Corona-Newsblog: Das waren die Meldungen am Mittwoch

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Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹:

  • Aktuell nachgewiesene Infizierte Baden-Württemberg: ca. 37.400 (264.735 Gesamt - ca. 221.500 Genesene - 5.758 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg: 5.758
  • Sieben-Tage-Inzidenz Baden-Württemberg: 129,7
  • Aktuell nachgewiesene Infizierte Deutschland: ca. 314.300 (1.953.426 Gesamt - ca. 1.596.600 Genesene - 42.637 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland: 42.637
  • Sieben-Tage-Inzidenz Deutschland: 155,0

Das Wichtigste auf einen Blick: 

  • Biontech-Impfstoff wird künftig auch in NRW produziert (15.44 Uhr) 
  • RKI: Mehr als 758.000 Covid-19-Impfungen erfasst (15.07 Uhr)
  • Präsenzparteitag in der Pandemie: AfD trifft sich in Messe Stuttgart (11.34 Uhr)
  • Steuerberater befürchten hohe Rückzahlungen bei Corona-Hilfen (6.45 Uhr)
  • 19.600 Neuinfektionen und 1060 neue Todesfälle gemeldet (6.33 Uhr)

Das war's für heute. Vielen Dank fürs Lesen. Morgen versorgen wir Sie wieder mit den wichtigsten Meldungen zur Corona-Lage.

++ Fast 3000 neue Corona-Fälle im Südwesten — 116 weitere Tote 

(18.52 Uhr) Binnen eines Tages ist die Zahl der Corona-Infektionen in Baden-Württemberg um weitere 2976 Fälle gestiegen. Damit sind im Südwesten seit Beginn der Pandemie insgesamt 267 696 Ansteckungen registriert worden, wie das Landesgesundheitsamt am Mittwoch (Stand: 16.00 Uhr) weiter mitteilte. Die Zahl der mit oder am Coronavirus gestorbenen Menschen stieg um 116 auf insgesamt 5873. Als genesen gelten 219 676 ehemals Infizierte.

Die landesweite Sieben-Tages-Inzidenz pro 100 000 Einwohner liegt bei 133,3. Der geschätzte Sieben-Tages-R-Wert beträgt 1,09. Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch etwa 109 weitere Menschen anstecken. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Weiterhin liegen alle 44 Stadt- und Landkreise im Südwesten über dem Sieben-Tages-Inzidenzwert von 50 — ab jenem Wert gilt eine Kommune als Risikogebiet. Die Kreise Calw und Ravensburg weisen sogar eine Inzidenz von mehr als 200 auf.

++ Homeoffice-Pflicht in der Diskussion

++ Click & Collect in der Praxis - Händler schildern Erfahrung

(17.37 Uhr) Der seit Dezember andauernde zweite Lockdown ist für den Nonfood-Einzelhandel eine Katastrophe. Das so wichtige Weihnachtsgeschäft fiel flach und auch jetzt gibt es noch keine Aussicht auf Öffnung.

Wie dramatisch die Situation für den Einzelhandel ist, bestätigt auch der Handelsverband Baden-Württemberg. Seit Montag gibt es nun zumindest einen kleinen Lichtblick für die Einzelhändler. Der sogenannte „Click and collect“- Service, den es in anderen Bundesländern auch schon vor Weihnacht gab, ist noch auch in Baden-Württemberg erlaubt.

Kunden können nun vorab Ware bestellen und im Geschäft abholen. Über diese Lockerung freuen sich auf die Boutique-Inhaberin Ursula Scheid von „Andante Mode“ und  Janka Pörksen von der „Buchhandlung Pörksen“. Auch, wenn die dadurch erzielten Einnahmen eher „ein Tropfen auf den heißen Stein“ sind.

++ EU-Staaten weiten Suche nach Mutationen des Coronavirus aus

(16.27 Uhr)  Die EU-Staaten wollen die Suche nach Mutationen des Coronavirus ausweiten. Dies teilte die portugiesische Gesundheitsministerin Marta Temido am Mittwoch nach einer Video-Konferenz mit ihren EU-Kollegen mit.

