Corona-Newsblog: Das waren die wichtigsten Entwicklungen am Montag

Lesedauer: 30 Min
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Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI:

  • Aktuell Infizierte Baden-Württemberg: ca. 1.430 (ca. 34.430 Gesamt - ca. 31.300 Genesene - ca. 1.700 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg: ca. 1.700
  • Aktuell Infizierte Deutschland: ca. 9.110 (ca. 178.570 Gesamt - ca. 161.200 Genesene - ca. 8.260 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland: ca. 8.260

Das Wichtigste des Tages:

  • Kanzleramt will Kontaktbeschränkungen bis zum 5. Juli verlängern (14.24 Uhr)
  • 36 Neuinfektionen in Baden-Württemberg gemeldet (18.55 Uhr)
  • DFB-Bundestag stimmt für Fortsetzung der 3. Liga (15.43 Uhr)
  • Bundesregierung und Lufthansa einigen sich auf Rettungspaket (12.21 Uhr & 17.02 Uhr)
  • Nach Corona-Pause: Weitere Lockerungen für Unterkünfte in Kraft (06.39 Uhr)
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Das war's für heute. Wir wünschen Ihnen eine gute Nacht und sind morgen Früh auf Schwäbische.de wieder mit einem neuen Corona-Newsblog für Sie da.

++ Sternenbäck droht Insolvenz

(22.22 Uhr) Um eine drohende Insolvenz abzuwenden, hat die Sternenbäck-Gruppe ein Schutzschirmverfahren beantragt. In der Region hat die Gruppe zahlreiche Filialen, unter anderem in Sigmaringen, Konstanz und Ulm.

Als Gründe für die Maßnahme nennt das Unternehmen „dramatische Umsatzeinbrüche aufgrund deutlich reduzierter Frequenz und fehlender Umsätze im Bereich Kaffee, Kuchen, Snacks und Kaltgetränke."

Diese Umsatzeinbrüche führt das Unternehmen auf die verordneten Ausgangsbeschränkungen und Schließungen von Einkaufszentren, Cafés und Gastronomiebereichen zurück. Die daraus resultierenden Einbußen habe man mit dem klassischen Bäckereigeschäft in „keinster Weise ausgleichen“ können.

Zuvor habe das Unternehmen laut eigener Darstellung eine konstant positive Geschäftsentwicklung verzeichnet. Umsatz und Ergebnis des vergangenen Jahres hätten deutlich über den Erwartungen gelegen, teilt die Gruppe mit. Hier lesen Sie mehr.

++ Bodensee Business Forum fällt aus

(20.57 Uhr) Das Bodensee Business Forum (BBF) wird in diesem Jahr nicht stattfinden. „Wir haben uns entschlossen, das vierte BBF aufgrund der unklaren Lage rund um die Corona-Pandemie in das kommende Jahr zu verschieben“, begründete der Chefredakteur der „Schwäbischen Zeitung“, Hendrik Groth, diesen Schritt. „2019 hatten wir in Friedrichshafen 700 Teilnehmer“, fügte Groth hinzu. Das Risiko sei einfach zu groß.

Seit 2017 treffen sich beim BBF Politiker, Wissenschaftler und Manager, um über die politischen und wirtschaftlichen Herausforderungen der Zukunft zu diskutieren. 2020 sollte das Motto lauten: „Ideen für eine Welt im Wandel.“ Bereits zugesagt hatten unter anderem Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne), NRW-Regierungschef Armin Laschet (CDU), der FDP-Bundesvorsitzende Christian Lindner und Ex-SPD-Chef Franz Müntefering

„Die Verlegung ist schade und zugleich vernünftig. Kein Thema wird 2021 erledigt sein“, sagte die ehemalige Bundesministerin und Botschafterin Annette Schavan. Sie sollte auf dem BBF mit weiteren Experten über die Globalisierung und die Rolle Chinas debattieren, wo die Pandemie ihren Ursprung hatte.

++ Neun Senioren im Altenheim gestorben

(20.02 Uhr) Nach dem Ausbruch des Coronavirus im Altenheim St. Hildegard in Oberdischingen sind mittlerweile neun erkrankte Senioren verstorben. Die Opfer gehörten laut Mitteilung des Landratsamts Alb-Donau-Kreis zu den 27 Bewohnerinnen und Bewohnern, die bereits Anfang Mai positiv getestet wurden.

