Corona-Newsblog: Das waren die wichtigsten Entwicklungen am Samstag

Lesedauer: 18 Min
Digital-Redakteur
Deutsche Presse-Agentur
Agence France-Presse

Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹:

  • Aktuell nachgewiesen Infizierte Baden-Württemberg: ca. 8.226 (58.653 Gesamt - ca. 48.500 Genesene - 1.927 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg: 1.927
  • Aktuell nachgewiesen Infizierte Deutschland: ca. 56.020 (356.387 Gesamt - ca. 290.600 Genesene - 9.767 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland: 9.767
Durch Meldeverzug und die aufwändige Datenverarbeitung kann es Abweichungen zwischen den hier gemeldeten Zahlen und Meldungen von einzelnen Landkreisen geben.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • 20 Städte und Landkreise in Bayern erreichen Corona-Warnwert (15.39 Uhr)
  • Kretschmann warnt vor neuem strengeren Regeln — höchste Alarmstufe gilt ab Montag (15.06 Uhr)
  • 7830 Corona-Neuinfektionen in Deutschland — Neuer Höchstwert (09.29 Uhr)
  • Städtebund: Kita-Schließungen auch bei steigenden Corona-Zahlen keine Option (07.40 Uhr)

Das war's für heute. Vielen Dank fürs Lesen. Morgen versorgen wir Sie wieder mit den wichtigsten Meldungen zur aktuellen Corona-Lage.

++ Bundespräsident Steinmeier negativ auf Coronavirus getestet

(17.56 Uhr) Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist negativ auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte eine Sprecherin des Bundespräsidialamtes in Berlin am Samstag mit, nachdem Steinmeier sich zuvor wegen der Infektion eines Personenschützers in Quarantäne begeben hatte.

Der Bundespräsident bleibe selbstverständlich weiter in Quarantäne, in den kommenden Tagen seien weitere Tests geplant.

++ Norditalienische Region Lombardei verhängt striktere Corona-Maßnahmen

(16.56 Uhr) Wegen steigender Corona-Infektionszahlen haben die Behörden der norditalienischen Region Lombardei eine Sperrstunde für Bars und Restaurants ab Mitternacht eingeführt.

Die neuen Maßnahmen sehen auch ein Verbot für den Verkauf von Speisen zum Mitnehmen und für Alkohol ab 18.00 Uhr vor. Es dürfen keine Amateursport-Events mehr stattfinden. Die Maßnahmen gelten ab Samstag und zunächst bis zum 6. November.

Betreiber von Bars dürfen den Maßnahmen zufolge ab 18.00 Uhr nur noch Kunden bedienen, die an einem Tisch sitzen. Menschen in Altersheimen dürfen von ihren Angehörigen nur noch besucht werden, wenn diese eine Genehmigung der Gesundheitsbehörden vorweisen können. Die neuen Regelungen sollen von der Polizei überwacht werden.

Italien hat am Freitag die Grenze von 10.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden überschritten. Die Lombardei ist die am stärksten betroffene Region des Landes. In der vergangenen Woche hatte die italienische Regierung eine Maskenpflicht im Freien verhängt und den Ausnahmezustand bis zum 31. Januar verlängert.

Italienischen Medienberichten zufolge erwägt Ministerpräsident Giuseppe Conte auch, eine nächtliche Ausgangssperre ähnlich wie in einer Reihe von Städten in Frankreich einzuführen.

++ 20 Städte und Landkreise in Bayern erreichen Corona-Warnwert

(15.39 Uhr) 20 Städte und Landkreise im Freistaat Bayern haben nach den jüngsten Daten vom Samstag inzwischen den kritischen Corona-Warnwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen überschritten.

22 weitere haben den Frühwarnwert von mehr als 35 erreicht, wie aus der Statistik des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) hervorgeht. Angeführt wird die Liste vom Landkreis Berchtesgadener Land mit einem Wert von 149,16, gefolgt von der Stadt Weiden in der Oberpfalz mit 105,28.

Insgesamt haben sich den Daten zufolge inzwischen bereits 78.187 Menschen im Freistaat mit dem Coronavirus infiziert; 2.711 sind gestorben. Als genesen gelten 66.310 Menschen.

Wegen der in vielen Regionen stark steigenden Corona-Infektionszahlen gelten in weiten Teilen Bayerns ab diesem Samstag deutlich schärfere Auflagen, etwa eine erweiterte Maskenpflicht.

++ Bundespräsident Steinmeier in Quarantäne - Personenschützer infiziert

(15.15 Uhr) Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich am Samstag in Quarantäne begeben, weil einer seiner Personenschützer mit dem Coronavirus infiziert ist.

Das teilte eine Sprecherin des Bundespräsidialamts am Samstag in Berlin mit. Steinmeier habe sich ebenfalls einem Test unterzogen, dessen Ergebnis noch nicht vorlag.

