Corona-Newsblog: Das waren die wichtigsten Entwicklungen am Donnerstag

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Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹:

  • Aktuell nachgewiesen Infizierte Baden-Württemberg: ca. 4200  (51.191 Gesamt - ca. 45.100 Genesene - 1.894 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg:  1.894
  • Aktuell nachgewiesen Infizierte Deutschland: ca. 28.110 (303.258 Gesamt - ca. 265.600 Genesene - 9.546 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland: 9.546
Durch Meldeverzug und die aufwändige Datenverarbeitung kann es Abweichungen zwischen den hier gemeldeten Zahlen und Meldungen von einzelnen Landkreisen geben.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Städtische Mitarbeiter kontrollieren Wirte in Villingen-Schwenningen verdeckt (13.06 Uhr)
  • Zulassungsprozess für Impfstoff aus Deutschland startet (11.12 Uhr)
  • Nächste Alarm-Stufe - Baden-Württemberg verlässt die stabile Phase (8.54 Uhr)
  • „Ein Flickenteppich“: Kritik an innerdeutschen Reiseeinschränkungen (6.44 Uhr)

Das war's für heute. Wir wünschen Ihnen eine gute Nacht und sind morgen Früh auf Schwäbische.de wieder mit einem neuen Corona-Newsblog für Sie da.

++ Mehr als 380 neue Corona-Infektionen im Südwesten 

(20.05 Uhr) Die Zahl der nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen hat sich in Baden-Württemberg im Vergleich zum Vortag um 388 Fälle erhöht. Insgesamt haben sich im Land nun 51.570 Menschen nachweislich mit dem Erreger Sars-CoV-2 angesteckt, wie das Landesgesundheitsamt am Dienstag (Stand: 16.00 Uhr) mitteilte.

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus blieb unverändert bei 1.894. Als genesen gelten 44.932 Menschen — 236 mehr als am Vortag.

Der sogenannte Sieben-Tage-R-Wert liegt laut Landesgesundheitsamt bei geschätzt 1,10. Dieser Wert gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt.

Kritisch bleibt die Lage vor allem im Kreis Esslingen, in dem nach neuesten Zahlen innerhalb von sieben Tagen 45,4 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner registriert wurden. Damit liegt der Kreis momentan ebenso über der kritischen Marke von 35 neuen Fällen pro 100.000 Einwohner wie Stuttgart (35,4). Mannheim liegt mit einem Wert von 34,1 wieder knapp darunter.

++ Corona-Fall an Ellwanger Schule

(19.32 Uhr) An der Mittelhofschule in Ellwangen ist am Dienstag ein Corona-Fall aufgetreten. Das teilt die Stadt Ellwangen am Dienstagnachmittag mit. Ein Mitarbeiter der Schule sei positiv getestet worden.

Die Schulleitung habe daraufhin umgehend reagiert und in Absprache mit dem Gesundheitsamt die notwendigen Maßnahmen getroffen, heißt es weiter. Ab sofort sollen sich vier Schulklassen und eine Lernklasse in einer vierzehntägigen Quarantäne befinden. Davon sind laut Stadt etwa 100 Schüler der Sekundarstufe (Klasse 5 bis 10) betroffen.

++ Schüler aus 357 Klassen müssen zu Hause bleiben

Die Zahl der Schüler, die im Südwesten wegen der Corona-Pandemie zu Hause bleiben müssen, steigt weiter an.

357 Schulklassen sind wegen Infektionen oder Verdachtsfällen aus dem Präsenzunterricht genommen worden, wie das Kultusministerium am Dienstag auf Anfrage mitteilte.

Die Schüler dieser Klassen werden nun per Fernunterricht unterrichtet. Die Daten stammen von den vier Regierungspräsidien im Land. Am 1. Oktober waren noch 304 Schulklassen in Quarantäne.

Betroffen sind den Angaben nach insgesamt 197 Schulen. Drei Schulen sind vollständig geschlossen.

Bei insgesamt 4500 Schulen bedeutet das aber, dass derzeit nicht einmal jede zwanzigste Schule von den Maßnahmen betroffen ist.

++ Virologe Drosten rät zur „Vorquarantäne“ vor Familienbesuchen

(15.12 Uhr) Um das Corona-Infektionsrisiko zu verringern, rät der Berliner Virologe Christian Drosten zu einer Art Selbstisolation im Vorfeld von Familienbesuchen. Auch im Hinblick auf die Weihnachtszeit sei eine solche „Vorquarantäne“ eine gute Idee, sagte Drosten „Zeit online“ am Dienstag.

