Corona-Newsblog: Grün-Schwarz bestellt Spritzen und Kanülen — Impfstoff noch 2020?

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Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹:

  • Aktuell nachgewiesen Infizierte Baden-Württemberg: ca. 6.560 (54.925 Gesamt - ca. 46.462 Genesene - 1.903 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg: 1.903
  • Aktuell nachgewiesen Infizierte Deutschland: ca. 38.810 (325.331 Gesamt - ca. 276.900 Genesene - 9.621 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland: 9.621
Durch Meldeverzug und die aufwändige Datenverarbeitung kann es Abweichungen zwischen den hier gemeldeten Zahlen und Meldungen von einzelnen Landkreisen geben.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Tourismusminister Wolf gegen Reiseverzicht in Baden-Württemberg (15.44 Uhr)
  • Coronavirus kann bis zu 28 Tage auf Oberflächen überleben (11.16 Uhr)
  • Kritik an Krisenmanagement in Ischgl (21.24 Uhr)
  •  Söder fordert im Anti-Corona-Kampf „klarere Regeln für alle“ (20.29 Uhr)
  • 2467 Neuinfektionen in Deutschland (10.03 Uhr)
  • Kritik an Beherbergungsverbot wird immer massiver (06.38 Uhr)
(22.34 Uhr) Wir schließen den Newsblog für heute und wünschen Ihnen eine ruhige Nacht. Wir sind morgen Früh wieder mit allen wichtigen Entwicklungen rund um das Corona-Virus für Sie da. 

++ Donaueschinger Musiktage abgesagt

(22.10 Uhr) Die Donaueschinger Musiktage 2020 finden nicht statt. Das traditionsreichste und älteste Festival für Neue Musik sollte eigentlich am 15. Oktober beginnen. Am Montagabend trafen die Veranstalter in Abstimmung mit der Leitung des Festivals die Entscheidung, teilt der SWR mit. 

Angesichts des Beherbergungsverbots und der sich drastisch verschlechternden Corona-Infektionszahlen hätten sich die Verantwortlichen zu diesem Schritt gezwungen gesehen. Die Sicherheit der Künstlerinnen und Künstler, der Mitwirkenden vor und hinter der Bühne und die Gesundheit des Publikums hatten bei dieser Entscheidung oberste Priorität.

Die Kosten für bereits gekaufte Karten werden erstattet.

Die Donaueschinger Musiktage sollten vom 15. bis 18. Oktober stattfinden. Auf dem Programm standen 29 Werke, davon 25 Uraufführungen.

Veranstalter der Donaueschinger Musiktage ist die Gesellschaft der Musikfreunde Donaueschingen in Zusammenarbeit mit der Stadt Donaueschingen und dem Südwestrundfunk.  Björn Gottstein, Künstlerischer Leiter sagte: „Angesichts der rasanten Entwicklung der vergangenen Tage blieb uns keine andere Wahl. Es ist frustrierend und tut unglaublich weh, die Musiktage so kurz vor Festivalbeginn absagen zu müssen.“

 ++ Kritik an Krisenmanagement in Ischgl

(21.24 Uhr) Nach dem massenhaften Corona-Ausbruch im Tiroler Skiort Ischgl hat eine Expertenkommission das Krisenmanagement der örtlichen Behörden und der österreichischen Regierung kritisiert. Die örtlichen Behörden hätten nach dem Ausbruch verspätet gehandelt, sagte der Leiter der vom Tiroler Landtag eingesetzten Kommission, Ronald Rohrer, am Montag bei der Vorstellung des Untersuchungsberichts in Innsbruck.

Bundeskanzler Sebastian Kurz warf er vor, die Isolierung aller Orte im Paznautal sowie von St. Anton am Arlberg am 13. März „überraschend und ohne Vorbereitung“ angekündigt zu haben. Daraufhin waren die Touristen überhastet und in völligem Chaos abgereist. Wegen der Ausreise habe es eine Reihe von Kommunikationsproblemen zwischen Bund und dem Land Tirol gegeben.

