Corona-Newsblog - Das waren die Meldungen von Donnerstag, 26. März

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Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

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Aktuelle Zahlen für Deutschland und die Region:

  • Infizierte Deutschland: 36.508 (¹), 43.646 (³)
  • Geheilte Deutschland: 5.673 (³)
  • Kritische Fälle Deutschland: 23 (²,³)
  • Todesfälle Deutschland: 239 (²,³)
  • Infizierte Baden-Württemberg: 8.441 (⁴)
  • Todesfälle Baden-Württemberg: 76 (⁴)

Quellen: RKI¹ (26.03., 9.30 Uhr), Johns-Hopkins-University², Worldometer³, Ministerium für Soziales und Integration Baden Württemberg⁴, WHO

Das Wichtigste im Überblick:

22.57 Uhr - EU-Parlament stimmt für finanzielle Notfallmaßnahmen

Das Europäische Parlament hat mehreren Notfallmaßnahmen zur finanziellen Unterstützung der von dem Coronavirus stark getroffenen EU-Mitgliedsstaaten zugestimmt. Die Europa-Abgeordneten gaben am Donnerstag unter anderem grünes Licht für eine Vorlage, die Gelder aus dem EU-Strukturfonds freigeben soll.

Diese müssten nicht wie sonst in den Haushalt der EU zurückgezahlt werden. Außerdem stimmten die Europa-Politiker mit großer Mehrheit dafür, dass auch bei Gesundheitskrisen auf den europäischen Solidaritätsfonds zugegriffen werden kann. Bisher war das den Mitgliedsstaaten bei Naturkatastrophen vorbehalten.

In einem weiteren Verordnungs-Vorschlag sprachen sich die EU-Abgeordneten zudem dafür aus, die bestehende Flugrechte-Regelung für Fluggesellschaften bis zum Herbst auszusetzen. Um ihre Start- und Landerechte auf europäischen Flughäfen zu erhalten, müssen Airlines diese in jeder Saison zu mindestens 80 Prozent nutzen.

Die EU-Kommission hatte wegen des drastischen Passagierrückgangs in der Virus-Krise vorgeschlagen, auch ungenutzte Slots wie genutzte zu behandeln. Das Europaparlament sprach sich nun dafür aus, dass diese Regelung während des gesamten Sommerflugplans bis zum 24. Oktober gelten soll.

Die EU-Abgeordneten stimmten erstmals aus die Ferne per E-Mail ab.

22.30 Uhr - EU-Staaten haben zwei Wochen für neue Vorschläge 

Um die Wirtschaftsfolgen der Coronavirus-Krise zu bewältigen, sollen die EU-Staaten innerhalb der nächsten zwei Wochen gemeinsame finanzpolitische Maßnahmen ausarbeiteten. Darauf einigten sich die EU-Staats- und Regierungschefs am Donnerstagabend nach stundenlangem Ringen in ihrer Videoschalte, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Diplomatenkreisen erfuhr.

Italien hatte die zuvor ausgehandelte Gipfelerklärung zuvor abgelehnt. Ministerpräsident Giuseppe Conte forderte „wirklich innovative und angemessene Finanzinstrumente“, und das zwar binnen zehn Tagen.

Italien ist mit rund 7500 Corona-Toten nicht nur das am schwersten von der Epidemie getroffene EU-Land. Es hat nach Griechenland mit einem Schuldenberg von über 130 Prozent der Wirtschaftsleistung auch den geringsten finanziellen Spielraum, um auf den Konjunktureinbruch infolge der Corona-Krise zu reagieren.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.
Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission, spricht während einer Pressekonferenz nach dem Treffen der Europäischen Kommissare im EU-Hauptquartier. (Foto: Etienne Ansotte / DPA)

22.05 Uhr - Trickbetrüger nutzen Corona-Krise 

Kriminelle passen ihre Betrugsmaschen auf die Corona-Krise an. In Konstanz haben Trickbetrüger einen Rentner um einen Teil seines Vermögens gebracht. Nach Angaben der Polizei rief ein angeblicher Kriminalkommissar bei dem Rentner an und teilte ihm mit, man habe zwei mit dem Coronavirus infizierte Einbrecher festgenommen.

Acht weitere Einbrecher seien auf der Flucht. Die Polizei habe einen Zettel gefunden, dem zu entnehmen war, dass der Rentner das nächste Ziel der Einbrecherbande sein werde. Deshalb gelte es nun, das Vermögen des Mannes zu sichern: Der Mann solle Bargeld sowie Goldmünzen in einer weißen Stofftasche vor die Haustür legen. Der Rentner kam der Aufforderung am Mittwoch nach und noch während des Telefonats wurde die Stofftasche abgeholt.

Phishing-E-Mails

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt vor Internetkriminellen, die das Thema Covid-19 als Köder in Phishing-E-Mails verwenden. Indem sich die Absender darin als Banken oder Behörden ausgeben, wollen sie persönliche Daten erschleichen. Zu diesen Betrugsversuchen gehört auch die angebliche Sparkassen-Mail (siehe Foto), auf die die Verbraucherzentrale aufmerksam wurde.

Falsche Beamte

Das Landratsamt Tirschenreuth, das die erste Ausgangssperre in Deutschland verhängt hat, warnt vor falschen Mitarbeitern des Gesundheitsamts, die sich illegal Zutritt zu Wohnungen verschaffen wollen.

