Corona-Newsblog: Das waren die wichtigsten Entwicklungen am Sonntag

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Digital-Redakteur
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Agence France-Presse
Deutsche Presse-Agentur

Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹:

  • Aktuell nachgewiesen Infizierte Baden-Württemberg: ca. 42.370 (132.011 Gesamt - ca. 87.200 Genesene - 2.441 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg: 2.441
  • Aktuell nachgewiesen Infizierte Deutschland: ca. 300.447 (918.269 Gesamt - ca. 603.800 Genesene - 14.022 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland: 14.022

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Alles deutet auf einen längeren Teil-Lockdown hin (07.27 Uhr)
  • Zahl der gemeldeten Corona-Fälle stabil auf hohem Niveau (13.31 Uhr)
  • Millionster Corona-Schnelltest in Bayern zugeteilt (11.54 Uhr)
  • Polizei löst Feier mit 30 Gästen auf (09.19 Uhr)

Das war's für heute. Wir wünschen Ihnen einen schönen Abend und sind morgen Früh auf Schwäbische.de wieder mit einem neuen Corona-Newsblog für Sie da.

++ Mehr als 1500 neue Corona-Fälle im Südwesten bestätigt

(17.45 Uhr) Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen ist in Baden-Württemberg um 1569 gestiegen. Seit Beginn der Pandemie sind damit 133.573 Fälle registriert worden, wie das Landesgesundheitsamt am Sonntag (Stand 16.00 Uhr) mitteilte.

Acht weitere Menschen starben im Vergleich zum letzten Datenstand vom Samstag — insgesamt sind es 2448 Menschen. Als genesen gelten 86.477 Menschen.

Landesweit ist der Wert für Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen mit 139,3 erneut leicht gestiegen. Alle 44 Stadt- und Landkreise in Baden-Württemberg liegen weiter über dem Grenzwert von 50, ab dem ein Kreis als Risikogebiet gilt.

407 schwer Covid-19-Erkrankte mussten im Südwesten zuletzt auf Intensivstationen behandelt werden, 237 von ihnen wurden über einen Schlauch beatmet.

++ Demonstrationen gegen Corona-Regeln am Wochenende im Südwesten 

(17.32 Uhr) Am Wochenende haben in mehreren Städten Baden-Württembergs wieder Menschen gegen die Corona-Politik demonstriert. Eine Demonstration mit anschließender Kundgebung verlief am Sonntag in Stuttgart weitgehend friedlich.

„Die Coronaregeln wurden sehr genau eingehalten“, sagte ein Polizeisprecher. Es seien rund 1200 Teilnehmer gezählt worden.

Bereits am Samstag waren Hunderte Menschen im Südwesten gegen die Corona-Politik auf die Straße gegangen. Kundgebungen gab es etwa in Pforzheim und Göppingen. In Göppingen hatte es der Polizei zufolge auch einzelne Verstöße gegen die Hygieneregeln gegeben. Ansonsten verliefen die Proteste den Angaben zufolge aber friedlich.

++ Ermittlungsverfahren nach hupendem Autokorso von Corona-Kritikern

(16.08 Uhr) Ein Autokorso mit Kritikern der Corona-Politik hat am Samstag in Heidelberg den Verkehr lahmgelegt. Nach Polizeiangaben vom Sonntag hupte der überwiegende Teil der Teilnehmer des knapp 60 Fahrzeuge zählenden Korsos.

Erst nach der zweiten Aufforderung, auf die Versammlungsteilnehmer einzuwirken, das Hupen zu unterlassen, kamen diese schließlich der Forderung nach. Gegen den Versammlungsleiter wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, Verstöße gegen die Corona-Regeln gab es dagegen nicht. Die Fahrzeuge wurden vor Beginn der Versammlung überprüft.

++ Zahl der gemeldeten Corona-Fälle stabil auf hohem Niveau

(13.31 Uhr) Nach einer rasanten Zunahme im Oktober und Anfang November hat sich die Zahl der gemeldeten Corona-Neuansteckungen in Deutschland auf hohem Niveau eingependelt.

Der nach Inkrafttreten des Teil-Lockdowns erhoffte Rückgang ist bislang nicht klar zu erkennen, wie aus Zahlen des Robert Koch-Instituts von Sonntag hervorgeht. So schwankt die vom RKI täglich gemeldete Zahl der an die Gesundheitsämter binnen sieben Tagen übermittelten Neuinfektionen seit zwei Wochen zwischen rund 115.000 und rund 119.000.

Die davon abgeleitete Sieben-Tage-Inzidenz - also die Zahl der Neuinfektionen pro Woche und 100.000 Einwohner - lag im selben Zeitraum relativ stabil bei rund 140, mit nur wenig Abweichungen nach oben und unten.

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++ Millionster Corona-Schnelltest in Bayern zugeteilt

(11.54 Uhr) Am Wochenende ist in Bayern der Millionste Corona-Antigen-Schnelltest zugeteilt worden. „Wir versorgen inzwischen alle 96 Landkreise und kreisfreien Städte regelmäßig mit den neuen Tests“, teilte Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Sonntag in München mit.