Als „unwahr und schlecht“ bezeichnete Rohrer zudem Pressemitteilungen der Tiroler Behörden zur Lage in Ischgl: Nachdem isländische Behörden bereits am 5. März darüber informiert hatten, dass 14 Ischgl-Rückkehrer positiv getestet worden seien, hieß es in den Presseerklärungen, dass sie sich im Flugzeug angesteckt hätten und dass eine Übertragung des Virus auf die Gäste eher unwahrscheinlich sei.

Den österreichischen Behörden wurde schon früh vorgeworfen, zu spät auf erste Anzeichen des Ausbruchs in dem beliebten Wintersportort reagiert und damit der Ausbreitung in ganz Europa und darüber hinaus Vorschub geleistet zu haben. 

Ende September leitete die Staatsanwaltschaft Innsbruck Ermittlungen gegen vier Behördenvertreter, darunter Ischgls Bürgermeister Werner Kurz, ein. Sie werden verdächtigt, die Ausbreitung des Virus nicht gestoppt zu haben. Zudem laufen bereits erste Musterklagen des österreichischen Verbraucherschutzvereins.

++ Großbritannien will Virus mit Drei-Stufen-System unter Kontrolle bringen

(21.18 Uhr) Mit einem dreistufigen Alarmsystem will der britische Premierminister Boris Johnson die rapide steigenden Corona-Fallzahlen in England unter Kontrolle bringen. Je nach Risikograd — mittel, hoch oder sehr hoch — sollen ab Mittwoch verschärfte Maßnahmen gelten, wie Johnson am Montag in London erklärte. „Die kommenden Wochen und Monate werden schwierig“, gab der Regierungschef zu. „Wir müssen jetzt handeln.“ Einen Lockdown wie im Frühjahr will er um jeden Preis verhindern — Schulen, Universitäten und Geschäfte sollen diesmal geöffnet bleiben. Die Abgeordneten müssen am Dienstag noch zustimmen.

Johnsons neues System soll die bisherigen Regeln vereinfachen und nachvollziehbarer machen. In der Region rund um die nordenglische Stadt Liverpool, für die der Premier die höchste Risikostufe erklärte, müssen Pubs und Fitnessstudios bis auf Weiteres schließen. Ausnahme sind Pubs, die wie Restaurants Mahlzeiten anbieten. Außerdem dürfen sich Angehörige verschiedener Haushalte in diesen Regionen nicht mehr miteinander treffen, weder drinnen noch draußen.

In Städten und Gemeinden mit der zweithöchsten Warnstufe gilt dieses Verbot für Treffen in Innenräumen ebenfalls, allerdings sind noch sogenannte „Support Bubbles“, also kleine Unterstützungsgruppen, und Treffen an der frischen Luft erlaubt. Die Hauptstadt London könnte angesichts steigender Zahlen bald in diese Kategorien fallen, wie ein Stadtsprecher in einem Statement schrieb.

In der untersten Warnstufe gelten die gleichen Regeln wie bislang für ganz England: Pubs und Restaurants müssen um 22 Uhr schließen, außerdem sind sechs Personen bei Treffen das Maximum. Wales, Nordirland und Schottland haben eigene, oft noch schärfere Maßnahmen. So setzt Schottland derzeit etwa auf eine gut zweiwöchige Phase, in der die Gastronomie abends weitgehend schließen muss.

Insbesondere der Norden Großbritanniens ist derzeit wieder massiv von der Ausbreitung des Coronavirus betroffen. Während sich im Spätsommer vor allem jüngere Menschen infizierten, nehmen die Fallzahlen nun auch bei Älteren wieder zu — und damit auch die schweren Verläufe.

Aktuell werden sogar mehr Patienten mit Covid-19 im Krankenhaus behandelt als im Frühjahr. „Wir haben jetzt mehr Patienten mit Covid-19 in den Krankenhäusern als kurz vor dem Beginn des kompletten Lockdowns am 23. März“, sagte der nationale Gesundheitsberater Stephen Powis am Montag.

