Corona-Newsblog: Das waren die wichtigsten Entwicklungen am Montag

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Deutsche Presse-Agentur

Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹:

  • Aktuell nachgewiesene Infizierte Baden-Württemberg: ca. 15.894 (306.322 Gesamt - ca. 282.648 Genesene - 7.780 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg: 7.780
  • Sieben-Tage-Inzidenz Baden-Württemberg: 46,8
  • Aktuell nachgewiesene Infizierte Deutschland: ca. 145.200 (2.338.987 Gesamt - ca. 2.128.000 Genesene - 65.076 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland: 65.076
  • Sieben-Tage-Inzidenz Deutschland: 58,9

Das Wichtigste auf einen Blick: 

  • Laschet: Nicht immer neue Grenzwerte erfinden (21.12 Uhr)
  • Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten weiter leicht gesunken (19.10 Uhr)
  • Karl Lauterbach will sich nicht einschüchtern lassen (16.41 Uhr)
  • EU will veränderte Impfstoffe schneller zulassen (17.47 Uhr)
  • Corona-Kontrolle führt zu illegalem Spielcasino in Geschäftshaus (15.54 Uhr)
  • Tirol vermeldet mehr als 300 bestätigte Corona-Fälle mit Südafrika-Mutante (15.02 Uhr)

Aktuelle Ausgangssperren in den Landkreisen von 21 bis 5 Uhr:

Tuttlingen/Schwäbisch Hall/Biberach/Ravensburg

++ Laschet: Nicht immer neue Grenzwerte erfinden

(21.12 Uhr) Der neue CDU-Bundesvorsitzende Armin Laschet hat sich eindringlich gegen eine Bevormundung der Bürger im Kampf gegen die Corona-Pandemie ausgesprochen.

„Populär ist glaube ich immer noch die Haltung, alles verbieten, streng sein, die Bürger behandeln wie unmündige Kinder“, sagte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident beim digitalen Neujahrsempfang des baden-württembergischen Landesverbands des CDU-Wirtschaftsrats.

Das trage aber nicht auf Dauer, sagte Laschet. Man müsse das Virus und seine Mutationen zwar ernst nehmen. Aber man müsse zu einer abwägenden Position zurückkommen. Kinder, die monatelang nicht in Schule oder Kita gehen, erlitten vielleicht Schaden fürs ganze Leben.

Laschet warnte vor einem zu einseitigen Fokus auf den Inzidenzwert. „Man kann nicht immer neue Grenzwerte erfinden, um zu verhindern, dass Leben wieder stattfindet“, sagte er. „Wir können unser ganzes Leben nicht nur an Inzidenzwerten abmessen.“ Man müsse all die anderen Schäden etwa für die Gesellschaft und die Wirtschaft genauso im Blick haben wie die Inzidenzzahlen.

++ Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten weiter leicht gesunken

(19.10 Uhr) Die Sieben-Tage-Inzidenz bleibt im Südwesten knapp unter dem Wert von 50: Die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche ist erneut leicht gesunken auf nun 46,8, wie das Landesgesundheitsamt in Stuttgart am Montag (Stand: 16.00 Uhr) mitteilte. Am Vortag hatte der Wert noch bei 48,4 gelegen.

Es gab weitere 222 bestätigte Corona-Fälle - damit sind es nun seit Beginn der Pandemie 306 322. Die Zahl der Todesfälle durch oder im Zusammenhang mit Sars-CoV-2 stieg um 54 auf 7780. Als genesen gelten Schätzungen zufolge 282 648 Menschen und damit 951 mehr als am Vortag.

Der Hohenlohekreis (118,9) und der Kreis Schwäbisch Hall (117,4) weisen eine Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 100 auf. 16 weitere Kreise liegen noch über der 50er-Marke. Das Sozialministerium hatte Städte und Kreise mit einer Inzidenz jenseits der 50 verpflichtet, Ausgangsbeschränkungen zwischen 21 Uhr und 5 Uhr zu erlassen. Zudem hatten Bund und Länder jüngst beschlossen, Lockerungen der Corona-Maßnahmen erst ab der Zahl von 35 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern binnen sieben Tagen zu erwägen.

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++ EU will veränderte Impfstoffe schneller zulassen

(17.47 Uhr)  Um den Corona-Mutationen zu begegnen, will die Europäische Arzneimittelagentur EMA veränderte Impfstoffe schneller zulassen.