Über den Gesundheitszustand der 18 anderen Erkrankten ist nichts bekannt. Weitere Infizierte kamen bislang nicht hinzu, allerdings ist die Zahl der betroffenen Beschäftigten von 15 auf 16 gestiegen.

Beide Personengruppen seien in den vergangenen Wochen regelmäßig auf das Virus getestet worden, erklärt Andreas Blersch, persönlicher Referent von Landrat Heiner Scheffold. Die Tatsache, dass die Zahl der Infizierten nahezu unverändert blieb, spreche dafür, dass die ergriffenen Maßnahmen Wirkung zeigen.

Im Pflegeheim seien verschiedene Wohnbereiche für Infizierte, für Kontaktpersonen und für Nicht-Infizierte geschaffen worden. So wurden neben Abstands- und Hygieneregeln vor jedem Wohnbereich Schleusen installiert. Bürgermeister Friedrich Nägele kehrte vom Kurzurlaub zurück und hatte daher persönlich zuletzt wenig Kontakt zum Seniorenheim: „Bei solchen Entwicklungen kann man nur erschrecken.“ Hier lesen Sie mehr.

++ Tests mit Malariamittel wegen Sicherheitsbedenken abgebrochen

(19.46 Uhr) Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat klinische Tests des Malariamittels Hydroxychloroquin zur Behandlung von Covid-19 wegen Sicherheitsbedenken ausgesetzt. Die Tests in mehreren Ländern seien „vorübergehend“ eingestellt worden, während die Sicherheit des Medikaments überprüft werde, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus auf einer Pressekonferenz. Die Entscheidung sei nach der Veröffentlichung einer Studie gefallen, wonach eine Behandlung mit Hydroxychloroquin möglicherweise die Sterblichkeitsrate erhöht.

Ein Forschungsteam der Harvard Medical School in Boston und des Universitätsspitals Zürich hatte für die in der Fachzeitschrift „The Lancet“ veröffentlichte Studie die Daten von 96.000 Patienten in hunderten Krankenhäusern weltweit ausgewertet.

Sie kamen zu dem Ergebnis, dass Hydroxychloroquin und Chloroquin keinen Nutzen bei Covid-19-Patienten zeigen. Vielmehr wiesen die erhobenen Daten den Forschern zufolge auf ein erhöhtes Sterberisiko hin. Zudem erhöhten die Medikamente das Risiko für Herzrhythmusstörungen.

++ Nur 36 Neuinfektionen in Baden-Württemberg gemeldet

(18.55 Uhr) Dem Gesundheitsministerium in Baden-Württemberg wurden heute nur 36 Neuinfektionen gemeldet. Damit steigt die Zahl der seit Beginn der Pandemie Infizierten auf mindestens 34.435 an. Derzeit sind geschätzt noch 1.511 Menschen im Land mit dem Coronavirus infiziert.

Dennoch steigt die Ansteckungsrate weiter an. Diese sogenannte Reproduktionszahl wird vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit R 0,97 angegeben. Sie gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter im Schnitt ansteckt.

Die 7-Tage-Inzidenz liegt aktuell bei 3,3. Sie gibt die Anzahl der in den letzten sieben Tagen neu gemeldeten Fälle pro 100.000 Einwohner an. Darüber hinaus wurden dem Landesgesundheitsamt heute zehn weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet.

Unter den Verstorbenen waren 971 Männer und 736 Frauen. Das Alter lag zwischen 18 und 106 Jahren. 65 Prozent der Todesfälle waren 80 Jahre oder älter.

++ Fitnessstudio-Betreiber sind verunsichert

(18.30 Uhr) Gewichte stemmen, Ausdauer und Yoga – es darf wieder trainiert werden. Am 2. Juni öffnen die Fitnessstudios in Baden-Württemberg ihre Pforten wieder. Für die Betreiber der Studios in Villingen-Schwenningen ist das eine riesige Erleichterung. Die genauen Vorgaben zur Wiedereröffnung sind allerdings noch nicht bekannt - das sorgt in vielen Studios für Unsicherheit.

Trotz zahlreicher Live-Kurse, die online angeboten wurden, fehle vielen Kunden der Sport im Kraft- und Cardiobereich, der eben nur an den Geräten ausgeübt werden könne. Aber auch wirtschaftlich macht sich die Krise bemerkbar, erklärt Gaetano Cristilli, Inhaber des G1 in Villingen.

„Der finanzielle Schaden ist jetzt schon da.“ Auch Cristilli hatte seine Mitarbeiter in den vergangenen Wochen in Kurzarbeit schicken müssen. Hier lesen Sie mehr.

