Corona-Newsblog: Impfungen mit Astrazeneca-Stoff teils gestoppt

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Deutsche Presse-Agentur

Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹:

  • Aktuell nachgewiesene Infizierte Baden-Württemberg: ca. 15.526 (307.090 Gesamt - ca. 283.750 Genesene - 7.814 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg: 7.805
  • Sieben-Tage-Inzidenz Baden-Württemberg: 43,7
  • Aktuell nachgewiesene Infizierte Deutschland: ca. 136.100 (2.342.843 Gesamt - ca. 2.141.400 Genesene - 65.604 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland: 65.604
  • Sieben-Tage-Inzidenz Deutschland: 58,7

Das Wichtigste auf einen Blick: 

  • Impfungen mit Astrazeneca-Stoff teils gestoppt (20.59 Uhr)
  • Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten sinkt weiter (19.29 Uhr)
  • Landkreis Ravensburg hebt Ausgangssperre vorzeitig auf (18.18 Uhr)
  • Johnson & Johnson beantragt Zulassung für Corona-Impfstoff (17.50 Uhr)
  • Apotheken im Südwesten sehen Probleme bei Schnelltest-Umsetzung (16.34 Uhr)
  • Gericht: Auch bei Vorerkrankung kein Anspruch auf Sofort-Impfung (14.10 Uhr)
  • Spahn kündigt kostenlose Schnelltests für alle an (11.34 Uhr)

++ Impfungen mit Astrazeneca-Stoff teils gestoppt

(20.59 Uhr) Nach Klagen von Klinik-Angestellten über Nebenwirkungen sind in Niedersachsen Impfungen mit dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca an zwei Orten vorübergehend gestoppt worden.

Das Herzogin-Elisabeth-Hospital in Braunschweig teilte am Dienstag auf Anfrage mit, geplante Impfungen mit diesem Präparat zu verschieben. Zunächst hatte die „Braunschweiger Zeitung“ berichtet. Im Landkreis Leer galt zwischenzeitlich ebenfalls ein Stopp für Impfungen mit dem Astrazeneca-Mittel. Am Dienstagabend gab der Kreis dafür aber wieder grünes Licht.

In der Braunschweiger Klinik traten von 88 Beschäftigten, die am Donnerstag geimpft wurden, 37 wegen „Impfreaktionen“ vorübergehend nicht zur Arbeit an. Die weiteren Impfungen würden nun ausgesetzt - auch, um den Betrieb nicht zu gefährden, sagte eine Sprecherin. Auch am Klinikum Emden meldeten sich Beschäftigte nach Impfungen krank.

Daraufhin kündigte der benachbarte Landkreis Leer zunächst ebenfalls an, das Mittel nicht mehr zu spritzen. „Denn unsere Impfdosen stammen vermutlich aus der gleichen Charge wie in Emden“, hieß es. Nach Rücksprache mit dem Land wurde dies wieder aufgehoben.

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++ Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten sinkt weiter

(19.29 Uhr) Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen sinkt in Baden-Württemberg weiter. Die Zahl der neuen Ansteckungen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche lag nach Angaben des Landesgesundheitsamts am Dienstag bei 43,7. Tags zuvor hatte der Wert noch 46,8 betragen, am Sonntag 48,4.

Die Zahl der gesamten bestätigten Corona-Infektionen kletterte um 768 Fälle auf 307.090. Die Zahl der Todesfälle durch oder im Zusammenhang mit Sars-CoV-2 stieg um 34 auf 7814. 283 750 ehemals infizierte Menschen gelten als genesen.

Inzwischen liegen elf der 44 Stadt- und Landkreise unterhalb der Marke von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche. 14 Kreise weisen eine Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 50 auf, weiterhin zwei sogar von mehr als 100: der Kreis Schwäbisch Hall (119,9) sowie der Hohenlohekreis (113,6).

++ Landkreis Ravensburg hebt Ausgangssperre vorzeitig auf

(18.18 Uhr) Das Ravensburger Landratsamt hebt die coronabedingte Ausgangssperre im Kreisgebiet vorzeitig auf. Die entsprechende Verordnung endet in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch um 24 Uhr, wie das Landratsamt am Dienstagnachmittag mitteilte.

