Corona-Newsblog: Das waren die wichtigsten Entwicklungen am Dienstag

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Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹:

  • Aktuell nachgewiesen Infizierte Baden-Württemberg: ca. 3.290 (43.861 Gesamt - ca. 38.700 Genesene - 1.867 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg:  1.867
  • Aktuell nachgewiesen Infizierte Deutschland: ca. 16.470 (252.298 Gesamt - ca. 226.500 Genesene - 9.329 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland: 9.329
Blick auf ein leeres Straßencafe
Blick auf ein leeres Straßencafe. (Foto: Sebastian Gollnow / DPA)

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Politik und Wirtschaft wollen weitere Auto-Hilfen prüfen (21.12 Uhr)
  • Geschäft von Hotels und Gaststätten im Südwesten bricht ein (15.37 Uhr)
  • Bars und Kneipen in Bayern dürfen nach Corona-Pause wieder öffnen (14.03 Uhr) 
  • Zahl der Arbeitsstunden fällt auf historisches Tief (12.26 Uhr)
  • „Covidioten“: Strafanzeigen gegen Saskia Esken (SPD) bleiben folgenlos
  • Baden-Württemberg will bei Verteilung der EU-Hilfen mitreden (6.39 Uhr)
Durch Meldeverzug und die aufwändige Datenverarbeitung kann es Abweichungen zwischen den hier gemeldeten Zahlen und Meldungen von einzelnen Landkreisen geben.

Wir schließen den Newsblog für heute und sind morgen mit allen neuen Entwicklungen für Sie da.

++ Politik und Wirtschaft wollen weitere Auto-Hilfen prüfen 

(21.12 Uhr) Politik und Wirtschaft wollen zusätzliche Hilfen für die angeschlagene deutsche Autoindustrie prüfen. Dabei geht es darum, ob und gegebenenfalls wie ein „marktwirtschaftliches Konzept“ zur Stärkung des Eigenkapitals vor allem von Zulieferunternehmen entwickelt werden könnte, wie aus dem Ergebnispapier des „Autogipfels“ hervorgeht. Dieses lag der Deutschen Presse-Agentur am Dienstagabend vor.

Zum anderen soll demnach geprüft werden, welche weiteren Aspekte bei den im Konjunkturpaket vorgesehenen „Zukunftsinvestitionen“ in die Fahrzeugbranche berücksichtigt werden sollten. Von staatlichen Kaufprämien auch für Autos mit modernen Verbrennungsmotoren ist in dem Ergebnispapiers nicht die Rede.

Bis zum nächsten Gespräch der „Konzertierten Aktion Mobilität“ sollen Arbeitsgruppen diese Fragen prüfen. Das nächste Spitzengespräch ist demnach im November geplant.

Die Spitzenrunde verabredete außerdem, den digitalen Wandel rund ums Auto voranzubringen sowie das autonome Fahren. Das Ladenetz für Elektroautos soll kundenfreundlicher werden.

An einer Videokonferenz nahmen am Abend neben Kanzlerin Angela Merkel (CDU), Bundesministern und Vertretern von Autoherstellern sowie Gewerkschaften auch Ministerpräsidenten aus „Auto“-Ländern teil.

Staatliche Kaufprämien auch für Autos mit modernen Verbrennungsmotoren fordert vor allem die CSU, um die in der Corona-Krise zurückgegangene Nachfrage anzukurbeln. Außerdem steht die Autobranche ohnehin in einem schwierigen Umbruch hin zu alternativen Antrieben. Dazu kommt der digitale Wandel

IG Metall, Grüne und SPD hatten sich für einen staatlichen Beteiligungsfonds stark gemacht, der Mittelständlern in der Autoindustrie zu Hilfe kommen soll.

Die Koalition hatte im Juni ein zusätzliches Programm über insgesamt zwei Milliarden Euro für Zukunftsinvestitionen der Fahrzeughersteller und der Zulieferindustrie beschlossen. Damit sollen etwa Investitionen in neue Technologien gefördert werden. Das Wirtschaftsministerium arbeitet derzeit an der Umsetzung.