Vorbild könnte die Grippe sein. Wenn die EU die Anpassung der Corona-Impfstoffe an die Mutationen ähnlich wie bei der Grippe organisiere, wo die Vakzine jährlich verändert werden müssen, würde das nach Auffassung des Verbandes Forschender Arzneimittelhersteller (vfa) „vieles vereinfachen“.

Dann nämlich müssten für die Zulassung der veränderten Impfstoffe den Behörden lediglich Labordaten zur Verfügung gestellt werden – und nicht auch Ergebnisse von Studien mit Menschen, sagte Sprecher Rolf Hömke der „Schwäbischen Zeitung“. Das würde der Schnelligkeit zugutekommen.

Wie die EMA das tatsächlich handhaben werde, sei jedoch noch nicht klar. Es liege noch kein entsprechendes Dokument vor, obwohl EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides bereits ein Schnellverfahren für die Anpassung zugelassener Corona-Impfstoffe an Mutationen angekündigt hatte.

Die EMA selbst hatte mitgeteilt, ein Papier „in Kürze“ vorzulegen. Allerdings, meint der vfa, müsse die EU-Behörde eine wohl überlegte Entscheidung treffen – mit Grippe-Impfstoffen gebe es schließlich seit Jahrzehnten Erfahrungen, mit Corona-Vakzinen erst seit Monaten.

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++ Karl Lauterbach will sich nicht einschüchtern lassen

(16.41 Uhr) Karl Lauterbach (57), SPD-Gesundheitspolitiker und steter Mahner in der Pandemie, will sich durch Hassbotschaften, Beleidigungen oder Drohungen in den Sozialen Netzwerken nicht einschüchtern lassen.

Manche Wissenschaftler äußerten sich dadurch deutlich vorsichtiger, sagte Lauterbach, wie der Nachrichtendienst KNA berichtet. „Das kann ich gut verstehen. Aber ich habe nicht vor, mich einschüchtern zu lassen.

Karl Lauterbach
Karl Lauterbach ist der Gesundheitsexperte der SPD. (Foto: Kay Nietfeld / DPA)

Er habe „mehr Respekt vor Corona als vor dieser Bedrohung“, betonte Lauterbach. Wie viele andere woll er sich weiter „lautstark dafür einsetzen, dass in dieser Pandemie so wenig Menschen wie möglich sterben oder dauerhafte Erkrankungen erleiden müssen“, so der Bundestagsabgeordnete.

++ Corona-Kontrolle in Wiesbaden führt zu illegalem Spielcasino in Geschäftshaus

(15.54 Uhr) In Wiesbaden haben Polizisten bei einer Corona-Kontrolle in einem Geschäftshaus ein illegales Spielcasino entdeckt. Wie die Beamten in der hessischen Landeshauptstadt am Montag mitteilten, stießen sie dort auf vier Pokertische, drei Spielautomaten und einen größeren Bestand an Jetons und Karten.

Darüber hinaus stöberten sie bei ihrem Einsatz in der Nacht zum Montag 15 Menschen auf, davon neun im Heizungskeller.

Ferner beschlagnahmten sie Bargeld und Unterlagen. Diese wiesen laut Polizei darauf hin, dass in dem Casino im Stadtteil Biebrich anscheinend „schon seit längerem mit hohen Einsätzen gespielt“ wurde.

Auf das Gebäude wurden die Beamten nach eigenen Angaben durch eine „Beschwerde über eine Pokerrunde mit mehreren Personen“ aufmerksam. Neben Bußgeldverfahren wegen Verstößen gegen die Coronaverordnung wird wegen illegalen Glücksspiels ermittelt.

++ Tirol vermeldet mehr als 300 bestätigte Corona-Fälle mit Südafrika-Mutante

(15.02 Uhr) Im österreichischen Bundesland Tirol sind bereits mehr als 300 Corona-Fälle mit der sogenannten Südafrika-Mutante aufgetreten.

Zudem gebe es fast 200 Verdachtsfälle auf diese besonders ansteckende Variante des Coronavirus, teilte am Montag die Landesregierung laut einem Bericht der Nachrichtenagentur APA mit. Insgesamt ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Tirol den Angaben zufolge zuletzt aber gesunken.