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++ Johnson & Johnson beantragt Zulassung für Corona-Impfstoff

(17.50 Uhr) Nun hat auch der US-Hersteller Johnson & Johnson die europäische Zulassung für seinen Corona-Impfstoff beantragt. Dies teilte die EU-Arzneimittelbehörde EMA am Dienstag in Amsterdam mit. Die Behörde will das Vakzin bis Mitte März begutachten.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen begrüßte den Schritt des Herstellers. Die EU-Kommission werde eine Zulassung gewähren, sobald die EMA eine positive wissenschaftliche Bewertung abgegeben habe, erklärte von der Leyen.

Es wäre dann der vierte Corona-Impfstoff mit einer bedingten Marktzulassung für die Europäische Union. Genutzt werden können derzeit bereits die Vakzine von Biontech/Pfizer, Moderna und Astrazeneca. Doch ist der Impfstoff noch überall in der EU knapp.

Von Johnson & Johnson hat die EU-Kommission Impfdosen für 200 Millionen Menschen bestellt. Die Besonderheit: Voraussichtlich reicht eine Dosis zur Immunisierung. Alle übrigen derzeit genutzten Vakzine müssen zweimal gespritzt werden.

Die EMA erklärte, man werde das Vakzin der Johnson & Johnson-Tochter Janssen-Cilag International N.V. in einem beschleunigten Verfahren prüfen. Der zuständige Ausschuss könnte seine Bewertung Mitte März abgeben.

++ Apotheken im Südwesten sehen Probleme bei Schnelltest-Umsetzung 

(16.44 Uhr) Nicht alle Apotheken in Baden-Württemberg können flächendeckend Corona-Schnelltests anbieten.

Oft scheitert es einfach an der Erfüllung der räumlichen Vorgaben, denn die Tests werden nicht im Kundenbereich der Apotheke, sondern immer in separaten Bereichen durchgeführt“, sagte Frank Eickmann, Sprecher des Landesapothekerverbands Baden-Württemberg, der „Heilbronner Stimme“ und dem „Mannheimer Morgen“. Zudem müssten für die Tests auch personelle Kapazitäten vorhanden sein.

Neben dem Schul- und Kitapersonal sollen die Apotheken zudem Grenzpendler und -gänger testen, sobald diese aus Nachbarregionen einreisen, die zu Hochinzidenzgebieten erklärt worden seien, sagte Eickmann weiter.

Jeder Apothekenleiter könne eigenverantwortlich entscheiden, ob er im Rahmen seines Apothekenbetriebs die hierfür erforderlichen personellen und sächlichen Ressourcen bereitstellen könne“, sagte Katina Lindmayer, Sprecherin der Landesapothekerkammer im Südwesten

++ Mehr als tausend Infektionen mit Corona-Mutanten in Österreich

(15.40 Uhr) Die Zahl der Infektionen mit den zunächst in Großbritannien und Südafrika festgestellten Varianten des neuartigen Coronavirus ist in Österreich auf deutlich über tausend gestiegen.

Landesweit seien 1375 solcher Fälle nachgewiesen worden, berichtete die österreichische Nachrichtenagentur APA am Dienstag unter Berufung auf die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (Ages).

In 1096 Fällen handelte es sich demnach um Ansteckungen mit der zunächst in Großbritannien aufgetretenen Variante B.1.1.7, die südafrikanische Mutante B.1.351 sei 279 Mal nachgewiesen worden. 768 weitere Verdachtsfälle würden geprüft, listete die Ages laut APA weiter auf. 3993 Analyseergebnisse stünden noch aus.

Die deutlich stärker ansteckende Variante B.1.1.7 wurde den Angaben zufolge bereits in allen österreichischen Bundesländern nachgewiesen. Mit 471 Fällen wurde diese Variante demnach am häufigsten in Wien nachgewiesen, gefolgt vom Burgenland mit 189 Fällen und Salzburg mit 177. In Tirol wurden bislang 74 Fälle entdeckt.

Die 279 Infektionen mit der zunächst in Südafrika grassierenden Mutante wurden hingegen bis Montagmorgen fast ausschließlich in Tirol nachgewiesen, nämlich 271 Mal. Fünf Fälle traten in Wien auf und je einer in Niederösterreich, Salzburg und der Steiermark.

