Corona-Newsblog: Das waren die wichtigsten Entwicklungen am Dienstag

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Agence France-Presse

Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹:

  • Aktuell nachgewiesen Infizierte Baden-Württemberg: ca. 15.615 (70.792 Gesamt - ca. 53.200 Genesene - 1.977 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg: 1.977
  • Aktuell nachgewiesen Infizierte Deutschland: ca. 112.480 (449.275 Gesamt - ca. 326.700 Genesene - 10.098 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland: 10.098

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Bayern erlaubt kleinen Grenzverkehr ohne Quarantäne-Pflicht (21.02 Uhr)
  • Klinik Schongau: 600 Mitarbeiter in Quarantäne — Versorgung gesichert (19.46 Uhr)
  • Strobl will bei steigenden Zahlen gut eine Woche „alles dicht machen“ (9.48 Uhr)
  • Bayern will Kulturbranche mit 370 Millionen Euro helfen (15.48 Uhr)
  • Bodenseekreis überschreitet Warn-Inzidenz (18.56 Uhr)
  • Neuer Höhepunkt: 1004 Sigmaringer seit März mit Coronavirus infiziert (18.33 Uhr)
  • Inzidenzwert im Kreis Ravensburg nähert sich kritischer Marke - 15 Neuinfektionen in Wangen (17.47 Uhr)
  • 73 Menschen sind derzeit im Kreis Biberach mit dem Coronavirus infiziert (17.49 Uhr)
  • Deutsche Reisende bleiben Österreich im Corona-Sommer treu (12.11 Uhr)
  • Bayerische Krankenhäuser schränken Besuchsrecht ein (6.27 Uhr)
  • Lucha warnt vor Halloween-Klingeltouren (7.41 Uhr)
  • Linken-Parteitag in Erfurt ist abgesagt (20.41 Uhr)

++ Bayern erlaubt kleinen Grenzverkehr ohne Quarantäne-Pflicht 

(21.02 Uhr) Menschen aus ausländischen Corona-Risikogebieten dürfen ab sofort wieder in Bayern einreisen, ohne umgehend in Quarantäne zu müssen. Bayerns Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) und Österreichs Europaministerin Karoline Edtstadler (ÖVP) verständigten sich bei einem Treffen am Dienstag in München darauf, die Hürden für den sogenannten „kleinen Grenzverkehr“ abzubauen, also etwa für Fahrten zum Einkaufen oder für Arztbesuche im Nachbarland.

Bislang mussten Personen, die ohne negativen Corona-Test aus einem ausländischen Risikogebiet — dazu zählen derzeit etwa Tirol und Vorarlberg — einreisen, für 14 Tage in Quarantäne. Die bayerische Einreisequarantäneverordnung wird zum 9. November auch für den kleinen Grenzverkehr angepasst, dabei orientiert sich Bayern an einer Muster-Verordnung des Bundes. Und im Vorgriff auf diese Neuregelung werde man diesen Grenzverkehr jetzt schon „pragmatisch ermöglichen“, sagte Herrmann. Das entspreche der Lebensrealität und den Bedürfnissen der Menschen in den grenznahen Gebieten, betonte er. In Österreich gibt es für Einreisende aus Deutschland keine Auflagen.

Gleichwohl rief Herrmann dazu auf, auf unnötige Reisen zu verzichten und Kontakte wo immer möglich zu beschränken. Die oberste Maxime im Kampf gegen das Coronavirus bleibe Vorsicht und Umsicht, betonte er.

Für Berufspendler, die regelmäßig aus Risikogebieten etwa zum Arbeiten oder zum Studieren nach Bayern einreisen, gilt unabhängig davon die eben erst neu eingeführte wöchentliche Corona-Testpflicht.

++ Linken-Parteitag in Erfurt ist abgesagt

(20.41 Uhr) Die Linke hat den für das Wochenende in Erfurt geplanten Parteitag wegen der Corona-Pandemie endgültig abgesagt. Dies hat der Parteivorstand am Dienstagabend entschieden, wie eine Sprecherin der Nachrichtenagentur AFP sagte. Wann und wie die eigentlich geplante Wahl einer neuen Parteiführung nachgeholt wird, ist demnach noch offen.

Als Alternative werden den Angaben zufolge drei Möglichkeiten diskutiert:

  1. Lokale Beratungen abzuhalten,
  2. den neuen Vorstand per Briefwahl zu ermitteln oder
  3. den Präsenzparteitag im kommenden Jahr nachzuholen.

