Corona-Newsblog: Das waren die wichtigsten Entwicklungen am Donnerstag

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Agence France-Presse
Deutsche Presse-Agentur

Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹:

  • Aktuell nachgewiesene Infizierte Baden-Württemberg: ca. 25.600 (288.818 Gesamt - ca. 256.400 Genesene - 6.871 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg: 6.871
  • Sieben-Tage-Inzidenz Baden-Württemberg: 79,0
  • Aktuell nachgewiesene Infizierte Deutschland: ca. 240.500 (2.178.828 Gesamt - ca. 1.883.700 Genesene - 54.913 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland: 54.913
  • Sieben-Tage-Inzidenz Deutschland: 98,1

Das Wichtigste auf einen Blick: 

  • EU-Behörde: Zweite Biontech-Impfung innerhalb von drei Wochen (17.28 Uhr)
  • Mutation erstmals im Landkreis Biberach nachgewiesen (16.56 Uhr)
  • Erste Fälle von Virus-​Varianten im Alb-Donau-Kreis (14.34 Uhr)
  • Stiko empfiehlt Astrazeneca-Impfstoff nur für unter 65-Jährige (13.59 Uhr)
  • Kostenlose FFP2-Masken für Hartz-IV-Empfänger (15.06 Uhr)

Das war's für heute. Wir wünschen Ihnen eine gute Nacht und sind morgen Früh auf Schwäbische.de wieder mit einem neuen Corona-Newsblog für Sie da.

++ Inzidenzwert in BaWü gesunken - 1619 neue Infektionen 

(21.39 Uhr) Die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen in Baden-Württemberg ist nochmals etwas gesunken. Der sogenannte Inzidenzwert lag am Donnerstag (Stand: 16 Uhr) bei 75,6, wie das Landesgesundheitsamt mitteilte. Am Vortag waren es 78,9.

1619 Neuinfektionen kamen seit Mittwochnachmittag hinzu. Damit gibt es nun 290.410 bestätigte Fälle im Südwesten. Die Zahl der Todesfälle stieg um 83 auf 6947. Als genesen gelten 255.138 Menschen.

Nach Daten des Divi-Intensivregisters sind 434 Covid-19-Patienten im Südwesten derzeit in intensivmedizinischer Behandlung, wie das Amt weiter berichtete. 255 von ihnen würden künstlich beatmet. Rund 87 Prozent der 2430 betreibbaren Intensivbetten seien belegt.

198.902 Menschen haben laut Robert Koch-Institut eine erste Dosis der Corona-Impfung erhalten, 43.654 auch eine zweite Dosis. Das sind 8953 Erstimpfungen und 4829 Zweitimpfungen mehr als am Vortag.

++ Mann aus Neu-Ulm stirbt nach Infektion mit Corona-Variante

(19.52 Uhr) Im Kreis Neu-Ulm hat ein Augsburger Labor die sogenannte dänische Variante entdeckt, die als ausgestorben galt. Drei Menschen hatten sich damit infiziert. Weitere Ansteckungen mit dem sogenannten Nerz-Virus sind vorerst nicht gefunden worden, betätigte am Donnerstag Laborchef Armin Schwarzbach gegenüber unserer Redaktion.

Allerdings ist jetzt ein Mann gestorben, der sich mit der dänischen Variante angesteckt hatte. Das Landratsamt bestätigte, dass er in einer Kurzzeitpflege-Einrichtung in Senden untergebracht war. Er sei über 60 Jahre alt gewesen. In der Einrichtung wurden nun Reihentests angeordnet. Hier lesen Sie mehr.

++ Meldungen über schwere Impf-Nebenwirkungen weniger als ein Promille 

(19.04 Uhr) Bei den Impfungen gegen das Coronavirus treten nach Angaben des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) nur wenige unerwünschte Reaktionen auf. Im ersten Monat seit Beginn der Impfungen (27.12.2020 bis 24.1.2021) wurden dem Institut in Langen 1232 Verdachtsfälle mit insgesamt 3404 unerwünschten Reaktionen gemeldet, wie die Behörde am Donnerstag berichtete. 182 Fällen wurden als schwerwiegend eingestuft.

