Corona-Newsblog: Das waren die wichtigsten Entwicklungen am Mittwoch

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Agence France-Presse
Deutsche Presse-Agentur

Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹:

  • Aktuell nachgewiesene Infizierte Baden-Württemberg: ca. 13.200 (307.166 Gesamt - ca. 286.100 Genesene - 7.837 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg: 7.837
  • Sieben-Tage-Inzidenz Baden-Württemberg: 43,6
  • Aktuell nachgewiesene Infizierte Deutschland: ca. 129.700 (2.350.399 Gesamt - ca. 2.154.600 Genesene - 66.164 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland: 66.164
  • Sieben-Tage-Inzidenz Deutschland: 57,0

Das Wichtigste auf einen Blick: 

  • Kretschmann macht Handel Hoffnung auf baldige Öffnungen (19.54 Uhr)
  • Von 100.000 Impfdosen Astrazeneca nur 309 im Südwesten verimpft (18.16 Uhr)
  • Schweiz will Corona-Maßnahmen lockern - Läden vor Öffnung (17.42 Uhr)
  • Oberbürgermeister aus BaWü dringen auf Öffnung des Einzelhandels (16.03 Uhr)
  • EU kauft weitere 300 Millionen Dosen von Moderna-Impfstoff (13.29 Uhr)

 Das war's für heute. Wir wünschen Ihnen eine gute Nacht und sind morgen Früh auf Schwäbische.de wieder mit einem neuen Corona-Newsblog für Sie da.

++ Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten weiter rückläufig 

(20.36 Uhr) Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen ist im Südwesten weiter rückläufig. Die Zahl der neuen Ansteckungen pro 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche lag nach Angaben des Landesgesundheitsamts am Mittwoch (Stand: 16 Uhr) bei 41,6. Am Vortrag hatte der Wert noch bei 43,7 gelegen.

Die Zahl der gesamten bestätigten Corona-Infektionen stieg im Vergleich zum Vortag um 913 Fälle auf 308.003. Die Zahl der Todesfälle durch oder im Zusammenhang mit Sars-CoV-2 stieg um 19 auf 7833. 285.160 ehemals infizierte Menschen gelten laut einer Schätzung als genesen.

Zumindest einmal geimpft sind im Südwesten inzwischen mehr als 362.000 Menschen. Die Zahl derer, die auch schon eine zweite Impfung erhalten haben, stieg auf mehr als 172.000. Die Zahl der nachgewiesenen Fälle von Coronavirus-Varianten liegt jetzt bei 2250. Dabei handelt es sich zum überwiegenden Teil um die zuerst in Großbritannien entdeckte Variante B.1.1.7.

++ Kretschmann macht Handel Hoffnung auf baldige Öffnungen

(19.54 Uhr) Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat dem Handel in der Corona-Pandemie Hoffnung auf eine baldige Wiedereröffnung gemacht. „Sollten wir stabil die 35 erreichen, das heißt, sollten wir diese Inzidenz im Land über mehrere Tage — zwischen drei und fünf Tagen am Stück — unterschreiten, dann werde ich weitere Öffnungsschritte veranlassen“, sagte Kretschmann den „Stuttgarter Nachrichten“ und der „Stuttgarter Zeitung“ mit Blick auf die Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in einer Woche.

Als erstes solle der Einzelhandel bei Öffnungen berücksichtigt werden - dann aber nur mit einem „klaren Hygienekonzept“ und der „Begrenzung von 20 Quadratmeter pro Kundin oder Kunden“, so der Regierungschef gegenüber den Zeitungen. Ein solches Vorgehen wäre laut Kretschmann von den jüngsten Beschlüssen der Bund-Länder-Konferenz gedeckt.

Dort hatten die Ministerpräsidenten mit der Kanzlerin vereinbart, dass die Länder schrittweise lockern können, sollte die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz bis zum 7. März stabil unter 35 gesunken sein.

Aus Modellrechnungen ergibt sich laut Kretschmann, dass Baden-Württemberg als erstes Bundesland den Wert von 35 Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in einer Woche erreichen könnte. „Möglicherweise schon gegen Ende der nächsten Woche“, sagte der Grünen-Politiker den Zeitungen. Sollten die Zahlen aber wieder steigen, werde er sofort reagieren, stellte Kretschmann klar.

