Corona-Newsblog: Das waren die wichtigsten Entwicklungen am Montag

Digital-Redakteur
Agence France-Presse
Deutsche Presse-Agentur

Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹: 

  • Aktuell nachgewiesene Infizierte Baden-Württemberg: ca. 21.100 (567.108 Gesamt – ca. 535.400 Genesene - 10.646 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg: 10.646
  • Sieben-Tage-Inzidenz Baden-Württemberg: 80,9
  • Aktuell nachgewiesene Infizierte Deutschland: ca. 139.300 (4.199.400 Gesamt – ca. 3.966.700 Genesene - 93.403 Todesfälle)
  • Todesfälle: 93.403
  • Sieben-Tage-Inzidenz Deutschland: 61,7

Das Wichtigste auf einen Blick: 

  • Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten sinkt wieder (19.03 Uhr)
  • Vietnam erhält Millionen Impfdosen aus Deutschland (13.43 Uhr)
  • RKI meldet 3022 Corona-Neuinfektionen, Inzidenz bei 61,7 (06.51 Uhr)
  • Corona drückt Lebenserwartung ähnlich wie Zweiter Weltkrieg (08.20 Uhr)
  • Höhere Impfquote bei Grippeimpfungen während der Pandemie (10.43 Uhr)

Das wars für heute, mit den wichtigsten Corona-News des Tages. Wir sind morgen wieder für Sie da.

++ Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten sinkt wieder

(19.03 Uhr) Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen in Baden-Württemberg sinkt wieder. Nach mehreren Tagen mit steigenden Werten gab das Landesgesundheitsamt in Stuttgart am Montag einen Wert von 79,1 an (Sonntag: 81, Samstag: 80,4, Freitag: 79,3).

Die Zahl der Corona-Patienten pro 100.000 Einwohner, die innerhalb einer Woche in eine Klinik aufgenommen wurden, betrug 2,25 (Vortag: 2,1). Diese sogenannte Hospitalisierungsinzidenz ist neben der Zahl der Covid-19-Patienten in Intensivbehandlung ausschlaggebend für mögliche strengere Maßnahmen — vor allem für Ungeimpfte.

Die aktuelle Zahl der Klinikeinweisungen liegt in der Regel höher als in der Hospitalisierungsinzidenz ausgewiesen. Die vollständigen Werte liegen oft erst nach ein bis zwei Wochen vor.

Die Zahl der Corona-Patienten in Intensivbehandlung lag im Tagesvergleich bei 200. Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle betrug dem Gesundheitsamt zufolge 567.899, das waren 551 mehr als am Vortag. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg um 15 auf nun 10 661.

++ EU-Arzneimittelbehörde prüft dritte Dosis von Moderna-Impfstoff

(18.47 Uhr) Die europäische Arzneimittelagentur EMA prüft einen Antrag des Impfstoffherstellers Moderna auf Zulassung einer dritten Dosis. Die vorgelegten Daten sollten nach einem beschleunigten Verfahren bewertet werden, teilte die EMA am Montag in Amsterdam mit.

Der sogenannte Booster könnte Menschen ab zwölf Jahren mindestens sechs Monate nach der zweiten Impfdosis gespritzt werden, um den Schutz vor einer Corona-Infektion zu erhöhen. Bisher werden diese Booster in einigen Ländern bereits Menschen mit einem geschwächten Immunsystem angeboten.

Die EMA erklärte erneut, dass im Prinzip eine dritte Impfdosis als Schutz vor einer Infektion nicht notwendig sei. Die Entscheidung, ob zusätzliche Impfdosen angeboten werden sollen, würde auch nicht die EMA treffen, sondern sei Sache der EU-Mitgliedsstaaten

++ „Maskenball“ in Mallorcas Discos: Tanzflächen dürfen wieder öffnen

(15.18 Uhr) Erstmals seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie vor eineinhalb Jahren dürfen Clubs, Discos und Nachtlokale auf Mallorca und den anderen Baleareninseln ab dem 8. Oktober wieder ihre Tanzflächen öffnen. Das kündigte der regionale Tourismusminister Iago Negueruela am Montag angesichts niedriger Corona-Zahlen an.

„Die Balearen kehren praktisch zur Normalität zurück“, sagte er. So ganz normal wird es aber dann doch noch nicht zugehen, denn wer tanzen will, muss dabei eine Maske tragen. Wer nicht tanzt, sondern am Getränk nippt, muss sitzen. Um 05.00 Uhr morgens ist Schluss.