Großbritannien mit seinen knapp 67 Millionen Einwohnern ist mit Blick auf die Todeszahlen das am schwersten von der Pandemie getroffene Land in Europa: Der Statistikbehörde zufolge gibt es etwa 58.000 Todesfälle, bei denen Covid-19 auf dem Totenschein erwähnt wurde.

++ Söder fordert im Anti-Corona-Kampf „klarere Regeln für alle“

(20.29 Uhr) Angesichts der vielerorts steigenden Corona-Zahlen dringt Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) auf ein einheitlicheres Vorgehen bei den Anti-Corona-Maßnahmen. Er werde sich bei der Ministerpräsidentenkonferenz am Mittwoch und auch in Bayern für „klarere Regeln für alle“ einsetzen, sagte Söder am Montagabend im BR-Fernsehen. Dabei schloss er nicht aus, Anti-Corona-Maßnahmen nicht nur regional, sondern flächendeckend etwas zu verschärfen.

„Möglicherweise heißt das dann auch, bei denen, die noch niedrigere Werte haben, die gleichen Konzepte zur Geltung zu bringen, wie wir sie jetzt haben bei denen, die höheren Inzidenzen haben“, erklärte Söder und fügte hinzu: „Mit der Begründung: Wenn wir die Maßnahmen anwenden, um die Zahlen wieder runterzubringen, wo sie hoch sind, dann helfen sie auch, dass sie gar nicht erst so hoch gehen.“

Unter anderem soll in Bayern überall dort, wo es mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen gibt, eine Maskenpflicht auf stark frequentierten öffentlichen Plätzen gelten. Die Entscheidung darüber liegt aber am Ende bei den Kommunen.

Über das umstrittene Beherbergungsverbot für Urlauber aus Corona-Hotspots ohne negativen Corona-Test sagte Söder, darüber werde man am Mittwoch sicherlich noch einmal reden. Grundsätzlich verteidigte er die Maßnahme allerdings erneut gegen viel Kritik - diese biete Sicherheit, auch der Tourismus- und Gastronomiebranche.

++ 595 Corona-Neuinfektionen in Baden-Württemberg

(18.06 Uhr) Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg ist am Montag im Vergleich zum Vortag um 595 gestiegen. Insgesamt gebe es im Land nun 54.925 bestätigte Fälle, teilte das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg am Montag mit.

Die Zahl der im Zusammenhang mit dem Virus Verstorbenen ist um zwei auf 1903 gestiegen. Die Zahl der Genesenen gab das Landesgesundheitsamt mit 46.462 an.

Im Schnitt haben sich in den vergangenen sieben Tagen 31,5 Personen pro 100.000 Einwohner mit dem Virus angesteckt — in Stuttgart lag der Wert bei 70 und damit deutlich über der kritischen Schwelle von 50. Für den Landkreis Esslingen wurde am Montag sogar eine Inzidenz von 76,6 angegeben.

++ Corona-Fall an Pfullendorfer Realschule: 42 in Quarantäne

(17.48 Uhr) Ein Schüler der Pfullendorfer Realschule am Eichberg ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Dies bestätigte Dr. Susanne Haag-Milz, die Leiterin des Gesundheitsamts im Kreis Sigmaringen, am Montag auf Nachfrage von schwaebische.de. 

Bisher seien 4 Lehrer und 38 Schüler als enge Kontaktpersonen ermittelt und in Quarantäne geschickt worden, so Haag-Milz. Allen engen Kontaktpersonen werde empfohlen, sich ebenfalls testen zu lassen.

Komplett von der Quarantäne betroffen sei die Klasse 8b mit 28 Schülern, ergänzt der Pfullendorfer Hauptamtsleiter Simon Klaiber. Hinzu komme noch ein Teil der 8a, da manche Fächer klassenübergreifend unterrichtet würden.

