Corona-Newsblog: Das waren die wichtigsten Entwicklungen des Tages

Lesedauer: 17 Min
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Deutsche Presse-Agentur
Agence France-Presse

Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹:

  • Aktuell Infizierte Baden-Württemberg: ca. 446 (35.476 Gesamt - ca. 33.200 Genesene - 1.830 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg:  1.830
  • Aktuell Infizierte Deutschland: ca. 6508 ( 192.556 Gesamt - ca. 177.100 Genesene - 8948 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland: 8.948

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Bund und Länder einigen sich auf neue Corona-Reisebeschränkungen (18.38)
  • Grundschulen und Kitas ab Montag im Regelbetrieb - wichtige Infos (11.50 Uhr)
  • Lockerungen für Festivitäten in Bayern (15.08 Uhr)
  • Lockerungen für Pflegeeinrichtungen in BaWü (13.08 Uhr)
  • Schweizer kommen wieder zum Einkaufen nach Baden-Württemberg (09.17 Uhr)
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Das war's für heute. Wir wünschen Ihnen einen guten Abend und sind morgen auf Schwäbische.de wieder mit einem neuen Corona-Newsblog für Sie da.

++ 55 neue Corona-Infektionen im Südwesten 

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten seit Beginn der Pandemie ist in Baden-Württemberg auf mindestens 35.541 gestiegen. Das waren 55 mehr als am Vortag, wie das Sozialministerium am Freitag in Stuttgart mitteilte.

Etwa 33.252 Menschen sind wieder genesen. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus lag bei 1.829. Derzeit seien geschätzt noch 460 Menschen im Land mit dem Coronavirus infiziert, hieß es.

Die Reproduktionszahl wurde vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit 1,19 angegeben. Sie besagt, wieviele Personen im Durchschnitt von einem Infizierten angesteckt werden.

++ Bund und Länder einigen sich auf neue Corona-Reisebeschränkungen

Reisende aus einem Landkreis mit hohem Corona-Infektionsgeschehen dürfen nur dann in einem Hotel untergebracht werden, wenn ihnen ein ärztliches Zeugnis bestätigt, dass sie keine Infektion haben.

Das geht aus einem Beschluss des Chefs des Bundeskanzleramtes und der Leiter der Staats- und Senatskanzleien der Länder vom Freitag hervor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Das benötigte ärztliche Zeugnis "muss sich auf eine molekularbiologische Testung stützen, die höchstens 48 Stunden vor der Anreise vorgenommen worden ist".

++ Sozialministerium plant Corona-Test für Schlachthof-Mitarbeiter

(16.18 Uhr) Nach dem massiven Corona-Ausbruch beim Fleischhersteller Tönnies will das baden-württembergische Sozialministerium Leiharbeiter vor der erstmaligen Arbeitsaufnahme auf das Virus untersuchen lassen. Das sieht ein Entwurf eines Eckpunktepapiers vor, der aktuell mit dem Wirtschafts- und Landwirtschaftsministerium abgestimmt wird, wie eine Sprecherin von Sozialminister Manne Lucha (Grüne) am Freitag in Stuttgart mitteilte.

Vor dem Hintergrund der teilweise hohen Fluktuation der Schlachtbetriebs-Leiharbeiter stelle die erstmalige Arbeitsaufnahme ein besonderes Risiko für den Eintrag des Corona-Erregers in die Betriebe dar. „Ebenfalls in dem Konzeptentwurf vorgesehen ist eine einmalige flächendeckende Testung in großen Schlachtbetrieben, die Leiharbeiter beschäftigen.“

Agrarminister Peter Hauk (CDU) sprach sich dafür aus, in Reihenuntersuchungen von Schlachthofmitarbeitern einzusteigen. „Die Gesundheit und Sicherheit der in diesen Betrieben beschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern steht stets im Vordergrund.“

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++ Lockerungen für Festivitäten in Bayern

(14.03 Uhr) Hochzeits- und Geburtstagsfeiern in Gasthäusern sind wieder ohne Mundschutz und Abstandsregelungen möglich. Das geht aus einer Antwort des Gesundheitsministeriums an den bayerischen Hotel- und Gaststättenverband vom Freitag hervor. Die Lockerung gilt für private Feiern als geschlossene Gesellschaften, sofern keine weiteren Gäste im selben Raum sind. Außerhalb des geschlossenen Bereichs muss allerdings weiter ein Mundschutz getragen werden. Zudem gilt die Obergrenze von 50 Personen im Inneren und 100 im Freien.