Die Zahl der bestätigten Infektionsfälle mit der Südafrika-Mutante sei auf 318 gestiegen, teilte das Bundesland mit. 176 davon seien bereits vollsequenziert und weitere 142 teilsequenziert. Die 187 Verdachtsfälle sollten nun auch sequenziert werden. Insgesamt gab es innerhalb von 24 Stunden in Tirol 62 neue positive Corona-Testergebnisse. Das war laut APA der niedrigste Wert seit Anfang Oktober.

++ Bayer peilt Impfstoff-Lieferung im Dezember an

(14.17 Uhr) Nach dem Einstieg in die Produktion eines Corona-Impfstoffes rechnet der Pharmakonzern Bayer im Dezember mit ersten Lieferungen.

„Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir noch vor Jahresende — wenn alles gut geht — auch die ersten Impfstoffe sogar ausliefern können“, sagte Bayer-Chef Werner Baumann am Montag in Wuppertal, nachdem er Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) den Standort gezeigt hatte. Vor zwei Wochen hatte der Leverkusener Konzern bekanntgegeben, einen Teil der Herstellung des vom Tübinger Unternehmen Curevac entwickelten Vakzins zu übernehmen.

Wegen der Beschaffung und Validierung von Geräten sowie aufwendiger Qualifizierungsstudien dauert es noch einige Monate, bis die Bayer-Anlage startklar ist — hergestellt wird in einem „Reinraum“, in dem selbst kleinste Verschmutzungen verhindert werden müssen. Eine zweistellige Zahl von Arbeitsplätzen soll neu aufgebaut werden. Es wäre das erste Mal, dass Bayer einen Impfstoff herstellt.

++ Jugendverbänden macht Corona zu schaffen

(13.35 Uhr) Beim Jahrestreffen der Jugendverbände im Kreis Tuttlingen ist eins deutlich geworden: Auch sie leiden stark unter der Corona-Pandemie und ihren Auswirkungen. Der Ausfall von Gruppenstunden und Veranstaltungen, der Abstand zu den Jugendlichen und nicht zuletzt auch die fehlenden Möglichkeiten in Bezug auf die technischen Anforderungen von Online-Angeboten stellen die Verbände und deren Mitglieder vor ungeahnte Herausforderungen. Wie das Netzwerk der Jugendverbände des Landkreises Tuttlingen (ehemals Kreisjugendring) in einer Pressemitteilung schreibt, wurden diese Erkenntnisse in einem Online-Netzwerktreffen ersichtlich. Den vollständigen Artikel dazu lesen Sie hier.

++ Neue App erfasst Nebenwirkungen von Impfungen

(12.22 Uhr) Seit Ende letzten Jahres wird in Deutschland gegen das Coronavirus geimpft und auch am Universitätsklinikum Ulm (UKU) sind die Impfungen der ersten Mitarbeiter gestartet. Doch so sehr die meisten Menschen die Impfung herbeisehnen, so skeptisch sind andere und befürchten Nebenwirkungen aller Art. Um noch mehr Transparenz in Bezug auf mögliche Impfnebenwirkungen zu schaffen, haben Ärzte der Klinik für Innere Medizin I des UKU und Wissenschaftler des Instituts für Medizinische Systembiologie der Uni Ulm gemeinsam die Smartphone App „CoCoV“ entwickelt.

Diese ermöglicht es, impfbedingte Nebenwirkungen individuell zu dokumentieren und so eine umfassende Übersicht des persönlichen Impfverlaufs und der Verträglichkeit der Impfung zu erstellen. Eine Auswertung der Daten wird über ein öffentliches Dashboard online bereitgestellt.

Den vollständigen Artikel dazu lesen Sie hier.

++ Bayerns Hilfsprogramm für selbstständige Künstler bis Juni verlängert 

(11.45 Uhr) Soloselbstständige Künstler in Bayern können bis Ende Juni Corona-Hilfsgelder erhalten. Soloselbstständige Künstler sowie Angehörige kulturnaher Berufe können nun für bis zu sechs Monate im Zeitraum von Januar bis Juni 2021 einen Antrag für eine Finanzhilfe in Höhe von bis zu 1180 Euro monatlich als Ersatz für entfallende Erwerbseinnahmen stellen, teilte das zustände Wissenschafts- und Kulturministerium am Montag in München mit. Die Anträge könnten ab Ende Februar gestellt werden.

