Corona-Newsblog: Das waren die wichtigsten Entwicklungen am Mittwoch

Lesedauer: 29 Min
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Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹:

  • Aktuell nachgewiesen Infizierte Baden-Württemberg: ca. 3.250 (44.118 Gesamt - ca. 39.000 Genesene - 1.867 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg:  1.867
  • Aktuell nachgewiesen Infizierte Deutschland: ca. 16.140 (253.474 Gesamt - ca. 228.000 Genesene - 9.338 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland: 9.338
Durch Meldeverzug und die aufwändige Datenverarbeitung kann es Abweichungen zwischen den hier gemeldeten Zahlen und Meldungen von einzelnen Landkreisen geben.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • 278 neue Corona-Infektionen im Südwesten (19.42 Uhr)
  • Pauschale Reisewarnung für gut 160 Länder noch bis Ende September (13.37 Uhr)
  • Teilnehmer erkrankt: AstraZeneca stoppt Test von Corona-Impfstoff (16.25 Uhr)
  • Bahn sieht kein erhöhtes Infektionsrisiko in Zügen (11.56 Uhr)
  • Krise kostet Autobranche laut Studie weltweit Milliarden (8.34 Uhr)
  • Frauenhäuser verzeichnen mehr Anfragen - kaum freie Plätze (6.50 Uhr)

Wir schließen den Newsblog für heute und sind morgen mit allen neuen Entwicklungen für Sie da.

++ Verkehrsminister: Durchsetzung von Maskenpflicht Aufgabe des Staates

(20.47 Uhr) Die Verkehrsminister der Länder haben mehrheitlich beschlossen, den Verkehrsunternehmen nicht die Durchsetzung von Bußgeldern bei Verstößen gegen die Maskenpflicht in Bussen und Bahnen aufzubürden. Dies sei eine staatliche Aufgabe, sagte die Vorsitzende der Verkehrsministerkonferenz, die saarländische Ressortchefin Anke Rehlinger (SPD), am Mittwochabend der Deutschen Presse-Agentur. „Das sollten wir nicht den Beschäftigten in Bussen und Bahnen zusätzlich zumuten.“

Vorausgegangen war ein Prüfauftrag der Ministerpräsidenten. Diese hatten bei ihren Beratungen mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) Ende August ein weitgehend einheitliches Bußgeld von mindestens 50 Euro für Maskenverweigerer vereinbart und darüber hinaus festgehalten: „Die Verkehrsminister von Bund und Ländern werden gebeten zu prüfen, wie für alle Verkehrsträger im Regional- und Fernverkehr die Voraussetzungen dafür geschaffen werden können, dass ein — wie ein Bußgeld wirkendes — erhöhtes Beförderungsentgelt eingeführt werden kann.“

Dies war auf scharfe Kritik etwa bei der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) gestoßen. Es sei unverantwortlich, den Beschäftigten in den Zügen diese zusätzliche Aufgabe aufzubürden.

++ Corona-Grenzwert im Donau-Ries-Kreis überschritten

Der Landkreis Donau-Ries verzeichnet einen enormen Anstieg an Coronavirus-Infektionen. Das hat die Kreisverwaltung am Mittwoch mitgeteilt. Zurückzuführen sei dies hauptsächlich auf Reiserückkehrer. Der Signalwert sei seit diesem Mittwoch überschritten. 

In den vergangenen sieben Tagen seien 37 Sars-CoV-2-Infizierte dokumentiert worden, heißt es in der Mitteilung weiter. Damit ist der Grenzwert, der bei 35 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb sieben Tage liegt, um zwei überschritten. Weitgreifende Einschränkungen seien aber laut Landrat Stefan Rößle und zuständigem Gesundheitsamt nicht erforderlich.

Der Schwerpunkt der vielen Neuinfektionen lag am vergangenen Wochenende, dem letzten der diesjährigen Sommerferien. Die Infizierten würden sich über den gesamten Landkreis verteilen. Allerdings könne der Wert nur bedingt interpretiert werden, da ein großer Teil der Neuinfektionen auf mehrköpfige Familien, teilweise mit Kleinkindern, zurückzuführen sei. Die Betroffenen seien in häuslicher Isolation, eine weitere Ausbreitung befürchtet die Behörde demnach nicht.