++ Ulmer Forscher im Kampf gegen Coronavirus 

(17.51 Uhr) Das Institut für Molekulare Virologie der Ulmer Universitätsmedizin startet zwei neue Projekte zur Erforschung des Coronavirus. Unter anderem soll das Zusammenspiel verschiedener Coronaviren mit dem Immunsystem untersucht werden, wie die Universität Ulm mitteilte.

Dadurch erhoffen sich die Forscher Ansatzpunkte für eine Immuntherapie zur Bekämpfung der Lungenkrankheit Covid-19. Das Projekt leitet Institutsdirektor Frank Kirchhoff, der zu den führenden Aids-Forschern zählt.

Außerdem beschäftigt sich ein weiteres Forscherteam mit der Übertragung des Virus. Im Mittelpunkt stehen dabei der Mitteilung zufolge sogenannte Spike-Proteine, die aus der Oberfläche des Coronavirus herausragen und bei dessen Verbreitung eine Schlüsselrolle spielen. Die Forscher erhoffen sich bessere Einblicke und Ansatzpunkte für Therapien.

++ Bundesregierung einigt sich auf Lufthansa-Rettungspaket

(17.02 Uhr) Die Bundesregierung hat sich auf finanzielle Unterstützung für die von der Corona-Krise schwer getroffene Lufthansa verständigt. Wie das Bundeswirtschafts- und das Bundesfinanzministerium mitteilten, hat das Rettungspaket einen Gesamtumfang von neun Milliarden Euro.

Die Lufthansa teilte mit, dass der Vorstand des Konzerns das Paket befürwortet; zustimmen muss noch der Aufsichtsrat. Hier lesen Sie mehr.

++ Gastronomie-Verband zieht ernüchternde Zwischenbilanz

Der Hotel- und Gastro-Verband Dehoga zieht nach der ersten Öffnungswoche der Gastronomie im Südwesten nach der Corona-Zwangspause eine mittelmäßige Bilanz. Die Umsätze blieben deutlich unter Soll, teilte der Verband am Montag in Stuttgart mit. Es gebe von den Gästen zwar viel Verständnis für die Abstands- und Hygieneregelungen, doch drei von vier Betrieben könnten unter den aktuellen Bedingungen nicht wirtschaftlich arbeiten, ergab eine Umfrage des Verbandes unter rund 2800 Mitgliedern.

Bei den meisten von ihnen (82,9 Prozent) erfüllten sich die Umsatzerwartungen demnach nicht: Rund 40 Prozent der Befragten gaben an, dass der Umsatz in der ersten Woche nach der Wiedereröffnung bei weniger als einem Viertel des in einer normalen Maiwoche üblichen Wertes gelegen habe. 35 Prozent der Umfrageteilnehmer erzielten zwischen 25 und 50 Prozent des normalen Umsatzes. Lediglich 6,2 Prozent der Befragten gaben an, dass sie einen guten Umsatz erwirtschaftet hätten.

„Die Zahlen zeigen, dass die Krise trotz der jetzt existierenden Öffnungsmöglichkeiten für die Speisegastronomie noch lange nicht beendet ist“, erklärt der Dehoga-Vorsitzende im Südwesten, Fritz Engelhardt. Positiv bewertet der Verband immerhin die Rückmeldungen seiner Mitglieder zum Gästeverhalten: So berichten neun von zehn Umfrageteilnehmern, dass ihre Gäste Verständnis für die jetzt geltenden Regelungen zeigten. „Für dieses Verständnis sind wir sehr dankbar, denn ohne die Mitwirkung der Gäste ist die Einhaltung der Abstands- und Hygieneregelungen und auch die Einhaltung der Regeln zur Erfassung von Kontaktdaten nicht möglich“, sagte Engelhardt.

++ DFB-Bundestag stimmt für Fortsetzung der 3. Liga 

(15.43 Uhr) Die Saison der 3. Liga wird wie geplant am 30. Mai fortgesetzt. Auf dem Außerordentlichen Bundestag stimmten 222 der 250 Delegierten für eine Fortsetzung der Spielzeit. Das entsprach einer Zustimmung von 94,87 Prozent. 16 Delegierte enthielten sich.

Der Antrag auf Abbruch der Verbände aus Sachsen und Sachsen-Anhalt kam dadurch nicht zur Abstimmung. Der Antrag hatte vorgesehen, dass es in dieser Saison keine Absteiger in die Regionalliga gibt. Somit steht fest, dass die Saison wie geplant am 30. Mai fortgesetzt wird und die verbleibenden elf Spieltage bis zum 4. Juli in englischen Wochen durchgezogen werden. Das heißt die Mannschaften haben nicht nur ein Spiel die Woche.