Das bedeute, „dass Menschen einige Tage, optimalerweise eine Woche, vor dem Familienbesuch mit Oma und Opa soziale Kontakte so gut es geht vermeiden“.

Derzeit hält Drosten die Corona-Pandemie in Deutschland noch für kontrollierbar. „Wir haben in Deutschland eine realistische Chance, besser durch Herbst und Winter zu kommen als viele andere Länder.“

Um volle Intensivstationen zu verhindern, wie es sie bereits in Madrid oder Südfrankreich gebe, sei es wichtig, dass nun „alle mitdenken und verstehen: Wir haben es selbst in der Hand“. Es gehe um viele kleine Alltagsentscheidungen und darum, die Lage ernst zu nehmen.

Das gelte auch für private Feiern. Jeder könne sich die Frage stellen, „ob man eine Party, die man geplant hatte, wirklich feiern muss diesen Winter, ob man für sie vielleicht einen luftigen, besonders großen Raum finden kann oder sie auf nächstes Jahr verschiebt“, sagte Drosten.

++ Mitarbeiter kontrollieren Wirte in Villingen-Schwenningen verdeckt

(13.06 Uhr) Im Kampf gegen die Corona-Pandemie setzt Villingen-Schwenningen städtische Mitarbeiter ein, um schwarzen Schafen unter den Gastronomen auf die Schliche zu kommen. Nach wiederholten Beschwerden aus der Bevölkerung wegen Nichteinhaltung der Corona-Regeln, habe die Verwaltung zu diesem Mittel gegriffen, erläuterte Stadtsprecherin Madlen Falke am Dienstag. Der SWR hatte zuvor darüber berichtet.

Laut Falke haben sich 23 Beschäftigte aus mehreren Ämtern bereit erklärt, die Kontrolle der Ausgabe von Fragebögen zur Nachverfolgung von möglichen Corona-Infektionen vorzunehmen. Sie besuchen seit Ende September die Gaststätten wie normale Gäste. Mit den uniformierten, teils stadtbekannten Ordnungskräften als Kontrolleuren habe man die Beschwerden nicht abstellen können.

Diese treten nur dann in Erscheinung, wenn der städtische Mitarbeiter keine Gästeliste vorgefunden hat. Sie fragen dann am nächsten Tag vor Ort nach der Gästeliste und können so herausfinden, ob die Gästeliste überhaupt existiert oder nicht konsequent geführt wird. Falke: „Wenn er alles richtig macht, bekommt der Gastronom das gar nicht zu spüren.“

Bei ersten Verstoß fallen 750 Euro Bußgeld, beim zweiten 1250 Euro an. Die bisherigen Kontrollen von insgesamt 330 Betrieben ergaben 100 Regelverletzungen.

++ Zulassungsprozess für Impfstoff aus Deutschland startet 

(11.12 Uhr) Der vom Mainzer Unternehmen Biontech entwickelte Corona-Impfstoffkandidat geht in den Zulassungsprozess. Die europäische Arzneimittelbehörde EMA werde den Wirkstoff BNT162b2 in einem sogenannten Rolling-Review-Verfahren prüfen, teilten Biontech und das Pharma-Unternehmen Pfizer, das die Entwicklung unterstützt, am Dienstag mit.

Bei diesem Verfahren werden Daten aus der klinischen Prüfung fortlaufend eingereicht und bewertet. Die Entscheidung der EMA, das Verfahren zu beginnen, basiere auf den ermutigenden vorläufigen Daten der präklinischen sowie frühen klinischen Studien bei Erwachsenen. Biontech ist damit das erste deutsche Unternehmen und mit AstraZeneca das zweite insgesamt, das bei der EMA für diesen Prozess zugelassen wurde.

Im April hatte Biontech als erstes deutsches Unternehmen vom zuständigen Paul-Ehrlich-Institut in Langen die Genehmigung für eine klinische Studie der Phase-I/II bekommen. In dieser Phase werden Sicherheit und Verträglichkeit des Impfstoffkandidaten geprüft.

Vorläufige Daten zeigten, dass der Wirkstoff gut verträglich war und nur leichte bis moderate Nebenwirkungen aufwies, berichten die Unternehmen. Die Probanden hätten Antikörper gebildet und andere erwünschte Immunreaktionen gezeigt. Der zuständige Ausschuss der EMA habe nun begonnen, diese Daten zu prüfen. Hier lesen Sie mehr.

