Corona-Newsblog: Das waren die wichtigsten Entwicklungen am Freitag

Lesedauer: 36 Min
Crossmedia Volontär
Digitalredakteurin
Agence France-Presse
Deutsche Presse-Agentur

Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹:

  • Aktuell nachgewiesen Infizierte Baden-Württemberg: ca. 36.687 (104.702 Gesamt - ca. 65.849 Genesene - 2.166 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg: 2.166
  • Aktuell nachgewiesen Infizierte Deutschland: ca. 257.195 (751.095 Gesamt - ca. 481.700 Genesene - 12.200 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland:  12.200

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Vor Deutschland-Spiel: Positive Tests bei Gegner Ukraine (20.06 Uhr)
  • Verfassungsschutz hat "Querdenker" im Blick (17.32 Uhr)
  • Mehr als 2900 neue Fälle in Baden-Württemberg (18.24 Uhr)
  • Verwaltungsgerichtshof lehnt Eilanträge gegen Corona-Verordnung ab (15.02 Uhr)
  • Impfzentrum könnte in Meßstetten kommen (13.26 Uhr)

Das war's für heute. Wir wünschen Ihnen einen schönen Abend und sind morgen Früh auf Schwäbische.de wieder mit einem neuen Corona-Newsblog für Sie da.

++ Vor Deutschland-Spiel: Positive Tests bei Gegner Ukraine

(20.06 Uhr) Vier Spieler und der Manager der ukrainischen Fußball-Nationalmannschaft sind am Vortag des Länderspiels gegen Deutschland positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte der ukrainische Fußball-Verband am Freitag mit. Ob die Partie am Samstag (20.45 Uhr/ZDF) wie geplant stattfinden kann, war vorerst unklar. Die DFB-Elf wird nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur ihre Vorbereitungen wie geplant fortsetzen.

„Wir sind heute zum Training angekommen. Diese vier Spieler blieben im Hotel, sie sind isoliert. Morgen wartet ein weiterer Test auf uns. Bisher warten wir auf Informationen über das Spiel, insbesondere von der UEFA“, wurde der Trainer der Ukraine, Andrej Schewtschenko, auf der Verbandsseite zitiert. Bei den Spielern handelt es sich demnach um Andrej Jarmolenko, Viktor Tsigankow, Viktor Kowalenko und Sergej Sidortschuk.

Die UEFA-Regularien sehen vor, dass das Spiel stattfindet, sofern die Ukraine 12 Feldspieler und einen Torhüter zur Verfügung hat. Die Entscheidung über eine mögliche Quarantäne für das ganze Team liegt allerdings beim Gesundheitsamt Leipzig. Die Mannschaft der Ukraine soll am Samstag gegen 14.00 Uhr nochmals getestet werden. Kann sie nicht antreten, würden der deutschen Auswahl vermutlich der Sieg am Grünen Tisch zugesprochen werden.

++ Strobl sieht Extremisten und Verfassungsfeinde bei den "Querdenkern"

(18.47 Uhr) Innenminister Thomas Strobl (CDU) hat mit scharfen Worten vor dem zunehmendem Einfluss von Extremisten und Verfassungsfeinden in Reihen der „Querdenker“-Bewegung gewarnt. „Hier amalgamiert eine toxische Mischung aus Reichsbürgern, Selbstverwaltern, Rechtsextremen und Verschwörungstheoretikern, die die Demonstranten unterwandern und instrumentalisieren“, sagte Strobl am Freitagabend.

Seit Beginn der Pandemie seien Versuche zu beobachten, Einfluss auf das Demonstrationsgeschehen gegen die Corona-Beschränkungen zu gewinnen. „Die Sicherheitsbehörden haben die Querdenker und die dazugehörenden Demonstrationen auf dem Schirm“, sagte Strobl, der nach eigenen Angaben den Innenausschuss über die Bewegung informieren will.

