Corona-Newsblog: Das waren die Meldungen von Dienstag, 19. Mai

Lesedauer: 31 Min
Digitalredakteurin
Deutsche Presse-Agentur
Agence France-Presse

Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

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Aktuelle Zahlen des Sozialministeriums und RKI:

  • Aktuell Infizierte Baden-Württemberg: ca. 2.189 (34.071 Gesamt - ca. 30.209 Genesene - ca. 1673 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg: ca. 1673
  • Aktuell Infizierte Deutschland: ca. 11.500 (175.210 Gesamt - ca. 155.700 Genesene - ca. 8010 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland: ca. 8010

Das Wichtigste des Tages:

  • Autozulieferer befürchten zahlreiche Jobverluste (12.12 Uhr)
  • Basketball-Bundesliga darf Saison wohl fortsetzen - Ulm spielt mit (12.34 Uhr)
  • Hunderte Deutsche sitzen immer noch im Ausland fest (9.31 Uhr)
  • Forschung am „Hotspot“: Kupferzell nimmt an Corona-Studie teil (06.43 Uhr und 11.36 Uhr)
  • Tausende Prozesse in Bayern wegen Corona verschoben (06.14 Uhr)
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22.30 Uhr - Das war's für heute. Wir wünschen Ihnen eine gute Nacht und sind morgen Früh auf Schwäbische.de wieder mit einem neuen Corona-Newsblog für Sie da.

21.37 Uhr - Podcast "Die Leitung steht"

Hendrik Groth, Chefredakteur der Schwäbischen Zeitung, und Ulrich Becker, Chefredakteur der Südwest Presse, diskutieren in dieser Podcast-Folge, wie man mit den Protesten gegen die Corona-Maßnahmen umgehen soll.

20.44 - Blick in die Region

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19.13 Uhr - Noch rund 2200 Menschen im Südwesten mit dem Coronavirus infiziert 

Nach Angaben des Sozialministeriums sind derzeit in Baden-Württemberg noch etwa 2200 Menschen akut mit dem Coronavirus infiziert. Die Zahl der bislang nachweislich Erkrankten sei im Land zwar auf mindestens 34.071 gestiegen. Das waren 65 mehr als am Vortag, wie das Ministerium am Dienstagabend in Stuttgart mitteilte. Allerdings seien auch mindestens 30.209 Menschen von ihrer Infektion wieder genesen.

Damit ist die Zahl der Genesenen weiterhin deutlich höher als jene der noch Erkrankten,

sagte eine Sprecherin des Ministeriums.

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem neuartigen Virus stieg landesweit um 9 auf 1673. Die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen lag im landesweiten Schnitt bei 4,1 je 100.000 Einwohner.

Die Reproduktionszahl wird vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit 0,84 angegeben. Das bedeutet im Mittel, dass ein mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierter knapp weniger als eine weitere Person ansteckt.

18.37 Uhr - Nach Angriff auf Weg zur Demo: Opfer schwebt in Lebensgefahr 

Nach dem Angriff auf Teilnehmer der Stuttgarter Corona-Demonstration schwebt eines der drei verletzten Opfer in Lebensgefahr. Der 54-jährige Mann werde behandelt, wie die Polizei am Dienstag mitteilte. Auch seine 38 und 45 Jahre alten Begleiter seien bei der Attacke am vergangenen Samstag verletzt worden. Es werde wegen versuchter Tötung ermittelt und ein politischer Hintergrund weiter nicht ausgeschlossen. Der Staatsschutz sei in die Suche nach den noch unbekannten Tätern eingebunden, hieß es weiter.

Die drei Männer waren am Samstag auf dem Weg zur Kundgebung auf dem Cannstatter Wasen angegriffen und niedergeschlagen worden. „Derzeit gehen die Ermittler davon aus, dass die Täter die Männer gezielt angriffen haben“, teilte die Polizei mit. In der Nähe des Tatorts seien zwei Schlagringe und weitere Gegenstände gefunden worden, die mit der Tat in Verbindung stehen könnten.

17.45 Uhr - Kretschmann kritisiert Kretschmer

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat nicht vor, wie sein sächsischer Amtskollege Michael Kretschmer (CDU) auf Tuchfühlung mit Gegnern der Corona-Maßnahmen zu gehen.

Er werde nicht ohne Schutzmaske zu einer solchen Demonstration gehen, sagte er am Dienstag in Stuttgart. „Ich halte das für hochproblematisch in diesen Zeiten.“ Das seien zudem „Leute, die alles, was wir machen, für mehr oder weniger falsch halten“.

