Corona-Newsblog: Das waren die wichtigsten Entwicklungen am Mittwoch

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Deutsche Presse-Agentur
Agence France-Presse

Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹:

  • Aktuell nachgewiesen Infizierte Baden-Württemberg: ca. 7.488 (56.475 Gesamt - ca. 47.068 Genesene - 1.919 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg: 1.919
  • Aktuell nachgewiesen Infizierte Deutschland: ca. 43.008 (334.585 Gesamt - ca. 281.900 Genesene - 9.677 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland: 9.677
Durch Meldeverzug und die aufwändige Datenverarbeitung kann es Abweichungen zwischen den hier gemeldeten Zahlen und Meldungen von einzelnen Landkreisen geben.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Länder und Bund streiten um Aufhebung des Beherbergungsverbots (20.14 Uhr)
  • Sperrstunde um 23 Uhr für Gastronomie in Corona-Hotspots (18.42 Uhr)
  • Keine Versorgungsengpässe bei Grippe-Impfstoff (13.20 Uhr)
  • Weitere Regionen in Bayern und Baden-Württemberg in Warnstufen (18.15 Uhr)
  • Erstmals seit April mehr als 5000 Neuinfektionen (06.43 Uhr)
Mit dem Ende der Pressekonferenz mit Angela Merkel, Markus Söder und Michael Müller schließen auch wir den Newsblog für heute. Wir wünschen eine gute Nacht und sind morgen früh wieder mit allen wichtigen Entwicklungen rund um Corona für Sie da. 

++ Merkel richtet dringenden Appell an die Bevölkerung 

(23.13 Uhr) Bundeskanzlerin Angela Merkel hat nach der stundenlangen Debatte mit den Ministerpräsidenten in einer Pressekonferenz am späten Abend an die Deutschen appelliert, gemeinsam gegen die weitere Absbreitung des Virus zu kämpfen. Sie machte den Ernst der Lage deutlich: „Wir sind bereits in der exponentiellen Phase, das sieht man an den Infektionszahlen.“

Das Ziel sei jetzt vor allem, die Infektionsketten nachzuvollziehen - und das sei schon jetzt nicht mehr immer möglich. Dass es nun schärfere Regeln ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern gebe, sei eine Reaktion auf den schnellen Anstieg der Zahlen ab diesem Wert, sagte sie. 

Die nun getroffenen Regelungen sollen in zehn Tagen noch einmal bewertet werden, um zu beurteilen, "ob die beschlossenen Schritte ausreichen". 

Noch nicht ganz zufrieden sei sie mit der Frage nach Beherbergungsverboten. Bezüglich der touristischen Reisen aus den Risikogebieten heraus hatten die Bundesregierung und die Landechefs keine einheitliche Lösung gefunden. „Das ist auch nicht einfach umzusetzen“, sagte Merkel. "Wir haben es mit einer Jahrhundet-Herausforderung zu tun."

Deshalb werde man im Verlauf der Herbstferien an den bestehenden Regeln festhalten und am 8. November - mit Ende der Ferien in Bayern - Bilanz ziehen. Allerdings formulierte die Kanzlerin den dringenden Aufruf an die Bevölkerung, von nicht notwendigen Reisen abzusehen. 

"Wir stehen an einem entscheidenden Punkt: Reicht es, was wir jetzt tun oder reicht es nicht?", betonte sie. Das Infektionsgeschehen sei "sehr dynamisch" geworden, sagte sie mit Verweis auf die Nachbarländer, in denen die Zahlen teils stark ansteigen. 

Sie betonte, dass Deutschland bislang nur so niedrige Zahlen aufweisen könne, weil die Menschen mitgemacht und dazu beigetragen hatten. Dazu rief sie auch für die nächste Zeit auf und appellierte an die Menschen, die AHA-Regeln einzuhalten, Räume gut zu lüften und die Corona-App zu nutzen. „Dieses Einhalten der Regeln ist das A und O. Wir müssen uns dem Virus nicht ergeben, wir können gegen das Virus ankämpfen“, sagte die Kanzlerin. 

Sie betonte, dass niedrige Fallzahlen nicht nur wichtig seien, um das Gesundheitssystem nicht zu überlasten, sondern auch, um die wirtschaftliche Entwicklung stabil zu halten. "Eine zweite Welle können wir uns nicht leisten."

"Die Lage ist ein bisschen gefährlicher als im Frühjahr", ergänzte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. "Mehr Maske, weniger Feiern, weniger Alkohol", forderte er. Es seien nur wenige, die dafür verantwortlich seien. Die Einhaltun der Regeln sei keine Frage von Loyalität gegenüber der Regierung, sondern von Solidarität gegenüber den Risikogruppen.  "Ich kann nur appellieren, es ernstzunehmen. Es steht unglaublich viel auf dem Spiel, und wir brachen einen langen Atem." Die Pandemie sei die große Herausforderung unserer Generation. 

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) zeigte Unverständnis, dass noch immer Menschen nicht verstanden hätten, dass es in einer weltweiten Pandemie Einschränkungen geben müsse. 