++ Daten zur Impfung im Kreis Sigmaringen verzögern sich 

(19.07 Uhr) Die Impfungen gegen Covid-19 im Kreis Sigmaringen laufen weiter, auch wenn es in den vergangenen Tagen einen anderen Anschein hatte. Wie das Landratsamt Sigmaringen auf Nachfrage der „Schwäbischen Zeitung“ mitteilt, werde am Wochenende seit Beginn nicht geimpft. Entsprechend werden auch keine Daten übermittelt. Hier lesen Sie mehr.

++ Von 100.000 Impfdosen Astrazeneca nur 309 im Südwesten verimpft

(18.16 Uhr) Mehr als 100.000 Dosen des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca sind bisher nach Baden-Württemberg geliefert worden - allerdings wurden erst 309 davon verimpft. Die erste Lieferung mit 48.000 Imfpdosen sei den Krankenhäusern im Land zur Verfügung gestellt worden, teilte das Sozialministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Auch der Großteil der zweiten Charge mit 52.800 Dosen ging demnach größtenteils an Krankenhäuser. In dieser Woche sollen laut Ministerium auch erstmals Kreisimpfzentren mit Astrazeneca versorgt werden.

Laut Statistik des Robert Koch-Instituts wurden in Baden-Württemberg bislang 309 Dosen des Astrazeneca-Impfstoffs verabreicht. Ein Grund für die geringe Zahl sei, dass die ersten Kliniken den Impfstoff vergangene Woche erst vom 11. Februar an abholen konnten, erklärte das Sozialministerium. „Die Kliniken, die aus der zweiten Lieferung Impfstoff erhalten haben, konnten diesen erst seit Montag dieser Woche in den Impfzentren abholen.“ Dieser könne erst nach und nach verabreicht werden.

Im Vergleich zu den Mitteln von Biontech/Pfizer und Moderna hat der Astrazeneca-Impfstoff eine geringere Wirksamkeit — bezogen darauf, wie viele Geimpfte in Studien im Vergleich zu Nicht-Geimpften erkranken.

++ Schweiz will Corona-Maßnahmen lockern - Läden vor Öffnung 

(17.42 Uhr) In der Schweiz sollen ab 1. März alle Läden, Museen, Zoos und Erlebnisparks wieder öffnen. Im Freien sollen Treffen mit 15 Personen erlaubt sein, stellte die Schweizer Regierung am Mittwoch entsprechende Weichen. Definitiv entscheiden will die Regierung in einer Woche. „Wir haben eine positive Ausgangslage“, sagte Gesundheitsminister Alain Berset. Damit sei jetzt das Ziel, stufenweise Lockerungen anzugehen.

Künftig soll es für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre mehr erlaubte Sport- und Kulturangebote geben. Ab April seien Kultur- und Sportveranstaltungen mit Publikum in eng begrenztem Rahmen wieder denkbar, ebenso Sport in Innenräumen oder die Öffnung von Restaurantterrassen.

Restaurants sollen allerdings geschlossen bleiben. Auch die Pflicht zum Homeoffice werde aufrecht erhalten, hieß es. Bei günstiger epidemiologischer Entwicklung und höherer Durchimpfungsrate sollen jeweils zu Monatsbeginn weitere Lockerungen in Kraft treten, „um dem gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben wieder mehr Raum zu geben“, hieß es.

++ Oberbürgermeister aus BaWü dringen auf Öffnung des Einzelhandels

(16.03) Drei Oberbürgermeister aus Baden-Württemberg wenden sich in einem dringenden Appell erneut an Kanzlerin Angela Merkel (CDU), den Einzelhandel in den Stadtzentren möglichst bald mit guten Hygienekonzepten wieder öffnen zu lassen.

In einem Schreiben, das auch an Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und Finanzminister Olaf Scholz (SPD) adressiert ist, schlagen sie zudem Schnellteststationen an den Zugängen zur Innenstadt vor. Außerdem plädieren die Verfasser für eine höhere Mehrwertsteuer für den Online-Handel.

