Corona-Newsblog: Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten sinkt weiter

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Deutsche Presse-Agentur

Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹:

  • Aktuell nachgewiesene Infizierte Baden-Württemberg: ca. 14.513 (308.938 Gesamt - ca. 286.550 Genesene - 7.875 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg: 7.875
  • Sieben-Tage-Inzidenz Baden-Württemberg: 41,5
  • Aktuell nachgewiesene Infizierte Deutschland: ca. 128.00 (2.360.606 Gesamt - ca. 2.165.900 Genesene - 66.698 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland: 66.698
  • Sieben-Tage-Inzidenz Deutschland: 57,1

Das Wichtigste auf einen Blick: 

  • Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten sinkt weiter (22.08 Uhr)
  • Kretschmann warnt vor hohen Erwartungen in Schnelltests (21.08 Uhr)
  • Sieben-Tage-Inzident fällt am Bodensee erstmals wieder auf unter 35 (18.49 Uhr)
  • Tuttlinger Landratsamt bereitet Aufhebung der Ausgangssperre vor (17.06 Uhr)
  • Nach Corona-Ausbruch in Laupheimer Kita sind ganze Familien in Quarantäne (15.32 Uhr)
  • Söder: Impfung für Sportler erst mit genügend Impfstoff (15 Uhr)
  • Kein Versicherungsschutz bei Fehlen von Covid-19 im Vertrag (13.50 Uhr)
  • Krise dämpfte Fachkräftemangel nur vorübergehend (14.31 Uhr)
  • Seehofer will sich nicht auf Dauer der Grenzkontrollen festlegen (15.52 Uhr)

++ Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten sinkt weiter

(22.08 Uhr) Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen geht im Südwesten weiter zurück. Die Zahl neuer Ansteckungen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche lag nach Angaben des Landesgesundheitsamts am Donnerstag bei 41,2 - nach 41,6 am Vortag.

Die Zahl der gesamten bestätigten Corona-Infektionen stieg im Vergleich zum Vortag um 935 auf 308 938, die Zahl der Todesfälle durch oder im Zusammenhang mit Sars-CoV-2 nahm um 42 auf 7875 zu. 286 550 vormals Infizierte gelten laut einer Schätzung als genesen.

Inzwischen liegen 16 der 44 Stadt- und Landkreise unterhalb der Marke von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche; 9 Kreise weisen eine Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 50 auf. Zwei dieser Kreise liegen zudem weiterhin über dem Wert von 100: der Kreis Schwäbisch Hall (120,5) sowie der Hohenlohekreis (100,3).

++ Kretschmann warnt vor hohen Erwartungen in Schnelltests

(21.08 Uhr) Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat vor hohen Erwartungen in das neue, umfassende Angebot für Corona-Schnelltests gewarnt. „Das Angebot ist jetzt zwar größer als die Nachfrage. Wir werden die Tests aber nicht grenzenlos zur Verfügung haben, denn man muss sie auch bezahlen können“, sagte er der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“.

Die Tests sollten vor allem Menschen in Anspruch nehmen, die zum Beispiel Verwandte zu Hause pflegen oder häufig in Kontakt mit anderen stehen - wie etwa Kassiererinnen oder Busfahrer, sagte Kretschmann, der Spitzenkandidat der Grünen für die Landtagswahl ist.

Verärgert zeigte er sich über die Verzögerungen bei der Auszahlung der sogenannten Novemberhilfe für die vom Lockdown belasteten Betriebe: „Der Bund hat das offenbar nicht schneller auf die Reihe bekommen.“ Das sei ein gutes Beispiel dafür, „was einem blüht, wenn ein Zentralstaat die Dinge regelt“. Als drängendes Problem nannte er den Erhalt lebendiger Innenstädte bei weiter wachsendem Onlinehandel.

++ Sieben-Tage-Inzident fällt am Bodensee erstmals wieder auf unter 35

(18.49 Uhr) Erstmals in diesem Jahr ist die Sieben-Tage-Inzidenz am Donnerstag wieder auf unter 35 gesunken. Das bedeutet, im Bodenseekreis sind innerhalb der vergangenen sieben Tage nur 33,6 Menschen pro 100 000 Einwohner positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das zeigt die aktuelle Auswertung des Landratsamts.

