Corona-Newsblog: Das waren die wichtigsten Entwicklungen am Sonntag

Lesedauer: 26 Min
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Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI:

  • Aktuell Infizierte Baden-Württemberg: ca. 1.500 (34.399 Gesamt - ca. 31.200 Genesene - 1697 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg: 1697
  • Aktuell Infizierte Deutschland: ca. 9.770 (178.281 Gesamt - ca. 160.300 Genesene - 8216 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland: 8247

Das Wichtigste des Tages:

  • Frist verlängert: Erntehelfer dürfen bis Mitte Juni einreisen (19.50 Uhr)
  • Hotels und Pensionen dürfen in BaWü wieder öffnen (07.30 Uhr)
  • Weitere Lockerungen für Sport-Angebote ab 2. Juni (09.03 Uhr)
  • 32 Neuinfektionen in Baden-Württemberg (19.28 Uhr)
  • Kommunen im Südwesten schlagen wegen Finanzierung Alarm (08.14 Uhr)
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Das war's für heute. Wir wünschen eine gute Nacht und sind morgen Früh auf Schwäbische.de wieder mit einem neuen Corona-Newsblog am Start.

++ Bahn verstärkt ihr Zug-Angebot

(22.28 Uhr) Wegen massiver Einbrüche bei den Fahrgastzahlen hat die Deutsche Bahn in der Corona-Krise ihr Angebot heruntergefahren. Nun will sie die Kapazitäten sowohl im Fern- als auch im Regionalverkehr allmählich wieder hochfahren und sich dem Normalfahrplan weiter annähern. Wie genau sie dabei vorgeht, will der für den Personenverkehr verantwortliche Bahnvorstand Berthold Huber am Montag erklären.

++ Wenig Hoffnung auf schnelle Erholung in Metall- und Elektroindustrie

(21.32 Uhr) Die Coronakrise hat die Metall- und Elektroindustrie im Kreis Biberach hart getroffen. Das geht aus der Frühjahrs-Konjunkturumfrage des Arbeitgeberverbands Südwestmetall hervor.

Demnach sind 82 Prozent der Mitgliedsfirmen im Kreis Biberach in Kurzarbeit – und damit ein höherer Prozentsatz als im gesamten Südwestmetall-Bezirk Ulm (68 Prozent). Die Stimmung in den Chefetagen pendle zwischen Verzweiflung und vorsichtigem Optimismus, sagt Südwestmetall-Geschäftsführer Götz Maier.

Kurzarbeit ist deshalb derzeit das Mittel der Wahl. Auch die Zahl der Zeitarbeiter nahm im Kreis Biberach in der M&E-Industrie im ersten Quartal um 21 Prozent ab. Um die Corona-Verluste abzufangen wird aber auch das nicht reichen. „Immer mehr Firmen sagen, dass sie Arbeitsplätze abbauen wollen“, erläutert Maier.

Erste Entlassungen habe es im Kreis Biberach bereits gegeben. Und auch die Kurzarbeit sei ein zweischneidiges Schwert. Hier lesen Sie mehr. 

++ Frist verlängert: Erntehelfer dürfen bis Mitte Juni einreisen

(19.50 Uhr) Ausländische Saisonarbeitskräfte für die Landwirtschaft dürfen noch länger nach Deutschland einreisen als bislang geplant. Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) habe sich mit Innenminister Horst Seehofer (CSU) „auf die Fortführung der bestehenden Regelung für die Einreise ausländischer Saisonarbeitskräfte bis zum 15. Juni geeinigt“, teilte das Landwirtschaftsministerium in Berlin mit. Das Konzept wäre Ende Mai ausgelaufen.

Die Auflagen für den Gesundheits-, Arbeits- und Infektionsschutz blieben bestehen, ebenso wie das Kontingent von insgesamt 80.000 Arbeitskräften, hieß es weiter. Dieses sei aktuell nicht ausgeschöpft, bislang seien nur 33.000 Saisonarbeiter eingereist.

Mitte Juni soll die Situation „im Lichte des aktuellen Infektionsgeschehens grundsätzlich neu“ bewertet werden, hieß es weiter. Die Landwirte bräuchten Planungssicherheit, sagte Klöckner. Die Bundesregierung hatte Anfang April wegen drohender Engpässe in der Landwirtschaft die Einreise von bis zu 80.000 ausländischen Saisonkräfte in den Monaten April und Mai erlaubt.

++ 32 Neuinfektionen in Baden-Württemberg 

(19.28 Uhr) Aktuell sind geschätzt noch 1563 Menschen im Südwesten mit dem Coronavirus infiziert. Das meldet das Sozialministerium in Stuttgart. Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten ist in Baden-Württemberg auf mindestens 34.399 gestiegen. Das waren 32 mehr als am Vortag.

