Corona-Newsblog: Das waren die wichtigsten Entwicklungen am Wochenende

Lesedauer: 36 Min
Digital-Redakteur
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Deutsche Presse-Agentur
Agence France-Presse

Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹:

  • Aktuell nachgewiesen Infizierte Baden-Württemberg: ca. 23.605 (82.334 Gesamt - ca. 56.700 Genesene - 2.029 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg: 2.029
  • Aktuell nachgewiesen Infizierte Deutschland: ca. 166.549 (532.930 Gesamt - ca. 355.900 Genesene - 10.481 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland: 10.481

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Fast jedes zehnte deutsche Gesundheitsamt wegen Pandemie überlastet (16.10 Uhr)
  • Zahl der Covid-Patienten an Beatmungsgeräten vervierfacht (17.56 Uhr)
  • Weiterer Corona-Toter im Kreis Ravensburg (12.27 Uhr)
  • Verschärfte Corona-Maßnahmen in Baden-Württemberg verkündet (14.06 Uhr)
  • 14.177 Corona-Neuinfektionen in Deutschland (07.43 Uhr)

Das war's für heute. Vielen Dank fürs Lesen. Wir wünschen Ihnen einen guten Abend und sind morgen Früh auf Schwäbische.de wieder mit einem neuen Corona-Newsblog für Sie da.

++ 1263 Neuinfektionen in Baden-Württemberg 

(19.36 Uhr) Die Zahl der nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen ist in Baden-Württemberg im Vergleich zum Samstag um 1263 Fälle gestiegen. Insgesamt haben sich damit mindestens 83.597 Menschen nachweislich mit dem Erreger Sars-CoV-2 angesteckt, wie das Landesgesundheitsamt am Sonntag (Stand: 16.00 Uhr) mitteilte. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg um 2 auf 2030. Als genesen gelten 56.259 Menschen — das sind 643 mehr als am Vortag.

Landesweit liegt der Wert für Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen bei 116,3 und damit mehr als doppelt so hoch wie die Schwelle von 50 für die höchste Warnstufe im Land. Am Vortag lag der Wert bei 113,3. Den höchsten Wert weist den Angaben zufolge der Stadtkreis Heilbronn mit 176,9 auf.

++ Schweizer Kanton Genf im Ausnahmezustand

(18.14 Uhr) Der Schweizer Kanton Genf verhängt angesichts knapper Krankenhausbetten in der Corona-Krise ab Montagabend den Ausnahmezustand. Schließen müssen Restaurants, Bars und Geschäfte, die keine Lebensmittel verkaufen, außerdem Kinos, Theater, Fitnesscenter und Dienstleister wie Friseure. Wie der Kanton am Sonntag mitteilte, sollen Schulen und Kindergärten offen bleiben.

Die Schweizer Regierung hatte am Mittwoch neue Maßnahmen für das ganze Land verkündet. Seit Donnerstag müssen Bars und Restaurants landesweit um 23 Uhr schließen, Veranstaltungen mit mehr als 50 Personen sowie sportliche und kulturelle Freizeitaktivitäten mit mehr als 15 Personen sind untersagt. Die Kantone sollen je nach Situation strengere Maßnahmen treffen.

Corona
Zu wenig Intensivbetten, Mangel an Personal: Viele Ländern scheinen dem Ansturm der Corona-Patienten nicht mehr lange standhalten zu können. (Foto: Cecilia Fabiano / DPA)

++ Bayern: Zahl der Covid-Patienten an Beatmungsgeräten vervierfacht 

(17.56 Uhr) Die Zahl der Covid-Patienten, die auf Intensivstationen in Bayern beatmet werden, hat sich nach Angaben der Bayerischen Krankenhausgesellschaft innerhalb eines Monats mehr als vervierfacht. „Derzeit werden 224 Covid-Patienten auf einer Intensivstation beatmet“, sagte der Geschäftsführer Siegfried Hasenbein am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur in München. „Am ersten Oktober waren es 51.“

Die bayerischen Krankenhäuser seien zwar „noch ein gutes Stück“ von einer Überlastung entfernt. „Aber das ist natürlich eine besorgniserregende Entwicklung.“ Insgesamt seien derzeit 1300 nachweislich mit dem Coronavirus infizierte Patienten in einem bayerischen Krankenhaus, 245 von ihnen auf der Intensivstation.