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++ Mehr als 2900 neue Fälle in Baden-Württemberg

(18.24 Uhr) Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Baden-Württemberg ist weiter gestiegen. Am Freitag (Stand 16.00 Uhr) meldete das Landesgesundheitsamt 2905 Fälle mehr als am Vortag. Am Donnerstag hatte der Anstieg 2984 Infektionen betragen. Insgesamt ist Sars-CoV-2 den Angaben zufolge damit inzwischen bei 113 535 Menschen im Südwesten nachgewiesen worden. Die Zahl der im Zusammenhang mit dem Virus Gestorbenen stieg um 17 auf 2241. Die Zahl der Genesenen schätzte das LGA am Freitag auf 70.309 (plus 1436).

Der Wert für Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche liegt bei 134,8 und ist damit wieder etwas höher als am Vortag (134,3). Alle 44 Stadt- und Landkreise in Baden-Württemberg liegen über dem Grenzwert von 50. Am höchsten war die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz mit 224,3 weiterhin in der Stadt Heilbronn.

375 Covid-19-Patienten sind laut Lagebericht in intensivmedizinischer Behandlung, mehr als jeder Zweite (214) von ihnen wird invasiv beatmet — etwa über einen Schlauch. 2322 von 3019 Intensivbetten seien belegt, was einer Auslastung von 77 Prozent entspricht.

++ Italien meldet knapp 41.000 Neuinfektionen innerhalb eines Tages

(17.43 Uhr) Italien hat erneut einen Höchstwert bei den täglich gemeldeten Corona-Neuinfektionen verzeichnet. Binnen 24 Stunden registrierten die Behörden knapp 41.000 Corona-Fälle, wie das Gesundheitsministerium am Freitag mitteilte. In dieser Zeit starben 550 Menschen mit dem Virus. Insgesamt wurden in Italien damit etwas mehr 1,1 Millionen Fälle nachgewiesen. Die Zahl der Menschen, die mit Sars-CoV-2 bislang gestorben waren, erhöhte sich auf rund 44.100.

Zuletzt lagen die täglich gemeldeten Zahlen der Neuinfektionen in etwa zwischen 33.000 und 38.000. In der vergangenen Woche hatte die Regierung im Kampf gegen die Pandemie das Land in drei Risikozonen eingeteilt. Für gut die Hälfte aller Regionen galten zuletzt strenge Ausgangsregelungen. Ministerpräsident Giuseppe Conte sieht Fortschritte bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie. Conte deutete am Freitag allerdings an, dass weitere Regionen in eine Zone mit strengeren Regelungen heraufgestuft werden könnten.

++ Innenministerium: Verfassungsschutz hat "Querdenker" im Blick

(17.32 Uhr) Die Verfassungsschutzbehörden von Bund und Ländern haben die "Querdenken"-Bewegung nach Bekunden des Bundesinnenministeriums im Blick. "Wir wissen, dass in der so genannten Querdenker-Bewegung oder zumindest in den Veranstaltungen, die von dort organisiert werden, auch Extremisten, Reichsbürger und Ähnliches in Erscheinung treten", sagte ein Sprecher des Ministeriums am Freitag in Berlin. Die Verfassungsschutzbehörden beobachteten verfassungsfeindliche Tendenzen im Rahmen ihrer Aufgaben.

"Insofern ist eine Beobachtung auch dieser Bewegung naheliegend und sie findet auch statt", sagte der Sprecher. Eine Beobachtung der gesamten Bewegung mit nachrichtendienstlichen Mitteln - also zum Beispiel Observation oder Abhören - sei damit aber nicht gemeint, ergänzte er später.

Die Bewegung, die die Corona-Maßnahmen kritisiert und dagegen auf die Straße geht, sei jedoch sehr vielfältig, sagte der Sprecher. "muss das differenziert betrachten." Ein pauschales Urteil sei nicht möglich.

