Corona-Newsblog: Das waren die wichtigsten Entwicklungen am Donnerstag

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Deutsche Presse-Agentur
Chef vom Dienst Digital / stellv. Leiter Digitalredaktion
Agence France-Presse

Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹:

  • Aktuell nachgewiesen Infizierte Baden-Württemberg: ca. 3.330 (44.396 Gesamt - ca. 39.200 Genesene - 1.868 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg:  1.868
  • Aktuell nachgewiesen Infizierte Deutschland: ca. 16.625 (255.366 Gesamt - ca. 229.400 Genesene - 9.341 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland: 9.341
 Wie schon bei der Demonstration der „Querdenken“-Bewegung in Ravensburg Ende Juli in Ravensburg werden auch dieses Mal Polizist
Wie schon bei der Demonstration der „Querdenken“-Bewegung in Ravensburg Ende Juli in Ravensburg werden auch dieses Mal Polizisten den Ablauf beobachten. (Foto: Archiv: Siegfried Heiss)

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • 222 neue Corona-Infektionen im Südwesten (20.01 Uhr)
  • Geschätzt fast 20 Milliarden weniger Steuereinnahmen 2021 als geplant (15.16 Uhr)
  • „Querdenken“-Demo in Ravensburg mit wenigen Auflagen genehmigt (17.19 Uhr)
  • Stadt München verbietet „Querdenken 089“-Demo auf Odeonsplatz (13.19 Uhr)
  • Krise schlägt aufs Handwerk durch - weniger Umsatz (8.54 Uhr)
  • Düstere Prognose fürs Schuljahr: Philologen rechnen mit Schließungen (12.23 Uhr)
Durch Meldeverzug und die aufwändige Datenverarbeitung kann es Abweichungen zwischen den hier gemeldeten Zahlen und Meldungen von einzelnen Landkreisen geben.

Wir schließen den Newsblog für heute und sind morgen mit allen neuen Entwicklungen für Sie da.

++ 222 neue Corona-Infektionen im Südwesten

(20.01 Uhr) Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Menschen in Baden-Württemberg ist auf mindestens 44 610 gestiegen. Das sind 222 Menschen mehr als am Vortag, wie aus Zahlen des Landesgesundheitsamtes vom Donnerstag hervorgeht.

Als genesen gelten 39 076 Menschen; das ist ein Plus von 248. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus lag weiterhin bei 1867. Der sogenannte Sieben-Tage-R-Wert wurde mit 1,02 angegeben. Der Wert gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt.

++ „Querdenken“-Demo in Ravensburg darf mit wenigen Auflagen stattfinden

(17.19 Uhr) In Ravensburg darf die erneute Demonstration von Kritikern der Corona-Politik und Corona-Leugnern weitestgehend so stattfinden, wie von diesen beantragt. Das teilte der Sprecher der Stadtverwaltung, Alfred Oswald, am Donnerstag auf SZ-Anfrage mit. Auflagen werden ihnen offenbar kaum gemacht.

Mehr dazu lesen Sie hier.

++ Geschätzt fast 20 Milliarden weniger Steuereinnahmen 2021 als geplant

(15.16 Uhr) Die Erholung nach der Corona-Krise kommt zögerlicher als gedacht. Bund, Länder und Kommunen müssen im kommenden Jahr wohl noch einmal mit 19,6 Milliarden Euro weniger Steuereinnahmen auskommen, als im Mai erwartet. Die Steuerschätzer rechnen damit, dass erst 2022 das Vorkrisenniveau wieder erreicht ist, wie das Finanzministerium am Donnerstag in Berlin bekanntgab.

Die Steuerschätzung ist eine wichtige Grundlage für den Bundeshaushalt für das kommende Jahr, den Finanzminister Olaf Scholz (SPD) am 23. September dem Kabinett vorlegen will. Der Vizekanzler geht davon aus, dass auch 2021 noch einmal neue Schulden nötig sind.

Dass die Corona-Krise mit milliardenschweren Hilfspaketen in diesem Jahr riesige Löcher in die Staatskassen reißen würde, war bereits klar. Im ersten Halbjahr gaben Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherungen vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamtes zufolge 51,6 Milliarden Euro mehr aus, als sie einnahmen. Hier lesen Sie mehr.

