Corona-Newsblog: Frankreich geht angesichts explodierender Infektionszahlen in den Teil-Lockdown

Lesedauer: 27 Min
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Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹:

  • Aktuell nachgewiesen Infizierte Baden-Württemberg: ca. 7.335 (57.455 Gesamt - ca. 48.200 Genesene - 1.920 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg: 1.920
  • Aktuell nachgewiesen Infizierte Deutschland: ca. 51.223 (348.557 Gesamt - ca. 287.600 Genesene - 9.734 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland: 9.734
Durch Meldeverzug und die aufwändige Datenverarbeitung kann es Abweichungen zwischen den hier gemeldeten Zahlen und Meldungen von einzelnen Landkreisen geben.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Belgien beschließt wegen Corona Teil-Lockdow (19.38 Uhr)
  • Rekordwert: Mehr als 10.000 Corona-Neuinfektionen in Italien (18.36 Uhr)
  • Maskenpflicht ab Montag in Baden-Württemberg auch im Unterricht (11.35 Uhr) 
  • 7334 Neuinfektionen in Deutschland (06.49 Uhr)
  • Spahn soll Sonderrechte in Corona-Krise länger behalten (17.01 Uhr)
  • Bayern hebt Teilnehmer-Obergrenze für Gottesdienste im Freien auf (16.26 Uhr)
  • 27 Neuinfektionen: Ostalbkreis erreicht Corona-Vorwarnstufe (14.55 Uhr)

Das war's für heute. Vielen Dank fürs Lesen. Morgen versorgen wir Sie wieder mit den wichtigsten Meldungen zur aktuellen Corona-Lage.

++ Frankreich geht angesichts explodierender Corona-Zahlen in den Teil-Lockdown

(21.39 Uhr) Angesichts explodierender Zahlen bei den Corona-Neuinfektionen geht Frankreich in den Teil-Lockdown. Ab dem Wochenende dürfen die Menschen in Paris und acht weiteren Corona-Hotspots ihre Häuser zwischen 21.00 Uhr und sechs Uhr morgens nicht mehr verlassen. Ausnahmen etwa für den Kultursektor lehnte Premierminister Jean Castex am Freitag ab. Im französischen Grenzgebiet zu Deutschland sorgte die Einstufung als Risikogebiet für Unruhe.

„Jeder muss ab 21.00 Uhr zuhause sein“, sagte Regierungschef Castex zu den neuen Ausgangssperren für die Ballungsräume Paris, Marseille, Lyon, Lille, Rouen, Saint-Etienne, Grenoble, Toulouse und Montpellier. Ausnahmen gibt es für Fahrten zur Arbeit, medizinische Gründe, das Ausführen eines Hundes oder die Pflege eines Angehörigen. Wirtschaftsminister Bruno Le Maire sagte, dies komme die Wirtschaft weniger teuer zu stehen als ein landesweiter Lockdown.

Frankreichs Kulturministerin Roselyne Bachelot hatte zuvor Ausnahmen für Kinos, Theater und Konzertsäle als denkbar bezeichnet und damit Hoffnungen geweckt. Die Kultureinrichtungen müssen in den betroffenen Städten nun aber ebenso um 21.00 Uhr schließen wie Restaurants.

Frankreich meldete am Freitagabend mehr als 25.000 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages, am Vortag waren es sogar mehr als 30.000 gewesen. Die Zahl der Corona-Toten stieg am Freitag um 122 auf insgesamt 33.303 seit Beginn der Pandemie.

Die neuen Ausgangssperren sind in Frankreich die härteste Maßnahme seit Ende des landesweiten Lockdowns am 11. Mai. Premier Castex betonte beim Besuch in der Universitätsklinik Lille, damit wolle die Regierung den Krankenhäusern helfen, die in der zweiten Corona-Welle wieder unter Druck geraten.