Enkeltrick

Auch bekannte Betrugsmaschen, wie den Enkeltrick, passen Betrüger an die Situation an. Die Polizei warnt: Kriminelle rufen Senioren an, geben sich als Angehörige aus, die sich mit dem Virus infiziert hätten und fordern finanzielle Unterstützung zur Begleichung der Behandlungskosten oder für den Kauf von Medikamenten.

Eien Seniorin am Handy
Ob Enkeltrick oder Falsche-Polizisten-Masche: Betrüger suchen sich bevorzugt Senioren als Opfer. (Foto: dpa)

21.27 Uhr - Paar vom Bodensee sitzt auf Kreuzfahrtschiff fest

Erst gab es Hoffnung, dann kam der Schock. Auf dem Kreuzfahrtschiff „MS Artania“ sind mindestens sieben Menschen, fünf Passagiere und zwei Crewmitglieder, am Coronavirus erkrankt.

Das Schiff des Reiseveranstalters Phoenix in Bonn – eigentlich unterwegs auf einer fünfmonatigen Weltreise – liegt derzeit vor Fremantle City nahe Perth an der australischen Westküste auf Reede. Mit an Bord ist das Ehepaar John aus Ailingen im Bodenseekreis.

Die wichtigste Nachricht zuerst: Den beiden Senioren – Josef John ist 78 Jahre alt, seine Frau Marianne fünf Jahre jünger – geht es gut, wie John am Donnerstag noch per Mail bestätigte.

Nach Informationen von Phoenix-Reisen sollen die Gäste am Wochenende mit eigens gecharterten Flugzeugen aus Australien ausgeflogen werden. Doch aus medizinischen Gründen sollte Josef John möglichst nicht fliegen.

Die ganze Geschichte lesen Sie hier.

Ein Bild aus besseren Tagen: Die Johns an Bord der „Artania“.
Ein Bild aus besseren Tagen: Die Johns an Bord der „Artania“. (Foto: privat)

20.23 Uhr - Fake-News enttarnt: Infiziertes Klopapier?

Schwäbische.de enttarnt regelmäßig Fake-News und Verschwörungstheorien zur Corona-Krise. Denn mit den erfundenen Geschichten soll Panik verbreitet werden - wir wollen das Gegenteil: Besonnenheit durch Aufklärung. Heute: Die Horror-Meldung für Hamster-Käufer: War der gierige Griff nach dem flauschigen "Wertpapier" ein Griff ins Klo?

Alle Falschmeldungen finden Sie hier im Überblick.

19.50 Uhr - 20 weitere Todesfälle in Baden-Württemberg

Das baden-württembergischen Gesundheitsministerium meldet weitere 1.189 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus (Stand: 15.00 Uhr). Damit steigt die Zahl der Infizierten auf mindestens 8.441 an. 

Darüber hinaus wurden 20 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet. Damit steigt die Zahl der Covid-19-Todesfälle in Baden-Württemberg auf insgesamt 76 an. Das Alter der Verstorbenen lag laut Ministerium zwischen 49 und 94 Jahren. 67 Prozent der Todesfälle waren 80 Jahre oder älter.

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19.10 Uhr - Einige Kliniken lassen Väter nicht mehr in den Kreißsaal

Wegen des Ansteckungsrisikos mit dem Coronavirus verbieten einige Kliniken Vätern, bei der Geburt ihres Kindes dabei zu sein. „Manche wollen das Risiko lieber nicht eingehen“, sagte Eduard Fuchshuber von der Bayerischen Krankenhausgesellschaft am Donnerstag in München. „Es wäre einfach eine Katastrophe, wenn das Virus dadurch eingeschleppt würde.“ In wie vielen Kliniken in Bayern werdende Väter draußen bleiben müssen, sei aber unklar.

Eigentlich gilt bayernweit die Entscheidung des Gesundheitsministeriums: Besuche in Krankenhäusern sind verboten - eine Ausnahme ist die Geburt des eigenen Kindes.

Doch dem Klinikum Fichtelgebirge geht das nicht weit genug. „Die Väter können die Kinder leider erst nach der Entlassung in den Arm nehmen“, teilte eine Sprecherin mit. Auch die Regiomed-Kliniken in Oberfranken und Thüringen wollen um jeden Preis verhindern, dass nach dem Besuch eines infizierten Vaters ein Kreißsaal geschlossen werden muss.

Genau anders herum ist es am Klinikum Nürnberg, Ingolstadt und Passau, am Universitätsklinikum München, Augsburg und Würzburg sowie im Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg: Dort dürfen Väter nach Angaben der Häuser bei der Geburt dabei sein, müssen das Krankenhaus danach aber gleich wieder verlassen.

18.33 Uhr - Acht Patienten müssen in Sana-Klinik Biberach beatmet werden

Die Sana-Klinik Biberach hat auf 21 intensivmedizinische Betten aufgestockt und bereiten sich auf weitere schwere Corona-Fälle vor. Ingesamt hat die Klinik 19 Patienten stationär aufgenommen. So ist die aktuelle Lage:

18 Uhr - Erste Auszahlungen von Corona-Hilfen im Südwesten schon am Freitag

Erste Gelder des Landes für Unternehmen in der Corona-Krise könnten bereits am Freitag fließen. „Wir sind vorbereitet - die Auszahlung der Soforthilfe Corona wird voraussichtlich schon im Laufe des morgigen Vormittags beginnen“, sagte Edith Weymayr, Vorstandsvorsitzende der Förderbank L-Bank, am Donnerstagnachmittag.