++ Macron verschärft Kampf gegen Corona — Nächtliche Ausgangssperren 

(22.04 Uhr) Bis zu 27.000 Neuinfektionen an einem Tag, die Intensivstationen kommen an ihre Grenzen. Nun greift Frankreichs Staatschef Macron in der Corona-Krise zu härteren Maßnahmen. Mit nächtlichen Ausgangssperren in Paris und anderen Metropolen verschärft Frankreich den Kampf gegen steigende Corona-Zahlen. Die neuen Beschränkungen gelten vom Samstag an ab 21 Uhr abends bis 6 Uhr morgens, kündigte Präsident Emmanuel Macron am Mittwochabend in einem TV-Interview an.

„Wir haben die Kontrolle nicht verloren“, betonte der Staatschef angesichts der besorgniserregenden Corona-Lage. Um Einschränkungen per Verordnung durchsetzen zu können, verhängte die Regierung zudem erneut den Gesundheitsnotstand.

Von den Ausgangssperren sind nun neben dem Großraum Paris die Städte Lille, Grenoble, Lyon, Aix-Marseille, Montpellier, Rouen, Toulouse und Saint-Etienne betroffen. Die Maßnahmen sollen zunächst für mindestens vier Wochen gelten, dann aber mit Zustimmung des Parlaments bis zum 1. Dezember verlängert werden. Niemand darf nun während der Ausgangssperre ohne triftigen Grund vor die Tür.

Macron kündigte Strafen an, falls die Menschen sich nicht an die Regeln halten. Verstöße würden mit 135 Euro geahndet, für Wiederholungstäter könnten bis zu 1500 Euro fällig werden. Für Menschen, die nachts arbeiten müssten, werde es Ausnahmen geben. „Ich denke, dass wir (…) angemessene Maßnahmen treffen“, sagte Macron. Die Wirtschaft solle am Leben gehalten werden, betroffene Branchen würden weiter unterstützt.

Die Corona-Lage in Frankreich verschlechtert sich seit Wochen. Frankreich mit seinen rund 67 Millionen Einwohnern hatte am Wochenende annähernd 27.000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden gemeldet — das war ein Rekord. Am Mittwoch zählte das Land rund 23.000 Neuinfektionen — insgesamt sind seit Beginn der Pandemie mehr als 33.000 Menschen gestorben.

Für Paris und andere Metropolen gilt bereits die höchste Corona-Warnstufe. Bars sind geschlossen, in Restaurants gelten strengere Hygienemaßnahmen. Turnhallen und Schwimmbäder sind weitgehend geschlossen. Besonders die Situation in der Hauptstadt bereitet große Sorge. Dort steigt die Zahl der Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen immer weiter an. Eine Überlastung der Krankenhäuser soll nun unbedingt verhindert werden.

++ Virus hat den Südwesten im Griff: ein Überblick

(21.22 Uhr) Das Coronavirus hält den Südwesten fest im Griff. Die Pandemie reißt große Löcher in die Staatskasse — mit Folgen für den Schuldenstand des Landes. Außerdem zeigen sich die Folgen in einem Seniorenheim, mit einer Studie des Robert-Koch-Instituts und Regeln in Schulen und Städten. +++ Hier geht es zum Überblick. +++

++ Die aktuellen Zahlen für den Südwesten: 7.488 aktuell Infizierte im Land 

(20.22 Uhr) Am Mittwoch, 14. Oktober, hat das Landesgesundheitsamt in Baden-Württemberg insgesamt weitere 850 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet (Stand: 16 Uhr). Damit steigt die Zahl der seit Beginn der Pandemie Infizierten in Baden-Württemberg auf mindestens 56.475 an. Davon sind ungefähr 47.068 Personen wieder genesen. Derzeit sind geschätzt 7.488 Menschen im Land mit dem Coronavirus infiziert, das sind 498 mehr als am Vortag.

Dem Landesgesundheitsamt wurden heute zehn weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet. Damit steigt die Zahl der Todesfälle auf insgesamt 1.919.

Die Reproduktionszahl beziehungsweise der 7-Tages-R-Wert wird vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit R 1,27 angegeben. Sie ist die Anzahl der Personen, die im Durchschnitt von einer infizierten Person angesteckt werden.

Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt im Landes-Durchschnitt bei 34,5. Sie entspricht der Anzahl der in den letzten sieben Tagen neu gemeldeten Fälle pro 100.000 Einwohner. 

Stadt- und Landkreise mit einer 7-Tage-Inzidenz von mehr als 35:

  • Landkreis Böblingen (42,8)
  • Landkreis Göppingen (35,6)
  • Rems-Murr-Kreis (35,3)
  • Landkreis Reutlingen (39,0)
  • Schwarzwald-Baar-Kreis (45,2)
  • Landkreis Tübingen (46,8)
  • Landkreis Tuttlingen (36,2)
  • Stadtkreis Mannheim (48,6)
  • Stadtkreis Ulm (36,3)

Stadt- und Landkreise mit einer 7-Tage-Inzidenz von mehr als 50:

  • Landkreis Esslingen (80,2)
  • Landkreis Ludwigsburg (51,2)
  • Landkreis Schwäbisch Hall (50,3)
  • Stadtkreis Baden-Baden (52,6)
  • Stadtkreis Heilbronn (51,3)
  • Stadtkreis Stuttgart (71,4)

++ Länder und Bund streiten um Aufhebung des Beherbergungsverbots

(20.14 Uhr) In der Runde von Bund und Ländern ist am Mittwochabend hart um eine Aufhebung des Beherbergungsverbots wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen gerungen worden. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) habe ein Plädoyer gegen das Verbot gehalten, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen.

