Corona-Newsblog: Das waren die wichtigsten Entwicklungen am Montag

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Digital-Redakteur
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Deutsche Presse-Agentur
Agence France-Presse

Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹:

  • Aktuell nachgewiesen Infizierte Baden-Württemberg: ca. 24.063 (83.594 Gesamt - ca. 57.500 Genesene - 2.031 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg: 2.031
  • Aktuell nachgewiesen Infizierte Deutschland: ca. 171.397 (545.027 Gesamt - ca. 363.100 Genesene - 10.530 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland: 10.530

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Merkel: „Kontakte reduzieren, wo immer das möglich ist“ (14.25 Uhr)
  • Schäuble sieht Chance auf Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts (18.14 Uhr)
  • Baden-Württemberg hat den größten Anteil an Kurzarbeitern (10.42 Uhr)
  • Österreich fürchtet Überlastung des Gesundheitssystems (12.46 Uhr)
  • Senioren kritisieren Boris Palmer (11.16 Uhr)

Das war es für heute. Vielen Dank fürs Lesen. Morgen versorgen wir Sie wieder mit den wichtigsten Meldungen zur aktuellen Corona-Lage.

++ Betroffene ziehen gegen Corona-Beschränkungen vor Gericht

(19.23 Uhr) Gegen die strengen Corona-Beschränkungen im November sind bereits in mehreren Bundesländern etliche Klagen eingegangen. So kamen allein beim Berliner Verwaltungsgericht nach den Worten eines Sprechers bis zum Montagnachmittag 39 Eilanträge an, überwiegend von Gastronomen.

Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof in München registrierte zu Beginn des Teil-Lockdowns bereits mehr als ein Dutzend Klagen gegen die Vorschriften. Dem Gericht zufolge betreffen die Verfahren hauptsächlich die Schließung von Hotels für Touristen sowie das Verbot, Gäste in Restaurants zu bewirten.

In Brandenburg gehen ebenfalls die ersten Betriebe gegen die schärferen Beschränkungen vor. Zwei Eilanträge seien beim Oberverwaltungsgericht (OVG) Berlin-Brandenburg eingetroffen, sagte eine Gerichtssprecherin am Montag. Dabei handle es sich um ein Tattoo- und ein Sonnen-Studio.

Gegen die neue Corona-Verordnung in Schleswig-Holstein sind drei Anträge beim Oberverwaltungsgericht eingegangen. Einer komme von einer Gesellschaft, die auf der Insel Sylt eine Anlage mit 24 Ferienwohnungen betreibt, sagte eine Gerichtssprecherin am Montag in Schleswig.

In Niedersachsen wandten sich unter anderem Gastronomiebetriebe, Tattoo- und Piercingstudios, ein Kosmetikstudio, ein Schwimmbad, eine Spielhalle und ein Wettannahmebüro ans Oberverwaltungsgericht in Lüneburg.

In Hamburg müssen sich die Verwaltungsgerichte derzeit in 35 Verfahren mit Corona-Regeln befassen — dabei geht es allerdings mehrheitlich nicht um die jüngsten Verschärfungen, sondern um schon zuvor verfügte Einschränkungen.

++ 1851 Menschen im Südwesten neu mit dem Coronavirus infiziert

(18.56 Uhr) In Baden-Württemberg haben sich nach jüngsten Angaben aus dem Landesgesundheitsamt 1851 Menschen neu mit dem Coronavirus infiziert. Damit steigt die Zahl der nachweislich mit dem Erreger Sars-CoV-2 angesteckten Personen auf 85.448, teilte die Behörde am Montag mit (Stand 16 Uhr).

247 schwer Erkrankte befinden sich demzufolge derzeit in intensivmedizinischer Behandlung. Davon würden 132 invasiv beatmet. Die Zahl der im Zusammenhang mit dem Virus Verstorbenen stieg um 14 auf 2044. Als genesen gelten den Angaben zufolge 56.935 Menschen.