++ Kretschmann warnt vor strengeren Regeln — Landesregierung ruft höchste Alarmstufe ab Montag aus

(15.06 Uhr) Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat die Bevölkerung angesichts der dramatischen Entwicklung der Corona-Pandemie vor einem erneuten "Lockdown" und drastischen Einschränkungen des Alltags gewarnt.

Am Samstag beschloss das grün-schwarze Kabinett die Ausrufung der höchsten Corona-Warnstufe, die eine verschärfte Maskenpflicht in der Öffentlichkeit und weitere Kontaktbeschränkungen ab Montag mit sich bringt.

Wenn diese Einschränkungen über sieben bis zehn Tage nicht wirkten, werde man die Maßnahmen verschärfen und etwa die Treffen im öffentlichen Raum drastisch einschränken, sagte der Grünen-Politiker.

„Das muss jedem klar sein: Wenn das nicht geht, dann werden wir zum Schluss sehr viel härter Maßnahmen ergreifen müssen, die dann auch tiefer ins Arbeitsleben eingreifen.“

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++ Mecklenburg-Vorpommern hebt Quarantänepflicht im Tourismus auf

(13.43 Uhr) Mecklenburg-Vorpommern gibt seinen harten Kurs beim Beherbergungsverbot für Gäste aus Corona-Risikogebieten auf. Nach wochenlangem Streit und wenige Tage vor einem dazu erwarteten Gerichtsurteil einigten sich Landesregierung und Tourismusbranche am Samstag darauf, dass für Urlaub im Nordosten von Mittwoch an ein aktueller negativer Corona-Test ausreicht.

Die bislang geforderte mehrtägige Quarantäne und ein folgender zweiter Test entfallen somit.

++ Kanzlerin Merkel appelliert an Bürger – Bitte bleiben Sie, wenn möglich zuhause

(12.29 Uhr) Kanzlerin Angela Merkel hat sich mit einem eindringlichen Appell an die Bürger gewandt. Angesichts der immer weiter steigenden Infektionszahlen fordert sie alle auf, wenn möglich zuhause zu bleiben, auf Reisen zu verzichten und die Kontakte zu beschränken.

++ Tanzverbot und Maskenpflicht in Gaststätte in Göppingen missachtet

(10.45 Uhr) In einer Gaststätte in Göppingen haben mehrere Menschen das Tanzverbot und die Maskenpflicht missachtet. In der Nacht zu Samstag sei eine Anzeige wegen Ruhestörung eingegangen, teilte die Polizei mit.

Bei der Kontrolle stellten die Polizisten fest, dass sich zwölf Menschen in der Bar aufhielten, acht von ihnen tanzten und trugen keinen Mund-Nasen-Schutz. Der Gastwirt konnte zudem keine Kontaktliste vorlegen. Die Beamten brachten die Verstöße gegen die Hygienevorschriften zur Anzeige.

++ 7830 Corona-Neuinfektionen in Deutschland — Neuer Höchstwert

(09.29 Uhr) Die Gesundheitsämter in Deutschland haben 7830 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet, mehr als je zuvor seit Beginn der Pandemie.

Das geht aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Samstagmorgen hervor. Am Vortag war mit 7334 neuen Fällen der bis dato höchste Wert registriert worden. In der vergangenen Woche meldete das RKI am Samstag 4721 Neuinfektionen. Die jetzigen Werte sind nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird — und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden.

Experten zufolge sind die neu gemeldeten Infektionen wegen der Zeit zwischen Ansteckung, Test, Ergebnis und Meldung ein Hinweis darauf, wie stark das Virus vor etwa einer Woche in der Gesellschaft unterwegs war. Deshalb dauert es auch, bis sich politische Maßnahmen in den Meldezahlen niederschlagen könnten.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Freitag bei 1,22 (Vortag: 1,08). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel rund 1,2 weitere Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 1,30 (Vortag: 1,22). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

++ Städtebund: Kita-Schließungen auch bei steigenden Corona-Zahlen keine Option

(07.40 Uhr) Erneute Kita-Schließungen sind aus Sicht des Deutschen Städte- und Gemeindebunds (DStGB) auch bei einer Beschleunigung der Corona-Pandemie keine Option.

„Wir müssen alles Notwendige dafür tun, dass auch die Kindertagesbetreuung gesichert bleibt“, sagte DStGB-Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der „Passauer Neuen Presse“ (Samstagsausgabe). Angesichts steigender Infektionszahlen warnte Landsberg, dass es in diesem Bereich zu einer Häufung von Ansteckungen kommen könnte.

Erzieher müssten nun besonders unterstützt werden, sagte Landsberg. Nötig sei ein Konzept „mit nach Möglichkeit einheitlichen Regelungen und Maßnahmen in den Bundesländern“.

Um den gestiegenen Anforderungen bei der Umsetzung von Hygienevorgaben und Regelungen gerade im Kita-Alltag gerecht werden zu können, schlug Landsberg sogenannte Alltagshelfer vor, „zusätzliche Hilfskräfte im nicht-pädagogischen Bereich“, die die Erzieher in den Kitas bei alltäglichen, nicht pädagogischen Arbeiten unterstützen. Sie sollten durch die Länder koordiniert und finanziert werden. 