Bars und Kneipen durften zwar auch während der Pandemie unter wechselnden Auflagen Kunden bedienen, die Tanzflächen waren jedoch tabu. Die Justiz muss den Plänen der Politiker noch zustimmen.

++ Vietnam erhält Millionen Impfdosen aus Deutschland

(13.43 Uhr) Deutschland unterstützt Vietnam mit weiteren 2,6 Millionen Corona-Impfdosen. Die Vakzine des Herstellers Astrazeneca seien am Sonntag in Ho-Chi-Minh-Stadt (früher: Saigon) angekommen, teilte die deutsche Botschaft in der Hauptstadt Hanoi mit. „Dies ist ein weiterer Beitrag Deutschlands zur vietnamesischen Impfkampagne“, hieß es. Es handele sich bereits um die zweite Lieferung von Impfstoffen aus Deutschland innerhalb von zwei Wochen.

„Zusammen mit der Covax-Sendung vom 16. September umfasst Deutschlands Unterstützung für Vietnam nun insgesamt 3,45 Millionen Impfstoffdosen“, sagte der deutsche Botschafter in Vietnam, Guido Hildner, bei einer Feierstunde im Außenministerium. Die Hilfen seien Ausdruck der Solidarität mit dem vietnamesischen Volk.

Im vergangenen Jahr galt Vietnam mit 98 Millionen Einwohnern noch als Vorzeigestaat im Kampf gegen die Pandemie. Seit Mai kämpft das Land am Mekong aber gegen seine bisher schwerste Welle. Es gelten strenge Beschränkungen. Die Zahlen gehen mittlerweile zurück. Insgesamt meldeten die Behörden bis heute mehr als 750 000 Infektionen. Rund 18 000 Menschen sind in Verbindung mit Covid-19 gestorben.

++ Höhere Impfquote bei Grippeimpfungen während der Pandemie

(10.43 Uhr) Während der Corona-Pandemie haben sich deutlich mehr Menschen gegen Grippe impfen lassen als in den Vorjahren. Fast jeder Zweite in der Risikogruppe ab 60 Jahren ließ sich von September 2020 bis Ende März diesen Jahres gegen Influenza impfen - insgesamt 46,5 Prozent und damit zehn Prozentpunkte mehr als in der vorhergehenden Grippesaison, wie eine am Montag in Hamburg veröffentlichte Auswertung der Techniker Krankenkasse zeigt.

Insgesamt ließ sich fast jeder fünfte TK-Versicherte (18 Prozent) während der Pandemie gegen Grippe impfen. In der Saison 2019/2020 war es im gleichen Zeitraum nur jeder Achte (zwölf Prozent). Den größten Sprung gab es bei den 60- bis 69-Jährigen. In dieser Gruppe ließen sich im vergangenen Herbst und Winter 39 Prozent der Versicherten impfen - im Vergleich zu 27 Prozent in der vorherigen Grippesaison.

Anders als bei der Corona-Impfung haben die östlichen Bundesländer den Daten zufolge die höchsten Impfquoten beim Grippeschutz. Spitzenreiter sind Sachsen-Anhalt (39 Prozent), Thüringen (31 Prozent) und Brandenburg (29 Prozent). Schlusslicht ist Bayern mit zwölf Prozent. Bei den Geschlechtern gibt es keine großen Unterschiede.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt die Grippeimpfung unter anderem für Menschen ab 60 Jahren, Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel sowie Menschen mit gesundheitlicher Gefährdung, Bewohner von Alten- und Pflegeheimen und medizinisches Personal. Um rechtzeitig geschützt zu sein, empfiehlt die Stiko, sich ab Oktober bis Mitte Dezember impfen zu lassen. Dabei kann auch gleichzeitig gegen Grippe und Corona geimpft werden.

++ Corona drückt Lebenserwartung ähnlich wie Zweiter Weltkrieg

(08.20 Uhr) Im Zuge der Corona-Pandemie ist die Lebenserwartung in vielen Ländern einer Studie zufolge so stark gesunken wie seit dem Zweiten Weltkrieg in Westeuropa nicht mehr.