++ Keine Corona-Infektionen bei bekannten Besuchern der Lindauer Seaside-Bar

Gute Nachrichten aus dem Gesundheitsamt: Keiner der Lindauer, die vor etwa anderthalb Wochen in der Seaside-Bar waren, hat sich mit dem Coronavirus angesteckt. Allerdings konnte das Amt auch noch nicht alle erreichen.

„Mit Stand heute Vormittag konnten wir noch nicht zu allen bekannten Besuchern der Bar Kontakt aufnehmen und rufen Personen, die am Freitag, 2.10., oder Samstag, 3.10., in der Seaside-Bar waren und bisher noch keinen Kontakt mit dem Gesundheitsamt hatten, nochmals auf, sich bei uns zu melden“, schreibt Landratsamtssprecherin Sibylle Ehreiser am Montagnachmittag auf Anfrage der LZ.

Sercan Citak, Inhaber der Seaside-Bar, hatte bereits am Donnerstag beteuert, dass seine Mitarbeiter und er sich Mühe geben, die Kontaktdaten der Gäste immer korrekt zu erfassen. Nicht klar sei ihm gewesen, dass ein Name pro Tisch nicht ausreiche. Nichts dafür könne er, wenn Gäste falsche Telefonnummern angeben. Hier lesen Sie dazu mehr.

++ Stadt Tuttlingen begrenzt private Feiern auf 25 Menschen

(16.55 Uhr) Mit dem Erlass einer Allgemeinverfügung reagiert die Stadt Tuttlingen jetzt auf die gestiegenen Infektionswerte, die unter anderem auf eine private Hochzeitsfeier zurückzuführen sind.

Da sich das Virus vor allem auf privaten Feiern verbreitet, werden diese nun mit Obergrenzen versehen. Private Feiern in öffentlichen oder angemieteten Räumen dürfen nur noch maximal 50 Teilnehmer umfassen.

In privaten Räumen darf nur noch mit höchstens 25 Teilnehmern gefeiert werden. Damit folgt die Stadt Tuttlingen den landesweiten Empfehlungen, heißt es in einer Pressemitteilung. Weitere Verschärfungen sind möglich. Hier lesen Sie dazu mehr.

++ Grün-Schwarz bestellt Spritzen und Kanülen — Impfstoff noch 2020?

(16.19 Uhr) In Erwartung eines zeitnah verfügbaren Impfstoffes will das Land Spritzen und Kanülen für mehrere Millionen Euro beschaffen. Aufgrund der weltweiten Nachfrage nach Impfbesteck könne nicht abgewartet werden, bis der Covid-19-Impfstoff auf dem Markt sei, heißt es in einer Kabinettsvorlage des Sozialministeriums, aus der „Heilbronner Stimme“ und „Mannheimer Morgen“ (Dienstag) berichten und die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Das Land will demnach in einem europaweiten Vergabeverfahren Materialien für die Impfung von 9,3 Millionen Erwachsenen im Land beschaffen — die Rede ist von jeweils 18,6 Millionen Spritzen und Kanülen zur Verabreichung des Impfstoffes, von je 3,72 Millionen Spritzen sowie Kanülen zum Verdünnen, 1500 Kanülenabwurfbehältnissen, 74.400 Tupferrollen und 148.800 Stück Hautdesinfektionsmittel. Dafür seien rund zehn Millionen Euro anzusetzen — plus Logistikkosten.

Das Land geht der Kabinettsvorlage zufolge davon aus, dass ein Corona-Impfstoff noch dieses Jahr verabreicht werden kann. „Die ersten zu erwartenden Impfstoffe werden für Erwachsene voraussichtlich im 4. Quartal 2020 zugelassen und stehen voraussichtlich im 4. Quartal 2020 zur Verfügung“, heißt es darin.