Sachsens Ministerpräsident Kretschmer hatte sich am Samstag mehr als eine Stunde lang Gegnern der Corona-Maßnahmen in Dresden gestellt und war dabei teils übel beschimpft worden.

Später war ihm vorgeworfen worden, keinen Mundschutz getragen und den Mindestabstand von 1,50 Meter nicht eingehalten zu haben.

Es stimme, dass das direkte Gespräch etwas fehle, sagte Kretschmann. Und er habe kein Problem, mit den Leuten zu debattieren. Aber er werde sich nicht „demonstrativ auf eine solche Demonstration begeben“ - das sei nicht sinnvoll. Gegen die Gegner der Corona-Maßnahmen helfe nur Aufklärung.

16.44 Uhr - Bodensee-Oberschwaben: Gebühr für Schülermonatskarten wird erstattet

Seit Beginn der Schulschließungen aufgrund der Corona-Pandemie sind die Schülermonatskarten größtenteils ungenutzt geblieben, schreibt der Bodensee-Oberschwaben Verkehrsverbund in einer Pressemitteilung. Das baden-württembergische Verkehrsministerium kündigte eine Ausgleichslösung an.

Demnach werden die Eigenanteile für ungenutzte Schülermonatskarten für bis zu zwei Monaten ersetzt. Wichtig ist hierbei, dass die Schülermonatskarten nicht zurückgegeben sind und der Eigenanteil bezahlt ist. Hier lesen Sie mehr.

16.02 Uhr - „Alarmstufe gelb“ ab 35 Corona-Neuinfektionen

Baden-Württemberg hat ein Konzept zur Bekämpfung des Coronavirus auf Landkreisebene vorgelegt. Demnach gilt wie auch in Bayern eine Vorwarnstufe ab einem Wert von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen („Alarmstufe gelb“). Die Behörden sollen das Infektionsgeschehen dann genau beobachten, die Menschen zur besonderen Vorsicht mahnen und die Corona-Tests ausweiten.

Ab einem Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern müssen konkrete Maßnahmen zur Eindämmung des Virus ergriffen werden, die bis hin zu Ausgangsbeschränkungen reichen können.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sagte, man habe beim Coronavirus nach wie vor keine klare Sicht. In Baden-Württemberg bewege sich die Zahl der Neuinfektionen in einem moderaten Bereich. Allerdings gebe es erst einen Landkreis, in dem es in den vergangenen sieben Tagen keine einzige Neuinfektion gegeben habe. Nach den Angaben des Sozialministeriums vom Montag ist das der Landkreis Sigmaringen.

14.50 Uhr - Bayern: Freizeitparks, Seilbahnen und Schlösser öffnen wieder

Nach wochenlanger Corona-Zwangspause dürfen pünktlich zum Beginn der Pfingstferien am 30. Mai touristische Angebote und Einrichtungen in Bayern wieder öffnen. Darunter sind etwa Freizeitparks, Seilbahnen, Stadtführungen und die Fluss- und Seenschifffahrt.

Schloss Neuschwanstein
Blick auf das weltberühmte Schloss Neuschwanstein in Schwangau. (Foto: Carolin Gißibl / DPA)

Die Schlösser Neuschwanstein und Linderhof sowie die Residenzen in München und Würzburg sollen ab 2. Juni wieder öffnen. Diesen Zeitplan beschloss das Kabinett in München.

Ebenfalls am 30. Mai dürfen Hotels, Ferienwohnungen, Pensionen und Campingplätze wieder öffnen — unter strengen Hygienevorschriften, die das Kabinett heute festzurrte.

Unter anderem gilt die Abstandsregel von mindestens 1,5 Metern und eine Mundschutzpflicht für Gäste und Personal in gemeinschaftlich genutzten Innenbereichen. Gruppenübernachtungen sind bis auf Weiteres aber noch nicht möglich.

14.28 Uhr - Bodensee-Schiffe starten nach Corona-Verzögerung in die Saison

Ab Mittwoch sind auf dem Bodensee wieder Schiffe der Weißen Flotte unterwegs. Angefahren würden zunächst aber nur baden-württembergische Häfen, sagte ein Sprecher der Bodensee-Schiffsbetriebe.