Im benachbarten Ostalbkreis sind in den vergangenen sieben Tagen 25 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das zeigen die Daten des Landratsamts. Aktuell (Stand: Mittwoch, 9. September) sind im Kreis 31 Personen infiziert,  vier weniger als am Vortag. 43 Menschen sind im Zusammenhang mit dem Virus gestorben. Der letzte Todesfall wurde am 21. Juli veröffentlicht.

++ 278 neue Corona-Infektionen im Südwesten

(19.42 Uhr) Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Menschen in Baden-Württemberg ist auf mindestens 44 388 gestiegen. Das sind 278 Menschen mehr als am Vortag, wie aus Zahlen des Landesgesundheitsamtes vom Mittwoch hervorgeht.

Als genesen gelten 38 828 Menschen; das entspricht einem Plus von 278. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus lag bei 1867 nach 1866 am Vortag. Der sogenannte Sieben-Tage-R-Wert wurde mit 0,99 angegeben. Der Wert gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt.

++ Neuer Corona-Fall in Wangen betrifft auch einen Kindergarten

(18.37 Uhr) In Wangen gibt es einen weiteren Coronafall. Er war am Dienstagabend festgestellt worden. Betroffen davon ist auch der Kindergarten St. Antonius. Er wurde am Mittwoch vorsorglich geschlossen.

Bei dem Neuerkrankten handelt es sich nach Angaben der Stadt um einen Mann, der am Dienstag ein mit ihm verwandtes Kind in die derzeit während der Neubauphase im Gemeindezentrum St. Ulrich untergebrachte Einrichtung gebracht beziehungsweise von dort abgeholt hatte. Abends erhielt er demnach dann den positiven Befund seines Covid-19-Tests.

Nach Angaben des Landratsamts habe die Leitung deshalb beschlossen, den Kindergarten am Mittwoch zu schließen. Deren Gespräche mit Fachleuten des Gesundheitsamts hätten am Nachmittag ergeben: Der Mann hatte bei seinem Abstecher in den Kindergarten lediglich mit einer Person so direkten Kontakt, dass für sie Quarantäne angeordnet werden musste. Alle anderen sind nach Angaben einer Sprecherin Kontaktpersonen zweiten Grades, bei denen dies nicht nötig sei.

Deshalb habe das Landratsamt auch eine weitere Kindergartenschließung weder verhängt noch empfohlen. Der Kindergarten war am Mittwoch nach den Gesprächen mit dem Landratsamt nicht zu erreichen.

++ Infektionszahl im Krei Biberach steigt langsam, aber stetig

Im Landkreis Biberach wurden nach aktuellem Stand 750 Personen positiv auf das Coronavirus getestet. Das sind zwei (eine männlich, eine weiblich) mehr als am Dienstag. Mittlerweile sind 691 Personen wieder genesen. 37 Personen sind an und mit dem Coronavirus im Landkreis Biberach verstorben. Es handelt sich um 16 Frauen und 21 Männer.

++ Teilnehmer erkrankt: AstraZeneca stoppt Test von Corona-Impfstoff

(16.25 Uhr) Der Pharmakonzern AstraZeneca hat die klinische Studie für seinen vielversprechenden Corona-Impfstoff vorsorglich gestoppt. Bei einem Teilnehmer waren gesundheitliche Probleme aufgetreten. Das sei eine Routinemaßnahme für solche Fälle, teilte das britisch-schwedische Unternehmen am Mittwoch mit. „In großen Versuchsreihen treten Erkrankungen zufällig auf, müssen aber von unabhängiger Seite untersucht werden, um das gründlich zu überprüfen.“

Das Mittel zählt bisher zu den aussichtsreichen Kandidaten unter den potenziellen Corona-Impfstoffen. Viele Länder, auch Deutschland, haben mit dem Konzern Verträge über insgesamt Milliarden Dosen abgeschlossen. Während des Stopps sollen nun vorerst keine weiteren Probanden geimpft und bisher geimpfte Personen weiter beobachtet werden. AstraZeneca werde die Untersuchung des Falls beschleunigen, damit sich das Zulassungsverfahren für den Impfstoff so wenig wie möglich verzögere, hieß es vom Unternehmen.

