kein Weihnachtsmarkt in Dinkelsbühl im Spitalhof stattfinden.

++ Mehr dazu lesen Sie hier. ++

++ Hospitalisierungsinzidenz überschreitet Grenzwert

(19.21 Uhr) Die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz in Baden-Württemberg hat den Grenzwert von 6 eingelieferten Corona-Patienten in Krankenhäusern je 100.000 Einwohner binnen einer Woche überschritten. Das ist eines der Kriterien für die neue Alarmstufe II mit verschärften Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie.

Ein anderes Kriterium ist, wenn die Zahl der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen im Südwesten über 450 liegt. Das tut sie schon seit Sonntag. Am Dienstag meldete das Landesgesundheitsamt 510 solcher Fälle, 21 mehr als am Vortag.

Die grün-schwarze Regierung in Baden-Württemberg wollte am Dienstag die neue Corona-Verordnung mit schärferen Maßnahmen beschließen. Mit der Alarmstufe II soll 2G plus bei Veranstaltungen mit Gesang oder Blasmusik, auf Weihnachtsmärkten, in Bars und Clubs sowie bei körpernahen Dienstleistungen gelten. Das heißt, dass nur Geimpfte und Genesene jeweils mit aktuellem negativen Test zugelassen werden.

++ Es ist entschieden: Die Bodensee-Weihnacht findet in diesem Jahr nicht statt

(19.04 Uhr) Weil das Land für Weihnachtsmärkte neue Vorgaben angekündigt hat, kann der Häfler Weihnachtsmarkt, die Bodensee-Weihnacht, nicht stattfinden. „Die für Freitag geplante Öffnung der Bodensee-Weihnacht hat die Stadt Friedrichshafen daher abgesagt, das Hüttendorf wird wieder abgebaut“, heißt es in einer Pressemitteilung, die die Stadtverwaltung am Dienstagabend verschickte.

++ Mehr dazu lesen Sie hier. ++

++ Ulmer Weihnachtsmarkt nur noch mit 2Gplus

(18.33 Uhr) Ab Mittwoch, 24. November, gilt auf dem Ulmer Weihnachtsmarkt die 2Gplus-Regel. Das heißt: Zugang haben nur nachweislich geimpfte oder genesene Personen, die zugleich einen aktuellen negativen Corona-Schnelltest oder PCR-Test vorlegen können.

++ Mehr dazu lesen Sie hier. ++

++ Ausgangssperre für Ungeimpfte im Kreis Ravensburg kommt

(18.17 Uhr) Im Landkreis Ravensburg als einem landesweiten Corona-Hotspot gelten noch in dieser Woche Ausgangsbeschränkungen für Ungeimpfte und Nichtgenesene zwischen 21 und 5 Uhr. Und: Im Einzelhandel in allen Kommunen des Kreises dürfen vorerst nur noch Geimpfte und Genesene bedient werden.

++ Mehr dazu lesen Sie hier. ++

++ In Immendingen soll wieder getestet werden

(18.14 Uhr) Die Gemeinde Immendingen will in den nächsten Wochen mit einer Reihe von Maßnahmen gegen die steigende Zahl der Corona-Neuinfektionen vorgehen. 

++ Mehr dazu lesen Sie hier. ++

++ Grünen-Abgeordnete fordert Impfzentrum für den Kreis Sigmaringen

(17.49 Uhr) Die Grünen-Landtagsabgeordnete Andrea Bogner-Unden fordert die Wiedereröffnung eines Impfzentrums im Kreis Sigmaringen. „Ich würde es begrüßen, wenn feste Strukturen eingerichtet werden“, schreibt sie in einem an die Landrätin gerichteten Brief. Das Landratsamt allerdings gibt sich zurückhaltend. „Wir kommen der Bitte des Landes nach und sind dabei, weitere Impfkapazitäten aufzubauen“, sagt der Sprecher Fabian Oswald. 

++ Mehr dazu lesen Sie hier. ++

++ Kein Weihnachtsmarkt in Oberstadion

(17.28 Uhr) Es hätte ein Lichtblick in schwieriger Zeit werden sollen – doch jetzt hat die Gemeinde Oberstadion den für 11. Dezember geplanten Weihnachtsmarkt abgesagt. Grund ist die sich derzeit akut verschärfende Corona-Pandemie.