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++ Tuttlinger Landratsamt bereitet Aufhebung der Ausgangssperre vor

(17.06 Uhr) Zum zweiten Mal in Folge hat der Landkreis Tuttlingen einen Inzidenzwert erreicht, der unter 50 liegt: Am Freitag sinkt der Wert weiter auf 32,5. Sollte die Inzidenz am Samstag den dritten Tag in Folge unter den Schwellenwert von 50 fallen, hebt das Landratsamt ab Samstag die Allgemeinverfügung auf.

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++ Seehofer will sich nicht auf Dauer der Grenzkontrollen festlegen

(15.52 Uhr) Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) will sich nicht auf die Dauer der Kontrollen bei der Einreise aus Tschechien und Tirol festlegen. Das könne man derzeit beim besten Willen noch nicht sagen, sagte er am Donnerstag bei einem Besuch an der deutsch-tschechischen Grenze der Autobahn A17 im sächsischen Breitenau.

Ich glaube, die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass wir verlängern müssen, weil sich die Mutationslage noch nicht entscheidend verändert hat.“ Ob das über den 23. Februar oder den 3. März hinausgehe, ist laut Seehofer aber noch unklar. Anfang kommender Woche wolle man das in der Bundesregierung und mit den Ländern Bayern und Sachsen beraten.

Zugleich äußerte sich Seehofer kritisch zur Europäischen Kommission: „Dass man sich in dieser Situation nicht hinreichend beschäftigt, mit welchen Maßnahmen wir jenseits der Impfung das Ausbreiten eines gefährlichen Virus in Europa eindämmen können, das hat mich enttäuscht.“

++ Nach Corona-Ausbruch in Laupheimer Kita sind ganze Familien in Quarantäne

(15.32 Uhr) In einer städtischen Betreuungseinrichtung in Laupheim hat es einen Corona-Ausbruch gegeben. Nach gesicherten Informationen von Schwäbische.de ist es die Kita „Pusteblume“ in der Edith-Stein-Straße. Dort wurden Kinder notbetreut.

Nach Angaben der Stadtverwaltung von Donnerstag, 13.50 Uhr, sind bisher vier Erwachsene und ein Kind positiv getestet worden. Allerdings stünden noch Testergebnisse aus.

In der Kita Pusteblume in Laupheim hat es Coronafälle mit der britischen Virusmutation gegeben.
In der Kita Pusteblume in Laupheim hat es Coronafälle mit der britischen Virusmutation gegeben. (Foto: Archiv- ARC)

Die ersten Infektionen waren am Mittwoch nachgewiesen worden. Wie das Rathaus mitteilte, handelt es sich um die sogenannte britische Mutation des Virus. Sie gilt als besonders ansteckend. Aus diesem Grund bleibt die Einrichtung bis 26. Februar geschlossen.

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++ Söder: Impfung für Sportler erst mit genügend Impfstoff

(15 Uhr) Bayerns Ministerpräsident Markus Söder lehnt eine Impfung von Profisportlern gegen das Coronavirus wegen des Mangels an Impfstoffen derzeit ab.

Wenn genügend Impfstoff da sei, könne man über alles reden, sagte der CSU-Politiker in der Sendung „Matchball Becker“ im Fernsehsender Eurosport. „Aber im Moment ist es einfach wichtig, dass die, die sterben können, wirklich hoch gefährdet sind, die müssen geimpft werden. Und deswegen sind Sportler nicht die erste Priorität“, sagte Söder in dem Interview.

Markus Söder
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sprach sich gegen eine vorzeitige Impfung von Profisportlern aus. (Foto: Matthias Balk / DPA)

Erste Priorität sei dann lieber, dass die Sportler sich an die Regeln hielten. Und mit Blick auf die Australian Open im Tennis sagte er: „Weil, dass es funktionieren kann, sieht man ja.“ Den Mangel an Impfstoffen erklärte er damit, dass „nicht optimal im Impfstoffmanagement gearbeitet wurde“. Man habe „zu spät, zu wenig und ehrlicherweise glaube ich auch ein bisschen geizig bestellt“.

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++ Krise dämpfte Fachkräftemangel nur vorübergehend 

(14.31 Uhr) Nach einem Rückgang im Laufe der Corona-Krise klagen wieder mehr Unternehmen über einen Mangel an Fachkräften. Trotz des zweiten Lockdowns berichtete zum Jahresanfang ein Fünftel (20,6 Prozent) der Firmen über Behinderungen ihrer Geschäftstätigkeit wegen fehlenden Fachpersonals.