++ EZB öffnet Geldschleusen in Krise zunächst nicht weiter

(14.32 Uhr) Trotz bedenklich niedriger Inflation und des beispiellosen Konjunktureinbruchs in der Corona-Krise legen Europas Währungshüter vorerst nicht nach. Die Europäische Zentralbank (EZB) steckt im Rahmen ihres Notkaufprogramms unverändert 1,35 Billionen Euro in Staats- und Unternehmensanleihen bis mindestens Ende Juni 2021, wie die Notenbank in Frankfurt mitteilte.

Den Leitzins im Euroraum beließ der EZB-Rat am Donnerstag auf dem Rekordtief von null Prozent. Volkswirte schließen aber nicht aus, dass die EZB ihr Notkaufprogramm bis zum Jahresende noch einmal aufstocken könnte.

EZB-Chefvolkswirt Philip Lane hatte erst kürzlich vor einer zu optimistischen Einschätzung der aktuellen konjunkturellen Erholung nach dem Corona-Einbruch gewarnt. Der jüngste weltweite Anstieg der Neuinfektionen werde die Konsumlaune und die Stimmung in den Unternehmen noch für einige Zeit belasten, sagte Lane.

++ München verbietet „Querdenken 089“-Demo auf Odeonsplatz

(13.19 Uhr) Die Stadt München hat eine für Samstag angekündigte Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen mit 5000 angemeldeten Teilnehmern auf dem Odeonsplatz untersagt. Stattdessen dürfe sie unter strikten Auflagen auf der Theresienwiese stattfinden - allerdings aus Infektionsschutzgründen nur mit 1000 Teilnehmern, wie das Kreisverwaltungsreferat (KVR) am Donnerstag mitteilte. Ein geplanter Demonstrationszug durch die Stadt wurde ebenfalls untersagt.

„Zwischen allen Teilnehmenden, Passanten und zu Pressevertretern muss zwingend ein Mindestabstand von 1,5 Metern gewahrt und jeder Körperkontakt vermieden werden“, hieß es in der Mitteilung des KVR. Außerdem müssen alle Teilnehmer — bis auf die jeweiligen Redner - eine Maske tragen. Die Demonstration soll um 15 Uhr beginnen und muss nach KVR-Angaben bis spätestens 19.30 Uhr beendet sein. Schon die Zuwege sollen von der Polizei kontrolliert werden.

Die Vereinigung „Querdenken 089“ hatte für Samstag eine Demonstration mit 5000 Teilnehmern in München angemeldet unter dem Motto „Frieden, Freiheit und Gesundheit“. Nach Angaben eines Sprechers des Münchner Verwaltungsgerichtes wurden Eilanträge gegen die Auflagen angekündigt, die zunächst aber noch nicht bei Gericht eingegangen waren.

++ Messe Friedrichshafen will mit der „Interboot“ durchstarten

(12.52 Uhr) Mit der „Interboot“ startet die Messe Friedrichshafen nach einer monatelangen coronabedingten Pause erstmals wieder eine Schau am Bodensee.

„Wir freuen uns, wieder Messen durchführen zu dürfen und blicken optimistisch auf die erste Veranstaltung, die nach dem Lockdown im Frühjahr auf dem Messegelände stattfinden wird“, sagte Messe-Chef Klaus Wellmann am Donnerstag.

Die Veranstaltung vom 19. bis zum 27. September wurde mit einer veränderten Planung und einem Schutz- und Hygienekonzept organisiert.

200 nationale und internationale Aussteller präsentieren nach Messeangaben bei der „Interboot“ Boote, Sportgeräte und Zubehör. Im vergangenen Jahr lockte die Schau mehr als 80 000 Menschen an den Bodensee.

++ Düstere Prognose fürs Schuljahr: Philologen rechnen mit Schließungen

(12.23 Uhr) Der Philologenverband sieht die Schulen im Land nicht für einen Regelbetrieb in Pandemie-Zeiten gerüstet. Nur mit großem Glück werde man im kommenden Schuljahr ohne die Schließung ganzer Schulen auskommen, sagte der Landesvorsitzende Ralf Scholl am Donnerstag in Stuttgart. Dass an Schulen Teile geschlossen werden müssen, davon könne man fest ausgehen.