Landesweit liegt der Wert für Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen inzwischen bei 116,7, etwas höher als am Vortag (116,3). Den höchsten Wert weist den Angaben zufolge weiterhin der Stadtkreis Heilbronn mit 186,4 auf.

++ Schäuble sieht Chance auf Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts

(18.14 Uhr) Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) sieht in der Corona-Pandemie die Chance auf eine Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts. "Wir sollten jetzt nicht anfangen, in Pessimismus oder Panik zu verfallen", sagte er dem "SWR" am Montag.

"Wenn wir jetzt ein paar Wochen nicht essen gehen können, wenn wir jetzt ein paar Wochen keine privaten Feiern machen können, wenn beispielsweise auch die Sylvester-Partys nicht so stattfinden können, wie in früheren Jahren, dann ist es bedauerlich, aber es ist nicht so furchtbar schlimm." Wenn dafür die Familien wieder ein bisschen stärker zusammenrückten, sich Nachbarn wieder stärker umeinander kümmerten, dann stärke das wieder die Kräfte in der Gesellschaft.

++ Rätsel um Corona-Toten im Kreis Ravensburg

(17.57 Uhr) Das Coronavirus verbreitet sich immer stärker im Kreis Ravensburg. In den vergangenen drei Tagen wurden 82 Neuinfektionen gemeldet, und über das Wochenende mussten fünf weitere Menschen wegen einer Corona-Infektion in den Krankenhäusern der Oberschwabenklinik (OSK) aufgenommen werden.

Nun werden dort 17 Männer und Frauen behandelt, sechs davon auf der Intensivstation. Wie OSK-Pressesprecher Winfried Leiprecht sagte, gebe es fünf weitere Verdachtsfälle, bei denen das Testergebnis allerdings noch aussteht, davon zwei auf den Intensivstationen und drei auf den Normalstationen.

Gestorben ist am Samstag entgegen einer Meldung des Landesgesundheitsamts jedoch niemand im Kreis.

Mehr dazu lesen Sie hier.

++ Semester-Start unter Corona-Bedingungen an der Uni Ulm

(17.25 Uhr) Seit 2. November beginnen mehr als 1.100 Erstsemester ein Studium an der Universität in Ulm. Wegen der Coronapandemie heißt Präsident Michael Weber alle Studienanfänger digital willkommen geheißen. Zusammen mit den Dekanen der vier Fakultäten hat er vorab Videobotschaften für die Online-Semestereröffnung aufgezeichnet. Darin wünscht er allen Studienanfängern viel Erfolg im neuen Lebensabschnitt.

Wegen der Pandemie wird es eine schwierige Zeit werden. Vieles findet online statt. Vorlesungen werden gestreamt, der Austausch untereinander findet in Chats statt. Praktische Anwendungen (zum Beispiel im Labor) lässt die Universität unter Hygienemaßnahmen weiterhin zu.

Lernen unter Corona kann aber auch eine Chance sein: Präsident Weber erzählt, dass die Prüfungsergebnisse aus dem vergangenen Sommersemester sogar besser gewesen sind.

++ Ministerium prüft Angebot von Coronavirus Antikörpertest bei dm

(16.12 Uhr) Das baden-württembergische Sozialministerium prüft das Angebot eines Coronavirus Antikörpertests beim Drogeriemarkt dm. Nach Rechtsauffassung des Ministeriums ist eine Abgabe nur an Fachpersonal zulässig, wenn solche Testkits einen diagnostischen Zweck haben.

Man habe Schritte eingeleitet, um den Sachverhalt zu klären, teilte das Ministerium am Montag mit. Zuvor hatte die Zeitung „Badische Neueste Nachrichten“ darüber berichtetet.