Das waren die letzten Meldungen von Freitag:

++ Frankreich geht angesichts explodierender Corona-Zahlen in den Teil-Lockdown

(21.39 Uhr) Angesichts explodierender Zahlen bei den Corona-Neuinfektionen geht Frankreich in den Teil-Lockdown. Ab dem Wochenende dürfen die Menschen in Paris und acht weiteren Corona-Hotspots ihre Häuser zwischen 21.00 Uhr und sechs Uhr morgens nicht mehr verlassen. Ausnahmen etwa für den Kultursektor lehnte Premierminister Jean Castex am Freitag ab. Im französischen Grenzgebiet zu Deutschland sorgte die Einstufung als Risikogebiet für Unruhe.

„Jeder muss ab 21.00 Uhr zuhause sein“, sagte Regierungschef Castex zu den neuen Ausgangssperren für die Ballungsräume Paris, Marseille, Lyon, Lille, Rouen, Saint-Etienne, Grenoble, Toulouse und Montpellier. Ausnahmen gibt es für Fahrten zur Arbeit, medizinische Gründe, das Ausführen eines Hundes oder die Pflege eines Angehörigen. Wirtschaftsminister Bruno Le Maire sagte, dies komme die Wirtschaft weniger teuer zu stehen als ein landesweiter Lockdown.

Frankreichs Kulturministerin Roselyne Bachelot hatte zuvor Ausnahmen für Kinos, Theater und Konzertsäle als denkbar bezeichnet und damit Hoffnungen geweckt. Die Kultureinrichtungen müssen in den betroffenen Städten nun aber ebenso um 21.00 Uhr schließen wie Restaurants.

Frankreich meldete am Freitagabend mehr als 25.000 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages, am Vortag waren es sogar mehr als 30.000 gewesen. Die Zahl der Corona-Toten stieg am Freitag um 122 auf insgesamt 33.303 seit Beginn der Pandemie.

Die neuen Ausgangssperren sind in Frankreich die härteste Maßnahme seit Ende des landesweiten Lockdowns am 11. Mai. Premier Castex betonte beim Besuch in der Universitätsklinik Lille, damit wolle die Regierung den Krankenhäusern helfen, die in der zweiten Corona-Welle wieder unter Druck geraten.

++ Oberverwaltungsgericht stoppt Beherbergungsverbot in Brandenburg 

(21.35 Uhr) Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hat das Beherbergungsverbot in Brandenburg für Gäste aus Corona-Hotspots zunächst gestoppt. Das Gericht habe zwei Eilanträgen stattgegeben, teilte es am Freitagabend mit. Damit ist das Übernachtungsverbot in Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen und Campingplätzen für Besucher aus Regionen in Deutschland mit über 50 neuen Infektionen je 100.000 Einwohnern in einer Woche vorläufig außer Kraft gesetzt. Ein Hotel und eine Vermieterin von Ferienwohnungen hatten sich mit Eilanträgen gegen die Verordnung gewandt. Eine der Antragstellerinnen reichte auch eine Klage ein.

Das Beherbergungsverbot sei voraussichtlich unverhältnismäßig, begründete das Gericht die Entscheidung. Die zu erwartende Eindämmung des Infektionsgeschehens stehe in keinem angemessenen Verhältnis zu den Einschränkungen, die das Hotel und die Vermieterin hinnehmen müssten. Auch die durch die Verfassung geschützte allgemeine Handlungsfreiheit der Urlauber werde zu stark eingeschränkt.

++ 1198 neue Corona-Infektionen in Baden-Württemberg 

(20.35 Uhr) Die Zahl der Coronavirus-Infektionen in Baden-Württemberg nimmt weiter deutlich zu. Im Vergleich zum Vortag kamen 1198 hinzu, wie das Landesgesundheitsamt am Freitag mitteilte. Damit liegt die Zahl der bestätigten Fälle nun bei 58.640 (Stand: 16.00 Uhr). Die Zahl der im Zusammenhang mit dem Virus Gestorbenen stieg um 7 auf 1927. Als genesen gelten laut Behörde 47.818 Menschen - 392 mehr als am Dienstag.

Im Schnitt haben sich in den vergangenen sieben Tagen 42,2 Personen pro 100.000 Einwohner mit dem Virus angesteckt. Im Landkreis Esslingen war der sogenannte Inzidenzwert mit 89,3 am höchsten. In Stuttgart ging er leicht auf 79,6 zurück. Über der kritischen Schwelle von 50 lagen auch der Alb-Donau-Kreis (51,2) die Landkreise Ludwigsburg (67,7), Schwäbisch Hall (54,4), Tübingen (66) sowie der Schwarzwald-Baar-Kreis (61,2). Auch die Städte Mannheim (58,3), Baden-Baden (54,4), Heilbronn (74,3) und Ulm (50,5) überschritten den Wert.

+++ Hier geht es zum gesamten Newsblog vom Freitag +++

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