„Uns erreichen verzweifelte Berichte von Gewerbetreibenden und Kulturschaffenden. Einige von ihnen wenden sich bereits an die Gerichte. Die versprochenen Finanzhilfen kommen zu spät und sind in vielen Fällen nicht existenzsichernd“, steht in dem Schreiben, das von Boris Palmer (Grüne) aus Tübingen, Richard Arnold (CDU) aus Schwäbisch Gmünd und Matthias Klopfer (SPD) aus Schorndorf unterzeichnet ist. Der im November begonnene und im Dezember verschärfte Lockdown für Gastronomie, Kultur und Handel treibe immer mehr Betriebe in die Insolvenz. „Das Sterben der Innenstädte ist in vollem Gange.“

Die drei Stadtoberhäupter schlagen konkret vor, dass Städte mit einer Inzidenz unter 35 sofort den Anfang machen dürfen und Innenstadtbezirke komplett öffnen können, wenn ein negativer Schnelltest vorgewiesen werde. „Konkret heißt das: Die Stadt errichtet Schnellteststationen an den Zugängen zur Innenstadt. Einlass in Geschäfte, Restaurants und Kultureinrichtungen erhält nur, wer den an der Teststation ausgegebenen personalisierten Badge als Nachweis für einen negativen Test sichtbar mit sich führt“, steht in dem am Dienstag verfassten Brief.

++ Deutlich weniger Unfälle in der Region Ulm/Biberach

(15.29 Uhr) Corona hat deutliche Spuren in der Unfallstatistik 2020 für die Region Ulm/Biberach hinterlassen. Offenbar waren wegen der Pandemie und diversen Lockdowns weniger Menschen unterwegs.

Die Folge: Die Zahl der Verkehrsunfälle im Bereich des Polizeipräsidiums Ulm – also in den Landkreisen Alb-Donau, Biberach, Göppingen, Heidenheim und in der Stadt Ulm – ist 2020 gegenüber dem Vorjahr um 17 Prozent gesunken. Hier lesen Sie mehr.

++ Tennisverbände im Südwesten wollen Öffnung der Hallen erstreiten

(14.42 Uhr) Im Kampf um die Wiedereröffnung der Tennishallen prüfen die Verbände in Baden-Württemberg rechtliche Schritte gegen die Landesregierung. Hintergrund ist, dass laut der seit dem 15. Februar gültigen neuen Corona-Verordnung des Landes auch die Tennishallen weiter geschlossen bleiben müssen.

„Auf unsere mehrfach geäußerte Forderung, eine greifbare Perspektive aufzuzeigen, die sich beispielsweise an einem konkreten Inzidenzwert orientiert, ist das Sozialministerium nach guten ersten Gesprächen im Dezember leider weiterhin nicht eingegangen“, sagte Präsident Stefan Hofherr vom Württembergischen Tennis-Bund (WTB) in einer Mitteilung am Mittwoch. Die aktuellen Maßnahmen seien unverhältnismäßig.

In Hessen etwa sei das Einzelspiel auf jedem Platz in einer Halle gestattet. Da der Dialog mit der Landesregierung aktuell keine Aussicht auf Erfolg verspreche, prüfe man daher nun rechtliche Schritte.

++ Böblingen will jeden Bürger zweimal die Woche kostenlos testen

(14.11 Uhr) Im Landkreis Böblingen bei Stuttgart können sich Menschen zwei Mal die Woche kostenlos auf das Corona-Virus testen lassen. Dafür seien fünf Schnelltestzentren aufgebaut worden, um ein wohnortnahes Angebot zu machen, sagte Landrat Roland Bernhard am Mittwoch.

„Ziel der Schnelltests ist es, Infizierte ohne Symptome zu erkennen und damit weitere Ansteckungen zu verhindern.“ Die Gratis-Schnelltest-Strategie hatte schon als „Böblinger Modell“ bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. „Solange wir im Schneckentempo impfen, müssen wir die Testungen hochfahren“, so der Landrat.

Wer sich testen lassen will, kann online in einem der fünf Testzentren einen Termin vereinbaren. Zuvor waren 29 Euro pro Testung fällig. Die Zentren seien an Arztpraxen angeschlossen, wo positive Ergebnisse noch mit einem Labortest bestätigt werden müssten, sagte Bernhard.