Demnach rief die EU-Seuchenbekämpfungsbehörde ECDC „alle Mitgliedstaaten auf, die Entwicklung zu überwachen“ und die Entdeckung veränderter Viren an die EU zu melden. Die EU-Kommission bot den Regierungen praktische und finanzielle Hilfe an.

In den vergangenen Wochen waren mehrere Mutationen des Coronavirus bekannt geworden. Mitte Dezember hatte Großbritannien erstmals über eine Mutation berichtet, die laut Weltgesundheitsorganisation WHO eine „höhere Übertragbarkeit“ aufweist.

Kurz darauf wurde auch eine Variante aus Südafrika bekannt. Auch bei ihr hält die WHO eine schnellere Verbreitung für möglich. Beide Mutationen sind inzwischen auch in Deutschland aufgetreten.

Die neuen Varianten hätten „bereits erhebliche Auswirkungen in einer Reihe von europäischen Ländern“, sagte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides nach einer Video-Konferenz mit den Ministern der Mitgliedstaaten.

Das rot eingefärbte Sars-CoV-2-Virus befällt eine Körperzelle (blau). Nun ist eine Mutation des Virus aufgetaucht. Foto: AFP NAT
Das rot eingefärbte Sars-CoV-2-Virus befällt eine Körperzelle (blau). (Foto: AFP)

++ Biontech-Impfstoff wird künftig auch in NRW produziert

(15.44 Uhr) Der Corona-Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer wird demnächst auch in Nordrhein-Westfalen produziert.

Der US-Pharmakonzern Baxter habe einen entsprechenden Auftrag für sein Werk in Halle in Westfalen erhalten, sagte der Personalchef des Werks, Jürgen Fleischer, am Mittwoch auf Anfrage. Der Produktionsstart werde voraussichtlich im März sein.

Baxter stellt in Halle vor allem Krebsmedikamente her. Eine Produktionslinie werde auf die Produktion von Impfstoffen umgestellt. „Wir sind bei den letzten Vorbereitungen“, sagte Fleischer. Die Umstellung der Produktion werde von der Bezirksregierung kontrolliert.

Die Zahl der Impfdosen, die in Halle produziert werden soll, nannte Fleischer nicht. Auch eine Biontech-Sprecherin machte dazu keine Angaben.

In dem Werk in Halle sind rund 800 Mitarbeiter beschäftigt. Dort soll künftig noch ein weiterer Corona-Impfstoff produziert werden. Die Baxter-Zentrale in den USA hatte am Montag angekündigt, dass in Halle ein vom US-Unternehmen Novavax entwickelter Impfstoff hergestellt werden soll. Dieser Impfstoff sei aber noch nicht zugelassen, sagte Fleischer.

++ RKI: Mehr als 758.000 Covid-19-Impfungen erfasst

(15.07 Uhr) Rund zweieinhalb Wochen nach dem Start der Covid-19-Impfkampagne in Deutschland ist die Zahl der ans Robert Koch-Institut (RKI) gemeldeten Impfungen auf über 700.000 gestiegen.

Die Gesamtzahl von 758.093 Impfungen ergibt sich aus bisherigen Meldungen der Bundesländer, wie aus einer RKI-Statistik vom Mittwoch (Stand: 11.00 Uhr) hervorgeht. Der Zuwachs im Vergleich zum Vortag beträgt mehr als 70.000.

Die Impfhäufigkeit variiert von Land zu Land. Die meisten Impfungen pro 1000 Einwohner wurden laut der Statistik bisher für Mecklenburg-Vorpommern erfasst (18,1), die wenigsten für Thüringen (6,1).

Der Bundesschnitt liegt bei 9,1. Die Werte, die den Behörden der einzelnen Bundesländer vorliegen, können deutlich höher liegen als die vom RKI gemeldeten, da die Meldungen teilweise mit einigem Verzug an das Institut übermittelt werden.

Die meisten Menschen — mehr als 366.000 — wurden laut RKI-Daten aus beruflichen Gründen geimpft. Es kann sich dabei zum Beispiel um Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegekräfte mit sehr hohem Ansteckungsrisiko und um Personal in der Altenpflege handeln.