Sobald auch in Bayern und den anderen Anrainerstaaten die Schifffahrt wieder möglich sei, würden die Routen entsprechend erweitert. Zudem gelte für die nächsten Tage noch der Fahrplan der Vorsaison.

Die Weiße Flotte kreuzt auch vor Meersburg. (Foto: BSB)

Auf den Schiffen gelte eine Maskenpflicht, sagte der Sprecher weiter. Eine zusätzliche Abstandspflicht ist nach Angaben von Verkehrs- und Tourismusministerium aufgrund des vorhandenen relativ großen Raumes, der Durchlüftung und der Beförderung im Freien nicht nötig.

„Aber wir haben es so eingerichtet, dass die Abstände trotzdem gewährleistet sind“, sagte der Sprecher. So seien beispielsweise Stühle weiter auseinander gestellt worden.

13.55 Uhr - Bayern: Kabinett beschließt weiteren Fahrplan für Kita-Öffnungen

Nach wochenlanger Zwangspause sollen in Bayern schrittweise immer mehr Kinder zurück in Kindergärten und Krippen dürfen. Das Kabinett hat einen ersten Fahrplan auch für die Zeit nach Pfingsten beschlossen.

Nach den Pfingstferien am 15. Juni sollen die Kinder zurück in die Kindergärten dürfen, die im Schuljahr 2021/22 schulpflichtig werden. Gleiches gilt für Kinder, die vor dem Übergang in den Kindergarten stehen - sie dürfen dann wieder in die Krippe gehen.

Dabei gilt überall: Es sollen weiterhin möglichst kleine und feste Gruppen mit festen Betreuern gebildet werden.

12.33 Uhr - Basketball-Bundesliga darf Saison wohl fortsetzen - Ulm spielt mit

Die Basketball-Bundesliga darf ihre Saison nach der Corona-Pause wie geplant im Juni mit einem Turnier mit zehn Teams im Münchner Audi Dome fortsetzen. Die bayerische Staatsregierung stimmte in einer Sitzung des Kabinetts den Plänen der BBL zu, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen erfuhr.

Damit können die Basketballer wie die Deutsche Fußball Liga die wegen der Coronavirus-Krise seit Mitte März unterbrochene Spielzeit doch noch beenden und einen sportlichen Meister ermitteln. Die deutschen Topligen im Handball, Eishockey und Volleyball hatten ihre Saison hingegen vorzeitig beendet.

 In Bayern wurden Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern zunächst bis Ende der Osterferien untersagt. Davon betroffen wäre
Ratiopharm Ulm spielt in München mit um die Meisterschaft der Basketball-Bundesliga. (Foto: Archiv / Horst Hörger)

An dem Turnier in München, das am ersten Juni-Wochenende beginnen soll, nehmen unter anderem Ausrichter und Titelverteidiger Bayern München, MHP Riesen Ludwigsburg, BG Göttingen und Ratiopharm Ulm teil. Hier lesen Sie mehr.

12.17 Uhr - Südwest-Exporte gehen zurück 

Die Corona-Pandemie hat im März deutliche Auswirkungen auf die weltweite Nachfrage nach Autos und Maschinen aus Baden-Württemberg gehabt. Während die Exporte aus dem Südwesten im ersten Quartal dieses Jahres nur leicht zurückgingen, mussten Autobranche und Maschinenbauer einen Rückgang von 11,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum hinnehmen, wie das Statistische Landesamt in Stuttgart mitteilte. Das lag neben Corona auch an der schwächeren Weltkonjunktur, hieß es bei den Statistikern.

Branchenübergreifend exportierten die Südwestunternehmen zwischen Januar und März Waren im Wert von 51,7 Milliarden Euro. Vor allem pharmazeutische Produkte waren gefragt — im Vergleich zum März 2019 stieg ihr Export um mehr als 55 Prozent.

12.12 Uhr - Autozulieferer befürchten starke Jobverluste

Große Teile der deutschen Autozulieferindustrie stellen sich laut einer Mitgliederumfrage des Branchenverbands VDA im Fall anhaltend schwacher Fahrzeugverkäufe auf drastische Jobverluste ein.

Allein in den 132 teilnehmenden Firmen sollen demnach schon bis zu 12.500 Arbeitsplätze auf der Kippe stehen, falls die Nachfrage nicht bald anzieht. Die Ergebnisse der Befragung mittelständischer Zulieferer lagen der Deutschen Presse-Agentur am Montagabend vor. Die analysierte Stichprobe steht für zusammen rund 187.000 Beschäftigte.