Das Pilotprojekt soll zunächst einen Monat lang bis zum 8. März erprobt werden. Finanziert wird es vom Kreistag. Der Landkreis hat etwa 400 000 Einwohner. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt nach Angaben des Landkreises derzeit bei rund 41.

++ EU kauft weitere 300 Millionen Dosen von Moderna-Impfstoff 

(13.29 Uhr)  Die EU hat sich 300 Millionen weitere Dosen des Corona-Impfstoffs von Moderna gesichert. Brüssel habe am Mittwoch einen entsprechenden zweiten Liefervertrag mit dem US-Konzern genehmigt, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Mittwoch in Brüssel. Nach Angaben des Unternehmens sollen zunächst 150 Millionen dieser Dosen im dritten und vierten Quartal 2021 geliefert werden.

In der EU sind nach Angaben von Ursula von der Leyen bislang 22 Millionen Menschen gegen das Coronavirus geimpft worden. Davon hätten 7 Millionen Menschen bereits ihre zweite Impfstoff-Dosis bekommen, sagte die deutsche Politikerin am Mittwoch in Brüssel. Bislang seien rund 33 Millionen Dosen an die EU-Staaten ausgeliefert worden.

Jedoch müsse und werde das Impfen in den kommenden Wochen und Monaten noch beschleunigt werden, sagte von der Leyen. Die Lieferungen der drei bislang in der EU zugelassenen Impfstoffe würden zunehmen und weitere Impfstoffe zur Verfügung stehen. Zugleich betonte sie, dass die Situation sich entwickele und es immer mehr Corona-Infektionen mit neuen Virus-Varianten gebe. Die bislang in der EU zugelassenen Impfstoffe schienen gegen die Varianten jedoch wirksam zu sein.

Vor allem in Deutschland, aber auch in anderen EU-Staaten, hatte es in den vergangenen Wochen Kritik am langsamen Impfstart gegeben.

++ 60 Prozent der Unternehmen in der Region machen 2020 keinen Gewinn

(13.01) Keine Lohnerhöhung, dafür mögliche Einschnitte bei Sozialleistungen wie Urlaubsgeld – mit diesen Positionen gehen die Arbeitgeber des Verbandes Südwestmetall in die Tarifrunde 2021. Die Firmen der Metall- und Elektroindustrie verweisen auf eine doppelte Belastung: die Pandemie einerseits und die Transformationsprozesse in der Branche in Richtung Digitalisierung andererseits.

In einer Online-Medienkonferenz nahmen Vertreter der Südwestmetall-Bezirksgruppe Schwarzwald-Hegau Stellung zu den bevorstehenden Verhandlungen mit der IG Metall (wir berichteten). Ende Februar findet die nächste Runde statt. Dann endet auch die Friedenspflicht – im März wären Warnstreiks möglich.

Lesen Sie den vollständigen Artikel dazu hier.

++ In Bayern geht die Anmeldung zur Corona-Impfung nun auch per Post 

(12.39 Uhr) Senioren können sich in Bayern bald auch per Post für eine Impfung gegen das Coronavirus anmelden. Die Landkreise und kreisfreien Städte sollen dafür Karten an über 80-Jährige verteilen, erklärte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU). „Auf den Karten können sie ihren Namen, ihre Telefonnummer und ihre Postleitzahl angeben und diese Infos mit einem beigefügten vorfrankierten Umschlag an das Impfzentrum zurückschicken.“ Die Senioren bekämen dann einen Anruf, um einen Termin zu vereinbaren.

Das Gesundheitsministerium verschickt nach eigenen Angaben ab Donnerstag an jeden Landkreis und an jede kreisfreie Stadt im Freistaat 5000 Karten und Umschläge. Die Städte München, Nürnberg und Augsburg sollen entsprechend ihrer Größe eine höhere Anzahl erhalten. „Die Karten sollen ein Angebot sein, das die Kreisverwaltungsbehörden nach eigener Einschätzung nutzen können“, betonte Holetschek. „Wir schlagen vor, sie etwa in öffentlichen Gebäuden, Apotheken oder Arztpraxen auszulegen, wo Betroffene sie sich nehmen können.“

Über 80-Jährige sollen sich aber auch weiterhin telefonisch beim Impfzentrum, bei der Hotline 116 117 oder online über das Portal BayIMCO für eine Impfung anmelden können. Einige hatten über Probleme geklagt, weil Telefonleitungen belegt gewesen seien oder sie keinen Internetanschluss sowie keine E-Mail-Adresse und Handynummer hätten.