Er habe auf dessen Folgen wie eine falsche Nutzung von Testkapazitäten hingewiesen. Für eine Beibehaltung des Beherbergungsverbots plädierten demnach Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Brandenburg. Auch Schleswig-Holstein wolle mit Einschränkungen daran festhalten.

Angesichts der in der Runde zuvor beschlossenen neuen verschärften und vereinheitlichten Instrumente für den Umgang mit Corona-Hotspots solle man gemeinsam beschließen, dass das Beherbergungsverbot entfallen könne, argumentierte Laschet demnach. Das Verbot sei nicht zielorientiert wirksam und unverhältnismäßig. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) habe die Argumentation Laschets vor allem mit Blick auf den Einsatz der Testkapazitäten unterstützt.

Nach diesen Informationen erhielt Laschet von seiner rheinland-pfälzischen Amtskollegin Malu Dreyer (SPD) Rückendeckung. Auch Hamburgs erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) plädierte demnach für eine Abschaffung und forderte den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) auf, die Frage zu beantworten, wie er das Beherbergungsverbot ernsthaft umsetzen wolle. Söder habe zu dem Thema zunächst geschwiegen.

Saar-Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) unterstützte Laschet nach diesen Informationen ebenfalls. Er habe betont, dass es gute Schutzkonzepte der Hotels gebe, hieß es. Auch der zu der Riege der Vorsichtigen zählende baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) habe erklärt, das Verbot könne nicht umgesetzt werden.

++ Digitale Einreiseanmeldung soll im November kommen

(18.47 Uhr) Rückkehrer aus Corona-Risikogebieten im Ausland sollen sich ab November noch vor der Einreise nach Deutschland online registrieren. Das teilte das Bundesinnenministerium am Mittwoch in Berlin mit. Gedruckte Aussteigekarten, wie sie zum Beispiel von Fluggesellschaften an Passagiere verteilt wurden, entfallen dann.

Für Individualreisende, die zum Beispiel im eigenen Auto unterwegs sind, ist die Registrierungspflicht neu. Sie mussten sich nach ihrer Rückkehr aus einem ausländischen Risikogebiet aber bislang schon beim Gesundheitsamt melden, wenn sie keine Aussteigekarte ausgefüllt hatten. Dieser Schritt ist künftig nicht mehr nötig, weil die Gesundheitsämter direkten Zugriff haben sollen auf die Daten aus der Online-Registrierung.

Das neue System soll Nutzern zur Verfügung stehen, sobald die Länder die neuen Quarantäneregeln für Rückkehrer aus ausländischen Risikogebieten in Kraft setzen. Das ist nach Angaben von Regierungssprecher Steffen Seibert für den 8. November geplant. Eigentlich war Anfang Oktober als Startzeitpunkt vorgesehen. Das Bundesinnenministerium betonte am Mittwoch, die nötige Software sei einsatzbereit und werde nun dem Gesundheitsministerium zur Verfügung gestellt.

Reisende sollen ihren Namen, persönliche Daten, Herkunfts- und Zielort sowie den Einreisezeitpunkt angeben, bei Flugreisen auch die Flugnummer. Die Daten werden auf der Grundlage des Infektionsschutzgesetzes erhoben. Die Behörden können sie — ebenso wie Angaben in Gästelisten bei Restaurantbesuchen — auch für die Verfolgung von Straftaten nutzen, wenn dies rechtlich zulässig ist.

++ Sperrstunde um 23 Uhr für Gastronomie in Corona-Hotspots

(18.42 Uhr) In Städten und Gegenden mit stark steigenden Corona-Zahlen soll es künftig generell eine Sperrstunde um 23 Uhr in der Gastronomie geben. Dies soll ab 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche gelten. Das haben Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder am Mittwoch bei ihren Beratungen in Berlin beschlossen, wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr. Bars und Clubs sollen geschlossen werden. Auch die „Bild“-Zeitung berichtete darüber.

Zum ausführlichen Bericht über das Treffen gelangen Sie hier. 

In Regionen mit stark steigenden Corona-Zahlen werden private Feiern künftig generell auf maximal zehn Teilnehmer und zwei Hausstände begrenzt, wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr. Die Begrenzung gilt ebenfalls bei mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche.

Lokale, Bars und Clubs gelten unter Infektionsgesichtspunkten als riskant, weil sich dort viele Menschen auf engem Raum aufhalten. Insbesondere wenn viel Alkohol getrunken wird, werden die Abstandsregeln erfahrungsgemäß seltener eingehalten. Das Problem besteht gerade jetzt in der kalten Jahreszeit, weil die Wirte im Freien keine Tische mehr aufstellen können.