Zuvor hatte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) im einem Interview mit dem "Münchner Merkur" erklärt, die Entwicklung mache ihm "große Sorgen". Er sagte auch: "Es entwickelt sich ein wachsendes Konglomerat von Rechtsextremen, Reichsbürgern, Antisemiten und absurden Verschwörungstheoretikern, die der Politik sogar Satanismus vorwerfen. Auch der Verfassungsschutz muss genau unter die Lupe nehmen, was sich da entwickelt. Denn viele dieser Gruppen wollen einen anderen Staat."

++ Bundesregierung plant weitere Hilfen für Solo-Selbstständige

(16.58 Uhr) Die Bundesregierung plant weitere Hilfen für Solo-Selbstständige in der Corona-Krise. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur ist unter anderem eine einmalige Betriebskostenpauschale von bis zu 5000 Euro geplant. Dazu soll es eine Vereinbarung zwischen dem Bundeswirtschafts- und dem Bundesfinanzministerium geben, wie die dpa am Freitag erfuhr. Zuerst hatte das ARD Hauptstadtstudio über das Vorhaben berichtet.

++ Bundesregierung will Einschränkungen wegen Corona nicht lockern

(15.20 Uhr) - Nach der Halbzeit des Teil-Lockdowns zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Deutschland will die Bundesregierung an den Einschränkungen absehbar festhalten. "Für die Bundesregierung kann ich sagen, dass bei diesem Stand der Dinge für Montag jedenfalls keine Lockerungen von Einschränkungen zu erwarten sind", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin.

Am Montag beraten Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten über die seit Anfang vergangener Woche geltenden Einschränkungen. Bereits bislang war geplant, dass diese den ganzen November über aufrecht erhalten bleiben. Mit den Worten Seiberts bleibt nun zunächst weiter unklar, ob weitere Maßnahmen von der Regierung für nötig gehalten werden und wie es danach weitergeht.

Seibert wies darauf hin, dass sich weiter immer mehr Menschen mit dem Virus anstecken. "Der Anstieg der Zahlen hat sich abgeflacht, aber sie steigen eben immer noch an." Das Ziel sei die Annäherung an eine Sieben-Tage-Inzidenz von 50. Diese Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche liegt seit Tagen deutlich über 130. Erst bei der Größenordnung um die 50 sei es aber wieder möglich, dass die Gesundheitsämter einzelne Kontakte von Infizierten nachvollziehen könnten, sagte Seibert.

Er rief einen Satz von Merkel in Erinnerung: "Es soll kein Weihnachten in Einsamkeit werden." Um das zu erreichen, komme es aber auf die Verantwortung jedes Einzelnen an.

++ Verwaltungsgerichtshof lehnt Eilanträge gegen Corona-Verordnung ab

(15.02 Uhr) - Der baden-württembergische Verwaltungsgerichtshof (VGH) hat mehr als 20 Eilanträge gegen die seit Anfang November geltende Corona-Verordnung abgelehnt. unter anderem Fitness- und Kosmetikstudios, Restaurants und Hotels hatten gegen die verordneten Schließungen geklagt. 

Auch Eilanträge gegen Beschränkungen für Ansammlungen und private Veranstaltungen, gegen Abstandsregeln und Maskenpflicht blieben vor dem Gericht ohne Erfolg. Bereits vergangene Woche hatte der VGH sieben Eilanträge gegen Betriebsschließungen aus unterschiedlichen abgelehnt. . Der VGH ist der Ansicht, dass die Einschränkungen verhältnismäßig sind, weil die Bundesregierung beschlossen hat, die Betriebe zu entschädigen.

++ Mehrheit der Deutschen unterstützt Shutdown

(14.15 Uhr) Eine Mehrheit der Deutschen ist laut einer Befragung des ZDF-Politbarometers, davon überzeugt, dass die aktuell geltenden Einschränkungen zur Eindämmung der Pandemie richtig und angemessen sind. 58 Prozent der Befragten antworteten so. 26 Prozent wünschen sich sogar noch tiefgreifendere Beschränkungen. Nur 14 Prozent lehnen die Maßnahmen ab.