Seit Beginn der Impfungen Ende Dezember erhielten in Bayern nach Angaben des Ministeriums mehr als 200 800 Senioren über 80 Jahren die erste Dosis. Den vollen Immunschutz mit einer Zweitimpfung haben demnach 93 400 hochbetagte Bürgerinnen und Bürger in Bayern.

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Anteil britischer Virus-Variante in Deutschland bei über 20 Prozent

(11.42 Uhr) Die ansteckenderen Varianten des Coronavirus breiten sich in Deutschland schnell aus. Nach neuen Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) stieg der Anteil der in Großbritannien entdeckten Mutation binnen zwei Wochen von knapp 6 auf mehr als 22 Prozent. Das teilte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Mittwoch in Berlin aus. „Wir müssen damit rechnen, dass die Variante bald auch bei uns die dominierende werden könnte“, sagte Spahn.

Der Anteil der britischen Variante verdoppele sich jede Woche. Die zunächst in Südafrika aufgetretene Mutation habe in Deutschland ferner einen Anteil von 1,5 Prozent, teilte Spahn mit. Das RKI habe 23 000 positive Testergebnisse in einer repräsentativen Stichprobe und weitere Daten ausgewertet. Weitere Details wollte das RKI noch am Mittwoch mitteilen.

Spahn machte deutlich, dass dennoch die Infektionszahlen insgesamt zunächst weiter gesunken seien. Das zeige, dass die Schutzmaßnahmen wirkten. Die stärkere Verbreitung der Varianten sieht Spahn auch als wichtig für die Debatte um Lockdown-Lockerungen an. An diesem Freitag wollten RKI-Chef Lothar Wieler und er weitere Einschätzungen abgeben.

Die britische Virusvariante gilt nach Schätzungen als um mindestens 35 Prozent ansteckender als die herkömmliche. Bei den Analysen werden nicht alle Corona-Tests auf Varianten untersucht. Experten hatte auf regionale Unterschiede und mögliche Lücken hingewiesen.

++ Land Vorarlberg warnt vor Testfälschungen

(10.48 Uhr) Das Land Vorarlberg warnt in einer Pressemitteilung davor, Corona-Tests zu fälschen. Der Mitteilung zufolge seien dem Land Fälle gefälschter Testergebnisse gemeldet worden. Daraufhin habe das Land eine weitere Prüfstelle eingerichtet, über die umgehend die Authentizität eines Testergebnisses über das Handy ausgelesen werden könne. Dieser zeige dann Datum und Ergebnis eines Tests sowie Teststation und Initialen der getesteten Person. Testergebnisse zu fälschen sei kein Kavaliersdelikt, sondern Urkundenfälschung, wofür strenge Strafen gelten würden.

++ Bayerns Gesundheitsminister gegen Wahlmöglichkeit beim Impfstoff 

(9.51 Uhr) Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek hat eine Wahlmöglichkeit für Bürger beim Corona-Impfstoff abgelehnt. Die drei verfügbaren Impfstoffe seien regulär zugelassen und wissenschaftlich geprüft, sagte der CSU-Politiker in einem Interview der Bayern-2-Radiowelt am Mittwoch. Das gelte auch für den Impfstoff von Astrazeneca. Hintergrund sind Berichte über Nebenwirkungen nach Impfungen mit dem Wirkstoff des britisch-schwedischen Konzerns.

Es herrsche ein Mangel an Impfstoff, sagte Holetschek. Der Impfstoff von Astrazeneca schütze vor schweren Verläufen einer Erkrankung. „Astrazeneca ist ein guter und sicherer Impfstoff“, sagte Holetschek. „Wir haben jetzt einfach noch zu wenig Impfstoff. Wir hoffen, dass es mehr wird. Aber jetzt geht es um die Einschätzung der Situation im Moment. Und da stehen die drei zur Verfügung, und da ist es eben kein Wunschkonzert“, betonte der Minister.