Das sogenannte Kohortenprinzip funktioniere an Gymnasien nicht — in der Oberstufe seien Schüler in jedem Kurs mit anderen Schülern zusammen. Gebe es dort eine Infektion, werde die ganze Kursstufe dichtgemacht, sagte Scholl.

Das Kultusministerium arbeite nach wie vor nach dem Prinzip Hoffnung und schöpfe nicht alle Möglichkeiten aus, um den Regelbetrieb zu schützen. So hätte man nach den Ferien für die ersten beiden Wochen eine Maskenpflicht auch im Unterricht verordnen können.

++ Pandemie-Klausel in Reiseversicherung prüfen 

(11.55 Uhr) Vor einer Reise in Corona-Zeiten sollten sich Urlauber informieren, ob ihre Auslandsreisekrankenversicherung bei Pandemien zahlt. „Am besten den Versicherer schriftlich anfragen und um schriftliche Stellungnahme bitten, ob Pandemien ausgeschlossen sind oder nicht“, rät Bianca Boss vom Bund der Versicherten (BdV).

Eine private Auslandsreisekrankenversicherung empfiehlt sich für jede Auslandsreise. Sie zahlt bei medizinischen Behandlungen, die von der gesetzlichen Krankenkasse nicht übernommen werden — und für einen Rücktransport nach Deutschland. Das gilt auch im Fall einer Erkrankung an Covid-19 — sofern die Versicherungsbedingungen keine Pandemie ausschließen. Die Versicherung zahlt außerdem nicht, wenn für das Reiseziel eine Reisewarnung vorliegt, betont der BdV.

++ Krise schlägt aufs Handwerk durch - weniger Umsatz 

(8.54 Uhr) Das Handwerk in Deutschland hat in der Corona-Krise zum ersten Mal seit sieben Jahren einen Umsatzrückgang gegenüber einem Vorjahresquartal verzeichnet. Die Erlöse verringerten sich im zweiten Vierteljahr um 7,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Grund dafür seien auch die Auswirkungen der Corona-Pandemie. Die Zahl der Beschäftigten im zulassungspflichtigen Handwerk sank um 1,7 Prozent.

Fünf der sieben Gewerbegruppen setzten weniger um als im zweiten Quartal 2019. Den stärksten Rückgang gab es im Kraftfahrzeuggewerbe (minus 21,6 Prozent). Das Bauhauptgewerbe (plus 4,7 Prozent) und das Ausbaugewerbe (plus 1,1 Prozent) verzeichneten hingegen Zuwächse.

In allen sieben Gewerbegruppen waren Ende Juni weniger Menschen tätig als ein Jahr zuvor. Den stärksten Rückgang gab es im Lebensmittelgewerbe (minus 5,0 Prozent). Im Bauhauptgewerbe sank die Zahl der Mitarbeiter (minus 0,3 Prozent) am wenigsten.

Zu den Gewerbegruppen des zulassungspflichtigen Handwerks gehören Bau, Ausbau, Handwerke für den gewerblichen Bedarf, Kraftfahrzeuggewerbe, Lebensmittelgewerbe, Gesundheitsgewerbe sowie Handwerke für den privaten Bedarf, zu denen beispielsweise Friseure zählen.

++ Gästeübernachtungen im Juli fast ein Viertel unter Vorjahreswert

(8.41 Uhr) Die Hotels und Pensionen in Deutschland haben im Urlaubsmonat Juli wegen der Corona-Krise fast ein Viertel weniger Übernachtungen verbucht als im Vorjahresmonat. Mit 45,4 Millionen Übernachtungen betrug das Minus 22,8 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte.

Vor allem die Gäste aus dem Ausland blieben wegen der coronabedingten Beschränkungen aus. Hier gingen die Übernachtungen um knapp 57 Prozent zurück, wie die Statistiker mitteilten. Bei den inländischen Gästen betrug das Minus knapp 15 Prozent.