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem neuartigen Virus stieg um einen auf 1697. Etwa 31.139 Menschen sind von ihrer Infektion wieder genesen. Die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen lag im landesweiten Schnitt bei 3,4 je 100.000 Einwohner.

Im Schnitt steckt eine Person im Südwesten 0,81 Personen mit dem Virus an. Diese sogenannte Reproduktionszahl wird vom Robert Koch-Institut angegeben. Das bedeutet, dass ein mit dem Erreger Infizierter durchschnittlich weniger als eine weitere Person ansteckt.

++ Trennscheiben sollen Busfahrer vor Infektion schützen 

(18.44 Uhr) Mit Trennscheiben sollen Busfahrer künftig vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus geschützt werden. Damit soll die coronabedingte Sperrung des Einstiegs und des Ticketkaufs beim Fahrer für die Fahrgäste gelockert werden. Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) will die Schutzvorrichtung am Montag in Sinsheim (Rhein-Neckar-Kreis) vorstellen. Das Land Baden-Württemberg fördert deren Einbau und arbeitet laut Hermann an einer entsprechenden Richtlinie.

++ Deutlich weniger Teilnehmer bei Demos

(17.52 Uhr) Dieses Wochenende haben deutlich weniger Menschen an Demonstrationen gegen die in der Corona-Pandemie verhängten Einschränkungen protestiert. Die Proteste verliefen größtenteils friedlich.

Unter strengen Auflagen hat die AfD in Stuttgart gegen die Corona-Beschränkungen demonstriert. Unter anderem durften nur bis zu 100 Menschen teilnehmen.

Auf dem weiträumig von der Polizei gesicherten Platz warf die AfD-Landesvorsitzende Alice Weidel der Bundesregierung vor, aus allen Kritikern Verschwörungsanhänger zu machen. Die Kundgebung verlief trotz zahlreicher lautstarker Gegendemonstranten friedlich.

Nach Kundgebungsende formierten laut Polizei Gegendemonstranten aus dem "linken Spektrum" einen Spontanaufzug, um dort lautstark gegen die Veranstaltung der AfD zu protestieren. Vorübergehend blockierten dort mehr als 200 Menschen den Planietunnel.

++ Verdacht auf Corona: Test abgelehnt?

(14.36 Uhr) Eine Erzieherin aus dem Bodenseekreis hat Mitte April starke Symptome einer Grippe oder aber von Corona gehabt, wollte sich testen lassen, das aber wurde abgelehnt. Als Erzieherin versteht sie diese Haltung nicht. „Er hat nur gesagt, dass es sich bei mir um einen grippalen Effekt handele. Ich durfte die Praxis nicht betreten“. Der Arzt sollte Recht behalten, die Sorgen der Erzieherin aber blieben. 

Die Erzieherin, die mittlerweile wieder gesund ist, kann sich die Ablehnung eines Tests dennoch nicht erklären, zumal sie zur Risikogruppe aufgrund von Vorerkankungen gehöre. 

Aufgrund einiger Rückmeldungen aus dem Kreis unserer Leser und dem geschilderten Fall der Erzieherin, die nicht getestet wurde, haben wir dem Landkreis einige Fragen gestellt. Beantwortet wurden sie vom Sprecher des Landkreises, Robert Schwarz. Hier lesen Sie die wichtigsten Fragen und Antworten.

++ DLRG rät von Baden und Schwimmen in Freigewässern ab

(13.53 Uhr) Der Sommer rückt näher, viele Menschen möchten schwimmen gehen. Doch noch sind die Freibäder zu. SZ-Volontärin Christina Mikalo hat mit Thomas Hauser von der Tuttlinger Ortsgruppe der Deutschen-Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) gesprochen. Er verrät, warum man nicht auf Gewässer im Freien umsteigen sollte.

"Im Moment sind aufgrund der aktuellen Situation die bewachten Badebereiche noch gesperrt", sagt Hauser. "Geht man an anderen Stellen von Flüssen, Bächen und Seen baden, läuft man Gefahr, sich zu verletzen. Es ist zwar rechtlich nicht verboten, dennoch raten wir als DLRG vom sogenanntem Wildbaden dringend ab. Häufig lauern in Seen und anderen Gewässern große Gefahren. Man kann leider oft nicht abschätzen, wie tief das Wasser ist und ob nicht ein Stein oder ein anderer Gegenstand für eine hohe Verletzungsgefahr sorgen kann." Hier lesen Sie das ganze Interview.