Das geht aus dem am Donnerstag veröffentlichten KfW-Ifo-Fachkräftebarometer hervor. Damit wurden den Angaben zufolge ein Drittel mehr Unternehmen durch Engpässe beeinträchtigt als noch im dritten Quartal 2020.

„Die Corona-Krise hat den Fachkräftebedarf nur vorübergehend verringert, mit der wirtschaftlichen Erholung seit dem Sommer haben die Engpässe bereits wieder spürbar zugenommen“, erläuterte KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib.

Viele Unternehmen suchten beispielsweise händeringend IT-Experten, um die Digitalisierung voranzubringen. „Und in den Kommunen fehlt es an Personal in der Verwaltung, was vielerorts die Daseinsvorsorge gefährdet.“

++ Kein Versicherungsschutz bei Fehlen von Covid-19 im Vertrag

(13.50 Uhr) Wenn Covid-19 oder Coronavirus nicht ausdrücklich im Versicherungsvertrag steht, muss die Versicherung Gastronomen nicht entschädigen, deren Betriebe in der Pandemie geschlossen wurden.

Die Versicherungsbedingungen enthielten nicht erweiterbare Kataloge, entschied das Stuttgarter Oberlandesgericht (OLG) am Donnerstag in zwei konkreten Fällen. Zwei baden-württembergische Gastwirte hatten das OLG angerufen, nachdem sie vor Landgerichten keinen Erfolg hatten. (Az. 7 U 335/20 und 7 U 351/20)

Beide schlossen Verträge mit Versicherungen ab, in denen auch Betriebsschließungen nach dem Infektionsschutzgesetz abgesichert sind. Darin sind mehrere Krankheiten aufgezählt, Covid-19 allerdings nicht. Darum fielen die aktuellen Schließungen nicht unter den Versicherungsschutz, entschied das OLG. In einem Fall ließ es eine Revision zum Bundesgerichtshof zu.

++ Bürger verkauft viele Maultauschen, Umsatz sinkt trotzdem

(12.54 Uhr) Der Spezialist für schwäbische Teigwaren Bürger hat im Corona-Jahr weniger Umsatz erzielt, obwohl das Unternehmen mit Sitz in Ditzingen fast genauso viele Maultauschen, Spätzle und Schupfnudeln verkauft hat, wie im Jahr zuvor. Die Erlöse sanken um rund neun Prozent auf 203,6 Millionen Euro, während der Absatz mit 81 325 Tonnen im Vergleich zu den 81 897 Tonnen stabil blieb, wie Bürger am Donnerstag mitteilte. „Durch die weitreichenden Auswirkungen der Corona-Krise konnten wir das abgelaufene Geschäftsjahr nichts so erfolgreich wie erhofft beenden“, sagt Bürger-Chef Martin Bihlmaier.

Hintergrund sind die Monate des Lockdowns, in denen Kantinen, Mensen und Jugendherbergen geschlossen waren. „Das ertragsstarke Großverbraucher-Geschäft ist extrem eingebrochen“, erklärt Bihlmaier weiter.

Zwar lief der Absatz im Geschäft mit dem Lebensmitteleinzelhandel vor allem im Frühjahr besser, als private Verbraucher ihren Konsum erhöhten, weil wegen der geschlossenen Gastronomie mehr zu Hause gegessen wurde. Lesen Sie den vollständigen Artikel dazu hier.

++ Inzidenzwert sinkt in Tuttlingen unter 50 - auch, weil weniger getestet wurde?

(12.25 Uhr) Am Dienstag hat das Landratsamt Tuttlingen drei positive und drei negative Testergebnisse gemeldet. Gleichzeitig bewegt sich die Inzidenzzahl auf unter 50. Wird also einfach weniger getestet? Nein, ergibt unsere Nachfrage im Landratsamt. Denn die genannte Zahl spiegelt nur den kleinen Ausschnitt an PCR-Tests wider, wie sie derzeit tatsächlich gemacht werden. Nur etwa 20 Prozent der PCR-Tests werden im Spaichinger Testzentrum gemacht, die übrigen 80 Prozent in den rund acht Corona-Schwerpunktpraxen sowie den Praxen der niedergelassenen Ärzte, so die Sprecherin des Landratsamts, Julia Hager.