++ Situation an Grenzen zu Tschechien und Tirol entspannt 

(8.48 Uhr) Drei Tage nach Beginn der verschärften Einreisebeschränkungen und strengen Kontrollen an der Grenze zu Tschechien und Tirol ist die Verkehrslage am Mittwochmorgen weitgehend entspannt geblieben. „Wir haben heute kaum Stau gehabt“, sagte ein Sprecher der Bundespolizei-Inspektion Selb am Morgen. Gelegentliche Zurückweisungen gebe es noch, in den meisten Fällen fehlte Lastwagenfahrern die digitale Anmeldung.

Auch am zentralen Grenzübergang von Tirol nach Bayern gebe es keine längeren Wartezeiten. „Die Verkehrslage ist weiterhin sehr entspannt“, teilte ein Sprecher der Bundespolizei-Inspektion Rosenheim mit. Auch hier komme es vereinzelt vor, dass Menschen zurückgeschickt würden.

Nach den neuen Vorgaben dürfen seit Sonntag aus Tschechien sowie aus weiten Teilen Tirols in Österreich nur noch Deutsche, Ausländer mit Wohnsitz und Aufenthaltserlaubnis in Deutschland, landwirtschaftliche Saisonarbeitskräfte und Gesundheitspersonal einreisen. Ausnahmen gibt es auch aus familiären Gründen. Tschechien und Tirol gelten als Virusmutationsgebiete, dort grassiert eine ansteckendere Variante des Erregers.

++ Augsburger Chef-Pathologe bescheinigt, Menschen sterben "an" und nicht "mit" Corona

(7.46 Uhr) In den allermeisten Fällen, in denen mit Corona infizierte Menschen sterben, ist das Virus dem Chef-Pathologen der Uniklinik Augsburg zufolge auch Grund für ihren Tod. „Die meisten könnten noch leben, wenn sie sich nicht mit dem Coronavirus infiziert hätten“, sagte der Direktor des Instituts für Pathologie und Molekulare Diagnostik, Bruno Märkl der „Augsburger Allgemeinen“ (Mittwoch).

Das Klinikum hat bereits mehr als 100 verstorbene Covid-19-Patienten obduziert, wie dort bestätigt wurde. Die Annahme, tödliche Verläufe träfen nur ältere Menschen mit schweren Vorerkrankungen, die ohnehin bald gestorben wären, „das sehen wir überhaupt nicht“, sagte Märkl der Zeitung. „Ich wünschte, ich könnte diejenigen, die an der Gefährlichkeit lauthals zweifeln, einladen, mir bei einer solchen Obduktion über die Schultern zu schauen — sie würden schnell verstummen.“ Letzten Endes sei es ein „inneres Ersticken“, an dem die Patienten sterben.

++ Zahl der Corona-Neuinfektionen in Bayern sinkt weiter 

(7.33 Uhr) Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Bayern sinkt weiter. Das Robert Koch-Institut gab die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche am Aschermittwoch für den Freistaat mit 54,5 im Landesdurchschnitt an. Insgesamt wurden binnen 24 Stunden in Bayern 1021 Neuinfektionen gezählt, 76 registrierte Todesfälle kamen hinzu.

Die höchste Inzidenz zeigt weiter der Landkreis Tirschenreuth mit 294,3 — das an der tschechischen Grenze gelegene Tirschenreuth liegt damit auch bundesweit an der Spitze vor dem oberfränkischen Nachbarlandkreis Wunsiedel (256). Über der 200er Grenze liegt auch noch die Stadt Hof mit 211,7.

Am positiven Ende der Skala liegen 23 Kreise und kreisfreie Städte inzwischen unter der Marke von 35 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen. Spitzenreiter ist auch bundesweit die Stadt Schweinfurt mit einer Inzidenz von nur noch 5,6.