55 Prozent der Befragten glauben, dass die aktuell geltenden Maßnahmen der Pandemie wirken. 43 Prozent denken, dass sie das nicht tun und abgeschafft oder verstärkt werden müssen.

Nur ein Zehntel gibt an, durch die Krise nicht persönlich belastet zu sein. 43 Prozent antworten "nicht so stark", 35 Prozent sagen, dass sie stark betroffen sind. 12 Prozent sehen sich sehr stark betroffen.

++ Impfzentrum könnte in Meßstetten entstehen

(13.26 Uhr) - Ein Impfzentrum des Regierungspräsidiums Tübingen könnte in der ehemaligen Zollernalb-Kaserne in Meßstetten entstehen. Das berichtet der SWR. Der Standort werde derzeit vom Landratsamt geprüft, eine abschließende Bewertung gebe es noch nicht. Meßstettens Bürgermeister Frank Schroft sagte dem SWR: "Man befindet sich noch in einem Prüfprozess. Weder eine abschließende Bewertung noch eine Entscheidung sind bisher erfolgt."

Meßstetten will mit einem Zweckverband aus Nachbargemeinden auf dem Kasernengelände Büros und ein CO2-reduziertes Industriegebiet errichten. Diese Pläne dürfe das Zentrum nicht behindern. Schroft sagte dem SWR, angesichts der vielen Corona-Neuinfektionen sei es aber selbstverständlich, dass man helfe. Für das gesamte Regierungspräsidium Tübingen sind zwei Impfzentren geplant.

++ Tourismus in Baden-Württemberg leidet

(12.55 Uhr) - Der Tourismus in Baden-Württemberg ist durch die Pandemie stark zurückgegangen. Das geht aus Zahlen hervor, die das statistische Landesamt am Freitag vorstellte. Demnach haben im September 2020 nur etwa Dreiviertel so viele Gäste im Land übernachtet, wie noch im September 2019. Besonders die Gäste aus dem Ausland fehlen der Branche. Für das gesamte Jahr 2020 bis einschließlich zählen die Statistiker bisher 36 Prozent weniger Übernachtungen, als 2019 in diesem Zeitraum gezählt wurden.

++ Bundesregierung stuft Schweden und Kanada als Risikogebiete ein

(12.30 Uhr) — Wegen steigender Infektionszahlen hat die Bundesregierung ganz Schweden und ganz Kanada ab Sonntag als Corona-Risikogebiete eingestuft. Zudem wurden am Freitag Regionen in Griechenland, Großbritannien, Norwegen, Lettland, Estland und ein französisches Überseegebiet auf die vom Robert Koch-Institut geführte Risikoliste gesetzt. Eine Region in Finnland wurde dagegen wieder gestrichen. Das skandinavische Land ist damit das einzige in Europa ohne Risikogebiet.

++ Bayern verbeitet Indoor-Sport

(11.02 Uhr) -Bayern verbietet ab heute fast allen Indoor-Sport. Nur Schul- und Profi-Sport bleiben in Hallen erlaubt. Damit reagiert das Land auf einen Beschluss des bayrischen Verwaltungsgerichtshofs, der bemängelt, dass es unzulässig sei nur Fitnessstudios zu schließen.

++ Söder will "Querdenker" vom Verfassungsschutz beobachten lassen

(10.33 Uhr) - Bayerns Ministerpräsident Markus Söder fordert den Verfassungsschutz auf, Teile der "Querdenken"-Bewegung genauer zu beobachten. Die Bewegung sei "ein wachsendes Konglomerat von Rechtsextremen, Reichsbürgern, Antisemiten und absurden Verschwörungstheoretikern", sagte Söder dem "Münchner Merkur". Diese Gruppen würden einen anderen Staat anstreben, so der CSU-Chef.