Zudem wurde das Präparat inzwischen mehr als 285.000 Bewohnern von Pflegeheimen verabreicht. Die Impfungen können derzeit auch wegen hohes Alters und/oder aus medizinischem Anlass geboten sein.

++ Spahn: Corona-Impfaktion ist eine Gemeinschaftsaufgabe

(13.32 Uhr) Gesundheitsminister Jens Spahn hat zur Gemeinsamkeit bei den Impfungen gegen das Coronavirus aufgerufen und das Vorgehen der Bundesregierung erneut gegen Kritik verteidigt. „Diese größte Impfaktion unserer Geschichte ist eine Gemeinschaftsaufgabe“, sagte der CDU-Politiker am Mittwoch im Bundestag.

„Kein Land, keine Partei, keine Regierung kann allein dieses Virus besiegen, es geht nur gemeinsam.“ Dies könne auch nur gelingen, wenn über das Jahr hinweg die allermeisten Bürger bereit seien, sich impfen zu lassen. Spahn bekannte sich erneut klar zum gemeinsamen europäischen Vorgehen.

Die Corona-Impfungen in Deutschland hatten vor gut zwei Wochen begonnen. Zuletzt war auch vom Koalitionspartner SPD Kritik an zu geringen Impfstoff-Bestellungen laut geworden. Vor Ort gibt es teils Ärger wegen der Organisation von Impfterminen. Einsetzbar sind inzwischen zwei zugelassene Impfstoffe.

++ Präsenzparteitag in der Pandemie: AfD trifft sich in Messe Stuttgart

(11.34 Uhr) Die baden-württembergische AfD veranstaltet nach langem Hin und Her nun doch einen Parteitag — und zwar als Präsenzveranstaltung mitten in der Pandemie. Die Abgeordneten wollen am 6. und 7. Februar in der Messe Stuttgart zusammenkommen, wie ein Sprecher von Landeschefin Alice Weidel am Mittwoch bestätigte.

Der Verband will dann die Landesliste für die Bundestagswahl im September aufstellen. Man könne alle vorgeschriebenen Hygieneregeln einhalten, versichert der Sprecher der Südwest-AfD, Markus Frohnmaier, der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“.

So sollen Sitznachbarn etwa zwei Meter Abstand halten, erläuterte Frohnmaier der dpa. Erwartet würden 800 Personen.

In den vergangenen Monaten hatte sich der AfD-Landesverband bei der Suche nach einem Ort für einen Parteitag bereits eine ganze Reihe von Absagen eingehandelt. Anfang Dezember wollte man etwa in Göppingen zusammenkommen, doch der Hallenbetreiber hatte der AfD vor der Veranstaltung den Mietvertrag gekündigt.

Alice Weidel
Alice Weidel im Bundestag. (Foto: Michael Kappeler / DPA)

++ Wirtschaftsministerium erleichtert Zugang zu Coronahilfen

(11.20 Uhr) Schausteller, Marktkaufleute und Unternehmen der Event- und Veranstaltungsbranche sowie das Taxigewerbe können leichter an Gelder zur Überbrückung der Corona-Krise kommen. Das Land weitet die Möglichkeiten für den Tilgungszuschuss aus, wie das Wirtschaftsministerium am Mittwoch in Stuttgart mitteilte.

Bisher gebe es nur Gelder für klassische Kredite. Nun sind auch Zuschüsse für den Mietkauf, Geldmarktdarlehen und Finanzierungsleasing möglich.

Bisher wurden fast 1000 Anträge mit einem Volumen von 8,4 Millionen Euro bewilligt und ausbezahlt. Das entsprechende Landesprogramm hat ein Gesamtvolumen von 92 Millionen Euro. Der Tilgungszuschuss sei für die betroffenen Unternehmen eine wichtige Unterstützung und sei deshalb weiter an ihre Bedarfe angepasst worden, sagte Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU).

Der in Deutschland einmalige Tilgungszuschuss komme bei den Betrieben gut an.

++ Historischer Tiefstwert für Tourismus in Deutschland im Jahr 2020 erwartet

(09.44 Uhr) Die Corona-Pandemie hat Hotels und Ferienunterkünften in Deutschland einen beispiellosen Einbruch bei den Übernachtungszahlen beschert. Wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte, liegt die Zahl der Übernachtungen bei den Beherbergungsbetrieben im Jahr 2020 laut ersten Schätzungen bei 299 Millionen.

