Corona-Newsblog: Das waren die wichtigsten Entwicklungen am Freitag

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Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

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Aktuelle Zahlen:

  • Aktuell Infizierte Baden-Württemberg ⁴: 9.827 (30.369 Gesamt - 19.339 Genesene - 1.203 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg ⁴: 1.203
  • Reproduktionszahl Baden-Württemberg ⁴: 0,8 (unter 1 nimmt Zahl der Neuerkrankungen ab, über 1 nimmt sie zu)
  • Aktuell Infizierte Deutschland ¹: ca. 38.262 (150.383 Gesamt - ca. 106.800 Genesene - 5.321 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland ¹: 5.321

Das Wichtigste im Überblick:

  • Knapp 20.000 Menschen im Südwesten bereits wieder genesen (19.18 Uhr)
  • IG Metall: Baden-Württemberg von Krise besonders betroffen (17.00 Uhr)
  • Regionale Gastronomie protestiert gegen Schließung (17.43 Uhr)
  • Onkologen warnen vor Spätdiagnosen (07.30 Uhr)
  • Bayern legt Strafe zur Maskenpflicht fest (11.55 Uhr)

Das war's für heute. Wir wünschen Ihnen eine gute Nacht und sind morgen Früh auf Schwäbische.de wieder mit einem neuen Corona-Newsblog für Sie da.

22.21 Uhr - 24 Verstöße: LEA-Bewohnern droht Bußgeld

In Ellwangen haben LEA-Bewohner 24-mal gegen die Kontakt- und Ausgangssperre verstoßen. Das teilt das Ordnungsamt mit. 338 der 593 Bewohner der Landeserstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge sind mit dem Coronavirus infiziert. Diese Zahlen stammen von Mittwoch. Gut möglich, dass sie bald überholt sind. Denn das Gesundheitsamt hat wie angekündigt am Donnerstag und Freitag weitere Abstriche genommen. 

Die Verstöße teilen sich auf in 19 Bußgeldverfahren und fünf Straftaten. Bußgelder sind noch keine verhängt worden. 

Bei den Straftaten geht es vorwiegend um Hausfriedensbruch in Zusammenhang mit der Kontakt- und Ausgangssperre. Etwa weil Flüchtlinge verbotenerweise auf den Kunstrasenplatz bei der LEA gelangt sind.

 Die Stadt hat 24 Verstöße gegen die Ausgangssperre in der LEA festgestellt. Der Gemeindevollzugsdienst übernimmt auch Zaunkontr
Die Stadt hat 24 Verstöße gegen die Ausgangssperre in der LEA festgestellt. Der Gemeindevollzugsdienst übernimmt auch Zaunkontrollen, wie die Stadt auf Nachfrage bestätigt (Foto: Stefan Puchner / dpa)

Nicht nur Flüchtlinge müssen mit Strafe rechnen, sondern auch Ellwanger Bürger. Seit 29. März hat die Stadt 15 Verstöße gegen die Beschränkungen im Zuge der Corona-Krise registriert.

Hier lesen Sie mehr.

21.49 Uhr - Sechs Corona-Infizierte in Aalener Pflegeheim

Drei Bewohner sowie drei Mitarbeiter des Pflegeheims Sankt Elisabeth der Stiftung Haus Lindenhof in Aalen haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Dies teilt die Einrichtung in einem Schreiben mit.

Die drei positiv getesteten Mitarbeiter befinden sich, wie die Stiftung mitteilt, zuhause in Quarantäne. Von den drei positiv getesteten Bewohnern befinde sich ein Bewohner im Krankenhaus, der jedoch aufgrund seiner Genesung bereits entlassen worden sei.

Alle drei positiv getesteten Bewohner seien in die ambulant betreute Senioren-Wohngemeinschaft Heubach verlegt worden. Dort sei bereits ein Covid-19-Bereich in Betrieb, heißt es weiter.

Sowohl das Betretungsverbot in Bezug auf stationäre Einrichtungen als auch die Ausgangssperre für die Bewohner wurden umgesetzt, heißt es in der Mitteilung. Hier lesen Sie mehr.

20.11 Uhr - Leutkircher Kinderfest und Bad Wurzacher Blutritt abgesagt

Kinderfest in Leutkirch, Blutritt in Bad Wurzach – die Liste der abgesagten größeren Veranstaltungen, die für den Sommer geplant waren, hat sich verlängert. Auch das Isnyer Kinderfest zum 400-Jahr-Jubiläum findet wegen der Corona-Pandemie nicht statt.