++ Gericht: Auch bei Vorerkrankung kein Anspruch auf Sofort-Impfung

(14.10 Uhr) Menschen mit Vorerkrankungen können nach einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts Stuttgart nur unter sehr engen Bedingungen in der Corona-Impfreihenfolge vorgezogen werden.

Weil sie diese nicht erfüllten, scheiterten zwei Männer und eine Frau mit ihren Eilanträgen auf sofortige Impfung, wie das Gericht am Dienstag mitteilte.

Die 79-jährige Frau hatte Atemnot geltend gemacht, ein 39-Jähriger eine Querschnittslähmung samt Immunschwäche und ein 60-Jähriger Krebs und einen kürzlich erlittenen Herzinfarkt.

Nach Ansicht der 16. Kammer gehören die Drei weder aufgrund ihres Alters noch aus sonstigen Gründen in die Gruppe mit der in der Coronavirus-Impfverordnung genannten höchsten Impf-Priorität.

Anders sehe es aus, wenn in der Verordnung nicht berücksichtigte schwerwiegende Gründe vorlägen und eine spätere Impfung zu einem hohen Risiko eines schweren oder tödlichen Krankheitsverlaufs nach einer Infektion führe. Derartige Gründe seien von den Antragstellern nicht hinreichend glaubhaft gemacht worden.

Gegen die Beschlüsse können Rechtsmittel eingelegt werden. Nächste Instanz ist der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg in Mannheim.

++ Wegen Corona weniger Unfälle und Verkehrstote im Südwesten

(12.34 Uhr) In Baden-Württemberg sind 2020 weniger Menschen im Straßenverkehr zu Schaden gekommen als jeweils in den Jahren zuvor. Mit 330 Verkehrstoten gab es den niedrigsten Wert im Südwesten seit Einführung der amtlichen Unfallstatistik 1953, wie Innenminister Thomas Strobl (CDU) am Dienstag mitteilte.

„Die Unfallzahlen insgesamt waren stark rückläufig, mit zum Teil erheblichen Rückgängen in fast allen Bereichen. Freilich haben auch die Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie dazu beigetragen“, fügte Strobl hinzu. Homeoffice, Lockdown und Kontaktbeschränkungen hatten demnach entscheidend dazu geführt, dass 2020 deutlich weniger Menschen im Straßenverkehr unterwegs waren.

Insgesamt habe es im vergangenen Jahr mit fast 270.000 registrierten Verkehrsunfällen einen deutlichen Rückgang um fast 18 Prozent im Vergleich zu 2019 gegeben. Mit Blick auf Unfälle mit verletzten Personen verzeichne man ebenfalls einen Rückgang von mehr als 11 Prozent. Die Anzahl der dabei verletzten Personen lag dem Innenministerium zufolge bei etwa 39.600 Menschen und ging somit im Vergleich zu 2019 um über 15 Prozent zurück.

++ Geheimdienst: Hacker aus Nordkorea wollten an Pfizers Impfstoff-Daten 

(11.58 Uhr) Nordkoreanische Hacker haben nach Angaben des südkoreanischen Geheimdienstes versucht, illegal an Informationen über den Coronavirus-Impfstoff des US-Pharmaunternehmens Pfizer zu gelangen. Bei dem Angriff auf die Computersysteme Pfizers hätten es die Hacker auch auf Daten zur Behandlung einer Corona-Infektion abgesehen, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap am Dienstag.

Yonhap berief sich auf Abgeordnete, die vom staatlichen Aufklärungsdienst (NIS) unterrichtet worden waren. Pfizer hat einen Corona-Impfstoff zusammen mit dem deutschen Unternehmen Biontech entwickelt.

Zuletzt hatte im Dezember der russische Sicherheitssoftware-Herstellers Kaspersky berichtet, nordkoreanischer Hacker hätten sich unter anderem Zugang zum Computersystem eines Pharmaunternehmens verschaffen wollen, das im Zusammenhang mit der Corona-Forschung stehe. Dabei wurde jedoch kein Firmenname genannt. Auch ein nicht näher genanntes Gesundheitsministerium sei betroffen gewesen.