Bezogen auf die Gesamtzahl der Impfungen sind das laut PEI 0,7 Meldungen pro 1000 Impfdosen, für schwerwiegende Nebenwirkungen 0,1 Meldungen pro 1000 Impfdosen. Die am häufigsten gemeldeten Nebenwirkungen waren Schmerzen an der Einstichstelle, Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber und Müdigkeit.

Unter den Meldungen waren auch 69 ungeklärte Todesfälle. „Wenn ältere Menschen oder Menschen mit schweren Vorerkrankungen und einem erhöhten Sterberisiko geimpft werden, dann wird es eine gewisse Anzahl von zufälligen Todesfällen geben, die kurz nach der Impfung auftreten, ohne aber kausal mit der Impfung assoziiert zu sein“, heißt es in dem Bericht. Die bis 24. Januar gemeldeten Todesfälle seien nicht häufiger als die rein statistisch erwartete Anzahl von Todesfällen.

++ EU-Behörde: Zweite Impfung mit Biontech-Vakzin innerhalb von drei Wochen 

(17.28 Uhr) Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat die Richtlinien für die Anwendung des Corona-Impfstoffes der Hersteller Pfizer und Biontech verschärft. Danach muss die zweite Dosis innerhalb von drei Wochen gespritzt werden, wie aus dem am Donnerstag in Amsterdam veröffentlichten Beschluss hervorgeht.

Zuvor hatten die Experten empfohlen, dass zwischen der ersten und zweiten Impfdosis „mindestens 21 Tage“ liegen sollten. Nun wird klar von drei Wochen gesprochen, und es wird davon abgeraten, die Zeitspanne zu verlängern.

Verschiedene Länder, darunter die Niederlande, hatten aber beschlossen, wegen des Mangels an Impfstoffen, die zweite Pfizer-Dosis erst nach etwa sechs Wochen zu spritzen. Dadurch sollten mehr Menschen geimpft werden können. Der volle Schutz vor einer Corona-Infektion wird erst nach der Impfung mit beiden Dosen erzielt.

Die EMA weist nun mit Nachdruck daraufhin, dass bei einer längeren Pause die Wirksamkeit nicht sicher sei: „Es gibt zurzeit keine klinischen Daten über die Wirksamkeit des Impfstoffes, wenn dieser nicht im Intervall der klinischen Versuche verabreicht wird.“

++ Mutation erstmals im Landkreis Biberach nachgewiesen

(16.54 Uhr) Zwei Menschen aus dem Landkreis Biberach haben sich mit einer mutierten Form des Coronavirus angesteckt. Das teilte das Landratsamt am Donnerstagnachmittag mit. Unklar ist bislang, um welche Virusvarianten es sich handelt.

Am Donnerstag wurden auch in den Nachbarkreisen Ravensburg und Alb-Donau Infektionen mit einer veränderten Form des Coronavirus bekannt. Das Gesundheitsamt Biberach geht derzeit davon aus, dass die jetzt bekannt gewordenen Fälle im Kreisgebiet nicht miteinander zusammenhängen. Es ist völlig offen, wo sich die Betroffenen angesteckt haben.

„Die Ermittlungen hierzu laufen, um die Infektionsketten nachvollziehen zu können“, erläutert Landratsamtssprecherin Verena Miller auf Nachfrage von Schwäbische.de. Hier lesen Sie mehr.

++ 78 Flüchtlinge in Asylbewerberheim unter Quarantäne

(16.21 Uhr) Sämtliche 78 Bewohner des Trossinger Asylbewerberheims an der Gottlieb-Daimler-Straße stehen derzeit unter Quarantäne.

Bereits am 21. Januar war eine Bewohnerin positiv auf Covid-19 getestet worden, berichtet Nadja Seibert, Sprecherin des Tuttlinger Landratsamts, auf Anfrage. Daraufhin seien alle Bewohner getestet worden. Hier lesen Sie mehr.

++ Bayern: 1146 Impfdosen nach Transportfehler unbrauchbar 

(15.47 Uhr) Seit dem Start der Corona-Impfungen vor knapp einem Monat konnten in Bayern schon 1146 Impfdosen wegen Transportfehlern nicht mehr eingesetzt werden. Das geht aus einer Antwort des Gesundheitsministeriums auf eine Anfrage der SPD im Landtag hervor.