Noch nicht gestrichen ist derweil das Leutkircher Altstadt-Sommerfestival. Hauptorganisator Tezer Leblebici macht sich allerdings keine Hoffnungen, dass das Event in geplanter Form über die Bühne gehen kann.

 Den Leutkircher Kinderfest-Umzug wird es in diesem Jahr nicht geben.
Den Leutkircher Kinderfest-Umzug wird es in diesem Jahr nicht geben. (Foto: Archiv: Steffen Lang)

Schlechte Nachrichten gibt es auch aus Bad Wurzach: „Das Heilig-Blut-Fest kann in diesem Jahr definitiv nicht in der gewohnten Form stattfinden“, wird Bürgermeisterin Alexandra Scherer in einer Pressemitteilung zitiert.

Welche Veranstaltungen noch betroffen sind - hier lesen Sie mehr.

19.18 Uhr - Knapp 20.000 Menschen im Südwesten bereits wieder genesen

Das Landesgesundheitsamt meldet weitere 457 bestätigte Infektionen in Baden-Württemberg. Aktuell sind 9.827 Menschen infiziert. Die vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg errechnete Ansteckungsrate liegt weiterhin bei 0,8. Sie gibt an, wie viele Menschen eine infizierte Person im Schnitt ansteckt. Weil der Wert unter 1 ist, gehen die Experten davon aus, dass die Zahl der Neuinfektionen weiter sinkt.

Das Amt meldet außerdem 31 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Damit steigt die Zahl der Covid-19-Todesfälle in Baden-Württemberg auf insgesamt 1.203 an. Unter den Verstorbenen waren 714 Männer und 489 Frauen. Das Alter lag zwischen 36 und 102 Jahren. 64 Prozent der Todesfälle waren 80 Jahre oder älter.

18.22 Uhr - Häfler Spaziergänger dürfen sich wieder setzen

Gute Nachricht für Spaziergänger: Ab Montag, 27. April, dürfen sie in weiten Teilen der Häfler Uferbereiche wieder auf Sitzbänken Platz nehmen. Allerdings nur unter Beachtung der geltenden Anti-Corona-Standard-Regeln, wie die Pressestelle der Stadtverwaltung in einer Pressemitteilung betont.

Nachdem das Land Baden-Württemberg eine neue Fassung seiner Verordnung zum Infektionsschutz, gültig ab Montag, 27. April, verkündet hat, passt auch die Stadt Friedrichshafen zum gleichen Termin ihre Allgemeinverfügung an.

Coronavirus - Stuttgart
Schilder wie hier bringen Erfolg. Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen gilt eine Kontaktsperre. (Foto: Sebastian Gollnow/DPA)

Wie bisher können die Wegeverbindungen am See zum Durchgehen genutzt werden, ein Verweilen auf den Wegen, den Grünflächen oder anderen Stellen ist aber weiterhin nicht zulässig. Um welche Bereiche es geht, und auf welche Bänke sich Spaziergänger wieder setzen dürfen - hier lesen Sie mehr.

17.43 Uhr - Gastronomen bangen um Existenz: Protestaktion auch in Aalen und Ulm

Mit rund 240 leeren Stühlen haben Gastronomen aus Aalen am Freitag gegen die anhaltende Schließung ihrer Betriebe protestiert. Zwischen 11 und 15 Uhr stand die Kulisse als Mahnmal auf dem Marktplatz. Nach einer kurzen Kundgebung mit Ansprachen - unter anderem von Oberbürgermeister Thilo Rentschler (SPD) - löste sich die Protestgruppe wegen der geltenden Kontaktbeschränkungen auf.

Mehr als 30 Betriebe haben sich laut Citymanager Reinhard Skusa an der bundesweiten Protestaktion beteiligt. Der Vorwurf, die Gastronomie sei geldgierig, höre Skusa in letzter Zeit immer häufiger. Er widerspricht scharf: „Das ist nackter Überlebenskampf.“ Aalens OB stimmt dem zu. „Es werden immer mehr, die das nicht länger überleben werden“, sagt er.