++Kretschmann: Hilfen schnell auszahlen

(10.01 Uhr) — Die Gastronomie- und die Veranstaltungsbranche sind vom Teil-Lockdown im November besonders betroffen. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) will, dass die Bundesregierung jetzt schnell die Hilfen aus diesem Monat auszahlt.

Der Bund sei gefordert. „Das haben wir den Betroffenen versprochen, wenn die Hilfe nicht kommt, sind die Menschen zurecht sauer“, so Kretschmann.

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++ Rekordzahlen in Vorarlberg

(9.35 Uhr) — In Vorarlberg haben sich am Donnerstag mehr Menschen als jemals zuvor mit dem Virus angesteckt. 803 neue gemeldete Fälle trieben die Zahl der aktiven Infizierten auf insgesamt 4.644. Drei Menschen starben am Donnerstag in dem österreichischen Bundesland an den Folgen von Covid-19. Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher informierte darüber, dass ab Sonntag, 15. November, alle vorarlberger Corona-Tests im Dornbirner Messezentrum stattfinden. Das schaffe mehr Testkapazitäten.

++ Maßnahmen greifen nur langsam

(7.10 Uhr) — Mehrere Ministerpräsidenten haben Erwartungen an neue Beschlüsse bei den Bund-Länder-Beratungen zur Corona-Pandemie am kommenden Montag gedämpft. Die Runde der Regierungschefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte den seit dem 2. November geltenden Teil-Lockdown beschlossen, der am Montag zwei Wochen anhält und zunächst bis Ende November in Kraft bleiben soll.

Lokale und andere Freizeiteinrichtungen sind derzeit geschlossen, Hotels dürfen keine Touristen beherbergen. Und die Corona-Lage bleibt ernst — für Hoffnungen auf Lockerungen scheint es derzeit keinen Anlass zu geben.

Kanzlerin Merkel stimmte die Bevölkerung am Donnerstag auf „schwere Wintermonate“ ein. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte im rbb-Inforadio, Veranstaltungen mit mehr als 10 bis 15 Personen wie etwa Weihnachtsfeiern sehe er „in diesem Winter nicht mehr“ stattfinden. „Wir müssen noch ein paar Monate die Pobacken zusammenkneifen“, kündigte der Chef des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, an. +++ Hier geht es zum ausführlichen Bericht. +++

++ Kritik an Spahn nach Äußerungen über infiziertes Pflegepersonal

(7.03 Uhr) - Unmittelbar vor der Präsentation aktueller Regierungspläne gegen den Pflegenotstand hat Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mit Äußerungen zum Einsatz Corona-infizierter Pfleger Kritik auf sich gezogen.

„Corona-Infizierte weiterarbeiten zu lassen, ist der politische Offenbarungseid. Der Geist der Konzertierten Aktion wäre tot“, sagte der Vorstand der Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Spahn, Familienministerin Franziska Giffey und Arbeitsminister Hubertus Heil (beide SPD) wollen den Zwischenbericht zur Konzertierten Aktion Pflege an diesem Freitag in Berlin präsentieren.

Zum Abschluss des Deutschen Pflegetags hatte sich Spahn am Donnerstag zu möglichen Einsätzen von Beschäftigten des Gesundheitswesens in Kliniken oder Pflegeheimen geäußert, die sich mit dem Coronavirus angesteckt haben. Der beste Weg sei, dass ein Infizierter und die Menschen, die mit ihm in Kontakt standen, in Quarantäne bleiben, sagte Spahn. „Wenn (...) wegen Isolation und Quarantänemaßnahmen so viele dann gar nicht mehr da sind, im Krankenhaus, in der Arztpraxis, in der Pflegeeinrichtung, dass die Versorgung zusammenbricht, muss man schauen, was ist neben der bestmöglichen Lösung die zweitbeste.“