„Impfstoff gegen Covid-19-Viren ist heiß begehrt und knapp“, sagte der Abgeordnete Volkmar Halbleib am Donnerstag laut Mitteilung. Da passe es nicht ins Bild, dass 1146 Impfdosen aufgrund von Fehlern bei Lagerung oder Transport weggeworfen werden müssten.

Als Gründe für den Verlust der Impfdosen nannte das Ministerium in der Anfrage Unterbrechungen der Kühlkette beim Transport, Lagerung bei falscher Temperatur, Stromausfälle oder auch die Lagerung im Tiefkühlschrank.

++ Kostenlose FFP2-Masken für Hartz-IV-Empfänger 

(15.06 Uhr) Hartz-IV-Empfänger sollen je zehn kostenlose FFP2-Masken bekommen. Hintergrund sind neue Corona-Schutzmaßnahmen für Busse, Bahnen und beim Einkaufen. Nach einem Bund-Länder-Beschluss vom 19. Januar sollen selbstgenähte Behelfsmasken oder Tücher nicht mehr erlaubt sein, stattdessen müssen FFP2-Masken oder die günstigeren OP-Masken getragen werden.

Wie Sozialminister Hubertus Heil (SPD) und Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Donnerstag in Berlin mitteilten, sollen rund fünf Millionen Bezieher von Grundsicherung jeweils zehn FFP2-Masken bekommen.

Dafür würden die Betroffenen ein Schreiben von ihrer Krankenversicherung bekommen. Mit diesem und dem Personalausweis könnten die Masken dann bei der Apotheke abgeholt werden. „Es ist wichtig, dass wir in dieser Situation die gesamte Gesellschaft im Blick haben“, sagte Heil. Menschen in Grundsicherung hätten keine Reserven.

++ Erste Fälle von Virus-​Varianten im Alb-Donau-Kreis

(14.34 Uhr) Ein Arbeiter aus der Gemeinschaftsunterkunft auf dem Grundstück des St. Konradihauses in Schelklingen trägt eine Virus-Mutante in sich. Das teilt das Gesundheitsamt des Landratsamtes Alb-Donau-Kreis mit. Der Mann wurde zwischenzeitlich mit schwerer Symptomatik stationär behandelt.

Außerdem gibt es einen weiteren Fall im St. Konradihaus. Hier lesen Sie mehr.

++ Stiko empfiehlt Astrazeneca-Impfstoff nur für unter 65-Jährige

(13.59 Uhr) Der Astrazeneca-Impfstoff soll nach einer Empfehlung der deutschen Impfkommission im Gegensatz zu den Präparaten von Biontech/Pfizer und Moderna nur an Menschen unter 65 Jahren verabreicht werden.

In der am Donnerstag veröffentlichten Empfehlung der Ständigen-Impfkommission des Robert-Koch-Instituts heißt es, das Astrazeneca-Präparat solle in den einzelnen Stufen, die die Priorisierung festlegen, „jeweils nur den Personen angeboten werden, die 18-64 Jahre alt“. Zuvor hatte es Berichte über eine geringere Wirksamkeit des Präparats gegeben.

++ Lucha gegen Eisenmann: Streit um Schulöffnung und Betreuung

(13.21 Uhr) Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) hält angesichts der Virusmutation bei zwei Kindern in einer Freiburger Kita die Öffnung von Kitas und Schulen im Land derzeit nicht für machbar. Der Grünen-Politiker forderte am Donnerstag, dass jetzt die Notbetreuung von Kindern „nochmal runtergefahren wird. Dass die Betreuung der Kinder über Homeschooling im Primarbereich nochmal besser wird“.

Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) hielt dagegen und forderte das Gesundheitsministerium und das Landesgesundheitsamt auf, den genauen Sachverhalt bei der Kita in Freiburg zunächst „lückenlos“ aufzuklären. „Erst danach kann die Gesamtsituation bewertet und über das weitere Vorgehen beraten werden“, sagte die CDU-Politikerin. Mehr dazu lesen Sie hier.

++ Länder stimmen Corona-Hilfen für deutsche Flughäfen zu

(13.06 Uhr) Mit großer Mehrheit haben die Länder einem Vorschlag des Bundes für Corona-Hilfen in Höhe von einer Milliarde Euro zugestimmt. Dies erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag aus Teilnehmerkreisen der Finanzministerkonferenz.