Die Linke muss turnusmäßig eine neue Parteiführung wählen.

Das bisherige Vorsitzendenden-Duo aus Katja Kipping und Bernd Riexinger tritt nach acht Jahren im Amt nicht erneut an. Um die Nachfolge bewerben sich die hessische Fraktionsvorsitzende Janine Wissler und die Thüringer Landeschefin Susanne Henning-Wellsow. Auch die restlichen Mitglieder des Parteivorstandes müssen neu gewählt werden.

Der Parteitag war ursprünglich im Juni geplant gewesen, wurde dann aber wegen der Corona-Pandemie auf Ende Oktober verschoben. Zuletzt war in der Partei eine Verkürzung des Delegiertentreffens auf einen Tag diskutiert worden, um wenigstens die nötigen Wahlen vornehmen zu können.

++ Klinik Schongau: 600 Mitarbeiter in Quarantäne — Versorgung gesichert 

(19.46 Uhr) Nach mehreren Dutzend Corona-Fällen im Schongauer Krankenhaus müssen alle 600 Mitarbeiter für zwei Wochen in häusliche Quarantäne. Es gebe zudem einen Besuch- und Aufnahmestopp für das Krankenhaus, sagte Kliniksprecherin Susanne Heintzmann am Dienstagabend. 38 Kollegen seien positiv getestet, die restlichen seien negativ und könnten zur Arbeit kommen, um die Patienten weiter zu versorgen. Allerdings müssten sie zuhause bis zum 7. November Quarantäne einhalten, auch gegenüber Familienangehörigen und Freunden.

17 Patienten, die ursprünglich wegen anderer Krankheiten im Krankenhaus Schongau behandelt wurden, sind positiv getestet und werden auf der Isolierstation versorgt. Die Ursache ist unklar. Es kommen sowohl Mitarbeiter als auch Besucher in Frage.

Es gehe darum, das Krankenhaus infektionsfrei zu halten. Derzeit würden rund 90 Patienten behandelt, die Mehrzahl sei hochbetagt. Die Patienten müssten vor einer Infektion geschützt und das Infektionsrisiko für die Mitarbeiter reduziert werden. Derzeit sei nicht klar, wo sich die 38 Infizierten angesteckt hätten. Man setze alles daran, den Krankenhausbetrieb bei steigenden Corona-Zahlen aufrecht zu erhalten, ohne beim Infektionsschutz Abstriche zu machen, sagte Heintzmann. Im Landkreis gibt es nur zwei Krankenhäuser, eines in Schongau und eines in Weilheim.

Die Maßnahmen seien mit dem Gesundheitsamt und dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) abgestimmt. Im Landkreis Weilheim-Schongau stieg der Inzidenzwert — die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen — über 100. Voraussichtlich vom Donnerstag an werde es deshalb verschärfte Schutzmaßnahmen im Landkreis geben, teilte das Landratsamt mit.

++ Corona: Bodenseekreis überschreitet Warn-Inzidenz

(18.55 Uhr) Mit einer Inzidenz von 36,4 gemeldeten Neuinfektionen innerhalb von sieben Tagen auf 100.000 Einwohner hat auch der Bodenseekreis nun die erste Warnmarke von 35 überschritten. Das teilt das Landratsamt am Dienstagnachmittag mit. Allein am Dienstag, 27. Oktober, seien dem Gesundheitsamt 26 neue Corona-Infektionsfälle gemeldet worden. Zwar zähle der Landkreis weiterhin zu den vergleichsweise am geringsten betroffenen Regionen in Baden-Württemberg, jedoch stiegen die Fallzahlen auch hier in den zurückliegenden Wochen merklich, heißt es weiter. So wurden in der gesamten Vorwoche 72 neue Fälle registriert.

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++ Verwaltungsgericht Freiburg bestätigt längere Sperrzeit

(18.36 Uhr) Nach Einschätzung des Verwaltungsgerichts in Freiburg ist eine Verlängerung der Sperrzeit dazu geeignet, die Corona-Pandemie zu bekämpfen. Die Richter lehnten Eilanträge zweier Gastronomen gegen die geltende Allgemeinverfügung im Kreis Breisgau-Hochschwarzwald und in Freiburg ab. Die Gastronomen aus Freiburg und Müllheim hatten dagegen geklagt, dass der Betrieb von Gaststätten zwischen 23 Uhr und 6 Uhr im Landkreis und in Freiburg untersagt ist.