Die Tests sollen dabei helfen, Corona-Infektionsketten frühzeitig zu entdecken und zu unterbrechen. „Die Schnelltests können als schnelle Zusatzmaßnahmen im regionalen Ausbruchsmanagement eingesetzt werden“, so Huml. Laut Mitteilung hat die Staatsregierung insgesamt 10,5 Millionen der Antigen-Schnelltests geordert.

Melanie Huml
Melanie Huml (CSU) bei einer Pressekonferenz. (Foto: Sven Hoppe / DPA)

Antigen-Schnelltests liefern innerhalb von 15 bis 20 Minuten ein Ergebnis. Anders als die Labortests weisen diese Tests nicht den Erreger als solchen nach, sondern bestimmte Proteine, die an das Coronavirus gebunden sind. In welchem Fall die Tests eingesetzt werden sollen, entscheiden die örtlichen Gesundheitsbehörden. Zusätzlich können die Schnelltests für Reihentestungen verwendet werden, laut Huml waren diese hierbei besonders hilfreich.

++ Polizei löst Feier mit 30 Gästen auf

(09.19 Uhr) Wegen Verstoßes gegen die Corona-Regeln hat die Polizei in Zell unter Aichelberg eine Party mit etwa 30 Gästen aufgelöst. Sie hätten in einem Gewerbebetrieb mit lautstarker Musik gefeiert, teilte die Polizei am Sonntag mit. Zeugen hatten zuvor auf die Feier im Kreis Göppingen hingewiesen.

Die zwei Organisatoren seien stark angetrunken gewesen und hätten aggressiv auf Anweisungen reagiert, hieß es. Um eine Eskalation zu verhindern, forderten zwei Polizisten vor Ort Verstärkung an. In der Zwischenzeit konnten die Feiernden in der Nacht zum Sonntag durch einen Hinterausgang flüchten. Auf die beiden Organisatoren kommen nun mehrere Anzeigen zu.

++ Alles deutet auf einen längeren Teil-Lockdown hin

(07.27 Uhr) Es ist ein arbeitsreiches Wochenende für die Staatskanzleichefs der Länder: Gleich mehrfach schalten sie sich in unterschiedlichen Runden zusammen, um über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie zu beraten.

Am Montag wollen ihre Chefs die Vorlage der Länder für die Beratungen am Mittwoch mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) festzurren. Und eines zeichnet sich seit Tagen schon ab: Eine Verlängerung des Teil-Lockdowns ist höchstwahrscheinlich. Bundes- ebenso wie Landespolitiker sehen keinen anderen Weg, Christdemokraten ebenso wie Sozialdemokraten.

Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) sagte der „Bild am Sonntag“ („BamS“): „Alles spricht dafür, dass die aktuellen Beschränkungen über den 30. November hinaus noch eine Zeit lang fortgesetzt werden müssen.“ Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte der Zeitung: „Um ein schönes Weihnachten verbringen zu können, müssen wir den Lockdown verlängern und sicher auch vertiefen.“ Der CSU-Chef fügte hinzu: „Mindestens so lange, bis wir wieder den Inzidenzwert von 50 erreicht haben.“

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Das waren die Meldungen vom Samstag

++ Keine „Querdenken“-Demo in München, aber 1200 Demonstranten in Kempten

(17.10 Uhr) Die von der „Querdenken“-Bewegung gegen die Corona-Politik angekündigte Demonstration auf der Theresienwiese in München hat am Samstag nicht stattgefunden. Wie ein Polizeisprecher mitteilte, gab es „vereinzelt Zulauf“, den Menschen sei jedoch ein Platzverweis erteilt worden.

Die Veranstalter hatten für Samstag eine Kundgebung mit bis zu 30.000 Teilnehmern auf der Theresienwiese angemeldet. Die Stadt München untersagte das und wurde am Freitag vom Verwaltungsgericht bestätigt.

In mehreren Städten, wie hier in Göppingen, wurde demonstriert.
In mehreren Städten, wie hier in Göppingen, wurde demonstriert. (Foto: Christoph Schmidt)

Dagegen fand in Kempten am Samstag eine genehmigte „Querdenken“-Demonstration im Illerstadion statt. Rund 1200 Menschen kamen laut Polizeiangaben zu der Kundgebung. Zwischenfälle wurden zunächst nicht bekannt. An einer Gegendemonstration beteiligten sich etwa 200 Menschen, wie ein Sprecher sagte.

Auch in Bochum, Göppingen und Pforzheim wurde gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert.

++ Corona-Rekord in den USA: Mehr als 195.000 Neuinfektionen

(15.22 Uhr) In den USA hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages einen Höchststand erreicht.

Die Behörden meldeten am Freitag innerhalb von 24 Stunden 195.542 neue Fälle, wie aus Daten der Universität Johns Hopkins (JHU) in Baltimore hervorging. Der bislang höchste Tageswert war erst am Vortag registriert worden und lag bei 187.833 Fällen.