„Man muss mit allen Kräften versuchen, diese steigende Zahl der Infektionen abzuflachen und zu bremsen“, warnte Hasenbein. Die Krankenhäuser gehen davon aus, dass die Zahl der schwer erkrankten Covid-Patienten in den kommenden beiden Wochen weiter steigen wird. „Aus Krankenhaussicht kann ich nur sagen: Die Maßnahmen der Bundesregierung waren richtig“, sagte er. „Es war dringend notwendig, zu reagieren.“

++ Kretschmann reagiert auf Kritik der 30 Bürgermeister

(16.33 Uhr) Mehr als 30 Bürgermeister im Land hatten in einem gemeinsamen Brief an Ministerpräsident Winfried Kretschmann appelliert, die neuesten Corona-Maßnahmen zu überprüfen und vor allem die erneute Schließung von Gastronomiebetrieben und Kultureinrichtungen kritisiert. In einem Antwortschreiben verweist der Ministerpräsident nun auf steigende Covid-19-Fallzahlen im Land und nennt die Pandemie eine „Jahrhundertnotlage“.

Kretschmann zeigt sich in dem Schreiben „verwundert darüber, dass ausgerechnet Baden-Württemberg als eines der stärker betroffenen Länder von der Umsetzung der einmütigen Beschlüsse abweichen soll“. Tübingens Oberbürgermeister Palmer, einer der Initiatoren, gab unterdessen bekannt, dass er die ab heute geltenden Einschränkungen respektiere.

++ Fast jedes zehnte deutsche Gesundheitsamt sieht Engpässe 

(16.10 Uhr) 38 von rund 400 deutschen Gesundheitsämtern haben beim Robert Koch-Institut Überlastung angezeigt. Damit stößt fast jedes zehnte Amt mit dem Stand vom 30. Oktober entweder aktuell an Kapazitätsgrenzen oder rechnet innerhalb der nächsten Tage damit. Am 20. Oktober lagen 22 solcher Anzeigen vor, die sich je nach Überlastungsgrad in drei Kategorien gliedern, teilte das Robert Koch-Institut (RKI) auf Anfrage mit.

Am Samstag meldete das RKI mit mehr als 19.000 Neuinfektionen innerhalb eines Tages einen Höchststand. Nun sollen vier Wochen lang drastische Einschränkungen im öffentlichen Leben die Welle brechen. Ziel ist es vor allem, ausreichend Kapazitäten auf den Intensivstationen zu bewahren.

Die Engpässe bei den Gesundheitsämtern betreffen die Nachverfolgung von Kontaktpersonen, zum Teil auch das Ausbruchsmanagement oder andere Aufgaben des Infektionsschutzes. In Berliner Gesundheitsämtern ist zum Beispiel die Hilfe von Bundeswehr-Soldaten willkommen. Am Sonntag entschied auch der Krisenstab des Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg, für Corona-Testungen künftig auf medizinisches Personal der Bundeswehr zurückzugreifen.

++ Verschärfte Corona-Maßnahmen in Baden-Württemberg verkündet 

(14.06 Uhr) Die baden-württembergische Landesregierung hat am Sonntag eine verschärfte Corona-Verordnung verkündet. Sie tritt am Montag in Kraft und soll bis Ende November gelten, wie die Regierung auf ihrer Webseite bekanntgab.

Die Verordnung schreibt unter anderem die Schließung von Gastronomie, Kultur- und Freizeiteinrichtungen vor. Zudem gelten strengere Kontaktbeschränkungen.

Einen Überblick über die wichtigsten Punkte der Regeln in Baden-Württemberg lesen Sie hier. 

++ GEW kritisiert Regierung für Lehrbedingungen

(13.53 Uhr) Bei Lehrern und Erziehern im Südwesten regt sich heftiger Widerstand gegen die Bedingungen, unter denen Schulen und Kitas im November geöffnet bleiben sollen. Ein Sprecher der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) bezeichnete den Umgang der Landesregierung mit den Einrichtungen am Sonntag als verantwortungslos. „Die Verunsicherung und der Unmut unter den 130.000 Lehrkräften im Land wächst“, sagte die GEW-Landesvorsitzende Doro Moritz laut eines Sprechers in Stuttgart.