Die niedergelassenen Ärzte seien nicht verpflichtet, dem Gesundheitsamt mitzuteilen, wie viel sie testen, und auch Labore gäben keine Angaben mehr ans Gesundheitsamt über die Anzahl der Tests insgesamt. Verpflichtend ist aber, dem Gesundheitsamt die positiven Fälle zu melden. Lesen Sie den vollständigen Artikel dazu hier.

++ Kretschmann regt sich auf: Höre immer nur öffnen, öffnen, öffnen 

(12.06 Uhr) Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat dünnhäutig auf Forderungen aus der Wirtschaft nach Öffnungsperspektiven reagiert. „Ich hör natürlich immer öffnen, öffnen, öffnen“, sagte er bei einer Diskussion mit dem baden-württembergischen Landesverband des Wirtschaftsrats der CDU am Donnerstag.

Ich hör immer nur öffnen. Ich möchte mal einen erleben, der mal sagt, jetzt machen Sie mal ein bisschen was schärfer. Das hör ich nie!

Winfried Kretschmann

Er müsse spiegeln, was eine Öffnung für Konsequenzen für die Pandemie habe. „Wir schließen die Geschäfte nicht, weil wir jetzt autoritäre Gelüste haben.“ Eine dritte Welle, die noch schlimmer sei als die zweite, könne nicht im Interesse der Wirtschaft sein. „Dann machen wir einen richtigen Lockdown — den gab es bisher ja gar nicht.“

++ Studie an Corona-Toten zeigt: Blutverdünnung hat positiven Effekt 

(11.06 Uhr) Umfangreiche Untersuchungen von Corona-Toten bestätigen nach Angaben des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf die positive Wirkung von Blutverdünnungsmitteln. „Zwar haben unsere Obduktionen der Verstorbenen gezeigt, dass die Covid-19-Erkrankten trotz der Gabe von Blutverdünnungsmitteln noch Blutgerinnsel in den Lungenschlagadern aufweisen konnten“, sagte der Leiter des Instituts für Rechtsmedizin, Benjamin Ondruschka, am Donnerstag. In der statistischen Auswertung hätten sich aber längere Überlebenszeiten seit einer Therapieumstellung gezeigt.

Bereits im Mai vergangenen Jahres war bei den Hamburger Obduktionen aufgefallen, dass Covid-19 zu ungewöhnlich vielen Thrombosen und Lungenembolien führt. Daraufhin waren die bundesweit geltenden Behandlungsleitlinien geändert worden. Seitdem wird Ärzten empfohlen, Patienten nach individueller Risikoeinschätzung mit einem Blutverdünnungsmittel zu behandeln.

Das Institut untersuchte alle 735 Todesfälle, die im Jahr 2020 in Hamburg in einen Zusammenhang mit Covid-19 gebracht wurden. Bei 618 konnten die Forscher diese Todesursache bestätigen. Sieben Prozent der Toten — also rund 50 — waren zwar mit dem Virus infiziert, die Infektion war aber nicht die Todesursache. Bei den übrigen knapp 70 Verstorbenen wollten die Angehörigen keine Obduktion oder es fehlten Unterlagen.

++ Biontech-Impfstoff wehrt auch südafrikanische Virusvariante ab

(10.55 Uhr) Der Biontech-Impfstoff schützt einer aktuellen Untersuchung zufolge wahrscheinlich auch vor der südafrikanischen Virusvariante — allerdings ist die Zahl der dagegen gebildeten Antikörper wohl geringer. Das berichten Wissenschaftler im „The New England Journal of Medicine“. Sie hatten im Labor überprüft, inwieweit sich mit dem Blutserum geimpfter Personen Viren mit verschiedenen Mutationen neutralisieren lassen. Bei der südafrikanischen Variante war die Zahl der neutralisierenden Antikörper geringer, die Neutralisierungsrate des Impfstoffs um etwa zwei Drittel reduziert.

Es sei noch unklar, welchen Effekt dies genau für die Wirkung der Impfung gegen die südafrikanische Virusvariante habe, schreiben die Wissenschaftler von der University of Texas Medical Branch. Für die Schutzwirkung eines Impfstoffes ist nicht allein die Menge der gebildeten Antikörper wichtig, das Immunsystem zeigt nach einer Impfung weitere schützende Reaktionen, etwa die Bildung von T-Zellen.