Demnach stimmten 14 von 16 Ländern für den Vorschlag, der auf Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) zurückgeht und eine Finanzierung von Bund und Ländern zu gleichen Anteilen vorsieht. Bereits geleistete Flughafenhilfen sollten dabei berücksichtigt werden.

Damit liegt der Ball nun wieder im Spielfeld von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD). Er muss nun den Anteil des Bundes von 500 Millionen Euro freigeben. Im aktuellen Bundeshaushalt sind diese Hilfen nämlich noch nicht eingeplant. Mehr dazu lesen Sie hier.

++ Acht Menschen im Kreis Ravensburg mit Corona-​Mutation infiziert

(12.58 Uhr) Acht Menschen im Kreis Ravensburg haben sich bereits mit einer mutierten Version des Coronavirus angesteckt. Das teilte das Landratsamt Ravensburg am Donnerstagvormittag auf Anfrage der „Schwäbischen Zeitung“ mit.

Wir wissen derzeit allerdings noch nicht, um welche Mutation es sich handelt“, sagte die Sprecherin der Behörde, Selina Nußbaumer. Mehr dazu lesen Sie hier.

++ SPD, GEW und Elternbeirat bieten Kretschmann Gespräch an

(12.07 Uhr) Die Südwest-SPD, die Bildungsgewerkschaft GEW und der Landeselternbeirat wollen nach der kurzfristigen Absage der Öffnung von Kitas und Grundschulen mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann über die weitere Schulstrategie in der Corona-Pandemie sprechen.

Winfried Kretschmann spricht
Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen), Ministerpräsident von Baden-Württemberg, spricht. (Foto: Christoph Schmidt / DPA)

In einem Brief an den Regierungschef von diesem Donnerstag bittet SPD-Landeschef Andreas Stoch um einen zeitnahen Termin. Die zuständige Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) wird nicht erwähnt. Stoch sagte der dpa, der Rückzieher bei der Öffnung wegen des Auftauchens einer Virusmutation in einer Freiburger Kita sei ein „Super-Gau“ für die grün-schwarze Regierung. Mehr dazu lesen Sie hier.

++ Spahn ist offen für Impfgipfel

(10.14 Uhr) Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich offen gezeigt für einen sogenannten Impfgipfel, wie er etwa von SPD-Politikern gefordert wird.

Im Radiosender NDR Info schlug er ein gesondertes Treffen mit den Ministerpräsidenten der Länder vor, an dem auch Vertreter der Pharmahersteller teilnehmen sollten. Inhaltlich muss es nach seinen Worten darum gehen, wie das weitere Vorgehen gegen die Pandemie aussehen kann.

Mehrere SPD-Politiker und auch die FDP hatten angesichts des Impfstoffmangels und der schleppend anlaufenden Impfkampagne wiederholt ein solches Treffen gefordert, darunter die Regierungschefs von Rheinland-Pfalz, und Brandenburg, Malu Dreyer und Dietmar Woidke (beide SPD).

Der Bundesverband der pharmazeutischen Industrie hatte sich vor Wochen eher ablehnend zu einem Gipfel geäußert. „Die akuten Fragestellungen sind nicht politischer, sondern regulatorischer und technologischer Natur. Diese Fragen können nicht auf einem Gipfel mit der Politik beantwortet werden“, hatte Verbandschef Hans-Georg Feldmeier gesagt.

++ 7-Tage-Inzidenz erstmals seit Ende Oktober unter 100

(09.30 Uhr) Erstmals seit Ende Oktober liegt die sogenannte 7-Tage-Inzidenz laut Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) unter der Schwelle von 100.

So wurden in Deutschland binnen einer Woche 98 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner an die Gesundheitsämter übermittelt, wie das RKI am Donnerstagmorgen meldete. Damit hat sich die Zahl der innerhalb von 7 Tagen gemeldeten Neuinfektionen seit dem Höchststand kurz vor Weihnachten - die 7-Tage-Inzidenz lag am 22. Dezember bei 197,6 - in etwa halbiert. Das politische Ziel ist eine 7-Tage-Inzidenz von unter 50.

Mehr dazu lesen Sie hier.