Stand 15 Uhr am Donnerstag hatten rund 46.000 Selbstständige und kleine Unternehmen im Südwesten Online-Anträge auf Nothilfe gestellt. Pro Stunde kämen rund 6000 hinzu, hieß es beim Wirtschaftsministerium. Das Programm war am Mittwochabend angelaufen.

„In einem ersten Schritt geht es jetzt darum, mit unserem Sofortprogramm all jenen Unternehmen zu helfen, die ohne diese Unterstützung innerhalb weniger Tage insolvent gehen würden“, sagte Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU). Es müsse klar sein, dass es nicht darum ginge, den Betrieben ihre coronabedingten Umsatzeinbußen auszugleichen, sondern existenziell bedrohten Betrieben zu helfen, Rechnungen zu bezahlen, Mieten zu überweisen und zu überleben.

17.37 Uhr - Müll aus Corona-Haushalten muss sicher entsorgt werden

Corona-Infizierte in Baden-Württemberg sollen ihren Hausmüll sicher entsorgen. Wie die Landeshauptstadt Stuttgart am Donnerstag mitteilte, muss der Abfall aus Haushalten, in denen positiv getestete Menschen in Quarantäne leben, grundsätzlich als Restmüll entsorgt werden. Dies gelte insbesondere für Taschentücher, Aufwischtücher, Hygieneartikel, Schutzkleidung und Abfälle aus Desinfektionsmitteln.

Anschließend sollten die Müllsäcke fest zugeknotet werden. Falls die Sammelmülltonnen voll seien, dürften die Säcke nicht daneben gestellt werden. Stattdessen müssten sie bis zur nächsten Abholung an einem möglichst kühlen Ort gelagert werden. Auf diese Weise würden Familienmitglieder, Mitbewohner, Nachbarn sowie Mitarbeiter der Abfallwirtschaft Stuttgart besser vor Ansteckung geschützt.

17.10 Uhr - Alterspsychiater rufen in Corona-Krise zu kreativem Kontakten mit Älteren auf

Alterspsychiater haben angesichts der Regelungen zur sozialen Distanzierung im Kampf gegen das Coronavirus zu kreativen Kontaktaufnahmen mit Älteren aufgerufen. „Es kann ein Anruf, ein Zettel unter der Tür, eine Postkarte oder ein Ständchen vor dem Fenster sein“, erklärte die Deutsche Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie (DGGPP) am Donnerstag in Wiehl. „Viele dieser Altersgruppe sind eben noch nicht mit E-Mail und WhatsApp ausgestattet.“

Viele der allein lebenden hochbetagten Menschen zögen sich zurück und wollten niemandem zur Last fallen. Deshalb sei es jetzt wichtig, älteren Verwandten, Bekannten und allein lebenden Nachbarn einmal am Tag hallo zu sagen.

17  Uhr - Blutritt in Weingarten zum ersten Mal nach dem Krieg abgesagt

Das hat es noch nie gegeben: Zum ersten Mal in der Geschichte seit Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der Blutritt in Weingarten abgesagt. Die Maßnahmen in der Corona-Krise lassen keine andere Wahl. Aber es soll andere Feierlichkeiten geben - welche, lesen Sie hier.

 Dekan Ekkehard Schmid führt beim Blutritt immer die Heilig-Blut-Reliquie mit sich. Insgesamt nahmen bisher stets mehr als 2000
Dekan Ekkehard Schmid führt beim Blutritt immer die Heilig-Blut-Reliquie mit sich. Insgesamt nahmen bisher stets mehr als 2000 Reiter an der größten Reiterprozession Europas teil. (Foto: Dekanat Allgäu-Oberschwaben)

16.30 Uhr - G20-Staaten investieren fünf Billionen Dollar in Weltwirtschaft

Die Staats- und Regierungschefs der führenden Wirtschaftsmächte haben sich bei einem G20-Videogipfel darauf verständigt, bei der Bekämpfung der Corona-Krise an einem Strang zu ziehen. „Wir bekennen uns nachdrücklich dazu, dieser gemeinsamen Bedrohung geeint entgegenzutreten“, heißt es in der Abschlusserklärung, die am Donnerstag von der Bundesregierung in Berlin verbreitet wurde.

Man werde „weder einzeln noch gemeinsam Mühen scheuen“, um Leben zu schützen und Arbeitsplätze und Einkünfte zu sichern. Zudem wolle man sich gemeinsam darum bemühen, finanzielle Stabilität zu bewahren, Wachstum neu zu beleben und Störungen im Handel und in globalen Versorgungsketten so gering wie möglich zu halten, um gestärkt aus der Krise hervorzugehen. Die G20 will auch hilfebedürftigen Ländern Unterstützung zukommen lassen.

Zu dem Videogipfel hatte der saudische König Salman eingeladen, dessen Land dieses Jahr der G20 vorsitzt. Die Staatengruppe vereint zwei Drittel der Weltbevölkerung, 85 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung und 75 Prozent des Welthandels. Ihr gehören unter anderen die USA, China und Russland an. Für Deutschland nahm Bundeskanzlerin Angela Merkel an der Videoschalte teil.

15.55 Uhr - Waldseer Grundschüler bieten Einkaufsservice für Senioren

Dieses gute Beispiel könnte in den unterrichts-freien Zeit Schule machen: Die beiden Viertklässler Lutz und Simon erledigen während der Corona-Krise jeden Nachmittag zwischen 13 und 17 Uhr Lebensmitteleinkäufe für ältere oder kranke Menschen, die derzeit möglichst in ihren eigenen vier Wänden bleiben sollten.