Die Maßnahmen der Politik, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, seien richtig gewesen. „Es geht jetzt in die achte Woche.“ Die Schließungen noch länger aufrechtzuerhalten, sei unverantwortlich. Ihre Existenzangst verdeutlichten die Gastronomen mit Schildern, auf denen Grabsteine abgebildet waren und DIN A4-Papieren mit verschiedenen Botschaften sowie Totenkreuzen. Hier lesen Sie mehr.

Keine Besucher - So auch das Motto der Protest-Aktion am Freitag auf dem Ulmer Münsterplatz. Die Stühle in Ulms Gastro-Betrieben bleiben daher ebenso leer. Um die 50 Gastronomen brachten Stühle aus ihren Betrieben mit und packten darauf jeweils eine ihrer Forderungen: unter anderem eine dauerhafte Senkung der Mehrwertsteuer auf sieben Prozent. Hier lesen Sie mehr.

Die Stühle vor dem Ulmer Münster bleiben leer. (Foto: Michael Kroha)

17.00 Uhr - IG Metall: BaWü von Krise besonders betroffen

In der Metall- und Elektrobranche im Südwesten sind einer Erhebung der IG Metall zufolge mehr als drei Viertel aller Betriebe aktuell von Kurzarbeit betroffen. Mit einer Quote von fast 78 Prozent sei Baden-Württemberg in der Coronavirus-Krise überproportional betroffen, teilte die Gewerkschaft am Freitag mit. Bundesweit liege der Anteil bei gut 70 Prozent.

„Die Ergebnisse bestätigen unsere Befürchtungen, dass die Betroffenheit das Niveau der Krise 2008/2009 übertrifft“, sagte Bezirksleiter Roman Zitzelsberger. Bedenklich sei vor allem, dass in jedem zweiten betroffenen Unternehmen davon ausgegangen werde, dass die Kurzarbeit noch sechs weitere Monate oder länger dauern werde.

Finanziell stehen die Beschäftigten in der Branche im Südwesten insgesamt besser da. Laut IG Metall bekommen nur gut 8 Prozent lediglich das gesetzliche Kurzarbeitergeld, für alle anderen gibt es Zuzahlungsvereinbarungen. Bundesweit liegt der Wert bei knapp 23 Prozent.

Forderungen nach einem Konjunkturprogramm unterstützt die IG Metall. „Liquiditätssicherung ist richtig und wichtig, schafft aber noch keine Nachfrage“, sagte Zitzelsberger. Die IG Metall schlage ein Programm vor, das eine klimagerechte Industrieproduktion und die Stärkung öffentlicher Dienstleistungen zusammenbringe.

16.28 Uhr - Land finanziert neue Studie über Kinder, Infektionen und Corona 

Die Rolle von Kindern bei der Ausbreitung des Coronavirus ist nach wie vor weitgehend ungeklärt. Mit einer Studie wollen die vier baden-württembergischen Universitätskliniken im Auftrag des Landes nun ein wenig Klarheit schaffen. Es soll unter anderem untersucht werden, wie häufig Jungen und Mädchen von Covid-19 betroffen sind.

„Wir müssen rasch klären, ob wir bei Kindern eine andere Ausgangslage haben als bei Erwachsenen“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Freitag in Stuttgart. „Daraus können wir Rückschlüsse ziehen für wichtige Fragen, wie das Virus auf die Gesellschaft wirkt.“

Die Federführung für die Kinderstudie liegt beim Zentrum für Infektionskrankheiten und beim Zentrum für Kinder und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Heidelberg. Beteiligt sind außerdem die Uni-Kliniken in Freiburg, Tübingen und Ulm.

15.50 Uhr - Gastronomen machen mit leeren Stühlen auf prekäre Lage aufmerksam 

Mit dem Aufstellen Hunderter leerer Stühle an prominenten Orten in deutschen Städten haben Gastronomen am Freitag auf ihre prekäre Lage während der Corona-Krise aufmerksam gemacht. In insgesamt 80 Städten habe sich die Branche an der Aktion beteiligt, teilte der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga auf Facebook mit.

Leere Stühle wurden unter anderem in Berlin, Frankfurt und Dresden aufgestellt. Auch in Ulm haben sich Gastronomen an der Aktion beteiligt.

Das Gastgewerbe ist vom Stillstand während der Corona-Krise besonders hart getroffen. Restaurants und Kneipen müssen weiter für unbestimmte Zeit geschlossen bleiben, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen.