„Bisher gibt es keinerlei klinischen Daten, die darauf hinweisen, dass die südafrikanische Virusmutante nicht von dem Impfstoff-induzierten Schutz gegen Covid-19 abgedeckt wird“, heißt es in einer Mitteilung von Biontech und Pfizer zu den Studienergebnissen. Man beobachte aber die Entwicklung und bereite sich darauf vor, einen angepassten Impfstoff oder einen Booster-Impfstoff zu entwickeln, sollte eine Variante auftauchen, vor der der Impfstoff nicht ausreichend schützt.

++ Bundesländer können laut ifo-Institut Schulden aus Coronakrise voraussichtlich schultern

(10.30 Uhr) Die deutschen Bundesländer können die während der Corona-Pandemie aufgenommenen Schulden laut einer Untersuchung des ifo-Instituts finanziell schultern. Voraussetzung sei allerdings, dass „die Wirtschaft schnell wieder im gleichen Maße wächst wie vor der Pandemie“, hieß es in der am Donnerstag veröffentlichten Analyse der ifo-Niederlassung in Dresden. Die meisten Ländern sollten in fünf bis zehn Jahren zu ihrem Schuldenstand von 2019 zurückkehren.

Die geplanten Tilgungszeiträume für die Kredite der Bundesländer bewegen sich demnach in einem Zeitraum von weniger als zehn bis zu maximal 50 Jahren, wobei ein Großteil der Länder eine Tilgung innerhalb von 20 bis 30 Jahren anstrebt. Unabhängig von der Laufzeit sollte es den meisten aber bereits binnen fünf bis zehn Jahren gelingen, zum Schuldenstand von 2019 zurückzukehren.

„Ausschlaggebend dafür sind meist nicht die Tilgungszahlungen, sondern das Wirtschaftswachstum“, erklärte ifo-Forscher Remo Nitschke. Voraussetzung sei eine Rückkehr der Wirtschaft auf den Wachstumspfad, den sie vor der Pandemie eingeschlagen hatte. „Mit steigender Wirtschaftsleistung in den kommenden Jahren sinken auch die Anteile der Schulden daran“, erläuterte der Experte.

++ Mutanten sind laut Infektiologe trotz sinkender Inzidenzen reale Gefahr 

(09.26 Uhr) Der Münchner Infektiologe Clemens Wendtner warnt trotz sinkender Inzidenzen vor einer Gefahr durch Coronavirus-Mutationen. „Wir müssen jetzt das Infektionsgeschehen unbedingt flach halten und eine Ausbreitung der Mutanten im Keim ersticken“, sagte der Chefarzt für Infektiologie an der München Klinik Schwabing am Donnerstag.

Wir dürfen eine Gefahr nicht erst als real anerkennen, wenn sie uns in unserer persönlichen Realität ereilt. Maßnahmen erst dann zu treffen, wäre leider zu spät und würde erneut über tausend Menschenleben täglich kosten.

Clemens Wendtner

Es sei zwar schwierig, zu vermitteln, warum jetzt trotz sinkender Inzidenzen nicht der richtige Zeitpunkt für Lockerungen sei, sagte Wendtner. Wie real die Gefahr sei, zeige sich aktuell aber schon in anderen Ländern: In Portugal sei der Anteil der britischen Virusvariante im Januar innerhalb von nur einer Woche von 6 auf 20 Prozent gestiegen, betonte Wendtner. „Bei uns zeigt sich aktuell die gleiche Entwicklung.“

Sollte es gelingen, die Mutanten in Deutschland in Schach zu halten, „heißt das nicht, dass es nie ein Problem gab, sondern dass wir es erfolgreich abwenden konnten“, betonte Wendtner. „Wir müssen lernen, an unseren Erfolgen in der Pandemie festzuhalten, statt sie wellenartig in Frage zu stellen.“ Wichtig sei zudem ein hohes Impf-Tempo, sagte Wendtner. „Das ist unsere Chance auf einen Ausweg aus der Pandemie, und das muss jetzt unser Fokus sein, ohne dabei das Virus selbst aus den Augen zu verlieren.“

++ Immunologen und Ärzte werben für Astrazeneca-Impfstoff

(8.46 Uhr) In der Diskussion um die Wirksamkeit des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca sind Ärzte und Immunologen bemüht, Zweifel an dem Vakzin zu zerstreuen.