++ Biontech-Impfstoff offenbar gegen wichtigste britische und südafrikanische Mutationen wirksam

(09.05 Uhr) Der Impfstoff von Biontech ist gegen die wichtigsten in Großbritannien und Südafrika aufgetauchten Virus-Mutanten wirksam.

In-Vitro-Tests hätten gezeigt, dass die Entwicklung eines neuen Impfstoffs für diese Varianten des Coronavirus nicht notwendig sei, teilten das Mainzer Unternehmen und sein US-Partner Pfizer am Donnerstag mit. Die Virus-Varianten würden jedoch weiterhin auf mögliche Resistenz gegen den Impfstoff beobachtet.

++ Impf-Hotline: Lucha verschickt sechs Millionen Briefe

(08.54 Uhr) Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) will sechs Millionen Briefe an die Baden-Württemberger verschicken, um zu erklären, wie die Impf-Hotline funktioniert. Über die Nummer 116117 werde man zunächst mit einem Sprachcomputer verbunden, der mit Zahlen gefüttert werden müsse, erklärte Lucha der „Bild“ am Donnerstag.

„Das ist kompliziert. Wir verschicken deshalb zusätzlich an rund sechs Millionen Haushalte einen Informationsbrief, in dem erklärt wird, wie man über die Hotline Termine vereinbart.“ Die Briefe würden voraussichtlich am Freitag rausgehen, kündigte Lucha an.

Manne Lucha (Die Grünen)
Manfred Lucha (Bündnis 90/Die Grünen), Minister für Gesundheit in Baden-Württemberg, spricht. (Foto: Christoph Schmidt / DPA)

Der Minister verteidigte die Impfstrategie des Landes. Dass das Impfen so langsam vorangehe, begründete er vor allem damit, dass viel weniger Impfstoff zur Verfügung stehe als erwartet. „Es tut einem im Herzen weh, die große Impf-Bereitschaft in der Bevölkerung nicht besser zufriedenstellen zu können.“

++ Gemeindetagspräsident: Höhere Steuern nicht ausschließen

(08.18 Uhr) Der neue Gemeindetagspräsident Steffen Jäger hat angesichts der Corona-Krise neue Schulden für die Kommunen und höhere Steuern und Abgaben für die Bürger in Aussicht gestellt. „Vielen wird nichts übrig bleiben, als sich über Rücklagen oder Kredite zu finanzieren“, sagte Jäger der „Stuttgarter Zeitung“.

„Wir haben Anzeichen, dass es eine nennenswerte Zahl von Kommunen gibt, die noch zu Beginn des vergangenen Jahres keine Kredite geplant hatten, nun aber an der Schuldenschraube drehen müssen.“

Jäger wird ab Februar die Nachfolge von Roger Kehle als Präsident und Hauptgeschäftsführer des Gemeindetags Baden-Württemberg antreten. Auf die Frage, ob Bürger mit höheren Steuern und Abgaben rechnen müssen, sagte er: „Ich glaube, dass die Gemeinden sehr verantwortungsvoll mit dieser Einnahmemöglichkeit umgehen. Man kann angesichts der aktuellen Lage aber nicht ausschließen, dass es hie und da zu Erhöhungen kommt.“

++ Regierung plant offenbar Einreiseverbote

(06.31 Uhr) Nach „Spiegel“-Angaben plant die Bundesregierung ein Einreiseverbot aus Ländern mit hoher Verbreitung von Corona-Mutanten. Eine Vorlage für eine entsprechende Verordnung befinde sich derzeit in der Abstimmung zwischen den Ressorts.

Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums bestätigte der Deutschen Presse-Agentur, dass ein entsprechender Beschluss derzeit abgestimmt wird. Wie auch die „Bild“ berichtete, geht es um Einreisesperren für Flüge aus Ländern, in denen es bereits Virus-Mutationen gibt, wie etwa Südafrika.

Der Innenexperte der FDP im Bundestag, Stephan Thomae, sagte der „Augsburger Allgemeinen“, Überlegungen für weitreichende Reisebeschränkungen seien ein Ausdruck von „Regierungsversagen.“ „Das Coronavirus und seine Mutanten sind höchst gefährlich, nichtsdestoweniger sind wir nicht im Krieg.“ Er forderte, mehr Corona-Schnelltests an den Landesgrenzen und Flughäfen anzubieten.