15.10 Uhr - Rückholaktion für meiste Urlauber abgeschlossen

Die Rückholaktion des Auswärtigen Amts für im Ausland festsitzende Deutsche ist für die meisten Betroffenen abgeschlossen. Am Freitag landete noch einmal ein Flugzeug mit Touristen aus Südafrika, wie ein Ministeriumssprecher in Berlin mitteilte. 

Der Sprecher wies darauf hin, dass die Aktion damit noch nicht vollständig beendet sei. So gebe es noch einige hundert Deutsche, die sich teils an abgelegenen Orten aufhielten, manchmal „tausende Kilometer vom nächsten Flughafen entfernt“, die aber gern nach Deutschland zurückkehren würden.

Darum würden sich jetzt die jeweils zuständigen Botschaften und Konsulate kümmern, gegebenenfalls auch in Zusammenarbeit mit europäischen Partnerländern.

In Angriff nehmen will das Auswärtige Amt demnach jetzt auch die Frage der Kostenerstattung für die erfolgten Rückholaktionen. Richtschnur sei weiterhin, dass sich die betroffenen Deutschen an der Finanzierung etwa in Höhe der Kosten eines Economy-Tickets beteiligen sollten. Insgesamt wurden mehr als 240.000 Menschen zurück nach Deutschland geflogen.

14.22 Uhr- Bundesregierung präzisiert Regelungen zu Familienbesuchen

Trotz der Reisebeschränkungen in der Corona-Krise sollen Familienbesuche auch über Grenzen hinweg möglich bleiben. Das erklärte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums am Freitag in Berlin. Es habe in den vergangenen Wochen schwierige Einzelfälle gegeben, die sich stark auf das Familienleben ausgewirkt hätten - etwa wenn Ehegatten sich besuchen wollten oder Eltern ihr Kind.

Die Bundespolizei habe deshalb am 17. April einen Erlass erhalten, wonach es sich bei einer Reise zu Familienangehörigen um einen triftigen Einreisegrund handelt. Das gelte auch für eingetragene Lebenspartnerschaften.

"Aber das ist mitnichten eine Lockerung, sondern das ist eine Klärung bestimmter Einzelfälle, um familiäre Härten zu vermeiden", betonte der Sprecher. Auch die Pflege von Angehörigen oder die Begleitung zu Arztterminen sind nach Angaben des Innenministeriums nun als Einreisegründe festgehalten.

Bei Lebenspartnerschaften, die nicht eingetragen sind, bleibt es den Beamten vor Ort überlassen, ob sie einen Übertritt gestatten oder nicht - denn hier lässt sich eine persönliche Beziehung nicht so einfach überprüfen.

13.21 Uhr - DFB-Pokal wohl mit "Wohnzimmer-Finale"

Das DFB-Pokalfinale kann aufgrund der Corona-Krise nicht wie geplant am 23. Mai im Berliner Olympiastadion stattfinden. Wie der Deutsche Fußball-Bund am Freitag nach einer Videokonferenz des Präsidiums mitteilte, bleibt der Wettbewerb aufgrund der Coronavirus-Pandemie auf unbestimmte Zeit ausgesetzt und der Endspieltermin offen.

Im Wettbewerb stehen zuvor noch die Halbfinals mit den Partien FC Bayern München gegen Eintracht Frankfurt und 1. FC Saarbrücken gegen Bayer 04 Leverkusen an. Auch für diese beiden Begegnungen gibt es zunächst noch keine Termine.

Es sei „überaus bedauerlich, dass auch dieses besondere Spiel aller Voraussicht nach ohne Zuschauer im Stadion stattfinden muss, wobei wir selbstverständlich zunächst die generellen behördlichen Entscheidungen und Vorgaben abzuwarten haben“, sagte DFB-Präsident Fritz Keller

Keller ergänzte: „Unter der Voraussetzung, dass das Spiel genehmigt wird, blicken wir dann erstmals in der Geschichte des DFB-Pokals sozusagen einem Wohnzimmer-Finale entgegen.“ Ziel sei es unverändert, die Saison 2019/2020 bis zum 30. Juni zu beenden.

Baustelle Stuttgart 21
Die Baustelle des Bahnprojekts Stuttgart 21 am Hauptbahnhof. (Foto: Uli Deck / DPA)

12.55 Uhr - Covid-19 breitet sich unter Bauarbeitern von Stuttgart 21 aus

Nach der Erkrankung von mehreren Bauarbeitern der Baustellen des milliardenschweren Bahnprojekts Stuttgart 21 an Covid-19 sind 43 Kontaktpersonen in eine Schutzunterkunft gebracht worden. Dies teilte die Stadt Stuttgart am Freitag mit.