Diesen Service bieten die Waldseer Grundschüler so lange an, bis der Unterricht nach den Osterferien wieder beginnt. Hier lesen Sie, was sich die Schüler für ein Konzept ausgedacht haben.

 Lutz und Simon möchten ihre „Corona-Ferien“ dazu nutzen, um für ältere und kranke Mitbürger am Frauenberg und im Ballenmoos Leb
Lutz und Simon möchten ihre „Corona-Ferien“ dazu nutzen, um für ältere und kranke Mitbürger am Frauenberg und im Ballenmoos Lebensmittel einzukaufen. (Foto: Sabine Ziegler)

15.12 Uhr - Klöckner: Zu früh für Lockerung der Schutzmaßnahmen

Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat Rufe nach einer schnellen Lockerung der Corona-Schutzmaßnahmen zurückgewiesen. Noch könne niemand seriös sagen, wann die Beschränkungen aufgehoben werden könnten, sagte die CDU-Politikerin am Donnerstag in Berlin. „Das ist keine Frage des Zeitpunkts, sondern eine Frage von Fakten. Das ist auch keine Frage des Gefühls, wann es irgendwann genug ist.“ Entscheidend sei einzig und allein die Beurteilung der Lage.

Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) sagte, Politik und Wirtschaft müssten die Zeit nutzen, um sich auf die Lockerung der Beschränkungen vorzubereiten. „Ich kann die Ungeduld im Land verstehen.“ Man müsse jedoch sehr strategisch vorgehen und zum Schutz der Wirtschaft auch „eine gewisse Wagenburg-Mentalität“ entwickeln.

15 Uhr - Drosten: Deshalb gibt es in Deutschland momentan noch so wenig Todesfälle

In Deutschland werden nach Schätzung des Chefvirologen der Berliner Charité, Christian Drosten, inzwischen pro Woche rund 500.000 Tests auf eine Coronavirus-Infektion durchgeführt. "Der Grund, warum wir in Deutschland im Moment so wenige Todesfälle haben, gegenüber der Zahl der Infizierten, ist hinreichend damit zu erklären, dass wir extrem viel Labordiagnostik in Deutschland machen", sagte Drosten am Donnerstag in Berlin.

Letzte Schätzungen ließen vermuten, dass wöchentlich rund eine halbe Million sogenannter PCR-Tests durchgeführt würden. Dabei werden Abstriche aus Nase oder Rachen genommen und im Labor auf Viren-Erbgut untersucht.

Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, ging am Donnerstag davon aus, dass seit dem 9. März in Deutschland 410.000 Tests vorgenommen worden seien.

Bei der Forschung mit Blick auf die Behandlung von Covid-19-Erkrankten gehe es momentan um den Einsatz existierender Medikamente, sagte Drosten. Seiner Einschätzung nach gibt es mindestens zwei Substanzen, die "vielversprechender" seien.

Konkret nannte er das Grippe-Medikament Favipiravir, das in einigen asiatischen Ländern zugelassen sei. Man sehe bei dieser Substanz eine "Anfangsevidenz für eine Wirkung", aber diese sei klein und man brauche mehr Studien um dazu etwas zu sagen.

14.30 Uhr - Corona-Hilfen der Bundesregierung: Dieses Paket soll Deutschland retten

Wer nichts mehr verkauft, macht keinen Umsatz. Das gilt für Autos und Waschmaschinen genauso wie für Flugtickets, Oberhemden, Parfüm, Zwiebelrostbraten mit Kässpätzle oder einen schicken Haarschnitt. In Zeiten der Corona-Pandemie trifft dieses Schicksal Gastronomen, Händler und Friseure, aber auch Autohersteller, Maschinenbauer und Luftfahrtkonzerne. Der wirtschaftliche Schaden ist noch nicht abschätzbar.

Der Bundestag hat am Mittwoch deshalb Hilfsmaßnahmen beschlossen, wie es sie in der Geschichte der Bundesrepublik noch nie gegeben hat. Die „Schwäbische Zeitung“ hat das Rettungspaket zusammen mit Jens Südekum analysiert.

13.17 Uhr - Bosch entwickelt Corona-Schnelltest

Der Technologiekonzern Bosch hat nach eigenen Angaben einen Coronavirus-Schnelltest unter anderem für Krankenhäuser und Arztpraxen entwickelt. Das vollautomatische Verfahren zum Nachweis von Virenerbgut soll von der Entnahme der Probe bis zum Ergebnis weniger als zweieinhalb Stunden brauchen, wie Bosch am Donnerstag in Stuttgart mitteilte.

Laut Bosch hat der neue Test auf Sars-CoV-2 eine „Genauigkeit von über 95 Prozent“. Die Fragen, wie oft das System falschen Alarm schlägt oder wie viele Infektionen es übersieht, wollte Bosch nicht beantworten. Laut Bosch erfüllt der Test die Qualitätsstandards der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Bislang beträgt die reine Testzeit laut Robert Koch-Institut (RKI) etwa vier bis fünf Stunden. Allerdings kann es zwischen Probenentnahme und Ergebnismitteilung dauern, auch weil die Tests oft von externen Laboren gemacht werden. Der Bosch-Test soll auch direkt in Arztpraxen oder Krankenhäusern gemacht werden können.