Bei dem im Internetshop von dm angebotenen Test entnimmt sich der Kunde zu Hause selbst eine Blutprobe. Die Auswertung erfolgt in einem Labor. Das Produkt biete Kunden die Möglichkeit, diskret und ohne einen Arztbesuch einen Test vorzunehmen, der angibt, ob sich Antikörper gegen das Coronavirus gebildet haben, teilte Sebastian Bayer mit, der in der dm-Geschäftsführung für Marketing und Beschaffung zuständig ist.

Seiner Überzeugung nach unterliegt der Test nicht der Abgabenverordnung für Medizinprodukte und darf frei verkauft werden. Das entspreche auch der Auffassung des Bundesgesundheitsministeriums.

Bayer wies darauf hin, dass der Test eine bereits durchgemachte Infektion mit dem Coronavirus nachweise und nicht zum Nachweis einer akuten Infektion geeignet sei. „Unabhängig vom Testergebnis sollten Vorsichtsmaßnahmen wie Abstand halten, auf Hygiene achten und eine Alltagsmaske tragen, unbedingt beachtet werden. Sollten Kunden verunsichert sein, empfehlen wir in jedem Fall Rücksprache mit einem Arzt zu halten.“

Das Drogeriemarktunternehmen Rossmann plant nach eigenen Angaben derzeit keinen Verkauf von Corona Antigentests.

++ Digitaler Arztbesuch soll Infektionsrisiko senken

(14.45 Uhr) Seit Montag gelten auch in Baden-Württemberg Sonderregeln für digitale Arztbesuche. Medizinische Behandlungen können nun nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Stuttgart auch per Videoschalte stattfinden. Wie ein Sprecher des Ministeriums mitteilte, hat der gemeinsamen Bundesausschuss als zuständiges Gremium die entsprechende Entscheidung getroffen, die bundesweit gilt.

In einer Mitteilung heißt es dazu, das Gebot der Stunde sei es nun, unnötige persönliche Kontakte in allen Bereichen zu vermeiden. „Wir müssen jene notwendigen Anstrengungen und Maßnahmen ergreifen, die das Infektionsrisiko verringern, ohne dass kranke Menschen auf wichtige Behandlungen verzichten müssen.“ Seit Montag (2. November) gelten auch in Baden-Württemberg neue Sonderregeln für ärztlich verordnete Leistungen, um Corona-Infektionsrisiken zu verringern.

++ Merkel: „Kontakte reduzieren, wo immer das möglich ist“

(14.25 Uhr) Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat anlässlich des Inkrafttretens der neuen Corona-Schutzmaßnahmen eindringlich dazu aufgerufen, diese ein- und auch einen Monat lang durchzuhalten.

„Jeder hat es in der Hand, diesen November zu einem gemeinsamen Erfolg zu machen“, sagte Merkel am Montag vor Journalisten in Berlin. Das Einhalten der Regeln sei nun entscheidend dafür, „ob diese Kraftanstrengung etwas bringt“.

„Wir müssen Kontakte reduzieren, wo immer das möglich ist“, rief Merkel die Bürgerinnen und Bürger auf. Sie wisse, dass die Menschen den neuen Einschränkungen zwar mit viel Verständnis und Einsicht, manche aber auch mit „Zweifel, Skepsis und Ablehnung“ begegneten. Auch die Regierungschefs von Bund und Ländern hätten die Maßnahmen „schweren Herzens beschlossen“, jedoch „auch aus Überzeugung“. Hier lesen Sie mehr.

++ Bayern-Spieler Niklas Süle positiv getestet

(13.44 Uhr) Verteidiger Niklas Süle (25) vom FC Bayern ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wie die Münchner mitteilten, ist der Nationalspieler deshalb in häuslicher Quarantäne. Es gehe ihm gut.

Vor einiger Zeit war bereits sein Mannschaftskollege Serge Gnabry positiv getest worden. Die Bayern treten am Dienstag (21 Uhr) in der Champions League beim österreichischen Meister Red Bull Salzburg an.