„Gemeinsame Aktivitäten wie Tanz oder Spiele sind ohne Einhaltung des Mindestabstands möglich“, heißt es in der Antwort des Ministeriums. „Es wird jedoch empfohlen, die Abstands- und Hygieneregeln soweit wie möglich einzuhalten.“ Sollte es bei der Veranstaltung Live-Musik geben, gelten für die Musiker abweichende Regeln: Sie müssen einen Mindestabstand von 1,5 Metern zu den Gästen einhalten, wenn sie singen oder Blasinstrumente verwenden sind es zwei Meter.

Der Dehoga-Landesgeschäftsführer Thomas Geppert begrüßte die Lockerung als „großen Schritt zu mehr Lebensqualität“. Zudem zeigte er sich zuversichtlich, dass bald auch Schankwirtschaften wieder öffnen dürfen. „Die Welt um Bayern herum hat gezeigt, dass es geht.“

++ Lockerungen für Pflegeeinrichtungen in BaWü

(13.08 Uhr) Die Landesregierung hat weitere Lockerungen für Bewohner und Besucher stationärer Pflegeeinrichtungen beschlossen. Die Besuchszeiten sollen ab 1. Juli nicht mehr begrenzt werden, teilte das Sozialministerium am Freitag mit. Die Lenkungsgruppe der Landesregierung habe diese Woche einen entsprechenden Beschluss gefasst.

Die Zahl der Besucher bleibt allerdings beschränkt: Bewohner können weiterhin pro Tag nur zwei Besucher empfangen. Ausnahmen können aus besonderen Anlässen wie Sterbebegleitung oder Geburtstage erteilt werden. Mindestabstand und Maskenpflicht gelten weiterhin. Besuche von Personen, die Kontakt zu einem Infizierten hatten oder Corona-Symptome aufweisen, sind weiterhin nicht möglich.

„Es muss in dieser Phase der Corona-Pandemie jetzt darum gehen, eine vernünftige Balance zu finden zwischen dem lnfektionsschutz auf der einen und der Ermöglichung von sozialer Teilhabe auf der anderen Seite“, betonte Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne).

++ Grundschulen und Kitas ab Montag im Regelbetrieb - wichtige Infos

(11.50 Uhr) Von kommendem Montag an sollen Grundschulen und Kitas im Südwesten zum Regelbetrieb zurückkehren, soweit dieser in Corona-Zeiten möglich ist. Die Gewerkschaft GEW rechnet aber weiter mit Einschränkungen.

Einige Kitas hätten zum Beispiel ihre Öffnungszeiten reduziert, sagte GEW-Landesgeschäftsführer Matthias Schneider am Freitag in Stuttgart. In den Grundschulen gebe es einen veränderten Stundenplan. Grund dafür sei der Mangel an Personal und geeigneten Räumen. Der Fachkräftemangel — auch in den Kitas — habe sich in Corona-Zeiten noch verschärft, meinte Schneider.

Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) hatte von einer Rückkehr zu einem Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen gesprochen. Das Abstandsgebot wird in Kitas und Grundschulen fallen. Kinder aus einer Gruppe sollen sich aber in den Kitas und auch in den Grundschulen nicht mit Kindern aus anderen Gruppen durchmischen.

In Grundschulen soll der tägliche Unterricht zeitlich versetzt für die verschiedenen Klassen beginnen. Schwerpunkte des Unterrichts sollen Mathe, Deutsch und Sachkunde sein. Es gilt aber weiterhin keine Schulpflicht: Kinder, die etwa aus gesundheitlichen Gründen nicht in die Schule kommen möchten, sollen weiter zu Hause unterrichtet werden. (Hier lesen Sie dazu mehr)

Mitte März hatten die Schulen in Baden-Württemberg wegen des Corona-Virus komplett geschlossen. Die Abschlussklassen sind bereits seit dem 4. Mai zurück in die Schulen gekehrt, die Viertklässler seit Mitte Mai. Seit Mitte Juni gibt es an allen Schulen in Baden-Württemberg einen Unterricht im Schichtbetrieb im Wechsel mit dem Fernunterricht und mit einem abgespeckten Stundenplan.