Der innerhalb von sechs Wochen entwickelte Test von Bosch soll im April in Deutschland und danach dann auch in anderen Ländern verfügbar sein. Die jeweils erforderlichen Zulassungen stehen einem Sprecher zufolge noch aus. Was ein Test kosten wird, ist ebenfalls noch unklar. In der Branche wird derzeit fieberhaft an schnelleren Testverfahren gearbeitet.

Das Bosch-Verfahren basiert den Angaben zufolge auf einem bereits erhältlichen Analysegerät, das mit speziellen Testkartuschen ausgerüstet wird.

Das Bosch-Testsystem für Covid-19 soll ab April genutzt werden können. Noch fehlt aber die Zulassung. (Foto: Bosch)

13 Uhr - Pressekonferenz mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) informiert am Donnerstag Mittag über den aktuellen Stand in der Corona-Krise. Das sind seine wichtigsten Aussagen:

  • "Das Leben von jedem von uns wird gerade sehr durch die Corona-Krise bestimmt. Die Politik ist im Krisenmodus."
  • "Noch ist das die Ruhe vor dem Sturm. Keiner kann sagen, was in den nächsten Wochen kommt."
  • "Alle 16 Bundesländer bemühen sich, die Anzahl der Intensiv-Betten zu verdoppeln."
  • "Die hohe Anzahl der Tests macht es uns möglich, viel frühzeitiger Vorbereitungen zu treffen. Diese Zeit wollen wir nutzen."
  • "Es wird auch eine Zeit nach Corona geben. Da werden wir weiter gegen das Virus kämpfen, aber das Leben wird sich normalisieren. Die Maßnahmen jetzt sind notwendig, um die Ausbreitung zu verlangsamen, gleichzeitig braucht es Konzepte für die Zeit danach."
  • "Die Frage, wie wir Handydaten nutzen können, braucht eine gesellschaftliche Debatte."
  • "All diese Dinge beschäftigen uns jeden Tag."

Lothar Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts:

  • "An Covid-19 können alle Menschen in Deutschland erkranken. Aber je älter man ist, desto höher ist das Risiko einer schweren Erkrankung."
  • "Nochmal: Wir stehen am Anfang. Die Zahlen werden weiter steigen und wir sind alle gefragt, dagegen zu kämpfen."
  • "Bei der Ausbreitung gibt es regionale Unterschiede und das wird auch in den nächsten Wochen so bleiben."
  • "Zum jetztigen Zeitpunkt kann noch keine Aussage getroffen werden, ob sich die Kurve abflacht. Die regionalen Unterschiede sind auch hier sehr groß."
  • "Warum immer noch Feste gefeiert werden, ist mir ein Rätsel."
  • "Die Empfehlungen, wer getestet werden soll, haben wir geändert. Generell sollten nur Menschen getestet werden, die Symptome haben. Und dann sollte ausschlaggebend sein, ob sie Vorerkrankungen haben und ob sie Kontakt zu anderen Infizierten hatten."

Die Vorgehensweise in der Corona-Krise stütze sich dabei auf drei Säulen:

  1. "Die Fälle müssen schnell isoliert werden, Kontaktpersonen müssen ausfindig gemacht werden. Dazu brauchen wir ein funktionierendes Gesundheitssystem und dazu gehört auch, dass wir Abstand halten."
  2. "Der Schutz der vulnerablen Gruppen. Da können wir alle beitragen - und das müssen wir auch."
  3. "Die Kapazitäten der medizinischen Versorgung müssen erhöht werden."

12.35 Uhr - Zulieferer ZF geht wegen Corona-Krise von starkem Umsatzrückgang aus

Der Autozulieferer ZF rechnet vor dem Hintergrund der Corona-Krise mit einem deutlichen Umsatzrückgang für 2020. Er gehe davon aus, dass die Nachfrage in allen relevanten Märkten erheblich beeinträchtigt sein werde, sagte Vorstandschef Wolf-Henning Scheider am Donnerstag in Friedrichshafen am Bodensee.

Konkrete Zahlen zu 2020 nannte er nicht: „Die gegenwärtige Unsicherheit hinsichtlich der weltweiten Ausbreitung und der Folgen des Coronavirus machen eine Prognose der Geschäftsentwicklung für das Jahr 2020 aus heutiger Sicht nicht möglich.“

Bereits 2019 gingen die Erlöse des Autozulieferers von 36,9 Milliarden auf 36,5 Milliarden Euro zurück. Der auf die eigenen Aktionäre entfallende Gewinn nach Steuern stürzte auf 350 (Vorjahr: 904) Millionen Euro ab. Gründe dafür waren nach Scheiders Angaben unter anderem der Brexit, Zollstreitigkeiten zwischen den USA und China sowie ein allgemein schwächeres Wachstum in China. „2019 war ein herausforderndes Jahr - auch wenn diese angesichts der aktuellen Entwicklungen in den Hintergrund treten.“

Erst kürzlich hatte ZF mitgeteilt, dass aufgrund der Corona-Pandemie Teile von Produktion und Verwaltung kontrolliert heruntergefahren würden, um unter anderem auf die ausbleibende Nachfrage von Auto- und Lkw-Herstellern zu reagieren. Die Regelung gilt demnach zunächst bis Juni.

12.15 Uhr - Deutsche Unikliniken sollen sich im Kampf gegen Corona vernetzen

Im Kampf gegen das neuartige Coronavirus sollen sich die deutschen Unikliniken zusammenschließen und eng über Diagnose- und Behandlungsverfahren sowie Patientendaten austauschen. Das ist das Ziel einer Initiative, die am Donnerstag von der Berliner Charité in Zusammenarbeit mit dem Bundesforschungsministerium gestartet wurde. Das Ministerium unterstütze den Aufbau des Netzwerks mit 150 Millionen Euro, wie Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU) am Donnerstag in Berlin mitteilte.