Während es überall neue Schutzmaßnahmen gebe und erneut milliardenschwere Rettungspakete beschlossen würden, verweigere die Kultusministerin Lehrkräften weiterhin FFP2-Schutzmasken. Die Schulen warteten weiter auf CO2-Messgeräte und Raumluftfilter und die Landesregierung ignoriere seit Monaten die Vorschläge für eine bessere personelle Unterstützung zum Beispiel durch Lehramtsstudierende und Pädagogische Assistenzen, sagte Moritz demnach. „Wir haben erst wenige Wochen im Schuljahr hinter uns und den Lehrerinnen und Lehrern, allen voran den Schulleitungen geht die Luft aus und die Angst wird größer.“

Mehr dazu lesen Sie hier.

++ Weiterer Corona-Toter im Kreis Ravensburg

(12.27 Uhr) Wie aus dem Tagesbericht des Landesgesundheitsamts von Samstag hervorgeht, hat es im Landkreis Ravensburg einen weiteren Todesfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus gegeben. Somit sind im Landkreis bisher insgesamt acht Personen an oder mit dem Coronavirus gestorben. Seit Mai hatte es keinen Todesfall im Landkreis mehr gegeben. Landesweit sind von Freitag auf Samstag sieben Todesfälle in der Statistik dazugekommen.

Mehr dazu lesen Sie hier.

++ AHA-Regeln führen zu weniger Atemwegserkrankungen

(10.29 Uhr) Abstand halten und Alltagsmaske tragen - diese Corona-Maßnahmen haben nach Einschätzung der Barmer Ersatzkasse in Baden-Württemberg zu weniger Atemwegserkrankungen von Mitte August bis Anfang Oktober geführt als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Zahl der Krankschreibungen sei deutlich geringer ausgefallen, teilte die Krankenversicherung unter Berufung auf eine aktuelle Auswertung mit.

Die Abweichungen, die es bundesweit gebe, seien nicht allein mit unterschiedlichen Witterungsbedingungen zu erklären, urteilte die Barmer. Das bedeute, die sogenannten AHA-Regeln - Abstand, Hygiene, Alltagsmaske - wirkten „nachweislich“, sagte Barmer-Vorstandschef Christoph Straub. Das sei eine wichtige Botschaft: „Jeder Einzelne kann und muss etwas tun, um die sich zuspitzende Pandemie in den Griff zu bekommen.“

Demnach stieg im untersuchten Zeitraum im Jahr 2019 die Zahl der wegen Atemwegserkrankungen krankgeschriebenen Barmer-Versicherten in Baden-Württemberg von 1991 auf 5269 Menschen. Im laufenden Jahr gab es einen Anstieg von 1445 auf nur 3724 Menschen. Damit waren im Vorjahr 14,4 je 1.000 Barmer-Versicherte in der 41. Kalenderwoche wegen Atemwegserkrankungen krankgeschrieben, in diesem Jahr waren es 10,4.

++ England verhängt vierwöchigen Shutdown

(08.48 Uhr) Auch die Engländer sollen ihre Wohnungen nicht mehr ohne triftige Gründe wie Arbeit, Sport, Erholung und Pflege Angehöriger verlassen. Treffen mit anderen Haushalten sind bis auf wenige Ausnahmen ebenso verboten.

Bei der Schließung von Geschäften geht Premier Boris Johnson weiter als sein österreichischer Amtskollege Sebastian Kurz: Nur Supermärkte und andere lebensnotwendige Geschäfte sollen in den kommenden Wochen in England geöffnet bleiben, alle anderen müssen schließen. Die restlichen Teile Großbritanniens haben eigene Corona-Regeln.

Anders als im Frühjahr soll jedoch der Bildungsbereich soweit wie möglich von dem partiellen Lockdown ausgenommen werden: Schulen und Universitäten blieben geöffnet, betonte Johnson. In Österreich gilt das für jüngere Schüler genauso — Oberstufenschüler und Studierende sollen jedoch wieder online unterrichtet werden.

Wie in Deutschland und Frankreich ist der Teil-Lockdown vorerst auf den November beschränkt - mit der Hoffnung auf Lockerungen in der Weihnachtszeit.