Dann könne es nötig sein, dass die Kontaktpersonen mit täglichen Tests und FFP2-Masken weiter arbeiten. Die „Rückfallrückfallposition“ sei aber, „die positiv Getesteten mit ganz besonderen Schutzvorkehrungen auch arbeiten zu lassen“. Nach Medienberichten kam dies bereits vereinzelt in Deutschland vor. +++ Hier geht es zum ausführlichen Artikel. +++

Bundesgesundheitsminister Spahn
Jens Spahn steht in der Kritik. (Foto: Kay Nietfeld / DPA)

++ Der Weihnachtsmann kommt trotz Corona

(6.52 Uhr) - Der Weihnachtsmann darf trotz Corona-Pandemie durch die Welt reisen, um die Kinder zu beschenken - dies hat zumindest der italienische Regierungschef Giuseppe Conte versichert. Der Ministerpräsident antwortete auf Facebook auf die bange Anfrage des fünfjährigen Tommaso. Dieser hatte Conte in einem Brief angefleht, „Babbo Natale“ - wie der Weihnachtsmann in Italien heißt - nicht das Reisen zu verbieten.

„Der Weihnachtsmann hat mir versichert, dass er bereits eine internationale Reisegenehmigung hat: Er kann überall hinreisen und Geschenke an alle Kinder der Welt verteilen“, beteuerte der Regierungschef. Auch habe ihm „Babbo Natale“ versichert, dass er immer eine Maske trage und stets den korrekten Abstand einhalte, um sich selbst und andere vor dem Coronavirus zu schützen.

Conte schlug Tommaso vor, er solle eine Flasche mit Desinfektionsmittel für „Babbo Natale“ unter den Weihnachtsbaum stellen, zusammen mit warmer Milch und Keksen. Auch brauche Tommaso dem Weihnachtsmann nicht zu schreiben, dass er sich das Jahr über gut verhalten habe - „das habe ich ihm schon gesagt“, schrieb der Ministerpräsident.

Italien erlebt seit einigen Wochen wie andere europäische Länder wieder eine starke Ausbreitung des neuartigen Coronavirus. Insgesamt haben sich seit Beginn der Pandemie in dem Land mehr als eine Million Menschen mit dem Erreger angesteckt.

++ Corona kann Alkoholprobleme verschärfen

(6.49 Uhr) — Finanzielle Sorgen, Anspannung, womöglich auch Langeweile im Teil-Lockdown: Die Corona-Pandemie kann Menschen sehr belasten. Manche von ihnen greifen als Kompensation dann zur Flasche.

„Das ist zu erwarten“, sagt die Autorin Gaby Guzek. „Alkohol vertreibt die Langeweile. Andere haben vielleicht Zukunftsängste und finanzielle Nöte und wollen sich die Sorgen wegtrinken.“ Eine beengte Situation in Familien sei zudem hochgradig stressig: „Normalerweise sitzt man sich ja nicht 24 Stunden auf der Pelle. Alkohol entspannt.

Dass der Alkoholkonsum an sich zunimmt wegen der Pandemie, kann die Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) nicht bestätigen. Allgemein sei sogar eher ein leichter Rückgang zu verzeichnen, sagt die stellvertretende Geschäftsführerin Christina Rummel. Denn es gibt weniger Partys und Familienfeste und somit weniger Gelegenheiten zum Rausch. Doch die Zahlen zeigen auch eine problematische Entwicklung: „Bei Menschen, die eh schon viel getrunken haben oder ein Risiko für eine Sucht haben, ist der Konsum gestiegen.“

Corona hat auch Hilfsmöglichkeiten eingeschränkt. Selbsthilfegruppen etwa können sich teilweise nicht treffen — diese Treffen sind aber ein wichtiger Halt für ehemals Abhängige. „Uns wurde von den Gruppen vermehrt von Rückfällen berichtet“, sagt Rummel. Im Sommer hätten sich die Gruppen noch oft draußen getroffen. Das gehe nun nicht mehr. Rummel betont allerdings: Jeder, der Hilfe benötigt, bekommt sie auch. „Vieles gehe momentan aber eben nur digital oder telefonisch.“ Anlaufstellen sind neben den Suchtberatungsstellen auch die Ambulanzen von psychiatrischen Kliniken und eben Selbsthilfegruppen.