++ Österreich fürchtet Überlastung des Gesundheitssystems

(12.46 Uhr) Ohne eine Trendwende bei den Corona-Neuinfektionen steuert Österreich nach den Worten des Gesundheitsministers Rudolf Anschober auf eine baldige Überlastung des Gesundheitssystems zu.

Mit einer kritischen Lage wäre dann in der zweiten Novemberhälfte zu rechnen, sagte Anschober in Wien. Binnen einer Woche sei die Anzahl der mit Covid-19-Patienten belegten Intensivbetten um 78 Prozent gestiegen. Daher sei es notwendig, dass sich die Bevölkerung strikt an die neuen Maßnahmen im teilweisen Lockdown halte. Diesen Dienstag schließen die Gastronomie und fast das gesamte Kultur- und Freizeitangebot, landesweit ist das Verlassen der Wohnung zwischen 20 und 6 Uhr nur zu bestimmten Zwecken erlaubt.

++ Senioren kritisieren Boris Palmer

(11.16 Uhr) Mit seinem Corona-Appell an ältere Menschen stößt Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) beim Landesseniorenrat auf wenig Verständnis.

Sein Aufruf an die Senioren, angesichts der steigenden Corona-Infektionszahlen den Stadtbus nicht zu nutzen und aufs Fahrrad oder auf das bereits seit April zur Verfügung stehende Anrufsammeltaxi umzusteigen, sei nicht nachvollziehbar, sagte der Vorsitzende des Landesseniorenrats, Uwe Bähr. „Mir ist nicht ersichtlich, warum Sammeltaxis mit fremden Mitfahrern weniger risikoreich sein sollen als Busse oder Straßenbahnen.“

++ Baden-Württemberg hat den größten Anteil an Kurzarbeitern

(10.42 Uhr) Baden-Württemberg hat einer Schätzung des Ifo-Instituts zufolge aktuell den größten Anteil an Kurzarbeitern in Deutschland. Damit habe das Bundesland Bayern abgelöst, hieß es in der am Montag in München veröffentlichten Studie.

Demnach waren in Baden-Württemberg im Oktober etwa 13 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in Kurzarbeit, in Bayern 12 Prozent. „Vor allem im stärker industrialisierten Süden mit seinem Fokus auf Metallverarbeitung, Maschinenbau, Autobauern und Zulieferern wird weiterhin deutlich mehr Kurzarbeit gefahren als anderswo“, sagte Ifo-Arbeitsmarkt-Experte Sebastian Link.

In Baden-Württemberg waren im Oktober geschätzt 620.000 Menschen in Kurzarbeit, Bayern lag in absoluten Zahlen aber mit 710 000 vorne. Nordrhein-Westfalen folgte mit einem Anteil von 10 Prozent (680 000 Kurzarbeiter), was dem Bundesschnitt entspricht. Dahinter lagen Rheinland-Pfalz und das Saarland mit ebenfalls 10 Prozent Kurzarbeiter-Anteil mit (190 000 Beschäftigte).

++ Merkel stellt sich spontan Fragen zu Corona-Maßnahmen

(09.12 Uhr)  Bundeskanzlerin Angela Merkel hat für heute kurzfristig zu einer Pressekonferenz zu den Corona-Maßnahmen eingeladen. Nach der Sitzung des Corona-Kabinetts der Bundesregierung will sie sich am frühen Montagnachmittag (14.00 Uhr) in der Bundespressekonferenz in Berlin den Fragen dazu stellen. Wir halten Sie hier in unserem Newsblog darüber auf dem Laufenden.

Der Chef des Bundeskanzleramtes und Bundesminister für besondere Aufgaben, Helge Braun (CDU), hat unterdessen die Corona-Auflagen verteidigt, die am Montag bundesweit in Kraft getreten sind. Die Maßnahmen seien notwendig, sagte Braun am Montagmorgen im Inforadio vom rbb.