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte bereits in der vergangenen Woche in seiner Regierungserklärung im Landtag auf die Verlängerung des Hilfsprogramms hingewiesen. Auch die Kulturschaffenden seien für Bayern systemrelevant und bedürften daher Hilfen.

Bisher konnten die Hilfen nur für die Monate Oktober bis Dezember beantragt werden. Wie Kunstminister Bernd Sibler (CSU) erklärte, sind diese Hilfen auch rückwirkend bis Ende März 2021 noch möglich.

++ Einreise-Kontrollen: Regierung in Wien sprach mit deutschem Botschafter 

(10.52 Uhr) Österreich hat auch auf diplomatischer Ebene die neuen deutschen Einreisebeschränkungen kritisiert. Der deutsche Botschafter in Wien, Ralf Beste, sei am Sonntagabend bei einem Gespräch im Außenministerium auf die aus österreichischer Sicht Unverhältnismäßigkeit der deutschen Schritte hingewiesen worden, sagte eine Sprecherin des Ministeriums. Das sachliche Gespräch habe in guter Atmosphäre auf hoher Beamtenebene stattgefunden, hieß es.

Österreichs Außenminister Alexander Schallenberg hatte für Augenmaß geworben. „Die Maßnahmen haben ganz schwerwiegende Auswirkungen auf ganz Österreich und stehen daher in einem klaren Widerspruch zu den „lessons learned“ aus dem letzten Frühjahr.“

Ziel der deutschen Grenzkontrollen ist, das Einschleppen von ansteckenderen Varianten des Coronavirus einzudämmen. Sowohl in Tschechien als auch in Tirol sind diese Varianten stärker verbreitet als in Deutschland. Deshalb dürfen aus den betroffenen Gebieten derzeit nur noch Deutsche sowie Ausländer mit Wohnsitz und Aufenthaltserlaubnis in Deutschland einreisen. Ausnahmen gab es zunächst für medizinisches Personal, Lastwagenfahrer und landwirtschaftliche Saisonkräfte.

++ Lange Lastwagen-Staus an tschechisch-deutscher Grenze

(8.40 Uhr) Vor den Autobahn-Grenzübergängen nach Deutschland haben sich in Tschechien kilometerlange Staus gebildet. Die Bundesregierung hatte das Nachbarland zum Virusvariantengebiet erklärt und stationäre Grenzkontrollen wiedereingeführt. Auf der Autobahn E55/D8 Prag-Dresden stauten sich die Lastwagen am Montagvormittag bis nach Usti nad Labem (Aussig an der Elbe) zurück. Die Polizei regulierte die Einfahrt in die Tunnel. Auf der E50/D5 in Richtung Nürnberg bildete sich vorübergehend eine mehr als 20 Kilometer lange Lkw-Kolonne. Das ging aus den Angaben der Autobahnverwaltung und des Verkehrsfunks hervor.

Tschechien mit seinen Zulieferern gilt auch als „verlängerte Werkbank“ für viele deutsche Unternehmen. Seit Sonntag dürfen aus dem Nachbarland nur noch Deutsche sowie Ausländer mit Wohnsitz und Aufenthaltserlaubnis in Deutschland einreisen. Ausnahmen gibt es unter anderem für Gesundheitspersonal, Lastwagenfahrer und sonstiges Transportpersonal im Güterverkehr. Sie müssen sich digital anmelden und an der Grenze einen negativen Corona-Test vorweisen, der nicht älter als 48 Stunden sein darf. Die tschechischen Behörden haben daher die Kapazitäten der Testzentren im Grenzgebiet erhöht und mithilfe der Feuerwehr zusätzliche Abstrichstellen eingerichtet.

Tschechien verzeichnete am Montag 5118 neue Corona-Fälle innerhalb von 24 Stunden. Seit Beginn der Pandemie gab es mehr als eine Million Infektionen und 18 143 Todesfälle. Der EU-Mitgliedstaat hat knapp 10,7 Millionen Einwohner. Nach den jüngsten Angaben der EU-Gesundheitsagentur ECDC gab es in Tschechien binnen 14 Tagen statistisch gesehen etwa 177 Covid-19-Todesfälle je eine Million Einwohner; für Deutschland lag der Wert bei rund 115.