Das sind 40 Prozent weniger als 2019 und der niedrigste Wert seit dem Vorliegen gesamtdeutscher Ergebnisse im Jahr 1992.

Von Januar bis November 2020 verbuchten die Beherbergungsbetriebe insgesamt 295,4 Millionen Übernachtungen, 36,4 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Bei den inländischen Gästen gab es 264,1 Millionen Übernachtungen und damit einen Rückgang um knapp ein Drittel (minus 30,7 Prozent).

Noch deutlicher war der Einbruch bei den ausländischen Gästen: 31,3 Millionen Übernachtungen bedeuteten hier ein Minus von 62,5 Prozent.

Die Schätzung für das Gesamtjahr basiert auf den Werten von Januar bis November und der Annahme, dass es im Dezember einen ähnlichen Rückgang wie im April gibt. Die Angaben des Bundesamtes beziehen sich auf Beherbergungsbetriebe wie Hotels, Gasthöfe und Pensionen oder Campingplätze mit mindestens zehn Schlafgelegenheiten.

++ DGB-Chef kritisiert in Homeoffice-Debatte „antiquiertes Kontrollverhalten“

(08.51 Uhr) DGB-Chef Reiner Hoffmann hat einzelnen Arbeitgebern in der Debatte um fehlende Homeoffice-Angebote ein „antiquiertes Führungs- und Kontrollverhalten“ vorgeworfen.

„Fakt ist, dass viele Unternehmen und Verwaltungen auch dort, wo es gut möglich wäre, kein Homeoffice anbieten“, sagte Hoffmann der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ vom Mittwoch. „Offenbar liegt dies an einem antiquierten Führungs- und Kontrollverhalten.“

Ein Problem sei auch die mangelnde technische Ausstattung. „Dies muss sich schnell und auch langfristig ändern, denn einerseits haben wir eine akute Ausnahmesituation“, sagte der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB).

„Anderseits müssen wir jetzt die Regeln für die Arbeit der Zukunft neu austarieren. Dafür hilft vor allem ein neues Mitbestimmungsrecht für Betriebsräte zur Einführung und Ausgestaltung von mobiler Arbeit und Homeoffice, damit es möglichst wenig Reibungsverluste gibt“ sagte Hoffmann.

Er forderte zudem erneut einen Rechtsanspruch der Beschäftigten auf mobile Arbeit und Homeoffice. 

++ Innenminister Strobl befürwortet strengere Regeln für FFP2-Masken

(07.55 Uhr) Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl hat sich für eine verschärfte Maskenpflicht auch im Südwesten ausgesprochen. „FFP2-Masken sind schon eine stark infektionsschützende Maßnahme. Da haben wir Luft nach oben“, sagte der CDU-Politiker in Stuttgart.

Er reagierte damit auf den Beschluss in Bayern, wonach das Tragen von FFP2-Masken im öffentlichen Nahverkehr und im Einzelhandel von Montag an Pflicht ist.

Strobl setzt allerdings etwas andere Prioritäten: „Zunächst sollten in Pflegeheimen und medizinischen Einrichtungen nur noch FFP2-Masken getragen werden“, sagte der Innenminister. Die Pflicht sollte auch Besucher und Patienten umfassen. 

Darüber hinaus gebe es Orte mit einem gesteigerten Infektionsgeschehen, an denen ebenfalls die FFP2-Maske getragen werden müsste. Zum Beispiel in Flugzeugen oder dem Öffentlichen Nahverkehr.

Auf die Frage, ob überhaupt genügend FFP2-Masken im Handel zur Verfügung stünden, um viel mehr Menschen als bisher zu versorgen, sagte der Minister: „Das ist inzwischen gewährleistet.“

++ Steuerberater befürchten hohe Rückzahlungen bei Corona-Hilfen 

(6.45 Uhr) Der Deutsche Steuerberaterverband beklagt einen großen Korrekturaufwand bei Anträgen für die staatliche Überbrückungshilfe in der Corona-Krise. „Ich gehe davon aus, dass wegen der neuen Fixkosten-Regel 80 Prozent bis 90 Prozent aller Anträge für Überbrückungshilfen noch einmal angepackt werden müssen“, sagte Verbandspräsident Harald Elster der Zeitung „Welt“. In der Folge müssten viele Unternehmen entweder bereits gezahlte Hilfen zurückzahlen oder sie bekämen weniger Geld, als sie ursprünglich gedacht hätten.