++257 neue Corona-Infektionen im Südwesten

(20.07 Uhr) Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Menschen in Baden-Württemberg ist auf mindestens 44 110 gestiegen. Das sind 257 Menschen mehr als am Vortag, wie aus Zahlen des Landesgesundheitsamtes vom Dienstag (Stand: 16.00 Uhr) hervorgeht. Als genesen gelten 38 550 Menschen. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus lag wie am Vortag bei 1866. Der sogenannte Sieben-Tage-R-Wert wurde mit 0,99 angegeben. Der Wert gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt.

++ Sieben neue Corona-Fälle im Landkreis Lindau

(19.05) Im Landkreis Lindau gibt es sieben neue Corona-Fälle. Die Zahl der Infizierten steigt: In den vergangenen sieben Tagen wurden 14 Menschen positiv getestet, fünf davon im neu geschaffenen Testzentrum. Was man über die Infizierten weiß und den großen Andrang an der Bösenreutiner Steig.

Bei den Neuerkrankten handle es sich „nicht um sieben verschiedene Einzelfälle“, stellt Sibylle Ehreiser auf Nachfrage der Lindauer Zeitung klar. „Es sind auch Familien betroffen.“ Das Positive daran: Bisher habe man alle Infektionswege nachvollziehen können. Unter den Betroffenen seien Kontaktpersonen von Covid-19-Patienten, aber auch Rückkehrer aus Risikogebieten. Die Reiserückkehrer kamen aus Ungarn, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, dem Kosovo und der Türkei. Menschen, die an einer freiwilligen Reihentestung der Schulen oder Kindergärten teilgenommen haben, seien laut Ehreiser nicht darunter.

Somit haben die neuen Infektionsfälle keine Auswirkungen auf Kindergärten, Schulen oder Altenheime. Sehr wohl aber auf deren direkte Kontaktpersonen: „Aktuell sind 34 Personen in Quarantäne“, so Ehreiser weiter.

Mit Blick auf die steigenden Zahlen appellierte der Landrat noch einmal „eindringlich“ an alle Bürger die Hygienevorgaben einzuhalten.

++ „Covidioten“ keine Beleidigung: Strafanzeigen gegen Saskia Esken bleiben folgenlos

(16.50 Uhr) Die Tübinger Staatsanwaltschaft betrachtet die Bezeichnung „Covidioten“ von SPD-Parteichefin Saskia Esken nicht als strafbare Beleidigung. Man sehe von der Einleitung eines Ermittlungsverfahrens ab, wie die Staatsanwaltschaft am Dienstag mitteilte. Nach einer Demo gegen Corona-Maßnahmen Anfang August in Berlin hatte Esken die Demoteilnehmer auf Twitter als „Covidioten“ bezeichnet. In der Folge gingen Hunderte Strafanzeigen von Demonstrationsteilnehmern bei der Staatsanwaltschaft Tübingen ein, die sich durch die Äußerung beleidigt fühlen.

Aus der Sicht der Staatsanwaltschaft liegt keine strafbare Beleidigung vor. Die Äußerung von Esken stelle eine kritische Reaktion auf das Verhalten der Personen dar, die bei der Veranstaltung bewusst Schutzmaßnahmen zur Verringerung des Infektionsrisikos missachteten, betonte die Behörde. „Es handelt sich um eine politische Äußerung im Rahmen einer Auseinandersetzung in der Sache, die als solche vom Grundrecht der Meinungsfreiheit gedeckt ist.“

++ Geschäft von Hotels und Gaststätten im Südwesten bricht ein

(15.37 Uhr) Das Geschäft des Gastgewerbes in Baden-Württemberg ist zwischen März und August einer Umfrage zufolge um mehr als die Hälfte eingebrochen.