++ Oberverwaltungsgericht stoppt Beherbergungsverbot in Brandenburg 

(21.35 Uhr) Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hat das Beherbergungsverbot in Brandenburg für Gäste aus Corona-Hotspots zunächst gestoppt. Das Gericht habe zwei Eilanträgen stattgegeben, teilte es am Freitagabend mit. Damit ist das Übernachtungsverbot in Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen und Campingplätzen für Besucher aus Regionen in Deutschland mit über 50 neuen Infektionen je 100.000 Einwohnern in einer Woche vorläufig außer Kraft gesetzt. Ein Hotel und eine Vermieterin von Ferienwohnungen hatten sich mit Eilanträgen gegen die Verordnung gewandt. Eine der Antragstellerinnen reichte auch eine Klage ein.

Das Beherbergungsverbot sei voraussichtlich unverhältnismäßig, begründete das Gericht die Entscheidung. Die zu erwartende Eindämmung des Infektionsgeschehens stehe in keinem angemessenen Verhältnis zu den Einschränkungen, die das Hotel und die Vermieterin hinnehmen müssten. Auch die durch die Verfassung geschützte allgemeine Handlungsfreiheit der Urlauber werde zu stark eingeschränkt.

++ 1198 neue Corona-Infektionen in Baden-Württemberg 

(20.35 Uhr) Die Zahl der Coronavirus-Infektionen in Baden-Württemberg nimmt weiter deutlich zu. Im Vergleich zum Vortag kamen 1198 hinzu, wie das Landesgesundheitsamt am Freitag mitteilte. Damit liegt die Zahl der bestätigten Fälle nun bei 58.640 (Stand: 16.00 Uhr). Die Zahl der im Zusammenhang mit dem Virus Gestorbenen stieg um 7 auf 1927. Als genesen gelten laut Behörde 47.818 Menschen - 392 mehr als am Dienstag.

Im Schnitt haben sich in den vergangenen sieben Tagen 42,2 Personen pro 100.000 Einwohner mit dem Virus angesteckt. Im Landkreis Esslingen war der sogenannte Inzidenzwert mit 89,3 am höchsten. In Stuttgart ging er leicht auf 79,6 zurück. Über der kritischen Schwelle von 50 lagen auch der Alb-Donau-Kreis (51,2) die Landkreise Ludwigsburg (67,7), Schwäbisch Hall (54,4), Tübingen (66) sowie der Schwarzwald-Baar-Kreis (61,2). Auch die Städte Mannheim (58,3), Baden-Baden (54,4), Heilbronn (74,3) und Ulm (50,5) überschritten den Wert.

++ Belgien beschließt wegen Corona Teil-Lockdown 

(19.38 Uhr) In Belgien sollen wegen der drastisch gestiegenen Corona-Infektionszahlen alle Restaurants und Gaststätten für vier Wochen schließen. Das berichtete die belgische Nachrichtenagentur Belga am Freitagabend unter Berufung auf Informationen aus einem Krisentreffen von Vertretern der Zentralregierung und der Gemeinschaften und Regionen. Zudem soll es täglich von Mitternacht bis 5.00 Uhr morgens landesweit eine Ausgangssperre geben.

Belgien zählt zu den am schwersten von der Corona-Pandemie betroffenen Ländern Europas. Die Behörden des Elf-Millionen-Einwohner-Landes meldeten zuletzt im Sieben-Tages-Schnitt knapp 6000 registrierte Fälle innerhalb von 24 Stunden. In den vergangenen 14 Tagen wurden nach aktuellen Zahlen rund 550 Infektionen pro 100.000 Einwohner gemeldet.

++ Rekordwert: Mehr als 10.000 Corona-Neuinfektionen in Italien

(18.36 Uhr) Die Zahl der registrierten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Italien hat erstmals seit Beginn der Pandemie die Marke von 10.000 überschritten. Die Gesundheitsbehörden des Landes meldeten am Freitag 10.010 neue Fälle. Damit erreichten die neu gemeldeten Ansteckungen pro Tag zum dritten Mal in Folge einen Rekordwert. 