++ 14.177 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

(07.43 Uhr) Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) innerhalb eines Tages 14.177 neue Corona-Infektionen gemeldet.

An Sonntagen sind die erfassten Fallzahlen allerdings meist niedriger, auch weil am Wochenende weniger getestet wird. Insgesamt haben sich demnach seit Beginn der Pandemie 532.930 Menschen in Deutschland mit dem Virus infiziert. Vor genau einer Woche waren 11.176 Neuinfektionen an einem Tag gemeldet worden.

Die Zahl der Todesfälle in Deutschland im Zusammenhang mit dem Virus erhöhte sich um 29 auf insgesamt 10.481. Rund 355.900 Menschen waren von ihrer Infektion genesen.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Samstag bei 1,11 (Vortag: 1,06). Das bedeutet, dass zehn Infizierte etwa elf weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

++ Das waren die wichtigsten Entwicklungen am Samstag

++ 2048 Neuinfektionen in Baden-Württemberg

(18.12 Uhr) Die Zahl der nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen ist in Baden-Württemberg am Samstag im Vergleich zum Vortag um 2048 Fälle gestiegen. Insgesamt haben sich damit mindestens 82.334 Menschen nachweislich mit dem Erreger Sars-CoV-2 angesteckt, wie das Landesgesundheitsamt am Samstag (Stand: 16 Uhr) mitteilte.

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg um 7 auf 2028. Als genesen gelten 55 616 Menschen - das sind 760 mehr als am Vortag.

Landesweit liegt der Wert für Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen bei 123,3 und ist damals nochmals deutlich angestiegen. Am Vortag lag der Wert bei 107.

++ Österreich ab Dienstag im Teil-Lockdown mit Ausgangsbeschränkung 

(17.03 Uhr) Österreich schränkt zur Bekämpfung der Corona-Pandemie große Teile des öffentlichen Lebens für vier Wochen ein. „Ab Dienstag, dem 3. November 0 Uhr bis Ende November wird es zu einem zweiten Lockdown in Österreich kommen“, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) in Wien. Ab Dienstag gelten landesweit Ausgangsbeschränkungen zwischen 20 und 6 Uhr. In der Zeit ist das Verlassen des privaten Wohnbereichs nur aus bestimmten Gründen erlaubt.

Sebastian Kurz
Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz plant wohl eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen. (Foto: Roland Schlager / DPA)

Kultur- und Freizeiteinrichtungen müssen schließen, mit Ausnahme von Beerdigungen finden keine Veranstaltungen mehr statt. Auch das Hotel- und Gastgewerbe schließen, nur Takeaway und Lieferung sind erlaubt. Spitzensport findet ohne Publikum statt, Sport ist nur im Freien ohne Körperkontakt erlaubt. Handel, Schulen und auch Dienstleister wie Friseure bleiben zunächst unter Auflagen offen.

Am Sonntagnachmittag muss noch der Hauptauschuss des Parlaments den Maßnahmen zustimmen. Die Verordnung gilt bis zum 30. November, die Ausgangsbeschränkungen müssen alle zehn Tage parlamentarisch neu genehmigt werden.

++ 900 Teilnehmer bei Querdenken-Demo in Karlsruhe 

(16.49 Uhr) In Karlsruhe haben sich am Samstag rund 900 Menschen bei einer Querdenken-Demonstration gegen die derzeit geltenden Corona-Maßnahmen versammelt. Die Organisatoren hatten zuvor 500 Teilnehmer angekündigt. Da die Teilnehmer sich nicht an die vorgeschriebenen Abstandsregeln hielten, hätten Polizei und Ordnungsamt mehrfach darauf hinweisen müssen, sagte ein Sprecher der Polizei am Samstag.

Die Veranstaltung habe deshalb kurz vor der Auflösung gestanden. Etwa 40 Menschen seien zudem zu einer Gegendemo in der Nähe der Querdenker auf dem Karlsruher Schlossplatz zusammengekommen.

Das Verwaltungsgericht Karlsruhe hatte die Auflage eines Maskengebots für die Querdenken-Demo am Freitag nach einer Beschwerde der Organisatorin aufgehoben und stattdessen ein Abstandsgebot zur Auflage gemacht.