Am Mittwoch hatten die USA nach Angaben der JHU die Marke von einer Viertelmillion bei der Zahl der Toten überschritten. Seit Beginn der Pandemie starben mehr als 254.400 Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2 - mehr als in jedem anderen Land der Welt. Am Freitag registrierten die Behörden 1878 Tote in Zusammenhang mit dem Virus. Insgesamt haben sich in dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern mehr als 11,9 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert.

++ Polizei muss mehrere Partys auflösen

(14.05 Uhr) Die Polizei hat in Mannheim und Heidelberg gleich mehrere Partys aufgelöst und mehrere Menschen wegen Verstoßes gegen die Corona-Regeln angezeigt. Die Betroffenen seien größtenteils uneinsichtig gewesen, teilte die Polizei am Samstag mit.

Am Freitagabend hatte es Hinweise auf eine größere Feier in Mannheim gegeben. Bei der Kontrolle trafen die Polizisten dann in der knapp 50 Quadratmeter großen Wohnung auf 23 Menschen, die einen Geburtstag feierten. Das Fest wurde beendet, die Gastgeberin und deren Gäste erwartet eine Anzeige.

Später erfuhren die Beamten von einer weiteren Party. „Die Gastgeberin gestand bereits an der Tür ihren Fehler ein und gewährte den Polizisten Zutritt in ihre Wohnung“, steht im Polizeibericht. 15 Gäste, die sich in einem Zimmer verbarrikadiert hatten, kamen schließlich heraus. Drei weitere versteckten sich auf dem Balkon und hinter einer Tür. Die Folge waren auch hier Anzeigen.

Fast zeitgleich lösten Beamte in Heidelberg eine Party im Keller eines Mehrfamilienhauses auf. Als die Feiernden die Polizisten sahen, versuchten sie sich in verschiedenen Räumen zu verstecken. Eine Kontrolle des Kellers ergab, dass sich drei Frauen unter einem Wäscheständer und ein Mann hinter einer Waschmaschine versteckt hielten. Neben dem Gastgeber müssen auch hier die Gäste mit einer Anzeige rechnen.

Im Verlauf der Nacht mussten nach Polizeiangaben noch vier weitere Feiern im Bereich Heidelberg und Mannheim aufgelöst werden.

++ Kretschmann besichtigt Probelauf von Impfzentrum in Ulm

(12.59 Uhr) In der Messe Ulm hat das Deutsche Rote Kreuz den Betrieb des dort geplanten Impfzentrums geprobt. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne), sowie Sozialminister Manne Lucha (Grüne) und Innenminister Thomas Strobl (CDU) ließen sich am Samstag den geplanten Aufbau und Ablauf des Zentrums zur Impfung eines Corona-Impfstoffs zeigen.

Das Sozialministerium hatte den DRK Kreisverband Ulm und den DRK Rettungsdienst Heidenheim-Ulm mit dem Probebetrieb beauftragt. In Ulm wurde nun getestet, ob der Ablauf wie geplant funktioniert, und wo möglicherweise nachgebessert werden muss. In Ulm sollen pro Stunde bis zu 120 Menschen geimpft werden können, wie Kreisverbandsarzt Bernd Kühlmuß vom DRK sagte.

++ Erste Standorte für Impfzentren sind bekannt

(10.37 Uhr) Erste Standorte für die von der grün-schwarzen Landesregierung geplanten großen Corona-Impfzentren in Baden-Württemberg sind bekannt. Es stehe fest, dass solche Zentren in den Messen in Ulm, Freiburg und Offenburg errichtet werden, sagte Sozialminister Manfred Lucha (Grüne). Die Verhandlungen mit den Kommunen über weitere Standorte stünden vor dem Abschluss.

Das Land will bis zum 15. Dezember in jedem der vier Regierungsbezirke zwei zentrale Impfzentren errichten. Lucha zufolge sollen diese das Personal von den Universitätskliniken in Freiburg, Heidelberg, Tübingen und Ulm beziehen. In einem zweiten Schritt sollen dann ein bis zwei Kreisimpfzentren pro Stadt- und Landkreis aufgebaut werden.

Mehr zur Impfstrategie in Baden-Württemberg lesen Sie hier.

++ Demos in Leipzig und anderen Städten gegen Auflagen

(09.14 Uhr) Zwei Wochen nach der teils chaotischen „Querdenken“-Demo stehen Leipzig am Samstag wieder zahlreiche Kundgebungen bevor.

In Leipzig soll wieder demonstriert werden.
In Leipzig soll wieder demonstriert werden. (Foto: Sebastian Kahnert / DPA)

Gegner der Corona-Politik haben laut Stadt eine Versammlung mit 250 Teilnehmern angemeldet. Dagegen regt sich lauter Protest: Allein das Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“ ruft zu drei Kundgebungen auf zentralen Plätzen der Stadt auf. Die Polizei wird nach eigenen Angaben mit einem Großaufgebot im Einsatz sein. Auch in zahlreichen anderen deutschen Städten mobilisieren Gegner von Corona-Auflagen sowie Gegendemonstranten für Samstag.

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