„Eine Durchführung des Wachdienstes an Seen und somit die Präsenz vor Ort kann derzeit nicht gewährleistet werden“, hatte bereits Eberhard Metzger, Leiter Einsatz des DRLG-Landesverbands Württemberg, laut einer Mitteilung am Mittwoch in Stuttgart betont. Die Einsatzkräfte seien in Notfällen einsatzbereit. Man hoffe jedoch, dass diese nur in wirklich unvermeidbaren Notsituationen gerufen werden müssten.

++ Thüringen; Ramelow begründet Aufhebung der Einschränkungen mit ihrem Erfolg

(12.00 Uhr) Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hat das geplante Ende der allgemeinen Corona-Beschränkungen in seinem Bundesland mit der aktuellen Infektionslage begründet.

"Wir haben im März auf der Grundlage von Schätzungen von 60.000 Infizierten entschieden - jetzt haben wir aktuell 245 Infizierte", sagte der Linke-Politiker der "Bild am Sonntag" zur Situation in Thüringen. "Der Erfolg gibt uns mit den harten Maßnahmen recht - zwingt uns nun aber auch zu realistischen Konsequenzen und zum Handeln. Und das heißt: Für Thüringen empfehle ich die Aufhebung der Maßnahmen."

Ramelow hatte angekündigt, vom 6. Juni an auf allgemeine, landesweit gültige Corona-Schutzvorschriften verzichten zu wollen. Damit würden landesweite Regeln zu Mindestabständen, dem Tragen von Mund-Nasen-Schutz sowie Kontaktbeschränkungen nicht mehr gelten. Anstatt dieser Vorgaben soll es dann regionale Maßnahmen abhängig vom Infektionsgeschehen vor Ort geben. Dafür ist ein Grenzwert von 35 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche im Gespräch.

In Baden-Württemberg will man den Thüringer Weg vorerst nicht einschlagen. Innenminister Thomas Strobl (CDU) sagte der "Bild am Sonntag": "Ich bin dankbar für jede Lockerung, die wir verantworten können. Aber wir müssen umsichtig und vorsichtig sein." Das Virus sei noch unter uns, die Gefahr noch nicht gebannt. "Wir dürfen die erzielten Erfolge im Kampf gegen die Seuche nicht fahrlässig aufs Spiel setzen." Hier lesen Sie mehr.

++ Experten warnen vor zweiter Infektionswelle

(11.24 Uhr) Mit Blick auf fortschreitende Lockerungen und die bevorstehende Urlaubszeit erinnern Experten an das Risiko eines erneuten Anstiegs von Corona-Neuinfektionen.

Aktuell sähen die Infektionszahlen zwar gut aus, sagte der Arzt und Gesundheitsforscher Max Geraedts von der Universität Marburg der Deutschen Presse-Agentur dpa. Wenn Menschen jedoch wieder vielerorts eng zusammenkämen, etwa in Bars, könnte das dennoch ausreichen, "um wieder einen starken Anstieg loszutreten".

Gerade die Reisezeit berge zudem das Risiko, dass sich das Virus noch flächendeckender ausbreite als bislang schon, erklärte Geraedts - also auch an Orte, die bislang verhältnismäßig verschont geblieben sind.

Auch Hajo Zeeb vom Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie in Bremen erklärte: "Wenn man sich veranschaulicht, dass nur ein sehr geringer Bevölkerungsanteil bisher immun sein dürfte, so ist klar, dass das Virus sich schnell auch wieder ausbreiten kann, wenn die Bedingungen dafür stimmen."

Gleichzeitig verwies auch er darauf, dass die Infektionszahlen derzeit nicht nur in Deutschland, sondern auch in Reiseländern im Mittelmeerraum glücklicherweise rückläufig seien.

++ Heidelberg geht bei Kinder-Notbetreuung eigenen Weg

(10.24 Uhr) Als landesweit erste Gemeinde will die Stadt Heidelberg Eltern bei der Betreuung der Grundschüler deutlich entlasten. Weil viele der nach der Corona-Zwangspause wieder unterrichteten Viertklässler nur zwei Stunden am Tag die Schulbank drücken, soll ein pädagogischer Dienstleister von diesem Montag an die Betreuung mitübernehmen.

So soll die bisherige Notbetreuung von allen Kindern, deren Eltern unabkömmlich sind oder deren Wohl gefährdet ist, bis 17.00 Uhr genutzt werden können, erläuterte ein Stadtsprecher. Bislang habe es dafür nicht genügend Plätze gegeben.

Vom grünen Licht des Kultusministeriums hängt nach Angaben des Stadtsprechers ab, ob — wie geplant — mit Hilfe der kommunalen Fachkräfte alle Viertklässler zumindest bis zur Mittagspause verlässlich betreut werden können. 