++ Tourismusminister Wolf gegen Reiseverzicht in Baden-Württemberg

(15.44 Uhr) Trotz der sich zuspitzenden Pandemie sieht Tourismusminister Guido Wolf (CDU) keinen Grund für einen Verzicht auf Reisen durchs Land in den Herbstferien. „Urlaub in Baden-Württemberg war nach allem, was wir bisher wissen, gerade kein Infektionstreiber“, sagte er am Montag der Deutschen Presse-Agentur. „Deswegen wehre ich mich gegen die Aussage, in Baden-Württemberg solle im Herbst kein Urlaub verbracht werden.“

Die Betriebe gingen sehr verantwortungsvoll mit der Situation um. „Gegen einen Urlaub in Baden-Württemberg unter Wahrung der Abstands- und Hygieneregeln ist aus meiner Sicht nichts einzuwenden.“ Zuletzt hatte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) den Bürgern nahegelegt,"nicht groß in der Gegend herumzureisen. Weder im Inland, noch im Ausland – und schon gar nicht in Risikogebiete".

Wolf kritisierte auch das Beherbergungsverbot, das seit längerem für Besucher aus Stadt- oder Landkreisen mit erhöhtem Infektionsgeschehen für Hotels, Herbergen, Campingplätze und andere ähnliche Einrichtungen gilt. Das mache immer weniger Sinn bei einem zunehmenden Infektionsgeschehen in der Fläche und sei für Hoteliers wie für Reisende eine unverhältnismäßige Belastung, kritisierte er.

Die Intensität von Ansteckungen in Beherbergungsbetrieben sei äußerst gering. Außerdem müsse es für Geschäftsleute oder Arbeiter möglich bleiben, eine Unterkunft im Land zu finden.

++ Regierungssprecher wehrt sich gegen Begriff "Panikmache"

Regierungssprecher Steffen Seibert hat im Zusammenhang mit der Corona-Politik den Begriff "Panikmache" zurückgewiesen. Er sei ganz gegen diesen Begriff. Er kenne niemanden in der Bundesregierung, der Panik mache.

"Wir beschreiben eine Situation, die wir für ernst halten, von der wir auch überzeugt sind, dass es Gegenmittel gibt", sagte er am Montag in Berlin. Man werbe dafür und ergreife im Rahmen der Möglichkeiten des Bundes Gegenmittel. "Das hat mit Panikmache nichts zu tun, nichts mit Angstmache, sondern mit der realistischen und ernsten Beschreibung einer Situation", sagte Seibert.

Er verteidigte den Blick auf die Zahl der täglich festgestellten Neuinfektionen. Von dieser Zahl hänge ab, ob die Gesundheitsämter in der Lage seien, die Kontaktverfolgung aufrechtzuerhalten. "Und diese Kontaktverfolgung, die ja im Idealfall dazu führt, dass man eine Infektionskette unterbrechen kann, ist für uns - und da gibt es wiederum viele Wissenschaftler, die dem auch zustimmen - entscheidend dafür, ob man es verhindern kann, dass die Infektionszahlen sich unkontrolliert ausbreiten und (...) sich in alle Schichten der Bevölkerung wieder hineinfressen."

Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, hatte in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" gesagt: "Wir müssen aufhören, auf die Zahl der Neuinfektionen zu starren wie das Kaninchen auf die Schlange, das führt zu falschem Alarmismus."

++ 16 neue Corona-Fälle im Landkreis Biberach

(13.01 Uhr) Im Landkreis Biberach sind seit vergangenen Freitagmittag 16 neue Corona-Infektionen registriert worden. Positiv auf das Coronavirus getestet wurden seben männliche und neun weibliche Personen, teilt das Landratsamt mit.

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++ Warum und wie man gegen das Coronavirus häufig lüften sollte

(12.05 Uhr) Neben Alltagsmaske, Abstand halten und Händewaschen wird in der kalten Jahreszeit noch eine weitere Corona-Vorsichtsmaßnahme immer wichtiger: regelmäßiges Stoßlüften. Denn jetzt hält man sich in aller Regel öfters drinnen auf als im Frühling und Sommer. In schlecht belüfteten Räumen sei die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung durch in der Luft schwebende Aerosole aber höher, erläutert der Tropenmediziner Emil Reisinger aus Rostock.