Mit der konsequenten Einhaltung eines Mindestabstands von 1,5 Metern gebe es ein ebenso geeignetes Mittel um das Risiko einer Ansteckung mit dem Coronavirus wirksam zu reduzieren, hieß es zur Begründung. Das Maskengebot der Stadt Karlsruhe war damit hinfällig gewesen.

++ Virologe Mertens: Kein Beweis für therapeutische Wirkung von Vitamin D

(16.24 Uhr) Es gibt Erkenntnisse, die darauf hindeuten, dass die Versorgung mit Vitamin D als Therapie bei Atemwegserkrankungen sinnvoll sein kann. Im Interview mit Redakteur Daniel Hadrys spricht Virologe Thomas Mertens unter anderem über diese Studienergebnisse und wie sie einzuschätzen sind:

Thomas Mertens: "Insgesamt reguliert Vitamin D das Immunsystem in Richtung „antientzündlich“. In Tierexperimenten kann man mit fast toxischen (giftigen) Konzentrationen auch gewisse Effekte gegen Infektionen/Entzündungen zeigen. Solche Mengen an Vitamin D kann man aber Menschen nicht verabreichen. Die widersprüchliche Studienlage beim Menschen lässt sich dahingehend zusammenfassen, dass es keinen Beweis für eine therapeutische Wirksamkeit von Vitamin D (also durch Gabe bei Erkrankung) gibt.

Eine kleine, nicht gut durchgeführte Studie aus Spanien ändert daran auch nichts. Hier brauchen wir noch viele gute Untersuchungen. Was man wohl sagen kann, ist, dass ein bestehender Vitamin-D-Mangel ungünstig ist für den Verlauf einiger Atemwegsinfektionen."

Hier lesen Sie das ganze Interview.

++ Merkel: Wir lassen Betriebe in der Corona-Krise nicht allein

(15.06 Uhr) Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat der Wirtschaft weitere Unterstützung in der Corona-Krise zugesichert. „Wir lassen Unternehmen und Betriebe, die durch die aktuelle Krise unverschuldet in Schwierigkeiten gekommen sind, nicht allein“, sagte sie in ihrem wöchentlichen Video-Podcast, der am Samstag veröffentlicht wurde. „Wir wollen schnell und unbürokratisch helfen.“

Merkel verwies auf die Summe von bis zu zehn Milliarden Euro für die Unterstützung derjenigen Branchen, die von den ab Montag geltenden neuen Einschränkungen betroffen sind. „Das geht deutlich über die bereits bestehenden Unterstützungsprogramme hinaus und umfasst auch die Bereiche der Kultur“, betonte sie.

„Ich versichere Ihnen: Die Bundesregierung wird weiterhin alles Notwendige tun, um die Lasten der Pandemie für die Wirtschaft und damit auch für die Arbeitsplätze und unseren Wohlstand zu begrenzen und gleichzeitig unser aller Gesundheit zu schützen“, sagte die Kanzlerin weiter. Sie kündigte an, am Mittwoch mit den Spitzenverbänden der Arbeitgeber und der Industrie darüber zu beraten, „wie wir die Auswirkungen der Krise weiter abfedern können“.

Merkel verteidigte erneut die weitreichenden Einschnitte, die am Montag in Kraft treten. Die zweite Welle der Pandemie mache es erforderlich, „schnell und konsequent zu handeln. Wir müssen den rapiden Anstieg der Infektionszahlen stoppen, bevor unser Gesundheitssystem überlastet ist.“

++ Touristen müssen Bayern bis 2. November verlassen

(13.16 Uhr) Touristen müssen Hotels in Bayern wegen des Corona-Teil-Lockdowns spätestens am Vormittag des 2. November verlassen. Das teilte das bayerische Gesundheitsministerium am Samstag mit.

Touristische Übernachtungen seien von dem Tag an nicht mehr gestattet, sagte ein Sprecher des bayerischen Gesundheitsministeriums. „Übernachtungsgäste dürfen aus Kulanz auch noch im Laufe des Vormittags des 2. Novembers abreisen, obwohl die Verordnung eigentlich schon ab Mitternacht gilt.“

Vom Montag an soll es bundesweit bis Ende November einen Teil-Lockdown geben. Hotels dürfen dann keine Touristen empfangen. Unter anderem damit sollen die massiv steigenden Corona-Infektionszahlen in den Griff bekommen werden. Darauf hatten sich Bund und Länder am Mittwoch verständigt.