++ Mehr dazu lesen Sie hier. ++

++ Laupheims OB appelliert: „Nur gemeinsam schaffen wir es aus dieser Situation heraus“

(17.21 Uhr) Die Zahlen steigen, die Corona-Regeln werden fast wöchtenlich angepasst – und dennoch ist die aktuelle Situation bedrohlich. In einem Appell wendet sich Oberbürgermeister Gerold Rechle nun an die Bürgerinnen und Bürger in Laupheim und Umgebung. Er setzt auf Impf- und Testangebote – aber auch auf das Miteinander in der Gesellschaft.

++ Mehr dazu lesen Sie hier. ++

++ Arbeitsagentur setzt auf 2G-Regel

(16. 49 Uhr) Wegen der stark steigenden Corona-Neuinfektionszahlen ergreift die Agentur für Arbeit Konstanz-Ravensburg zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen: Ab Donnerstag, 25. November, sind persönliche Beratungsgespräche in der Hauptagentur Konstanz sowie in allen Geschäftsstellen nur noch für Genese oder Geimpfte möglich.

++ Mehr dazu lesen Sie hier. ++

++ Darf ich mich auch schon vor Ablauf der Sechs-Monats-Frist boostern lassen?

(16.38 Uhr) Eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) sieht die sogenannte Booster-Impfung für Menschen, die schon einen vollen Impfschutz haben, frühestens nach sechs Monaten vor.

Nun aber zeigen Studien, dass der Impfschutz mitunter auch schon früher nachlässt. Auch auf den Intensivstationen gibt es Fälle von Impfdurchbrüchen. Kann man sich also auch früher als sechs Monate nach der Zweitimpfung boostern lassen?

++ Mehr dazu lesen Sie hier. ++

++ Umfrage zu 2G in der Gastronomie

(16.27 Uhr) Seit ein paar Tagen gilt 2G in Innenräumen bei Restaurants. Das Journal hat nachgefragt, wie die Gastroszene mit dieser Maßnahme umgeht.

++ 3G in Bus und Bahn: Bußgelder bis 200 Euro

(16.07 Uhr) Wer ab Mittwoch im Südwesten ungeimpft und ohne gültigen Corona-Test Bus oder Bahn fährt, muss mit Bußgeldern von bis zu 200 Euro rechnen. Das teilte das Landesverkehrsministerium auf Anfrage der „Schwäbischen Zeitung“ mit.

++ Mehr dazu lesen Sie hier. ++

++ Unternehmen in Baden-Württemberg befürchten Probleme wegen 3G am Arbeitsplatz

(15.58 Uhr) Unternehmen im Südwesten befürchten Probleme im Zusammenhang mit den neuen 3G-Regeln, die den Corona-Schutz am Arbeitsplatz verstärken sollen. „Manche Arbeitnehmer kriegen das nicht so schnell gestemmt, und manche Arbeitgeber wissen noch nicht so genau, wie sie das organisieren sollen“, sagte Peer-Michael Dick, Hauptgeschäftsführer des Dachverbands Unternehmer Baden-Württemberg (UBW), am Dienstag in Stuttgart.

Ein Spagat zwischen dem Datenschutz und den Verpflichtungen des Gesetzes sei möglich. „Manche Betriebe werden da schon Schwierigkeiten bekommen.“ Der Informationsbedarf bei den Mitgliedsunternehmen sei sehr hoch, hieß es aus dem Verband.

Auch in den Betrieben der Region muss der Nachweis von 3G überprüft werden. (Foto: imago images)

Im Kampf gegen die Pandemie gelten von Mittwoch an auf Bundesebene auch am Arbeitsplatz schärfere Regeln. „Nur für Geimpfte, Getestete und Genesene“ heißt es dann auch im Job. Folgen hat das vor allem für Ungeimpfte. Zugang zu einem Betrieb sollen Beschäftigte nur bekommen, wenn sie geimpft, genesen oder getestet sind.

Daimler-Gesamtbetriebsratschef Michael Brecht sagte der Deutschen Presse-Agentur, es sei klar, dass die Beschäftigten geschützt werden müssten. „Die Umsetzung ist für Daimler jedoch ein Riesenkraftakt, der erneut jede Menge Unruhe in die Betriebe bringt.“ Die geltenden Regelungen sollten offensichtlich den Druck auf die Impfverweigerer erhöhen. „Das sollte aber nicht auf dem Rücken der Unternehmen ausgetragen werden“, fügte Brecht hinzu.