Damit haben sich in dem Land mit seinen 60 Millionen Einwohnern bisher nachweislich 391.611 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Die Gesamtzahl der Todesfälle stieg auf 36.427.

++ Alb-Donau-Kreis überschreitet die Warnstufe rot

Maskenpflicht für Schüler ab der fünften Klasse, ein Corona-Inzidenzwert von mehr als 50 im Alb-Donau-Kreis - die Auswirkungen und die Wucht der hohen Fallzahlen auf die Region rund um Ehingen werden nun wieder größer.

+++ Lesen dazu das Interview mit Landrat Heiner Scheffoldhier. +++ (Plus)

++ Spahn soll Sonderrechte in Corona-Krise länger behalten

(17.01 Uhr) Das Bundesgesundheitsministerium will im Eilverfahren die Sonderrechte für Minister Jens Spahn (CDU) in der Corona-Bekämpfung über den 31. März 2021 hinaus verlängern und ausbauen. Die Neufassung des Infektionsschutzgesetzes würde es Spahn ermöglichen, eigenmächtig Verordnungen zu erlassen, soweit dies „zum Schutz der Bevölkerung vor einer Gefährdung durch schwerwiegende übertragbare Krankheiten erforderlich ist“: So heißt es in einem Gesetzentwurf, der AFP vorliegt. Der Koalitionspartner SPD kündigte allerdings Widerstand gegen die Pläne an.

Die Sonderrechte für den Gesundheitsminister für Verordnungen im Pandemiefall sind bislang befristet. Der Entwurf aus seinem Haus sieht nun vor, dass sie „verstetigt“ werden sollen. Das Parlament soll ein Mitspracherecht bekommen: „Dem Deutschen Bundestag wird insoweit das Recht eingeräumt, entsprechende Verordnungen abzuändern oder aufzuheben“, heißt es in dem Entwurf, über den zuerst die „Rheinische Post“ berichtet hatte.

Die SPD will allerdings bei der Ausweitung der Kompetenzen für den Minister nicht mitmachen. „Das wird so nicht kommen“, hieß es gegenüber AFP aus der SPD-Bundestagsfraktion. Einer Entfristung der Verordnungsermächtigung für den Minister werde die SPD nicht zustimmen: Hier gehe es um „weit reichende Grundrechtseingriffe“. Die SPD bemängelte zudem, dass das Ministerium die Vorlage „sehr kurzfristig“ in die Abstimmung gegeben habe.

+++ Lesen Sie den vollständigen Artikel hier. +++ (Plus)

++ Bayern hebt Teilnehmer-Obergrenze für Gottesdienste im Freien auf 

(16.26 Uhr) Für Gottesdienste unter freiem Himmel gibt es in Bayern künftig keine Personenobergrenze mehr. Die bisherige Höchstzahl von 200 Teilnehmern gelte ab Samstag nicht mehr, sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in München. Dies sei für die Gläubigen und die Kirchen gerade mit Blick auf Allerheiligen und Weihnachten eine wichtige Botschaft. Es bleibe aber dabei, dass bei den Gottesdiensten die Abstandsregeln, die Maskenpflicht und auch die Hygienekonzepte eingehalten werden müssten. „Ich vertraue hier auf die Umsetzung der Pfarrgemeinden und der Gottesdienstbesucher“, sagte Herrmann.

Die Kirchen nahmen die Entscheidung mit Erleichterung auf. „Gerade in diesem Jahr ist Weihnachten ganz besonders wichtig, alle sollen teilnehmen können“, sagte der Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, Heinrich Bedford-Strohm, der dpa. „Wir sind gegenwärtig eine verwundete Gesellschaft. (…) Es ist ungewiss, wann wir uns wieder berühren können. Deswegen sehen sich die Menschen nach Heilung. Weihnachten ist ein Fest, das sinnlich ist, wo Lichter eine Rolle spielen.“ Die Kirchen vor Ort würden nun entscheiden, wie genau Weihnachtsgottesdienste im Freien ablaufen können: auf Wiesen, Sportplätzen oder vor Kirchen. In den Kirchen werden ebenfalls Gottesdienste stattfinden.