++ Spahn kündigt kostenlose Schnelltests für alle an

(11.34 Uhr) Der Einsatz von Corona-Schnelltests soll ab 1. März weiter ausgedehnt werden. Mittlerweile seien deutlich mehr Tests am Markt verfügbar, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

„Daher sollen alle Bürgerinnen und Bürger kostenlos von geschultem Personal mit Antigen-Schnelltests getestet werden können.“ Demnach sollen Kommunen vor Ort Testzentren oder Apotheken mit solchen Angeboten beauftragen können, die Kosten dafür soll der Bund übernehmen.

Die Pläne sollen zudem den Weg für den Einsatz von Laien-Selbsttests ebnen, die derzeit für eine demnächst erwartete Zulassung geprüft werden. Im Gespräch ist, sie gegen einen „geringen Eigenanteil“ von einem Euro abzugeben. „Diese Tests können zu einem sicheren Alltag beitragen, gerade auch in Schulen und Kitas“, sagte Spahn. Sie würden „schnellstmöglich geprüft und zugelassen“.

Der Bund hatte den Einsatz von Corona-Schnelltests schon in mehreren Schritten ausgedehnt. Sie können bereits in Pflegeheimen, Kliniken und nach Infektionsfällen etwa auch in Schulen verwendet werden - aber vorerst mit geschultem Personal. Dabei brauchen die Proben nicht extra zum Auswerten ins Labor geschickt zu werden. Antigen-Tests gelten aber als nicht so genau wie sonst genutzte PCR-Tests. Laut Robert Koch-Institut (RKI) muss ein positives Ergebnis eines Schnelltests daher mit einem PCR-Test bestätigt werden.

++ Ministerium: Anträge auf Hilfen für Soloselbstständige nun möglich 

(11.09 Uhr) Pünktlich zum „Wirtschaftsgipfel“ können Soloselbstständige seit Dienstag Anträge auf Finanzhilfen stellen. Wie eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums auf Anfrage mitteilte, bekommen Soloselbstständige, die nur geringe Betriebskosten haben, mit einer „Neustarthilfe“ einen einmaligen Zuschuss von maximal 7500 Euro — und zwar für den Zeitraum 1. Januar bis 30. Juni 2021. Voraussetzung ist, dass ihre wirtschaftliche Tätigkeit in dieser Zeit durch Corona Einbußen erlitten hat.

Der erste Antrag in Höhe von 4950 Euro wurde den Angaben zufolge am Dienstagmorgen von einem Einzelhändler aus Berlin, der mit Kunstgegenständen handelt, gestellt. Der zweite Antrag in Höhe von 4237 Euro sei von einem Fotografen aus Nordrhein-Westfalen gestellt worden. Antragstellungen für Soloselbstständige, die als Personen- oder Kapitalgesellschaften organisiert sind, sollen in Kürze starten, wie es hieß. Die Neustarthilfe betrage in der Regel 25 Prozent des Jahresumsatzes 2019. Auch Schauspieler und andere Künstler, die nur kurzfristige Engagements und kurz befristete Verträge haben, könnten sie beantragen.

Die Neustarthilfe ist Teil der Corona-Finanzhilfen der Bundesregierung. Zentrales Instrument für Firmen ist die Überbrückungshilfe III. Wirtschaftsverbände hatten massiv kritisiert, die Hilfen würden zu langsam ausgezahlt.

++ Einreiseregeln für Virusvariantengebiete sollen verlängert werden - Tirol betroffen

(10.48 Uhr) Die strengen Einreiseregeln für Menschen aus sogenannten Virusvariantengebieten sollen voraussichtlich um zwei Wochen verlängert werden. Das sieht ein Entwurf vor, über den das Bundeskabinett am Dienstagmittag entscheiden wollte. Das Verbot war zunächst nur bis zum 17. Februar verhängt worden.

Es betrifft Länder, in denen sich mutierte Varianten des Coronavirus, die ansteckender sind, bereits stark verbreitet haben. Außerdem werden die dort zur Eindämmung der Pandemie ergriffenen Maßnahmen bei der Einstufung berücksichtigt.