Ab wann wird es problematisch? Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) nennt konkrete Zahlen und rät, diese für einen „risikoarmen Alkoholkonsum“ auch einzuhalten. Demnach sollten gesunde Frauen nicht mehr als ein kleines Glas Bier oder Wein am Tag trinken, bei Männern ist es die doppelte Menge. Damit sich keine Gewöhnung einstellt, sollten mindestens zwei Tage pro Woche alkoholfrei sein.

++ Warum Polizei und Gerichte sich mit den Corona-Demonstrationen so schwer tun

(6.44 Uhr) Was wiegt schwerer: Versammlungsrecht oderInfektionsschutz? Und warum genehmigen Gerichte Demonstrationen, obwohl sich Teilnehmer zuletzt nicht an Infektionsschutzmaßnahmen hielten? Das hat unsere Kollegin Theresa Gnann erklärt. Hier lesen Sie ihren Artikel. 

++ Neuer Höchststand: 23.542 Corona-Fälle binnen 24 Stunden gemeldet

(6.33 Uhr) — In Deutschland haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) 23.542 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Damit ist am Freitag ein neuer Höchststand erreicht worden, wie aus den Angaben des RKI  hervorgeht. Am vergangenen Samstag war mit 23.399 verzeichneten Fällen der bisherige Spitzenwert erreicht worden. Im Vergleich zum Donnerstag stieg die Zahl der gemeldeten Fälle am Freitag um knapp 1700.

Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie insgesamt 751.095 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 13.11., 0 Uhr).

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Freitag um 218 auf insgesamt 12.200. Am Donnerstag hatte diese Steigerung 215 Fälle betragen. Das RKI schätzt, dass rund 481.700 der registrierten Infizierten inzwischen genesen sind.

Das sogenannte Sieben-Tage-R lag laut RKI-Lagebericht vom Donnerstagabend bei 0,93 (Vortag: 0,89). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch etwa 93 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Das waren die letzten Meldungen am Donnerstag:

++ Bayern verbietet ab Freitag Indoor-Sport 

(22.12 Uhr) — Wegen der Corona-Krise müssen ab Freitag so gut wie alle Indoor-Sportstätten in Bayern geschlossen bleiben — einzig Schul- und Profisport bleiben im November in Innenräumen erlaubt. „Die Staatsregierung zieht damit eine Entscheidung vor, die Bayern bei der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz am kommenden Montag ohnehin vorgeschlagen hätte“, sagte Gesundheitsstaatssekretär Klaus Holetschek (CSU) der dpa in München.

Hintergrund für die Neuregelung ist eine Entscheidung des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs. Dieser hatte unter Verweis auf das Gleichheitsprinzip am Donnerstag die bisherige Schließung von Fitnessstudios aufgehoben, weil auf der anderen Seite sonstige Sportstätten für Individualsport geöffnet seien.

„Die Staatsregierung respektiert selbstverständlich den Beschluss des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs und seine Begründung. Deshalb wird sie durch eine sofortige Verordnungsänderung die vom BayVGH geforderte Gleichbehandlung von Fitnessstudios und sonstigen Sportstätten dadurch herstellen, dass mit Wirkung zum Freitag, 13. November, in Bayern sämtliche Indoor-Sportstätten geschlossen werden“, sagte Holetschek.

Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof gab in seiner Entscheidung zu den Fitnessstudios einem Eilantrag eines Inhabers zum Teil statt und setzte die Regelung in der Infektionsschutzmaßnahmenverordnung außer Vollzug.

++ Söder: Lockerung der Maßnahmen erst ab Sieben-Tage-Wert von 50 

(20.32 Uhr) — Bayerns Ministerpräsident Markus Söder will die Corona-Maßnahmen erst lockern, wenn die Zahl der Infektionen deutlich zurückgegangen ist. „Unser Ziel muss sein, unter die Sieben-Tage-Inzidenz von 50 zu kommen“, sagte der CSU-Politiker dem „Münchner Merkur“ (Freitag). Laut dem Robert Koch-Institut liegt der Wert für Bayern bei 178,9, bundesweit bei 138,9 (Stand: Donnerstag, 0 Uhr). Er gibt an, wie viele Neuinfektionen es binnen der vergangenen sieben Tage auf 100 000 Menschen gab.

„Wenn wir jetzt nur ein bisschen die Zahlen senken und zu früh abbrechen, verfallen wir vielleicht in einen ständigen Wechsel von Lockdown und Öffnung“, warnte Söder im Gespräch mit der Zeitung. „Das wäre für die Menschen kaum nachvollziehbar.“ Ob der für November geltende Teil-Lockdown im Dezember verlängert werden muss, ließ er offen. „Wir müssen es jetzt konsequent durchziehen. Dann werden wir sehen, ob vier Wochen ausreichen.“

++ Knapp 3000 Neuinfizierte in Baden-Württemberg

(19.24 Uhr) — Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Baden-Württemberg steigt weiter. Am Donnerstag (Stand 16 Uhr) meldete das Landesgesundheitsamt 2984 Fälle mehr als am Vortag. Am Mittwoch hatte der Anstieg 2944 Infektionen betragen.

Insgesamt ist Sars-CoV-2 den Angaben zufolge damit inzwischen bei 110.630 Menschen im Südwesten nachgewiesen worden. Die Zahl der im Zusammenhang mit dem Virus Gestorbenen stieg um 36 auf 2224. Auch hier lag sie am Vortag mit 22 Toten deutlich darunter.

Der Wert für Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche liegt bei 134,3 und ist damit nur unwesentlich niedriger als am Vortag (134,4). Alle 44 Stadt- und Landkreise in Baden-Württemberg liegen über dem Grenzwert von 50. Am höchsten war die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz mit 236,2 in der Stadt Heilbronn.

++ Impfstrategie stößt auf große Zustimmung

(18.27 Uhr) — Die von Wissenschaftlern und Bundesregierung erarbeitete Corona-Impfstrategie stößt in der Bevölkerung auf große Zustimmung. 93 Prozent halten laut dem am Donnerstag veröffentlichten ARD-„Deutschlandtrend“ die vorgeschlagene Reihenfolge für die erhofften Impfungen für angemessen. Nur vier Prozent lehnen diese ab.

Vorgesehen ist, dass Angehörige von Risikogruppen, Ärzte und Pflegepersonal sowie Mitarbeiter in gesellschaftlich wichtigen Bereichen wie Polizei, Rettungsdienste, Schulen und Kitas zuerst geimpft werden sollen. Die Reihenfolge gilt für die Zeit, in der noch nicht genug Impfkapazitäten für alle zur Verfügung stehen.

Laut „Deutschlandtrend“ wollen sich 37 Prozent der Deutschen auf jeden Fall gegen das Coronavirus impfen lassen, sieben Prozentpunkte weniger als im August. Weitere 34 Prozent wollen sich wahrscheinlich impfen lassen (plus vier Punkte). 29 Prozent gaben an, sie würden sich wahrscheinlich nicht impfen lassen (plus zwei), 15 Prozent wollen dies auf keinen Fall tun (plus drei).

+++ Hier geht's zum gesamten Corona-Newsblog vom Donnerstag +++

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