Im Schnitt seien die Umsätze von Hotels und Gaststätten im Südwesten in diesem Zeitraum um rund 53 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen, teilte der Branchenverband Dehoga Baden-Württemberg am Dienstag auf Anfrage mit. Rund 55 Prozent der Betriebe sehen demnach ihre Existenz durch die Corona-Krise aktuell gefährdet.

Grundlage für die Berechnung sei eine Umfrage unter den Mitgliedern, hieß es. Rund 1000 der 12 000 Dehoga-Mitglieder im Südwesten hätten sich daran zwischen dem 1. und 6. September beteiligt. Die Hotels und Gaststätten erwarten der Umfrage zufolge für das Gesamtjahr einen Umsatzrückgang von 46 Prozent.

Bundesweit fuhr das Gastgewerbe nach neuen Zahlen des Dehoga-Bundesverbands allein zwischen März und Juni einen Umsatzverlust in Höhe von 17,6 Milliarden Euro ein. Fast 11 Milliarden Euro davon entfielen allein auf die Monate April und Mai. „Nach zehn Wachstumsjahren verzeichnet die Branche seit Anfang März Umsatzverluste historischen Ausmaßes“, teilte Dehoga-Präsident Guido Zöllick mit. „Unsere Betriebe waren die ersten, die unter den Folgen der Coronavirus-Ausbreitung gelitten haben und werden in all ihren Betriebsformen die letzten sein, die wieder öffnen dürfen.“

++ Prostitution im Norden ab 15. September wieder erlaubt 

(14.36 Uhr) In den Nordländern Hamburg, Schleswig-Holstein, Bremen und Niedersachsen ist Prostitution vom 15. September an unter strengen Auflagen wieder erlaubt. Dies teilte Hamburgs Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) am Dienstag mit. Das Vorgehen sei mit den anderen drei Bundesländern abgesprochen, sagte die Hamburger Senatorin.

Um mögliche Infektionen nachverfolgen zu können, seien die Prostituierten verpflichtet, Kontaktlisten zu führen und nach Terminabsprache zu arbeiten. „Nicht zulässig sind weiterhin Prostitutionsveranstaltungen und Prostitution in Fahrzeugen“, sagte Leonhard.

Ausschlaggebend für die Wiederzulassung sei gewesen, dass sie im Einklang mit den benachbarten Bundesländern erfolge, um Abwanderungen zu vermeiden. Außerdem sei die Entscheidung im Lichte von Gerichtsentscheidungen gefallen, so die Senatorin weiter.

++ Bars und Kneipen in Bayern dürfen nach Corona-Pause wieder öffnen

(14.03 Uhr) Nach monatelanger Corona-Zwangspause dürfen ab 19. September Bars und Kneipen in Bayern wieder öffnen — unter Auflagen.  Dabei sollen für Schankwirtschaften die gleichen Regeln gelten wie für Speisewirtschaften, zudem muss in geschlossenen Räumen die Bedienung am Tisch erfolgen.

Doch es gibt auch einen Wermutstropfen: „Discos und Clubs bleiben leider zu“, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Dienstag. „Das könnten Infektionsbomben werden.“

Für die Gastronomie ist dies eine wichtige Nachricht. Viele Lokale hatte die coronabedingte Schließung an den Rande des Ruins gebracht. Allerdings können Gesundheitsämter laut Söder den Ausschank von Alkohol ab 23 Uhr verbieten, wenn die Infektionszahlen in einer Region besonders hoch sind.

Auch im Amateur-Fußball gibt es Erleichterungen. Ab dem 19. September dürfen Ligaspiele und andere Breitensportwettkämpfe wieder ausgetragen werden.

Zudem dürfen die Vereine ähnlich wie bei Kulturveranstaltungen eine begrenzte Anzahl von Fans zuzulassen. Ausgenommen davon bleiben aber vorläufig Profiligen, der DFB-Pokal und die Champions League.

Strengere sind dafür die Vorschriften etwa bei Demonstrationen. Bei größeren Versammlungen unter freiem Himmel gelte ab Mittwoch (9. September) regelmäßig eine Maskenpflicht, so Söder. Die Pflicht greife „jedenfalls ab einer Teilnehmerzahl von 200 Personen“.