Die Kliniken sollen demnach in einen Erfahrungsaustausch über ihre Maßnahmenpläne im Umgang mit der Pandemie treten. Zudem wird eine Zusammenstellung der Daten aller Covid-19-Patienten angestrebt, um einen Gesamtüberblick über Krankengeschichte und Konstitution der Patienten zu bekommen. Von der Datensammlung erhoffen sich die Initiatoren - der Charité-Vorstandsvorsitzende Heyo Kroemer und der Direktor der Virologie, Christian Drosten - Erkenntnisse für das Pandemiemanagement und die Impfstoff- und Therapieentwicklung.

11.55 Uhr - Lebensmittelhandel: 700 Prozent mehr Klopapier verkauft

Die Gewinner der Corona-Krise sind die Hersteller von Toilettenpapier. Hamsterkäufe beim Hygieneartikel haben den Absatz massiv erhöht. Von Februar zum März 2020 sei eine Steigerung um 700 Prozent zu verzeichnen, sagte Christian Böttcher, Sprecher des Bundesverbands des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH), ohne genaue Zahlen zu nennen.

Das Toilettenpapier nehme beim Kaufverhalten der Deutschen eine Sonderstellung ein, so der Sprecher. Wegen der Angst, man dürfe irgendwann nicht mehr das Haus verlassen, werde gebunkert. Es entstehe eine paradoxe Situation. Böttcher: "Einige wissen nicht, wohin damit. Andere haben zu wenig."

Klopapier
Klopapier ist derzeit so gefragt wie nie. (Foto: Uli Deck / DPA)

11.35 Uhr - Autobauer Daimler kündigt Kurzarbeit ab 6. April an

Der Autobauer Daimler beantragt wegen der massiven Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie Kurzarbeit. Sie solle zunächst vom 6. bis zum 17. April gelten und einen Großteil der Produktion von Autos, Vans und Nutzfahrzeugen sowie ausgewählte Verwaltungsbereiche betreffen, teilte Daimler am Donnerstag mit. Dringend benötigte Bereiche sowie die Arbeit an wichtigen Zukunftsprojekten blieben davon ausgenommen.

Der Konzern beschäftigt in Deutschland rund 170.000 Menschen. Wie viele davon in Kurzarbeit gehen, ist nicht bekannt. Man reagiere damit auf die weitreichenden Auswirkungen des Coronavirus und daraus resultierende zunehmend schwierige wirtschaftliche und soziale Rahmenbedingungen.

Ein Großteil der Produktion bei Daimler steht derzeit schon still, die Mitarbeiter bauen aktuell Urlaub und ihre Arbeitszeitkonten ab. Die Kurzarbeit beginnt dann im Anschluss an diese zunächst auf zwei Wochen festgelegte erste Phase. Wie genau sie an den Standorten umgesetzt wird, solle jeweils einzeln mit dem Betriebsrat geregelt werden. Zuvor hatte die „Süddeutsche Zeitung“ darüber berichtet.

11.21 Uhr - Lob für große Hilfsbereitschaft in Baden-Württemberg

In der Corona-Krise geht nach Einschätzung des Sozialministeriums eine Welle der Hilfsbereitschaft durchs Land. Es zeige sich wieder einmal, dass Baden-Württemberg zusammenhalte, sagte Staatssekretärin Bärbl Mielich (Grüne) am Donnerstag in Stuttgart. Beispiele seien Menschen, die für andere einkaufen gehen, den Müll wegbringen, Regale im Supermarkt auffüllen und mit dem Hund der Nachbarin rausgehen. Schüler rufen bei Senioren an, damit diese sich nicht einsam fühlen; Kinder malen Bilder für Bewohner im Altenheim.

Mielich appellierte an die Menschen, sich weiter zu engagieren. „Wir wissen noch nicht, wie lange dieser Zustand dauern wird“, sagte die Politikerin. „Ich bitte deswegen alle, auch in den nächsten Wochen zu helfen und am Ball zu bleiben.“

11.05 Uhr - Auch Mitarbeiter von Lidl und Kaufland erhalten Bonuszahlung

Auch die 140.000 Mitarbeiter von Lidl und Kaufland erhalten einen Bonus für ihren anstrengenden Einsatz in der Corona-Krise. Jeder Mitarbeiter in der Filiale, in der Logistik und in den Produktionsbetrieben erhalte im April eine Sonderzahlung von bis zu 250 Euro, teilte am Donnerstag die Schwarz-Gruppe mit, zu der die beiden Ladenketten gehören.

Insgesamt lässt sich der Handelsriese die Prämien rund 35 Millionen Euro kosten. Zuvor hatte bereits Rewe eine Prämie für seine Mitarbeiter und die Beschäftigten der konzerneigenen Discountkette Penny angekündigt.

Die Mitarbeiter in Vertrieb, Logistik und Produktion hätten in den vergangenen Wochen Außergewöhnliches geleistet, damit die Menschen in Deutschland jeden Tag mit frischen Lebensmitteln versorgt werden, erklärten Lidl Deutschland-Chef Matthias Oppitz und sein Kaufland-Pendant, Ralf Imhof.