Die Männer waren zuvor in Quarantäne in einer Arbeiterunterkunft und wurden vorsorglich auf Covid-19 untersucht. 19 Personen wurden positiv getestet.

Laut Corona-Verordnung ist der Betrieb von Baustellen erlaubt. Allerdings müssen auch auf Baustellen Vorsichtsmaßnahmen zum Arbeitsschutz und gegen eine Ausbreitung des Coronavirus eingehalten werden. Es sollte laut Vorgabe ein Abstand zwischen Kollegen sowie zu anderen Menschen von mindestens 1,50 Metern eingehalten werden - „wo immer möglich“, wie es heißt.

Ein Bahnsprecher hatte am Montag erklärt: „Wir erwarten von unseren Auftragnehmern und deren Subunternehmern selbstverständlich, dass sich diese strikt an die behördlichen Regelungen zur Eindämmung der Übertragung des Corona-Virus halten.“ Insgesamt arbeiten nach seinen Angaben rund 6000 Menschen für das Bahnprojekt Stuttgart-Ulm. Hier lesen Sie mehr.

12.40 Uhr - Übles Gerücht über Mundschutz ist Fake-News

Immer wieder gibt es Fake-News zur Corona-Pandemie. Ganz aktuell kursiert ein besonders perfides Gerücht, das auf die Maskenpflicht abzielt, die ab kommenden Montag auch in Baden-Württemberg und Bayern gilt.

In dem Gerücht wird behauptet, das Tragen der Atemschutzmaske könne gerade für Kinder gefährlich werden. Atemlähmungen seien bisweilen die Folge.

Diese Aussagen schüren natürlich speziell unter Eltern in einer mitunter ohnehin schon unübersichtlichen Informationslage schnell große Unsicherheit und Sorge.

In unserem Fake-News-Blog haben wir deshalb dieses Gerücht aufgegriffen. Das Wichtigste vorweg: Es ist völliger Blödsinn. Hier lesen Sie mehr.

11.55 Uhr - Bayern legt Strafe für Verstoß gegen Maskenpflicht fest

Verstöße gegen die Mundschutzpflicht zum Schutz vor Ansteckungen mit dem Coronavirus können in Bayern bis zu 5.000 Euro kosten. Dies geht aus dem aktualisierten Bußgeldkatalog hervor, der der Deutschen Presse-Agentur in München vorliegt.

Demnach werden bei fehlendem Mund-Nase-Schutz in Bussen, Bahnen und Geschäften 150 Euro fällig. Besonders teuer wird es aber für Ladenbesitzer, die nicht sicherstellen, dass ihr Personal eine Mund-Nasen-Bedeckung trägt: Hierfür sieht Bußgeldkatalog eine Zahlung von 5.000 Euro vor.

Ab kommendem Montag gilt wie auch in Baden-Württemberg in ganz Bayern eine Pflicht, Mund und Nase im Öffentlichen Personennahverkehr und in Geschäften zu verhüllen. Die Staatsregierung hatte in dem Kontext auch angekündigt, dass die Einhaltung streng kontrolliert werden soll. Aus diesem Grund muss spätestens am Wochenende der Bußgeldkatalog aktualisiert werden.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Maskenpflicht lesen Sie hier.

RKI-Vizepräsident
Lars Schaade, Vizepräsident des Robert Koch-Instituts, bei einer Pressekonferenz in Berlin. (Foto: Bernd von Jutrczenka / DPA)

10.52 Uhr - Merkel: Beschlüsse über Lockerung erst am 6. Mai

Bund und Länder werden nach Angaben von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) voraussichtlich erst am 6. Mai über weitere Lockerungen der coronabedingten Einschränkungen entscheiden. Die Auswirkungen der am Montag begonnenen Öffnung der Geschäfte könne man erst 14 Tage später abschätzen, sagte Merkel in Berlin.

Andere Lockerungen träten noch später in Kraft. „Das heißt, wir können dann am 6. Mai über diese Fragen sprechen.“

Bisher war erwartet worden, dass über weitergehende Schritte schon Ende April entschieden werden könnte.