++ Amtsärzte warnen: Gesundheitsämter jetzt nicht vernachlässigen 

(7.55 Uhr) Die deutschen Amtsärzte warnen davor, die Gesundheitsämter in der Corona-Pandemie weiter zu überlasten. „Man hätte die Gesundheitsämter längst aufrüsten und dauerhaft mit mehr Personal ausstatten können — und nicht nur kurzfristig mit Hilfskräften, wenn die Infektionszahlen steigen“, sagte die Vorsitzende des Bundesverbands der deutschen Amtsärzte, Ute Teichert, den „Stuttgarter Nachrichten“ und der „Stuttgarter Zeitung“ (Montag). „Einzelne Ämter haben ein paar Stellen bekommen, aber flächendeckend ist noch nicht allzu viel passiert. Das reicht noch lange nicht aus.“

Es seien auch nach wie vor zu viele Bundeswehrsoldaten zur Hilfe in den Ämtern nötig. „Den Kurs, mit Hilfskräften aufzustocken, hat man noch nicht verlassen“, kritisierte Teichert.

Gesundheitsämter stellen unter anderem die Kontaktverfolgung nach Infektionen sicher. Wird eine Person positiv auf das Coronavirus getestet, muss dort geprüft werden, wen sie in den Tagen zuvor getroffen hat.

Die Verbandsvorsitzende äußerte zudem Zweifel, an der gewählten Marke von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in der Sieben-Tage-Inzidenz: „Ich habe von Anfang an darauf hingewiesen, dass die Zahl 50 für die Gesundheitsämter sehr hoch gegriffen ist“, sagte Teichert. Die Politik brauche eine Grenze und habe die 50 „willkürlich gewählt“. Eine Inzidenz von 50 oder etwas darunter sei aber noch „viel zu viel“.

Wenn jetzt zu rasch gelockert wird, steigen die Zahlen im April wieder, und wir bekommen eine dritte Welle.

Ute Teichert

++ Land baut Kapazitäten zur Analyse von Virusvarianten weiter aus 

(6.09 Uhr) Die Landesregierung möchte ihre Laborkapazitäten weiter ausbauen und in den kommenden zwei Wochen alle positiven Coronavirus-Proben auf Virusvarianten untersuchen. Bei der flächendeckenden Bestimmung sei Baden-Württemberg im Ländervergleich ihres Wissens nach Vorreiter, teilte Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) mit. Die flächendeckende Analyse der Proben solle dazu dienen, „die Verbreitung der Varianten mittels gezielter Kontaktnachverfolgungs- und strenger Quarantänemaßnahmen einzudämmen“.

Bislang werden bereits alle Proben in Baden-Württemberg mit einer sogenannten vorgeschalteten PCR-Untersuchung auf möglicherweise vorhandene Mutationen des Virus untersucht. Um die genetischen Veränderungen des Virus und damit die genaue Virusvariante zu analysieren, ist im Anschluss ein aufwendigeres Verfahren notwendig, die sogenannte Vollgenomsequenzierung.

Nur so ist es möglich zu erkennen, ob es sich bei der Probe etwa um die zuerst in Großbritannien entdeckte Variante B.1.1.7 handelt oder etwa um die in Südafrika aufgetretene Variante B.1.351. Die Varianten sind laut mehreren Studien ansteckender und stellen deshalb eine zunehmende Gefahr für die Eindämmung der Pandemie dar.

Im Südwesten liegt der Anteil der Virusvarianten nach Angaben des Wissenschaftsministeriums bei rund sechs Prozent. Da die Untersuchungen bislang noch verdachtsbezogen und nicht flächendeckend erfolgten, sei von einer gewissen Dunkelziffer auszugehen. Nach Einschätzung von Experten ist ein Anteil von mehr als zehn Prozent als kritische Schwelle zu betrachten, ab der eine Dominanz der Varianten gegenüber dem Wildtyp-Virus nicht mehr zu verhindern ist, wie eine Sprecherin des Ministeriums mitteilte.