Auch die katholische Kirche zeigte sich zufrieden. „Zusammenzukommen und gemeinsam Gottesdienst zu feiern, ist ein Herzstück der Kirche“, erklärte die Erzdiözese München und Freising. „Selbstverständlich sind Regelungen, die zur Eindämmung der Corona-Pandemie notwendig sind — etwa das Tragen von Alltagsmasken und das Einhalten von Abständen — weiterhin auch während Gottesdiensten und anderen Feierlichkeiten im Freien erforderlich.“

++ 27 Neuinfektionen: Ostalbkreis erreicht Corona-Vorwarnstufe

(14.55 Uhr) Der Ostalbkreis hat am Freitag die Corona-Vorwarnstufe erreicht. Laut Daten des Landratsamts hat es in den vergangenen sieben Tagen 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gegeben.

Nun gelten strengere Corona-Regeln des Landes, die Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Donnerstag vorgestellt hat. Hier lesen Sie mehr.

++  „Ausnahmezustand“ wegen Hamster-Käufen in Kehl

(13.45 Uhr) Gerüchte über Grenzschließungen haben nach Angaben der Stadt Kehl dort für einen „Ausnahmezustand“ gesorgt. Wie eine Rathaussprecherin am Freitag mitteilte, gab es am Vortag meterlange Schlangen vor den Läden und Tabakgeschäften, unzählige Autos an Tankstellen und bis zu 100 Menschen gleichzeitig in den lokalen Drogeriemärkten.

„Es war so viel los, wie sonst nur an einem französischen Feiertag“, berichtete sie. Trotz Nieselregens habe sich ein Meer von Menschen durch die Stadt bewegt.

Auslöser seien Berichte verschiedener Straßburger Medien gewesen, wonach das Robert-Koch-Institut (RKI) die Région Grand Est aufgrund der Entwicklung der Corona-Lage zum Risikogebiet erklärt.

Die Bundesregierung hat von Samstag an fast ganz Frankreich — darunter auch die Region Grand Est, zu dem das an Baden-Württemberg grenzende Elsass gehört — als Corona-Risikogebiet eingestuft.

++ Maskenpflicht ab Montag in Baden-Württemberg auch im Unterricht

(11.35 Uhr) Angesichts stark steigender Infektionszahlen in Baden-Württemberg wird die Maskenpflicht an weiterführenden Schulen ab kommender Woche auch auf den Unterricht ausgeweitet.

„Die Erweiterung der Maskenpflicht ab Klasse 5 auf den Unterricht gilt ab einer landesweiten 7-Tages-Inzidenz von über 35“, teilte eine Sprecherin des Kultusministeriums am Freitag mit. „Wir werden heute die Schulen darüber informieren, dass dies dann ab kommenden Montag zu beachten ist.“

Mehr dazu lesen Sie hier.

++ Bayern kippt Beherbergungsverbot

(11.17 Uhr) Das umstrittene Beherbergungsverbot für Reisende aus Corona-Hotspots läuft in Bayern an diesem Freitag aus. Die Staatsregierung verzichte auf eine Verlängerung der Vorschrift, „wir belassen es dabei“, sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU).

++ Eurobike ist endgültig abgesagt

(10.17 Uhr) Die Würfel sind gefallen: Die für den 24. bis 26. November 2020 geplante Spezialausgabe der Eurobike findet nicht statt. „Aufgrund der Neubewertung der Corona-Krise muss die Messe Friedrichshafen diese Entscheidung treffen“, heißt es am Freitag vonseiten der Messe in einer Pressemitteilung.

Die Eurobike fällt 2020 aus.
Die Eurobike fällt 2020 aus. (Foto: Felix Kästle)

Demnach entwickeln die Organisatoren für 2021 jetzt ein Präsenzformat, das die künftigen Bedürfnisse der Branche berücksichtigt. Termin und Details sollen zeitnah bekanntgegeben werden.