Aus diesen Gebieten dürfen derzeit fast nur noch Deutsche und Ausländer mit Wohnsitz in Deutschland einreisen. Außerdem gibt es Sonderregeln für medizinisches Personal, Transit-Passagiere und den Warenverkehr. Nachdem zunächst unter anderem Großbritannien, Portugal und Südafrika in diese Kategorie gehörten, kamen am vergangenen Sonntag auch Tschechien und weite Teile des österreichischen Bundeslandes Tirol hinzu.

Um das Verbot auch für diese Nachbarregionen durchzusetzen, ordnete Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) in Absprache mit Bayern und Sachsen stationäre Kontrollen an diesen Grenzabschnitten an. Für Berufspendler aus bestimmten Branchen, die aus Tirol oder Tschechien einreisen wollen, gibt es Ausnahmen. Allerdings sind auch sie nicht von der Testpflicht entbunden.

++ Deutlich mehr Spenden in Deutschland im Corona-Jahr

(10.12 Uhr) Die Menschen in Deutschland haben im Corona-Jahr 2020 deutlich mehr Geld gespendet als früher. Das geht aus der Bilanz des Deutschen Spendenrats vom Dienstag hervor. Mit 5,4 Milliarden Euro sei das Spendenniveau im Vergleich zu 2019 um rund fünf Prozent gewachsen, teilte der Verband mit.

Der Spendenrat ist der Dachverband von rund 70 gemeinnützigen Organisationen. Die „Bilanz des Helfens“ gibt es seit 2005. Sie wird vom Marktforschungsinstitut GfK im Auftrag des Spendenrats erstellt. Besonders großzügig zeigten sich Spender demnach 2020 während der beiden Lockdowns, besonders in der ohnehin schon spendenstarken Vorweihnachtszeit.

++ 3856 Neuinfektionen und 528 neue Todesfälle bundesweit

(9.33 Uhr) Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 3856 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 528 weitere Todesfälle verzeichnet, wie aus Zahlen des RKI vom Dienstag hervorgeht. Die Daten geben den Stand des RKI von 0 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen sind möglich.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Dienstagmorgen bundesweit bei 59 und damit ähnlich hoch wie am Montagmorgen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 2.342.843 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 16.02., 0 Uhr). Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 65.604.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Montagabend bei 0,86 (Vortag 0,88). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 86 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

++ Forscher: Fraglich, ob Inzidenz von 35 überhaupt erreichbar

(8.12 Uhr) Der System-Immunologe Michael Meyer-Hermann sieht als möglich an, dass ansteckendere Varianten des Coronavirus die von der Politik angepeilte Inzidenz von 35 Infektionen pro 100 000 Einwohner und Woche torpedieren.

Sollte sich das Vorkommen der Mutante B.1.1.7 ungünstiger entwickeln als erwartet, könne es sein, dass die 35 mit dem aktuellen Lockdown gar nicht zu erreichen sei, sagte Meyer-Hermann der Deutschen Presse-Agentur. „Das macht deutlich, dass jede Form von Öffnungen zum jetzigen Zeitpunkt ein hohes Risiko birgt, die gesetzten Ziele nicht erreichen zu können.“

Meyer-Hermann, Physiker und Mathematiker, ist Leiter der Abteilung System Immunologie am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig. „Wir sind aktuell mit mindestens zwei Pandemien konfrontiert“, erläuterte der Forscher. „Die alte haben wir mit den aktuellen Maßnahmen unter Kontrolle und bringen die Inzidenzen mit einer Reproduktionszahl von 0,85 runter.“ Eine Inzidenz von 35 könne so Anfang März erreicht werden — allerdings ohne die geplanten leichten Öffnungen und ohne ungünstiges Dazwischenfunken von Mutanten.

Die Mutante B.1.1.7 habe in konservativen Schätzungen aber eine um 35 Prozent höhere Übertragungswahrscheinlichkeit. „Sie befindet sich in Deutschland bereits wieder in einer Phase des exponentiellen Wachstums und die aktuellen Maßnahmen reichen nicht, um diese Entwicklung auszubremsen“, ergänzte er. „Je mehr man jetzt aufgrund der fallenden Inzidenzen lockert, desto früher wird die dritte Welle mit B.1.1.7 sich entwickeln.“

++ Justizminister mahnt Überprüfung von Maßnahmen an

(7.01 Uhr) Justizminister Guido Wolf (CDU) hat angesichts der sinkenden Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten eine Überprüfung von Corona-Maßnahmen angemahnt. „Einen Automatismus, dass man künftig alles an der Zahl 35 misst, kann es aus meiner Sicht nicht geben“, sagte Wolf der „Südwest Presse“ mit Blick auf die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche.