10.15 Uhr - RKI informiert über aktuelle Lage 

Lars Schade, Vizepräsident des Robert-Koch-Instituts, spricht über die Situation in Deutschland und der Welt.

  • Wie viele Menschen sterben im Moment durch Covid-19 mehr als ohne die Krankheit? Dazu Schade: Wir sehen, "dass einige Länder in Europa eine zurzeit wesentlich höhere Sterblichkeit zu verzeichnen haben." Italien und Spanien führt er hier als Beispiele an. "Die Linie der Sterblichkeit geht da weiter steil nach oben." 
  • In Deutschland gibt es noch keine Informationen über erhöhte Sterblichkeitsraten. Es gibt keine flächendeckende Erhebung dieser Daten. Schade ist überzeugt, dass durch die Lockdown-Maßnahmen viele Todesfälle verhindert werden konnten. 
  • "Dadurch, dass wir keine Überlastung des Gesundheitssystems gehabt haben, werden die Maßnahmen nun in Frage gestellt."
  • "Halten Sie sich weiterhin an die Maßnahmen und Empfehlungen." 
  • Zum Reproduktionswert für Deutschland sagt Schade, dass dieser regional sehr unterschiedlich verteilt sein kann. "Es gibt große Ausbrüche in Gemeinschaftsunterkünften und Heimen, da ist der R-Wert deutlich über 1,0." Er sagt auch: "Die Viruszirkulation in der breiten Bevölkerung ist gering, und das ist auch diesen Maßnahmen zu verdanken."
  • Wenn es zu viele Neuinfektionen pro Tag gibt, ist es schwierig für die Gesundheitsämter die Infektionsketten nachzuverfolgen. Damit die Behörden nicht überlastet werden, dürften es nur wenige hundert Neuinfektionen pro Tag in Deutschland geben. 
  • "Nach zwei Wochen sehen wir frühestens die positiven oder negativen Auswirkungen von Maßnahmen."
  • Ob sich das Virus im Sommer weniger stark verbreitet als in kälteren Jahreszeiten, ist nach wie vor ungewiss, sagt Schade. "Es gibt auch Infektionsfälle auf der Südhalbkugel. Ganz groß wird dieser Effekt nicht sein, wenn er denn da ist." 
  • "Wenn es einen Ausbruch in einer Schule gibt, muss man sehr schnell reagieren." 
  • Jeder, der eine Atemwegsinfektion hat, sollte getestet werden, fordert Schade. Covid-19-Fälle müssten gerade in Zeiten der Lockerung deutlich schneller erkannt werden.
  • Wie gut oder schlecht medizinische oder nicht-medizinische Masken schützen, kann Schade nicht sagen. Aber neuere Daten mit dem Corona-Virus würden zeigen, dass ein einfacher Schutz bereits helfen kann, das Ansteckungsrisiko anderer zu verringern. Schade sagt aber, dass dies nur in Kombination mit Abstandsregeln gelte.  
  • 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung müssten geimpft werden, um Herdenimmunität zu erreichen.
  • Welche Rolle Kinder im Infektionsgeschehen spielen, wird derzeit in Studien ermittelt.

08.37 Uhr - Fridays for Future ruft zur Online-Demo

Es soll der „größte Onlineprotest jemals“ werden: Die Klimabewegung Fridays for Future will mitten in der Corona-Krise in vielen Ländern für mehr Klimaschutz demonstrieren.

Wegen der weltweiten Pandemie finden die Aktionen überwiegend im Internet statt. „Bekämpft jede Krise“, schrieben in den vergangenen Tagen schon viele junge Menschen auf Schilder.

Unter anderem sollte es ab den frühen Morgenstunden einen 24-Stunden-Livestream auf Youtube geben, in dem Klimaaktivisten und -forscher aus aller Welt zu Wort kommen sollen.

In der Corona-Pandemie stecke sogar eine Chance für den Klimaschutz, findet André Schwarz, der die Proteste in Biberach mit organisiert. Hier lesen Sie mehr.

Das Netz wird allerdings nicht der einzige Schauplatz der Proteste sein: Die Klimabewegung will unter anderem vor dem Bundestag in Berlin die Plakate und Schilder Dutzender Ortsgruppen für eine Kunstaktion zusammenstellen.

Nur 20 Menschen dürfen die Aktion vor Ort aktiv begleiten. „Es fühlt sich an wie am Anfang bei Fridays for Future. Wir müssen uns jetzt neue Protestformen ausdenken“, sagte die Mitgründerin der Bewegung in Deutschland, Carla Reemtsma.