„Dem DFB bleibt gar keine andere Wahl, als die 3. Liga fortzusetzen. Es sollte jedem einleuchten, dass eine nationale Liga spielen können muss, selbst wenn das in zwei Bundesländern noch nicht möglich ist“, sagte DFB-Vizepräsident Rainer Koch. Andernfalls käme man vereinbarten Pflichten nicht nach, was mit hohen finanziellen Risiken verbunden wäre.

Der DFB sei „nicht der Spielball einiger weniger, die noch dazu untereinander zerstritten sind“. Hier lesen Sie mehr.

++ Flughafen Stuttgart bereitet sich auf Wiederaufnahme des Flugverkehrs vor

(15.15 Uhr) Der Stuttgarter Flughafen bereitet sich auf die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen in Sachen Corona vor. Zu den einzelnen Schritten zählen unter anderem Trennscheiben für das Personal an den Check-in-Schaltern und der Bordkarten-Kontrolle, Markierungen im Gastro-Bereich und Durchsagen, die auf den Sicherheitsabstand hinweisen.

Man wolle alles dafür tun, die Wiederaufnahme des Flugverkehrs für die Fluggäste so sicher, schnell und bequem wie möglich zu gestalten — wobei die Gesundheit der Passagiere und Mitarbeiter höchste Priorität habe, teilte die Flughafengesellschaft am Montag mit.

Dass die Fluggäste allein schon wegen der Sicherheits- und Abstandsregelungen mehr Zeit mitbringen müssen, hatte der Flughafen bereits auf seiner Website vermerkt. Außerdem müsse im gesamten Terminal nach Vorgabe der Landesregierung eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden. Das könnte auch für den Flug selbst notwendig sein. Bei einigen Airlines sei es bereits Pflicht, auch an Bord eine Maske zu tragen, teilte der Flughafen mit. Die Passagiere sollten sich vor Antritt ihrer Reise über die geltenden Bestimmungen bei ihrer Fluggesellschaft informieren.

Nur wann es nun wieder losgeht mit den touristischen Flügen, das weiß man auch beim Stuttgarter Flughafen noch nicht. „Wir warten sehnsüchtig“, sagte eine Sprecherin am Montag. Der Start der Flieger hänge weiterhin von vielen Corona-Faktoren ab, nicht zuletzt von den Reisebeschränkungen, die in den Zielländern herrschen.

++ Kanzleramt will Kontaktbeschränkungen bis zum 5. Juli verlängern

(14.21 Uhr) Das Bundeskanzleramt will die Corona-Kontaktbeschränkungen bis zum 5. Juli verlängern, dabei aber auch weitere Lockerungen ermöglichen. „Bei privaten Zusammenkünften zu Hause in geschlossenen Räumen“ und beim „Aufenthalt im öffentlichen Raum“ sollen sich bis zu zehn Menschen - oder die Angehörigen zweier Hausstände - treffen dürfen, wie aus einer AFP vorliegenden Beschlussvorlage von Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) für Beratungen mit den Staatskanzleien der Länder am Montag hervorgeht.

Die bislang zwischen Bund und Ländern vereinbarten Beschränkungen gelten noch bis zum 5. Juni. Das Kanzleramt geht in seiner Beschlussvorlage auf Distanz zu raschen Lockerungen. Minister Braun schlägt den Ländern darin vor, auch nach dem 5. Juni „weiter grundsätzlich einen Mindestabstand von eineinhalb Metern einzuhalten“.

Zudem solle die „Maskenpflicht in bestimmten öffentlichen Bereichen“ beibehalten werden. Wo die Möglichkeit bestehe, „sollten die privaten Zusammenkünfte im Freien abgehalten werden, da hier ein erheblich geringeres Infektionsrisiko besteht“.

++ Drosten äußert Skepsis zu Thüringer Weg der Lockerungen

(13.03 Uhr) Der Virologe Christian Drosten steht dem Ansatz von Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow, in der Corona-Pandemie künftig mehr auf Eigenverantwortung der Menschen zu setzen, skeptisch gegenüber.