Das Landeskabinett müsse nun entscheiden, ob eine Fortführung der Maßnahmen, die bis zum Wert 50 gelten sollten, verhältnismäßig sei, sagte Wolf der Zeitung.

In einer Konferenz hatten Bund und Länder jüngst beschlossen, Lockerungen der Corona-Maßnahmen erst ab der Zahl von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen zu erwägen. Zuvor war vor allem der Wert von 50 bei der Sieben-Tage-Inzidenz angestrebt worden.

In diesem Zusammenhang verwies Wolf auch auf jüngste Gerichtsentscheidungen. Es sei offenkundig, dass die Gerichte Einschränkungen mit dem Rückgang der Neuinfektionen tendenziell kritischer sehen würden, so Wolf. „Allzu viele Urteile, die politische Entscheidungen korrigieren, sollten wir uns nicht leisten“, sagte der CDU-Politiker. Sonst besteht laut Wolf die Gefahr, dass Vertrauen in die Politik und die gesamten Corona-Maßnahmen verloren gehen könnte.

++ Stiko-Chef sieht keinen Grund für frühere Impfung von Lehrern 

(6.34 Uhr) Der Chef der Ständigen Impfkommission (Stiko) aus Ulm, Thomas Mertens, sieht keinen Grund, Lehrer bevorzugt zu impfen. Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Regierungschefs der Länder hatten das Gesundheitsministerium bei ihrer jüngsten Beratung gebeten, eine höhere Priorisierung von Grundschullehrern und Kita-Erzieherinnen zu prüfen.

„Die Stiko hat ihre Empfehlung auf die Auswertung internationaler Daten und auch die Meldedaten aus Deutschland gegründet. Daraus ergibt sich keine Notwendigkeit, die Lehrer jetzt abweichend von der Empfehlung vorzuziehen“, sagte Mertens der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. Lehrer mit entsprechendem Alter und solche mit besonderen Vorerkrankungen würden ja bereits auf dieser Grundlage priorisiert.

„Die Stiko-Empfehlungen sind aber Empfehlungen, und die politischen Entscheidungsträger können und dürfen von dieser Empfehlung abweichen. Die Begründung für eine geänderte Vorgehensweise muss dann allerdings auch von diesen politischen Entscheidungsträgern kommen“, erklärte Mertens weiter.

++ Viele leben seit Corona ungesünder - Mehrheit findet Fasten gut

(6.26 Uhr) Knapp jeder dritte Deutsche lebt laut einer neuen Umfrage im Corona-Lockdown ungesünder. Mit Blick auf Stress, Alkoholkonsum oder sportliche Aktivitäten gaben 30 Prozent der vom Institut Forsa Befragten an, dass sie sich seit Beginn der Corona-Pandemie insgesamt weniger gesund verhalten als vorher. Wie die DAK-Gesundheit mitteilte, meinten dagegen 16 Prozent, dass sie mehr für ihre Gesundheit getan hätten als vor der Pandemie. Bei 54 Prozent der Befragten hat sich im Großen und Ganzen nichts verändert.

Die Studie wurde im Auftrag der Krankenkasse erstellt. Demnach finden es 65 Prozent aus gesundheitlicher Sicht grundsätzlich sinnvoll, mehrere Wochen gezielt auf ein bestimmtes Genussmittel wie Alkohol und Süßigkeiten oder Konsumgüter wie Handy und Auto zu verzichten. 33 Prozent halten das für weniger oder gar nicht sinnvoll.

Die katholische und die evangelische Kirche rufen unterdessen erneut zu der Aktion „Klimafasten“ auf. In der diesjährigen Fastenzeit vom 17. Februar bis 4. April sollten Christen eine klimafreundliche und ressourcenschonende Lebensweise ausprobieren, teilte die Nordkirche mit. Im Fokus stehe der Wasserverbrauch.