Zuvor hatten bereits Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern ähnliche Regelungen mitgeteilt.

++ Nix Süßes oder Saures: Halloween fällt wohl nahezu aus

(12.42 Uhr) Millionen Familien in Deutschland sind am Samstag angehalten, Halloween wegen Corona in diesem Jahr anders zu feiern. Vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte kam wegen der Pandemie die Empfehlung, den Brauch des Um-die-Häuser-Ziehens 2020 ausfallen zu lassen. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey schloss sich diesem Rat an.

„In Gruppen von Tür zu Tür zu laufen und Süßigkeiten zu sammeln — dafür ist aktuell nicht die Zeit“, sagte die SPD-Politikerin der „Welt“. Ganz ausfallen müsse das Fest aber nicht: Zu Hause in kleinem Kreis sei Verkleiden und Naschen auch ein Spaß.

Kürbisse
Geschnitzte Halloween-Kürbisse rauszustellen, ist auch in Corona-Zeiten ohne Gefahr erlaubt. (Foto: Bernd Weissbrod / DPA)

Der amerikanische Brauch ist auch in Deutschland weit verbreitet. Am Abend des 31. Oktober wimmelt es vor Häusern normalerweise von Sensenmännern, Zombies, Skeletten und beleuchteten Kürbissen. Diesmal werden Eltern mit ihren Kindern womöglich nur zu Hause Süßes essen, etwas mit Kürbis kochen und vielleicht einen passenden Film gucken.

Die Corona-Krise verdirbt nicht nur Kindern das Gruselfest, sondern auch der Spielwarenindustrie. Der jährliche Umsatz an Halloween liegt laut Deutschem Verband der Spielwarenindustrie normalerweise zwischen 50 und 100 Millionen Euro. „Das Niveau der letzten Jahre wird kaum zu erreichen sein“, hatte der Verband prognostiziert. Viele Online-Kostümhändler verzeichneten dagegen keine großen Schwankungen.

++ Ministerin Eisenmann für Schnelltests an Schulen 

(11.49 Uhr) Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) möchte in Schulen und Kitas im Land künftig auch Antigen-Schnelltests zur Eindämmung von Corona-Infektionen einsetzen. „Ich halte den Einsatz von Antigen-Schnelltests für sinnvoll, weil sie die Möglichkeit bieten, mehr Personen in kürzerer Zeit zu testen und Infektionen schneller zu erkennen“, sagte die Ministerin der „Heilbronner Stimme“ und dem „Mannheimer Morgen“. Mit den Schnelltests soll ein Ergebnis dann innerhalb weniger Minuten vorliegen.

Bisher setzt die Landesregierung an Schulen und Kitas nach Angaben des Sozialministeriums einzig auf sogenannte PCR-Tests. Deren Ergebnisse liegen in der Regel erst nach ein bis zwei Tagen vor. Durch die Schnelltests könnten „betroffene Einrichtungen oder Gruppen schnell getestet, auch Infizierte ohne nennenswerte Symptome zügig identifiziert und isoliert und unsere Kinder, Jugendlichen und Beschäftigten so vor einer Ausbreitung des Virus geschützt werden“, sagte Eisenmann den Zeitungen.

Die Bundesländer haben sich bei ihrem Treffen am vergangenen Mittwoch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) darauf verständigt, dass Corona-Schnelltests künftig in Krankenhäusern, Pflegeheimen, Senioren- und Behinderteneinrichtungen eingesetzt werden sollen.

++ Covid-19-Patienten sollen deutschlandweit verteilt werden 

(10.38 Uhr) Bund und Länder wollen an Covid-19 erkrankte Intensivpatienten bei knappen Kapazitäten künftig zwischen den Bundesländern verteilen. „Entwickelt sich eine Lage, die eine Verlegung über die Nachbarländer beziehungsweise angrenzende Regionen hinaus erforderlich macht, findet ein sogenanntes Kleeblattprinzip Anwendung“, heißt es im Konzept des Bundesinnenministeriums, das den Zeitungen der Funke Mediengruppe vorliegt.