Elster forderte eine längere Antragsfrist, um die bereits gestellten Anträge zu überarbeiten. „Eine Verlängerung der Frist bis zum 28. Februar ist notwendig“, sagte er. Bislang endet sie am 31. Januar. Erst kürzlich hatte das Bundeswirtschaftsministerium nach Absprache mit der EU-Kommission klargestellt, dass Überbrückungshilfen lediglich ein Beitrag zu den ungedeckten Fixkosten sein dürfen.

Regelungen bei der Überbrückungshilfe II wurden wegen des EU-Beihilferechts angepasst. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums sind „ungedeckte Fixkosten“ Voraussetzung für die Gewährung von Beihilfen — also für Kosten, die eine Firma nicht mit den noch vorhandenen Einnahmen decken kann.

Unter anderem der Bundesverband der Freien Berufe hatte zuletzt kritisiert, dass eine auf ungedeckte Fixkosten beschränkende Regelung bei der Berechnung der Überbrückungshilfen erst nachträglich aufgenommen worden sei. Damit rutschten sicher etliche Anträge mindestens in die Grauzone, Rückzahlungen seien zu befürchten.

++ 19.600 Neuinfektionen und 1060 neue Todesfälle gemeldet 

(6.33 Uhr) Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 19.600 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 1060 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Mittwochmorgen bekanntgab. Grundsätzlich ist die Interpretation der Daten momentan noch etwas schwierig, weil um den Jahreswechsel herum Corona-Fälle laut RKI verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt wurden.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Mittwochmorgen bei 155,0. „Der über die Feiertage und den Jahreswechsel beobachtete Rückgang der 7-Tage-Inzidenzen setzt sich nicht weiter fort“, hieß es im RKI-Lagebericht vom Dienstagabend. „Stattdessen sind in allen Altersgruppen, vor allem in den jüngeren Altersgruppen (zw. 15 und 39 Jahren) deutliche Anstiege zu beobachten.“

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 1.953.426 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 13.01., 0 Uhr). Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 42.637. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 1.596.600 an.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Bericht vom Dienstag bei 1,07 (Vortag: 1,14). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 107 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

++ Spahn gibt Regierungserklärung zu Impfstart ab

(6.26 Uhr) Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gibt zum Auftakt der ersten Plenarwoche des Jahres am Mittwoch eine Regierungserklärung vor dem Bundestag zum Start der Corona-Impfungen in Deutschland ab.

An die 20-minütige Rede schließt sich eine auf 90 Minuten angesetzte Aussprache an. Spahn war zuletzt wegen des schleppenden Starts bei den Corona-Impfungen in die Kritik geraten. Vor der Regierungserklärung sandte Spahn einen sechsseitigen Brief an die Abgeordneten, in denen er seine Impfpolitik erklärte und um Unterstützung für die Impfkampagne bat.

Auch die EU-Gesundheitsminister beraten am Mittwoch über die angelaufenen Impfungen gegen die Corona-Pandemie (10.30 Uhr). In einer Video-Konferenz geht es nach Angaben der portugiesischen EU-Präsidentschaft um den Stand der Strategie „zur Bekämpfung der Pandemie und der Verteilung des Impfstoffs in den verschiedenen Mitgliedstaaten“. Die EU-Kommission hatte in den vergangenen Tagen Vorwürfe zurückgewiesen, sie habe zu zögerlich Impfstoff bestellt.