++ „Ungeimpften-Bashing vermeiden“: Ostalb-Landrat Bläse schließt Komplett-Lockdown nicht mehr aus

(15.47 Uhr) Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann macht keinen Hehl mehr daraus, dass er für eine allgemeine Impflicht ist, um die Corona-Pandemie endlich in den Griff zu bekommen. Das hat natürlich eine neue Dimension in der Diskussion um die Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie ausgelöst.

Zu den Äußerungen Kretschmanns hat sich nun auch Landrat Joachim Bläse im Gespräch mit den Aalener Nachrichten/ Ipf- und Jagst-Zeitung klar positioniert, dabei aber auch ein großes „Aber“ in der Kommunikation in den Raum geworfen.

++ Mehr dazu lesen Sie hier. ++

++ VIDEO - Kretschmann: Eine Impfpflicht kann die Gesellschaft befrieden

(15.27 Uhr) Eine allgemeine Impfpflicht würde aus Sicht des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann nicht nur im Kampf gegen das Coronavirus helfen, sondern könnte auch die Polarisierung der Gesellschaft verringern. 

Sehen Sie hier die Aussagen von Kretschmann im Video:

++ Biberacher Christkindles-Markt fällt aus

(15.19 Uhr Der Biberacher Christkindles-Markt fällt aus. Hierzu habe sich die Stadtverwaltung am Dienstag „schweren Herzens“ entschieden, wie das Rathaus in einer Pressemitteilung bekanntgab. Die Biberacher Absage reiht sich damit ein in eine ganze Liste von Weihnachtsmärkten im Land, die ebenfalls ausfallen.

++ Mehr dazu lesen Sie hier. ++

++ Gmünd sagt den Weihnachtsmarkt ab

(14.52 Uhr) Mit Blick auf die aktuelle Entwicklung der Corona-Zahlen und die anstehende 2Gplus-Landesverordnung für Veranstaltungen, speziell auch für Weihnachtsmärkte, wird der traditionsreiche Weihnachtsmarkt in Schwäbisch Gmünd abgesagt. Oberbürgermeister Richard Arnold und die Organisatoren der Touristik und Marketing GmbH haben am Dienstag in einem Gespräch gemeinsam mit den Standbetreibern diese Entscheidung abgestimmt.

++ Mehr dazu lesen Sie hier. ++

++ Kretschmann will Schulen „so lange wie möglich“ offenhalten

(14.38 Uhr) Trotz der rasant steigenden Corona-Zahlen will Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann Schulen und Hochschulen „so lange wie möglich“ offenhalten. Die Lage sei allerdings so dramatisch, dass man nichts ausschließen könne, sagte der Grünen-Politiker am Dienstag in Stuttgart.

Man habe gesehen, dass die Corona-Lockdowns mit Fernunterricht bei vielen Kindern und Jugendlichen vor allem aus bildungsferneren Schichten „erhebliche Schäden“ verursacht habe. Deswegen werde man hier epidemiologische und pädagogische Fragen genau miteinander abwägen. „Da gehen wir wirklich ganz zum Schluss erst ran“, versprach Kretschmann mit Blick auf die Schulen. Eine erneute Aussetzung der Präsenzpflicht sei anders als etwa in Brandenburg zunächst nicht vorgesehen.

Zur Erinnerung: Zwischen Weihnachten 2020 und Pfingsten 2021 waren vor allem Schülerinnen und Schüler der Unter- und Mittelstufe fast sechs Monate im Lockdown gewesen, während Abschlussklassen teilweise in Präsenz unterrichtet werden konnten. Das hatte zu massiver Kritik geführt.

Sozialminister Manne Lucha (Grüne) hält die Lage an den Schulen derzeit für beherrschbar. Von etwa 65.000 Klassen seien derzeit gut 130 von einer Infektion betroffen. Zwei von den rund 4500 Schulen seien geschlossen, eine Waldorf- und eine Grundschule. Von den über eine Million Schülerinnen und Schülern befänden sich derzeit 8000 in Quarantäne. Das sei „im Verhältnis planbar und überschaubar“, sagte Lucha. Er sei auch stolz darauf, dass die Zahl der zweimal Geimpften unter den 12- bis 17-Jährigen nun bei 44 Prozent liege.