Die Sperrstunde würde aber auch viele Restaurants treffen, die sorgfältige Sicherheitskonzepte ausgearbeitet haben und anwenden. So stehen heute beispielsweise die Tische weiter auseinander als vor der Pandemie. Mehrere Städte mit hohen Zahlen von Corona-Neuinfektionen haben bereits Sperrstunden verhängt. 

Weihnachtsferien verlängern wegen Corona?

Eine Umfrage unter Stuttgartern zur Frage, ob die Weihnachtsferien wegen der steigenden Corona-Zahlen verlängert werden sollen, bringt unterschiedliche Antworten an den Tag.

++ Rems-Murr-Kreis und Reutlingen erreichen Corona-Vorwarnstufe

(18.15 Uhr) Nach mehreren Kommunen im Land sind auch auch im Rems-Murr-Kreis und Kreis Reutlingen der Schwellenwert von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche überschritten worden. Wie das Landratsamt am Mittwoch mitteilte, gab es 151 Neuinfektionen innerhalb einer Woche.

Besonders in der Stadt Fellbach waren die Fallzahlen deutlich angestiegen. Am Mittwoch waren dort 71 Infizierte nachgewiesen.

Im Landkreis Reutlingen sind 2135 Fälle von Corona-Infektionen gemeldet worden. Infolge von Covid-19 seien 90 Menschen gestorben. „Die Inzidenz der letzten sieben Tage beträgt 36,6 pro 100.000 Einwohner“, heißt es in einer Mitteilung.

Die dem Landkreis zugehörige Stadt Metzingen reagierte noch am Mittwoch und verschärfte die Regeln für Feiern. „Wir folgen damit einer Empfehlung des Gesundheitsamtes“, sagte eine Sprecherin der Stadt am Abend. 

Nach den Vorgaben des Sozialministeriums sind in beiden Landkreisen nun private Feiern in öffentlichen Räumen nur noch mit 50 Menschen erlaubt, in privaten Räumen mit 25.

++ Zahlen steigen auch auf der Ostalb

(17.30 Uhr) Die Zahl der Neuinfektionen steigt im Ostalbkreis weiter an. Derzeit sind laut Daten des Landratsamts Ostalbkreis 84 Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert – ein Anstieg um neun zum Vortag. Zudem hat es einen weiteren Todesfall gegeben. Demnach sind mittlerweile 46 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben.

Seit Ende September hat das Gesundheitsamt drei weitere Todesfälle registriert. Zuletzt war dies Ende Juli der Fall. „Bei den Verstorbenen handelte es sich überwiegend um ältere und großteils vorerkrankte Menschen“, so Susanne Dietterle, Pressesprecherin des Landratsamts Ostalbkreis auf Nachfrage von Schwäbische.de.

Mit steigenden Zahlen sei auch die Wahrscheinlichkeit höher, dass Infektionen in der sogenannten Risikogruppe möglicherweise zu weiteren Todesfällen führen. +++ Mehr lesen Sie hier. +++

++ Corona in Bayern auf dem Vormarsch — mehr Regionen über Warnwert

(17.08 Uhr) Das Coronavirus ist im Freistaat Bayern weiter auf dem Vormarsch. Am Mittwoch überschritt auch der Landkreis Ebersberg die Marke von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Damit lagen nach den Zahlen des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) elf Städte und Landkreise über dem wichtigen Warnwert.

Insgesamt verzeichnete das LGL mit Stand Mittwochfrüh in Bayern bislang 74.624 Infizierte sowie 2692 Tote. 65.040 Menschen galten als genesen.

Im östlich von München gelegenen Landkreis Ebersberg stieg die Sieben-Tage-Inzidenz auf 52,21. Trauriger Anführer der Statistik ist der Landkreis Regen mit einem Wert von 83,97, gefolgt vom Landkreis Berchtesgadener Land mit 76,47. Stadt und Landkreis Schweinfurt legten am Mittwoch mit 63,64 und 55,44 weiter zu. Die gleiche Entwicklung zeigte sich beim Landkreis Rottal-Inn (57,61).

In Memmingen stagnierte der Wert (58,96). Corona-Brennpunkte sind zudem trotz sinkender Tendenz weiter der Landkreis Fürstenfeldbruck (62,01) sowie die Städte München (52,15) und Rosenheim (67,66). Augsburg erreichte einen Wert von 55,97.

Auch der Landkreis Neuburg-Schrobenhausen überstieg den 50er-Wert, wie das Landratsamt mitteilte. Die Landratsämter melden häufig vor dem LGL die aktuellsten Zahlen.

++ Mittlerweise vier Klassen in Weingarten in Quarantäne

(16.51 Uhr) Nach einer zehnten Klasse der Realschule in Weingarten müssen nun auch drei Klassen des Weingartener Gymnasiums für zwei Wochen in Quarantäne. So habe es einen positiven Coronafall im Lehrer-Kollegium gegeben, erklärte die städtische Pressestelle auf SZ-Nachfrage.