So könnten wenigstens Menschen mit Halbtagsjobs wieder arbeiten gehen. Das aus der Stadtkasse finanzierte Angebot soll an allen 18 Grundschulen in der Stadt aufgebaut werden. Laut Gemeindetag ist Heidelberg mit dieser Initiative Vorreiter im Land.

++ Jobcenter-Leiter: "Für viele sind die Einschnitte gewaltig".

(09.50 Uhr) Das Jobcenter Biberach verzeichnet innerhalb der ersten sieben Wochen der Corona-Krise 530 Erstanträge im Bereich Arbeitslosengeld II, auch Hartz IV, genannt. Diese Zahl ist enorm und macht deutlich, welch schwerwiegende finanziellen Folgen die Krise für viele Menschen hat.

Die Mitarbeiter versuchen täglich, diese Herausforderung zu meistern. Schwäbische-Redakteurin Tanja Bosch hat mit Harald Lämmle, dem Leiter des Jobcenter, über die aktuelle Situation gesprochen. Er mahnt: "Für viele sind die Einschnitte gewaltig". Es müsse sichergestellt werden, "dass alle Menschen ihren Lebensunterhalt bestreiten können". Das Interview lesen Sie hier.

++ Weitere Lockerungen für Sport-Angebote ab 2. Juni

(09.03 Uhr) Ab 2. Juni sind auch Indoor-Sportangebote unter Auflagen in Baden-Württemberg wieder möglich. Auch Schwimmbädern dürfen dann für Schwimmkurse und den Schwimmunterricht sowie für das Training im Vereinssport wieder öffnen. Das hat die Landesregierung von Baden-Württemberg in einer Notverkündung beschlossen. 

Mei entsprechenden Hygiene-Auflagen können somit Fitnessstudios, Yogastudios, Tanzschulen und viele weitere Einrichtungen ab dem 2. Juni den Betrieb wieder aufnehmen. Es darf nur individuell oder in Gruppen von maximal zehn Personen trainiert werden. Dabei muss einer Person eine Fläche von 40 Quadratmetern zur Verfügung stehen.

Eine Ausnahme bildet hier das Training an einem Gerät oder auf einer Matte, bei dem der Standort beibehalten wird. In diesem Fall können auch größere Trainings- und Übungsgruppen gebildet werden, und die Flächenvorgabe reduziert sich auf mindestens zehn Quadratmeter pro Person. Im Indoor-Sport ist hochintensives Ausdauertraining aber weiterhin untersagt.

Für Schwimmkurse, Schwimmunterricht, zur Prüfungsvorbereitung insbesondere auf die fachpraktische Prüfung für das Sport-Abitur sowie für Trainingseinheiten für Sportvereine können Schwimmbäder wieder geöffnet werden. Dabei gilt ebenfalls, dass maximal zehn Personen gleichzeitig am Schwimmunterricht teilnehmen beziehungsweise trainieren dürfen. Das Abstandsgebot von 1,5 Metern muss ebenso eingehalten werden, deshalb darf jede Bahn nur von maximal drei Personen gleichzeitig benutzt werden.

++ Kommunen im Südwesten schlagen Alarm

(08.14 Uhr) Die baden-württembergischen Kommunen fordern wegen der Coronakrise eine erhebliche finanzielle Unterstützung vom Land. Landkreistag und Gemeindetag verwiesen am Wochenende noch einmal auf sinkende Steuereinnahmen und steigende Ausgaben wegen des Coronavirus.

An diesem Montag beginnen die Gespräche zwischen dem Land und den Kommunen übers Geld. Sie werden von Landesseite von Finanzministerin Edith Sitzmann (Grüne) geleitet.

Der Hauptgeschäftsführer des Landkreistags, Alexis von Komorowski, sagte, die Kommunen müssten weiter in Schulen, öffentliche Busse und Bahnen, Krankenhäuser und den Klimaschutz investieren können — auch, um die heimische Wirtschaft zu stützen. Gemeindetagspräsident Roger Kehle fügte hinzu, wenn die Kommunen gezwungen seien, ihre Investitionen herunterzufahren, habe das schwerwiegende Folgen für die Wirtschaft.

Die jüngste Steuerschätzung für Baden-Württemberg hatte ergeben, dass die Kommunen in diesem Jahr mit 3,6 Milliarden Euro weniger Steuereinnahmen rechnen müssen als im Herbst 2019 prognostiziert worden war. Der Einbruch sei insbesondere auf die rückläufige Gewerbesteuer zurückzuführen. 2021 müssen Gemeinden, Städte und Kreise mit einem Rückgang von rund 2,3 Milliarden Euro kalkulieren.