Der Impfstoff sei gut und wirksam, betonten der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, und der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Carsten Watzl. Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte am Mittwoch für den Impfstoff geworben, der in der Europäischen Union als bislang einziges Vakzin neben denen von Biontech/Pfizer und Moderna zugelassen ist.

Um den Impfstoff von Astrazeneca war eine Diskussion aufgekommen - auch nach einzelnen Rückmeldungen, dass Impfberechtigte Termine womöglich wegen Bedenken platzen ließen. Das Astrazeneca-Präparat hat eine geringere Wirksamkeit als die Mittel von Biontech/Pfizer und Moderna - bezogen darauf, wie viele Geimpfte in Studien im Vergleich zu Nicht-Geimpften erkranken. Spahn sagte in Berlin, für alle drei Präparate gelte, dass ein sicherer und wirksamer zugelassener Impfstoff schütze. Mit Blick auf Astrazeneca betonte Spahn, er sei von den Zulassungsprozessen und Prüfungen überzeugt. „Und deswegen werde ich mich zu gegebener Zeit sicherlich auch damit impfen lassen“, fügte er hinzu.

Lesen Sie den vollständigen Artikel dazu hier. 

++ Daimler macht im Corona-Jahr 2020 deutlich mehr Gewinn als zuvor 

(7.59 Uhr) Der Auto- und Lastwagenbauer Daimler hat das Corona-Jahr 2020 weitaus besser überstanden als erwartet und setzt sich wieder deutlich höhere Ziele. Trotz der Pandemie habe man bewiesen, dass man die Transformation in der Branche aus eigener Kraft vorantreiben könne, sagte Vorstandschef Ola Källenius am Donnerstag. Man gehe davon aus, dass Absatz, Umsatz und operatives Ergebnis im laufenden Jahr deutlich höher ausfallen werden.

2020 verbuchte Daimler unter dem Strich einen auf die Aktionäre entfallenden Gewinn von 3,6 Milliarden Euro. Das waren 1,2 Milliarden Euro oder 50 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Ohne den sogenannten Abzug von Minderheitenanteilen blieben 4,0 Milliarden Euro — ein Plus von 48 Prozent. Der Umsatz hingegen sank im Vergleich zu 2019 um 11 Prozent auf 154,3 Milliarden Euro.

Rund 1,4 Milliarden Euro will der Konzern als Dividende an die Aktionäre ausschütten. Das wären 1,35 Euro pro Aktie, 45 Cent mehr als im Vorjahr.

++ FDP fordert öffentliche Corona-Impfung von Steinmeier und Merkel

(6.16 Uhr) Die FDP hat eine rasche Impfung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gegen das Coronavirus gefordert. Damit könne um Vertrauen in die Impfungen geworben werden, sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Michael Theurer der „Bild“-Zeitung (Donnerstagsausgabe).

Eine öffentliche Impfung des Bundespräsidenten und der Kanzlerin wäre ein „sehr positives Signal“ für die Impfkampagne, betonte der FDP-Politiker. Eine solche Aktion würde nach seinen Worten „vertrauensbildend“ wirken.

Derzeit gibt es eine Diskussion um die Zuverlässigkeit des Corona-Impfstoffs des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte am Mittwoch vor dem Hintergrund der Akzeptanzprobleme dieses Vakzins für das Mittel geworben. Er bezeichnete es als „sicher und wirksam“.

Studien zufolge hat der Astrazeneca-Impfstoff eine geringere Wirksamkeit als die beiden anderen bislang in der EU zugelassenen Corona-Vakzine von Biontech/Pfizer und Moderna. Das Astrazeneca-Mittel schützt nach Angaben seines Herstellers aber zuverlässig vor besonders schweren Krankheitsverläufen.

++ Vor G7-Gespräch zu Corona: Mehr Hilfe für arme Länder gefordert 

(6.11 Uhr) Vor dem Online-Treffen der sieben großen Wirtschaftsmächte (G7) haben Entwicklungsorganisationen einen globalen Impfplan und stärkeres Engagement im Kampf gegen das Coronavirus gefordert. Ärmeren Ländern müsse mehr geholfen werden. Von der am Freitag tagenden G7-Runde, an der erstmals auch der neue US-Präsident Joe Biden teilnimmt, werden auch Finanzzusagen für den Kampf gegen die Pandemie und die Verteilung von Impfstoffen erwartet.