Ein solcher vorläufiger Studienstopp sei „nicht ungewöhnlich“, sagte der US-Immunologe Anthony Fauci, der auch als Berater der US-Regierung tätig ist, dem TV-Sender CBS. „Das ist eines dieser Sicherheitsventile, die man bei klinischen Studien wie dieser hat.“ Stephan Becker, Direktor des Instituts für Virologie an der Philipps-Universität Marburg, lobte, das transparente Vorgehen sei ein Zeichen der funktionierenden Qualitätskontrolle.

Bei der Überprüfung des Falls geht es nun darum festzustellen, ob die gesundheitlichen Probleme des Studienteilnehmers vom Impfstoff ausgelöst wurden. AstraZeneca machte keine Angaben zu der Erkrankung. Die „New York Times“ berichtete unter Berufung auf eine informierte Person, dass es sich um eine Transverse Myelitis handele. Diese sehr seltene Erkrankung entwickelt sich häufig in Zusammenhang mit Infektionen. Der AstraZeneca-Wirkstoff AZD1222 beruht auf der abgeschwächten Version eines Erkältungsvirus von Schimpansen.

++ Erleichterter Bezug von Hartz IV bis Jahresende 

(14.25 Uhr) Der Zugang zu Hartz-IV-Leistungen ist wegen der Corona-Krise weiter leichter möglich. Das Bundeskabinett verlängerte die Erleichterungen am Mittwoch in Berlin bis 31. Dezember 2020. Das Vermögen der Betroffenen wird damit weiter nur eingeschränkt von den Jobcentern überprüft. Tatsächliche Kosten für Unterkunft und Heizung werden anerkannt. Bei der Bewilligung vorläufiger Leistungen gibt es Vereinfachungen.

Schülerinnen und Schüler sowie Kinder in Tagespflegeeinrichtungen werden zudem weiter ein Mittagessen im Rahmen des Bildungspakets erhalten, auch wenn Schulen und Einrichtungen pandemiebedingt schließen. In diesem Fall kann das Mittagessen zur Abholung oder Lieferung bereitgestellt werden.

Für Menschen mit Behinderung kann bis Jahresende weiter der Mehrbedarf zur Finanzierung der Mittagsverpflegung zur Verfügung gestellt werden.

Das Bundeskabinett beschloss zudem die Verlängerung des Sozialdienstleister-Einsatzgesetzes bis zum 31. Dezember. So soll die Arbeit der sozialen Dienstleister während der Krise sichergestellt werden. Soziale Dienstleister stellten in der Krise im Gegenzug Arbeitskräfte, Räumlichkeiten und Sachmittel zur Verfügung. Es geht um Organisationen der Rehabilitations- und Behindertenhilfe, der Arbeitsmarktpolitik sowie Frühförderstellen.

++ Pauschale Reisewarnung für gut 160 Länder noch bis Ende September 

(13.37 Uhr) Die pauschale Reisewarnung für fast alle gut 160 Länder außerhalb der EU und des grenzkontrollfreien Schengen-Raums wird am 30. September enden. Vom 1. Oktober an soll es nach einem Beschluss des Bundeskabinetts dann auf die Lage in den einzelnen Staaten zugeschnittene Bewertungen geben, wie die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus Regierungskreisen erfuhr.

An der Möglichkeit zu reisen werde sich damit praktisch wohl wenig ändern, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes. Allerdings werde zu einem differenzierten System übergegangen. Es werde wohl so sein, dass für Länder, die als Risikogebiete gelten, weiter eine Reisewarnung gelten könne.

Die pauschale Verlängerung war zuletzt vor allem von der Reisebranche kritisiert worden. Der Reiseverband DRV hatte nach früheren Entscheidungen von einem „falschen Signal“ gesprochen. Hauptkritikpunkt war, dass die Reisewarnung bislang pauschal für mehr als 80 Prozent der Länder dieser Welt gilt. Die Reisewarnung erfolgt unabhängig von der Einstufung von Ländern als Risikogebiet. Nur in Europa wird die Lage bislang differenziert betrachtet.

Eine Reisewarnung ist kein Verbot, soll aber eine erhebliche abschreckende Wirkung haben. Allerdings hat sie auch eine positive Seite für Verbraucher: Sie ermöglicht es Reisenden, Buchungen kostenlos zu stornieren.