In einigen Ländern sei der Fortschritt der vergangenen Jahre in kurzer Zeit zunichtegemacht worden, berichten Forscher des Leverhulme Centre for Demographic Science an der Universität Oxford im „International Journal of Epidemiology“. Bei Männern war der Rückgang demnach größer als bei Frauen.

Für die Studie untersuchten die Wissenschaftler Daten aus 29 Staaten, die meisten aus Europa, darunter Deutschland, sowie Chile und die USA. In 27 dieser Staaten sank demnach 2020 die Lebenserwartung, in 22 Ländern um mindestens ein halbes Jahr. „In westeuropäischen Ländern wie Spanien, England und Wales, Italien, Belgien wurde ein solcher Rückgang der Lebenserwartung in einem einzigen Jahr zum Zeitpunkt der Geburt zuletzt während des Zweiten Weltkriegs beobachtet“, sagte Co-Autor José Manuel Aburto.

Am meisten sank die Lebenserwartung von Männern in den USA - um 2,2 Jahre im Vergleich zu 2019. In den USA sei vor allem die gestiegene Sterblichkeit im erwerbsfähigen Alter unter 60 Jahren bemerkenswert, sagte Co-Autorin Ridhi Kashyap. In den meisten europäischen Ländern hingegen habe vor allem die Sterblichkeit bei über 60-Jährigen zugelegt. Bereits im Juni hatte eine Studie im „British Medical Journal“ auf die drastisch gesunkene Lebenserwartung in den USA hingewiesen.

++ RKI meldet 3022 Corona-Neuinfektionen, Inzidenz bei 61,7

(06.51 Uhr) Bei der Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland hat es im Vergleich zum Vortag kaum Dynamik gegeben.

Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Montagmorgen mit 61,7 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 61,4 gelegen, vor einer Woche bei 71,0. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 3022 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.36 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 3736 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden zehn Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 13 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.199.400 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI zuletzt am Freitag mit 1,58 an, ein Rückgang um 0,3 im Vergleich zum Vorwochenwert.

Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen.

Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.966.700 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 93 403.

++ Das waren die letzten Meldungen vom Sonntag

++ Computer-Software in allen bayerischen Impfzentren ausgefallen

(14.29 Uhr) In allen bayerischen Impfzentren ist am Sonntagmorgen das Computersystem ausgefallen. Das bestätigte eine Sprecherin des Landesgesundheitsministeriums in München. Ein Netzwerkproblem im Rechenzentrum sei die Ursache gewesen, sagte sie. „Es konnte vorübergehend nicht auf das System zugegriffen werden.“ Am Sonntagmittag seien das Programm und damit auch die Impfzentren wieder im Normalbetrieb gelaufen.

Zuvor hatte die Stadt Rosenheim von der Panne berichtet. Demnach galt zeitweise: „Alles muss händisch vorgenommen werden. Das bedeutet, dass im Impfablauf mit Wartezeiten zu rechnen ist.“

++ Seehofer warnt vor Radikalisierung der „Querdenker“-Szene

(10.15 Uhr) Nach der Tötung eines Tankstellenmitarbeiters in Idar-Oberstein wegen eines Streits um die Maskenpflicht hat Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) vor einer Radikalisierung der „Querdenker-“ Szene gewarnt. „Die politisch motivierte Gewalt in Deutschland durch Querdenker ist gefährlich für unser Land“, sagte Seehofer der „Bild am Sonntag“. Auch in den Innenministerien mehrerer Bundesländer wird vor wachsender Gewaltbereitschaft in der Szene der Corona-Leugner gewarnt.

Seehofer sagte: „Die Gruppe der Querdenker wird zwar immer kleiner, aber leider auch immer radikaler und brutaler.“ Sie könnten „unser Land zersetzen“, wenn der Rechtsstaat sie nicht mit allen Mitteln bekämpfe.

Vor einer Radikalisierung der Anti-Corona-Proteste warnen laut einer Abfrage der Zeitungen der Funke Mediengruppe an alle 16 Innenministerien auch Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen; Niedersachsen berichte von „Forderungen nach einem Regierungssturz“ in der Szene. Das Landesamt für Verfassungsschutz in Baden-Württemberg sieht laut Bericht insbesondere ein Gefahrenpotenzial durch extremistische Verschwörungsideologien, die wiederum von „zahlreichen“ Akteuren aus der „Querdenker“-Bewegung heraus gestreut würden.

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