++ Polizei kontrolliert im Ostalbkreis Ausgangssperre

(13.59 Uhr) Weil sich der Ostalbkreis laut Kreisverwaltung zu einem „Corona-Hotspot“ entwickelt hat, gelten seit Montag nächtliche Ausgangssperren für Ungeimpfte und Nicht-Genesene zwischen 21 und 5 Uhr. Die Polizei hat in der ersten Nacht der Beschränkungen 100 Personen kontrolliert.

++ Wieviele davon ohne "triftigen Grund" unterwegs waren und was sie nun erwartet, lesen Sie hier ++

++ Spahn entschuldigt sich bei Ärzteschaft

(13.40 Uhr) Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich nach einem Zeitungsbericht in einem Brief an die Ärzteschaft für seine Kommunikation rund um die Begrenzung von Biontech-Dosen entschuldigt.

„Diese zu kurzfristige Kommunikation, den entstandenen zusätzlichen Aufwand sowie Ihre verständliche Verärgerung bedauere ich ausdrücklich“, schrieb der geschäftsführende Minister nach einem Bericht der „Welt“ in einem Brief an die Vertragsärzte. „Ich möchte mich dafür bei Ihnen und Ihren Teams entschuldigen.“

Bereits am Vortag hatte Spahn bei einem öffentlichen Auftritt sein Bedauern ausgedrückt. Zuvor hatte sein Ministerium die Begrenzung des Biontech-Impfstoffs in den nächsten Wochen bekanntgegeben und damit Unmut bei Ärztinnen und Ärzten hervorgerufen. 

++ Bayerisches Kabinett beschließt verschärfte Corona-Regeln

(13.24 Uhr) Angesichts der weiter steigenden Corona-Zahlen hat das bayerische Kabinett am Dienstag harte Gegenmaßnahmen beschlossen. Sie sollen — nach Zustimmung des Landtags am Nachmittag - in der kommenden Nacht in Kraft treten und damit ab Mittwoch gelten.

Für Ungeimpfte gelten dann strikte Kontaktbeschränkungen: Es dürfen sich nur noch maximal fünf Personen aus zwei Haushalten treffen. Lediglich Kinder unter zwölf, Geimpfte und Genesene zählen nicht mit.

Alle Clubs, Diskotheken und Bars müssen schließen, Restaurants dürfen nur noch bis 22.00 Uhr offen bleiben. Weihnachtsmärkte fallen aus. Kultur- und Sportveranstaltungen dürfen ab Mittwoch nur noch mit einer Auslastung von maximal 25 Prozent an Zuschauern stattfinden.

Zudem gilt dann quasi flächendeckend die 2G-Regel: Auch zu Friseuren, Hochschulen, Musik-, Fahr- und Volkshochschulen sowie Bibliotheken haben nur noch Geimpfte und Genesene Zugang. In vielen Bereichen gilt sogar künftig 2G plus: Zugang also nur für Geimpfte und Genesene, aber auch nur mit einem zusätzlichen negativen Schnelltest. Dies gilt etwa für Kultur- und Sportveranstaltungen, Messen und Tagungen sowie Freizeiteinrichtungen aller Art, etwa Zoos, Bäder und Seilbahnen.

In Landkreisen und kreisfreien Städten mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 1000 gelten dann noch drastischere Einschränkungen: Die Gastronomie, Hotels, Sport- und Kulturstätten müssen schließen, Freizeit-, Sport- und Kulturevents aller Art werden untersagt. Anders als zunächst geplant dürfen aber Friseure nun doch offen bleiben.

Schulen und Kitas bleiben bayernweit geöffnet. Gleiches gilt für den Handel — dort gelten aber folgende Beschränkungen: eine Person auf 10 Quadratmeter und in 1000er-Hotspots eine Person auf 20 Quadratmeter.

++ Bad Wurzach richtet Corona-Hotline ein

(13.07 Uhr) Aufgrund der aktuellen Corona-Situation und der damit verbundenen Zahl an Anfragen an die Verwaltung wird die Stadt Bad Wurzach ein zentrales Bürgertelefon für alle Fragen rund um die Corona-Pandemie einrichten.

++ Wie die Hotline zu erreichen ist und welche Fragen dort beantwortet werden können, lesen Sie hier ++

++ Alarmstufe II ab gilt ab Morgen

(12.30 Uhr) Die grün-schwarze Landesregierung hat eine Verschärfung der Corona-Regeln beschlossen. Bereits ab morgen gilt im ganzen Land die "Alarmstufe II". Die Landesregierung reagiert damit auf die hohen Infektionszahlen im Südwesten. 