„Unter unveränderten Bedingungen werden bis Ende Juni 39 Prozent der Unternehmen Personal abbauen“, so der Verband der Automobilindustrie (VDA) in Berlin. „Bis Ende Juli werden es 65 Prozent sein.“ Derzeit liefen bereits in jedem zehnten Betrieb Stellenstreichungen. Konkrete Pläne hierzu hätten aktuell drei von fünf Zulieferern. Manche Firmen erwägen demzufolge die Kürzung von bis zu 40 Prozent der Jobs.

Der Verband forderte einen „schnellen und wirksamen Nachfrageimpuls am Automobilmarkt, um einen massiven Verlust von Arbeitsplätzen und wirtschaftlicher Substanz in einer Schlüsselbranche in Deutschland abzuwenden“. Vor allem Mittelständler seien jetzt in Gefahr. Hier lesen Sie mehr.

11.39 Uhr - Studie aus BaWü soll innerhalb von sechs Wochen Ergebnisse liefern

Das Robert-Koch-Institut will binnen sechs Wochen Ergebnisse einer neuen Corona-Studie in der baden-württembergischen Gemeinde Kupferzell vorlegen. In den kommenden drei Wochen sollten die 2000 ausgewählten Studienteilnehmer untersucht werden, etwa drei Wochen danach könnten dann erste Aussagen getroffen werden, sagte Studienleiter Thomas Lampert in Kupferzell. Die vorgelegten Ergebnisse seien repräsentativ für die Bevölkerung in Kupferzell.

Das RKI untersucht an vier besonders von der Corona-Pandemie betroffenen Orten in Deutschland insgesamt 8000 Menschen. Dazu werden bei diesen ein Rachenabstrich, eine Blutentnahme und eine Befragung unter anderem zu Symptomen und Vorerkrankungen gemacht.

Mit den Studien soll herausgefunden werden, wie viele Menschen bereits Antikörper gegen das Coronavirus haben und wie hoch der Anteil von Infektionen ohne Krankheitssymptome ist. Kupferzell hatte nach einem Kirchenkonzert einen besonders großen Corona-Ausbruch.

10.18 Uhr - Weltärztepräsident warnt vor Öffnung europäischer Grenzen für Urlauber

Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery hat vor einer Öffnung der innereuropäischen Grenzen für den Tourismus gewarnt. Die deutschen Grenzen sollten angesichts der fortdauernden Corona-Pandemie in beide Richtungen für Urlauber geschlossen bleiben, sagte Montgomery den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Aus gesundheitlichen Gründen wäre es das Beste, die Menschen blieben an ihrem Wohnort“, betonte er.

Frank Ulrich Montgomery
Frank Ulrich Montgomery. (Foto: Guido Kirchner / DPA)

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hatte am Montag für einen „kontrollierten Wiedereinstieg in den europäischen Tourismus“ im Sommer plädiert. Voraussetzung sei ein koordiniertes Vorgehen der Staaten, sagte Maas nach einer Videokonferenz mit seinen Kollegen aus zehn wichtigen Urlaubsländern der EU. Ab Mitte Juni will der Minister auch die Reisewarnung für EU-Staaten aufheben.

Montgomery warnte jedoch vor einem gefährlichen Wettlauf. Die anvisierten Lockerungen für Urlauber bereiteten ihm große Sorge, weil sie einen Überbietungswettbewerb darin einleiteten, welches Land sich „weiter“ und „schneller“ öffne. Durch den Reiseverkehr steige das Risiko einer zweiten Infektionswelle.

9.31 Uhr - Hunderte Deutsche sitzen immer noch im Ausland fest 

Mehr als drei Wochen nach der vorläufigen Einstellung der Rückholflüge des Auswärtigen Amts sitzen immer noch Hunderte Deutsche im Ausland fest. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus dem Auswärtigen Amt erfuhr, befindet sich alleine in Marokko noch eine „hohe dreistellige Zahl“ rückkehrwilliger deutscher Staatsbürger, die wegen der Kappung der Flug- und Fährverbindung in der Corona-Krise nicht wegkommen.

„In Südafrika gehen wir von einer mittleren dreistelligen Zahl von ausreisewilligen Deutschen aus, in Argentinien und Pakistan von einer jeweils niedrigen bis mittleren dreistelligen Zahl“, heißt es aus dem Ministerium. Die Botschaften versuchen weiter in jedem Einzelfall, Rückkehrmöglichkeiten etwa mit den vereinzelten kommerziellen Flügen zu finden.