"Neben Tröpfchen gelten die wesentlich kleineren Aerosole als Hauptübertragungsweg der Coronaviren, wenn auch in geringerem Umfang", sagt Reisinger. Während die schweren Tröpfchen schnell auf den Boden sinken, könnten die leichteren Aerosole längere Zeit in der Luft schweben und sich so in geschlossenen Räumen verteilen.

Die vermeintliche steigende Erkältungsgefahr, weil die Räume durch das Stoßlüften auskühlen, hält der Mediziner für unbegründet. Werde richtig gelüftet, brauche sich niemand davor zu fürchten. "Beim Stoßlüften von wenigen Minuten Dauer kühlt der Raum kaum aus." Alle Gegenstände und auch die Wände behielten die Zimmertemperatur bei und geben diese gespeicherte Wärme auch wieder ab.

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (Baua) rät beispielsweise zu drei bis zehn Minuten langem Stoßlüften - und zwar in Besprechungsräumen nach jeweils 20 Minuten Zusammensitzen, in Büroräumen nach jeweils einer Stunde.

Um Schimmelbildung zu verhindern, lüftet man am besten regelmäßig und stoßweise.
Lüften gilt als effektive Maßnahme gegen eine Corona-Infektion in Räumen. (Foto: Christin Klose / dpa)

++ Coronavirus kann bis zu 28 Tage auf Oberflächen überleben

(11.16 Uhr) Auf glatten Oberflächen wie von Handydisplays oder Bankautomaten kann das Coronavirus bis zu 28 Tage überleben - und damit länger als bislang angenommen. Das geht aus einer Studie der australischen Wissenschaftsbehörde Csiro hervor, die am Montag in der Zeitschrift „Virology Journal“ veröffentlicht wurde. 

Laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) gibt es allerdings bislang keine Fälle, bei denen nachgewiesen wurde, dass das Coronavirus durch Kontakt zu kontaminierten Gegenständen oder über kontaminierte Oberflächen auf Menschen übertragen wurde und es zu Infektionen kam. Allerdings können den Angaben zufolge Schmierinfektionen über Oberflächen nicht ausgeschlossen werden, die zuvor mit Viren kontaminiert wurden.

Der australischen Studie zufolge überlebte das Virus auf glatten Oberflächen wie Glas, Edelstahl und Vinyl im Vergleich zu zusammengesetzten, porenreichen Oberflächen wie Baumwolle länger. Ein wichtiger Befund sei die Lebensdauer des Virus auf Glas. Denn Bankautomaten, Selbstbedienungskassen in Supermärkten und Check-in-Automaten an Flughäfen hätten Flächen, die häufig berührt und möglicherweise nicht regelmäßig gereinigt würden. Daher gelte die Regel weiter: Häufig Hände waschen und reinigen von Oberflächen.

++ München überschreitet kritischen Wert bei Corona-Infektionen

(10.47 Uhr) Immer mehr Städte überschreiten den Warnwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb sieben Tagen. Nach RKI-Angaben vom Montagmorgen überschritt der Wert für München erneut die Marke und liegt nun bei 50,6.

Die bayerische Landeshauptstadt hatte bereits schon einmal die Warnstufe erreicht und Maßnahmen verschärft. Auch Duisburg liegt nun knapp über dem Wert, wie aus den RKI-Angaben hervorgeht, Düsseldorf nur noch knapp darunter. Am Wochenende meldeten unter anderem Köln, Stuttgart, Essen und Mainz das Überschreiten der wichtigen Warnstufe

++ 2467 Neuinfektionen in Deutschland

(10.03 Uhr) Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Montagmorgen 2467 neue Corona-Infektionen gemeldet. Am Vortag hatte der Wert noch bei 3483 gelegen, nachdem am Samstagmorgen 4721 Neuinfektionen gemeldet worden waren.