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++ Lauterbach kritisiert IOC-Chef und Olympia-Pläne

(05.59 Uhr) Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat das Festhalten des Internationalen Olympischen Komitees an den Olympia-Plänen und namentlich auch IOC-Chef Thomas Bach kritisiert.

Dass dieser weiterhin fest davon ausgehe, dass die Spiele in Tokio in diesem Sommer stattfinden, nannte Lauterbach „sehr problematisch“. Dieses „sture Durchhalten mit der Einstellung, der Spitzensport sei von der Pandemie quasi ausgenommen, halte ich für sehr schwer vermittelbar und frustriert auch sehr viele Fans“, sagte Lauterbach in einem Sport1-Interview. Bach hatte zuvor Kritik an den Bemühungen um eine Austragung der Olympischen Spiele zurückgewiesen.

„Es ist ganz sicher nicht unverantwortlich“, betonte Bach und verwies auf die Pläne für vielfältige Corona-Maßnahmen für die Sommerspiele und die Vielzahl internationaler Sportereignisse, die in den vergangenen Monaten schon veranstaltet wurden. Das IOC sei „voll darauf konzentriert und verpflichtet“, die Spiele auszutragen.

Bach zeige „rigoristische Positionen. Zum Geschäft gehört eine gewisse Demut mit dazu. Die vermisse ich manchmal bei Herrn Bach“, sagte Lauterbach. Umfragen zufolge spricht sich eine klare Mehrheit der Japaner derzeit dafür aus, dass die Spiele nicht in diesem Sommer stattfinden.

Für Lauterbach wäre auch die Austragung der Fußball-EM „ein falsches Signal“ zu einem „schlechten Zeitpunkt“. Die Europäische Fußball-Union UEFA hatte zuvor jedoch bekräftigt, an ihrem Plan eines Turniers in zwölf Städten festhalten zu wollen.

Das waren die letzten Meldungen vom Mittwoch:

++ Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten weiter gesunken — auf 78,9

(21.54 Uhr) Die Sieben-Tage-Inzidenz in Baden-Württemberg ist erneut leicht gesunken. Der Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen lag am Mittwoch (Stand: 16.00 Uhr) landesweit bei 78,9, wie das Landesgesundheitsamt in Stuttgart am Mittwoch mitteilte. Am Vortag lag der Wert noch bei 81,8. Im Vergleich zum Dienstag verzeichnete die Behörde 1854 Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Damit gibt es nun 288 791 bestätigte Fälle im Südwesten. Die Zahl der Todesfälle stieg um 65 auf nun 6864. Als genesen gelten 252 771 Menschen.

Erstmals seit Monaten liegen bei der Sieben-Tage-Inzidenz fünf Kreise unter dem Wert von 50. Im Landkreis Rastatt lag der Wert bei 43,2, im Landkreis Tübingen bei 48,1. Der Hohenlohekreis (34,6), der Kreis Emmendingen (33,1) und der Stadtkreis Baden-Baden (29,0) haben sogar eine Inzidenz von unter 35. Die 35er-Marke war einst der Wert, ab dem in der betroffenen Region strengere Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie gelten sollten.

Nach Daten des Divi-Intensivregisters sind 439 Covid-19-Patienten im Südwesten derzeit in intensivmedizinischer Behandlung, wie das Amt weiter berichtete. 260 von ihnen würden künstlich beatmet. Rund 88 Prozent der 2439 betreibbaren Intensivbetten seien belegt.

In Baden-Württemberg haben bisher 189 426 Menschen eine erste Dosis der Corona-Impfung erhalten, 38 778 Menschen dem Robert Koch-Institut zufolge auch eine zweite Dosis. Das sind 7961 Erstimpfungen und 5695 Zweitimpfungen mehr als am Vortag.

++ Schulen dürfen auch in Hotels und Tagungsräumen unterrichten

(21.38 Uhr) Kultusministerin Eisenmann gibt grünes Licht: Unterricht darf in Konferenzräumen stattfinden. Die Stadt München genehmigt beispielsweise Unterricht in einem Festsaal. Worauf kommt es dabei an?

+++ Lesen Sie hier den vollständigen Artikel. +++ (Plus)

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