Das Auswärtige Amt hatte am 17. März eine beispiellose Rückholaktion für die im Ausland wegen der Corona-Pandemie gestrandeten deutschen Touristen gestartet. In gut fünf Wochen wurden 240.000 Menschen nach Hause geflogen, 66.000 davon mit vom Auswärtigen Amt angemieteten Maschinen.

Die letzte davon brachte am 24. April 157 Deutsche vom südafrikanischen Kapstadt nach Deutschland zurück. Seitdem läuft Phase 2 der Rückholaktion: Die Betreuung der verbliebenen Einzelfälle und kleinere Gruppen.

Bei den jetzt noch festsitzenden Deutschen handelt es sich nicht nur um gestrandete Touristen, sondern auch um dauerhaft oder vorübergehend im Ausland lebende Deutsche.

8.50 Uhr - Vatertag in Bayern: Was ist erlaubt?

Der Bollerwagen darf auch am diesjährigen Vatertag rausgeholt werden — jedoch mit Einschränkungen. „Große Gruppenausflüge kann es dieses Jahr nicht geben“, erklärte ein Polizeisprecher. Erlaubt seien auch an Christi Himmelfahrt nur Treffen mit Menschen aus maximal einem weiteren Haushalt. „Wir werden auf jeden Fall kontrollieren, ob die Abstände eingehalten werden und dass es nicht zu Massenansammlungen kommt“, so der Sprecher weiter.

Vatertag in Corona-Zeiten
Eine Gruppe junger Männer feiert den Vatertag mit einem mit Bier gefüllten Bollerwagen. (Foto: Peter Steffen / DPA)

Wer sich am Vatertag lieber gemütlich auf ein kaltes Getränk treffen möchte, kann das seit Montag wieder im Biergarten machen. Auch hier gilt: Man darf sich nur mit Personen aus höchstens einem weiteren Haushalt treffen.

Auch Ausflüge in die Berge oder an Seen sind unter diesen Voraussetzungen erlaubt, solange die Abstandsregeln zu anderen Menschen eingehalten werden, wie eine Polizeisprecherin in Augsburg sagte. Bei viel Sonne und Temperaturen mit Höchstwerten von 20 bis 27 Grad ist am Donnerstag also auch ein erfrischendes Bad in einem See möglich.

8.15 Uhr - Autokino Aalen öffnet am 4. Juni

In Zeiten der Corona-Krise erleben Autokinos eine Renaissance. In mehreren Städten der Region gibt es sie bereits, unter anderem in Ulm, Weingarten und Friedrichshafen.

Nach dem erfolgreichen Start in Heidenheim plant Ralf-Christian Schweizer, Betreiber des Kino-Centers Heidenheim und des Kinoparks Aalen, jetzt auch ein Autokino in Aalen.

 Dicht an dicht reihten sich die Fahrzeuge im Autokino Laichingen.
Dicht an dicht reihten sich die Fahrzeuge im Autokino Laichingen. (Foto: Michael Brückmann)

Ab 4. Juni wird auf dem Parkplatz des Kinoparks und einem Teil der Parkfläche der Firma Nubert von Montag bis Sonntag jeweils ein Film über die 100 Quadratmeter große Leinwand flimmern. Wie das funktioniert - hier lesen Sie mehr.

06.43 Uhr - Forschung am „Hotspot“: Kupferzell nimmt an Corona-Studie teil 

Die 6300-Einwohner-Gemeinde Kupferzell im Hohenlohekreis soll in den kommenden Wochen einen entscheidenden Beitrag zur Erforschung des Coronavirus leisten.

Am Dienstag stellen Gemeinde, Landkreis und Robert-Koch-Institut das Vorgehen für die Studie „Corona-Monitoring lokal“ vor. Bis zum 6. Juni sollen 2000 Menschen aus Kupferzell getestet und befragt werden.

Die Forscher wollen herausfinden, wie viele Menschen bereits Antikörper gegen das Virus gebildet haben. Außerdem erhoffen sie sich Erkenntnisse über den Anteil der Infektionen ohne Symptome, welche Menschen häufiger betroffen sind und wie oft eine Erkrankung so schwer verläuft, dass Betroffene ins Krankenhaus müssen.

Kupferzell eignet sich laut den Behörden gut für eine Untersuchung, weil die Gemeinde recht isoliert im ländlichen Raum liegt. Außerdem war Kupferzell schon früh ein Corona-„Hotspot“.