Das waren die letzten Meldungen am Dienstag:

++ Mehr als 2000 neue Corona-Fälle und 93 weitere Tote 

(21.05 Uhr) Binnen eines Tages ist die Zahl der Neuinfektionen mit dem Corona-Virus in Baden-Württemberg um über 2000 gestiegen. Nach 1020 am Montag gemeldeten neuen Fällen lag dieser Wert am Dienstag bei 2226. Damit gibt es 264 720 bestätigte Infektionsfälle im Südwesten, wie das Landesgesundheitsamt am Dienstag mitteilte. Die Zahl der binnen eines Tages mit oder am Coronavirus gestorbenen Menschen betrug 93 — 3 mehr als am Vortag. Die Gesamtzahl der Toten stieg damit auf 5757 (Stand: Dienstag 16.00 Uhr). Als genesen gelten 216 409 ehemals Infizierte. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag am Montag landesweit bei 129,7.

Alle 44 Stadt- und Landkreise im Südwesten lagen über dem Inzidenzwert von 50 — der Wert, von dem an ein Kreis als Risikogebiet gilt. Keine Region überschritt die kritische Marke von 200. Insgesamt sind derzeit 2123 von bereit stehenden 2464 Intensiv-Betten belegt. Das entspricht einem Anteil von gut 86 Prozent.

++ Ab Freitag gilt Registrierungspflicht bei Einreise nach Österreich 

(20.05 Uhr) In Österreich gilt aufgrund der Corona-Pandemie ab Freitag eine digitale Registrierungspflicht. Das Gesundheitsministerium veröffentliche Dienstagabend eine entsprechende Verordnung. Ab Freitag müssen sich Reisende elektronisch registrieren, sobald sie nach Österreich reisen. Ausgenommen sind allerdings regelmäßige Pendler und Transitreisende. Ausnahmen gibt es auch für familiäre Notfallsituationen, wie etwa Begräbnisse.

Neben Name, Geburtsdatum und E-Mail-Adresse muss ab Freitag auch die Wohn- sowie die Aufenthaltsadresse in Österreich angegeben werden. Vermerkt wird auch das Datum der Einreise und der geplanten Ausreise. Zudem muss angegeben werden, in welchen Ländern man sich in den vergangenen zehn Tagen aufgehalten hat. Das entsprechende Online-Formular soll ab Mittwoch verfügbar sein. Das Ministerium kündigte an, die Daten nach 28 Tagen zu löschen.

Die Regelung, dass sich Einreisende nach Österreich zehn Tage in Quarantäne begeben müssen, bleibt zudem weiter aufrecht. Mit einem negativen Coronatest kann nach frühestens fünf Tagen die Quarantäne vorzeitig beendet werden.

++ Jeder Lindauer kann sich jetzt im Internet für die Corona-Impfung anmelden

(18.47 Uhr) Im Internet kann sich jetzt jeder Lindauer für die Corona-Impfung anmelden. Das Landratsamt bittet aber, dass dies zunächst vor allem die Menschen nutzen, die zu den Gruppen gehören, die bereits eine Impfung erhalten. Hier lesen Sie mehr.

++ Kreisimpfzentren in der Region starten später

(18.01 Uhr) Die baden-württembergischen Kreisimpfzentren können erst ab dem 22. Januar mit den Impfungen starten. Das Sozialministerium hat den Termin verlegt, da die zur Verfügung stehenden Impfdosen noch vor dem regulären Starttermin verplant worden sind. Wir haben in Erfahrung gebracht, wie gut die Landkreise auf den neuen Starttermin vorbereitet sind.

++ Mobiles Einsatzteam impft zum ersten Mal im Kreis Ravensburg

(17.17 Uhr) Zum ersten Mal ist ein mobiles Impfteam des Zentralen Impfzentrums in Ulm in den Kreis Ravensburg gekommen, um Bewohner und Mitarbeiter von Senioren- und Pflegeheimen zu impfen. Den Beginn machte das Team am Dienstag im Ravensburger „Haus der Pflege St. Meinrad“, das von der Stiftung Liebenau betrieben wird.

Weitere Termine in anderen Städten stehen auch schon fest. Während in Ravensburg unter den Hochbetagten die Bereitschaft zur Impfung und die Freude über einen so frühen Impftermin groß gewesen ist, waren die Mitarbeiter noch skeptisch. Sie wollten sich mehrheitlich nicht impfen lassen. Hier lesen Sie mehr.

++ Kretschmann: „Ausgangssperren werden sicher nicht gelockert“

+++ Hier geht es zum ganzen Newsblog von Dienstag +++

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