Erfahrungsgemäß liegen die erfassten Zahlen an Sonntagen und Montagen meist niedriger, auch weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI weitergeben. Am vergangenen Montag waren 1382 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet worden.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 325.331 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 12.10., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag demnach bei 9621. Das waren sechs mehr als am Vortag. Nach Schätzungen des RKI gibt es 276.900 Genesene.

++ Stuttgart verschärft Coronamaßnahmen - Hauptstadt im Fokus des Infektionsgeschehens

(07.02 Uhr) Beim Blick auf des Infektionsgeschehen im Südwesten rückt immer mehr die Landeshauptstadt in den Fokus. In Stuttgart wurde am Samstag der Warnwert von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen überschritten. Am Sonntag lag der Wert dann bei 55,8. Allerdings übermitteln an Wochenenden auch nicht alle Gesundheitsämter ihre Daten. Stuttgarts Stadtverwaltung zieht angesichts der Lage die Notbremse: am Mittwoch treten strenge Regeln in Kraft.

So wird etwa in der Innenstadt das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes verpflichtend. Der Verkauf von Alkohol soll auf bestimmten Plätzen ab 21 Uhr, der Konsum ab 23 Uhr verboten werden. Diese Beschränkungen gelten laut Stadt für zunächst zwei Wochen. Bei privaten Feiern sind demnächst nur noch zehn Teilnehmer erlaubt, in öffentlichen und angemieteten Räumen dann 25, teilte ein Sprecher des Stadt mit. Illegale Party sollen durch mehr Kontrollen verhindert werden.

Schlossplatz in Stuttgart
Passanten gehen über den Schlossplatz, während auf dem Boden eine Mund-Nasen-Bedeckung liegt. (Foto: Tom Weller / DPA)

Zudem mobilisiert die Stadt zur Verfolgung von Kontaktpersonen im Zuge der Corona-Pandemie die ganze Stadtverwaltung und erbittet die Hilfe der Bundeswehr. „Wir müssen jetzt entschieden handeln, um die Zahl der Neuinfektionen sofort wieder runter zu bekommen“, sagte Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) zur Begründung der Maßnahmen.

Neben Stuttgart ist der Kreis Esslingen der „Hotspot“ im Land. Dort lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Sonntag bei 74,4. Die Zahl der nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen im ganzen Land stieg am Sonntag im Vergleich zum Vortag um 477 auf 54 330 Fälle. Die Zahl der Toten im Zusammenhang mit dem Virus nahm nicht zu, sie liegt bei 1901.

++ Kritik an Beherbergungsverbot wird immer massiver

(06.38 Uhr) Die Kritik am Beherbergungsverbot wird immer lauter. Zahlreiche Politiker fordern eine Rücknahme der erst in der vergangenen Woche beschlossenen Regelung.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) kündigten an, darüber auch am Mittwoch bei der Ministerpräsidentenkonferenz zu reden. Derweil stellte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) Gastronomen und Hoteliers, die durch die Beschränkungen Verluste erleiden, zusätzliche Hilfen in Aussicht.

Der Präsident des Deutschen Städtetages, Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung, sprach sich dafür aus, das Beherbergungsverbot für Reisende aus Corona-Risikogebieten zurückzunehmen. Die Regelung sei „nicht durchdacht, da wird man noch mal rangehen müssen“, sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Denn wir haben keine Hinweise darauf, dass Hotels oder der Verkehr mit Bus und Bahn Hotspots sind. Die Hotspots entstehen ganz woanders.“

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++ Landräte in Baden-Württemberg befassen sich mit den Folgen der Pandemie

(05.27 Uhr) Die Digitalisierung der Gesundheitsämter muss rasch vorankommen, Kliniken brauchen eine solide finanzielle Ausstattung - vor allem in Corona-Zeiten ist das wichtig, betont der Präsident des Landkreistags, der Tübinger Landrat Joachim Walter (CDU).