Das waren die letzten Meldungen am Montag:

++ Laschet: Nicht immer neue Grenzwerte erfinden

(21.12 Uhr) Der neue CDU-Bundesvorsitzende Armin Laschet hat sich eindringlich gegen eine Bevormundung der Bürger im Kampf gegen die Corona-Pandemie ausgesprochen.

„Populär ist glaube ich immer noch die Haltung, alles verbieten, streng sein, die Bürger behandeln wie unmündige Kinder“, sagte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident beim digitalen Neujahrsempfang des baden-württembergischen Landesverbands des CDU-Wirtschaftsrats.

Das trage aber nicht auf Dauer, sagte Laschet. Man müsse das Virus und seine Mutationen zwar ernst nehmen. Aber man müsse zu einer abwägenden Position zurückkommen. Kinder, die monatelang nicht in Schule oder Kita gehen, erlitten vielleicht Schaden fürs ganze Leben.

Laschet warnte vor einem zu einseitigen Fokus auf den Inzidenzwert. „Man kann nicht immer neue Grenzwerte erfinden, um zu verhindern, dass Leben wieder stattfindet“, sagte er. „Wir können unser ganzes Leben nicht nur an Inzidenzwerten abmessen.“ Man müsse all die anderen Schäden etwa für die Gesellschaft und die Wirtschaft genauso im Blick haben wie die Inzidenzzahlen.

++ Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten weiter leicht gesunken

(19.10 Uhr) Die Sieben-Tage-Inzidenz bleibt im Südwesten knapp unter dem Wert von 50: Die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche ist erneut leicht gesunken auf nun 46,8, wie das Landesgesundheitsamt in Stuttgart am Montag (Stand: 16.00 Uhr) mitteilte. Am Vortag hatte der Wert noch bei 48,4 gelegen.

Es gab weitere 222 bestätigte Corona-Fälle - damit sind es nun seit Beginn der Pandemie 306 322. Die Zahl der Todesfälle durch oder im Zusammenhang mit Sars-CoV-2 stieg um 54 auf 7780. Als genesen gelten Schätzungen zufolge 282 648 Menschen und damit 951 mehr als am Vortag.

Der Hohenlohekreis (118,9) und der Kreis Schwäbisch Hall (117,4) weisen eine Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 100 auf. 16 weitere Kreise liegen noch über der 50er-Marke. Das Sozialministerium hatte Städte und Kreise mit einer Inzidenz jenseits der 50 verpflichtet, Ausgangsbeschränkungen zwischen 21 Uhr und 5 Uhr zu erlassen. Zudem hatten Bund und Länder jüngst beschlossen, Lockerungen der Corona-Maßnahmen erst ab der Zahl von 35 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern binnen sieben Tagen zu erwägen. Mehr dazu lesen Sie hier.

++ EU will veränderte Impfstoffe schneller zulassen

(17.47 Uhr)  Um den Corona-Mutationen zu begegnen, will die Europäische Arzneimittelagentur EMA veränderte Impfstoffe schneller zulassen.

Vorbild könnte die Grippe sein. Wenn die EU die Anpassung der Corona-Impfstoffe an die Mutationen ähnlich wie bei der Grippe organisiere, wo die Vakzine jährlich verändert werden müssen, würde das nach Auffassung des Verbandes Forschender Arzneimittelhersteller (vfa) „vieles vereinfachen“.

Dann nämlich müssten für die Zulassung der veränderten Impfstoffe den Behörden lediglich Labordaten zur Verfügung gestellt werden – und nicht auch Ergebnisse von Studien mit Menschen, sagte Sprecher Rolf Hömke der „Schwäbischen Zeitung“. Das würde der Schnelligkeit zugutekommen.

Wie die EMA das tatsächlich handhaben werde, sei jedoch noch nicht klar. Es liege noch kein entsprechendes Dokument vor, obwohl EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides bereits ein Schnellverfahren für die Anpassung zugelassener Corona-Impfstoffe an Mutationen angekündigt hatte.

Die EMA selbst hatte mitgeteilt, ein Papier „in Kürze“ vorzulegen. Allerdings, meint der vfa, müsse die EU-Behörde eine wohl überlegte Entscheidung treffen – mit Grippe-Impfstoffen gebe es schließlich seit Jahrzehnten Erfahrungen, mit Corona-Vakzinen erst seit Monaten. Mehr dazu lesen Sie hier.

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