++ Bescheinigung für Grenzgänger — Forscher warnen vor Grenzschließung 

(6.21 Uhr) Grenzgänger aus Tschechien und Tirol brauchen seit Mitternacht eine Bescheinigung für die Einreise nach Bayern. Wie viele systemrelevante Betriebe weiter Pendler aus den Nachbarländern beschäftigen dürfen, will das Bayerische Innenministerium am Mittwochvormittag bekanntgeben. Die Bescheinigungen der Landratsämter und kreisfreien Städte sollen die Kontrollen an den bayerischen Grenzen erleichtern.

Forscher warnen vor langfristigen Folgen der Grenzschließungen. „Es zeichnet sich eine Transformation der Wirtschaft in der Grenzregion ab, und zentrale Errungenschaften der vergangenen 30 Jahre sind durch die Grenzschließungen in Gefahr“, meint Patrick Reitinger von der Universität Bamberg. Er leitet ein Forschungsprojekt, das die Auswirkungen der Grenzschließung auf die Wirtschaft in der bayerisch-tschechischen Grenzregion am Beispiel des Landkreises Wunsiedel im Fichtelgebirge untersucht.

Bei einigen Unternehmen könnten die Pendler aus Tschechien weiter im Homeoffice arbeiten. „Andere Unternehmen, die auf die Anwesenheit ihrer Mitarbeitenden angewiesen sind, überlegen, den Anteil tschechischer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf lange Sicht zu reduzieren und sich somit von Pendlerinnen und Pendlern aus Tschechien unabhängiger zu machen“, erklärte Reitinger.

Normalerweise arbeiten im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge rund 1500 Grenzgänger. Das Landratsamt stufte nach eigenen Angaben nun 73 Unternehmen mit 475 Grenzgängern als systemrelevant ein.

Tschechien und Tirol gelten als sogenannte Virusmutationsgebiete. Seit Sonntag dürfen von dort nur noch Deutsche sowie Ausländer mit Wohnsitz und Aufenthaltserlaubnis in Deutschland einreisen.

Ausnahmen gibt es unter anderem für Gesundheitspersonal, Lastwagenfahrer und sonstiges Transportpersonal im Güterverkehr. Sie müssen sich digital anmelden und an der Grenze einen negativen Corona-Test vorweisen, der nicht älter als 48 Stunden sein darf. Grenzgänger brauchen seit diesem Mittwoch außerdem eine Bescheinigung der deutschen Behörden, bisher reichte dafür der Arbeitsvertrag.

++ Leere Wellnesshotels und Thermen — Land will Heilbädern helfen 

(6.17 Uhr) Die von der Corona-Pandemie schwer gebeutelten Heilbäder und Kurorte Baden-Württembergs bekommen Unterstützung vom Land. Für den Ersatz von Umsatzeinbußen und Werbung stünden mehr als 15 Millionen Euro zur Verfügung, teilte das Tourismusministerium der dpa mit. 15 Anträge mit einem Volumen von rund 9 Millionen Euro seien bis Dienstagabend auch bewilligt worden. Der Fördertopf sei auf Verluste im Zeitraum von März bis September 2020 ausgerichtet. Für die Zeit danach habe der Bund Hilfen zugesagt.

„Baden-Württemberg ist Bäderland Nummer eins in Deutschland“, erklärte Tourismusminister Guido Wolf (CDU). 2019 sei noch fast ein Viertel der Übernachtungen im Land auf Heilbäder und Kurorte entfallen. „Aktuell haben zahlreiche Betriebe Liquiditätsprobleme in Folge der ausgefallenen und weiter ausfallenden Umsätze.“ Besonders zu schaffen macht den Heilbädern, dass 2020 viele Besucher aus dem Ausland fernblieben, wie Fritz Link, Präsident des Heilbäderverbands Baden-Württemberg, erklärte. „Gerade die Schweiz und Frankreich sind aber für uns wichtige Märkte.“ Die Gäste von dort wolle man nach der Corona-Pandemie wieder für die Wellnesshotels und Thermen im Land gewinnen.

Das waren die letzten Meldungen am Dienstag:

++ Impfungen mit Astrazeneca-Stoff teils gestoppt

(20.59 Uhr) Nach Klagen von Klinik-Angestellten über Nebenwirkungen sind in Niedersachsen Impfungen mit dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca an zwei Orten vorübergehend gestoppt worden.