Am Montag tauschen sich die 35 Landräte in Baden-Württemberg über die Folgen der Corona-Pandemie aus. Zur 40. Landkreisversammlung werden als Gastredner Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Landtagspräsidentin Muhterem Aras (beide Grüne) erwartet. Die wegen Corona ausgedünnte Veranstaltung unter dem Motto „Land und Landkreise - gemeinsam stark“ wird per Livestream übertragen.

Der Landkreistag ist der Zusammenschluss der 35 baden-württembergischen Landkreise. Er vertritt ihre Interessen gegenüber der Landesregierung, dem Landtag und anderen Institutionen und ist neben dem Städte- und dem Gemeindetag einer der drei kommunalen Landesverbände. Die Landkreisversammlung findet alle zwei Jahre statt.

++ Das waren die wichtigsten Entwicklungen am Sonntag

++ Mecklenburg-Vorpommern erlaubt Privatbesuche aus Risikogebieten

(22.12 Uhr) Mecklenburg-Vorpommerns Landesregierung hat nun doch die Einreise von Privatpersonen aus Risikogebieten zu Familienbesuchen ohne vorherigen negativen Coronatest und anschließende Quarantäne gestattet. Nach deutlichen Unverständnis-Erklärungen über die seit Freitag geltende neue Corona-Verordnung hat Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) mit sofortiger Wirkung die Bestimmung verändert. Danach dürfen Personen, die in Risikogebieten leben, zu privaten Besuchen bei ihrer Kernfamilie mit Wohnsitz in Mecklenburg-Vorpommern einreisen, sich im Land aufhalten oder wieder zurückkehren.

„Ein solcher Familienbesuch ist auch zusammen mit dem Ehegatten, eingetragenen Lebenspartner oder Lebensgefährten möglich“, heißt es in der am Sonntagabend veröffentlichten sogenannten Allgemeinverfügung. Es müssten aber die angemessenen Schutz- und Hygienekonzepte eingehalten werden.

Die Regelung gelte auch für Anlässe, bei denen die Anwesenheit der Personen aus rechtlichen Gründen oder zur Erfüllung einer moralischen Verpflichtung zwingend erforderlich ist. Eine Sprecherin interpretierte diesen Passus beispielsweise mit einer Trauerfeier. Einreisen dürften auch Personen, die beabsichtigen, im Nordosten eine Ehe zu schließen.

++ Stuttgart fordert Hilfe der Bundeswehr an

(19.31 Uhr) Weil die Zahl der neuen Corona-Infektionen im Kreis Esslingen und auch in Stuttgart weiter gestiegen ist, verschärft die Politik die Einschränkungen und spricht von einer dramatischen Lage. In der Landeshauptstadt treten von diesem Mittwoch an um Mitternacht strengere Regeln in Kraft.

Nach der am Sonntagabend vom Landesgesundheitsamt veröffentlichten jüngsten Statistik liegt die wichtige Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage im Kreis Esslingen bei 74,4, in Stuttgart bei 55,8. Bei einem Wert über 50 werden Auflagen verschärft. Lesen Sie hier alle Details der neuen Entwicklung.

++ Ein Toter und 72 Neuinfektionen in Vorarlberg

(18.21 Uhr) Seit Samstag (16 Uhr) sind in Vorarlberg 72 Corona-Neuinfektionen zu verzeichnen. Demgegenüber stehen acht Personen, die wieder als gesund gelten. Auch ein weiterer Todesfall wurde in dem österreichen Bundesland bekannt. Es gilt in Deutschland als Risikogebiet, die Einreise ist nur unter Auflagen möglich.  

54 der 72 Neuinfektionen können laut Landespressestelle auf das Umfeld von bereits zuvor positiv getesteten Personen zurückgeführt werden. Bei sechzehn Fällen sind die Ansteckungsquellen noch unklar, bei zwei Personen können bereits konkrete Rückschlüsse zm Weg der Infektion gezogen werden.

Der neue Todesfall betrifft eine Person, die seit einer Woche stationär im Landeskrankenhaus Hohenems versorgt wurde. Alktuell sind in Vorarlberg 468 Personen aktiv infiziert.

 

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