Das Land hat den Kommunen bereits eine Soforthilfe von rund 200 Millionen Euro gezahlt, um erste Coronakosten abfedern zu können.

++ Hotels und Pensionen dürfen in BaWü wieder öffnen

(07.30 Uhr) In Baden-Württemberg dürfen Hotels, Pensionen und andere Unterkünfte nach den coronabedingten Beschränkungen ab dem 29. Mai vollständig wieder öffnen. Eine entsprechende Verordnung für sogenannte Beherbergungsbetriebe, zu denen auch Ferienwohnungen, Campingplätze und Wohnmobilstellplätze zählen, beschloss die Landesregierung am Samstag, wie das baden-württembergische Wirtschaftsministerium mitteilte.

Bereits seit dem 18. Mai durften in Baden-Württemberg Wohnmobilstellplätze, Campingplätze und Ferienwohnungen öffnen - allerdings mussten Sanitärbereiche und andere Gemeinschaftseinrichtungen geschlossen bleiben. Die nun beschlossene Verordnung gelte für alle Beherbergungsbetriebe mit Gemeinschaftseinrichtungen.

Darin ist etwa ein Mindestabstand unter den Gästen vorgeschrieben. Zudem sollen alle Personen ab sechs Jahren an der Rezeption, aber auch in Fluren, Treppenhäusern und "sonstigen Verkehrsflächen" eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen.

Die Zimmer können gemäß der neuen Verordnung mit bis zu fünf Personen aus unterschiedlichen Haushalten oder mit beliebig vielen Personen aus dem gleichen Haushalt belegt werden. Auch zur Reinigung der Zimmer gebe es Vorgaben, hieß es. Hier lesen Sie mehr.

++ Blick in die Region

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Das waren die letzten Meldungen von Samstag:

++ 57 Neuinfektionen im Südwesten

(18.18 Uhr) Dem baden-württembergischen Gesundheitsministerium wurden heute weitere 57 bestätigte Infektionen gemeldet. Damit steigt die Zahl der seit Beginn der Pandemie Infizierten auf mindestens 34.367 an. Davon sind ungefähr 30.995 Personen bereits wieder von ihrer Covid-19-Erkrankung genesen.

Die Reproduktionszahl wird vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit R 0,50 angegeben. Sie ist die Anzahl der Personen, die im Durchschnitt von einer infizierten Person angesteckt werden.

Die sogenannte 7-Tage-Inzidenz wurde als Messzahl für eine Bewertung des Infektionsgeschehens und entsprechender Kontrollmaßnahmen festgelegt. Sie entspricht der Anzahl der in den letzten sieben Tagen neu gemeldeten Fälle pro 100.000 Einwohner und liegt für Baden-Württemberg aktuell im Durchschnitt bei 3,4.

++ Rentenversicherung: Krise lässt Reserve sinken 

(17.54 Uhr) Infolge der Corona-Krise sinkt nach einer Schätzung der Rentenversicherung die Rücklage der Rentenkasse. Die Versicherung sieht aber begrenzte Auswirkungen durch die Krise, da auch während des Bezugs von Kurzarbeitergeld und Arbeitslosengeld I Beiträge zur Rentenversicherung gezahlt würden. Wie die Deutsche Rentenversicherung mitteilte, geht die Rücklage nach ersten Schätzungen bis Ende des Jahres um rund ein Zehntel auf dann rund 36 Milliarden Euro zurück.

Diese Werte seien aber angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen noch mit großen Unsicherheiten behaftet und könnten sich noch verändern. Belastbare Vorausberechnungen über das Jahr 2020 hinaus seien zurzeit noch nicht möglich.

Das Wichtigste von Samstag:

  • AfD-Demo darf doch stattfinden - VGH kippt Stuttgarter Verbot (16.16 Uhr)

  • BaWü will Thüringens Corona-Vorstoß nicht folgen (16.53 Uhr)

  • Medizinische Schutzmasken ausgerechnet jetzt knapp (13.50 Uhr)

  • EU-Staaten legen Gegenentwurf zu Merkel-Macron-Plan vor (11.32 Uhr)

  • Erstmals kleine Erfolge mit getestetem Corona-Impfstoff (9.45 Uhr)

+++ Hier geht es zum Newsblog von Samstag +++

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Unsere Daten und Zahlen beziehen wir aus folgenden Quellen:

Dashboard RKI¹, Johns-Hopkins-University², Worldometer³, Ministerium für Soziales und Integration Baden Württemberg⁴, WHO⁵

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