Das Herzogin-Elisabeth-Hospital in Braunschweig teilte am Dienstag auf Anfrage mit, geplante Impfungen mit diesem Präparat zu verschieben. Zunächst hatte die „Braunschweiger Zeitung“ berichtet. Im Landkreis Leer galt zwischenzeitlich ebenfalls ein Stopp für Impfungen mit dem Astrazeneca-Mittel. Am Dienstagabend gab der Kreis dafür aber wieder grünes Licht.

In der Braunschweiger Klinik traten von 88 Beschäftigten, die am Donnerstag geimpft wurden, 37 wegen „Impfreaktionen“ vorübergehend nicht zur Arbeit an. Die weiteren Impfungen würden nun ausgesetzt - auch, um den Betrieb nicht zu gefährden, sagte eine Sprecherin. Auch am Klinikum Emden meldeten sich Beschäftigte nach Impfungen krank.

Daraufhin kündigte der benachbarte Landkreis Leer zunächst ebenfalls an, das Mittel nicht mehr zu spritzen. „Denn unsere Impfdosen stammen vermutlich aus der gleichen Charge wie in Emden“, hieß es. Nach Rücksprache mit dem Land wurde dies wieder aufgehoben.

Mehr dazu lesen Sie hier.

++ Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten sinkt weiter

(19.29 Uhr) Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen sinkt in Baden-Württemberg weiter. Die Zahl der neuen Ansteckungen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche lag nach Angaben des Landesgesundheitsamts am Dienstag bei 43,7. Tags zuvor hatte der Wert noch 46,8 betragen, am Sonntag 48,4.

Die Zahl der gesamten bestätigten Corona-Infektionen kletterte um 768 Fälle auf 307.090. Die Zahl der Todesfälle durch oder im Zusammenhang mit Sars-CoV-2 stieg um 34 auf 7814. 283 750 ehemals infizierte Menschen gelten als genesen.

Inzwischen liegen elf der 44 Stadt- und Landkreise unterhalb der Marke von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche. 14 Kreise weisen eine Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 50 auf, weiterhin zwei sogar von mehr als 100: der Kreis Schwäbisch Hall (119,9) sowie der Hohenlohekreis (113,6).

++ Landkreis Ravensburg hebt Ausgangssperre vorzeitig auf

(18.18 Uhr) Das Ravensburger Landratsamt hebt die coronabedingte Ausgangssperre im Kreisgebiet vorzeitig auf. Die entsprechende Verordnung endet in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch um 24 Uhr, wie das Landratsamt am Dienstagnachmittag mitteilte.

Mehr dazu lesen Sie hier.

++ Johnson & Johnson beantragt Zulassung für Corona-Impfstoff

(17.50 Uhr) Nun hat auch der US-Hersteller Johnson & Johnson die europäische Zulassung für seinen Corona-Impfstoff beantragt. Dies teilte die EU-Arzneimittelbehörde EMA am Dienstag in Amsterdam mit. Die Behörde will das Vakzin bis Mitte März begutachten.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen begrüßte den Schritt des Herstellers. Die EU-Kommission werde eine Zulassung gewähren, sobald die EMA eine positive wissenschaftliche Bewertung abgegeben habe, erklärte von der Leyen.

Es wäre dann der vierte Corona-Impfstoff mit einer bedingten Marktzulassung für die Europäische Union. Genutzt werden können derzeit bereits die Vakzine von Biontech/Pfizer, Moderna und Astrazeneca. Doch ist der Impfstoff noch überall in der EU knapp.

Von Johnson & Johnson hat die EU-Kommission Impfdosen für 200 Millionen Menschen bestellt. Die Besonderheit: Voraussichtlich reicht eine Dosis zur Immunisierung. Alle übrigen derzeit genutzten Vakzine müssen zweimal gespritzt werden.

Die EMA erklärte, man werde das Vakzin der Johnson & Johnson-Tochter Janssen-Cilag International N.V. in einem beschleunigten Verfahren prüfen. Der zuständige Ausschuss könnte seine Bewertung Mitte März abgeben.

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