++ Was alles geplant ist in der neu eingerichtetetn Eskalationsstufe, leses Sie hier ++

++ Sigmaringen sagt Weihnachtsmarkt ab

(11.11 Uhr) Nun hat auch die Donaustadt Sigmaringen ihren Weihnachtsmarkt abgesagt. Nachdem gestern bereits Aalen, Ravensburg und die Landeshauptstadt Stuttgart ihre Märkte gecancelt hatten, reiht sich heute die Hohenzollernstadt Sigmaringen in die Liste der Absagen ein. 

++ Lesen Sie hier mehr zu den Gründen, die von den Organisatoren für eine Absage des Weihnachtsmarktes angeführt werden ++

++ Theologe verantwortet als falscher Arzt über 1400 Corona-Impfungen

(09.50 Uhr) Ein Theologe aus dem Landkreis München soll sich als Arzt ausgegeben und so mehr als 1400 Corona-Impfungen selbst vorgenommen oder angeordnet haben.

Die Staatsanwaltschaft Traunstein klagte den 50-Jährigen deshalb nun wegen gefährlicher Körperverletzung, vorsätzlicher Körperverletzung, Verstößen gegen das Heilpraktikergesetz, Urkundenfälschung, gewerbsmäßigen Betrugs sowie Missbrauchs von Titeln und Berufsbezeichnungen an, wie die Ermittlungsbehörde am Dienstag mitteilte. Hinweise auf gesundheitliche Komplikationen wegen der fehlenden Qualifikation hätten sich aber nicht ergeben.

Der Mann soll in Impfzentren in der Stadt Rosenheim und im Landkreis Dachau geimpft haben. Er soll sich dort Ende vergangenen und Anfang dieses Jahres mit einer gefälschten Approbationsurkunde beworben sowie im Anschluss in Impfzentren in Rosenheim und Karlsfeld tätig gewesen sein. In Rosenheim absolvierte er dabei auch mobile Impfeinsätze in Alten- und Pflegeheimen.

Insgesamt habe der Mann 306 Corona-Impfungen selbst vorgenommen. Weitere 1144 Impfungen seien auf seine Anordnung hin durch medizinisches Fachpersonal verabreicht worden. Der Theologe schwieg bislang gegenüber Staatsanwaltschaft und Polizei zu den Vorwürfen. Gegenüber einer Sachverständigen räumte er aber die Fälschung der Urkunde ein, wie die Ermittler erklärten

++ Universitätsklinikum Ulm stellt planbare Operationen ein

(08.57 Uhr) An der Uniklinik Ulm werden künftig wieder planbare Operationen verschoben. Grund seien die „rasant steigenden Infektionszahlen“ und die Vorgaben des Landes, 40 Prozent der Intensivkapazitäten für Covid-Patienten frei zu halten, wie eine Sprecherin der Uniklinik am Dienstag in Ulm bekanntgab.

Planbare Behandlungen müssten — soweit medizinisch vertretbar - verschoben oder ausgesetzt werden. Die Akut- und Notfallversorgung sei davon nicht betroffen, hieß es. Der Leitende Ärztliche Direktor und Vorstandsvorsitzende Udo X. Kaisers teilte mit, man wisse, dass Verschiebungen oder Absagen von Behandlungen für die Patientinnen und Patienten und deren Angehörige sehr belastend seien. In der aktuellen Situation biete sich ihnen jedoch keine andere Möglichkeit.

Kapazitätsgrenzen gibt es den Angaben zufolge vor allem beim verfügbaren Personal, da die Belastung der vergangenen Monate zu Personalausfällen und Arbeitszeitreduzierungen geführt habe. Die Anforderungen an die Mitarbeiter seien in dieser Phase der Pandemie noch höher als zuvor, hieß es.

Die Behandlung der oft noch jungen Covid-Intensivpatienten sei hochaufwendig und sehr belastend, auch weil ihre Verweildauer deutlich verlängert sei und viele Wochen dauern könne.

„Um die aktuell sehr angespannte Situation zu verbessern, bitten wir daher Bürgerinnen und Bürger, die sich bisher noch nicht gegen das Coronavirus haben impfen lassen, dies dringend nachzuholen“, so der Vorstandsvorsitzende Kaisers.