Gleichzeitig ändert die Staatsregierung ihre Teststrategie. Die Corona-Teststationen an den Autobahnen in Grenznähe und an den Hauptbahnhöfen München und Nürnberg werden zum Ende der Hauptreisezeit zum 30. September eingestellt. Lediglich die Teststationen an den Flughäfen München, Nürnberg und Memmingen bleiben.

++ Freiburg will erstes Heimspiel wohl mit 500 Zuschauern austragen

(13.02 Uhr) Fußball-Bundesligist SC Freiburg erwägt, zu seinem ersten Heimspiel in der kommenden Saison gegen den VfL Wolfsburg (27. September) bis zu 500 Zuschauer zuzulassen.

„Die Tendenz geht dahin, dass wir es tun wollen, auch wenn es ein sehr kleiner erster Schritt ist, aber es ist einer“, wird Finanzvorstand Oliver Leki am Dienstag vom „Kicker“ zitiert.

Die Corona-Verordnung in Baden-Württemberg erlaubt aktuell nur 500 Personen bei Großveranstaltungen. In anderen Bundesländern dürfen schon wieder mehrere tausend Besucher in die Stadien.

„Es tut mir leid für unsere Fans, die nicht ins Stadion können, aber insgesamt ist es für den Fußball gut, dass es an einigen Standorten schon wieder in etwas größerer Anzahl losgeht, auch um zu demonstrieren, dass wir in der Lage sind, das zu organisieren“, sagte Leki.

++ Zahl der Arbeitsstunden fällt auf historisches Tief

(12.26 Uhr) In Deutschland wurden seit der Wiedervereinigung in einem Quartal noch nie so wenige Arbeitsstunden geleistet wie im zweiten Vierteljahr 2020. Das ermittelte das Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung.

„Die Arbeitszeit ist vor allem durch Kurzarbeit, Abbau der Zeitguthaben auf den Arbeitszeitkonten, Freistellungen und weniger Überstunden gesunken“, sagte der Leiter des Forschungsbereiches Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen beim IAB, Enzo Weber. „Der Rückgang bei der Zahl der Erwerbstätigen blieb in Anbetracht des immensen wirtschaftlichen Schocks dagegen begrenzt“, sagte er.

Das Arbeitsvolumen sei im Vergleich zum Vorjahresquartal um zehn Prozent auf 13,3 Milliarden Stunden gesunken. Gegenüber dem ersten Quartal 2020 bedeute das einen saison- und kalenderbereinigten Rückgang um 8,0 Prozent. Die Arbeitszeit pro Erwerbstätigen habe im zweiten Quartal 297,3 Stunden betragen und damit um 8,8 Prozent unter dem Wert des ersten Quartals gelegen.

++ Corona-Fieberambulanz in Sigmaringen nimmt Betrieb auf

(12.11 Uhr) Die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) eröffnet am Freitag, 11. September, eine zentrale Corona-Anlaufstelle in Sigmaringen. Mit der neuen Praxis schafft die KVBW nach eigenen Angaben genug Kapazitäten, um dem voraussichtlich weiterhin stark steigenden Bedarf an Coronatests in den nächsten Wochen gerecht zu werden. 

Nachdem das Fieberzentrum wegen der sinkenden Fallzahlen im Juni geschlossen wurde, wichen Patienten mit Symptomen auf die Hausarztpraxen, insbesondere sechs Schwerpunktpraxen im Kreis, aus.

Aufgrund steigender Fallzahlen wird die Fieberambulanz wieder öffnen, sagte Dr. Stefanie Ullrich-Colaiacomo, die Leiterin der Notfallpraxis. Wie vor der Schließung wird die Fieberambulanz auf dem Kasernenareal untergebracht sein. Hier lesen Sie mehr.

++ Merkel sichert Gesundheitsämtern erneut Unterstützung zu 

(11.18 Uhr) Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den Gesundheitsämtern für ihre zentrale Rolle in der Corona-Krise gedankt und erneut eine bessere Ausstattung zugesichert.