++ WHO konstatiert wachsende Corona-„Müdigkeit“ in Europa

(10.52 Uhr) Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht in Europa eine wachsende Corona-„Müdigkeit“ in der Bevölkerung. In einigen Ländern seien 60 Prozent der Bürger der wegen des Virus ergriffenen Schutzmaßnahmen „müde“, erklärte am Dienstag der WHO-Regionaldirektor für Europa, Hans Kluge,. Er rief die Regierungen auf, gemeinsam mit der Öffentlichkeit nach „neuen und innovativen“ Wegen zu suchen, um den Kampf gegen das Virus neu zu beleben.

Kluge bescheinigte den Bürgern in Europa, in den vergangenen Monaten „große Opfer“ gebracht zu haben, um die Ausbreitung des Coronavirus unter Kontrolle zu bringen. Da sei es nur verständlich, dass sich inzwischen eine gewisse „Apathie“ breitgemacht habe.

Als Beispiel für eine stärkere Einbeziehung der Öffentlichkeit in die Corona-Beratungen nannte Kluge eine dänische Gemeinde, die gemeinsam mit Studenten über Beschränkungen beraten habe, die ihnen trotzdem eine Rückkehr an die Universität ermöglichten. Ankara nutze die Online-Medien, um mehr über die Stimmung der Menschen zu erfahren, während Berlin „Philosophen, Historiker, Theologen sowie Verhaltens- und Sozialwissenschaftler konsultiert“ habe.

++ Nächste Alarm-Stufe - Baden-Württemberg verlässt die stabile Phase 

(8.54 Uhr) Baden-Württemberg setzt angesichts steigender Corona-Infektionszahlen erstmals die zweite Stufe im Kampf gegen die Pandemie in Kraft. Sozialminister Manne Lucha (Grüne) verkündet am Dienstag im Kabinett den Eintritt in die sogenannte Anstiegsphase, wie ein Regierungssprecher der dpa bestätigte.

Diese zweite von drei Stufen beinhaltet etwa eine strengere Kontrolle von Maßnahmen, Appelle an die Öffentlichkeit und das bedarfsabhängige Hochfahren von Corona-Ambulanzen und Teststellen.

Anlass sei das aktuelle Infektionsgeschehen im Land, sagte der Sprecher. In einigen Regionen und Städten gebe es ein diffuses Infektionsgeschehen, die sogenannte Sieben-Tages-Inzidenz liege zudem im ganzen Land bereits bei 15.

Die grün-schwarze Landesregierung hatte im September ein dreistufiges Alarm-System vorgestellt, um eine zweite Corona-Infektionswelle und einen landesweiten Lockdown unter allen Umständen zu verhindern. 

Die Pandemiestufe 2 gilt, wenn die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz von 10 Fällen je 100.000 Einwohner überschritten wird und zusätzlich das Infektionsgeschehen diffus ansteigt oder sich die landesweiten wöchentlichen Fallzahlen innerhalb von zwei Wochen verdoppeln. Die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz lag im Land am Montag bei 16,4. Im Kreis Esslingen lag sie bei 40,4.

++ Regierung schafft Computer für 93,5 Millionen Euro an

(7.47 Uhr) Die Bundesregierung hat in der Corona-Krise mehr als 40.000 Computer angeschafft, damit Mitarbeiter von Ministerien und nachgeordneten Behörden von zuhause arbeiten können. Das geht aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der verbraucherpolitischen Sprecherin der FDP-Fraktion im Bundestag, Katharina Willkomm, hervor. Demnach wurden zwischen März und September genau 40.728 Desktop-PCs, Laptops und Tablets inklusive Zubehör für insgesamt 93,5 Millionen Euro beschafft.

Es sei gut, dass die Regierung die Geräte in „Windeseile“ eingekauft habe, damit Beamte in der Krise im Homeoffice arbeiten könnten, sagte Willkomm der Deutschen Presse-Agentur. Sie kritisierte gleichzeitig den langsamen Abfluss der Gelder aus dem Digitalpakt Schule zur Förderung der digitalen Infrastruktur an Schulen. Den gebe es seit einem Jahr.

„Weil die Verfahren für die Schulen so kompliziert sind, konnten aber gerade einmal Geräte im Wert von 15,7 Millionen Euro für die Schülerinnen und Schüler bereitgestellt werden.“ Deutlicher könne man nicht zeigen, dass für die Bundesregierung Digitalisierungschancen für die Bürger keine Priorität hätten.