Neben einer neunten Klasse sind zwei zehnte Klassen der Schule betroffen. Insgesamt mehr als 70 Schüler und drei Lehrer wurden bereits am Dienstagnachmittag nach Hause geschickt, wo sie nun erst erst einmal bleiben müssen.

++ Sieben Angestellte des Klinikums Heidenheim mit Corona infiziert

(16.35 Uhr) Am Klinikum Heidenheim haben sich sieben Angestellte mit dem Coronavirus infiziert.

Die Beschäftigten kommen aus den Bereichen Ärztlicher Dienst und Pflegedienst, wie ein Sprecher des Klinikums am Mittwoch mitteilte. Die Infektionen seien dem Klinikum seit Freitag bekannt.

Patienten seien von den Infektionen nicht betroffen. Das Klinikum behandelt nach Angaben des Sprechers derzeit keine Patienten mit einer Covid-19-Erkrankung. Der Südwestrundfunk hatte zuerst darüber berichtet.

++ Russland registriert zweiten Impfstoff gegen Corona

(16.26 Uhr) Im Kampf gegen das Coronavirus gibt es in Russland einen zweiten Impfstoff. Dies Vakzin sei am Mittwoch registriert worden, sagte Präsident Wladimir Putin der Staatsagentur Tass zufolge in Moskau.

Das Serum wurde demnach im Forschungszentrum „Vektor“ in der sibirischen Großstadt Nowosibirsk entwickelt und trägt den Namen „EpiVacCorona“. „Soweit ich weiß, haben wir bereits einen dritten Impfstoff in der Entwicklung“, sagte der Kremlchef. Dieses Serum wird derzeit am Tschumakow-Forschungszentrum für immunobiologische Präparate der Russischen Akademie der Wissenschaften getestet.

Russland hatte Mitte August den weltweit ersten Impfstoff gegen das Coronavirus für eine breite Anwendung in der Bevölkerung freigegeben. International haben Wissenschaftler erhebliche Bedenken gegen „Sputnik V“ geäußert, weil das Serum noch vor Abschluss wichtiger Tests registriert wurde. Russische Wissenschaftler haben die Kritik zurückgewiesen und behaupten, der Impfstoff erzeuge Immunität und habe keine schwerwiegenden Nebenwirkungen.

Vor Massenimpfungen zum Jahresende sollen Lehrer und Ärzte den Impfstoff bekommen — angeblich freiwillig. „Wir müssen jetzt die Produktion unseres ersten und unseres zweiten Impfstoffs erhöhen“, sagte Putin. Zuerst solle der russische Markt bedient werden.

Die Freigabe des zweiten Impfstoffs erfolgte am Tag mit der höchsten Zahl von Corona-Neuinfektionen. Mehr als 14.000 Menschen in Russland haben sich innerhalb eines Tages mit dem Coronavirus infiziert. Damit gibt es bislang mehr als 1,3 Millionen Infektionen. Über eine Million Menschen gelten als genesen.

++ Bundeswehr soll in Stuttgart Infektionsketten aufspüren

(15.33 Uhr) Um die Ausbreitung der Corona-Infektionen in Stuttgart zu verlangsamen, wird die Bundeswehr 60 Soldaten in die baden-württembergische Landeshauptstadt entsenden. Die Frauen und Männer sollen in zwei Gruppen am Donnerstag und am Freitag eintreffen, wie ein Sprecher des Landeskommandos Baden-Württemberg am Mittwoch mitteilte.

Aufgabe der Soldaten vom Jägerbataillon in Donaueschingen (Schwarzwald-Baar-Kreis) sei es, das Gesundheitsamt bei der Nachverfolgung von Infektionsketten zu unterstützen.

Für Donnerstag und Freitag seien zunächst Schulungen geplant, bevor die Frauen und Männer mit ihrer Arbeit beginnen: infizierte Personen anzurufen und mögliche Infektionsketten aufzuspüren. Außerdem sollen Kontaktpersonen über eine Infektion in ihrem Umfeld informiert werden, wie der Sprecher der Bundeswehr sagte.

Um möglichst detaillierte Informationen zu erhalten, arbeiteten die Soldaten telefonisch einen Fragebogen vom Gesundheitsamt ab. Die Amtshilfe durch die Bundeswehr sei zunächst bis zum 27. November genehmigt.

++ Ein weiterer Todesfall im Landkreis Biberach

(15.23 Uhr) Das Landratsamt Biberach hat am Mittwoch einen weiteren Todesfall gemeldet, der in Verbindung mit dem Coronavirus steht.

Den letzten Todesfall gab es am 18. August. Insgesamt sind bisher 37 Personen an und mit dem Coronavirus verstorben. In den vergangenen sieben Tagen haben sich 43 Personen mit dem Virus infiziert.

Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei 21,5. Aktuell sind im Landkreis 57 Personen infiziert. +++ Mehr lesen Sie hier. +++

++ Gebirgsschützen beten um Verschonung von Corona-Plage

(13.34 Uhr) Die Gebirgsschützen in Bayern suchen in der Corona-Krise Hilfe bei der Gottesmutter. Mit einem Bittgang zum Gnadenbild der Muttergottes in der Wallfahrtskapelle Birkenstein im Landkreis Miesbach bat eine Delegation um Verschonung von der Corona-Plage, wie der Bund der Bayerischen Gebirgsschützen-Kompanien am Mittwoch mitteilte. 

Mit einem eigens für den Anlass verfassten Gebet erbaten die Gebirgsschützen die Fürsprache der Gottesmutter. Die „Patrona Bavariae“ ist auch Schutzfrau der Gebirgsschützen. Die traditionellen Treffen der Gebirgsschützen waren dieses Jahr coronabedingt ausgefallen, darunter ihr höchstes Fest, der Patronatstag.

++ Keine Versorgungsengpässe bei Grippe-Impfstoff

(13.20 Uhr) Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat Befürchtungen vor Engpässen beim Grippeimpfstoff zurückgewiesen. Es könne momentan lokal und zeitlich zu Lieferengpässen kommen, sagte er am Mittwoch in Berlin.

„Das heißt aber nicht, dass wir Versorgungsengpässe bei diesem Grippeimpfstoff haben.“ Das Bundesgesundheitsministerium hat nach eigenen Angaben für diese Saison 26 Millionen Dosen bestellt. „So viele Impfdosen standen noch nie zuvor in Deutschland für die Grippeimpfung zur Verfügung“, sagte Spahn.

Der Impfstoff werde nicht an einem Tag ausgeliefert, sondern stehe nach und nach zur Verfügung. Es sei sinnvoll, sich auch noch im November oder Dezember impfen zu lassen.

In den vergangenen Jahren sind nach Spahns Angaben jeweils vier bis sechs Millionen Impfdosen vernichtet worden, weil sie nicht eingesetzt wurden. Er appellierte an diejenigen, sich impfen zu lassen, „für die die Ständige Impfkommission eine Impfung empfiehlt“. „Schützen Sie sich, schützen Sie andere, schützen Sie unser Gesundheitssystem.“

Je weniger Menschen an Grippe erkrankten, desto mehr Kapazitäten stünden für andere Patienten, vor allem für Covid-19-Erkrankte, zur Verfügung.

++ Corona-Lockdowns drücken weltweiten CO2-Ausstoß deutlich

(11.31 Uhr) Die Corona-Pandemie hat die Welt aus dem Tritt gebracht. Menschen mussten zu Hause bleiben, die Wirtschaft brach ein.

Die Folge: Einer neuen Studie zufolge ging die Menge der CO2-Emissionen um deutlich mehr als eine Milliarde Tonnen zurück, das ist weit mehr als während der Ölkrise 1979 und der Finanzkrise 2008. Eine gute Nachricht fürs Klima? Nach Ansicht von Forschern kaum. Denn der Effekt war vielerorts nur von kurzer Dauer.

Im ersten Halbjahr 2020 seien insgesamt rund 1,6 Milliarden Tonnen oder 8,8 Prozent weniger CO2 in die Atmosphäre gepustet worden als im Vorjahreszeitraum, berichtete das Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK) am Mittwoch. Hauptautor Zhu Liu von der Tsinghua-Universität Peking sagte demnach, Zeitreihen zeigten, wie der Emissionsrückgang mit den Lockdowns in den einzelnen Ländern korrespondiert habe.

Im April, als die meisten Länder wegen der drastischen Zunahme von Corona-Infektionen ihr öffentliches Leben zurückfuhren, seien die Emissionen den Forschern zufolge sogar um 16,9 Prozent zurückgegangen. Die Ergebnisse wurden im Fachblatt „Nature Communications“ veröffentlicht.

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++ Merkel und Ministerpräsidenten beraten über Corona-Beschränkungen

(08.51 Uhr) Erstmals seit Juni kommen die Ministerpräsidenten wieder nach Berlin zum Gespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. Am heutigen Mittwoch werden sie über das insgesamt richtige Maß weiterer Beschränkungen beraten

Zu einem Ärgernis für die Bürger sind auch die von Bundesland zu Bundesland verschiedenen Regelungen geworden. Unions-Fraktionschef Ralph Brinkhaus verlangte daher am Dienstag von der Bund-Länder-Runde im Kanzleramt „ein klares Signal gegen die Kleinstaaterei“. Die Menschen bräuchten Klarheit, sagte der CDU-Politiker. „Dies gilt insbesondere für innerdeutsche Reisen.“

Auch Nordrhein-Westfalens Regierungschefs Armin Laschet (CDU) hat sich für mehr Einheitlichkeit bei den Corona-Regeln ausgesprochen. Notwendig seien „einheitliche Regeln“ in Regionen, in den die so genannten Inzidenzwerte überschritten werden, sagte Laschet im ARD-„Morgenmagazin“. Das regionale Vorgehen in Hotspots gegen die weitere Corona-Ausbreitung sei eine Stärke Deutschlands, sagte Laschet.