10.30 Uhr - Katastrophenmediziner schildern dramatische Lage im Elsass 

Katastrophenmediziner haben sich im Auftrag des baden-württembergischen Innenministeriums ein Bild von der Lage in Straßburg gemacht — und berichten über dramatische Zustände an der Grenze zu Deutschland.

Demnach arbeiten infizierte Mediziner an der Universitätsklinik Straßburg weiter mit Corona-Patienten, und über 80-Jährige werden nicht mehr beatmet. Stattdessen erfolge „Sterbebegleitung mit Opiaten und Schlafmitteln“, schreiben die Mitarbeiter des Deutschen Instituts für Katastrophenmedizin in Tübingen in dem Bericht, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Unter der Annahme, dass sich die Entwicklung, wie sie im Elsass bestehe, bald in Deutschland einstellen werde, sei eine optimale Vorbereitung von „allerhöchster Dringlichkeit“. Mehrere Medien haben darüber berichtet.

Coronavirus - Frankreich
Emmanuel Macron (2.v.l), Präsident von Frankreich, trägt einen Mundschutz während eines Besuches im Armeekrankenhaus in Mulhouse, Ostfrankreich. Macron hat im Kampf gegen die Coronavirus-Krise eine Militäroperation zur Unterstützung der Bevölkerung angekündigt. (Foto: Mathieu Cugnot / dpa)

9.09 Uhr - Viele Menschen erwarten weitere Einschränkungen wegen Corona

Im Kampf gegen das Coronavirus rechnen fast zwei Drittel der Deutschen mit weiteren Einschränkungen der persönlichen Freiheit.

In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur äußerten 64 Prozent die Erwartung, dass die beschlossenen Maßnahmen zur Vermeidung zwischenmenschlicher Kontakte noch einmal verschärft werden. Nur 20 Prozent glauben nicht daran, 16 Prozent machten keine Angaben.

Auf der ganzen Welt sind Einschränkungen im öffentlichen Leben inzwischen sichtbar, wie unsere Bildergalerie zeigt - von Aulendorf bis nach Mexiko-Stadt.

8.20 Uhr - Mehr als 20.000 Anträge auf Soforthilfe innerhalb weniger Stunden

Mehr als 20.000 Selbstständige und kleine Unternehmen aus dem Südwesten haben innerhalb der ersten Stunden einen Antrag auf finanzielle Soforthilfe des Landes gestellt. Minütlich kämen weitere hinzu, sagte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums. Das Programm war am Mittwochabend angelaufen.

Selbstständige ohne Angestellte und Firmen mit bis zu fünf Beschäftigten, die unter den Folgen der Corona-Krise leiden, können einmalig bis zu 9000 Euro erhalten, die sie nicht zurückzahlen müssen.

Für Firmen mit bis zu zehn Beschäftigten gibt es maximal 15.000 Euro. Betriebe mit bis zu 50 Beschäftigten sollen bis zu 30.000 Euro bekommen können.

6.40 Uhr - Ökonomen: Corona-Krise könnte Wende am Immobilienmarkt bringen

Die Corona-Krise dürfte nach Einschätzung von Ökonomen den Anstieg der Mieten und Immobilienpreise dämpfen. Selbst ein Ende des zehnjährigen Immobilienbooms in Deutschland sei denkbar, wenn sich die Krise noch Monate hinziehe und der Alltag der Menschen stark eingeschränkt bleibe. Das würde Mietern und Immobilienkäufern nach den rasanten Aufschlägen der vergangenen Jahre Luft verschaffen.

6.30 Uhr - Gewerkschaft GEW zieht gemischte Zwischenbilanz zum Lernen zu Hause 

Lernen auf Distanz, geht das? Nach Einschätzung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kommen die Lehrer und Schüler in Baden-Württemberg unterschiedlich gut mit dem Lernen zu Hause klar. Es gebe Schüler, die in prekären Verhältnissen lebten und nicht die nötige technische Ausstattung für das Lernen via Internet hätten, sagte GEW-Landeschefin Doro Moritz in Stuttgart.

In manchen Familien rangelten zwei bis drei Kinder um den einzigen verfügbaren Laptop im Haushalt. Manchmal fehle auch ein Drucker, um Aufgaben auszudrucken. Moritz berichtete von Schülern, die die Lage ausnutzen, um sich ganz aus dem Schulunterricht zu verabschieden.

6.20 Uhr - Schwierige Spargelernte in Zeiten von Corona 

Die Spargelsaison in Bayern hat begonnen. In diesem Jahr sind die Landwirte nicht in erster Linie vom Wetter abhängig, sondern haben vor allem mit den Folgen des Coronavirus zu kämpfen. Es fehlt an Erntehelfern, zudem sind die Bestellungen aus der Gastronomie weggebrochen, wie Peter Strobl, Geschäftsführer des Spargelerzeugerverbandes Südbayern, in Schrobenhausen sagt. Die Situation sei sehr schwierig. „Wir können die Spargelsaison ja nicht verschieben wie die Bundesliga ihre Spiele.“

Coronavirus - Spargelernte
Bayern, Schönach: Ein Erntehelfer sticht auf einem Feld Spargel. (Foto: Armin Weigel)

Auch der Bayerische Bauernverband äußert sich besorgt. „Ohne die Saisonarbeitskräfte könnte das regionale Obst und Gemüse nicht in vollem Maße geliefert werden, es drohen Versorgungsengpässe“, sagt ein Sprecher. Ausländische Saisonarbeitskräfte gelten als berufsbedingte Pendler. Als Nachweis genüge eine vom Arbeitgeber ausgestellte Bescheinigung. „Allerdings hilft das Formular wohl nur für den Transit durch Österreich; die Rumänen müssen aber noch durch Ungarn durch, und Ungarn hat für Ausländer die Grenzen dicht gemacht.“

6.10 Uhr - Stuttgart 21-Bauarbeiten laufen trotz Corona-Krise zunächst weiter

Trotz aller Einschränkungen und Verbote bleibt unklar, wie sich die Corona-Krise auf das milliardenschwere Bauprojekt Stuttgart 21 auswirken wird. „Die DB Projekt Stuttgart-Ulm GmbH befindet sich in enger Abstimmung mit ihren Auftragnehmern“, teilte die Bahn auf Anfrage in Stuttgart mit.