08.16 Uhr - Blick in die Region 

So berichten unsere Redaktionen vor Ort heute über die Entwicklungen in der Corona-Krise.

07.30 Uhr - Onkologen warnen vor Spätdiagnosen

Wissenschaftler und Ärzte warnen in der Corona-Krise vor einer „Bugwelle an zu spät diagnostizierten Krebsfällen“. Bislang mussten Krebspatienten im Regelfall keine bedrohlichen Versorgungsengpässe befürchten, doch Einschränkungen durch die Krisensituation seien spürbar, teilten das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ), die Deutsche Krebshilfe und die Deutsche Krebsgesellschaft mit.

Ob die Zahl der Krebsfälle dadurch steigen könnte, ließen die Experten zunächst offen.

Die Krebstherapie sei grundsätzlich auch jetzt gesichert, sagte Gerd Nettekoven, Vorstandschef der Stiftung Deutsche Krebshilfe. „Doch wir erkennen inzwischen auch, dass das Versorgungssystem spürbar gestresst ist und die Einschränkungen aufgrund der Krisensituation negative Auswirkungen für Krebspatienten haben können.“

Derzeit würden die Leitlinien für die Behandlung bestimmter onkologischer Patienten ergänzt. „Man muss auf dieser Basis sehr individuell beraten: Wie ausgeprägt ist der Wunsch, jetzt mit der Behandlung voranzuschreiten, wie groß ist die Angst, jetzt ins Krankenhaus zu gehen?“ Eine akute Leukämie etwa müsse sofort behandelt werden. Dabei werde stets „auf Sicht“ gefahren.

06.42 Uhr -Laut einer Umfrage setzt Fernunterricht Eltern massiv unter Druck 

Die Mehrheit der Eltern in Deutschland fühlt sich dem Fernunterricht ihrer Kinder in der Coronakrise auf Dauer nicht gewachsen. Das ist die zentrale Aussage einer am Freitag in Berlin veröffentlichten repräsentativen Umfrage von Infratest dimap, die von der gemeinnützigen Vodafone Stiftung in Auftrag gegeben wurde.

  • Fast drei Viertel (73 Prozent) der Eltern sehen es demnach kritisch, die Lernunterstützung zu Hause über einen längeren Zeitraum aufrechtzuerhalten.
  • Fast die Hälfte (43 Prozent) meint, dass es für sie aktuell schwierig sei, die nötige Zeit zur Unterstützung des Lernens ihrer Kinder aufzubringen.

Die Umfrage ergab, dass die Eltern nicht nur mit den Belastungen im Alltag kämpfen müssen, sondern auch unter einem erhöhtem psychischen Druck stehen: So macht sich ein Großteil von ihnen (56 Prozent) Sorgen um die Bildungszukunft ihrer Kinder.

Unzufrieden ist die Mehrheit der Befragten, wie das Ersatzangebot gestaltet wird. Viele Schulen versendeten nur Lernstoff, böten aber wenig interaktive Lernformate an. „Digitalen Unterricht gibt es kaum in Deutschland: Nur 7 Prozent der Kinder nehmen täglich an digitalem Unterricht teil.“

Zwar versorgten die meisten Lehrkräfte ihre Schülerinnen und Schüler per Mail, Homepage oder Lernplattform mit Unterrichtsmaterialien — bei der Bearbeitung sind diese mit ihren Eltern aber weitgehend auf sich alleine gestellt.

In der Befragung stellte sich heraus, dass sich besonders Eltern aus sozioökonomisch schwachen Haushalten Sorgen um Gesundheit, wirtschaftliche Lage und die Bildungszukunft ihrer Kinder machen: 63 Prozent der Eltern mit formal niedriger Bildung und 68 Prozent derer mit niedrigem Haushaltseinkommen äußern die Befürchtung, dass ihre Kinder den Anschluss an den Schulstoff verlieren.

06.11 Uhr - Frauenhäuser befürchten mehr Gewaltopfer wegen Corona-Krise 

Frauen, die während der Corona-Krise häuslicher Gewalt ausgesetzt sind, können kaum Unterschlupf in den Frauenhäusern im Land finden. „Das bestehende Problem, dass es in Baden-Württemberg viel zu wenig Plätze gibt, wird durch die Corona-Krise deutlich verschärft“, sagte Andrea Bosch von der Koordinierungsstelle der Landesarbeitsgemeinschaft Autonomer Frauenhäuser.