"Die Eigenverantwortung ist ja so das schwedische Modell und wir sehen in diesen Tagen und werden es in den nächsten Monaten noch stärker sehen, dass dort eine sehr hohe Übersterblichkeit entstanden ist", sagte der Charité-Wissenschaftler am Montag im Deutschlandfunk. "Also ich bin mir nicht ganz sicher, ob das alles über Eigenverantwortung laufen kann." Drosten sprach sich für bessere Richtlinien für bestimmte gesellschaftliche Bereiche wie Schulen und Kindergärten aus.

Ramelow hatte angekündigt, im Zuge der in Thüringen geplanten Aufhebung aller allgemeinen Corona-Maßnahmen ab 6. Juni künftig auf "lokale Ermächtigungen" sowie die Eigenverantwortung der Menschen zu setzen. Es mache keinen Sinn, dass sieben Tage rund um die Uhr Krisenstäbe arbeiteten, wenn es in der Hälfte der Landkreise seit drei Wochen keine neuen Infektionen gebe, erklärte er. "Wir wollen das Management umstellen." Statt bei den Krisenstäben solle die Verantwortung nun lokal bei den Gesundheitsämtern liegen. Sollten sich neue Infektionsherde bilden, solle lokal reagiert werden.

Während Sachsen darüber nachdenkt, einen ähnlichen Weg der maximalen Lockerungen einzuschlagen, nimmt man davon in Baden-Württemberg Abstand. "Wir lockern die Maßnahmen stetig, aber Schritt um Schritt und mit Umsicht", sagte ein Sprecher der Landesregierung der Deutschen Presse-Agentur.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) wird in dem Punkt noch deutlicher und hat die Ankündigung von weitreichenden allgemeinen Lockerungen der Corona-Beschränkungen in Thüringen als "fatales Signal" bezeichnet. "Wir werden uns da noch ein Konzept überlegen müssen, wie wir darauf reagieren", sagte er. "Ich möchte nicht, dass Bayern noch mal infiziert wird durch eine unvorsichtige Politik, die in Thüringen gemacht wird", betonte er.

+++ Kreise: Bundesregierung und Lufthansa einigen sich auf Rettungspaket 

(12.21 Uhr) Die Bundesregierung und das Lufthansa-Management haben sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur grundsätzlich auf milliardenschwere Staatshilfen für die angeschlagene Fluggesellschaft geeinigt.

Zustimmen müssen aber noch der Lenkungsausschuss des staatlichen Wirtschaftsstabilisierungsfonds, die Gremien der Lufthansa sowie die EU-Kommission. Die Einigung sei „im Rahmen“ des von der Bundesregierung vorgesehenen Rettungsplans, hieß es am Montag in Regierungskreisen.

Demnach liegt das Volumen der Hilfen bei neun Milliarden Euro. Der Bund will sich vorerst mit 20 Prozent direkt an der Lufthansa beteiligen. Dies läge unterhalb der Sperrminorität, mit der wichtige Entscheidungen blockiert werden könnten.

Bundesregierung und Lufthansa verhandeln seit Wochen über Staatshilfen für die Airline. Die Lufthansa war in der Corona-Krise schwer unter Druck geraten. Der Fluggesellschaft droht das Geld auszugehen.

Das Virus mit den folgenden Reisebeschränkungen hatte den globalen Flugverkehr mit Ausnahme der Fracht nahezu zum Erliegen gebracht. Im Lufthansa-Konzern mit rund 138 000 Beschäftigten stehen Zehntausende Arbeitsplätze auf der Kippe.

++ Corona-Krise führt im März zu Tiefstand bei Verkehrstoten

(09.21 Uhr) Wegen der Einschränkungen in der Corona-Pandemie ist die Zahl der Verkehrstoten auf Deutschlands Straßen im März auf einen Tiefstand seit der Wiedervereinigung gesunken.

Bei Unfällen kamen 158 Menschen ums Leben, im März 2019 waren es noch 234 Verkehrstote, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden nach vorläufigen Ergebnissen mitteilte. In der Regel sterben monatlich den Angaben einer Sprecherin zufolge mehr als 200 Verkehrsteilnehmer.

Aufgrund der Corona-Pandemie waren seit Mitte März deutlich mehr Menschen zu Hause geblieben, was sich auch im Straßenverkehr bemerkbar gemacht hatte. 

Insgesamt registrierte die Polizei im ersten Quartal 2020 rund 564.000 Verkehrsunfälle, das entspricht einem Rückgang von 9,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal.