Die Verwaltungsrichter bestätigten mit dem Urteil die Verlängerung der Sperrzeit, die das Gesundheitsamt für den Landkreis und für die Stadt Freiburg am 21. Oktober beschlossen hatte. Wie das Gericht am Dienstag mitteilte, trägt dieser Schritt zu einer Reduzierung der Kontakte bei, was wiederum Gelegenheiten zur Übertragung des Virus einschränke.

Die Gastronomen hatten den Sinn der verlängerten Sperrstunde infrage gestellt, da die Regelung zu einer Verlagerung hin zu privaten Feiern führe. Das Gericht widersprach und argumentierte, dass auch private Feiern von mehr als zehn Personen nach der Corona-Verordnung des Landes verboten sind. Außerdem könne nicht zwangsläufig davon ausgegangen werden, dass Gäste von Kneipen und Lokalen nach Beginn der Sperrstunde in privaten Räumen weiter feiern. Die Beschlüsse sind noch nicht rechtskräftig.

++ Neuer Höhepunkt: 1004 Sigmaringer seit März mit Coronavirus infiziert

(18.33 Uhr) Der Kreis Sigmaringen erreicht in Sachen Corona-Pandemie einen neuen Rekord: Am Dienstag steigt die Zahl der Infizierten auf 1004, womit die Marke von 1000 Infizierten insgesamt überschritten ist. Zwar überschreitet der Kreis mit einem Inzidenzwert von 35,9 noch nicht die kritische Marke, doch in der Tendenz wird die Lage wieder deutlich ernster als noch im Sommer. Wie sich die Pandemie im Kreis Sigmaringen entwickelt hat, zeigt ein Überblick.

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++ Motorradwelt Bodensee wegen Corona abgesagt

(18.13 Uhr) Wegen der Corona-Pandemie sagt die Messe Friedrichshafen die bis Januar 2021 geplanten Messen ab. Weder die Motorradwelt Bodensee (29. bis 31. Januar 2021) wird stattfinden, noch die Gastveranstaltungen Haus Bau Energie (6. bis 8. November 2020) oder die Messe Adventure Southside (13. bis 15. November 2020).

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++ 73 Menschen sind derzeit im Kreis Biberach mit dem Coronavirus infiziert

(17.49 Uhr) Die 7-Tage-Inzidenz für den Kreis Biberach legt zu. 32,5 Fälle je 100.000 Einwohner in einer Woche meldete das Landratsamt am Dienstag. Einen Tag zuvor, am Montag, lag die Quote noch bei 29,5 Fällen. Demnach zieht das Infektionsgeschehen im Kreis Biberach an, bleibt aber noch deutlich unter den Werten mancher Nachbarregionen wie dem Alb-Donau-Kreis.

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++ Inzidenzwert im Kreis Ravensburg nähert sich kritischer Marke - 15 Neuinfektionen in Wangen

(17:47 Uhr) Die Zahl der Neuinfektionen in Wangen hat in der aktuellen Pandemiephase einen neuen Höchstwert erreicht. Das Landratsamt Ravensburg vermeldete am Dienstag 15 positiv Getestete aus dem Stadtgebiet seit Freitag. Zudem nähert sich der 7-Tage-Inzidenzwert der kritischen Marke von 50. Auch in Kißlegg und Argenbühl gibt es weitere Fälle.

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++ Bayern will Kulturbranche mit 370 Millionen Euro helfen 

(15.38 Uhr) Die Staatsregierung will die durch die Corona-Krise schwer getroffene Kulturbranche mit einer Summe von 370 Millionen Euro unterstützen. Geplant sei unter anderem ein neues Programm für die Solo-Selbstständigen zum Ersatz des entfallenden Unternehmerlohns, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in München. Bis zum Jahresende solle es für sie bis zu 1180 Euro monatlich geben.

„Wir wissen, dass wir einen harten Winter vor uns haben“, sagte Kunstminister Bernd Sibler (CSU). Zu dem Hilfspaket sollen demnach außerdem 5000 Stipendien zu je 5000 Euro für junge Künstler gehören. Zudem werde das bereits bestehende Spielstättenprogramm zunächst bis Ende Juni 2021 verlängert und auch auf Künstler ohne eigene Spielstätte ausgeweitet, sagte Sibler. Auch die Hilfsprogramme für Laienmusik und die Kinos im Freistaat werden demnach bis in den nächsten Sommer verlängert.