++ Städtetag: Coronakontrollen bergen ein hohes Konfliktpotenzial

(07.23 Uhr) Der Städtetag Baden-Württemberg hält flächendeckende Kontrollen der Impf- und Genesenen-Nachweise für unrealistisch. Viele Ortspolizeibehörden von kleinen Städten kämen da ans Limit, wenn sie anstelle von Parksündern nun Coronasünder kontrollieren sollten, sagte Gudrun Heute-Bluhm vom Vorstand des Städtetags der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“.

Zudem seien die Kontrollen nicht nur eine Kapazitäts-, sondern auch eine Ausbildungsfrage, sagte die CDU-Politikerin Heute-Bluhm, die fast 20 Jahre Lörrachs Oberbürgermeisterin war, den Zeitungen. „Den ruhenden Verkehr zu überwachen stellt keine hohen Anforderungen an die Kommunikation, aber Coronakontrollen bergen ein hohes Konfliktpotenzial, das muss man aushalten können.“ In größeren Städten sei der Polizeivollzugsdienst dafür ausgebildet, damit umzugehen, in kleineren eher nicht.

Etwas besser sieht Heute-Bluhm die Verkehrsgesellschaften aufgestellt. Diese hätten schließlich ihre eigenen Kontrolldienste, die Schwarzfahrer kontrollierten und auch im Konfliktmanagement geschult seien. Doch auch hier schränkte Heute-Bluhm ein, man werde Anzahl und Dichte der Kontrollen im ÖPNV wohl erhöhen können, aber flächendeckend werde das auch nicht zu leisten sein. „Auch Coronasünder in Bus und Bahn müssen wissen: Wie beim Schwarzfahren kostet es beim Erwischtwerden richtig viel Geld.“

++ Impfstützpunkte im Bodenseekreis starten

(06.48 Uhr) Die Corona-Infektionskurve zeigt steil nach oben, der Ansturm auf Impfangebote ist enorm. Um die Versorgung durch die Hausärzte zu ergänzen, hat der Bodenseekreis in Zusammenarbeit mit den Kommunen in Friedrichshafen, Tettnang und Überlingen Impfstützpunkte eingerichtet – mit dem Verweis, dass wegen der großen Nachfrage längere Wartezeiten möglich sind.

„Es kann auch sein, dass wir Leute wieder wegschicken müssen“, sagt Robert Schwarz, Sprecher des Landratsamtes. Beim ersten Termin am Montag war das offenbar nicht der Fall.

++ Wer sich an den Impfstützpunkten impfen lassen kann und wo es weitere Informationen dazu gibt, lesen Sie hier ++

++ Kretschmann glaubt an Verfassungskonformität einer Impfpflicht 

(06.26 Uhr) Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hält eine allgemeine Corona-Impfpflicht für vereinbar mit dem Grundgesetz. Er glaube nicht, dass dies verfassungswidrig wäre, sagte der Grünen-Politiker am Montagabend im ZDF-„heute journal“.

Es habe in Deutschland lange Zeit eine Impfpflicht gegeben, sie sei vor Jahrzehnten aber aufgegeben worden. Auch gebe es eine solche Pflicht in abgeschwächter Form bei Masern.

Kretschmann und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) warben in einem gemeinsamen Gastbeitrag für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Dienstag) für eine Impfpflicht. „Eine Impfpflicht ist kein Verstoß gegen die Freiheitsrechte. Vielmehr ist sie die Voraussetzung dafür, dass wir unsere Freiheit zurückgewinnen“, schrieben beide Politiker.

Im ZDF sprach Kretschmann von einem schwierigem Abwägungsprozess und einem tiefen Eingriff in Persönlichkeitsrechte. Noch tiefere Eingriffe seien aber Maßnahmen wie bei überlasteten Krankenhäusern – etwa eine Auswahl, wer behandelt wird und wer nicht.

Kretschmann machte klar, dass bei einer Impfpflicht sicher niemand bei Verweigerung im Gefängnis lande oder von der Polizei zum Impfen abgeholt werde. Möglich wären jedoch Bußgelder. Man könne aber davon ausgehen, dass sich die Bevölkerung in der Regel an Gesetze halte, auch wenn jemand nicht davon überzeugt sei. Kretschmann zufolge wäre eine Impfpflicht Sache des Bundesgesetzgebers.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer warnte am Montagabend vor großen Menschenansammlungen. „Wir sollten auf alles verzichten, bei dem viele Menschen auf einer Stelle zusammenkommen über eine längere Zeit – sowohl innen wie draußen“, sagte der CDU-Politiker in den ARD-„Tagesthemen“.