Von Januar bis Ende Juli zählten die Beherbergungsbetriebe 162,5 Millionen Übernachtungen, das ist ein Rückgang um mehr als 42 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

++ Steuerschätzer legen Prognose vor - Wirtschaft fürchtet Steuererhöhungen

(6.49 Uhr) Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) stellt am Donnerstag (15 Uhr) das Ergebnis der Sonder-Steuerschätzung vor, mit der besonders die finanziellen Auswirkungen der Corona-Krise bewertet werden.

Der Arbeitskreis Steuerschätzung berät seit Dienstag per Videokonferenz über die neue Prognose. Auf Grundlage der neuen Daten will Scholz den Haushaltsentwurf der Regierung für das kommende Jahr vorlegen.

Medienberichten zufolge dürften die Steuereinnahmen von Bund, Ländern und Kommunen bis 2024 um rund 36 Milliarden Euro niedriger ausfallen als in der Mai-Steuerschätzung veranschlagt. Ursache sind allerdings vor allem seither beschlossene Steuerentlastungen. Die Einnahmeverluste wegen der Corona-Krise dürften dagegen zumindest im laufenden Jahr geringer ausfallen als befürchtet.

Scholz rechnet damit, dass der Bund erneut Schulden machen muss. Für den Fall eines Siegs bei der Bundestagswahl hatte der SPD-Kanzlerkandidat vor kurzem auch Steuererhöhungen für Besserverdienende angekündigt.

Vor der Veröffentlichung hat sich die Wirtschaft gegen Steuererhöhungen wegen der Corona-Krise ausgesprochen. „Die Steuereinnahmen werden nur dann wieder spürbar ansteigen, wenn auch die wirtschaftliche Erholung an Fahrt gewinnt“, sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Eric Schweitzer, der Deutschen Presse-Agentur. Hier lesen Sie mehr.

++ 1892 registrierte Neuinfektionen in Deutschland 

(6.34 Uhr) Die Gesundheitsämter in Deutschland haben innerhalb eines Tages 1892 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 255.366 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstag auf seiner Homepage bekannt gab (Datenstand 10.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt bei 9341. Das sind drei mehr als noch am Vortag.

Erstmals seit Juni hat zuletzt die Zahl vom Robert Koch-Institut (RKI) wöchentlich erfasster Corona-Tests wieder abgenommen. In der Woche vom 31. August bis 6. September wurden demnach gut eine Million Tests gezählt — etwa 50.000 weniger als in der Vorwoche. Es ist das erste Mal seit der Woche vom 22. bis 28. Juni, dass die Testzahl wieder abnimmt.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Mitteilung vom Mittwoch bei 0,88 (Vortag: 1,10). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 0,95 (Vortag: 0,98). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

Das waren die letzten Meldungen am Mittwoch:

++ Verkehrsminister: Durchsetzung von Maskenpflicht Aufgabe des Staates

(20.47 Uhr) Die Verkehrsminister der Länder haben mehrheitlich beschlossen, den Verkehrsunternehmen nicht die Durchsetzung von Bußgeldern bei Verstößen gegen die Maskenpflicht in Bussen und Bahnen aufzubürden. Dies sei eine staatliche Aufgabe, sagte die Vorsitzende der Verkehrsministerkonferenz, die saarländische Ressortchefin Anke Rehlinger (SPD), am Mittwochabend der Deutschen Presse-Agentur. „Das sollten wir nicht den Beschäftigten in Bussen und Bahnen zusätzlich zumuten.“

Vorausgegangen war ein Prüfauftrag der Ministerpräsidenten. Diese hatten bei ihren Beratungen mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) Ende August ein weitgehend einheitliches Bußgeld von mindestens 50 Euro für Maskenverweigerer vereinbart und darüber hinaus festgehalten: „Die Verkehrsminister von Bund und Ländern werden gebeten zu prüfen, wie für alle Verkehrsträger im Regional- und Fernverkehr die Voraussetzungen dafür geschaffen werden können, dass ein — wie ein Bußgeld wirkendes — erhöhtes Beförderungsentgelt eingeführt werden kann.“

Dies war auf scharfe Kritik etwa bei der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) gestoßen. Es sei unverantwortlich, den Beschäftigten in den Zügen diese zusätzliche Aufgabe aufzubürden.