"Angesichts der rasant steigenden Fallzahlen und der damit verbundenen Sorge, dass unser ganzes Gesundheitssystem in Stress kommt und überlastet wird, ist es leider notwendig," so Braun.

"Das Ziel ist, dass wieder unter diese Marke von 50 kommen, wo dann die Gesundheitsämter wieder in der Lage sind, die Kontakte nachzuverfolgen. Das war ja genau das, was uns über den Sommer die Stabilität bei den Infektionszahlen ermöglicht hat. Und deshalb werden wir jetzt schon in zwei Wochen - also zur Halbzeit dieser Maßnahmen - wieder zusammenkommen (und) gucken: sind wir auf einem guten Weg dorthin; geht es schnell in die richtige Richtung oder eben nicht und muss man eben mehr oder weniger Maßnahmen nach zwei Wochen nochmal erwägen?"

Weiter betonte Braun: "Unser erklärtes Ziel ist, dass wir Ende November die Maßnahmen in dieser Strenge beenden wollen. Es geht dabei ja auch darum, dass man der deutschen Wirtschaft das Weihnachtsgeschäft und uns allen sozusagen die Weihnachtsfeier auch im Kreise der Familie ermöglicht."

++ Absage von Weihnachtsmärkten trifft Schausteller hart

(08.21 Uhr) Weihnachtliche Stimmung in den Innenstädten wird es in diesem Jahr aufgrund der Corona-Pandemie wohl kaum geben. Fast alle größeren Städte in Baden-Württemberg sagten ihre Weihnachtsmärkte ab: Dazu gehören Mannheim, Pforzheim, Freiburg, Heidelberg, Ulm, Heilbronn und Ludwigsburg. In der Landeshauptstadt Stuttgart, in Karlsruhe sowie in Tübingen sollte es noch einzelne Buden oder Märkte in veränderter Form geben.

Die Schausteller stellten die Absagen vor große finanzielle Probleme. Die Weihnachtsmärkte machten ein Drittel des Jahresumsatzes der Schausteller aus, sagte Mark Roschmann, Vorsitzender des Schaustellerverbandes Südwest Stuttgart. Bei manchen Händlern mit entsprechenden Waren entfielen gar zwei Drittel des Umsatzes auf das Geschäft zu Weihnachten.

Mehr dazu lesen Sie hier.

++ Söder verteidigt strengere Maßnahmen

(06.38 Uhr) Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat die ab diesem Montag geltenden strengeren Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie verteidigt. „Die Alternative wäre, es laufen zu lassen“, sagte der CSU-Chef am Sonntagabend in der ARD-Sendung „Anne Will“. Das würde aber einen enormen Anstieg der Infektionen bedeuten. Die Folge seien das Volllaufen der Krankenhäuser und am Ende auch hohe Todeszahlen.

„Es gibt auf der ganzen Welt kein anderes Konzept als das Reduzieren von Kontakten, um auf Corona zu reagieren“, so Söder. „Wenn es ein besseres, leichteres gäbe, würden wir es ja sofort anwenden.“ Hinzukomme, dass der jetzige Lockdown milder sei als im Frühjahr und in anderen europäischen Ländern.

++ Palmer rät Senioren in Tübingen vom Busfahren ab

(05.27 Uhr) Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) hat angesichts der steigenden Corona-Infektionszahlen in einem Appell Senioren in seiner Stadt dazu aufgerufen, den Stadtbus nicht zu nutzen. „Der Tübinger Appell setzt wie Schweden auf Eigenverantwortung und besonderen Schutz der Alten“, sagte er.

Schweden hatte in der Pandemie vor allem auf freiwillige Vorsichtsmaßnahmen gesetzt, die sich vor allem an ältere Bürger richteten. Senioren sollten unabdingbare Fahrten mit einem Sammeltaxi unternehmen, so Palmer.