++ Blick in die Region (08.17 Uhr)

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+++ Nach Corona-Pause: Weitere Lockerungen für Unterkünfte in Kraft

(06.39 Uhr) Nach der coronabedingten Zwangspause läuft der Tourismus in weiteren Bundesländern wieder an. Das Einreiseverbot für Mecklenburg-Vorpommern ist aufgehoben und in Berlin, Brandenburg und Niedersachsen können Hotels wieder Gäste empfangen. Zuvor hatte das etwa in Brandenburg oder Niedersachsen nur für Ferienwohnungen gegolten.

In Mecklenburg-Vorpommern konnte die Tourismusbranche nach dem Shutdown Mitte März bereits Gäste aus dem eigenen Land begrüßen, von nun an dürfen Menschen aus den anderen Bundesländern in den Nordosten - allerdings unter einigen Voraussetzungen. So muss die Buchung einer Übernachtung in einem Hotel, einer Pension oder auf einem Campingplatz vorliegen. Für Tagestouristen bleiben die Landesgrenzen weiter dicht.

Auch in Berlin und Brandenburg können Gäste nun wieder in Ferienwohnungen und Hotels unterkommen. In Niedersachsen öffnen ebenfalls Hotels ihre Pforten für Gäste. Die dürfen allerdings nur zu 60 Prozent der Kapazität ausgelastet sein. 

Andernorts müssen einige Inlandsurlauber und Betreiber noch Geduld haben: In Sachsen-Anhalt können Hotels voraussichtlich ab dem 28. Mai Gäste aus anderen Bundesländern aufnehmen.

In Baden-Württemberg können Ferienwohnungen derzeit öffnen, soweit eine Selbstversorgung möglich ist. Hotels dürfen vom 29. Mai an aufmachen. In Bayern öffnen die Unterkünfte erst ab 30. Mai. Lockerungen treten dort aber nun für die Gastronomie in Kraft: Nach der Öffnung der Außenräume können Restaurants auch Gäste drinnen empfangen.

Das waren die letzten Meldungen von Sonntag:

++ Bahn verstärkt ihr Zug-Angebot

(22.28 Uhr) Wegen massiver Einbrüche bei den Fahrgastzahlen hat die Deutsche Bahn in der Corona-Krise ihr Angebot heruntergefahren. Nun will sie die Kapazitäten sowohl im Fern- als auch im Regionalverkehr allmählich wieder hochfahren und sich dem Normalfahrplan weiter annähern. Wie genau sie dabei vorgeht, will der für den Personenverkehr verantwortliche Bahnvorstand Berthold Huber am Montag erklären.

++ Frist verlängert: Erntehelfer dürfen bis Mitte Juni einreisen

 (19.50 Uhr) Ausländische Saisonarbeitskräfte für die Landwirtschaft dürfen noch länger nach Deutschland einreisen als bislang geplant. Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) habe sich mit Innenminister Horst Seehofer (CSU) „auf die Fortführung der bestehenden Regelung für die Einreise ausländischer Saisonarbeitskräfte bis zum 15. Juni geeinigt“, teilte das Landwirtschaftsministerium in Berlin mit. Das Konzept wäre Ende Mai ausgelaufen.

 Die Auflagen für den Gesundheits-, Arbeits- und Infektionsschutz blieben bestehen, ebenso wie das Kontingent von insgesamt 80.000 Arbeitskräften, hieß es weiter. Dieses sei aktuell nicht ausgeschöpft, bislang seien nur 33.000 Saisonarbeiter eingereist.

Mitte Juni soll die Situation „im Lichte des aktuellen Infektionsgeschehens grundsätzlich neu“ bewertet werden, hieß es weiter. Die Landwirte bräuchten Planungssicherheit, sagte Klöckner. Die Bundesregierung hatte Anfang April wegen drohender Engpässe in der Landwirtschaft die Einreise von bis zu 80.000 ausländischen Saisonkräfte in den Monaten April und Mai erlaubt.

Das Wichtigste von Sonntag:

  • Frist verlängert: Erntehelfer dürfen bis Mitte Juni einreisen 
  • Hotels und Pensionen dürfen in BaWü wieder öffnen 
  • Weitere Lockerungen für Sport-Angebote ab 2. Juni 
  • 32 Neuinfektionen in Baden-Württemberg 
  • Kommunen im Südwesten schlagen wegen Finanzierung Alarm 

+++ Hier geht es zum Newsblog von Sonntag +++

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Unsere Daten und Zahlen beziehen wir aus folgenden Quellen:

Dashboard RKI¹, Johns-Hopkins-University², Worldometer³, Ministerium für Soziales und Integration Baden Württemberg⁴, WHO⁵

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