++ Bahn sieht kein erhöhtes Infektionsrisiko in Zügen

(11.56 Uhr) Mitarbeiter in den Fernverkehrszügen der Deutschen Bahn haben kein erhöhtes Corona-Ansteckungsrisiko. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Untersuchung mit der Berliner Universitätsklinik Charité unter gut 1000 Bahn-Mitarbeitern, die der Konzern am Mittwoch vorstellte.

Es gebe bei den Zugbegleitern „keine Anzeichen für eine erhöhte Corona-Gefahr“ und folglich generell „kein erhöhtes Risiko in unseren Zügen“, erklärte Bahn-Personalvorstand Martin Seiler.

Etwa 600 Zugbegleiter sowie 200 Lokführer und 200 Instandhaltungstechniker im Fernverkehr wurden laut Bahn zufällig ausgewählt und ließen sich vom 29. Juni bis zum 3. Juli freiwillig auf eine Corona-Ansteckung und Antikörper testen.

Demnach war nur ein Werksmitarbeiter Corona-positiv; insgesamt 20 Mitarbeiter wurden positiv auf Antikörper getestet. Dabei waren Zugbegleiter relativ sogar weniger betroffen als die Mitarbeitergruppen ohne Kundenkontakt.

Das „lässt natürlich keine direkte Schlussfolgerung auf das Risiko für Fahrgäste zu“, erklärte Seiler. Die Bahn habe aber auch „keine Erkenntnisse dafür, dass Menschen in unseren Zügen einer höheren Gefahr ausgesetzt sind“. Der Konzern verwies darauf, dass die Zugbegleiter „für gewöhnlich signifikant längere Aufenthaltsdauern in Zügen haben als Reisende“. Die Bahn plant eine zweite Testrunde für Oktober und eine dritte für Februar 2021.

++ Krise kostet Autobranche laut Studie weltweit Milliarden 

(8.34 Uhr) Die Corona-Krise hat die Autobranche weltweit Milliarden gekostet und tief in die roten Zahlen gedrückt. Einer Analyse des Beratungsunternehmens EY zufolge summierten sich die operativen Verluste der 17 größten Autokonzerne im zweiten Quartal auf fast elf Milliarden Euro — nach knapp 22 Milliarden Euro Gewinn im zweiten Quartal des Vorjahres.

Nur sechs Hersteller mussten keine roten Zahlen verbuchen, einzig Tesla schnitt im Zeitraum April bis Juni sogar besser ab als im Vorjahr und sprang laut EY auch gleich an die Spitze der Rangliste der profitabelsten Autokonzerne.

Vor sinkenden Umsätzen konnte sich der Analyse zufolge keiner der Hersteller im zweiten Quartal retten. Zusammen büßten sie fast 177 Milliarden Euro ein, das ist ein Rückgang um 41 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Auch hier ist die Bandbreite allerdings groß und reicht von 5 Prozent Umsatzminus bei Tesla bis zu minus 57 Prozent bei Mitsubishi. Die drei deutschen Hersteller Volkswagen (-37 Prozent), Daimler (-29) und BMW (-22) lagen im Mittelfeld.

Zwar werde das dritte Quartal wieder deutlich besser ausfallen als das zweite, eine Rückkehr der Absatzzahlen auf das Vorkrisenniveau erwarten die EY-Experten aber frühestens 2022. An Werksschließungen und Arbeitsplatzverlusten führe kein Weg vorbei — allerdings noch nicht jetzt. „Das große Erwachen wird wohl erst im nächsten Jahr kommen“, sagte EY-Autoexperte Peter Fuß. „Dann wird es eine brutale Auslese geben.“

++ Schwangere mit Corona: seltener Fieber, mehr frühe Geburten

(8.13 Uhr) Andere Symptome und ein erhöhtes Risiko für eine Frühgeburt: Experten haben mögliche Folgen einer Corona-Infektion bei schwangeren Frauen untersucht. Eine verfrühte Geburt ist demnach bei ihnen wahrscheinlicher, wobei die Rate spontaner Frühgeburten — also bei allein einsetzenden Wehen — kaum höher liegt.