++ Deutsche Reisende bleiben Österreich im Corona-Sommer treu

(12.11 Uhr) Die Corona-Krise hat den Tourismus in Österreich im Sommer regional sehr unterschiedlich getroffen. Unter den ausländischen Gästen waren die deutschen Urlauber recht treu. Der Rückgang bei den deutschen Touristen war laut Statistik mit 20 Prozent im Vergleich zu anderen Herkunftsländern am geringsten.

Von Mai bis September lag die Zahl der Übernachtungen in der Hauptstadt Wien um rund 80 Prozent unter den Werten des Vorjahreszeitraums, in Kärnten mit dem auch bei Deutschen beliebten Wörthersee ging sie nur um elf Prozent zurück, wie Statistik Austria am Dienstag berichtete.

In Tirol betrug das Minus etwa 25 Prozent. Österreichweit brachen die Übernachtungen um etwa 30 Prozent auf knapp 50 Millionen ein. 

++ Gewaltsame Proteste gegen Corona-Auflagen in Italien

(11.03 Uhr) Tausende Italiener haben am Montagabend in mehreren Städten gegen die verschärften Auflagen zur Eindämmung der Corona-Pandemie protestiert. In Mailand randalierten Gegner der Maßnahmen in Straßenbahnen und zündeten Mülleimer an, wie das italienische Fernsehen berichtete. Die Polizei setzte Tränengas gegen eine Gruppe junger Demonstranten ein, welche die Beamten mit Flaschen und anderen Wurfgeschossen angriffen. Ähnliche Szenen spielten sich in Turin und Neapel ab.

Italiens Regierungschef Giuseppe Conte hatte am Sonntag nach einer erneuten Rekordzahl an Corona-Neuinfektionen weitere Alltagsbeschränkungen angekündigt, darunter eine einmonatige Schließung von Kinos, Theatern und Fitnessstudios. Für Restaurants und Bars gilt seit Montag eine Sperrstunde ab 18.00 Uhr.

Bereits am Wochenende war es zu teils gewaltsamen Protesten gegen die nächtlichen Ausgangssperren in mehreren italienischen Regionen gekommen.

Italien war während der ersten Corona-Infektionswelle im Frühjahr eines der am schwersten von der Pandemie betroffenen Länder der Welt. Insgesamt wurden in dem Land nach Angaben des Gesundheitsministeriums mehr als 500.000 Corona-Infektionen nachgewiesen, mehr als 37.000 Menschen starben.

Coronavirus - Italien
Italien, Turin: Menschen protestieren gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung. (Foto: Claudio Furlan / DPA)

++ Strobl will bei steigenden Zahlen gut eine Woche „alles dicht machen“ 

(9.48 Uhr) Der stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende Thomas Strobl fordert bei einer weiteren Verschärfung der Corona-Lage einen gut einwöchigen Lockdown in Deutschland.

„Wenn die Zahlen sich weiter so entwickeln, dann müssen wir Maßnahmen in den Blick nehmen, etwa, dass wir auch einmal für eine Woche alles dicht machen, dass von Freitag bis Sonntag die Woche drauf gar nichts mehr geht“, sagte der baden-württembergische Innenminister dem Nachrichtenportal „ThePioneer“. Auf die Frage, ob die Schließung auch Schulen, Kitas und Geschäfte betreffen würde, sagte Strobl: „Alles heißt alles.“ Das bedeute auch Einschränkungen im Grenzverkehr.

Damit könne man das Infektionsgeschehen zum Stillstand bringen, argumentierte Strobl. Der Vorteil dieser „sehr, sehr harten“ Lösung wäre die zeitliche Begrenzung. Der CDU-Politiker betonte aber auch, dann wären ein Weihnachtsgeschäft und eine gemeinsame Weihnachtszeit mit der Familie wieder möglich.

Laut einem Bericht der "Bild"-Zeitung spricht sich Bundeskanzlerin Angela Merkel für eine leichtere Art des sogenannten Lockdowns aus. Dabei sollen Schulen und Kitas geöffnet bleiben - außer in Regionen mit besonders hohen Corona-Infektionszahlen.