Sie hätten „einen ganz wesentlichen Anteil daran, dass wir das Infektionsgeschehen bislang in Deutschland doch weitgehend unter Kontrolle halten konnten“, sagte Merkel in einer Videokonferenz mit Vertretern von Ämtern, Kommunen und Ländern. Für die Gesundheitsämter bedeute die Pandemie mit dem Verfolgen von Infektionsketten oder dem Anordnen von Tests und Quarantäne einen „unfassbaren Mehraufwand“.

Merkel bekräftigte, dass der Bund nun viel Geld für Verbesserungen in die Hand nehmen wolle. In Regionen mit hohen Infektionszahlen stießen die Ämter mitunter an die Grenze des personell Leistbaren. Auch digitale Kommunikationsmöglichkeiten ließen durchaus noch zu wünschen übrig. „Die Gesundheitsämter wissen selbst am besten, wo geeignete Ansatzpunkte für Veränderungen sind“, sagte die Kanzlerin.

Um die bundesweit 375 Ämter zu stärken, will der Bund vier Milliarden Euro bis 2026 bereitstellen. Vorgesehen ist unter anderem, bis Ende 2022 mindestens 5000 unbefristete Vollzeitstellen im Öffentlichen Gesundheitsdienst neu entstehen zu lassen.

++ Söder warnt vor massivem Arbeitsplatzverlust in der Autobranche

(10.22 Uhr) Vor dem Autogipfel am Dienstag mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) für Hilfen für die Branche geworben. „Wir müssen etwas tun, um am Ende viele Arbeitsplätze und tatsächlich einen Kernbereich unserer Industrie zu unterstützen“, sagte Söder am Dienstag im ZDF-„Morgenmagazin“. Dabei solle es auch um „Übergangstechnologie“ gehen.

„Wir wollen das digital vernetzte und ökologisch beste Auto“, sagte Söder mit Blick auf die künftige Ausrichtung der Autobranche. Umgekehrt müsse aber auch darüber nachgedacht werden, wie es bei gleichzeitig maximal ausgelasteten Kapazitäten etwa für Elektroautos zu schaffen sei, „die Übergangstechnologie auch noch weiter zu unterstützen“.

Dies sei auch der Wunsch vieler Bürger, sagte der CSU-Chef, der in der Vergangenheit wiederholt Kaufanreize für Autos mit Verbrennungsmotor ins Spiel gebracht hatte.

Merkel, mehrere Kabinettsmitglieder sowie die Ministerpräsidenten der Bundesländer mit Automobilproduktion wollen ab 19 Uhr erneut mit Vertretern der Automobilindustrie und Arbeitnehmervertretern über deren Lage in der Corona-Krise konferieren.

++ Corona-Hilfe: Mehr als 100 Österreicher bekommen Scheck von Trump 

(7.53 Uhr) Von US-Präsident Donald Trump unterzeichnete Schecks zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise sind nun bei etlichen Österreichern gelandet. Mehr als 100 solcher Schecks über jeweils 1200 Dollar (rund 1000 Euro) sind nach Angaben des ORF inzwischen bei Banken eingelöst worden.

Zu den Empfängern zählt auch ein Rentner aus Linz in Oberösterreich, der einst für kurze Zeit in den USA gearbeitet hatte. Er habe zuerst an einen schlechten Scherz geglaubt, schilderte der Mann in der ORF-Nachrichtensendung „ZiB2“ am Montagabend. Die Bank habe die Echtheit des Schecks aber überprüft, und wenig später habe er das Geld auf dem Konto gehabt.

Grund des Geldsegens könnte eine Datenpanne bei den amerikanischen Behörden sein. Die US-Regierung hatte Schecks an zahllose Menschen geschickt, gedacht als Hilfe in der Coronavirus-Krise. US-Bürger mit einem Jahresgehalt von bis zu 75.000 Dollar erhielten Schecks von 1200 Dollar, berufstätige Paare mit einem Gehalt bis 150.000 Dollar entsprechend 2400 Dollar.