Mehr dazu lesen Sie hier.

++ Umfrage: Angst vor Ansteckung mit Coronavirus nimmt zu

(08.28 Uhr) Die Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus hat laut einer Umfrage zugenommen. 43 Prozent der Menschen in Deutschland haben „sehr große“ oder „eher große Angst“; im Juli waren es 40 Prozent gewesen. Knapp die Hälfte der Befragten gab an, keine Angst zu haben. Das geht aus dem aktuellen YouGov-Covid-19-Tracker hervor, der am Freitag veröffentlicht wurde.

72 Prozent glauben zudem, dass die Coronavirus-Lage in Deutschland derzeit schlimmer wird. Auch die globale Krise sehen die meisten noch nicht beendet. 75 Prozent der Befragten glauben an eine Verschlechterung; Ende Juli waren es 66 Prozent gewesen.

++ Schwarzwald-Baar-Kreis jetzt auch Hotspot

(07.51 Uhr) Mit mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb einer Woche gilt der Schwarzwald-Baar-Kreis jetzt auch als Corona-Hotspot. Der Landkreis hat die Coronaregeln verschärft. Ab sofort dürfen sich nur noch maximal zehn Menschen treffen, auch die Maskenpflicht wurde - wie von der Landesregierung gestern angekündigt - ausgeweitet. Die Regeln gelten bis 16. November.

Insgesamt gibt es landesweit neun Hotspot-Regionen, acht Städte und Kreise nähern sich der kritischen Marke. Sie zählen mehr als 35 Neuninfektionen pro Woche und 100.000 Einwohnern. Dazu gehören die Stadt Ulm und auch der Kreis Tuttlingen.

++ Die Zahlen steigen: 7334 Neuinfektionen in Deutschland

(06.49 Uhr) Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Freitagmorgen 7334 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet.

Am Vortag war mit 6638 neuen Fällen der bis dato höchste Wert seit Beginn der Pandemie in Deutschland registriert worden. In der vergangenen Woche meldete das RKI am Freitag 4516 Neuinfektionen. Die jetzigen Werte sind nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird - und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden.

Bei den intensivmedizinisch behandelten Covid-19-Patienten zeichnet sich ein deutlicher Anstieg ab. Laut RKI-Lagebericht wurden am Donnerstag 655 Corona-Infizierte intensivmedizinisch behandelt, 329 davon wurden beatmet. Eine Woche zuvor (8.10.) hatte der Wert noch bei 487 (239 beatmet) gelegen, in der Woche davor (1.10.) bei 362 (193 beatmet). Rund 8700 Intensivbetten sind in Deutschland derzeit jedoch noch frei.

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++ Söder distanziert sich vom Beherbergungsverbot

(05.25 Uhr) Bayerns Ministerpräsident Markus Söder geht nun auch auf Distanz zu dem bundesweit umstrittenen Beherbergungsverbot für Urlauber aus Corona-Hotspots. Die Einschränkungen für Reisende aus Gegenden mit besonders hohen Infektionszahlen seien im Kampf gegen die Seuche „in der Tat nicht das Wichtige. Das wird jetzt auch Stück für Stück auslaufen“, sagte der CSU-Chef am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung „Markus Lanz“.

Das liege auch daran, dass Gerichte die Verbote teilweise kassieren. Söder sagte mit Blick auf Bayern: „Auch bei uns wird das so sein, dass wir das Stück für Stück auslaufen lassen“ - Voraussetzung sei aber, dass die Menschen sich an die neuen, strengeren Kontaktbeschränkungen hielten.