++ Schweizer kommen wieder zum Einkaufen

(09.17 Uhr) Erleichterung für den Einzelhandel in der deutsch-schweizerischen Grenzregion: Nach der Grenzöffnung sind viele Eidgenossen auf deutscher Seite wieder in Shoppinglaune. Die Nachfrage habe sich aber erst einmal auf die Dinge des täglichen Bedarfes konzentriert, sagte der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Hochrhein-Bodensee, Claudius Marx. „Schuhe, Textil, Luxusgegenstände und größere Anschaffungen konnten offenbar noch etwas warten.“

Der große Ansturm sei bislang noch ausgeblieben, sagte Marx weiter. „Wir haben ihn aber auch nicht erwartet. Vielmehr sind wir davon ausgegangen, dass die Rückkehr der Kunden aus der Schweiz ein schrittweiser Prozess sein würde.“ Der Einkaufstourismus sei bereits vor Corona-Zeiten rückläufig gewesen: 2016 seien im Bereich der Hauptzollämter Singen und Lörrach noch 17,6 Millionen Ausfuhrbescheinigungen abgestempelt worden, 2019 nur noch 15,59 Millionen. Mit den Formularen können sich Einkaufstouristen aus Nicht-EU-Ländern die Mehrwertsteuer zurückerstatten lassen. „Hinzu kommt, dass der Lockdown das Einkaufs- und Freizeitverhalten verändert hat“, sagte Marx. „Der Onlinehandel gehört zu den Gewinnern der Krise.“

Die Händler bemühen sich, mit unterschiedlichen Strategien die heimische und Schweizer Kundschaft zurückzugewinnen. „Dazu zählen auch Preissenkungen, wo etwa lagernde Ware dringend verkauft werden muss, wie zum Beispiel in Bekleidungsgeschäften, die wegen des Lockdowns noch auf der Frühjahrskollektion sitzen“, sagte Marx.

++ Drosten-Podcast gewinnt doppelt beim Grimme Online Award

(06.31 Uhr) Der Podcast „Das Coronavirus-Update“ mit dem Berliner Virologen Christian Drosten hat gleich zwei Auszeichnungen beim Grimme Online Award abgeräumt. Einen Preis gab es bei der Verleihung am Abend von der Jury, einen vom Publikum.

Die NDR-Produktion mit dem Charité-Wissenschaftler war damit der große Gewinner des Abends. Prämiert wurde auch das viel geklickte Video „Die Zerstörung der CDU“ von YouTuber Rezo, das in der Kategorie „Spezial“ einen Award einfuhr. Insgesamt setzten sich in diesem Jahr sehr viele informative Formate durch. Das war kein Zufall: Der Grimme Online Award bildet oft aktuelle Trends im Internet ab.

Schon aus der Liste der Nominierten hatte sich ablesen lassen, dass die Kategorie „Information“ sehr gefragt ist aktuell. Auch „Das Coronavirus-Update“ war in dieser Sparte ins Rennen gegangen. Der NDR hatte den Podcast im Februar gestartet, seitdem hat er sich zu einem großen Erfolg entwickelt. Dort geht der Virologe Drosten ausführlich auf neue Entwicklungen rund um die Coronavirus-Pandemie ein. Momentan befindet sich das Format in der Sommerpause.

++ Laschet prüft Haftbarkeit von Tönnies

(06.24 Uhr) Zur Frage, ob das Unternehmen haftbar zu machen sei, sagte Laschet dem Redaktionsnetzwerk Deutschland: „Es wird derzeit sehr genau geprüft, ob und gegen welche Regeln das Unternehmen verstoßen hat und wo es in Haftung genommen werden kann.“ Laschet betonte, er sehe Tönnies in der Verantwortung.

Der Ministerpräsident verteidigte seine Regierung gegen die Kritik, zu spät gegen die Arbeitsweise der Fleischfirma vorgegangen zu sein. „Die Arbeitsbedingungen in den Schlachthöfen waren bekannt“, sagte Laschet dem RND. „Rot-Grün hat die Werkverträge eingeführt, die zum Problem geworden sind. Unser Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hat sich hier als einziger mit wirklichem Nachdruck für eine Änderung eingesetzt.“ Für eine gesetzliche Änderung habe es jedoch keine Mehrheit gegeben, sagte Laschet. „Das muss man nüchtern einräumen.“

Armin Laschet
„Es wird derzeit sehr genau geprüft, ob und gegen welche Regeln das Unternehmen verstoßen hat und wo es in Haftung genommen werden kann“, sagt Armin Laschet. (Foto: Rolf Vennenbernd / DPA)

In einem Schlachtbetrieb der Firma Tönnies in Nordrhein-Westfalen wurden in den vergangenen Tagen mehr als 1500 Menschen positiv auf das Virus getestet. Im schwer vom Ausbruch getroffenen Kreis Gütersloh haben sich bereits zahlreiche Menschen freiwillig testen lassen. Die Ergebnisse brachten einen Hoffnungsschimmer, da es den Tests zufolge bislang nur wenige Infizierte in der Bevölkerung gibt. Das Land NRW hat für die beiden betroffenen Kreise Gütersloh und Warendorf das Alltagsleben vorläufig bis zum 30. Juni wieder deutlich eingeschränkt.

+++ Hier geht es zum Newsblog von Donnerstag +++

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