++ Ärzte warnen vor Mangel an Pflegepersonal

(9.03 Uhr) Der Mangel an Pflegepersonal in deutschen Krankenhäusern entwickelt sich nach Ansicht von Ärztevertretern und Kliniken zu einem zentralen Problem bei der Versorgung von Covid-19-Patienten. Viele der Zusatzbetten, die in der Pandemie in den Kliniken geschaffen worden seien, könnten „nicht belegt werden, weil das Personal zur Versorgung der Patienten fehlt“, sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Uwe Janssens, den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Er beklagte einen „dramatischen Mangel an Pflegekräften“. Es gebe inzwischen „ausreichend Kapazitäten an freien Intensivbetten und Beatmungsgeräten“. Das allein helfe aber nicht weiter, „wenn wir kein Personal haben, um die Patienten zu versorgen. Grob geschätzt fehlten bundesweit 3500 bis 4000 Fachkräfte für die Intensivpflege, sagte Janssens.

Ähnlich äußerte sich die Vorsitzende der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, Susanne Johna. „Wir haben wirklich viele Betten und Beatmungsplätze in Deutschland. In den nächsten Wochen wird es aber viel wichtiger sein, wie wir das personell schaffen“, sagte sie. „Pro schwerkrankem Covid-Patienten auf der Intensivstation wird eigentlich eine Pflegekraft benötigt.“

++ Lucha warnt vor Halloween-Klingeltouren

(7.41 Uhr) Mit Blick auf das bevorstehende Halloween-Fest am 31. Oktober rät der baden-württembergische Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) von Umzügen ab. Angesichts der deutlich steigenden Corona-Zahlen stellten die beliebten Klingeltouren von Haustür zu Haustür ein zu hohes Infektionsrisiko dar, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Am Vorabend von Allerheiligen ziehen alljährlich verkleidete Kinder und Jugendliche in Gruppen auf der Jagd nach Süßigkeiten durch die Straßen. „Natürlich wird niemand kontrollieren, ob ein paar Nachbarskinder bei Ihnen klingeln und Gummibärchen erpressen — aber es ist ganz sicher nicht die Zeit, zu zehnt um die Häuser zu ziehen oder gar richtige Umzüge zu veranstalten“, sagte Lucha.

Die Menschen in Baden-Württemberg sollten nur noch das machen, was zwingend notwendig sei, damit eine flächendeckende Schließung von Kitas, Schulen und Wirtschaftsbereichen verhindert werden könne. „Da stellt sich natürlich die Frage, ob Umzüge zu Halloween zu den wirklich notwendigen Aktivitäten zählen“, ergänzte Lucha.

Eltern rief er auf, verantwortungsvoll mit der Situation umzugehen. „Sie sollten nicht vergessen: Es besteht immer die Gefahr, bei Menschen zu klingeln, die krank sind oder die sich gerade in Quarantäne befinden.“

++ Ausgangsbeschränkungen in zweitem Landkreis in Bayern greifen

(6.36 Uhr) Wegen rasant steigender Corona-Zahlen gelten im niederbayerischen Landkreis Rottal-Inn seit Mitternacht strikte Ausgangsbeschränkungen. Die eigene Wohnung dürfen die rund 120 000 Menschen in der Gegend an der österreichischen Grenze nur noch aus triftigen Gründen verlassen, wie das Landratsamt mitteilte.

Dazu zählen die Arbeit, Einkäufe oder Sport an der frischen Luft. Schulen und Kitas sind zunächst für die nächsten zehn Tage geschlossen. Die Gastronomie darf nur noch Speisen zum Mitnehmen anbieten. Allerdings bleiben anders als im Frühjahr viele Geschäfte weiter geöffnet.

Nach dem Kreis Berchtesgadener Land ist Rottal-Inn schon der zweite Landkreis in Bayern, in dem das öffentliche Leben wieder drastisch eingeschränkt wird. In anderen Bundesländern gibt es bisher keine vergleichbaren Maßnahmen.

Der Landrat des Landkreises Rottal-Inn, Michael Fahmüller, sieht in der Nähe zu Österreich einen der Gründe für die enorm gestiegenen Corona-Zahlen. „Das muss man offen sagen“, sagte er — auch wenn man diesen Zusammenhang jedoch nicht beweisen könne. In dem Nachbarland seien die Maßnahmen lange Zeit nicht so streng gewesen wie im Freistaat.