Die Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD), sagte den Funke Zeitungen: „Deutschland ist hierfür in fünf Regionen aufgeteilt, welche sich sowohl innerhalb der Regionen als auch zwischen den Regionen über die Auslastung der klinischen Kapazitäten informieren und im Bedarfsfall freie klinische Kapazitäten zur Verfügung stellen. Sollte sich in einem Bundesland oder einer Region eine starke Beanspruchung abzeichnen oder sogar eine Überlastung eintreten, wird über zentral eingerichtete Stellen in den Regionen der überregionale Patiententransport in aufnahmefähige Regionen organisiert.“

Im Südwesten sollen sich Hessen, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und das Saarland gegenseitig unterstützen. Die bevölkerungsreichsten Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Bayern bilden eigene Regionen.

++ Mehr als 19.000 Neuinfektionen in Deutschland 

(9.54 Uhr) Die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen in Deutschland hat mit 19.059 Fällen binnen eines Tages einen neuen Höchstwert erreicht. Dies geht aus Angaben des Robert Koch-Instituts vom Samstagmorgen hervor. Der bisherige Rekordwert vom Vortag lag bei 18.681 Fällen. Am Samstag vor einer Woche hatten die Gesundheitsämter dem RKI 14.714 Neuinfektionen gemeldet.

Die jetzigen Werte sind nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, da mittlerweile wesentlich mehr getestet wird und dadurch auch mehr Infektionen entdeckt werden.

Insgesamt haben sich dem RKI zufolge seit Beginn der Pandemie bundesweit 518.753 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert (Stand: 31.10., 0 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Samstag um 103 auf insgesamt 10.452.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Freitag bei 1,06 (Vortag: 0,97). Das bedeutet, dass ein Infizierter etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert am Freitag bei 1,21. Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

++ Touristen müssen Mecklenburg-Vorpommern bis 5. November verlassen 

(9.22 Uhr) Touristen müssen spätestens bis zum 5. November aus Mecklenburg-Vorpommern abreisen. Das kündigte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) in Schwerin nach einer Kabinettssitzung an. Grundsätzlich dürften vom 2. November an für den restlichen Monat keine Gäste mehr für touristische Zwecke aufgenommen werden.

„Natürlich gilt für die Gäste, die schon da sind, dass sie eine Zeit haben, auch wieder zurückzureisen“, sagte Schwesig. Dies gilt demnach für alle Buchungen, die bis einschließlich Freitag getätigt worden seien. Wer eine Unterkunft später buche, müsse bis zum kommenden Montag wieder abreisen.

Vom Montag an soll es bundesweit bis Ende November einen Teil-Lockdown geben. Hotels dürfen dann keine Touristen empfangen. Das Nachbarbundesland Schleswig-Holstein hatte am Freitag eine ähnliche Regelung wie Mecklenburg-Vorpommern angekündigt.

Grundsätzlich müssen Touristen dort bis zum 2. November abgereist sein, Urlauber auf den Nordsee-Inseln und Halligen bekommen wegen der Kapazitäten im Fährverkehr sowie den Autozügen bis zum 5. November Zeit, wie die Landesregierung am Freitag in Kiel unter Verweis auf die jüngsten Bund-Länder-Beschlüsse mitteilte.

++ Bayern: 23 Millionen Euro für bessere Hygiene in Kitas 

(9.04 Uhr) Die bayerischen Kindertagesstätten bekommen zum Schutz vor Corona-Infektionen weitere 23 Millionen Euro vom Freistaat für bessere Hygienemaßnahmen. 13 Millionen davon sollen nach Angaben von Familienministerin Carolina Trautner (CSU) in CO2-Sensoren und Luftreinigungsgeräte investiert werden, die übrigen 10 Millionen in Desinfektionsspender, mobile Trennwände, kontaktlose Fieberthermometer und Schutzmasken.

„Im Hinblick auf den anstehenden Winter ist es besonders wichtig, die Einrichtungen jetzt finanziell zu unterstützen und den Beschäftigten in den Kitas und den Familien mehr Sicherheit in Sachen Infektionsschutz zu geben“, sagte Trautner laut Mitteilung am Samstag in München.

Das Geld soll gemessen an der Zahl der betreuten Kinder gleichmäßig auf die bayerischen Gemeinden verteilt werden. Diese sollen dann selbst entscheiden, wie die Mittel innerhalb ihrer Kommune auf die verschiedenen Träger verteilt werden.

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