Irrtümlich gingen auch Zahlungen an mehr als eine Million Tote. Offenbar hatten das Finanzministerium und die Steuerbehörde vor dem Verschicken der Hilfe-Schecks nicht ihre Daten mit den Verstorbenenmeldungen der Sozialversicherungsbehörde abgeglichen.

++ Merkel berät mit Gesundheitsämtern - Ärzte für „kluge Konzepte“

(6.45 Uhr) Die Gesundheitsämter in Deutschland sollen über ihre zentrale Rolle in der Corona-Krise hinaus gestärkt werden. Über die Lage und Probleme vor Ort will Kanzlerin Angela Merkel (CDU) heute in einer Videokonferenz sprechen. Teilnehmen sollen Amtsleiter, Gesundheitsdezernenten der Kommunen, Oberbürgermeister, Landräte und Vertreter der Länder.

Bund und Länder haben bereits Milliarden-Hilfen für die 375 Ämter zugesagt, die im Kampf gegen das Coronavirus seit Monaten unter Hochdruck arbeiten — beim Verfolgen von Infektionsketten oder beim Anordnen von Tests und Quarantäne.

Die Bundesärztekammer dringt auf konkrete nächste Schritte, um die Stärkung der Ämter voranzubringen. „Wir begrüßen sehr, dass Bund und Länder mit dem Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst ein bisher beispielloses Hilfspaket für mehr Personal und bessere digitale Ausstattung geschnürt haben“, sagte Ärztepräsident Klaus Reinhardt der Deutschen Presse-Agentur.

„Aber niemand sollte glauben, dass sich die Besetzung von 5000 neuen Stellen einfach beschließen lässt.“ Die eigentliche Arbeit fange jetzt erst an. Für den Ausbau des ärztlichen Personals in den Ämtern brauche es kluge und nachhaltige Konzepte.

++ Baden-Württemberg will bei Verteilung der EU-Hilfen mitreden

(6.39 Uhr) Bei der Verteilung der Corona-Hilfsmilliarden aus Brüssel möchte Baden-Württemberg gern ein Wörtchen mitreden und möglichst viele eigene Vorschläge umgesetzt sehen. Ein entsprechendes Schreiben haben Europaminister Guido Wolf und Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (alle CDU) geschickt.

In dem Brief, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, listen sie die Wirtschaftsbereiche auf, in die Deutschlands Anteil an der 560 Milliarden Euro schweren „Aufbau- und Resilienzfazilität“ der EU ihrer Ansicht nach fließen sollte.

„Aus Sicht Baden-Württembergs sollten die in Deutschland zur Verfügung stehenden Mittel insbesondere dafür genutzt werden, um industrielle Transformationsprozesse zum Beispiel in der Automobilwirtschaft und im Maschinenbau zu unterstützen, die öffentlichen Mittel für Forschung und Entwicklung zu erhöhen und die Digitalisierung der Wirtschaft, der öffentlichen Verwaltung sowie der Justiz voranzutreiben“, schreiben Wolf und Hoffmeister-Kraut.

Nötig seien ein „Innovationsschub“ bei Digitalisierung und wichtigen Zukunftstechnologien, eine klare Ausrichtung auf Nachhaltigkeit sowie die umfassende Beteiligung kleiner und mittlerer Betriebe. Außerdem müssten europäische Wertschöpfungsketten erschlossen und die Diversifizierung der Wirtschaft gesteigert werden.

++ AOK will Preise für Corona-Tests drücken

(6.22 Uhr) Der Chef des AOK-Bundesverbandes, Martin Litsch, will die Kosten für Corona-Tests drücken. Er fordert Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) deshalb auf, den Krankenkassen die gesetzliche Möglichkeit für Preisverhandlungen einzuräumen. „Es ist unangemessen, dass wir für jeden Test knapp 40 Euro bezahlen müssen. Die Labore machen damit inzwischen dicke Gewinne“, sagte Litsch dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Laborbetreiber hätten ihm bestätigt, dass sie „mit der Hälfte gut leben könnten“, sagte der Verbandschef. „20 Euro wären also durchaus angemessen“, betonte er. Derzeit gebe es aber für die Kassen rechtlich keine Möglichkeit, einen niedrigeren Preis durchzusetzen.