Das waren die letzten Meldungen am Sonntag:

++ Österreichs Regierung protestiert gegen deutsche Grenzkontrollen

(21.27 Uhr) Österreich hat die neuen deutschen Einreisebeschränkungen scharf kritisiert. Außenminister Alexander Schallenberg warnte am Sonntag vor „überschießenden Schritten, die mehr schaden als nützen.“ Das habe der konservative Minister seinem Berliner Kollegen Heiko Maas mitgeteilt.

Außerdem werde der deutsche Botschafter Ralf Beste, am Sonntag zu einem Gespräch im Wiener Außenministerium erwartet, berichtete die Nachrichtenagentur APA.

Wiens Innenminister Karl Nehammer beschwerte sich, dass die Reisebeschränkungen für Tirol den innerösterreichischen Verkehr zwischen Tirol und dem Osten Österreichs behinderten, weil die Strecke über das sogenannte Deutsche Eck in Bayern de facto gesperrt sei. Dies sei „inakzeptabel“. „Diese Maßnahme von Bayern ist unausgegoren und löst nur Chaos aus“, sagte der konservative Politiker.

Ziel der Grenzkontrollen ist, das Einschleppen von ansteckenderen Varianten des Coronavirus einzudämmen. Sowohl in Tschechien als auch in Tirol sind diese Varianten stärker verbreitet als in Deutschland. Deshalb dürfen aus den betroffenen Gebieten derzeit nur noch Deutsche sowie Ausländer mit Wohnsitz und Aufenthaltserlaubnis in Deutschland einreisen. Ausnahmen gab es zunächst für medizinisches Personal, Lastwagenfahrer und landwirtschaftliche Saisonkräfte.

++ Corona-Inzidenz sinkt im Südwesten weiter auf 48,4

(19.46 Uhr) Die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche ist im Südwesten weiter leicht gesunken. Am Sonntag lag die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz landesweit bei 48,4. Nach Angaben des Landesgesundheitsamts wurden seit dem Vortag 371 neue Infektionen gemeldet.

Damit stieg die Zahl der bestätigten Fälle seit Beginn der Pandemie auf 306.100. Am Sonntag sind die Corona-Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird.

12 weitere Menschen starben an oder im Zusammenhang mit Sars-CoV-2. Die Behörde zählt somit inzwischen 7726 Tote. Als genesen gelten Schätzungen zufolge 281 697 Menschen (plus 1307).

19 Stadt- und Landkreise liegen noch über der 50er-Marke. Das Sozialministerium hatte Städte und Kreise mit einer Inzidenz jenseits der 50 verpflichtet, Ausgangsbeschränkungen zwischen 21 Uhr und 5 Uhr zu erlassen.

++ Zum Friseur nur mit Termin und Maske, neue Regeln im Südwesten

(17.05 Uhr) Nach den Ankündigungen der vergangenen Tage hat Baden-Württemberg die anstehenden Änderungen bei den Corona-Regeln auch offiziell festgelegt. Die entsprechende Rechtsverordnung wurde am Wochenende erneut geändert.

Darin festgeschrieben ist nun unter anderem die Öffnung der Friseure am 1. März - sofern es das Infektionsgeschehen zulässt. Wer sich frisieren lassen will, braucht zwingend einen Termin. Außerdem müssen sowohl die Kunden als auch die Friseurinnen und Friseure eine medizinische oder eine FFP2- oder KN95/N95-Maske tragen.

Auch die Pläne für die Öffnung der Schulen und Kitas sind in der Verordnung nun festgezurrt. Kitas sollen ab dem 22. Februar für den Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen öffnen. An Grundschulen gibt es Präsenzunterricht im Wechselbetrieb. Die Präsenzpflicht bleibt aber ausgesetzt. An weiterführenden Schulen gibt es weiter Fernunterricht vorerst bis zum 7. März - bis dahin wurde die Verordnung verlängert.

 

+++ Hier geht es zum Corona-Newsblog von Sonntag +++

Die wichtigsten Meldungen von Samstag

  • Corona-Inzidenz in Baden-Württemberg fällt unter 50 
  • Klinik in Rottweil nach Häufung von Corona-Infektionen abgeschottet 
  • Zufriedenheit der Bayern mit Söder sinkt 
  • Grenzkontrollen: Seehofer reagiert schroff auf Kritik
  • Uni Oxford testet Corona-Impfstoff an Kindern 
  • 8354 Corona-Neuinfektionen und 551 neue Todesfälle gemeldet 

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