Im besonders schwer von der vierten Corona-Welle betroffenen Sachsen gilt seit Montag eine neue Corona-Notfallverordnung. So sind Weihnachtsmärkte und große Veranstaltungen abgesagt, im Einzelhandel gilt mit Ausnahme für Waren des täglichen Bedarfs die 2G-Regel.

„Dieser Virus hat deutlich an Kraft gewonnen und, wir alle in der Bevölkerung, wir sind genervt und wir haben die Kraft verloren“, sagte Kretschmer in der ARD. Diese Kombination führe dazu, dass, wenn es Ausbrüche gebe, diese „ganz rapide verlaufen“.

++ RKI registriert 45326 Corona-Neuinfektionen – Inzidenz bei 399,8

(06.10 Uhr) Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist erneut auf einen Höchststand gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche am Dienstagmorgen mit 399,8 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 386,5 gelegen, vor einer Woche bei 312,4 (Vormonat: 100,0).

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 45 326 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 03.39 Uhr wiedergeben. Vor genau einer Woche waren es 32 048 Ansteckungen gewesen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 309 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 265 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 5 430 911 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Montag mit 5,28 an. Der Wert spielt eine wesentliche Rolle für die Beurteilung des Infektionsgeschehens. Bei Überschreitung der Grenzwerte 3, 6 und 9 können die Bundesländer jeweils schärfere Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie verhängen.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 4 680 000 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 99 433.

Das waren die letzten Meldungen am Montag:

++ Stillgelegtes Krankenhaus wird zum regionalen Testzentrum im Schussental

(20.59 Uhr) Das ehemalige Krankenhaus 14 Nothelfer in Weingarten wird zum Corona-Testzentrum im Mittleren Schussental. Bereits ab Donnerstag, 25. November, sollen den Bürgern hier einerseits PCR-Tests und andererseits Antigen-Schnelltest in großer Zahl angeboten werden.

++ Mehr dazu lesen Sie hier. ++ 

++ Corona-Lage: Bodenseekreis meldet drei weitere Todesfälle

(20.26 Uhr) Laut Landesgesundheitsamt lag die Sieben-Tage-Inzidenz im Bodenseekreis am Montag bei 553,5. Drei Menschen sind demnach seit Sonntag im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Damit steigt die Zahl der Toten auf 183.

++ Mehr dazu lesen Sie hier. ++

++ Stadt Stuttgart sagt Weihnachtsmarkt ab

(19.24 Uhr) Baden-Württembergs Landeshauptstadt Stuttgart hat am Montagabend ihren Weihnachtsmarkt abgesagt. „Wir haben alles versucht, den Weihnachtsmarkt zu ermöglichen. Nachdem heute aber andere große Weihnachtsmärkte in der Region, gerade auch der Barockweihnachtsmarkt in Ludwigsburg und der mittelalterliche Weihnachtsmarkt in Esslingen, abgesagt wurden, ziehen wir die Notbremse“, sagte Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU).

Nach der Absage der Märkte in Ludwigsburg und Esslingen wäre in Stuttgart ein enormer Besucherandrang zwangsläufig. Dieser wäre unter Corona-Bedingungen voraussichtlich nicht mehr kontrollier- und beherrschbar.

Nopper appellierte an Bund und Land, die Gastronomen und Schausteller, die von den Absagen der Weihnachtsmärkte betroffen sind, mit Corona-Hilfsmaßnahmen zu unterstützen. „Es handelt sich ganz überwiegend um kleine Familienbetriebe, die infolge der Pandemie in ihrer Existenz bedroht sind, in diesem Winter nun noch schlimmer als zuvor.“ Der Weihnachtsmarkt in Stuttgart sollte am 24. November öffnen und bis zum 30. Dezember dauern.

+++ Hier geht es zum Corona-Newsblog von Montag +++

Plus oder kostenlos? Welche Inhalte kostenpflichtig sind – und warum

Unsere Daten und Zahlen beziehen wir aktuell aus dem Dashboard RKI¹

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr Inhalte zum Dossier

Wir haben die allgemeine Kommentarfunktion unter unseren Texten abgeschaltet. Für einzelne Texte wird es auch weiterhin die Möglichkeit zum Austausch geben. Aufgrund der Vielzahl an Kommentaren können wir derzeit aber keine gründliche Moderation mehr gewährleisten. Mehr Informationen zu unseren Beweggründen finden Sie hier.
Kommentare werden geladen