++ Das waren die letzten Meldungen vom Donnerstag

++ Gericht: Abendliches Alkohol-Ausschankverbot verhältnismäßig

(22.14 Uhr) Gaststätten in München dürfen wegen Corona nach 22 Uhr zunächst weiter keinen Alkohol ausschenken. Das Verwaltungsgericht München wies am Donnerstag die Eilanträge zweier Restaurants gegen die entsprechende Allgemeinverfügung der Stadt zurück. Die vorerst bis 27. Oktober geltende Regelung sei angesichts weiter steigender Infektionszahlen verhältnismäßig, argumentierte die Kammer in dem am Donnerstag bekanntgegebenen Beschluss.

„Wir bedauern die Entscheidung des Verwaltungsgerichts. Nach unserer Rechtsauffassung stellt diese Allgemeinverfügung einen unverhältnismäßigen Eingriff in die Berufsfreiheit unserer Mandanten dar“, teilte die Kanzlei Noerr, die beide Restaurants vertritt, am Abend mit. „Das Verbot, Alkohol nach 22 Uhr an Gäste auszuschenken, die zumeist getrennt von anderen an Tischen sitzen und zum Essen Alkohol trinken, ist nach unserer Ansicht nicht geeignet, das Infektionsgeschehen in München zu reduzieren.“

In einem Restaurant, in dem fünf oder sechs Gänge serviert würden, wollten die Gäste unter Umständen auch nach 22 Uhr gerne noch Getränke bestellen, sagte Anwalt Christian Mayer. Wenn das nicht mehr möglich sei, blieben die Kunden womöglich ganz weg. Dabei steige das Infektionsrisiko um 22 Uhr nicht. „Die Leute sitzen am Tisch, essen und trinken — und bleiben auf ihrem Platz sitzen“, sagte Mayer.

Die Richter sahen das anders. „Auch beim Genuss von Speisen unter Alkoholbegleitung sind die mit dem Alkoholkonsum typischerweise einhergehenden Infektionsgefahren nicht ausgeschlossen. Denn der Konsum von Alkohol lässt die Lautstärke von Gesprächen und Gelächter ansteigen und auch die Verweildauer in einem Lokal verlängern“, erläuterten sie. „Dies begünstigt gerade in der kalten Jahreszeit ohne ausreichende Belüftung typischerweise die Ansteckungsgefahr.“

Offen war, ob die Anwälte Beschwerde zum Bayerischen Verwaltungsgerichtshof einlegen. Nicht zuletzt könnte das Ausschankverbot nach dem jüngsten Kabinettsbeschluss von Donnerstag ohnehin bald abgelöst werden. Demnach soll bei Überschreitung des Inzidenz-Grenzwerts von 50 Infektionen binnen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner ab 22 Uhr eine Sperrstunde gelten, bei einem Inzidenzwert von 35 sollen Gaststätten um 23 Uhr schließen.

Der Wert von 50 war in München seit mehreren Tage überschritten und lag am Donnerstag nach Angaben des Landesamts für Gesundheit und Lebenmittelsicherheit und des Robert Koch-Instituts (RKI) bei 54,6.

++ Jodel-Konzert in Schweiz wohl Auslöser für massiven Anstieg von Corona-Fällen

(21.47 Uhr) Im Kanton Schwyz hat offenbar ein Jodel-Konzert zu einem massiven Anstieg von Corona-Neuinfektionen geführt. An der Veranstaltung Ende September nahmen laut Behörden rund 600 Menschen teil, die keinen Mund- und Nasenschutz tragen mussten.

„Wir haben neun Tage nach den Aufführungen erfahren, dass sich mehrere Personen der Gruppe angesteckt haben“, sagte der Organisator Beat Hegner dem öffentlich-rechtlichen Sender RTS. Allein am Mittwoch wurden 94 Personen positiv getestet, doppelt so viele wie am Vortag.

Das überlastete Kantonskrankenhaus bat die Menschen, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen und Versammlungen zu vermeiden. Der Kanton gehört mittlerweile mit mehr als 1230 Coronavirus-Fällen zu einem der Hotspots in Europa.

+++ Hier geht es zum gesamten Newsblog vom Donnerstag +++

 

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