++ Bayerische Krankenhäuser schränken Besuchsrecht ein

(6.27 Uhr) Die Krankenhäuser in Bayern schränken wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen immer mehr die Besuchsmöglichkeiten von Patienten ein. Wie der Sprecher der Bayerischen Krankenhausgesellschaft, Eduard Fuchshuber, erläuterte, dürfe oft nur noch ein Besucher pro Tag kommen. Zudem würden die Daten der Besucher erfasst. Er rechnete damit, dass solche Maßnahmen in den nächsten Wochen noch in weiteren Häusern beschlossen werden.

Einzelne Krankenhäuser gehen noch weiter. So hat die Asklepios Stadtklinik in Bad Tölz beschlossen, dass von diesem Mittwoch an „ein generelles Besuchsverbot“ gilt. Ausnahmen seien aber möglich bei der Behandlung von Kindern oder bei sterbenden Patienten.

„Wir haben uns zu diesem drastischen Schritt entschieden, um unsere Patienten und Mitarbeiter zu schützen und um zu verhindern, dass das Virus in unser Krankenhaus gelangt“, sagte Geschäftsführer Felix Rauschek. Nach Angaben von Fuchshuber sind solche Besuchsverbote derzeit im Freistaat aber noch die Ausnahme.

Nach Angaben des Krankenhausverbandes sind aktuell die Intensivstationen in Bayern noch nicht überlastet. Zum Wochenbeginn seien von den etwa 4200 Intensivbetten noch rund 1200 frei gewesen. Bislang sei es auch noch kein Thema, dass die Kliniken planbare Operationen absagen.

++ 11.409 Neuinfektionen in Deutschland

(6.14 Uhr) Die Gesundheitsämter haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom frühen Dienstagmorgen 11.409 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Am Dienstag vor einer Woche hatte die Zahl bei 6868 gelegen. Am Samstag war mit 14.714 Neuinfektionen ein neuer Höchstwert seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland erreicht worden. Die Zahl der Todesfälle übersteig am Wochenende die Marke von 10.000.

Die jetzigen Werte sind nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, da mittlerweile wesentlich mehr getestet wird und dadurch auch mehr Infektionen entdeckt werden.

Insgesamt haben sich dem RKI zufolge seit Beginn der Pandemie bundesweit 449.275 Menschen mit dem Virus infiziert (Stand: 27.10., 00.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Montag um 42 auf insgesamt 10.098. Das RKI schätzt, dass rund 326.700 Menschen inzwischen genesen sind.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Montag bei 1,37 (Vortag: 1,45). Das bedeutet, dass zehn Infizierte knapp 14 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Das waren die letzten Meldungen am Montag:

++ Bereits mehr als 70.000 Corona-Infektionen in Baden-Württemberg 

(19.45 Uhr) Die Zahl der nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen in Baden-Württemberg steigt weiter deutlich und hat inzwischen die Schwelle von landesweit 70.000 Fällen überschritten. Insgesamt haben sich bislang mindestens 70.892 Menschen nachweislich mit dem Erreger Sars-CoV-2 angesteckt, das sind 1312 mehr als am Vortag, wie das Landesgesundheitsamt am Montag (Stand: 16.00 Uhr) mitteilte. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg um 5 auf 1977. Als genesen gelten 52.214 Menschen - 351 mehr als am Vortag.

Am Wochenende haben Polizisten im ganzen Land verstärkt das Einhalten der Corona-Regeln kontrolliert. Wegen Verstöße gegen die geltende Verordnung seien 1023 Ordnungswidrigkeiten festgestellt worden, teilte das Innenministerium am Montag in Stuttgart mit. Insgesamt seien rund 10.500 Menschen kontrolliert worden. Allein 892 Betroffene hielten sich den Angaben nach nicht an die Maskenpflicht.

„Das heißt, jeder Zehnte hat wohl noch nicht den Ernst der Lage erkannt“, wird Innenminister Thomas Strobl (CDU) in der Mitteilung zitiert. Aufgrund der steigenden Infektionszahlen hatte die Landesregierung die dritte Pandemiestufe ausgerufen und die Corona-Verordnung zum 19. Oktober um weitere Maßnahmen verschärft.

Die Maskenpflicht gilt in Fußgängerzonen und auf Marktplätzen, wo der Abstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann. Treffen sind auf zehn Menschen begrenzt. Die Anzahl darf überschritten werden, wenn Menschen aus zwei Haushalten zusammenkommen oder sie nah miteinander verwandt sind.