Das Kinderhilfswerk World Vision begrüßte am Donnerstag die erwarteten Verpflichtungen, dringt aber auch auf mehr politisches Engagement. „Geld allein ist nur Teil der Lösung“, meinte Fiona Uellendahl. Der Zugang zu Impfstoffen und Medikamenten müsse erleichtert werden. Auch müssten ärmere Länder dazu befähigt werden, möglichst rasch selbst Produktionskapazitäten aufzubauen.

„Wer nicht über den eigenen Tellerrand hinaus die weltweite pandemische Herausforderung angeht, also auch in den ärmsten Ländern, der wird später mit rückkehrenden Mutationen zu kämpfen haben“, sagte Uellendahl. Die Organisation One kritisierte, reiche Nationen würden sich viel mehr Impfstoff sichern als sie brauchten. So werde ärmeren Ländern der Zugang erschwert.

Von den G7-Staaten fordert One eine „sorgfältige Planung“, um die globale Verteilung von Impfstoffen zu verbessern. Die Weitergabe müsse beginnen, bevor potenzielle Geberländer anfingen, überschüssige Impfdosen anzusammeln. „Solange das Virus irgendwo auf dem Planeten unkontrolliert bleibt, wird es weiter mutieren, Grenzen überschreiten und in der Gesellschaft und der Weltwirtschaft verheerenden Schaden anrichten“, heißt es in einer One-Analyse.

Das waen die letzten Meldungen am MIttwoch:

++ Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten weiter rückläufig 

(20.36 Uhr) Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen ist im Südwesten weiter rückläufig. Die Zahl der neuen Ansteckungen pro 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche lag nach Angaben des Landesgesundheitsamts am Mittwoch (Stand: 16 Uhr) bei 41,6. Am Vortrag hatte der Wert noch bei 43,7 gelegen.

Die Zahl der gesamten bestätigten Corona-Infektionen stieg im Vergleich zum Vortag um 913 Fälle auf 308.003. Die Zahl der Todesfälle durch oder im Zusammenhang mit Sars-CoV-2 stieg um 19 auf 7833. 285.160 ehemals infizierte Menschen gelten laut einer Schätzung als genesen.

Zumindest einmal geimpft sind im Südwesten inzwischen mehr als 362.000 Menschen. Die Zahl derer, die auch schon eine zweite Impfung erhalten haben, stieg auf mehr als 172.000. Die Zahl der nachgewiesenen Fälle von Coronavirus-Varianten liegt jetzt bei 2250. Dabei handelt es sich zum überwiegenden Teil um die zuerst in Großbritannien entdeckte Variante B.1.1.7.

++ Kretschmann macht Handel Hoffnung auf baldige Öffnungen

(19.54 Uhr) Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat dem Handel in der Corona-Pandemie Hoffnung auf eine baldige Wiedereröffnung gemacht. „Sollten wir stabil die 35 erreichen, das heißt, sollten wir diese Inzidenz im Land über mehrere Tage — zwischen drei und fünf Tagen am Stück — unterschreiten, dann werde ich weitere Öffnungsschritte veranlassen“, sagte Kretschmann den „Stuttgarter Nachrichten“ und der „Stuttgarter Zeitung“ mit Blick auf die Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in einer Woche.

Als erstes solle der Einzelhandel bei Öffnungen berücksichtigt werden - dann aber nur mit einem „klaren Hygienekonzept“ und der „Begrenzung von 20 Quadratmeter pro Kundin oder Kunden“, so der Regierungschef gegenüber den Zeitungen. Ein solches Vorgehen wäre laut Kretschmann von den jüngsten Beschlüssen der Bund-Länder-Konferenz gedeckt.

Dort hatten die Ministerpräsidenten mit der Kanzlerin vereinbart, dass die Länder schrittweise lockern können, sollte die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz bis zum 7. März stabil unter 35 gesunken sein.

Aus Modellrechnungen ergibt sich laut Kretschmann, dass Baden-Württemberg als erstes Bundesland den Wert von 35 Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in einer Woche erreichen könnte. „Möglicherweise schon gegen Ende der nächsten Woche“, sagte der Grünen-Politiker den Zeitungen. Sollten die Zahlen aber wieder steigen, werde er sofort reagieren, stellte Kretschmann klar.

 

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