Bei infizierten Schwangeren werde also öfter eine Schwangerschaft eingeleitet und/oder der Säugling per Kaiserschnitt früher geholt, erläutern die Forscher im Fachmagazin „BMJ“. Dafür gebe es verschiedene Gründe.

Das sei eine Situation, die nicht nur bei einer Ansteckung mit Sars-CoV-2, sondern auch bei anderen Infektionen auftreten könne, erklärte die Virologin Susanne Modrow, die unter anderem zu Virusinfektionen in Schwangerschaften forscht. „Akute Infektionen haben in der Spätphase der Schwangerschaft häufig das Risiko einer verfrühten Geburt.“

Zusammengetragen haben die Forscher um Shakila Thangaratinam vom WHO Collaborating Centre for Global Women's Health an der University of Birmingham die Ergebnisse von insgesamt 77 Studien. Die Anzahl von Totgeburten oder Todesfällen bei Neugeborenen ist demnach bei infizierten Schwangeren nicht höher.

++ Frauenhäuser verzeichnen mehr Anfragen - kaum freie Plätze

(6.50 Uhr) Die Frauenhäuser im Südwesten erhalten seit Ende Juli deutlich mehr Hilferufe schutzsuchender Frauen. „Mit Beginn der Sommerferien bekommen wir im Verbund der Frauenhäuser drei bis vier Anfragen am Tag, üblich ist durchschnittlich eine“, sagte Heidi Graf-Knoblauch vom Stuttgarter Autonomen Frauenhaus.

Derzeit sind kaum freie Plätze in Baden-Württemberg gemeldet. Das Frauenhaus in Stuttgart etwa ist voll belegt.

Schon vor der Corona-Krise seien freie Plätze in den 42 Frauen- und Kinderschutzhäusern im Land Mangelware gewesen. Ein sofortiger Schutz in einer akuten Krise kann oftmals nur durch die Suche in einem anderen Bundesland ermöglicht werden — was einen enormen Aufwand für die gepeinigte Frau bedeutet.

„Wir gehen davon aus, dass sich durch die räumliche Nähe in der Corona-Krise bereits vorhandene Spannungen verschärft haben“, erläuterte Graf-Knoblauch. Zugleich hätten die Frauen während des Höhepunktes der Pandemie-Einschränkungen kaum Möglichkeiten gehabt, aus gewaltgeprägten Beziehungen auszubrechen. „Sie standen ja ständig unter Beobachtung.“

++ 1176 registrierte Neuinfektionen in Deutschland 

(6.36 Uhr) Die Gesundheitsämter in Deutschland haben innerhalb eines Tages 1176 neue Corona-Infektionen gemeldet. Dies gab das Robert Koch-Institut (RKI) am Mittwoch auf seiner Homepage bekannt. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich demnach mindestens 253.474 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 9.9., 0.00 Uhr).

Bis Mittwochmorgen hatten etwa 228.000 Menschen die Infektion überstanden. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt bei 9338. Das sind neun weitere Todesfälle im Vergleich zum Vortag.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Mitteilung vom Dienstag bei 1,10 (Vortag: 1,12). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Aus den Daten des RKI-Lageberichts geht hervor, dass sich von den vom 31. August bis 6. September erfassten Infizierten, bei denen eine Angabe zum Infektionsland vorliegt, 32 Prozent wahrscheinlich im Ausland ansteckten. Auf vier Wochen betrachtet wurden Kroatien, der Kosovo, die Türkei, Bosnien und Herzegowina sowie Spanien als wahrscheinliche Infektionsländer am häufigsten genannt.

++ Grippe oder Covid-19? Diagnose anfangs knifflig

(6.23 Uhr) Die üblicherweise zum Winteranfang beginnende Grippesaison und die gleichzeitig andauernde Corona-Pandemie werden die Ärzte nach Ansicht der Frankfurter Virologin Sandra Ciesek vor besondere Herausforderungen stellen.

Es lasse sich anfangs nicht leicht beantworten, ob eine Grippe oder eine Infektion mit der vom Coronavirus Sars-CoV-2 ausgelösten Krankheit Covid-19 vorliege, sagte Ciesek der Deutschen Presse-Agentur.