++ Gericht weist Antrag zur Befreiung von Maskenpflicht im Unterricht ab 

(16.58 Uhr) Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (BayVGH) hat den Eilantrag zweier Grundschülerinnen auf Befreiung von der Maskenpflicht an der Schule abgelehnt. Sie hatten ärztliche Atteste vorgelegt, in denen es ohne weitere Begründung hieß, sie könnten „aus gesundheitlichen Gründen“ die Masken nicht tragen. Weil die Grundschule die Atteste nicht akzeptierte, zog die Mutter vor Gericht: Ein beim Verwaltungsgericht Würzburg gestellter Antrag wurde jedoch abgelehnt, die Beschwerde vor dem VGH scheiterte nun ebenfalls.

Nach Sicht der Richter hätten die Mädchen nicht glaubhaft belegen können, von der grundsätzlichen Maskenpflicht aus gesundheitlichen Gründen befreit zu sein. Die Richter forderten eine ärztliche Bescheinigung, „welche nachvollziehbare Befundtatsachen sowie eine Diagnose enthält“. Die Maskenpflicht diene vor allem dem Schutz der Mitschüler und Mitarbeiter an den Schulen.

Bei der Überschreitung des Corona-Wertes von 50 Infektionen pro 100.000 Einwohnern binnen 7 Tagen kann in Bayern die generelle Maskenpflicht auch an Grundschulen verhängt werden. Allerdings hält zum Beispiel die Stadt München trotz Kritik daran fest, Grundschüler von der Maskenpflicht zu befreien. Bislang sei das Infektionsgeschehen an den Grundschulen sehr gering, deshalb müssten diese Schüler derzeit am Platz keine Maske tragen, hieß es am Montag.

++ Weitere Tote und Infizierte in Pflegeheimen in Laichingen, Blaustein, Beimerstetten und Ehingen

(16.45 Uhr) Wie bereits berichtet, wurden in den von Corona-Infektionen betroffenen Seniorenzentren in Laichingen, Blaustein und Beimerstetten am vergangenen Freitag, sowie am Montag erneute Testungen der Bewohnerinnen und der Bewohner und des Personals gemacht. Einige Testergebnisse stehen noch aus. Nun hat es im Haus Kathrin in Ehingen zwei Angehörige des Personals erwischt. 

+++ Erfahren Sie den gegenwärtigen Stand in diesem Artikel. +++

++ Neue Sperrstunden ab Mittwoch: Nach 23 Uhr gibt’s in Tuttlingen keinen Alkohol mehr

(16.08 Uhr) Acht neue Corona-Fälle hat das Landratsamt Tuttlingen am Montag vermeldet. Der 7-Tage-Indizenzwert steigt auf 60,8 – ein Wert ab 50 gilt als kritisch. Am Mittwoch tritt eine Allgemeinverfügung für den Landkreis Tuttlingen in Kraft, die unter anderem eine Sperrstunde von 23 bis 6 Uhr einführt und Abstandsregeln für Messen und Kongresse aufstellt.

Die acht Neu-Infizierten sind über das Kreisgebiet verteilt. Sie stammen aus Spaichingen (zwei Personen) sowie aus Seitingen-Oberflacht, Durchhausen, Trossingen, Kolbingen, Gosheim und Tuttlingen. Bei 106 Corona-Tests gab es Negativbefunde. Laut Landratsamt sind derzeit drei Patienten, die am Sars-CoV-2-Virus erkrankt sind, stationär im Klinikum Landkreis Tuttlingen untergebracht.

Selbst wenn die Zahl der Neuinfektionen in den nächsten Tagen im Landkreis unter fünf Personen täglich liegen sollte – die 50er-Marke beim Inzidenzwert werde bis Freitag wohl leicht überschritten sein, so die Pressesprecherin. Deshalb setze die Kreisspitze mit der Allgemeinverfügung eine entsprechende Landesverfügung um – mehr aber auch nicht.

Hager: „Der Landkreis macht keine weiteren Vorgaben, wie zum Beispiel eine generelle Maskenpflicht in der Öffentlichkeit.“ Sie begründet das auch damit, dass die Nachverfolgung der Kontaktpersonen durch das Gesundheitsamt derzeit gut funktionieren würde. +++ Lesen Sie den vollständigen Artikel hier. +++

+++ Hier geht es zum Newsblog von Montag +++

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