++ Stuttgart verschärft Regeln

(05.01 Uhr)  Mit neuen Regeln geht die Landeshauptstadt Stuttgart gegen die Ausbreitung des Coronavirus vor. In der Innenstatd gilt etwa ab Mittwoch eine Maskenpflicht für Erwachsene, aber auch für Kinder im Alter von mindestens sechs Jahren.

Auch bei öffentlichen Veranstaltungen muss nun eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden. Wie es weiterhin in der aktuellen Allgemeinverfügung heißt, wird der nächtliche Straßenverkauf und Konsum von Alkohol an bestimmten Orten in der Stadt von Donnerstag bis Samstag verboten.

Am Samstag war der Wert von 50 Neuinfektionen in Stuttgart pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen überschritten worden. Am Montag lag der Wert bei 70. Um die Situation in den Griff zu bekommen, müssen Lehrer von Mittwoch an eine Mund-Nasen-Bedeckung in Klassenzimmern und anderen Räumen tragen.

Schüler ab der fünften Klasse müssen ebenfalls Masken im Unterricht anziehen. Außerdem sollen die Unterrichtszeiten entzerrt werden: Schüler ab der achten Klasse beginnen mit dem Unterricht erst in der zweiten Schulstunde.

++ Grüne in Bayern fordern millionenfache Schnelltests

(08.40 Uhr) Zur Verhinderung einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus setzen die Grünen im bayerischen Landtag in den kommenden Monaten auf massenhafte Corona-Schnelltests. Schließungen von Kitas und Schulen sowie Überlastungen von Kliniken insbesondere aufgrund von erkranktem Personal seien mit allen Mitteln zu verhindern.

Aus Sicht der Grünen könnten die neuen Antigenschnelltests hier eine entscheidende Rolle spielen. Getestete müssten innerhalb von 24 bis 48 Stunden getestet, befundet und informiert werden. Gleichwohl setzen auch die Grünen weiterhin auf eine konsequente Umsetzung von Maskenpflicht sowie Abstands- und Hygieneregeln.

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++ Wirtschaftsministerium plant Verlängerung der Corona-Überbrückungshilfen

(07.52 Uhr) Das Bundeswirtschaftsministerium bereitet eine Verlängerung der Corona-Überbrückungshilfen vor. Nach Informationen der Funke Mediengruppe aus dem Haus von Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sollen die laufenden Überbrückungshilfen für Unternehmen bis zum 30. Juni 2021 verlängert werden. Der Deutschen Presse-Agentur wurden derartige Überlegungen von Insidern bestätigt. Nach der derzeitigen Regelung würden die Überbrückungshilfen zum Jahresende auslaufen.

Nach Funke-Informationen zielt das Haus von Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) vor allem auf Verbesserungen für das Hotel- und Gaststättengewerbe. Weitere Unterstützung sollen aber auch die Veranstaltungsbranche sowie die Messe-und Ausstellungswirtschaft bekommen. Konkret werde im Ministerium an verbesserte Abschreibungsmöglichkeiten wie auch an Modernisierungs- und Zuschussprogramme für Renovierungen während der auftragslosen Zeit gedacht.

Die Maßnahmen sollen am Mittwoch beim Corona-Gipfel von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten der Länder diskutiert werden. Erstmals seit vier Monaten tagt die Konferenz nicht per Video, die Länderchefs kommen für ein Vor-Ort-Treffen nach Berlin.

++ Erstmals seit April mehr als 5000 Neuinfektionen

(06.43 Uhr) Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) erstmals seit April mehr als 5000 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Insgesamt belief sich die Zahl laut RKI auf 5132.

Das waren mehr als 1000 Fälle mehr als noch am Vortag. Der letzte Höchstwert seit April waren 4721 neu nachgewiesene Fälle am Samstag gewesen. Am Mittwoch vergangener Woche hatten die Gesundheitsämter dem RKI 2828 Neuinfektionen mitgeteilt.

Zuletzt waren Mitte April die Zahlen so hoch wie aktuell. Allerdings sind die Werte nicht miteinander vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird - und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden. Das RKI schreibt zur momentanen Situation: „Aktuell ist ein beschleunigter Anstieg der Übertragungen in der Bevölkerung in Deutschland zu beobachten. Daher wird dringend appelliert, dass sich die gesamte Bevölkerung für den Infektionsschutz engagiert.“

Der Anteil der Covid-19 Fälle nehme in der älteren Bevölkerung leicht zu. Senioren gelten in der Regel als anfälliger für eine schwere Corona-Erkrankung als Jüngere.

++ Nachvollziehbare und einheitliche Corona-Regeln gefordert

(05.47 Uhr)  Vor dem Treffen zwischen Bund und Ländern pochen Politiker verschiedener Parteien auf einheitliche, klare und nachvollziehbare Corona-Regelungen, um die Akzeptanz dafür zu stärken.

„Es ist ganz entscheidend, dass die Bürger eine einheitliche, klare Handhabe haben“, sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) im ZDF-„heute journal“. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet sagte dem „Tagesspiegel“, dass die Bürger ein Recht hätten „auf klare, verbindliche Regeln, die jeder nachvollziehen kann.“ Auch Niedersachsens Regierungschef Stephan Weil (SPD) mahnte, die Politik müsse dort, wo es nötig sei - wie beispielsweise bei der Begrenzung von privaten Feiern - auch klare Regeln aufstellen.