Coronavirus - Robert Koch-Institut
Die Bundesoberbehörde für Infektionskrankheiten, das RKI, führt in der Gemeinde Kupferzell eine Antikörper-Studie durch, um die Verbreitung der Coronavirus-Infektion in dem Ort zu untersuchen. (Foto: Paul Zinken)

06.14 Uhr - Tausende Prozesse in Bayern wegen Corona verschoben 

Seit Beginn der Corona-Krise sind in Bayern Tausende Gerichtsverfahren verschoben worden. Das geht aus der Antwort des bayerischen Justizministeriums auf eine Anfrage der SPD-Landtagsfraktion hervor vorliegt.

Allein an den Sozialgerichten im Freistaat konnten den Angaben zufolge geschätzte 2850 Verhandlungstermine nicht wie geplant stattfinden, im Zuständigkeitsbereich des Landesarbeitsgerichtes Nürnberg waren es weitere 2000.

Gerichte waren zuletzt angehalten, nur noch die nötigsten Verhandlungen durchzuführen, um die Infektionsgefahr im Gerichtssaal so gering wie möglich zu halten. Wie viele Zivil- und Strafprozesse an ordentlichen Gerichten ausfielen, konnte das Justizministerium nicht beantworten.

Auch zu Prozessen an weiteren Arbeitsgerichten oder an Finanzgerichten wurden keine Angaben gemacht.

Tausende Prozesse in Bayern wegen Corona verschoben
Eine Plexiglasscheibe und Akten liegen vor Prozessbeginn im Oberlandesgericht München in einem Sitzungssaal auf einem Tisch. Seit Beginn der Corona-Krise sind in Bayern Tausende Gerichtsverfahren verschoben worden. (Foto: Sven Hoppe)

Die letzten Meldungen von Montag: 

Montag, 21.33 Uhr - Minister Lucha: Dunkelziffer von bis zu 200.000 Corona-Infizierten 

Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) rechnet mit einer hohen Dunkelziffer von Corona-Infizierten.

Wir gehen derzeit davon aus, dass es momentan bis zu 200.000 nicht identifizierte Infizierte gibt,

sagt Manne Lucha im Exklusivinterview der Schwäbischen Zeitung. „Jetzt ist entscheidend: Finden deren Viren neue Wirte oder nicht.“

Die Gefahr sei noch lange nicht vorüber, betonte der Minister: „In Baden-Württemberg leben elf Millionen Menschen; davon haben vielleicht ein paar Tausend kurzfristig eine Immunität, aber im Prinzip haben wir Stand heute keine kollektive Abwehrkraft, keinen Herdenschutz, nichts.“ Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten liegt im Südwesten bei rund 34.000.

Lesen Sie das vollständige Interview hier.

Montag, 20.27 Uhr - Blick in die Region

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Montag, 18.27 Uhr - Corona in Laupheimer Seniorenzentrum: Zwei Bewohner sterben in Zusammenhang mit Infektionen

Im Seniorenzentrum „Zum Heiligen Geist“ sind zwei Menschen, die sich mit dem Corona-Virus infiziert hatten, verstorben. Dies teilt die Heimleitung mit. Beide Betroffenen hätten Vorerkrankungen gehabt. In der vergangenen Woche sind sämtliche Heimbewohner und der Großteil der Mitarbeiter getestet worden.

Derzeit gibt es drei bestätigte Infektionen. Die Heimleitung betont, dass bei der Öffnung für Besucher äußerste Vorsicht geboten ist. Laut aktueller Corona-Verordnung der Landesregierung dürfen Bewohner von Pflegeeinrichtungen seit Montag wieder Besuch empfangen.

Lesen Sie hier mehr.

Das Wichtigste von Montag:

  • EU könnte Medikament Remdesivir in Kürze vorläufig zulassen 

  • Einbruch der Steuereinnahmen in Baden-Württemberg erwartet 

  • Maas will Sommerurlaub im Ausland möglich machen 

  • Bahn fährt in Baden-Württemberg ab Juni wieder normal

  • Baden Württemberg: Kitas öffnen - Abiprüfungen beginnen 

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Unsere Daten und Zahlen beziehen wir aus folgenden Quellen:

Dashboard RKI¹, Johns-Hopkins-University², Worldometer³, Ministerium für Soziales und Integration Baden Württemberg⁴, WHO⁵

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