„Uns sind hier die Hände gebunden. Ich appelliere an Gesundheitsminister Spahn, den Weg dafür zu ebnen, dass die Kassen mit Laboren die Preise für Corona-Tests selbst verhandeln können“, forderte Litsch. „Dann könnten wir für unsere Versicherten und die Arbeitgeber viel Geld sparen. Wir brauchen wieder mehr Markt und weniger Staat.“

Das waren die letzten Meldungen am Montag:

++ Lehrergewerkschaft sieht Schulen schlecht gewappnet

(21.42 Uhr) Zu wenige Lehrkräfte, mangelhafte Technik, unrealistische Hygieneregeln: Es sind nur noch wenige Tage bis zum Ende der Sommerferien, aber die Bildungsgewerkschaft GEW sieht die Schulen im Südwesten immer noch schlecht gewappnet für den Unterricht unter Corona-Bedingungen.

Eines der größten Probleme: Wegen des Lehrermangels und der Corona-Risikogruppen fehlten derzeit so viele Lehrkräfte wie noch nie in den Klassenzimmern, sagte die GEW-Landesvorsitzende Doro Moritz am Montag in Stuttgart. Voraussichtlich könnten sechs Prozent der Lehrkräfte mit Attest und weitere drei Prozent Schwangere nicht im Präsenzunterricht sein.

Und das ist aus Sicht der GEW längst nicht alles. Eine Umfrage unter Lehrkräften aller Schularten offenbare unter anderem einen hohen Nachholbedarf bei der Digitalisierung, sagte Moritz. Demnach bewerteten 67 Prozent der Befragten die technischen Voraussetzungen an den Schulen als mittelmäßig bis sehr schlecht.

Hier lesen Sie mehr.

++ Zahl der Corona-Infektionen in Spanien auf mehr als ein halbe Million gestiegen

(20.46 Uhr) In Spanien ist die Zahl der Corona-Infektionsfälle auf mehr als eine halbe Million gestiegen. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Spanien insgesamt 525.549 Infektionen nachgewiesen, wie das Gesundheitsministerium in Madrid am Montag mitteilte. 29.516 Infizierte sind demnach mittlerweile gestorben.

Spanien ist mit seinen rund 47 Millionen Einwohnern eines der am schwersten von der Corona-Pandemie betroffenen Länder in Europa. Zuletzt war die Zahl der Neuinfektionen wieder stark angestiegen. Das Auswärtige Amt warnt deshalb vor „nicht notwendigen, touristischen“ Reisen nach Spanien.

++ 269 neue Corona-Infektionen im Südwesten festgestellt

(19.10) Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Menschen in Baden-Württemberg ist auf mindestens 43.853 gestiegen. Das sind 269 Menschen mehr als am Vortag, wie aus Zahlen des Landesgesundheitsamtes vom Montag (Stand: 16 Uhr) hervorgeht.

Als genesen gelten 38.312 Menschen. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg um zwei Fälle auf 1866. Der sogenannte Sieben-Tage-R-Wert wurde mit 0,99 angegeben, etwas geringer als am Vortag. Der Wert gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt.

++ 814 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

(18.50 Uhr) Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 814 neue Corona-Infektionen gemeldet. Die gemeldeten Fallzahlen an Sonntagen und Montagen sind allerdings erfahrungsgemäß oft niedriger, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich demnach mindestens 250.799 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 7.9., 0 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9325. Seit dem Vortag wurde kein weiterer Todesfall gemeldet. Bis Montagmorgen hatten etwa 225.000 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Mitteilung vom Montag bei 1,12 (Vortag: 1,10). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

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