Zudem sollten jüngere Menschen in Tübingen zwischen 9.30 und 11 Uhr nicht einkaufen gehen und diese Zeit den Senioren überlassen. Alle Menschen in Tübingen über 65 Jahren sollen zudem kostenlos mit hochwertigen FFP2-Masken versorgt werden.

Das waren die wichtigsten Entwicklungen am Wochenende

++ 1263 Neuinfektionen in Baden-Württemberg 

(19.36 Uhr) Die Zahl der nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen ist in Baden-Württemberg im Vergleich zum Samstag um 1263 Fälle gestiegen. Insgesamt haben sich damit mindestens 83.597 Menschen nachweislich mit dem Erreger Sars-CoV-2 angesteckt, wie das Landesgesundheitsamt am Sonntag (Stand: 16.00 Uhr) mitteilte. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg um 2 auf 2030. Als genesen gelten 56.259 Menschen — das sind 643 mehr als am Vortag.

Landesweit liegt der Wert für Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen bei 116,3 und damit mehr als doppelt so hoch wie die Schwelle von 50 für die höchste Warnstufe im Land. Am Vortag lag der Wert bei 113,3. Den höchsten Wert weist den Angaben zufolge der Stadtkreis Heilbronn mit 176,9 auf.

++ Schweizer Kanton Genf im Ausnahmezustand

(18.14 Uhr) Der Schweizer Kanton Genf verhängt angesichts knapper Krankenhausbetten in der Corona-Krise ab Montagabend den Ausnahmezustand. Schließen müssen Restaurants, Bars und Geschäfte, die keine Lebensmittel verkaufen, außerdem Kinos, Theater, Fitnesscenter und Dienstleister wie Friseure. Wie der Kanton am Sonntag mitteilte, sollen Schulen und Kindergärten offen bleiben.

Die Schweizer Regierung hatte am Mittwoch neue Maßnahmen für das ganze Land verkündet. Seit Donnerstag müssen Bars und Restaurants landesweit um 23 Uhr schließen, Veranstaltungen mit mehr als 50 Personen sowie sportliche und kulturelle Freizeitaktivitäten mit mehr als 15 Personen sind untersagt. Die Kantone sollen je nach Situation strengere Maßnahmen treffen.

Corona
Zu wenig Intensivbetten, Mangel an Personal: Viele Ländern scheinen dem Ansturm der Corona-Patienten nicht mehr lange standhalten zu können. (Foto: Cecilia Fabiano / DPA)

++ Bayern: Zahl der Covid-Patienten an Beatmungsgeräten vervierfacht 

(17.56 Uhr) Die Zahl der Covid-Patienten, die auf Intensivstationen in Bayern beatmet werden, hat sich nach Angaben der Bayerischen Krankenhausgesellschaft innerhalb eines Monats mehr als vervierfacht. „Derzeit werden 224 Covid-Patienten auf einer Intensivstation beatmet“, sagte der Geschäftsführer Siegfried Hasenbein am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur in München. „Am ersten Oktober waren es 51.“

Die bayerischen Krankenhäuser seien zwar „noch ein gutes Stück“ von einer Überlastung entfernt. „Aber das ist natürlich eine besorgniserregende Entwicklung.“ Insgesamt seien derzeit 1300 nachweislich mit dem Coronavirus infizierte Patienten in einem bayerischen Krankenhaus, 245 von ihnen auf der Intensivstation.

„Man muss mit allen Kräften versuchen, diese steigende Zahl der Infektionen abzuflachen und zu bremsen“, warnte Hasenbein. Die Krankenhäuser gehen davon aus, dass die Zahl der schwer erkrankten Covid-Patienten in den kommenden beiden Wochen weiter steigen wird. „Aus Krankenhaussicht kann ich nur sagen: Die Maßnahmen der Bundesregierung waren richtig“, sagte er. „Es war dringend notwendig, zu reagieren.“

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