Es sei zu befürchten, dass mit den Lockerungen Opfer häuslicher Gewalt verstärkt Schutz brauchten. Doch freie Plätze seien in den 42 Frauen- und Kinderschutzhäusern Mangelware.

Laut Innenministerium stellt die Polizei derzeit keine signifikante Veränderung bei häuslicher Gewalt fest. Sie beobachte aber aufgrund der derzeitigen Konzentration auf das familiäre Umfeld die Entwicklung sehr genau.

Das waren die letzten Meldungen von Donnerstag:

21.54 Uhr - Kanzlerin Merkel rüffelt „zu forsche“ Bundesländer

Mit ungewöhnlich deutlichen Worten hat Bundeskanzlerin Angela Merkel vor zu frühen Lockerungen in der Corona-Pandemie gewarnt. Die Beschränkungen seien eine „demokratische Zumutung“, sagte die Kanzlerin bei einer Regierungserklärung im Bundestag.

„Kaum eine Entscheidung ist mir in meiner Amtszeit als Bundeskanzlerin so schwer gefallen wie die Einschränkung der persönlichen Freiheitsrechte.“ Doch diese sei nötig: Durch „die Strenge mit uns selbst“ habe man die Ausbreitung des Virus verlangsamt.

Merkel bezeichnete die Isolation alter Menschen als ebenso „grausam“ wie nötig, da gerade die heute 80- bis 90-Jährigen, die das Land nach dem Zweiten Weltkrieg aufgebaut hätten, Schutz bräuchten.

Hier lesen Sie mehr.

20.12 Uhr - EU-Gipfel nimmt 500-Milliarden-Hilfspaket an

Der EU-Gipfel hat das vereinbarte Paket mit Kredithilfen von bis zu 540 Milliarden Euro für Kurzarbeiter, Unternehmen und verschuldete Staaten gebilligt. Dies erfuhr die Deutsche Presse-Agentur von Teilnehmern. 

Auf das Paket hatten sich die EU-Finanzminister vor zwei Wochen geeinigt. Es enthält drei Punkte — jeweils ein „Sicherheitsnetz“ für Jobs, für kleine und mittlere Unternehmen und für angeschlagene Staaten wie Italien oder Spanien, die ohnehin verschuldet sind und nun auch noch von der Corona-Pandemie schwer getroffen werden.

19.36 Uhr - Zahl der aktuell Infizierten sinkt

Das baden-württembergischen Gesundheitsministerium meldet weitere 562 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus. Insgesamt sind aktuell 10.182 Menschen infiziert. Ungefähr 18.558 Personen im Südwesten sind bereits wieder von ihrer Erkrankung genesen. 

Die Ansteckungsrate liegt in Baden-Württemberg weiterhin bei 0,8. Sie gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter ansteckt. Weil sie unter 1 ist, kann davon ausgegangen werden, dass die Zahl der Neuinfektionen weiterhin abnimmt.

Dem Gesundheitsamt wurden heute außerdem 69 weitere Todesfälle gemeldet. Damit steigt die Zahl der Covid-19-Todesfälle in Baden-Württemberg auf insgesamt 1.172 an.

Unter den Verstorbenen waren 700 Männer und 472 Frauen. Das Alter lag zwischen 36 und 102 Jahren. 63 Prozent der Todesfälle waren 80 Jahre oder älter.

 

Die wichtigsten Meldungen vom Donnerstag:

  • Keine Maskenpflicht im Südwesten für kleine Kinder (16.13 Uhr)

  • Söder und Kretschmann offen für Fußball-Geisterspiele unter Auflagen (14.54 Uhr)

  • Lehrer können schlecht erreichbare Schüler in die Schule bestellen (18.42 Uhr)

  • Große Koalition einigt sich auf Milliardenhilfen (07.18 Uhr)

  • Weltärztepräsident nennt Pflicht für Schals oder Tücher "lächerlich" (09.09 Uhr)

Ausgewählte Artikel zum Virus und seinen Folgen:

Unsere Daten und Zahlen beziehen wir aus folgenden Quellen:

Dashboard RKI¹, Johns-Hopkins-University², Worldometer³, Ministerium für Soziales und Integration Baden Württemberg⁴, WHO⁵

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