++ Corona-Grenzwert im Donau-Ries-Kreis überschritten

Der Landkreis Donau-Ries verzeichnet einen enormen Anstieg an Coronavirus-Infektionen. Das hat die Kreisverwaltung am Mittwoch mitgeteilt. Zurückzuführen sei dies hauptsächlich auf Reiserückkehrer. Der Signalwert sei seit diesem Mittwoch überschritten. 

In den vergangenen sieben Tagen seien 37 Sars-CoV-2-Infizierte dokumentiert worden, heißt es in der Mitteilung weiter. Damit ist der Grenzwert, der bei 35 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb sieben Tage liegt, um zwei überschritten. Weitgreifende Einschränkungen seien aber laut Landrat Stefan Rößle und zuständigem Gesundheitsamt nicht erforderlich.

Der Schwerpunkt der vielen Neuinfektionen lag am vergangenen Wochenende, dem letzten der diesjährigen Sommerferien. Die Infizierten würden sich über den gesamten Landkreis verteilen. Allerdings könne der Wert nur bedingt interpretiert werden, da ein großer Teil der Neuinfektionen auf mehrköpfige Familien, teilweise mit Kleinkindern, zurückzuführen sei. Die Betroffenen seien in häuslicher Isolation, eine weitere Ausbreitung befürchtet die Behörde demnach nicht.

Im benachbarten Ostalbkreis sind in den vergangenen sieben Tagen 25 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das zeigen die Daten des Landratsamts. Aktuell (Stand: Mittwoch, 9. September) sind im Kreis 31 Personen infiziert,  vier weniger als am Vortag. 43 Menschen sind im Zusammenhang mit dem Virus gestorben. Der letzte Todesfall wurde am 21. Juli veröffentlicht.

++ 278 neue Corona-Infektionen im Südwesten

(19.42 Uhr) Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Menschen in Baden-Württemberg ist auf mindestens 44 388 gestiegen. Das sind 278 Menschen mehr als am Vortag, wie aus Zahlen des Landesgesundheitsamtes vom Mittwoch hervorgeht.

Als genesen gelten 38 828 Menschen; das entspricht einem Plus von 278. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus lag bei 1867 nach 1866 am Vortag. Der sogenannte Sieben-Tage-R-Wert wurde mit 0,99 angegeben. Der Wert gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt.

++ Neuer Corona-Fall in Wangen betrifft auch einen Kindergarten

(18.37 Uhr) In Wangen gibt es einen weiteren Coronafall. Er war am Dienstagabend festgestellt worden. Betroffen davon ist auch der Kindergarten St. Antonius. Er wurde am Mittwoch vorsorglich geschlossen.

Bei dem Neuerkrankten handelt es sich nach Angaben der Stadt um einen Mann, der am Dienstag ein mit ihm verwandtes Kind in die derzeit während der Neubauphase im Gemeindezentrum St. Ulrich untergebrachte Einrichtung gebracht beziehungsweise von dort abgeholt hatte. Abends erhielt er demnach dann den positiven Befund seines Covid-19-Tests.

Nach Angaben des Landratsamts habe die Leitung deshalb beschlossen, den Kindergarten am Mittwoch zu schließen. Deren Gespräche mit Fachleuten des Gesundheitsamts hätten am Nachmittag ergeben: Der Mann hatte bei seinem Abstecher in den Kindergarten lediglich mit einer Person so direkten Kontakt, dass für sie Quarantäne angeordnet werden musste. Alle anderen sind nach Angaben einer Sprecherin Kontaktpersonen zweiten Grades, bei denen dies nicht nötig sei.

Deshalb habe das Landratsamt auch eine weitere Kindergartenschließung weder verhängt noch empfohlen. Der Kindergarten war am Mittwoch nach den Gesprächen mit dem Landratsamt nicht zu erreichen.

+++ Hier geht es zum Newsblog von Mittwoch +++

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