Der Betrieb auf den Baustellen des Projekts solle „bis auf weiteres bestmöglich“ aufrechterhalten werden. Aussagen zu möglichen Kostensteigerungen, zu Schutzmaßnahmen auf den Baustellen und auch zu Problemen mit Bauarbeitern aus dem Ausland machte ein Sprecher des Projektes nicht.

6 Uhr - Justizminister kritisiert: Prozesspausen müssten noch länger sein 

Wegen der Corona-Krise sollten Gerichte ihre laufenden Strafprozesse noch länger unterbrechen dürfen als dies in einer neuen Regelung der Bundesregierung geplant ist. Das fordert der baden-württembergische Justizminister Guido Wolf (CDU) in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. Eine Verlängerung für normale Strafprozesse um zwei Monate und eine Pause von somit insgesamt maximal drei Monaten und zehn Tagen, wie sie am Freitag in Berlin beschlossen werden soll, sei eine „absolute Untergrenze“, sagte der Minister.

Die Haupt-Spargelernte beginnt demnächst, doch die Landwirte haben aufgrund der Coronakrise nicht genug Saisonarbeiter.
Die Haupt-Spargelernte beginnt demnächst, doch die Landwirte haben aufgrund der Coronakrise nicht genug Saisonarbeiter. (Foto: Andreas Arnold/dpa)

Laut Strafprozessordnung dürfen Hauptverhandlungen im Strafverfahren nur für drei Wochen unterbrochen werden. Bei besonders umfangreichen Verfahren, die länger als zehn Verhandlungstage angedauert haben, ist eine Unterbrechung bis zu einem Monat möglich. Verrinnt die Frist, muss der Prozess von vorne beginnen.

Das waren die letzten Meldungen von Mittwoch, 25. März

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22.32 Uhr - WHO-Chef warnt vor zu früher Aufhebung von Corona-Restriktionen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt davor, die strikten Maßnahmen zur Eindämmung des gefährlichen neuen Coronavirus zu früh wieder aufzuheben. „Das letzte, was Länder nun brauchen, ist, dass Schulen und Unternehmen öffnen, nur um dann wegen eines Wiederauflebens (des Virus) erneut zur Schließung gezwungen zu werden“, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Mittwoch in Genf.

US-Präsident Donald Trump will die Beschränkungen möglichst schon Ostern, also in zweieinhalb Wochen, wieder aufheben. Die Folgen der Schutzmaßnahmen für die Wirtschaft würden verheerender als die Auswirkungen der Pandemie, sagte er am Dienstag dem Sender Fox News. „Diese Medizin ist schlimmer als das Problem.“

Der weitgehende Stillstand von Wirtschaft und Gesellschaft gebe Ländern ein Zeitfenster, sich besser auf die Bewältigung der Krise vorzubereiten, sagte Tedros. Er appellierte an alle Länder, die Zeit zu nutzen, um ihre Gesundheitskapazitäten auszubauen, mehr Tests zu produzieren, zusätzliche Einrichtungen für die Behandlung von Infizierten herzurichten und klare Regeln für die Quarantäne jener Menschen zu entwickeln, die sich vielleicht infiziert haben.

„Rigorose Maßnahmen, um Infizierte und Verdachtsfälle zu finden, zu isolieren, zu behandeln und zu überwachen sind der beste und schnellste Weg, um diese extremen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Beschränkungen aufzuheben“, sagte Tedros. „Wir müssen zusammenarbeiten, um ältere Menschen vor dem Coronavirus zu schützen und sicherzustellen, dass sie versorgt sind.“

21.55 Uhr - Unterricht im virtuellen Klassenzimmer

Stephanie Wunderle aus Wangen bringt ihren Schülern per Skype Mathe bei. Wie so viele Pädagogen muss die Lehrerin in der Corona-Krise ausprobieren, was funktioniert. Eingespielte Strukturen für digitales Lehren und Lernen existieren nicht.

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21.08 Uhr - Saisonkräfte dürfen nicht mehr einreisen: Landwirte im Südwesten alarmiert

Ein herber Rückschlag für die Landwirte: Um die Ausbreitung des Virus in Deutschland zu verlangsamen, hat das Bundesinnenministerium ein Einreiseverbot für Saisonarbeiter angeordnet. Hier lesen Sie, welche Auswirkungen das Verbot nun hat.

 

Die wichtigsten Meldungen vom Mittwoch im Überblick:

  • Mitarbeiter in Leutkircher Kinderarztpraxis positiv auf Corona getestet

  • Liebherr Ehingen stoppt Produktion für zwei Wochen

  • Bundestag beschließt Nachtragshaushalt mit 156 Milliarden Euro neuen Schulden

Da war der Newsblog von Mittwoch, 25. März

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