Zuvor hatten bereits Politiker wie Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und Unions-Fraktionschef Ralph Brinkhaus eine einheitliche Linie der Länder angemahnt. Die Mahnung hatte sich auch an den erst vergangene Woche beschlossenen Beherbergungsverboten entzündet, die oft als nicht mehr nachvollziehbar wahrgenommen worden waren.

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Das waren die letzten Nachrichten vom Dienstag

++ Corona-Neuinfektionen in Baden-Württemberg erhöhen sich um 700

(22.08 Uhr) — In Baden-Württemberg hat sich die Zahl der neu mit dem Coronavirus Infizierten im Vergleich zum Vortag um 700 erhöht. Damit liegt die Zahl der bestätigten Fälle bei 55.625, teilte das Landesgesundheitsamt am Dienstag mit.

Die Zahl der im Zusammenhang mit dem Virus Verstorbenen stieg um 6 auf 1909. Als genesen gelten laut der Behörde 46.726 Menschen — 264 Personen mehr als am Montag.

Im Schnitt haben sich in den vergangenen sieben Tagen 32,3 Personen pro 100.000 Einwohner mit dem Virus angesteckt. In Stuttgart lag der Wert fast unverändert bei 69,7 und damit weiter deutlich über der kritischen Schwelle von 50. Für den Landkreis Esslingen wurde am Dienstag eine Inzidenz von 77,6 angegeben.

Fünf Stadt- beziehungsweise Landkreise liegen mit mehr als 45 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern nur noch knapp unter dem kritischen Wert von 50. Am nächsten dran am Warnwert ist die Stadt Mannheim mit 48,3 Infizierten pro 100.000 Einwohner.

++ Drosten: Können Ältere im Kampf gegen Corona nicht völlig abschirmen 

(21.47 Uhr) Der Virologe Christian Drosten hat sich deutlich gegen die Idee ausgesprochen, sich in der Corona-Pandemie nur auf den Schutz von Älteren und anderen Risikogruppen zu konzentrieren, während der Rest der Gesellschaft zum Alltag zurückkehrt.

Zum einen könne es nicht gelingen, die Älteren komplett abzuschirmen, sagte der Charité-Wissenschaftler in der am Dienstag veröffentlichten Folge des „Coronavirus-Update“ bei NDR-Info. Zum anderen gebe es auch in den jüngeren Altersgruppen nicht so wenige Risikopatienten.

Ließe man das Virus in den jüngeren Altersgruppen durchlaufen, gäbe es viele Infektionen auf einmal und man komme auch da an die Belastungsgrenze der Medizin, so Drosten. Dabei gehe es dann aber um einen Patiententyp mit anderer gesellschaftlicher Wahrnehmung: „Da würden eben junge Familien auch den Familienvater verlieren oder auch die Mutter.“ Das sei „eine ganz andere Konsequenz und das kann man einfach so nicht durchlaufen lassen“, betonte der Virologe.

Hintergrund ist ein offener Brief von drei Wissenschaftlern aus den USA und Großbritannien, die sich gegen bevölkerungsweite Maßnahmen aussprechen — auch andere Experten widersprachen ihnen bereits.

++ Stadt und Landkreis Schweinfurt überschreiten Corona-Warnstufe

(21.38 Uhr) Stadt und Landkreis Schweinfurt haben in der Corona-Pandemie die wichtige Warnstufe von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschritten.

Für die Stadt meldete das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) am Dienstag (Stand: 8 Uhr) einen Wert von 54,28; für den Landkreis 51,11. Auch der Landkreis Rottal-Inn liegt mittlerweile mit 52,67 über der bundesweit wichtigen Warnstufe.

In Schweinfurt gibt es nun von Mittwoch, 14. Oktober, bis einschießlich 20. Oktober weitere Einschränkungen. So ist nachts zwischen 23 Uhr und 6 Uhr der Verkauf von Essen und Trinken zum Verzehr vor Ort nicht erlaubt und private Treffen sind auf maximal fünf Menschen begrenzt. Das teilte die Stadt am Abend mit. Auch für Feiern gelten Teilnehmerbeschränkungen, Heimbewohner und Patienten im Krankenhaus dürfen nur noch von einer Person pro Tag besucht werden.

Da es noch keinen Corona-Fall in einer Kita gegeben habe und die Infektionen in Schulen laut Stadt eingedämmt werden konnten, gebe es in Schulen und Kindergärten keine neuen Beschränkungen.

Corona-Brennpunkte in Bayern sind zudem weiter die Landkreise Regen (86,55) und Fürstenfeldbruck (66,12) sowie die Städte München (53,70), Memmingen (58,96) und Rosenheim (72,38). Augsburg liegt mit 48,89 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen noch knapp unter der kritischen Marke. Für den Landkreis Berchtesgadener Land weist das LGL einen Inzidenzwert von 65,14 aus.

+++ Hier geht es zum gesamten Newsblog vom Dienstag +++

 

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