„Die Symptomatik kann insbesondere in der Frühphase der Infektion sehr ähnlich sein“, erklärte die Professorin für Medizinische Virologie an der Frankfurter Goethe-Universität. „Bei beiden Erkrankungen sind Fieber, Kopfschmerzen, Halsschmerzen, Schnupfen und abdominelle Beschwerden wie Bauchschmerzen und Erbrechen häufige Symptome.“ Ohne einen Test könnten die Symptome nicht sicher unterschieden werden.

Ob eine Grippe oder Covid-19 für den Einzelnen gefährlicher sei, lasse sich nur sehr schwer sagen. „Die Gefahr, an Covid-19 zu sterben, ist nämlich sehr stark altersabhängig“, sagte Ciesek. „Insgesamt kann man festhalten, dass bei älteren Menschen Covid-19 noch viel gefährlicher ist als Influenza.“ Die Corona-Pandemie müsse ernstgenommen werden und sei nicht mit einer Grippewelle zu vergleichen.

Das waren die letzten Meldungen am Dienstag:

++ Politik und Wirtschaft wollen weitere Auto-Hilfen prüfen 

(21.12 Uhr) Politik und Wirtschaft wollen zusätzliche Hilfen für die angeschlagene deutsche Autoindustrie prüfen. Dabei geht es darum, ob und gegebenenfalls wie ein „marktwirtschaftliches Konzept“ zur Stärkung des Eigenkapitals vor allem von Zulieferunternehmen entwickelt werden könnte, wie aus dem Ergebnispapier des „Autogipfels“ hervorgeht. Dieses lag der Deutschen Presse-Agentur am Dienstagabend vor.

Zum anderen soll demnach geprüft werden, welche weiteren Aspekte bei den im Konjunkturpaket vorgesehenen „Zukunftsinvestitionen“ in die Fahrzeugbranche berücksichtigt werden sollten. Von staatlichen Kaufprämien auch für Autos mit modernen Verbrennungsmotoren ist in dem Ergebnispapiers nicht die Rede.

Bis zum nächsten Gespräch der „Konzertierten Aktion Mobilität“ sollen Arbeitsgruppen diese Fragen prüfen. Das nächste Spitzengespräch ist demnach im November geplant.

++257 neue Corona-Infektionen im Südwesten

(20.07 Uhr) Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Menschen in Baden-Württemberg ist auf mindestens 44 110 gestiegen. Das sind 257 Menschen mehr als am Vortag, wie aus Zahlen des Landesgesundheitsamtes vom Dienstag (Stand: 16.00 Uhr) hervorgeht. Als genesen gelten 38 550 Menschen. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus lag wie am Vortag bei 1866. Der sogenannte Sieben-Tage-R-Wert wurde mit 0,99 angegeben. Der Wert gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt.

++ Sieben neue Corona-Fälle im Landkreis Lindau

(19.05) Im Landkreis Lindau gibt es sieben neue Corona-Fälle. Die Zahl der Infizierten steigt: In den vergangenen sieben Tagen wurden 14 Menschen positiv getestet, fünf davon im neu geschaffenen Testzentrum. Was man über die Infizierten weiß und den großen Andrang an der Bösenreutiner Steig.

Bei den Neuerkrankten handle es sich „nicht um sieben verschiedene Einzelfälle“, stellt Sibylle Ehreiser auf Nachfrage der Lindauer Zeitung klar. „Es sind auch Familien betroffen.“ Das Positive daran: Bisher habe man alle Infektionswege nachvollziehen können. Unter den Betroffenen seien Kontaktpersonen von Covid-19-Patienten, aber auch Rückkehrer aus Risikogebieten. Die Reiserückkehrer kamen aus Ungarn, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, dem Kosovo und der Türkei. Menschen, die an einer freiwilligen Reihentestung der Schulen oder Kindergärten teilgenommen haben, seien laut Ehreiser nicht darunter.

Somit haben die neuen Infektionsfälle keine Auswirkungen auf Kindergärten, Schulen oder Altenheime. Sehr wohl aber auf deren direkte Kontaktpersonen: „Aktuell sind 34 Personen in Quarantäne“, so Ehreiser weiter.

Mit Blick auf die steigenden Zahlen appellierte der Landrat noch einmal „eindringlich“ an alle Bürger die Hygienevorgaben einzuhalten.

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