++ Neue Auflagen für Feiern und Kneipengäste in Baden-Württemberg

(6.55 Uhr) Nach den von Bund und Ländern beschlossenen Verschärfungen der Corona-Regeln vor allem für Feiern und für die Besucher von Gaststätten sollen die Auflagen bald auch in Baden-Württemberg greifen. Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Gesundheitsminister Manne Lucha (beide Grüne) wollen die jüngsten Änderungen für den Südwesten am Dienstag (12 Uhr) in Stuttgart vorstellen.

Aus Angst vor stärker steigenden Infektionszahlen in den Herbstferien waren die Corona-Maßnahmen Ende September in Absprache zwischen Bund und Ländern wieder verschärft worden. Unter anderem sollen private Feiern eingeschränkt werden. Außerdem droht künftig ein Bußgeld, wenn falsche persönliche Angaben beim Restaurantbesuch gemacht werden.

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband lehnt allerdings eine Verantwortung der Wirte für diese Kontaktlisten strikt ab. „Wir sind Gastgeber und keine Hilfspolizisten“, sagte ein Sprecher des Landesverbandes. Es gebe keine Rechtsgrundlage, die die Gastronomen verpflichte, ihre Gäste zu kontrollieren.

++ „Ein Flickenteppich“ - Kritik an innerdeutschen Reiseeinschränkungen

(6.44 Uhr) Mit Unverständnis und Kritik haben Politiker verschiedener Parteien auf die in manchen Bundesländern eingeführten Quarantäne-Vorschriften für Reisende aus innerdeutschen Risikogebieten reagiert. „Reisebeschränkungen im Inland sind das falsche Signal und nicht hilfreich“, sagte Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) dem „Spiegel“ (Dienstag). Politiker von CDU und SPD monierten, das Nebeneinander verschiedener Vorschriften schaffe einen verwirrenden Flickenteppich.

Die steigenden Infektionszahlen in Deutschland bereiten zum Start der Feriensaison zunehmend Sorgen — vor allem die Situation in Berlin wird von den Ländern unterschiedlich bewertet. Aufgrund steigender Zahlen in mehreren Bezirken der Hauptstadt werden diese zum Teil als Risikogebiet eingestuft.

Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz haben Einreisebeschränkungen mit Quarantäneregeln und Pflichttests festgelegt. Andere Bundesländer folgen einer davon abweichenden Systematik. Berlin, Niedersachsen und Bremen weisen aktuell gar keine inländischen Risikogebiete aus.

Bundestagsvizepräsident Thomas Oppermann (SPD) forderte mehr Klarheit und Transparenz. „Für Reisen innerhalb Deutschlands brauchen wir eine bundesweit einheitliche Regelung, auf die sich alle Bundesländer einigen“, sagte er dem „Spiegel“. „Ein Rückfall in Kleinstaaterei sorgt nur für Verunsicherung und gefährdet die Akzeptanz der Corona-Regeln.“ Hier lesen Sie mehr.

++ Mehr als 2600 Neuinfektionen in Deutschland

(6.38 Uhr) Die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen in Deutschland hat zum zweiten Mal binnen weniger Tage die Schwelle von 2600 überschritten. Innerhalb eines Tages meldeten die Gesundheitsämter 2639 neue Corona-Infektionen, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Dienstagmorgen bekanntgab. Das sind nur knapp weniger als am Freitagmorgen, als mit 2673 Neuinfektionen innerhalb eines Tages der höchste Wert seit der zweiten Aprilhälfte gemeldet worden war.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach Angaben des RKI mindestens 303.258 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 6.10., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9546. Das sind 12 mehr als am Vortag. Rund 265.600 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Montag bei 1,21 (Vortag: 1,23). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 1,08 (Vortag: 1,14). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Das waren die letzten Meldungen am Montag:

++ Mehr als 250 neue Corona-Infektionen im Südwesten

(20.09 Uhr) Die Zahl der nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen hat sich in Baden-Württemberg im Vergleich zum Vortag um 257 Fälle erhöht. Insgesamt haben sich im Land nun 51.182 Menschen nachweislich mit dem Erreger Sars-CoV-2 angesteckt, wie das Landesgesundheitsamt am Montag (Stand: 16.00 Uhr) mitteilte. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg um 4 auf 1894. Als genesen gelten 44.696 Menschen — 151 mehr als am Vortag. Der sogenannte Sieben-Tage-R-Wert liegt laut Landesgesundheitsamt bei geschätzt 1,10. Dieser Wert gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt.

Kritisch bleibt die Lage vor allem im Kreis Esslingen, in dem nach neuesten Zahlen innerhalb von sieben Tagen 40,4 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner registriert wurden. Damit liegt der Kreis momentan ebenso über der kritischen Marke von 35 neuen Fällen pro 100.000 Einwohner wie Mannheim (36,1).

++ Ab Dienstag gilt Maskenpflicht im Bundestag

(18.17 Uhr) Im Deutschen Bundestag gilt von Dienstag an eine Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. „Der Bundestagspräsident hat sich entschieden, eine allgemeine Maskenpflicht im Parlament anzuordnen, weil die Entwicklung der Sars-CoV2-Pandemie weiterhin sehr ernst zu nehmen ist“, teilte die Parlamentsverwaltung am Montag in Berlin mit. Die Anordnung sei zunächst bis zum 17. Januar befristet.

Bislang galt für den Bundestag nur eine Empfehlung zum Maskentragen. Teile der Hauptstadt überschreiten aktuell die Schwelle von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen, die für ein innerdeutsches Risikogebiet gilt.

Die Maskenpflicht gelte „für alle Räume, einschließlich des Plenarsaals, der Sitzungssäle und Besprechungsräume, sowie für alle Verkehrsflächen und Aufzugsanlagen der Gebäude“, teilte der Bundestag mit. Den Fraktionen werde dringend empfohlen, entsprechende Regelungen auch für ihre Räumlichkeiten zu erlassen.

Die Mund-Nasen-Bedeckung könne abgelegt werden, wenn man sich an seinem Platz in einem Sitzungs- oder Besprechungsraum oder im Plenarsaal befinde, so der Bundestag — vorausgesetzt, man hat mindestens 1,50 Meter Abstand zu anderen. Auch Sprecher am Rednerpult und an Saalmikrophonen dürfen die Maske ablegen, ebenso Präsidentinnen und Präsidenten, die eine Sitzung leiten.

Wer mit einem ärztlichen Attest belegen kann, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes für ihn nicht zumutbar ist, kann demnach auf ein Visier ausweichen.

„In den Büroräumen und am Arbeitsplatz kann die Mund-Nasen-Bedeckung abgelegt werden, sofern der Raum alleine genutzt oder der Mindestabstand von 1,50 Metern zu anderen Personen eingehalten werden kann oder eine geeignete Abtrennung zu anderen Plätzen vorhanden ist“, teilte der Bundestag mit.

Verstöße können den Angaben zufolge mit einem Zwangsgeld von bis zu 25.000 Euro oder einer Geldbuße von bis zu 5000 Euro geahndet werden.

++ Debatte um Alltagsmasken — FDP-Fraktionschef Rülke hält sie für untauglich 

(16.38 Uhr) Trotz der strikten Auflagen und allgemeinen Akzeptanz hält FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke Masken für wenig tauglich im Kampf gegen das Coronavirus. „Ich glaube, wenn man Abstand hält, wenn man auf Hygiene achtet mit Händewaschen sowie Desinfektionsmitteln und dann noch ordentlich lüftet, dann eignet sich das mehr als eine Alltagsmaske“, sagte Rülke der Deutschen Presse-Agentur. Allerdings machten die Masken auf das Corona-Risiko aufmerksam, das es nach wie vor gebe, räumte der FDP-Politiker ein. Rülke geht aber davon aus, dass die Maskenpflicht bald aufgehoben wird.

Den Träger selbst schützt eine Alltagsmasken nach bisheriger Kenntnis nur vor größeren Tröpfchen. Außerdem verhindert sie, dass man sich unbewusst mit schmutzigen Händen an Mund oder Nase fasst. Nach Einschätzung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung tragen Alltagsmasken aber dazu bei, andere Menschen zu schützen.

Das sieht die Landesärztekammer ähnlich. Aktuell gebe es keinen Anlass zur Kritik an Alltagsmasken, teilte die Kammer mit. Sie seien ein wichtiger Baustein des sogenannten AHA-Konzepts („Abstand halten - Hygiene beachten — Alltagsmaske“). „Die Landesärztekammer unterstützt daher die geltenden Regeln, darunter die Corona-Verordnung des Landes, in der explizit die Verpflichtung zum Tragen von Alltagsmasken auch in Arztpraxen geregelt ist“, sagte ein Ärztesprecher.

+++ Hier geht es zum Newsblog von Montag +++

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